Veröffentlicht in Lifestyle, Tierschutz

Allein unter Spinnen…

Während Arachnophobie, die Angst vor Spinnen, vor ein paar hunderttausend Jahren ein echter Überlebensvorteil war, immerhin waren die Spinnen damals so groß wie eine mittlere Familienpizza und hochgiftig, ist diese irrationale Furcht heute eher lästig, denn die Krabbler sind so ziemlich überall.
Spinnenforscher behaupten, dass in jedem Haushalt durchschnittlich 300 Spinnen leben. Ich halte das für die Untertreibung des Jahrhunderts. Die letzte Volkszählung im Haus ist zwar bereits eine Weile her aber ich könnte schwören, allein hinter der Kellertüre wohnt die doppelte Anzahl.

Im Laufe der Zeit haben sich meine Überlebensstrategien in Sachen Spinnenangst jedoch verfeinert. Während ich früher bei Auslandsaufenthalten in Südamerika oder Afrika auf Alkohol setzte,  (für mich:-) ) wenn die fingerbreiten Türritzen der Lodges oder raschelnde Strohdächer und das Wissen um die Giftigkeit der dort beheimateten Arten mich um den Schlaf brachten oder feige mit einem Buchwurf  meuchelte, greife ich heute beherzt zur „Glasmethode“ :

Ich nehme allen Mut zusammen, sage mir, dass diese Spinne Familie hat, Freunde , Verwandte und Lebenspläne, genau wie ich…nur ein paar Beine mehr. Dann stülpe ich ein Glas über sie und schiebe vorsichtig ein Stück Papier darunter, achte dabei darauf, dass alle acht Beine unverletzt bleiben. Anschliessend setze ich sie im Garten frei , mindestens 30 m weit weg, denn Spinnen haben einen hervorragenden Orientierungssinn und kommen sonst postwendend zurück. Dann stelle ich das kontaminierte Glas mit spitzen Fingern in die Geschirrspülmaschine und erst jetzt schreie ich :-) .

Spinne

Dabei sind die unliebsamen Mitbewohner absolut harmlos. Das größte Problem bei einem Spinnenbiss wäre eine allergische Reaktion, wie bei Bienen- oder Wespenstichen. Einzig die unliebsame Bekanntschaft mit einem „Dornfinger“, einer kleinen Spinne , verbreitet in  Südwestdeutschland, kann zu Übelkeit führen. Übrigens ist selbst der Biss einer handtellergroßen Vogelspinne zwar schmerzhaft aber nicht lebensbedrohlich und die Wahrscheinlichkeit , das dies passiert, sehr gering. Spinnen meiden den Menschen und beissen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Solche seltenen „Bissunfälle“ , zum Beispiel mit der Südlichen Schwarzen Witwe (Latrodectus mactans) , passieren nicht bei uns im heimischen Wohnzimmer sondern auf anderen Kontinenten. Eine meiner Lieblings Gruselgeschichten ist die von den Toilettenhäuschen in den USA, bei denen diese Spinnen ihr Netz unter den Toilettensitz anbringen, um dort auf die vom Fäkaliengeruch angelockten Insekten zu lauern. Setzt sich jemand unachtsam auf die Klobrille, fühlen die Spinnen sich angegriffen und das kann unangenehme Folgen haben.^^

Die Exemplare, mit denen wir in Deutschland zu tun haben sind jedoch nicht nur absolut harmlos sondern überaus wichtig für unser Ökosystem .

Neben Singvögeln sind sie die größten Schädlingsbekämpfer.

Auf einem Hektar Wiese krabbeln mehr als eine Million Achtbeiner, die jährlich die gigantische Menge von zehn Zentnern Insekten verspeisen . 

Irgendjemand hat einmal ausgerechnet,  würden alle Spinnen von jetzt auf gleich von der Erde verschwinden , fräßen die Insekten innerhalb von sechs Monaten alle Pflanzen der Erde auf. 

Spinnenseide ist hundertmal belastbarer als ein Stahlfaden in gleicher Stärke . Der Faden kann um das Vierzigfache gedehnt werden, ohne zu reißen. Wissenschaftler würden einiges dafür geben, wenn sie ein Material herstellen könnten, das diese Eigenschaften aufweist.

Deshalb ist es nicht nur schade sondern dumm , den nützlichen Tierchen wegen einer unsinnigen Angst den  Garaus zu machen. Im übrigen sind die gängigen Methoden mit Haarlack , Besen oder Staubsauger  einfach nur barbarisch.

