Lifestyle, Seelenmarzipan, Tierschutz

Mein Urlaub im Robinson Club Kyllini Beach- Ein Reisebericht und ein Katzenblog

Kinder, wie die  Zeit vergeht! 30 Jahre ist es nun her, seit ich das erste mal „zu Gast bei Freunden“ in einem Robinson Club war, und ich muss gestehen, nach dem ersten Besuch 1987 war ich angefixt.

Waren es anfangs nur die Disco Nächte und die nie endende Party, die lockten, begeisterte ich mich im Lauf der Jahre für die liebevolle Kinderbetreuung, das breit aufgestellte Sportangebot, lernte den Club als Single, Familie, mit und ohne Kind kennen und lieben und schätze mittlerweile auch die ruhigeren Optionen, die sich dort bieten, wie Spa, Yoga und kulinarische Highlights! Jetzt war ich neugierig auf Kyllini Beach, der seit seiner Neueröffnung vor zwei Jahren, als Geheimtipp gehandelt wird.

Ich reiste urlaubsreif wie selten und mit großen Erwartungen an…  und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil! Wer mich ein wenig näher kennt, der weiß, dass ich in Sachen Service und Organisation manchmal nervtötend kritisch urteile, immer etwas finde, das noch ein wenig verbessert werden könnte. Das Robinson Konzept ist nur dann perfekt, wenn die Clubleitung und Teammitglieder es auch wirklich umsetzen und nicht jeder Club kann das von sich behaupten.

Ich schwöre, dass während des gesamten Aufenthalts in dieser traumhaft schönen und schön gelegenen Anlage, nicht ein Wort der Kritik, nicht ein einziger Verbesserungsvorschlag über meine Lippen kam. Ich war viel zu beschäftigt damit, zu genießen, was der Clubchef und sein Team für ihre Gäste aufboten. Zum Beispiel die Musik, (des öfteren Anlass zum Nörgeln, für eine bekennende Disco Fox Hasserin) war in Kyllini jeden Abend ein Highlight! Live Auftritte oder aktuelle Beats und Bässe, mit viel Liebe und Fingerspitzengefühl abgemischt.

Entertainment, Musik, Küche, Anlage, Sauberkeit, Service, Lage…. oder…oder…, in diesem Club wurde von allem noch ein wenig mehr geboten, noch ein wenig umfangreicher, mit noch ein wenig mehr Liebe zum Detail für einen gelungenen Urlaub gesorgt. Das Wort „Perfekt“ , trifft es wohl am besten.

Manchmal war es fast schon unheimlich, wie alle Wünsche von den Augen abgelesen wurden, ehe man sie aussprach. Ob es ein Schokoladen Eis war, das einfach so, als Überraschung an den Strand gebracht wurde oder ein Abend mit Piano und heißer Schokolade als Spontanprogramm in der Lobby, als es regnete… es gab ein spektakuläres kulinarisches Angebot für alle, die alles essen aber auch für Vegetarier, Veganer, Allergiker, … und Schokoholics, wie mich, und natürlich nicht zu vergessen, die sagenhaften Pina Coladas! Jeder, angefangen vom Green Team der Gärtner, über das immer gut gelaunte Service Personal, bis hin zu den Sport Trainern (die ich allerdings nur vom Hören- Sagen kenne, Sport ist nicht so mein Thema),  war freundlich und zuvorkommend und mit Freude bei der Arbeit für die Gäste. Ich war rundum glücklich und beschloss, mir für den Gala Abend noch schnell ein Kleid zu kaufen, denn sehr bald würde der Club für diese Saison schließen und der Abschluss sollte mit einem großen Gala Event gefeiert werden.

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Während ich mich im Laden umsah, hörte ich zufällig ein Gespräch mit. Offensichtlich ging es dabei um eine Katze. …“so schade, dass ihn niemand wollte….was wird jetzt aus ihm ab Freitag….er kann doch nicht fressen, was nicht püriert ist…er tut mir so leid….“ Das war der Moment, wo ich vergaß was ich eigentlich in dem Laden wollte und interessiert nachfragte, von wem die Rede war.

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ROBINSON

Die Rede war von einem Kater. Ein kleiner Kater, der  schwer verletzt und halb verhungert im Frühsommer in der Anlage aufgetaucht war. Offensichtlich hatte man ihn misshandelt, denn sein Kiefer war gebrochen und er sah insgesamt sehr mitgenommen aus. Einer der Angestellten hatte Mitleid mit ihm und er durfte bleiben.

