Seelenmarzipan

Es muss nicht immer das Neueste sein, manchmal tut es auch das Beste <3

Es gab durchaus Zeiten, da stand ich nicht so hilflos und genervt vor den Regalen des Elektromarktes. Einst war ich die selbsternannte Queen aller elektronischen Geräte,  besonders die, die in der Lage waren, mich mit der überlebensnotwendigen Musik zu versorgen, hatten es mir angetan! Tonbänder, Kassettenrecorder, Schallplattenspieler, CD Player, sie alle waren mir bis ins letzte technische Detail vertraut und taten willig, was von ihnen erwartet wurde: Musik, möglichst laut und in der gewünschten Reihenfolge!

Irgendwann, ich muss wohl gerade mit etwas anderem beschäftigt gewesen sein, habe ich jedoch hoffnungslos den Anschluss verpasst. Als mein  Handy zum Hightech- Fotoapparat-Organizer-Telefon- Smartphone wurde, als die niedliche Super Mario Nintendo Konsole zur Assassin’s Creed Unity mutierte, die mehr Speicherplatz benötigt, als die gesamte NASA für die Mondlandung von Apollo 11,  irgendwann wollten die verdammten Biester nicht mehr mit mir kommunizieren. Sie wurden anspruchsvoller und tückischer. So sehr ich mich auch bemühe, irgend ein Kabel ist immer das Falsche, irgend ein Download scheitert an Passwörtern, Lizenzen oder schlicht an der Tatsache, dass ich weder weiß, wo ich den gewünschten Download finde noch wo ich ihn dann abspeichern soll. Mein Rechner ist vollgestopft mit genialen Unplugged Versionen, Soundtracks und Neuerscheinungen. Leider finde ich sie nach dem Download meist nicht wieder, sie blitzen kurz und verheißungsvoll am Bildschirm auf und tauchen dann ab ins Daten-Nirwana, bis  ich irgendwann aufgebe und dann doch lieber entnervt das Radio anschalte.

Als am 1. Juli 1979 der allererste Sony Walkman auf den Markt kam , für die Jüngeren unter euch, das war quasi der Urgroßvater des Apple iPod , da erschien der kleine portable Kasten mir wie die Erfüllung all meiner technischen Wunschträume. Beglückt darüber, endlich bei jeder Gelegenheit Musik hören zu können, stellte ich den unhandlichen Ghetto Blaster in die Ecke. Auch als der Plattenspieler dem CD Player wich, der Walkman vom Discman abgelöst wurde und die ersten Mobiltelefone digitale Musik wiedergeben konnten, war ich noch gut im Thema  und hatte nur einen mitleidigen Blick für alle übrig, die nicht verstehen wollten, welche geniale Möglichkeiten des Musikgenusses  und welch unendliche Auswahl diese neuen Entwicklungen boten und die nicht damit zurecht kamen. Wieder kaufte ich begeistert, was der Markt Neues zu bieten hatte, studierte Gebrauchsanleitungen und neuartige Funktionen und am Ende tat das Gerät immer das,  was ich von ihm wollte. Die neue Generation ist leider deutlich widerspenstiger, mittlerweile bezweifle ich , ob wir jemals gute Freunde werden können!

Spotify ist klasse, wenn man es schafft, das Handy im Auto tatsächlich dauerhaft mit den Lautsprechern zu verbinden und das Handy dann auch noch genügend Saft hat, um zu liefern.  Der iPod, wie man ihn so programmiert, dass man die Musik tatsächlich findet, nach der man JETZT gerade sucht, warum sich manche Downloads unendlich vervielfältigen und dann in einer Dauerschleife allen Speicherplatz belegen, es wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Mir würde ein Lautstärkeregler am Rechner völlig ausreichen, aber es gibt in der Tiefe der Benutzeroberfläche noch geheime Funktionen, die den Hörgenuss ungemein bremsen, wenn man sie aus Versehen deaktiviert hat und keinen Plan mehr, wie man darauf Zugriff findet. Die Bluetooth Lautsprecher krächzen und überhaupt sind sie viel zu leise. Es wird auch mit einem Verbindungskabel nicht besser aber wahrscheinlich ist es sowieso das Falsche. Also installiere und deinstalliere ich, stecke ein und um, verbringe endlose Zeit mit Downloads, die ich nie mehr finde und sehne mich nach der guten alten selbst gebrannten CD, mit der man im Winter sogar noch das Eis von der Scheibe kratzen konnte, irgendeine lag immer auf dem Sitz.

Heute war ich also wieder einmal in meinem Lieblings Elektronik Markt (sie sind aber auch wahnsinnig nett  dort 🙂 ) denn heute  war so ein Tag, an dem ich mich ein bisschen verwöhnen wollte und keine Lust auf technische Enttäuschungen hatte! Also kaufte ich zur Sicherheit meine Lieblingsmusik ausnahmsweise ganz nostalgisch auf CD und für unterwegs einen Lautsprecher, den man auch mit größter Anstrengung nicht falsch bedienen kann, dazu das passende Kabel. Ein Kabel nur ! Was soll ich sagen? Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich tatsächlich genau die Musik, die ich gerne hören wollte.  Und den Lautsprecher gab es sogar in Rosa. Geht doch 😉 .  Es muss nicht immer das Neueste und Teuerste sein, manchmal tut es auch das Beste ❤

8 thoughts on “Es muss nicht immer das Neueste sein, manchmal tut es auch das Beste <3”

  1. Oh, wie gut das tut, zu lesen, dass es anderen auch so geht!
    Ich kenne das alles auch von mir – und bin vermutlich schon ein wenig früher „ausgestiegen“ aus dem persönlichen Update, das dazu dient, dass man die Neuerungen auch verstehen kann……. 🙂
    Die „Computer – Sprache“ ist auch so ein eigenes Kapitel. Wie lange will ich schon einen Blog schreiben! (einige Zeit tat ich das auch auf einer spirituellen Seite – das System dort hab ich kapiert)
    Nun, immerhin ist es mir geglückt, etwas zu erstellen, wo sich nun der erste Beitrag befindet – allerdings ist es mir noch immer ein Rätsel, wie ich
    1. Fotos hochladen kann und
    2. die vorgegebenen Fotos damit „vertreiben“ kann und
    3..all die schönen Untertitel bzw. Ordner einrichten kann und
    4. überhaupt das komplette „Ding“ beherrschen könnte……
    Nun, gut Ding braucht Weile, heißt es………
    ……..vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem ich das System „behirne“ (ein neumodisches Wort, das mein Rechtschreibprogramm als Fehler aussortiert! Ist wohl auch schon in die Jahre gekommen, das Gute, es erkennt auch „Blog“ und „hochladen“ nicht……

    Liebe Grüße in die Runde und besonders zu dir, liebe Bettina! 🙂

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  2. Oh – jetzt bin ich platt – da hat sich ganz still und heimlich der Blog – titel eingeschlichen…. Muss ich das jetzt verstehen???
    Weil ich meinen Blog auch auf WordPress erstellt habe, schließe ich messerscharf daraus…..
    LG Eleonora

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  3. Hahaha.. das kenne ich alles auch nur zu gut. Musik beim Sport höre ich „immer noch“ über einen stinknormalen mp3 Player. Und mit fast allen Computer-Problemen kennen sich dann meine Kinder aus. 😀

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