Seelen Schokolade, Tierschutz

Auch Powerfrauen weinen manchmal…

 

Ingrid Newkirk war und ist seit jeher eine meiner grössten  Heldinnen, die Powerfrau, die zu Beginn der 80er Jahre mit gewagten Kampagnen für ihre Organisation PETA alle Tabus brach und Forderungen für Tiere stellte, die zu dieser Zeit  vielen lächerlich erschienen.

Sie hatte viel Gegenwind auszuhalten, viele Schmutzkampagnen und interne Kämpfe auszustehen. Sie arbeitete unermüdlich und kämpft bis heute jeden Tag darum, ihren Traum von einer Welt, in der die Rechte der Tiere gewahrt werden, Wirklichkeit werden zu lassen.

Hätte ich damals bereits gewusst, was ich heute weiß , ich hätte sie noch viel mehr bewundert.

Der Gesetzgeber hat kein Herz für Tiere, stellt selbst an die kleinste Organisation , eigentlich an jede offizielle Tierschutzaktivität Anforderungen, die ans Lächerliche grenzen. Bis ein Verein ein Verein sein darf, ein Konto führen, Spendenquittungen erstellen und tätig werden kann vergehen viele Monate. Bis ein Gnadenhof die Dokumente zusammen hat, dass er Tiere beherbergen darf, sind diese oft bereits an Altersschwäche verstorben.

Papierkram, Formulare, Amtsgänge,  Kosten…Vorschriften über den Transport von geretteten Tieren, Vorschriften, wer, wie und ob man Tiere vermitteln darf. Die Liste ist schier unendlich. Der Gesetzgeber interessiert sich wenig für Tiere dafür um so mehr für Tierschützer.

Helfen möchten viele. Eigentlich. Letztlich bleibt immer nur eine handvoll Aktiver übrig. Alle anderen wissen dafür genau, wie es geht, was man besser anders oder schneller machen sollte und was gar nicht gut war und sie werden das bei jeder Gelegenheit einbringen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Powerfrauen im Tierschutz, sei es für ein Tierheim, einen Verein, eine Arbeitsgruppe oder Aktion ist es daher, die Zahl der wirklich Aktiven und Interessierten konstant ansteigen zu lassen, immer neue, engagierte und motivierte Leute ins Boot zu holen.

Sie selbst müssen dabei jederzeit verfügbar und einsatzbereit  sein und vor allem flexibel, denn anders als in einer Firma gibt es keine Verlässlichkeit, ist nie irgend jemand dazu verpflichtet etwas zu tun, geht es nicht um Finanzen oder Projekte sondern um Lebewesen, die hungern, leiden und auf Hilfe angewiesen sind.

Es gibt keinerlei staatliche Unterstützung, keine verlässlichen Geldquellen und die einzige Konstante auf dem Bankkonto ist der eiserne Wille der Powerfrauen.

Ihre eigenen Befindlichkeiten, ihr Privatleben stellen sie stets hinten an, immer die ersten an der Front, wenn die tägliche Arbeit immer neue Brennpunkte hervorbringt und eine Lösung gefunden werden muss.

Sie haben schlaflose Nächte, wenn die Mittel wieder einmal knapp sind und der Bedarf riesig, wenn daher  Entscheidungen über Leben und Tod getroffen werden müssen und wenn die Erfolge teilweise bescheiden ausfallen, gemessen an der unendlich großen Zahl von leidenden  Tieren.

Sie müssen die Kraftquelle sein, die zusammenhält, organisiert, vernetzt, motiviert und beflügelt. Sie selbst müssen ohne Motivation auskommen. Ihre Arbeit ist selbstverständlich.

Sie sind immer für ihre Tiere da, die gefüttert werden wollen, medizinische Versorgung brauchen, Unterkunft, Schutz oder einfach nur eine Stimme.

Die Powerfrauen hinter einer Tierschutzorganisation müssen über unendliche Zeit verfügen. Ihr Tag muss mehr als 24 Stunden haben, denn meist arbeiten sie Vollzeit, um ihre ehrenamtliche Arbeit zu finanzieren.

Sie erledigen Arbeit, die kein Geld bringt sondern welches kostet und sie verwenden jede freie Minute, jeden Abend, jedes Wochenende dafür, fahren endlose Strecken, um Tiere zu retten, Kampagnen zu starten, Spenden zu sammeln und andere Menschen um Unterstützung zu bitten.

Diese Powerfrauen wissen, dass ihre Arbeit unendlich dringend benötigt wird. Sie sind mit Leid und Brutalität, mit Grausamkeit in unvorstellbarem Ausmass konfrontiert und weil sie wissen, dass sie helfen und lindern können, verstärken sie ihre Anstrengungen bis zur Erschöpfung.

Für Außenstehende sind diese Powerfrauen manchmal schwer zu begreifen. Sie haben wenig  Sinn für Small Talk, wollen sich nicht an Nebensächlichkeiten  aufhalten, haben alles Tierleid dieser Welt bereits gesehen und diese Erfahrung hat sie geprägt. Ihr Bild von den Menschen hat sich verändert.

Sie erkennen das allgegenwärtige Leiden der Tiere , wo immer es zu finden ist und sind ungeduldig mit all jenen, die davor die Augen verschließen.

Sie Befassen sich mit Themen und Aufgaben, von denen sie sich nie hätten träumen lassen, sie einmal ausfüllen zu müssen. Aber sie wissen, wenn sie es nicht tun, tut es kein anderer an ihrer Stelle.  Sie allein sind Stimme und Hoffnung der Tiere.

Ich durfte die letzten Monate viele dieser Powerfrauen kennen lernen.

Sie bauen und führen Tierheime, leiten Gnadenhöfe, retten Hühner, organisieren Kastrationsaktionen, versorgen Straßentiere, pflegen verletze Notfälle, kümmern sich um Tauben, halten Mahnwachen vor Schlachthöfen, gründen Organisationen oder Parteien, vernetzen Tierschützer in Europa, betreuen Tiertafeln, starten Kampagnen, klären auf oder vermitteln behinderte und kranke Tiere.

…Wenn diese Powerfrauen müde sind und auch ihre Kraft manchmal nachlässt,

…wenn für sie, die für alle anderen Halt und Anker sind, manchmal selbst kein Strohhalm mehr zur Verfügung steht,

…wenn selbst der dickste Panzer um das verletzliche Herz nicht zum Schutz ausreicht

..wenn wieder einmal Gegenwind aus den eigenen Reihen kommt und zusätzlich belastet

…dann weinen auch die stärksten Powerfrauen aber sie weinen heimlich. Im Tierschutz       bleibt keine Zeit für Tränen. Powerfrauen bleiben stark, für die Schwachen.

Liebe Powerfrauen, Ihr seid wunderbar, bitte gebt niemals auf  ❤

PS: Die wunderbare Ingrid Newkirk  gibt ihren Mitstreitern den Rat, sie sollen, wenn sie traurig sind, oder wütend, diese Gefühle nehmen und etwas daraus daraus machen. Diese Gefühle in Energie umkehren,  für die Tiere, um weiter zu machen.

 

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