Veröffentlicht in Lifestyle, Seelenmarzipan

Was Liebeskummer und Drogenentzug gemeinsam haben!

Fast jeder von uns kann sich noch an den letzten großen Liebeskummer erinnern. Dieses tiefe, schwarze Loch, die plötzliche Sinnlosigkeit des Seins. Die gesamte Körperchemie gerät aus den Fugen, manchmal bis hin zu schweren Depressionen.  Man isst nicht, man schläft nicht, man erzählt die gleiche Geschichte zum 1000ten Mal und stellt ziemlich sinnfreie Sachen an, die eigentlich nur durch eine entgleiste Hormonlage zu erklären sind.

Es sind jedoch nicht nur die psychischen Befindlichkeiten, die nach Trennung, Abweisung oder Betrug schwer auf der Seele lasten. Manche erleiden dabei sogar körperliche Schmerzen und werden krank. Die alte Volksweisheit vom „gebrochenen Herzen“ hat eine fundierte Grundlage. Mittlerweile sind die Vorgänge in der Körperchemie und deren Auswirkungen auf bestimmte Gehirn-Areale weitestgehend erforscht. Man weiß, welches Hormondrama sich in einem Körper abspielt, dessen Herz gebrochen wurde.

Dafür wurden zum Beispiel Testpersonen, die alle gerade mitten in einem Liebeskummer-Episode steckten in einem spezialisierten MRT gescannt. Die Großhirnrinde benötigt bei verstärkter Energie mehr Sauerstoff und entsprechend mehr Blutzufluss.Diese Veränderung in der Durchblutung kann sichtbar gemacht werden.

Es wurden erhöhte Aktivitäten im sogenannten Ventralen Tegmentum gefunden. Der Ort im Gehirn für so angenehme Dinge, wie satt sein, einen Orgasmus haben, Schmetterlinge im Bauch oder das Hochgefühl nach Kokain Genuss. Hier sitzt das mesolimbische System, das uns mit der großzügigen Ausschüttung von Dopamin verwöhnt.

Man rätselte, warum ausgerechnet bei Menschen in tiefstem Liebeskummer das Belohnungszentrum so aktiv war. Man bezeichnet dieses Phänomen als „Frustration Attraction“. Noch versucht das Gehirn mit aller Macht die Droge „Liebe“ wieder zu erhalten. Das wäre auch eine Erklärung dafür, warum manche Menschen in dieser Phase Dinge tun, die ihrer Natur ansonsten fremd sind,  bis hin zu Gewalt, Stalking oder Erpressung…

Wenn man mehreren Studien zu diesem  Thema Glauben schenkt, dann ist das, was wir als „romantische Liebe“ bezeichnen sehr wahrscheinlich im Grunde eine extreme Sucht, die das gesamte Belohnungssystem des Gehirns befallen hat.Von einer geliebten Person verschmähte Menschen verhalten sich also wie Drogensüchtige auf Entzug.

Dass uns der Verlust des Partners genauso in den Wahnsinn treiben kann wie die Sucht nach Kokain, Amphetamin oder Nikotin, war aber nicht das einzige Ergebnis der Untersuchungen. Auch im Teil des Gehirns wo Schmerzen verarbeitet werden, in der vorderen Inselrinde, wurde eine erhöhte Aktivität beobachtet. Dr. Fisher vergleicht in ihrem spannenden Vortrag diese Schmerzen mit denen eines Bruchs oder Zahnschmerzen.

Verliebt zu sein, Sehnsucht zu haben, Liebeskummer …ist ein Naturtrieb der außerhalb der willentlichen Kontrolle liegt (das könnte jeder bestätigen der das bereits durchlitten hat 🙂 ) . Mutter Natur hat es so eingerichtet, um die Pärchenbildung und Fortpflanzung anzukurbeln.

„Liebe“ treibt uns also in erster Linie biochemisch an, das Objekt der Begierde zu gewinnen …und noch viel mehr, es nach einer Trennung wieder zurückzugewinnen!

Warum wir dabei oft jedes Maß aus den Augen verlieren liegt daran, dass diese Gefühle tief im Stammhirn, dicht bei den anderen Überlebensreflexen sitzen. Daher werden sie vom Gehirn als genauso lebensnotwendig und alarmierend wahrgenommen und eingestuft.

Geht man davon aus, dass diese Theorie stimmt  und Liebesentzug  wie Drogenenzug funktioniert, dann gibt es nur eine radikale Lösung um die Biochemie baldmöglichst wieder ins Gleichgewicht zu balancieren: Den kalten Entzug!

Auch wenn unser limbisches System nach Nähe schreit, auch wenn es hart erscheint, sollte man jeden Kontakt, alles was an den/die Ex erinnert, konsequent meiden. Jeder Drogenentzug funktioniert besser, wenn man das Objekt der Begierde nicht ständig vor der Nase hat.

Sport und alle Aktivitäten, mit denen man neue Dinge ausprobiert und Erfolgserlebnisse hat, kurbeln die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin an. Von diesen Glücks- und Wohlfühlhormonen sollte man in dieser Phase mitnehmen was irgend geht .

Also bei Liebeskummer besser nicht die/den Ex stalken oder im stillen Kämmerlein verkriechen sondern raus ins Fitness Studio, zum Volkshochschulkurs oder in den Urlaub, notfalls in die nächste Konditorei.  Alles, was der Seele gut tut ist erlaubt . Und wir alle wissen, …zum Glück lassen auch die schlimmsten Entzugserscheinungen irgendwann nach und plötzlich haben andere Mütter  auch wieder schöne Söhne (oder Töchter) 🙂

nutella

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

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