Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Dschungelcamp und ich…

13 Jahre Dschungelcamp …  erstaunt stellte ich vor kurzem fest, wie sehr ich mich in diesen 13 Jahren verändert habe, wie dramatisch sich mein Denken verändert hat.

Als 2004 die erste Staffel gesendet wurde, verfolgte ich wie so viele, jeden Abend gebannt vor dem TV die Dschungelprüfungen, das Mobbing und alle Demütigungen, denen die Mitwirkenden ausgesetzt waren. Ich war nicht begeistert darüber, wie die Tiere in der Sendung behandelt wurden, aber irgendwie war es trotzdem fesselnd, war es hipp sich über all das aufzuregen und auszutauschen und ich wollte gerne mitreden können, wenn in der abendlichen Freundesrunde über Küblböcks hysterische Ausbrüche diskutiert wurde.

Dschungelcamp 2018  ging komplett an mir vorbei, ich wusste nicht einmal, dass es diese TV Sendung überhaupt noch gibt, hätte nicht einen der aus den ausgemusterten Trash Formaten gecasteten Mitwirkenden gekannt. Würde ich noch TV sehen und wäre beim zappen auf RTL gelandet, hätte ich höchstens mit pochender Halsschlagader verfolgt, wie Tiere zur allgemeinen Belustigung missbraucht werden, selbst wenn es sich dabei um Insekten handelt oder nur um die Geschlechtsteile von Tieren, die sowieso dem Schlachter zum Opfer gefallen wären. Keine Ahnung, was sich die Produzenten diesmal ausgedacht haben aber vermutlich nichts wesentlich anderes als all die Jahre vorher. Hauptsache eklig, demütigend oder peinlich für die Mitwirkenden, die sich natürlich alle nur deshalb vorführen lassen, weil sie die Herausforderung lieben…

Heute verstehe ich nicht, dass ich jemals eine Sekunde Lebenszeit darauf verschwendet habe, mir diese Show anzusehen. Schadenfreude als Abendprogramm, wenn gescheiterte oder in Geldnot geratene D Promis, Ex Promis oder Möchtegern Promis so richtig fies vorgeführt werden. Das Ganze bösartig und clever kommentiert von zwei Moderatoren, die eine Auszeichnung für  Häme und Geschmacklosigkeit verdienen,  kaum jemand kommentiert gehässiger und die Nation lacht dazu.

Es scheint, als ob es tatsächlich möglich ist, sich auch in fortgeschrittenem Alter noch einmal komplett neu zu orientieren. Genau wie das Dschungelcamp peu a peu  nicht mehr für mich von Interesse und schließlich irgendwann auch nicht mehr zumutbar war, genauso ließ ich in meinem Umfeld auch alle ziehen,  die heute noch vor dem TV gespannt darauf warten, wer diesmal in Tränen ausbricht oder sein Gesicht verliert. Sie verstehen mich nicht mehr, weil sie geblieben sind , wie sie waren,  weil sie denken, wie sie immer dachten. Einzig ich habe mich verändert.

Es passierte nicht über Nacht sondern war ein Lernprozess, der sich ganz unmerklich vollzog und der hier und da noch ein paar dicke Lücken in meiner spirituellen Entwicklung mit Sinn und Reflexionen füllte. Wie tiefgreifend diese Veränderung war, kann ich auch an meinen Gedanken festmachen, die mir damals zum Dschungelcamp einfielen und an denen, die mir heute zu diesem Thema  durch den Kopf gehen.  Na gut…, ich gebe es ja zu …ein bisschen schäme ich mich noch immer dafür, dass ich es jemals OK fand.

3 Gedanken zu „Das Dschungelcamp und ich…“

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