Veröffentlicht in Tierschutz

Bla, bla, bla…die Realität sieht meist ganz anders aus!

Nach den Kommentaren zu urteilen, die unter meinen Posts stehen, ist die Welt super in Ordnung. Da liebt jeder auch Tiere, die nicht den gängigen Beuteschemen der meisten Adoptanten entsprechen. Das glaube ich sogar. Aber wenn man sich die Vermittlungsstatistik näher betrachtet, dann sieht die Realität doch ein bisschen anders aus.

Wer schon einmal versucht hat, eine „unspektakuläre“ Katze zu vermitteln, der weiß, was ich meine. Als ich einmal provokativ ein Notfellchen mit der Intro bewarb, sie wäre nichts Besonderes…oh, da war die Empörung groß. Jeder überschlug sich damit, mir zu verdeutlichen, wie falsch ich mit dieser Einschätzung liege. Abgesehen davon, dass ich sie selbst wunderbar fand und diese Beschreibung bewusst verwendet habe, um zumindest auf diese Weise etwas Aufmerksamkeit für sie zu erhalten… meine Befürchtung war richtig. Sternchen wartet nach wie vor auf einen Platz, denn sie war offensichtlich doch nichts „Besonderes“ für die meisten Interessenten.

Aber es war zumindest nett, die anderen Meinungen zu lesen. Nach wie vor verbringt sie ihr Leben gemeinsam mit anderen Katzen in einem Zimmer, das eigentlich nur als vorübergehende Unterkunft gedacht war, denn wir holten sie von der Straße, weil Sternchen sich nach Zuneigung sehnte und baldmöglichst eine eigene Familie finden sollte. Das ist immer etwas schwieriger, wenn man so aussieht, wie sie.  Ich habe ihr das bei meinem Besuch versucht, zu erklären, als sie wie alle anderen, um ein paar Sekunden Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten bettelte. Ob sie es wohl verstanden hat? 😉

Schwarze Katzen sind unbeliebt und schwer zu vermitteln? Da wurde energisch widersprochen.  Nach den Kommentaren zu urteilen, müssten sie eigentlich weggehen, wie warme Semmeln. Nun, nicht ganz…Es hat viel, viel Engagement gekostet, zumindest eine unserer Black Beauties endlich in ein tolles Zuhause zu bringen, wo man tatsächlich ihre Schönheit erkannte und schätzte. Alle anderen warten noch, und warten und warten…

Was also tun, wenn zwar immer wieder schöne Worte aber leider keine ernsthaften Adoptionswünsche eintreffen, wenn man den grau getigerten, den „unspektakulären“,  den langweilig gefleckten, den schwarzen Katzen, die gleichen Chancen schenken möchte, die ihre besonders niedlichen, flauschigen, interessant gezeichneten Konkurrenten um ein Zuhause  wesentlich leichter erhalten? Wenn sie neben den schwer gezeichneten Notfällen, den wunderschönen Beauties und den niedlichen Kitten einfach immer übersehen werden? Wenn sie zwar oft Zuspruch aber seltenst tatsächlich ein Zuhause finden, weil der Kreis ihrer Interessenten unter dem Strich doch sehr überschaubar ist ?

Manchmal hilft es, sie immer und immer wieder sanft ins Gedächtnis zu bringen, ihre Geschichte zu erzählen, sie als den kleinen Star zu präsentieren, die jede von ihnen ist…und weiter darauf zu hoffen, so interessant oder berührend zu berichten, dass wieder einmal jemand auf meine Seite findet, der mit dem Herzen sieht…dann erhalten auch die ein Zuhause, die bereits ewig warten, die nur das Pech hatten, nicht nur am falschen Ort sondern auch noch mit der falschen Fellfarbe geboren worden zu sein.

