Seelen Schokolade

Rama dama…denn weniger ist mehr!

Obwohl ich nach dem Motto lebe,“lieber ein perfektes Chaos als eine halbherzige Ordnung” , ist der Gedanke doch verlockend, nur noch Dinge um sich zu haben, die man

a) schätzt, b) braucht und die c) tatsächlich noch zu gebrauchen sind.

Noch ist das Jahr jung und das Wetter ungemütlich, also genau der richtige Zeitpunkt sich endlich vom Ballast der überflüssigen Dinge zu befreien.
Klingt zunächst simpel aber nach einem kurzen Blick in die Schubladen und einem langen, sehr nachdenklichen Blick in den Kleiderschrank war mir schnell klar, dass es diesmal radikale Lösungen braucht und Umzugskartons, viele Umzugskartons um mein Vorhaben umzusetzen.

Ich glaube, mit dieser Sammelwut bin ich längst nicht allein.
Vom Keller bis zum Dachboden verteilt, blockieren wohl in jedem Haushalt  überflüssige Frustkäufe aller Art, zu eng gewordene Kleidungsstücke, ausgediente Elektronik, ungeliebte Geschenke und nie gelesene Bücher,  Schränke und Regale.

Wir horten all diese Gegenstände, weil wir glauben, irgendwann könnten sie doch noch einmal nützlich sein, irgendwann würden wir bitter bereuen, sie nicht aufgehoben zu haben. Aber eigentlich wissen wir es längst besser, oder?

Faustregel: Was man ein Jahr lang nicht mehr benutzt oder benötigt hat, kann weg. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Wertvolle und liebgewonnene Andenken, Familienschmuck und die Rentenbescheinigung würde ich in jedem Fall aufbewahren aber

-die Klamotten, die nur dann super aussehen, wenn Du noch 10 cm wachsen oder 5 kg abnehmen könntest…weg damit

-die Klamotten, deren Farbe Dir bestenfalls  stehen würde, wenn Du gebräunt und sorgsam geschminkt wärst…weg damit

-alles was kratzt, zu eng, zu unbequem ist …weg damit-

-die Schuhe, die nur zum Anschauen, nicht zum Laufen taugen…weg damit

-einzelne Socken, die nie mehr das Happy End der Wiedervereinigung erleben werden…weg damit

-Klamotten, die ausgewaschen, beschädigt oder schlicht scheußlich sind, die Du für “Zuhause”, “zum Arbeiten” oder “zum Putzen” aufgehoben hast…weg damit

-Bücher, die du eigentlich nie lesen wolltest, nie lesen wirst, oder die Du gelesen hast und sie haben Dir nicht gefallen…weg damit

-die ausgedienten Handys, die Sammlung herrenloser Ladekabel, die längst veralteten elektronischen Geräte der letzten Jahrzehnte, die nur noch als Elektroschrott durchgehen…weg damit

-die eingemotteten Inliner, der Hula Hoop Reifen, und der nie benutzte Hometrainer…weg damit

-die angebrochenen Saucen, abgelaufenen Puddings, schimmligen Marmeladen und undefinierbaren Liköre…weg damit

-die abgelaufenen Medikamente in der Hausapotheke, alles was irgendwann einmal verordnet, nicht aufgebraucht und für die nächste Grippe aufbewahrt wurde…weg damit

-die Kollektion an Lippenstiften, Lidschatten und Nagellacken, die Du nie benutzt hast, weil sie ein Fehlkauf waren, sie werden Dir auch zukünftig nicht stehen…weg damit

-Stifte, die nicht schreiben, Klebestifte, die nicht mehr kleben, überflüssige Ersatzknöpfe, Schlüssel die nirgendwo passen, der ganze undefinierbare Kram aus der Küchenschublade…weg damit

-Deko , die Dir irgendwann einmal gefallen hat und die jetzt irgendwie schäbig aussieht…weg damit

-die Gelben Seiten von 2011, die Gebrauchsanleitungen für längst entsorgte Elektrogeräte und die Ikea Kataloge der vorletzten Saison…weg damit

–  und zum Schluss auch alle Dinge, bei denen Du Dir insgeheim sicher bist, dass Du sie nie mehr benutzen möchtest .
(Bei mir fielen dann auch die befüllbaren Reise-Hanteln dem “Rama dama” zum Opfer )

Ist dann endlich alles entrümpelt, geleert und sortiert (ein tolles Gefühl 🙂 ), muss der Inhalt der Umzugskartons nicht gleich auf den Müll.
Teure Gegenstände und neuwertige Bekleidung können bei Ebay versteigert werden, Einrichtungen wie die Caritas freuen sich immer über gut erhaltene Dinge und holen sie nach Absprache sogar ab.

Bei http://www.alles-und-umsonst.de kann man fast alles loswerden. Elektroschrott und Medikamente werden in den Wertstoffhöfen der Gemeinden kostenlos angenommen. Nur für Sondermüll wie Farben und Batterien werden meist Gebühren erhoben.
Nach einer so radikalen Aktion hat man zwar “Weniger” in der Wohnung aber unter dem Strich trotzdem “Mehr”.
Die Chance, morgens im Kleiderschrank auf Anhieb etwas Brauchbares zum Anziehen zu finden, hat sich seither dramatisch erhöht und die Zeit, die ich zum Suchen benötigter Haushaltsgegenstände aufwenden muss, dafür erfreulich verkürzt.
Überhaupt haben die verbliebenen Dinge, die mich umgeben, nun allesamt gemeinsam, dass sie mir gefallen und/oder nützlich sind.
“Rama dama” …für alle Nicht-Bayern : “Räumen tun wir ” , …ist cool !

Das sollte man eigentlich  auf alle Gebiete des Lebens ausweiten …Fortsetzung folgt 🙂

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6 thoughts on “Rama dama…denn weniger ist mehr!”

  1. Wow. Genau dieses Gefühl hat mich auch vor ein paar Wochen gepackt! Ich glaube, ich habe zu oft Silbermond ‚Leichtes Gepäck‘ gehört… 😉 Das schalte ich demnächst auf meinem mp3-Player auf Endlosschleife – und dann geht es an den großen Wohnzimmerschrank!

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  2. Rama dama! Steht mir am WE auch bevor, freue ich mich riesig drauf. Das schöne Gefühl „danach“ ist einfach unbezahlbar. So viel Ballast abwerfen, den man nie für Ballast gehalten hätte. Ist fast wie „Remmidemmi“! *höhö* #LieberSchlechteWitzeAlsGarKeine

    Liebe Güße an dich!

    Gefällt 1 Person

  3. Mich hat das Räumfieber am Wochenende auch endgültig gepackt, begonnen hab ich beim Papierkram: Lose herumfliegende Zettel mit Rezepten, die ich nie im Leben kochen werde und alte Fortbildungsunterlagen und Zeitungsausschnitte – weg damit. Als ich aber den Druckerpatronen-befüll-Kram wegschmeissen wollte der seit zwei Jahren in unserem Regal gammelt, weil wir uns die Sauerei nimmer antun und eh immer neue Patronen kaufen gehen, kam mein Mann mit dem Spruch: Das kann man mal noch irgendwann gebrauchen, ich möchte, daß das da liegen bleibt.
    Na gut, warte ich halt noch 2 Monate und schmeiße das Zeugs heimlich über den Jordan, es fällt ihm eh nicht auf… 😉

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