Stattdessen verwende ich,  besonders im Schlafzimmer , Lavendel.   Diesen Duft meiden sie.  Wer grösser ist als ein Zwei Euro Stück  (meine persönliche Schmerzgrenze :-) )wird mit dem Glastrick zwangsumgesiedelt ,  die restlichen Exemplare geniessen unbehelligt Hausrecht und halten dafür  im Sommer die lästigen Fliegen und Stechmücken in Schach.

Wir werden wohl nie dicke Freunde werden, die Spinnen und ich  aber man muss sich ja nicht mögen. „Freundliche Distanz auf Gegenseitigkeit“  trifft es wohl am besten.  :-)

 

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

8 Kommentare zu „Allein unter Spinnen…

  1. ich habe ebenfalls sehr viele Spinnen im Haus. Diese „Hauspinnen“ wollen nicht in den Garten weil sie dort
    nicht ueberleben koennen: sie werden aufgefressen. Deshalb fuehlen sie sich in der Wohnung oder im Keller
    sicherer.

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  2. Genau ….. 300 Spinnen. Jetzt hab ich auch endlich die Erklärung dafür gefunden, warum ich immer soviele Fääler in meine Wörter einbaue. Kein Wunder, wenn ich doch vor lauter Spinnen-Netzen die Tasten nicht finde.
    Aber wenn ich nur mal einen Moment annehme, dem sei trotz aller Fliegengitter tatsächlich so, dann sollte ich heute abend mal vorsichtshalber unter dem Bett nachsehen und im Keller, ob da nicht so einige Mitbewohner leben.
    Mist ….. mir fällt grade ein, mein Bett steht direkt auf dem Boden und einen Keller hab ich keinen. Wieder eine Angst weniger ……

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  3. Spinnenangst hatte ich früher als Kind auch. Anerzogen. IIIIHHHH das ist eine SPINNE!!!

    Das mir die Tierchen nix tun, solange ich ihnen nicht bedrohlich zu nahe komme, habe ich bald verstanden.
    Eine Möglichkeit, mal eine ausgewachsene, wunderschön anzusehende Vogelspinne auf meinem Arm spazierengehen zu lassen, nahm ich mit etwa 30 Lebensjahren gern an. Ein guter Bekannter legte sie mir dann vorsichtig auf den Handrücken und bat mich, den Arm abzustützen, damit das Tier nicht herunterfällt. Denn meistens überleben Spinnen solche Abstürze nicht.
    Es war erst komisch, aber auch angenehm. Es ist wie eine Feder, die langsam und ohne „Kitzeln“ auf dem Arm nach oben geführt wird. Diese anmutigen Bewegungen der acht Beine, dieser samtige, rot-schwarzgemusterte Fellkörper, eigentlich war es sogar schön…
    Als sie jedoch an meinem Hals ankam, bat ich den Kumpel, seine Freundin wieder von mir abzuheben.
    Ich streichelte mit einem Finger nochmal den Pelz und …
    habe seitdem gar keine Angst mehr, sondern den natürlichen, freundlichen Respekt, den meiner (und deiner 😉 ) Meinung nach allen Tieren gebührt…

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  4. Hallöle! Ich hab mal eine kleine Geschichte geschrieben, und die hat hier einzig und allein ausgerechnet mit deinem Beitrag über Spinnen zu tun 🙂 Zufälle gibt’s ja nicht. Ein bißchen lang, aber ich hoffe,kurzweilig zu lesen.

    Eine kleine Geschichte aus der Hausbesetzerszene

    Gemütlich gemacht hatte sie es sich, da in der Unterkunft. Unbemerkt eingemietet in einer kleinen, aber feinen.. sagen wir mal: Lodge. Ich wollte ein passendes Wort finden, denn es ist keine Ferienwohnung oder Hotelzimmer, wo man sich vorrübergehend aufhält. Aber was hatte diese Person nur aus meiner Hütte gemacht? Einen Saustall? Nein, das wäre zuviel und zu hart gesagt. Mir fiel irgendwie spontan „Lodge“ ein. Ja, genau, das war’s, Lodge:
    “Eine abgelegene-re Unterkunft für Bergsport und Naturerlebnis, Jagd und Ähnliches.“ …bestätigte mir ein Anruf bei Tante Google. Desweiteren:“ eine Art der Hotelunterkunft, vor allem im Südlichen Afrika“ und „The Lodge, offizieller Wohnsitz des australischen Premierministers in Canberra“

