Veröffentlicht in Tierschutz

Das Kreuz mit den Spenden im Tierschutz…wofür spenden, wieviel…und warum???

Wenn ich eines in der Zeit gelernt habe, in der ich versuche, Projekte, Aktivisten und Tierheime zu unterstützen, die sich aktiv für Tiere einsetzen, dann die traurige Tatsache, dass für so ziemlich alles Geld vorhanden ist in diesem Land, nur nicht für Tiere…aber vor allem, dass gerade die effektivsten Maßnahmen am wenigsten unterstützt werden.

Die einfache Formel lautet: Leid zu verhindern ist sinnvoller (und effektiver) als bereits entstandenes Leid zu lindern. Würde man nach diesem Prinzip verfahren, dann müssten alle Projekte, die sich im In- und Ausland der Kastration widmen, ganz besonders tatkräftig unterstützt werden.

Aber weit gefehlt. Mit dem Bild eines verletzten Hundes oder einer kranken Katze, erreiche ich wesentlich mehr mitfühlende Seelen, die bereit sind, einen kleinen Beitrag zu spenden, als mit den Bildern oder Berichten einer Kastrationsaktion. Obwohl jede Kastrationsaktion hundertfaches Leid, hundert Bilder eines kranken, halbverhungerten oder misshandelten Tieres von der Straße verhindern kann. Daher versuche ich für unsere eigenen Projekte, das Ganze etwas zu mischen. Die liebevoll erstellten Berichte von den Einzelschicksalen helfen nicht nur dem betroffenen Tier, Behandlung und eine Chance zu erhalten sondern finanzieren mit etwas Glück nebenbei noch das eigentlich  „Wichtigste“, kontinuierliche und systematische Kastrationsprojekte, denn nur sie werden mittel- und langfristig gewährleisten, dass die schrecklichen Bilder weniger werden. Logisch, oder???

Gerade im Auslandstierschutz gibt es einige sehr fragwürdige Organisationen und Privatleute, deren Spendenaufkommen ich fast neidisch beobachte, zumal ich oft ziemlich sicher weiß, wo dieses Geld landet, bzw , wo es NICHT landet und daher wird jedes von uns geförderte und beworbene Projekt vorher akribisch auf Seriosität geprüft.

Manchmal verzweifle ich schier an der Tatsache, warum trotzdem so wenig Menschen spontan bereit sind bei uns zu unterstützen, während unseriöse Schreckensbilder (oft gibt es die Tiere gar nicht, die Aufnahmen wurden von anderen Aktivisten gestohlen oder die Tiere nur fotografiert und dann sich selbst überlassen)  mancher Organisationen täglich große Spendensummen generieren. Überhaupt ist manchen nicht bewusst, wie mühselig und zeitintensiv Spenden „erbettelt“ werden müssen, wenn ein kleiner Verein (und das sind wir!) jeden Tag aufs neue, viele Schützlinge, Notfälle und Projekte versorgen möchte, oder muss. Jedes „Nein“ das ich auf eine verzweifelte Anfrage nach Hilfe aussprechen muss, weil einfach das Geld fehlt, bricht mir schier das Herz. Alle unsere Aktiven im engeren Kreis sind bereits längst über die eigene Schmerzgrenze der Spendenmöglichkeit gegangen.  Es bleibt mir nur, für neue Projekte immer und immer wieder zu appellieren…mit teilweise sehr unbefriedigenden Ergebnissen.

Vielleicht ist vielen Lesern meiner Beiträge gar nicht bewusst, wie eng es finanziell aussieht. Oft schreiben uns liebe Spender fast eine Art Entschuldigung zu ihrer Überweisung, dass sie bedauern, „nur“ 10 Euro spenden zu können, dabei ist jeder Cent ein Segen und ich würde gerne jedem versichern, wie froh wir sind, genau diese 5 oder 10 oder 15 Euro zu erhalten. Wir haben weiter keinerlei Einkünfte als diese Spenden aber mittlerweile ein riesen Rad zu drehen, auf der einen Seite die Futterstellen, dann die Kosten der medizinischen Versorgung, die Nothilfen für Einzelanfragen von Privatleuten und kleinere Orgas im Ausland, immer geht es dabei um Leben oder Tod der betroffenen Tiere und natürlich…die wichtigen Kastrationsprojekte. Wenn dann über die notwendigsten Mittel für unsere Partnerorgas hinaus noch neue Notfälle hereinbrechen, und das passiert täglich, wird es verdammt eng!

Ich kenne niemanden mit einem Herz für Tiere, dem die grauenhaften Bilder und Schicksale der Straßentiere aus Rumänien nicht unter die Haut gehen. Jeder möchte und fordert Veränderung. Wenn dann aber jemand etwas tut, gibt es kaum Unterstützung. Laura Fincu ist einer der wunderbaren Menschen, die es nicht beim Jammern beließen, sie hat sich die Ausbildung und die Mittel erkämpft, eine Kastrationsklinik zu führen und ein Tierheim dort zu erbauen. Nun steht sie finanziell vor dem AUS. Die immense Aufgabe ist  einfach nicht mehr ohne weitere Hilfe zu bewältigen. Ihr wunderbares Projekt, das unzählige Tiere jedes Jahr vor einem schlimmen Schicksal bewahrt, das so viele Happyends schenkt und die äußerst wichtigen Kastrationen in großem Stil durchführt…es wird einfach sterben.

