Aufreger, Tierschutz

Tierheime…die Stiefkinder der Kommunen. Bayern ist Entwicklungsland in Sachen Tierschutz!

Die Lage der bayerischen Tierheime ist dramatisch.
Nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes steht jede zweite Einrichtung vor dem finanziellen Ruin.

Neben dem Rückgang von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Sponsoring sind es besonders die Kommunen, die zu dieser unerfreulichen Entwicklung beitragen.Kommunen zahlen für ihre Pflichtaufgaben, wie etwa die Fundtierbetreuung, keine angemessene Aufwandsentschädigung und das Bundesland selbst verweigert den Tierheimen jede Unterstützung. Mit manchen Gemeinden müssen die Tierheime  um jeden Cent streiten. Je nach Kommune bekommen die Häuser Pauschalen pro Einwohner, pro Fundtier oder auch per Einzelabrechnung. Doch ganz gleich nach welchem Schlüssel die Abrechnung erfolgt, nur etwa ein Viertel der tatsächlichen Aufwendungen für Fundtiere wird behördlich abgedeckt. Den Rest müssen die Tierheime aus Spenden finanzieren.

Während diese neben den Fundtieren, den Abgabe Tieren und den beschlagnahmten Tieren zusätzliche Belastungen wie die Unterbringung  illegal nach Deutschland transportierter Welpen tragen, verweigern die Behörden jede Kostenübernahme . Mehr als 350 beschlagnahmte Welpen haben allein die Tierheime im vergangenen Jahr in Bayern aufnehmen müssen. Auf den Kosten von mehreren Hunderttausend Euro bleiben sie größtenteils sitzen, da die Behörden sich nicht zuständig fühlen.

Wenn die Gemeinden kostendeckende Sätze für Fundtiere bezahlen würden, müsste kein Tierheim schließen! 

 Während die Kommunen über die Hundesteuer Millioneneinnahmen haben, müssen die Tierheime um jeden Cent in der Fundtierkostenerstattung kämpfen.  Gemeinden und Städte, die Hundesteuer abkassieren,sollten auch in der Lage sein, für die damit verbundenen Probleme aufzukommen.
Tierschutz in Bayern funktioniert nur, weil Tierschutzvereine  und Ehrenamtliche an der Grenze zur Selbstausbeutung arbeiteten.
Lächerliche 1,50 Euro pro Einwohner und Jahr wären nötig, um allen Tierheimen finanzielles Überleben und Planungssicherheit zu ermöglichen.
Tierschützer fordern schon seit vielen Jahren mehr Geld von den Kommunen, aber auch eine Förderung durch den Freistaat.  Bisher ohne Erfolg!

Erst vor einem Vierteljahr lehnte die Landtags-CSU mit ihrer absoluten Mehrheit einen Antrag der SPD ab, die Einrichtungen mit einer Million Euro im Jahr zu unterstützen.

Wieder einmal ein Armutszeugnis für ein Bundesland, das in Sachen Tierschutz in vielen Kreisen nicht ganz zu Unrecht den Status eines Entwicklungslandes hat. Die Landesregierung hat weder einen Notfallplan noch einen Haushaltstitel für Tierschutznotfälle, die Umweltministerin scheint fachlich völlig überfordert.

 Während der Bauernverband im Jahr 2015  2,75 Millionen Euro erhielt und der Jagdverband 835.000 Euro, wurden an den Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Bayern, lediglich 331.000 Euro für die Reptilienauffangstation in München bezahlt.

Andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, machen vor, wie es besser geht. Dort sind im aktuellen Haushalt immerhin rund 1.5 Millionen Euro für Tierheime vorgesehen.

Tierschutz ist in unserer Gesellschaft unverzichtbar.
Die Tierheime übernehmen und finanzieren nicht nur staatliche Aufgaben aus der Spendenkasse sondern leisten jeden Tag aufs neue wichtige Arbeit, die auch von den meisten Bürgern dieses Landes wertgeschätzt wird.

Wann wird Tierschutz endlich auch von staatlicher Seite die Wertschätzung und die Unterstützung zuteil, die er verdient?

Meine persönliche Einschätzung :
In dem Moment, in dem die Bürger ihren Politikern, in Sachen Tierheimen besonders auf kommunaler Ebene GANZ deutlich vermitteln, dass es an der Zeit ist, von Almosen zu angemessener Finanzierung zu wechseln.

Tierfreunde möchten Tierschutz…Politiker möchten gewählt werden…das funktioniert auch in Bayern!

Macht euch bitte endlich dafür stark, ehe unsere Tierheime…nicht nur in Bayern…flächendeckend vor dem finanziellen Ruin stehen ! Die Folgen wären dramatisch!
Rawaaa Kilani hat dieses Happy End ermöglicht <3

 

4 thoughts on “Tierheime…die Stiefkinder der Kommunen. Bayern ist Entwicklungsland in Sachen Tierschutz!”

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