Y, wie alle ihn nannten, konnte  keine feste Nahrung zu sich nehmen, also erhielt er sein Futter püriert, überlebte auf diese Weise den Sommer und man hoffte, irgendwann würde sich ein Gast finden, der ihn mitnehmen wollte. Y erhielt einen Aushang in der Club Info und gerade noch rechtzeitig, ehe  die Anlage über den Winter leer und verlassen zurück bleibt, und er wegen seiner Beeinträchtigungen einem sicheren Hungertod ausgeliefert wäre, bot sich ein Ehepaar an, ihn zu adoptieren. Tierliebe Mitarbeiter des Clubs organisierten die nötigen Papiere, bereiteten alles vor und jeder atmete erleichtert auf, denn der schüchterne und sanfte Überlebenskünstler war vielen ans Herz gewachsen und niemand wollte ihn zum Sterben verurteilt, hilflos zurück lassen. Einen Tag vor der geplanten Abreise, sagte die Familie wieder ab. Es war ihnen dann doch zu umständlich. Y war somit zu einem qualvollen Tod verurteilt, denn in einer Woche war niemand mehr da, der ihn füttern würde, auch niemand, der ihn aufnehmen wollte und alle reisten bald ab.

In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, als mir klar wurde, dass ich noch genau 4 Tage Zeit hatte, irgendetwas zu organisieren, das diesem Tier ein trauriges und qualvolles Ende ersparen würde. Noch wusste ich nicht, wie der aktuelle Impfstatus aussah, ob die Fristen für eine Ausreise ausreichen würden, ob noch Platz im Frachtraum war, was ich mit ihm anstellen sollte, wenn wir in Frankfurt gelandet sind, ob meine Freunde ihn auf ihr Ticket eintragen lassen würden, denn meines war bereits für eine andere Flugpatenschaft vergeben. Ich wusste zu gut, was bei einer solchen Rettung alles schief gehen konnte, und auch, was sie kostet. Aber noch besser wusste ich, dass ich bis ans Ende meiner Tage bedauern würde, wenn ich nicht zumindest den Versuch unternommen hätte, diesem armen Wesen zu helfen.

Also atmete ich tief durch, wandte mich an das Grüppchen, das gerade über ihn sprach und sagte:  „Ich nehme ihn .. . könnt ihr seinen Betreuern bitte ausrichten, dass ich schnellstmöglich Bilder brauche, wahrscheinlich auch etwas Hilfestellung bei der Abwicklung, aber Robinson wird mit mir nach Hause fliegen…er heißt jetzt nämlich Robinson und er ist ab jetzt meine Katze!“

Genau so war es dann auch. Während ich am Strand die letzten Sonnenstrahlen des Sommers genoss, arbeitete ich Punkt für Punkt auf der to do Liste ab, was an Telefonaten, Dokumenten, Absprachen und Planungen anstand und ein Problem bereitete mir dabei besonders große Sorgen:  Ich wusste, dass meine eigene Katze Robinson aus tiefster Seele hassen würde. Das war nichts persönliches, sie hasst seit jeher jede Katze, die auch nur annähernd in meine Nähe kommt. Da Robinson also bei mir nicht bleiben konnte, musste ich eine Pflegestelle für ihn finden, jemanden der willens war  und gutherzig genug, um bei unserer Ankunft in Frankfurt eine kranke, völlig unbekannte Katze in Obhut zu nehmen, sie zum Tierarzt zu bringen, nach der wahrscheinlich notwendigen OP zu betreuen und sie zu behalten, bis ein Platz gefunden wurde. Ich postete mein Problem auf Facebook und quasi über Nacht fand Robinson auf diese Weise seinen rettenden Engel. Um 0.30, einen Tag vor der Rückreise, besprach ich am Telefon aufgeregt mit Sabine, die sich spontan gemeldet hatte, alle Details und konnte mein Glück nicht fassen. Er hatte nicht nur eine Pflegestelle gefunden, er hatte die beste Pflegestelle gefunden. Es war an der Zeit, mich wieder meinem Urlaub zu widmen.

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Friends will be friends …

Während wir ausgelassen mit dem gesamten Clubteam den Abschied von der Saison feierten, wurde Robinson in der Tierklinik auf die Reise vorbereitet. Alle halfen zusammen. Meine Reisebegleiter Claudia und Akosh ließen Robinson auf ihrem Ticket eintragen, ich regelte Robinsons Verbleib ab Frankfurt und das wunderbare Clubteam organisierte nicht nur einen Transportkäfig und den Transport zur 60 km entfernten Tierklinik und von dort die Übergabe am Flughafen sondern übernahm sogar einen Teil der Kosten.

