Aufreger, Tierschutz

Gebt uns eure Stimme…Warum ich diese Wettbewerbe hasse!

Wer kennt sie nicht auf Facebook, die 1001 Bettelposts? Es geht um Tiere, die sterben wenn nicht gespendet, geimpft, operiert, kastriert oder gefüttert wird. Sie kommen aus aller Herren Länder und sind meist der erste Eindruck, den ein Facebook Nutzer von der Szene hat.

Wer kennt sie nicht, die tollen Wettbewerbe, bei denen Firmen durch die Hintertüre Werbung erhalten, Adresse oder Telefonnummern generieren und zur allgemeinen Belustigung dann alle Bedürftigen Vereine gegeneinander antreten lassen. Die Resonanz ist meist ausgezeichnet. Fast jeder macht mit, besonders Tierschutzvereine.

Was bleibt Menschen auch viel anderes übrig, die in Ländern leben, in denen Otto Normalverbraucher selbst nicht das Notwendigste hat, um in Würde zu überleben, wo Krankenhäuser und medizinische Versorgung auch für Menschen Luxus sind und mehr Tierelend und Grausamkeit in einer einzigen Straße zu finden ist , als bei uns die meisten in ihrem Leben je sehen werden. Was bleibt ihnen anderes übrig, als nach jedem Strohhalm zu greifen, wenn sie dem Sterben und Leiden nicht mehr länger zusehen können oder wollen?

Mit etwas Glück finden diese Menschen sich in Gruppen zusammen, viele bleiben notgedrungen Einzelkämpfer, weil ihr Herz für Tiere in ihrem Land als exzentrische Neigung angesehen wird, im günstigsten Fall belächelt oder ignoriert, oft aber auch angefeindet und bekämpft. Mit noch mehr Glück wird irgendwo jemand aus einem wirtschaftlich besser gestellten Land auf die Bemühungen aufmerksam und beschließt, zu helfen. So entstehen die meisten Vereine, die im Ausland tätig sind. Es sind Bündnisse, zwischen denen, die vor Ort leisten und denen, die aus der Ferne versuchen, den Nachschub zu ermöglichen. Für mich eine Zusammenarbeit mit der Creme de la creme der Vorzeige Europäer ❤

Die meisten meiner Kontakte sind nicht nur fließend sondern exzellent in Englisch, oft auch in weiteren Sprachen. Sie haben Hochschulabschlüsse und sind vertraut damit, wie man Internet Auftritte erstellt oder komplizierte Reise- und Zollabwicklungen macht. Aber vor allem haben sie das Herz am rechten Fleck und Augen, die wirklich sehen! Sie sind einzig bedingt durch die Umstände, die sie nicht zu verantworten haben, zu „Bittstellern“ geworden. Die Angst, einmal erhaltene Kontakte wieder zu verlieren raubt so manchen von ihnen den Schlaf, denn es bedeutet nicht mehr oder weniger, als den Tod ihrer Tiere, die sie genauso lieben, wie wir unsere Seelentiere zuhause auf der Couch. Auch ich würde für meine geliebten Tiere so so ziemlich alles tun und am Ende tun wir es dann gemeinsam. Und da Unzuverlässigkeit die einzige Konstante ist bei dieser Arbeit, versuche ich für jeden Unterstützer, den wir wieder verlieren,  zwei neue zu gewinnen.  Zwischen allen Ungewissheiten benötigen diese Menschen mehr als alles andere eine Konstante, jemand der nicht nach Laune über Zuwendungen entscheidet, mal hier mal da wechselt sondern ein stabiles Fundament, um etwas von dem immensen Druck und der Belastung zu verringern, die jeden Tag aufs neue Kraft zehrt.

Nichts im Tierschutz ist für die Ewigkeit und so mancher Spender binnen Sekundenfrist bereit, die Lager zu wechseln und die Tiere im Stich zu lassen, wenn ihnen irgendetwas, irgendjemand in der Helferkette nicht gefallen hat, aus Gedankenlosigkeit oder wenn sie schlicht das Interesse verlieren und andere Schwerpunkte setzen. Ich erlebe es jeden Tag aufs neue. Nichts im Tierschutz ist zuverlässig, nur die Gewissheit, dass ohne beständige Hilfe keine Veränderung stattfinden kann, alle im harten Wettbewerb stehen und allein gelassen wurden, von einer Welt und einer Politik mit anderen Schwerpunkten.

