Veröffentlicht in Aufreger, Katze, Syrien, Tierschutz

Die einzige Zuflucht der verlassenen Tiere von Aleppo wurde gestern bombardiert…

Gestern gab es keine Bilder, keine Berichte aus dem einzigen Zufluchtsort für die verlassenen Tiere von Aleppo. Stattdessen wurde von dort ein Video auf Facebook gepostet, ein grauenhaftes Video, auf dem die Bombeneinschläge zu hören und zu sehen waren, die gerade alles zerstörten, was mit unendlich viel Anstrengung und Liebe am Leben erhalten worden war…auch Hoffnung.

Das weltweit bekannte „Ernesto House of Cats“ in Aleppo wurde bombardiert.

Mittlerweile kennt fast jeder die Geschichte von Alaa, dem ehemaligen Elektriker, der nun als Krankenwagenfahrer in Aleppo nicht nur für alle bedürftigen Menschen schier Unglaubliches leistet. Sein Herz gehört auch den Tieren, und so eröffnete er für die unzähligen verlassenen Tiere der kriegsgebeutelten Stadt eine Zuflucht. Die meisten seiner Schützlinge sind Katzen.

Durch die Arbeit für unseren Verein Frieden für Pfoten e.V, der sich dafür einsetzt, das Elend der Tiere in Kriegs- und Krisengebieten zu lindern, bin ich mit der Problematik, mit den unglaublich schwierigen Bedingungen vor Ort vertraut.  Die Bilder, die uns erwarten würden, machten mir Angst.

Dann warteten wir auf Nachrichten. Wie viele Tiere würden tot oder verletzt sein, ohne jede Möglichkeit der medizinischen Versorgung?  War der gattaro D´Aleppo, Alaa unverletzt? Was, wenn die Bomben auch den einzigen Schutzengel der Tiere und Helden aller Bedürftigen in dieser Stadt verletzt oder getötet haben sollten?

Gegen Abend kam dann von Alessandra Abidin, die über ihre großartige Facebookgruppe seine Arbeit engagiert unterstützt, der erste Lagebericht.

Große Gebäudeschäden, zwei tote Katzen und Hope, das Maskottchen der Anlage, ein sanfter und gutmütiger Schäferhund, waren im Bombenhagel getötet worden.

Es sind „nur“ drei weitere sinnlose Tode, noch dazu die von Tieren. Gemessen an dem unendlichen Leid der Bevölkerung dort, gemessen an der Zahl der Toten insgesamt, fast eine Bagatelle…könnte man meinen.

Dieser Ort war jedoch mehr als ein Tierheim, und Hope war mehr als ein Hund.

Die toten und verletzten Katzen waren nicht irgendwelche Katzen. Es traf das letzte Bollwerk, die letzte große Kraftanstrengung gegen das Böse, an einem Ort der Gleichgültigkeit, der Zerstörung und des Hasses.  Hope, HOFFNUNG, war seit seiner wunderbaren Rettung das Maskottchen für alle, die dort Schutz gefunden haben, auch für alle, die nach Kräften daran mitwirken, „Ernesto House of Cats“ am Leben zu erhalten.

Hope ist tot. Aber nicht die Hoffnung!

Der Wille, weiter für die Schwachen, die Wehrlosen und die Unschuldigen einzutreten, ist ungebrochen. Man wird versuchen Spenden zu sammeln und zu organisieren, damit möglichst bald ein Ersatz für den (zum 3, (!) Mal) ausgebombten Krankenwagen beschafft werden kann, es wird aufgeräumt, Abschied genommen…tief durchgeatmet, dann geht es weiter. Die wunderbare Alessandra kümmert sich gerade auf Hochtouren um die Koordination der Hilfsangebote, die in ihrer Gruppe aus aller Herren Länder eintreffen.

Gerade hat Alaa dort bereits wieder begonnen zu füttern, und die verstörten Tiere einzusammeln.

futterung-nach-bombe

Peace…denn am Ende ist Frieden alternativlos!

„Dear Hope, see your martyred body have tore apart my soul but I will guard forever in my heart the memory of your sweet face and the glance and the vivid sweetness in your eyes. FAREWELL AND R.I.P. SWEET HOPE“

Lieber Hope, deinen gemarterten Körper zu sehen, hat mir die Seele zerrissen, aber ich werde die Erinnerung an dein liebes Gesicht und den Ausdruck der  strahlenden Liebenswürdigkeit in deinen Augen, für immer in meinem Herzen bewahren.

Lebewohl und Ruhe in Frieden. Geliebter HOPE.

(Alaas Abschiedsworte für seinen geliebten Hund)

.hund-aleppo

UPDATE:

Morgen wird das Ernesto Home for Cats, die einzige Zuflucht für die verlassenen Tiere in Aleppo geschlossen.
Nachdem kürzlich dort erst Bomben einschlugen wurden nun chemische Waffen (Chlorgas) eingesetzt.
Morgen sollen die verbliebenen Tiere zu einem anderen Gebäude/Gelände gebracht werden.
Futter ist ebenfalls knapp.
Und die Welt muss hilflos zusehen!

(18. November 2016)

Wenn ihr finanziell unterstützen möchtet:

Facebook: Frieden für Pfoten e.V.

Facebook: Il gattaro D´Aleppo

http://www.friedenfuerpfoten.org

Presse:   http://www.nordbayern.de/panorama/krieg-in-syrien-katzen-asyl-in-aleppo-bombardiert-1.5627786

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

10 Kommentare zu „Die einzige Zuflucht der verlassenen Tiere von Aleppo wurde gestern bombardiert…

  1. Ich habe oft an die Tiere in und um Aleppo denken müssen von denen nicht berichtet wird, weil es ja „nur“ Tiere sind. Das ist das erste mal, dass ich etwas über die Tragödie der Tiere aus Aleppo lese. Danke dafür, auch wenn dies so ein unendlich trauriger Anlass ist.
    Ich wünsche den Toten Tieren und Hope Frieden und hoffe, dass die überlebenden Tiere den weltlichen Frieden erleben werden. Danke an alle Helfer! 🌷

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  2. Hope…. und alle anderen „Hoffnungsvollen“. Meine Gedanken sind bei euch…. ich sende euch viel Liebe und Kraft!
    Für Hope und den 2 Samtpfoten: eine gute Reise, kommt gut über den Regenbogen. Und ich wünsche euch nun ein Leben in Frieden und Würde!

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  3. Ich bin entsetzt und unendlich traurig! Warum,warum muessen Unschuldige so leiden? Was haben die armen Tiere denn verbrochen? Was haben denn Alaa und seine Helfer,alles Menschen die ein gutes Herz haben, mit diesem Wahnsinn zu tun? Wann hoert das endlich auf? Ich wuensche mir,dass endlich Frieden einkehrt. Ruhe in Frieden Hope,ruht in Frieden ihr Katzies. Ich hoffe aus tiefstem Herzen,dass es bald ein Leben in Frieden geben wird.Ich hoffe fuer all die Unschuldigen…..

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  4. Ruhet in Frieden in einer besseren Welt
    Ich beweine euren sinnlosen Tod denn ich kenne den Krieg nur zu gut und weiß das ihr die schwächsten seid in diesem sinnlosen Krieg von Menschen gemacht

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  5. Ich werde nie damit klarkommen, wie Tiere unter den schrecklichen Taten von Menschen leiden müssen. Es ist alles so traurig. Auch von mir ein ganz großes Danke an die Helfer.

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