Robinson Clubchef Jörg überreicht  zum Abschied Robinsons Reiseunterlagen

Als ich Robinson schließlich am Flughafen verloren, verängstigt  und leise wimmernd in seinem Käfig sitzen sah, bereit für den Abflug, war ich sicher, dass er große Schmerzen haben musste. Wie ich bald erfahren sollte,  hatte mich nicht geirrt. Ich hoffte inständig, alles würde gut über die Bühne gehen, Robinson den Stress des Fluges verkraften und Sabine wie versprochen zur Stelle sein.

Endlose Stunden im Käfig für Robinson

Sabine war wie versprochen in Frankfurt zur Stelle! Sie fackelte nicht lange, sah sich das Bündel Elend an, und brachte ihn kurzentschlossen noch am Wochenende zu ihrem Tierarzt. Sie erzählte mir später, seine herzzerreißenden Schmerzschreie nach dem Fressen, wären das Schockierendste gewesen, was sie in ihrer langjährigen Erfahrung als Pflegestelle  erlebt hatte. Nicht der gebrochene Kiefer war Robinsons Problem gewesen, der war längst wieder zusammen gewachsen, sondern durch Mangelernährung vereiterte und marode Zähne und eine Virus Erkrankung. Seine Zunge war eine einzige offene Wunde und der Eiter hatte bereits tiefe Löcher in den Kieferknochen gefressen. Kein Wunder, dass er sich nicht mehr selbst säubern konnte,  nur noch breiige Nahrung zu sich nahm und nach jedem Essen laut jammerte. Seine Schmerzen müssen unvorstellbar gewesen sein und jede Mahlzeit eine einzige Qual.

Noch am gleichen Tag erhielt er eine Not OP, alle Zähne wurden gezogen, die tiefen Wunden im Mäulchen gesäubert, Antibiotika verabreicht und dann passierte ein kleines Wunder: Innerhalb von nur 24 Stunden wurde aus Robinson eine andere Katze. Der ängstliche scheue Kater, der sich nur ungern anfassen ließ, verwandelte sich in ein zufrieden schnurrendes Schmusekätzchen und himmelt seine Pflegemutter Sabine förmlich an. Er stürzte sich bald begeistert über das Essen, das ihm angeboten wurde, futtert begeistert eine Portion nach der anderen , als müsste er alles nachholen, was er all die Monate vorher vermisst hatte. Vor kurzem begann er auch wieder zaghaft mit der ersten Fellpflege. Robinson im Glück!

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Sabine mit Robinson

 

 

Es gäbe so vieles, was ich über den Robinson Club  Kyllini Beach noch erzählen könnte, weil mein Aufenthalt dort in jeder Hinsicht herausragend schön und perfekt war. Dieser Club ist ein Juwel in der Robinson Krone! Aber darüber haben bereits viele andere vor mir geschrieben… über die engagierten Clubchefs, Jörg und Jule, den 11 Kilometer langen Sandstrand vor der Türe, wo man in naturbelassener Landschaft die Sonnenuntergänge genießen kann, über die Freundlichkeit des Teams, die mitreißenden Shows, den zuvorkommenden Service … für mich ist vor allem anderen jedoch die extra Portion Herz dort, ein ganz wichtiger Grund,  um gerne wieder zu kommen. „Zu Gast bei Freunden“ ist in Kyllini Beach nicht nur ein Werbeslogan sondern der Spirit des gesamten Teams. Meine Freunde wähle ich auch und besonders  nach ihrem Herz für Tiere aus und sage im Namen von Robinson von Herzen Dankeschön!

Robinson sucht ein Zuhause

Mein besonderer Dank gilt Sabine Rentner, die sich so wunderbar um Robinson kümmert und jetzt auch ein Zuhause für ihn sucht, wo er für immer bleiben darf. Robinson ist ein Schatz, gesund und jung, er hat die Zähne eingebüßt aber ansonsten keinerlei Probleme und würde sich über einen Platz mit viel Zuwendung und der Möglichkeit für Freigang freuen. Schreibt mir einfach unter bettina.m.schneider@gmx.net

2 Gedanken zu „Mein Urlaub im Robinson Club Kyllini Beach- Ein Reisebericht und ein Katzenblog“

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