    Ich weiß wirklich nicht warum ich meine Hütte in diesem Moment ausgerechnet auf Lodge umtaufen wollte. Manchmal hat man wirklich seltsame Einfälle… Pension garni (nur garni-ert mit Möbeln) hätte auch gereicht. Oder Fremdenzimmer. Oder Luft mit Mauern drum rum plus Heizung. Dass da jemand sein Basislager für Jagd- und Naturerlebnisexkursionen aufgeschlagen hatte, war ganz offensichtlich. Kombinierte sogleich: Jagd+Lodge = Unterkunft für Gäste, die auf Jagd gehen wollten.

    Ähm, ich war jetzt nicht soo sehr begeistert, als ich feststellte, dass die Person 1. wahrscheinlich schon länger unbemerkt in der Immobilie wohnte, die eigentlich mir gehört und 2. allem Anschein nach sich auch noch für einen längeren Aufenthalt eingerichtet hatte.

    Frechheit noch obendrein dass sie dann auch gleich den Fernseher mitbenutzte. Der lief nämlich gerade, als ich sie überraschte! Das war der einzige Grund, ihre Anwesenheit überhaupt zu entdecken, als ich zufällig mal daran vorbeiging beim kleinen Abendsparziergang!

    “Jagd und Ähnliches“!! Päh, dass war mir jetzt auch klar! War unübersehbar. Ihre ganze Ausrüstung hatte die Person in dem Raum verteilt, schön säuberlich, im Prinzip zwar ordentlich, ja, aber man konnte keinen Fuß breit mehr in diese Lottsch setzen! Das sah dann doch eher nach dem inoffiziellem Wohnsitz einer deutschen Subkultur aus statt nach jener erwähnten Premierministerbehausung in Canberra.

    So, so, Jagen wollte sie also gehen, jedenfalls sahen die Objekte ihrer Ausrüstung irgendwie nach Fallen und/ oder Ködern oder Ähnlichem aus, keine Ahnung, ich selber kauf im Supermarkt. Geht schneller. Manche brauchen halt dieses intensive Naturerlebnis. Die Sachen schienen wohl selbstgebastelt zu sein, auch sowas wie Fischernetze waren dabei. Naheliegend war’s ja. Also ‚es‘: das Vorhaben und ‚er‘, der Wald, hier ganz in der Nähe. Und der Teich, mit Fischen, am Wohnstift. Steht ja auch nur ein Schild dort mit „Füttern verboten“ und nicht „Angeln verboten“.

    Sie schien so erschrocken, als ich plötzlich im Rahmen stand, dass sie sich gar nicht rührte und mich nur anstarrte, am Boden sitzend aus den überall verteilten Klamotten. Ökos halt, sitzen auf’m Boden rum. Die miesen Nachrichten aus dem TV konnten der Grund jedenfalls nicht sein, die im Hintergrund plärrten, dass sie so unbeweglich bieb: Bayern München? Wäre Terror genug gewesen, leider war’s das andere… Ich? Blieb gelassen. Es war ja nicht das erste Mal, dass sich Leute in der Bude breitmachten.

    Schon länger hatte ich im Stillen für mich mit solchen Leuten so was wie ein..Gentleman agreement abgeschlossen: „Ihr macht mir nix kaputt und haltet vor allem die Bude sauber! Dann könnt ihr bleiben!“ Ich hatte sie/ihn vorher noch nie gesehen und sprach sie_ihn an. Kann man von der Opktik manchmal so schlecht unterscheiden die Leute. Mir aber völlig Wurscht.„Was machst du denn hier???“ So cool wollte ich auf sie_ihn jetzt nun wirklich nicht wirken, als wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre, ständig fremde Leute in meiner Hütte zu begrüssen.

