Veröffentlicht in Aufreger, Tierschutz

AfD, CDU und die Kaninchen,…

Den wenigsten dürfte bekannt sein, unter welch grauenhaften Bedingungen Kaninchen in den meisten Mastbetrieben EU weit vegetieren müssen. Bis 2019 sind enge Käfige mit Gitterböden, die in die Pfoten der Tiere einschneiden noch Standard. Mit perforiertem Boden sogar bis 2024. Doch selbst dann ist der Platz pro Tier noch lächerlich gering. Viel zu gering!

In den engen Gitterboxen hat  Tier rund ein DIN-A4-Blatt zur Verfügung. Ein Leben auf schmerzhaftem Drahtboden und auf ein paar Zentimetern eingepfercht.

Die Zustände, die bei Kontrollen in vielen Mastbetrieben vorgefunden werden, sind einfach nur als grauenhaft zu beschreiben.

„Eingepfercht in kleinen Drahtgitterkäfigen, die empfindlichen Pfoten drücken sich durch die Bodengitter, sie können sich in ihren Gefängnissen weder aufrichten noch herumlaufen, sie haben entzündete Augen, Verletzungen, abgebissene Ohren…

In den Mastbetrieben dominiert die Käfighaltung, die vergleichbar ist mit der in Deutschland noch bis vor kurzem praktizierten Haltung von Legehennen in Käfigbatterien. Die oft mehrstöckig übereinandergestapelten Metallkäfige sind von allen Seiten einsehbar und bieten den Kaninchen weder Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten noch sonstige Strukturierung – lediglich Trink- und Fressvorrichtungen sind vorhanden.

Der Gitterboden (bestehend aus Metall, Holz oder Kunststoff) ist ohne Einstreu, was beim ständigen Stehen und Sitzen der Tiere auf dem Gitter häufig Wunden an ihren Läufen verursacht. Zudem wird den Tieren kaum Platz zugestanden: Die Käfige weisen üblicherweise eine Höhe von 30-40 cm auf und enthalten Gruppen von bis zu 8 Tieren. Jedem einzelnen Kaninchen steht in der Endmast nur ca. 800 cm² nutzbarer Raum zur Verfügung: dies entspricht der Fläche von ca. einem DIN-A4-Blatt plus fünf EC-Karten. In dieser Enge können sich die Tiere weder aufrichten noch natürlich fortbewegen, weshalb ihr Bewegungsapparat verkümmert

(Quelle/Abert -Schweitzer Stiftung )

kaninchenmast2

Das EU-Parlament hat kürzlich bereits für ein Verbot der engen Käfighaltung gestimmt. Doch nur die EU-Kommission kann letztlich darüber bestimmen. Leider gibt es bei Jean-Claude Junckers Behörde kein Interesse an einem europaweiten Verbot. (Das berichtet Stefan Eck, ein leidenschaftlicher Kämpfer für verbesserte Haltungsbedingungen der Kaninchen. Er hat den Antrag für das Käfigverbot gegen den Widerstand der Konservativen durchs Parlament gebracht.)

Äußerst interessant war das Abstimmungsverhalten der Parteien, als es darum ging, dieses Verbot auf den Weg zu bringen.

Sicher wird es kaum überraschen, dass nach den Berichten und den grauenhaften Bildern die Stefan Eck präsentierte, 2/3 der Abgeordneten für ein Verbot der engen Käfighaltung stimmten. Von den deutschen Abgeordneten haben einzig CDU/CSU und AfD  ihre Empathie für wehrlose Mitgeschöpfe wieder einmal Zuhause gelassen und stimmten gegen eine Verbesserung der unwürdigen Haltungsbedingungen. Erstaunlich, da doch besonders die AfD in ihrem Grundprogramm vollmundig behauptet, Tierschutz wäre ihnen wichtig. ..die AfD setzt sich „für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung aller Tiere ein“.

Stefan Eck berichtet auf seiner FB Seite folgendermaßen:

Im Vorfeld des im EU-Parlaments heiß diskutierten Initiativ-Berichts „Mindestanforderungen für den Schutz von Nutzkaninchen“ schrieben tausende Tierschützerinnen und Tierschützer die EU-Abgeordneten an und baten sie, sich zugunsten von Tierschutzverbesserungen für Kaninchen in landwirtschaftlichen Betrieben und für eine gesetzliche Regelung auszusprechen.

Das Büro Eck wurde darüber informiert, dass auch verschiedene Tierschützer*innen einige AFD-Geschäftsstellen sowie FB-Seiten von AfD-Politiker*innen angeschrieben hatten und als Antwort Verweise auf das Grundsatzprogramm oder den Leitantrag zur Bundestagswahl mit dem wortgewaltigen Zusatz, dass „der Tierschutz bei der AfD sehr hoch gehalten würde“ bekamen. Die Lobeshymne über die eigene Tierschutzposition gipfelte mit der Behauptung, die AfD setze sich „für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung aller Tiere ein“.

