Veröffentlicht in Aufreger

Streicht endlich das Wort Mutter aus eurem Wortschatz! Mein Vorschlag zur Entnazifizierung der deutschen Sprache ^^

Als Entnazifizierung wird die ab Juli 1945 umgesetzte Politik der Vier Mächte bezeichnet, die darauf abzielte, die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Justiz und Politik von allen Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. (Wikipedia) .

Gerade in der letzten Zeit widmen sich viele wackere und aufrechte Verfechter der Meinungsfreiheit und der Toleranz dieser grundsätzlich wichtigen und notwendigen Aufgabe. Was mich ein wenig irritiert ist die Tatsache, dass ich diesen Prozess weitestgehend abgeschlossen wähnte und daher fasziniert mich das immens große, neue Feld an Handlungsbedarf und natürlich wollte auch ich gerne meinen Beitrag leisten.

Seltsam, dass es vorher nie jemandem aufgefallen ist, aber wir haben da etwas ganz Wichtiges übersehen. Das Wort „Mutter“.  Selbst wenn das jetzt nicht jedem einleuchtend erscheinen mag, (auch ich war einmal so naiv)  aber jetzt verstehe ich endlich, und möchte nicht länger schweigen.

Auch ich freute mich einst an den Büchern von Astrid Lindgren, aus denen mittlerweile radikal einige Passagen und Worte verbannt wurden, denn falls ihr es noch nicht wusstet…sie war Rassistin! Genau wie Michael Ende, der in seinem genialen Kinderbuch „Jim Knopf“ tatsächlich das Wort „Neger“ verwendete. Zwar wurde von einigen Seiten versucht, das Ganze etwas zu relativieren… aber wir wissen es doch besser, oder?

Damit keine Zweifel aufkommen: Michael Ende hat eine antirassistische, antiklassistische und antifaschistische Erzählung geschrieben, in der er dem damals vor 15 Jahren besiegten Nazideutschland noch eins mitgibt und zugleich bis in die heutige Zeit aktuell bleibt. (Quelle/ taz.de)

Mein Gott, ich war so naiv! Nie hätte ich den wunderbaren „Negerkönig“ aus Takka Tukka Land mit etwas Abwertendem in Verbindung gebracht, nie habe ich bei dem Lied „schwarz-braun ist die Haselnuss“ das gefährliche Gedankengut erkannt und niemals hätte ich bei dem Anblick des Bildes, meines viel zu früh verstorbenen Großvaters, von dem blöderweise nur ein einziges Bild existiert, und wo er eine Wehrmachtsuniform trägt, geglaubt, dass dies eine Verherrlichung der Wehrmacht darstellt.

Mir wurden aber dank unserer Verteidigungsministerin, Kulturschaffenden, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten, von allen lieben Mitbürgern, die unsere Kultur und Sprache gerade ein bisschen besser machen, Gottseidank die Augen geöffnet. Jetzt habe ich das Prinzip endlich verstanden und daher meine Warnung:

Das Wort „Mutter“ weiterhin zu verwenden, sollten wir gründlich überdenken. Beispiel „Muttertag“. Er wurde zwar nicht von den Nationalsozialisten erfunden. Sie nutzten den Tag jedoch schamlos, um ihr Mutterideal zu propagieren. Das gleiche mit dem „Mutterverdienstkreuz“.  Der Begriff „Mutter“ wurde untrennbar mit dieser gefährlichen Ideologie verknüpft.

Gestiftet wurde dieses Kreuz durch Verordnung vom 16. Dezember 1938 vom Reichskanzler Adolf Hitler als äußeres, sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter. Die Auszeichnung wurde in 3 Stufen gestiftet. Die 1.Stufe wurde an Mütter mit 8 und mehr Kindern, die 2.Stufe an Mütter von 6 und 7 Kindern und die 3.Stufe an Mütter von 4 und 5 Kindern verliehen.
Voraussetzung für die Verleihung war dass die Mutter “deutschblütig und erbtüchtig” war und die Kinder lebend geboren wurden.

(Quelle/Ehrenzeichen-Orden.de)

Lasst uns also alle gemeinsam weiterhin an den wichtigen und längst anstehenden Änderungen unseres Wortschatzes arbeiten.  Streicht die Passagen, verbrennt die Bücher und prangert offen an, wo jemand das nötige Feingefühl vermissen lässt.

Das Wort „Mutter“ mag zwar für manche von uns eine völlig andere Bedeutung haben, dem ein oder anderen ist dieser Begriff vielleicht sogar ans Herz gewachsen. Otfried Preußler schrieb zwar engagiert gegen Ausbeutung und Unterdrückung, Astrid Lindgren war eine engagierte Kämpferin für die Rechte der Schwächeren, und Mark Twain war ein mutiger Kämpfer für die Freiheit und gegen Sklaverei. Aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen! Wir sollten immer im Auge behalten, wie ein Begriff, ein Lied, eine Passage, ausgelegt und missverstanden werden KÖNNTE. 

Ich werde daher ein Zeichen setzen, und nicht den „Muttertag“ feiern sondern jetzt in der Kinderbücher Sammlung meiner Bibliothek noch einmal gründlich nachsehen, ob ich vielleicht in einem der anderen, von mir so heiß geliebten Klassiker, irgendwo noch eine verfängliche Passage finde und die entsprechenden Seiten dann sofort entfernen. Gerade fiel mir ein, dass in den Ausgaben der Gebrüder Grimm, ab 1837, Rotkäppchen als „Dirne“ bezeichnet wurde. Damals eine neutrale Bezeichnung für ein junges Mädchen. Auch jegliche Zurschaustellung von Marionetten, Stichwort, Augsburger Puppenkiste, ist für mich seit kurzem nicht mehr tolerierbar. Weg damit!

Jeder kann dazu beitragen, die Welt ein bisschen toleranter und besser zu machen 😉 .

Autor:

Bloggerin, Autorin und Tierschutz Aktivistin Frieden für Pfoten e.V.

4 Kommentare zu „Streicht endlich das Wort Mutter aus eurem Wortschatz! Mein Vorschlag zur Entnazifizierung der deutschen Sprache ^^

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