    Deswegen verkniff ich mir meine sonst lässige ironische Ansage…“Ah, auch mal wieder einer von Euch hier?Unterkunft ok? Verpflegung habt ihr selber,nä? Hier ist ja nur Ü wie Übernachtung. Nachts keine ausufernden Parties! Das Bett bleibt tabu! Ich sag’s euch im Guten! Pennt auf dem Boden oder im Stehen oder quer über zwei Stühle,auf der Fensterbank, mir egal wo, nur nicht im Bett! Aber das kennt ihr ja. Schönen Aufenthalt!“

    Hatte immer wunderbar funktioniert, erstaunlicherweise. Sehr erstaunlicherweise! Sie hielten die Hütte sauber von diesen anderen Einnistern, als wäre es ihre eigene. Nun, ein wenig ungepflegt sahen sie selber im Gegensatz dazu ja immer aus, aber das störte mich nicht weiter. Menschen, die das hörten sagten, „Spinnst Du? Wie kannst du dich mit sowas abgeben?“ Ich antwortete: „Sie stören mich nicht, sie wollen doch auch leben, oder? Und sie gehen doch auch wieder, so what?“

    Doch dieses mal war alles anders. Ich konnte es mir nicht erklären, aber Unheilvolles lag in der Luft, irgendwie..Null Reaktion auf meine Begrüßung! (Ja, manchmal hat man auch seltsame Typen dabei, man kennt es halt aus dem Hotelgewerbe.)
    Dann drehte sich diese Type noch weg, geht ein paar Schritte zur Wand, bleibt wieder stehen. Und intuitiv spürte ich, das geht nicht gut! Da ist etwas im Busch! „Läuft bei dir!“ So ein Scheißwort kam mir ausgerechnet jetzt in den Sinn! Ok, ist kein Scheißwort! Nutz ich selber. Ha, aber genau das wollte ich vermeiden, dass es -jetzt- läuft (oder später), sonst wäre der Abend gelaufen.
    Plötzlicher Rückfall in alte, asoziale Spinnentötungsmuster mit animalischem Mord! Ironie des Spinnenschicksals: Beginnender Tatort-Trailer aus dem laufenden TV!! Geht’s noch witziger?? Nein!
    Das ist nicht die Pointe dieser Geschichte, obwohl man es fast denken mag. Vorab hatte ich jedoch Putzsport statt Bergsport dank Naturerlebnis…

    Die Spinne? Meldete sich aus dem Jenseits!! Ich dachte ich spinne jetzt! Oder aus einer anderen Lodge, einer Art Hotelunterkunft in Südafrika. Oder aus dem Spinnenhimmel? Mit einer Botschaft an mich.Wie? Sie bloggt jetzt, ja! So wie ich meine Fotos „blogge“ auf meinem rohafoto.wordpress Blog für Fotos. SAGE UND SCHREIBE: Vielleicht eine Stunde später, höchsten zwei!! Den Mord schon längst vergessen.. Da klicke ich wahllos auf einen der mir vorgeschlagene Blogs in der Liste…Na, schaun mer mal…

    Und…da traf ich sie plötzlich wieder. Schau an, wie klein die Welt ist!! Mit einem Vorwurf kam sie daher. Jedenfalls kam es mir so vor, unmittelbar nach der Tat. Vor allem soooo unmittelbar nach der Tat! Das ist der Clou an der ganzen Sache….Diese Minizufälle. Bei dem was ich jetzt las, unter anderem:

    „Die Exemplare, mit denen wir in Deutschland zu tun haben sind jedoch nicht nur absolut harmlos sondern überaus wichtig für unser Ökosystem . Neben Singvögeln sind sie die größten Schädlingsbekämpfer. Und weiter im Text..
    „Deshalb ist es nicht nur schade sondern dumm , den nützlichen Tierchen wegen einer unsinnigen Angst den Garaus zu machen. Im übrigen sind die gängigen Methoden mit Haarlack , Besen oder Staubsauger einfach nur barbarisch. „von Bettina Marie Schneider .

    Oha, kalt erwischt. Sehr kalt. Aber ein Staubsauger war’s nicht, ich schwör’s! Da war nämlich gerade ein neuer Beutel drin, ich fahr doch keine Leiche spazieren. Oder die einströmende Luft könnte das Tierchen zu neuem Leben erwecken. Also…wenn mir schon Spinnen aus dem Jenseits schreiben..?? Ach so, aus der Lodge wurde wieder die ganz normale Ecke im Wohnzimmer hinterm Fernseher….Und ich kehrte mittlerweile wieder zurück zum “Gentleman agreement”. Mit nem Staubsauger. Für die Fischernetze. Ehrlich nur für die! Mit den gefangenen Mücken drin, die mir die Gäste mir vom Leib gehalten haben. Nur deswegen halte ich mir ja überhaupt solche gefährlichen Tiere!! ….In abgelegene-ren Unterkünften.
    Übrigens….Wie kann man Wohnungstürrahmen noch nennen? Oder Zimmerdecken?

    Liebe Grüsse, Rolli !

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