MdEP Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) und in Berlin eine der beiden Landesvorsitzenden (sie tritt auch als Spitzenkandidatin für Berlin zur Bundestagwahl an) votierte am 14.03.2017 bei der Abstimmung im Plenum in Straßburg zum Thema „Nutz“-Kaninchen in der Landwirtschaft / tierquälerische Batteriekäfig-Haltung erst gegen den verwässernden Alternativ-Bericht der konservativen EVP-Fraktion, dann gegen die verbindliche Gesetzgebung für die Branche und zuletzt gegen den gesamten Bericht des EU-Abgeordneten Eck, der unter anderem zum Ziel hatte, das extreme Leiden der Kaninchen in der Massentierhaltung mit einem Verbot der Batteriekäfig-Haltung zu vermindern.

In ihrem Newsletter „Bericht aus Straßburg“ vom 17.03.2017, den sie an alle Tierschützer*innen ungebeten zurückschickte, die eine E-Mail an alle EU-Abgeordneten gesendet hatten, gab MdEP von Storch an, dass Tierschutz laut dem Grundsatzprogramm der AfD ein „hochsensibles und vernünftiges Anliegen sei“ und dort stark betont würde.

Wahrheitswidrig schrieb sie in ihrem Newsletter: „Ich habe mich bei der Abstimmung enthalten.“

Fakt ist: Von Storch hat gegen jedwede Verbesserung für die Haltungsbedingungen von Kaninchen gestimmt!

Die Abstimmungergebnisse findet ihr hier:

http://www.votewatch.eu/en/term8-minimum-standards-for-the-protection-of-farm-rabbits-motion-for-resolution-vote-agri-committee-resol.html

Die Amtskollegen von der CDU traten den Tierschutzgedanken bei der Abstimmung ebenfalls mit Füßen, leider nicht wirklich neu aber immer wieder besorgniserregend, wie dreist und kaltschnäuzig sich diese Volkspartei damit beständig über den Wählerwillen hinwegsetzt.

Nun, da es bald in die nächste wichtige Runde geht, im Kampf für bessere Haltungsbedingungen der Kaninchen, bittet Stefan Eck um eure Mithilfe:

Bald brauchen wir den Druck von der Straße, um dem Europäischen Rat, der Kommission und den Kaninchenmästern unsere Forderungen deutlich zu machen. Wir müssen jedoch zuerst die Menschen informieren, damit sie wissen, worum es geht, damit sie bereit sind, sich zu gegebener Zeit an einem europaweiten Massenprotest über die sozialen Netzwerke zu beteiligen.

 Ich zähle auf jeden Einzelnen von Euch! Verteilt die Brisant-Reportage in den sozialen Netzwerken: auf Eurer eigenen FB-Seite, setzt sie auf Eure Homepage, auf Blogs, auf Twitter, Instagram usw.
Lasst uns eine Stimme sein und gemeinsam antreten unter dem Schlachtruf „Ban rabbit cages!“, um das Unmögliche möglich machen!
Euer Stefan Bernhard Eck

Auch ich möchte euch herzlich bitten, diese Info möglichst weiträumig zu verbreiten. Unsere Stimme ist alles, was diese bemitleidenswerten und ausgebeuteten Geschöpfe haben, deren Lebensbedingungen mit einem Federstrich in Brüssel zumindest ein Stück weit erleichtert werden könnten. Sprecht eure Politiker darauf an, schreibt Mails an die EU Abgeordneten, postet an ihre FB Seiten und macht Druck! Nur so ist Veränderung möglich!

Als Einzelner sind wir ein Tropfen…gemeinsam ein ganzer Ozean!

Herzlichst

Bettina Marie

Diese Abgeordneten fanden die Haltungsbedingungen der Kaninchen in Mastbetrieben ausreichend und stimmten gegen eine Verbesserung:

AfD:  Beatrix von Storch

CDU/CSU:  Elmar Brok, Reimer Böge, Daniel Caspary, Albert Dess, Markus Ferber, Michael Gahler, Jens Gieseke, Ingeborg Grässler, Monika Hohlmeier, Peter Jahr, Dieter Leberecht, Bernd Bendtsen, Peter Liese, Norbert Lins, Thomas Mann, Angelika Niebler, Markus Pieper, Herbert Reul, Sven Schulze, Sabine Verheyen, Axel Voss, Manfred Weber, Rainer Wieland, Hermann Winkler

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

8 Kommentare zu „AfD, CDU und die Kaninchen,…

  1. Die Tiere brauchen unsere Stimme,sie haben sonst keine Chance.
    Verantwortlich sind die zuständigen Politiker,welche Ihre wichtigen Ämter missbrauchen,indem sie sich solche Aufgaben nicht kümmern.
    Eine Schande ist das.

    Gefällt mir

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