Vielleicht auch unser „Sternchen“ …die wirklich etwas ganz Besonderes ist und der ich diese Zeilen gewidmet habe. Denn als sie bei mir im Arm selig kuschelte, gab ich ihr das Versprechen, dass ich sie nicht vergessen werde.  Viel Glück Sternchen…

Sternchens Postadresse ist übrigens info@friedenfuerpfoten.org

(Teilen wäre sehr nett)

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

10 Kommentare zu „Bla, bla, bla…die Realität sieht meist ganz anders aus!

  1. Ach, ist die süß. ♥ Ich würde sie sofort nehmen, kann aber nicht, weil bei mir vor einigen Tagen eine seltene und fortschreitende Muskelerkrankung festgestellt worden ist, und ich nun in eine höchst unklare Zukunft blicke. Es kann sein, dass die Krankheit durch Medikamente verlangsamt werden kann – heilbar ist sie höchstwahrscheinlich nicht. Es kann sein, dass es sich um eine relativ harmlose Variante handelt, dann hätte ich noch etliche Jahre mit halbwegs funktionierender Mobilität vor mir. Kann aber auch sein, dass es eine aggressive Variation ist. Deshalb wäre es unverantwortlich, eine Mieze zu mir zu nehmen, auch wenn mir bei ihrem Anblick das Herz noch so weit aufgeht.

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  2. Gerne doch.
    Ich seh es ja an Paulchen, der ist soooo aufgeblüht, er ist rundum glücklich und zufrieden 🙂
    Jedes „besondere“ Samtpfötchen sollte ein schönes Zuhause bekommen.

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  3. Solange ich noch Katzen hatte, waren das immer Besonderheiten. Der Schwarze war der Chef, einer hinkte, der andre war fürchterlich schreckhaft – hat sich dann aber sehr gut entwickelt, und die Meisten waren zugelaufen und brauchten ein Zuhause. Und alle ganz Liebe

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  4. Na klar, gerne geteilt!
    Ich lese deinen Blog sehr gerne! Natürlich ist die Empörung groß, wenn über ein Tier gesagt wird es wäre nix besonderes! Die lieben Worte und das was du BlaBla nennst kommen doch durchaus von Herzen.
    Aber wo soll man hin mit Katze Nummer 7? Ich finde es wichtig auch meine Grenzen zu kennen… wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich vermutlich 20 Katzen und würde in meinem großen Herzen immer noch Platz für mehr haben. Aber wer zahlt die nächste TA Rechnung? Impfung? Futter, Streu, … ?
    Wenn es einen zuverlässigen Paten auf Lebenszeit gibt, kann Sternchen herzlich gerne bei uns einziehen.
    Ansonsten bleibe ich lieber realistisch, als mir aus Mitleid Tiere anzuschaffen, die mich finanziell überfordern würden.

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  5. ich kann dich gut verstehen. Wir haben ja 2 Katzen, wovon der Kater aus der Fundtierstelle (so heisst das hier) ist. Im Katzenhaus aufgepäppelt wurde, nachdem er und seine 3 Geschwister an ihrer…mittlerweile verstorbenen Mama… liegend … gefunden wurden. Nur ER hat überlebt. Er ist jetzt in unserer Obhut und … ich bin ziemlich sicher, dass es ihm gut geht. Zumindest tun wir alles was in unserer „Macht“ steht dafür.
    Und genau das ist es… begrenzte eigene Möglichkeiten. Eher kleinere Wohnung, ohne Balkon und „geschützten Freilauf“. Mittlerweile sehr begrenzte Finanzen und daraus resultierende Exixtenzangst. Und trotzdem würde ich… helfen möchten. Würde ich bzw. würden wir ALLES was nur geht für (unsere) Tiere tun.
    Ich teile deine Beiträge gern und oft, weil es EINE der Möglichkeiten ist.
    Und ich danke dir dabei immer wieder, wie sehr du dich einsetzt, um dem tierischen, zum größten Teil nur durch Mensch verursachten, Leid … Einhalt zu gebieten…
    Und ich hoffe, die Fellnase findet bald, GANZ BALD ein schönes liebes Plätzchen in einer warmherzigen Familie bzw. bei einem warmherzigen Menschen.

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