Seelenmarzipan, Tierschutz

Hutchi war schuld…, warum ein kleiner weißer Spitz viele, viele Leben rettete…

Please scroll down for English text…

Nach wie vor habe ich eine meiner engsten Freundinnen noch nie persönlich getroffen. Aber wir verbringen viel Zeit miteinander, wir diskutieren, philosophieren und arbeiten jeden Tag zusammen.  Wir träumten zur gleichen Zeit den gleichen Traum, kämpften mit den gleichen Dämonen und Sorgen, wir brennen für die gleiche Sache…

Vor etwa einem Jahr machte ich gerade die ersten  Schritte in Sachen Verein, learning by doing, und die Syrien Katzen Rettungen und Zusammenführung von Flüchtlingen mit ihren Haustieren, die ständigen Geldsorgen bereiteten jeden Tag aufs neue Kopfzerbrechen. Rike, meine Vorstandskollegin arbeitete daran, einen kleinen weißen Spitz, der  seine Familie auf der Flucht begleiten durfte, irgendwie nach England zu bringen. Der Hund war mangels Impfungen in Athen gestrandet und die Familie hatte inständigst um Hilfe gebeten. Unser syrischer Kontakt Bishr nannte uns den Kontakt Nafsika.

Im Gegensatz zu unseren anderen Projekten ging alles schnell, reibungslos und erstaunlich einfach über die Bühne. So einfach, dass ich nur am Rande registrierte, wie Rike mit Nafsika die Zusammenführung organisierte. Schließlich wurde der Hund 3 lange Tage mit dem Auto von Griechenland nach England gebracht und der Fall Hutchi zufrieden in die Happyend Rubrik verschoben, derweil Rike und ich  bereits bei der nächsten Katastrophe andockten.

Dann war eine Mail in unserem Postfach, Nafsika fragte vorsichtig nach, ob wir nicht ab und an dabei behilflich sein könnten, wenn sie versuchen Adoptanten für ihre Notfellchen zu finden. Ich muss gestehen, dass ich nur mittelmäßig begeistert war. Wir kamen kaum nach, Geld und Plätze für die Notfälle aus Syrien aufzutreiben, aber ich wollte nicht unhöflich sein, nach allem, was sie für uns getan hatte und sagte , ja!

Die Beschreibung der Tiere und die Abwicklung der Adoptionen war so professionell, dass ich überzeugt war, mit einer großen Organisation zu arbeiten. Alles funktionierte immer auf den Punkt, (wir waren nicht verwöhnt, was das anging), der Umgangston war mehr als zuvorkommend, niemand fragte nach Geld und langsam fand ich Gefallen daran, jeden Abend kurz mit Nafsika das Tagesgeschäft zu besprechen, sie um Rat zu bitten , da sie mir 15 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet voraus hat, und die Gespräche wurden vertraulicher.

Dann sendete sie mir eines Abends ein Bild. Es war mehr ein Häuflein Elend , als eine Katze, die da zu sehen war. Renata…blind, misshandelt, halb verhungert, schwer krank und gebrochen an Leib und Seele. „Eine unserer Freiwilligen hat sich das Geld von Freunden geliehen, sie ist arbeitslos und obwohl sie weiß, dass sie dieses Geld wohl niemals wiedersehen wird, hat sie es getan, damit die Katze eine Chance hat…um Renata zum Tierarzt bringen zu können…“

Erst da begriff ich zum ersten mal, dass Geld sehr wohl ein Thema ist, dass keine große Orga hinter dieser tollen Arbeit steht, sondern Menschen, die mit jedem Cent rechnen und trotzdem alles für ihre Tiere geben…und irgendetwas in meinem Kopf machte „Klick“.

Jetzt stellte ich zum ersten Mal die richtigen Fragen. Fragen, die mir vorher nie in den Sinn gekommen wären, weil Nafsika in ihrer bescheidenen und professionellen Art mir immer den Eindruck vermittelt hatte, nur eine große Organisation mit genügend finanziellen Mitteln könnte so viel leisten, wie sie das tun.

Was wird benötigt? Was können wir tun, um eure wunderbare Arbeit mehr zu unterstützen?

