Seelenmarzipan, Tierschutz

Jim Knopf und die 13 wilden Hühner … ein Hühner-Märchen…

„Jim Knopf? 13?  Nicht dein Ernst! Wow!!!“

so begann ein Telefonat, das ich kürzlich mit meiner lieben Freundin Nicole führte. Wir haben uns immer viel zu erzählen, denn sie wohnt am anderen Ende von Deutschland, im hohen Norden und teilt sich mit mir den Vorstandsposten im Verein Frieden für Pfoten e.V. . Gerade zieht Nicole mit ihrer gesamten Familie um. Zu dieser Familie gehören unter anderem auch 9 Katzen, drei Hunde, zwei Esel und ein halbblinder Feldhase und endlich hatten sie das perfekte Anwesen auf dem Land für den kleinen Zoo gefunden.

Die Vorbesitzer hielten einst offensichtlich auch Tiere auf dem Grundstück. Überall standen verlassene Käfige und Volieren, eine davon nicht ganz verlassen. Ein einsamer Hahn war zurück geblieben. Sein Kamm hing müde herab, aus Langeweile  hatte er sich die Federn ausgerupft und sein resignierter Blick traf meine Freundin mitten ins Herz. Warum nicht auch noch einen Hahn adoptieren? Er wurde zwar gefüttert aber niemand schien sich mehr zuständig zu fühlen und so wurde der Hahn aus seinem Gefängnis befreit und erhielt neben dem schönen Namen Jim Knopf auch die Gelegenheit, den großen Garten in Besitz zu nehmen.

Wirklich begeistert wirkte er über die neue Freiheit nicht, eher verloren und etwas ratlos.  Was soll ein Hahn ohne Hühner auch tun? Er hatte zwar nun wieder Ansprache, aber er wollte keine Menschen, er wollte Hühner! Nicole sah sich das Trauerspiel eine Weile an und beschloss dann, ihm Gesellschaft zu verschaffen.

Über unseren Verein Frieden für Pfoten hatte sie Kontakt zu Petra Degen, die sich sehr für ausgediente Batteriehühner einsetzt. Rettet das Huhn e.V. übernimmt ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen und vermittelt sie an tierliebe Menschen, die diesen Tieren ein artgerechtes, erfülltes Hühnerleben schenken möchten.

Die ausgemergelten Hennen aus den Legebatterien werden meist spätestens mit 16 Monate entsorgt.  Sie sind dann nichts anderes als ein lästiges Abfallprodukt der Eierindustrie, selbst für den Kochtopf wertlos. Für eine „Abwrackgebühr“ von 10 Cent werden sie brutal in Kisten gestopft, an den Schlachthof gekarrt, getötet und auf den Abfall geworfen.  „Ausstallung“, nennt sich das im Fachjargon der Branche. So sterben pro Jahr rund 45 Millionen Legehennen allein in Deutschland.

Der Verein Rettet das Huhn übernimmt jährlich  10 000 dieser Hennen aus kooperierenden Legebetrieben. Diese Hühner enden nicht ausrangiert und für wertlos befunden, unter den automatischen Messern des Schlachthofes sondern sie erfahren „Leben“.  Die Tiere, die nach nur 16 Monaten durch jüngere, „leistungsstärkere“ Hennen ersetzt werden,  dürfen zu Menschen, die ihnen ein Zuhause und artgerechtes Leben schenken.

Also schrieb Nicole Petra an und fragte nach Gesellschaft für Jim Knopf. Die Nächste Aktion des Vereins sollte erst im kommenden Jahr stattfinden. Das hätte bedeutet, Jim Knopf würde den Winter alleine verbringen müssen. Eine lange Zeit, für den einsamen Hahn. Aber es gibt noch weitere Vereine, die retten und  Petra stellte den Kontakt zu “Stark für Tiere” her. Für zehn Hühner bot Nicole dort einen Platz an. Da die geplante Rettungsaktion kurzfristig um einige Wochen verschoben wurde und weil Jim Knopf ihr in seiner Einsamkeit so leid tat, wurden schließlich erst einmal drei Hühner von einem Arche Hof in der Nähe übernommen.

An einem sonnigen Herbstnachmittag stellte Nicole die drei  geretteten Hennen Jim Knopf vor und dann ereignete sich ein kleines Wunder. Binnen kürzester Zeit schwoll sein kleiner Kamm wieder in die Senkrechte, er stolzierte mit geschwellter Brust und aufrecht, stolz vor seinen drei Hühnern vorneweg über den Hof, kümmerte sich rührend um sie und lebte mit jedem Tag mehr auf. Auch die drei Hühner entwickelten sich prächtig.  Gemeinsam mit „ihrem“ Hahn pickten und  gackerten sie glücklich, als hätten sie nie etwas anderes gekannt und mit jedem Tag wurden sie selbstbewusster und zutraulicher. Schließlich begann Jim Knopf wieder zu krähen!
Jim Knopf3

 

Die Metamorphose der kleinen Hühnerschar berührte Nicoles Herz. Daher freute sie sich bereits sehr auf die nächste Rettungsaktion, durchgeführt von dem Verein „Stark für Tiere“, in Hamburg. An diesem Wochenende erhielten 450 weitere ausrangierte Legebatterie Hennen aus einem Freilandhaltungsbetrieb dort die Chance auf ein neues Leben und konnten dem Schlachthof entgehen, wenn sich für sie ein passendes Zuhause findet. Die Hennen wurden gegen eine Spende in artgerechte Haltung abgegeben und Nicole stand mit ihrer Box bereit, die wertvolle Fracht zu übernehmen.

Jim Knopf Freiheit

JimknopfNicole

Heute zogen also weitere 10 Hennen im Stall ein, die Jim Knopfs „Wilde 13“ komplett machen und die nun Nicoles Zoo bereichern. Stellvertretend für die Millionen anderen ausgebeuteten und missbrauchten Legehennen dürfen sie jetzt ein wenig Glück erfahren und ein Hühnerleben, wie es eigentlich sein sollte. Dankeschön dafür , Nicole ❤

jim
Jim Knop führt seine „wilde 13“  zum ersten gemeinsamen Spaziergang aus …

 

 

 

Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert:

http://www.rettet-das-huhn.de/

http://www.stark-fuer-tiere.de/

Was wäre, wenn Hühner schnurren könnten?

 

 

4 Gedanken zu „Jim Knopf und die 13 wilden Hühner … ein Hühner-Märchen…“

  1. So ein schönes „Märchen“! Ich kann gar nicht genug bekommen von solchen Geschichten! JEDES Lebewesen hat ein Leben verdient, in dem es respektiert und in seiner besonderen Art geachtet wird.
    Das ist meine tiefste Überzeugung, ich lebe sie jeden Tag und ich bete täglich dafür, dass dies IMMER MEHR MENSCHEN verstehen! ❤ 🙂 ❤

    INNIGSTEN DANK an deine liebe Freundin Nicole! ❤ – ❤

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  2. Hat dies auf Mein Name Sei MAMA rebloggt und kommentierte:
    Lebenslänglich!
    5 bis 7 Jahre wäre die Erwartung. So lange, oder sogar noch ein paar Jährchen mehr, könnte ein Huhn leben. 
    »Könnte« wohlgemerkt. Denn die meisten Hühner wurden zu lebenslänglich verurteilt. Unschuldig, vor der Geburt, vom unersättlichen Menschen. Dass »lebenslänglich« gerade einmal 16 traurige Monate sind, macht die Sache kein bisschen besser. Für ein paar einzelne gibt es noch ein Leben danach, aber das ist die Ausnahme. Doch lest selbst: 

    Gefällt 1 Person

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