Daher hasse ich diese Wettbewerbe, in denen große Firmen die armen Vereine auffordern, um Likes oder Kommentare zu kämpfen. Dem Gewinner winkt Geld. Geld, das alle Teilnehmer benötigen und in  den Beiträgen dazu ist anschaulich ersichtlich, wie verzweifelt alle kämpfen, wie dringend jeder jeden Cent braucht und auch, dass es täglich mehr werden, die um Hilfe für ihre Tiere bitten, ja fast betteln müssen. Mir kommt es immer ein wenig so vor, wie Brotkrümel auf die Straße werfen, für ausgehungerte Vögel, und dann belustigt dem Kampf zusehen. (Eine ganz persönliche Wahrnehmung zu solchen Veranstaltungen, daher bevorzuge ich Projekte auf Augenhöhe, wenn ich bei einem Unternehmen persönlich um Spenden werbe.)

Allein gelassen von Politik und der breiten Öffentlichkeit spielt sich diese Schlacht, denn bei genauer Betrachtung ist es nicht mehr oder weniger, als ein einziger Kampf,  jeden Tag aufs neue ab und alles, worum wir betteln sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wer die Ausgaben  unserer Regierung aufmerksam studiert, der wird den Posten für Tierschutz und angemessene  Hilfe für Straßentiere in der EU schmerzlich vermissen. Diese Aufgabe wird allein uns „Bittstellern“ überlassen.

Aber keiner von uns ist auch nur annähernd ein Bittsteller. Wir werden sehr gerne als solche behandelt und auf den ersten Blick mag es so aussehen… schließlich leben wir von der Hand in den Mund und sind Abhängig von der Laune und Gutwilligkeit unserer Unterstützer….

Genau genommen, sind wir jedoch unentlohnte, hochqualifizierte  Arbeiter, wir  arbeiten gemeinsam an verschiedenen Fronten, mit anspruchsvollem Wissen  und unglaublichem Engagement….

…nicht für uns, nicht für unsere Partner vor Ort sondern einzig für die Tiere! Wir sind nur deshalb gezwungen, beständig zu betteln, an Wettbewerben teilzunehmen und kostbare Zeit mit der Jagd nach Unterstützung und Unterstützern zu verbringen, anstatt sie direkt für die Hilfe zu verwenden, weil Politik und Gesellschaft versagen. Wir tun es mit Stolz und freiwillig für die, die ohne Stimme sind. ❤

Dankeschön an alle, die es gerade wieder mit uns gemeinsam tun, die gerade wieder für uns abstimmen und Zeit investieren, damit im nächsten Winter ein paar Tiere in eisiger Kälte und ohne Unterschlupf satt werden dürfen. Ihr seid so wunderbar!!!! Das einzige, was ich den Wettbewerben abgewinnen kann, ist der klare Blick, den sie mir durch das Abstimmverhalten über jede Community vermitteln, es ist immer gut, sich daran zu erinnern, wer die wirklichen Freunde sind, wenn man sie benötigt… ansonsten würde ich gern darauf verzichten. Die Firmen könnten auch einfach so spenden… nur mal so erwähn  ;-).

Wenn ihr euch für meine Projekte interessiert, die Webseite ist http://www.friedenfuerpfoten.org. Es gibt viele Artikel dazu auf diesem Blog und auf FB treffen wir uns im Freundeskreis SCARS, einfach um Aufnahme bitten, wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserer Community ❤

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Unsere Bankverbindung:
Frieden für Pfoten e.V.
GLS Bank
Konto Nr.: 1181465900
IBAN : DE 41 43060967 1181 4659 00
BIC : GENO DE M1 GLS
Paypal : info@friedenfuerpfoten.org

 

 

4 Gedanken zu „Gebt uns eure Stimme…Warum ich diese Wettbewerbe hasse!“

  1. Guten Morgen,
    manchmal kommt man sich machtlos vor im Namen unserer Tierwelt, und ich denke, da müssen wir alle mal etwas `sensibler´ werden.
    Ein weites Feld, von der Massentierhaltung, die in ihren Auswüchsen gegen das Gesetz, Moral und Ethik verstößt bis hin zu den Tieren, die bereits vom Aussterben bedroht sind.
    Aber letztlich können wir in unserer Umgebung alle was für den Tierschutz tun.
    Aber dafür reicht der Platz hier nicht.
    Auf meinem Blog hab ich eine Kategorie den Tieren gewidmet, die ich hier gern teilen will:
    https://4alle.wordpress.com/category/animal-rights/
    Schönen Sonntag!!
    Jürgen aus Loy (PJP)

    Gefällt 2 Personen

  2. Der Satz ‚die Angst, einmal erhaltene Kontakte wieder zu verlieren‘ bringt mich zum Weinen und ins Grübeln. Mir war nie klar, dass es für die Helfer vor Ort doch einen riesigen Unterschied macht, ob ich mich zu einer festen monatlichen Spende verpflichte oder ob ich, wie so oft, nach einem entsprechenden Aufruf spende. Ich ändere das jetzt, vielleicht hat jemand dann einen bisschen besseren Schlaf. Um den Kontakt mit mir soll sich keiner Sorgen machen.

    Gefällt 2 Personen

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