Wer Frieden für Pfoten kennt, der weiß was sich daraus entwickelt hat. SCARS wurde unsere Partner Organisation. Unsere und ihre Arbeit verschmolz zu einem segensreichen Ganzen, mit den Zuwendungen unserer Spender können die Freiwilligen in Athen ihre Arbeit effizient und von den dringlichsten Geldnöten befreit erledigen. Gemeinsam konnten wir bereits viele Leben retten, Leid lindern und Chancen schenken.

Renatas Tierarztkosten wurden der selbstlosen Spenderin zurückerstattet. Heute ist die Kleine Renata gesund und wird bald mit ihrer besten Freundin Sansa in ein liebevolles Zuhause einziehen dürfen. Damit begann eine Serie von wunderschönen Rettungen, viele kleine und große Wunder und mittlerweile ist die Arbeit zwischen unseren Orgas mit einem ganzen Netz von Freundschaften durchwoben.

renata-neu

In ein paar Wochen werde ich meine neuen Freunde von SCARS in Athen zum ersten Mal in die Arme schließen. Ich freue mich auf alle, …Fay, Rena, Dionisos aber natürlich besonders auf Nafsika und  bin sehr glücklich, dass unsere Wege sich kreuzten, zu einem Zeitpunkt, als wir beide kurz davor waren, unseren Traum aufzugeben, …um dann gemeinsam erst richtig durchzustarten

Karma…was sonst 🙂 ?

—–

I still haven’t met one of my closest friends. But we spend a lot of time together, we discuss, think and work together every day. We dreamed the same dream, fought the same demons and sorrows and we are dedicated to the same goal.
A year ago, I made my first steps for the association, learning by doing, and the rescue of Syrian cats and reuniting of pets with their owners, now refugees, caused headaches every day. Rike, my co-Board member was working to bring home a small white Pomeranian who was with his family on flight and she managed to bring him to the UK. The dog got stranded in Athens due to missing vaccinations and the family asked for help. Our Syrian contact Bishr told us Nafsikas name.
Compared to our other projects, everything went fast, without problems and astoundingly easy. That easy, that I recognised Rike working with Nafsika for the reunion only marginally. In the end, Hutchi the dog was driven from Greece to England and his case put to the happy end section because Rike and I were docking at the next catastrophe.Then there was an email in our inbox, from Nafsika, tentatively asking if we could help with finding new homes for their fosterlings. I have to admit, I wasn’t excited much. We had enough trouble getting donations and new homes for the emergencies from Syria. But I didn’t want to be rude after all she had done for us and so I said, yes!

The descriptions for the animals and the adoptions were so professional, that I was sure to be working with a huge organisation. Everything worked perfectly, (we weren’t spoiled regarding this), the conversations were pleasant, nobody asked for money and I began to like shortly talking about the daily business with Nafsika, asking for advice, drawing from her 15 years of more experience in the field and our conversations started to become more intimate.

One evening she sent me a picture. Showing more a picture of misery than a cat. Renata… blind, mishandled, nearly starved to death, so sick, beaten and broken in body and mind. „One of our volunteers loaned money from friends. She’s unemployed and despite knowing that she most likely won’t get back this money back ever, she did it and gave this cat a chance… to take Renata to the vet…“


For the first time I truly got that there wasn’t a huge organisation behind this awesome work, but people who count every Cent and give everything for the animals… And something in my mind just clicked.
I started asking the right questions. Questions that never came to mind before because Nafsika with her humble and professional personality always gave me the impression that only a huge organisation with sufficient financial resources could do as much as she is doing.What do you need? What can we do to support your great work?

Who knows Peace for Paws knows what this has evolved to. SCARS became our partner organisation. Our work and their work fused together to a wonderful whole, with all the donations from our donors the volunteers in Athens are able to work efficiently and relieve the most urgent financial problems. Together we were able to rescue many lives, soothe so much hurt and grant so many chances.

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Renatas costs for the vet were refunded to her generous donor. Today little Renata is healthy and moved to a new home with her best friend Sansa. This marked the beginning of a series of truly wonderful rescues, many small and big wonders and nowadays the work between our organisations is interwoven with a huge net of friendships.

In a few weeks I am going to see and hug my friends at SCARS Athens for the very first time. I am excited to meet everyone, Fay, Rena, Dionisos …but especially Nafsika because I am so happy that our ways crossed at a time when we both were on the brink of giving up our dream… to really start together ❤.

Karma… what else? 🙂

(Translated by Luisa Mayr)

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