Ich hatte über sie auf unserer Vereinsseite Seite berichtet und um Hilfe gebeten. Reichweite des Aufrufs waren ungefähr 40.000 Menschen. Spendeneingang ganze 15 Euro und das, was wir im internen Kreis des Vereins privat möglich machen konnten. Die Zeiten sind nicht einfach, aber warum fast nur die Menschen spenden, die es sich eigentlich gar nicht leisten können und warum die „Besten“, weil nachhaltigsten Projekte zwar meist „Zustimmung“ finden aber ansonsten mit Spendenbeiträgen ignoriert werden…das fällt mir schwer zu verstehen.

Mein Herzensprojekt ist nicht in Rumänien sondern in Griechenland, wo eine Handvoll Menschen bei SCARS Athen mit mir jeden Tag intensiv daran arbeiten, sowohl die Pflege und Adoption der Schützlinge als auch Kastrationsprojekte mittels Öffentlichkeitsarbeit finanziell zu gewährleisten. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an alle, die uns dabei so wunderbar unterstützen! Unser Team und unsere treuen Unterstützer sorgen mit viel Einsatz und Herzblut dafür, dass mittlerweile fast jedes Tier, jeder neue  Notfall die Versorgung erhalten kann, die nötig ist.

Trotzdem hat mich der Fall der Tierklinik von Laura Fincu sehr nachdenklich gemacht und ich wünschte, auch ihre Arbeit würde die Wertschätzung erhalten, die sie verdient. Vielleicht findet dieser Beitrag doch zu dem ein oder anderen, dem die Strassentiere in Rumänien am Herzen liegen und der Laura Fincus Project nicht sterben lassen möchte. Auch zwei Euro Spende summieren sich, wenn nur genügend mitmachen ❤

Spenden könnt ihr direkt an Laura unter :
PAYPAL: contact@strayanimalrescue.org
Bank
Laura Fincu
Euro: RO68INGB0000999903045584
SWIFT Code: INGBROB PAYPAL: contact@strayanimalrescue.org

oder unter dem Kennwort RUMÄNIEN an Frieden für Pfoten. Wir leiten gerne weiter. DANKE

Unsere Bankverbindung:
Frieden für Pfoten e.V.

Kennwort Rumänien
GLS Bank
Konto Nr.: 1181465900
IBAN : DE 41 43060967 1181 4659 00
BIC : GENO DE M1 GLS
Paypal : info@friedenfuerpfoten.org

Kennwort Rumänien

oder via:

https://www.youcaring.com/straydogs-801317

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

2 Kommentare zu „Das Kreuz mit den Spenden im Tierschutz…wofür spenden, wieviel…und warum???

  1. Liebe Irma, da SCARS mein absolutes Herzensprojekt ist und ich die meisten Aktiven persönlich kenne und ja gemeinsam mit ihnen für Deutschland die Berichterstattung verfasse freut es mich natürlich sehr dass du unterstützt ♡ Lauras Projekt wurde mir empfohlen und ich bin immer für jede Info dankbar damit auch stimmig ist was ich schreibe. Ganz lieber Gruß. Bettina

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Bettina Marie Schneider, ich spende einen kleinen Beitrag an Scars weil ich Kastration für den besten Tierschutz halte………………………… Nun, habe ich deinen Beitrag über Laura Fincu gelesen und das Kreuz mit den Spenden. Leider gibt es auch negative Berichte über Laura Fincu:
    FB: Erfahrungen mit der Tierschützerin Laura F.i aus Rumänien
    Klar es gibt immer zwei Seiten, klar es geht auch immer mal wieder was schief……….. aber …. nun, lies bitte selbst diese Seiten. ( vllt. liegt darin begründet die geringe Resonanz) Ich kann diesen Aufruf dorthin zu spenden nicht guten Gewissens teilen …………….. . UND so bleibt es bei meinen Spenden an Scars (die übrigens – finde ich – sehr seriös über ihre Arbeit berichten) an Doris Rauh mit Rüsselheim e.V. an Lebenshof Kälbchen von Ingrid Hawel und u.a. an die Kinderhilfe Philippinen vom ZDF oder die Initiative Hoher Odenwald e.V. gegen Naturzerstörung, da Wildtiere (Fledermäuse, Schwarzstorch) auch hier in Deutschland Schutz brauchen (und immer mal wieder punktuell – vermutlich wo man mir besonders ans Herz geht ….. Seehundbabys z. Beispiel)
    Hoffe ich bin dir mit meinen Zeilen nicht zu nahe getreten …………………… Schätze deine Zeilen und Arbeit sehr. Liebe Grüße Irma Daun

    Gefällt 2 Personen

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