Seelenmarzipan

Religion…weiha!

Ich bin kein Freund von Religion. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Katholizismus mit seinen Vorurteilen gegen Homosexualität, einem gewöhnungsbedürftigen Frauenbild und der ewigen Sündhaftigkeit war zum Glück keine Einbahnstraße und ein Kirchenaustritt war unkompliziert und ohne jeden Nachteil machbar.

Offen beschrieb ich in der Vergangenheit, was mich an dieser Religion stört, auch ihr  gespaltenes Verhältnis zu Tieren. Nie wäre jemand auf die Idee gekommen, mich deshalb als Nazi oder rechtslastig zu bezeichnen. Das Christentum darf kritisiert, abgelehnt und sogar verdammt werden. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Gott sei dank 🙂

Ganz anders sieht es bei der Religion des Friedens aus, dem Islam. Diese Religion mag ich persönlich noch etwas weniger als die meisten anderen Religionen und ich könnte jede Menge gute Gründe dafür nennen. Zudem ist sie urplötzlich allgegenwärtig. Deren Anhänger fordern Raum für ihre Andachten, Respekt für ihre religiösen Besonderheiten und Kleidungsordnungen, sie missachten in ihren Schriften Frauenrechte in großem Stil und trotzdem… ich halte mich zurück. Kritik oder Ablehnung dieser Religion bringt nicht nur deren Anhänger sehr schnell auf sondern wird auch in anderen Bevölkerungskreisen heftig entgegnet und abgestraft. Verständnis und freie Bahn für jede Art von religiösen Bedürfnissen ist neuerdings erste Bürgerpflicht.

Nach wie vor finde ich persönlich, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Ich möchte nicht noch mehr Religion im gesellschaftlichen Leben, nicht mehr Regeln, mehr Konflikte, mehr Streitpotential und neben Gott jetzt also auch noch Allah in unseren Kinderstuben. Wenn es sich irgend machen lässt, möchte ich am liebsten gar keinen Gott in der Nachbarschaft, dessen Weltbild vor grauer Zeit von alten Männern erdacht, mit kruden Regeln und einem verzerrten Frauenbild, in die Köpfe der nächsten Generation gehämmert wird. Ich hatte gehofft, das hätten wir hinter uns gelassen.

Aber wenn ich den Berechnungen der Demographen Glauben schenken darf…und an diese fundierte Wissenschaft glaube ich durchaus…dann werde ich mich daran gewöhnen müssen. Ich muss mich damit abfinden, dass kurz nachdem das Christentum endlich aus den Kinderschuhen der Unterdrückung gestiegen ist und nur noch auf freiwilliger Basis das kulturelle Leben bereichert, nun die nächste Religion auf dem Vormarsch ist.  Oftmals nicht ganz so duldsam gegen Abtrünnige, wie das Christentum aber dafür unter dem Schutz der Presse und fast aller Meinungsmacher.  Auf einmal ist Religion wieder überall ein Thema, scheint Religion und die Bedürfnisse ihrer Anhänger unglaublich an Bedeutung gewonnen zu haben und Kritik, das Hinterfragen dieser Entwicklung wird nicht gern gesehen. Mittlerweile ist es ein Sakrileg zu schreiben, „ich mag den Islam nicht“, dabei mag ich ihn nicht nur nicht sondern lehne ihn entschieden ab.

Diese Aussage ist nicht rassistisch, denn ich lehne nicht die Menschen ab, die daran glauben sondern einzig die Religion. So wie ich alle Religionen ablehne. Es ist auch kein Vorurteil, denn meine Meinung stützt sich auf sorgsam recherchierte Fakten und eigene Erfahrungen. Es ist einfach eine Meinung, die ich im übrigen auch niemandem aufzwinge. Die Religion eines Menschen ist mir völlig gleichgültig. Erst wenn er sie in das gesellschaftliche Leben einbringt, mir Rücksicht und Akzeptanz aufzwingt, wo ich einzig zur Toleranz bereit bin, dann wird es lästig. Mir jedenfalls.

Aber was weiß ich schon. Ich bin bekennende Atheistin. Eine Hexe. Atheisten sind des Teufels, Frauen haben sowieso keine Ahnung und Hexen gehören auf den Scheiterhaufen, sagt(e) man in gewissen Kreisen. Zumindest in diesem Punkt sind sich Christentum und Islam im großen und ganzen einig.

Zauber1

9 Gedanken zu „Religion…weiha!“

  1. Liebeste Bettina,
    wie immer ein lesenswerter Blog!
    Aber…..
    Ich habe einen kurdischen Fastschwiegersohn,
    Moslem und sehr Kultur- und Religionbelesen.
    In unserer Familie gibt es immer wieder
    sehr fruchtbare Diskussionen für beide
    Seiten und eins habe ich dabei erkennen
    können. Der Koran und die Bibel sind in
    ihrer Wertevorstellung so gut wie identisch.
    Es kommt bei beiden auf die Auslegung an.
    Leider werden Beide von fanatischen Anhängern benutzt um ihr verzerrtes Weltbild
    zu rechtfertigen und zu legitimieren.
    Ahmed, so heißt er, ist ein praktizierender
    Moslem im Herzen.
    Er betet für sich, ohne Teppich und Mekka,
    er tut jeden Tag etwas für Bedürftige, ist
    absolut gewaltfrei und liebt meine Tochter,
    eine selbstbewusste, eigenständige und moderne Frau, innig und ohne Reglement.
    Einzig über die Stellung der Juden im Koran werden wir uns nicht einig…. daran arbeite
    ich noch😂
    Ich denke, dass trifft auf viele Moslems zu.
    Bemerken tun wir nur immer die anderen.
    Sie stehen im Focus…. zu recht und bringen
    im Namen Allahs Furcht und Krieg über die
    Welt. Auch über ihre Glaubensgemeinschaft.
    Das ist mit nichts zu entschuldigen und da bin ich ganz bei Dir.
    Ahmed aber, hat mich Dinge gelehrt, die in meinem Verständnis gar nicht vorhanden waren. Und das hat mich bereichert.
    Ich wünschte mir eine Gesellschaft, wo ein friedliches Miteinander aller Relogionen möglich wäre, obwohl ich, so wie Du, Atheist
    bin😄
    Hab einen schönen Sonntag ❣️
    Eva

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  2. Liebe Eva Maria, es ging in meinen Zeilen nie um die Menschen, denn natürlich gibt es wunderbare Beispiele der Auslegung und des gelebten Glaubens…weil die Menschen dahinter so wunderbar sind, unabhängig von deren Religion. Ich denke, dieses friedvolle Miteinander, das sich jeder wünscht, wird es eher nicht geben, es sei denn, man könnte sich irgendwann (ich möchte mir nicht vorstellen, wie ) darauf einigen, weltweit nur noch einen Gott anzubeten, wer immer das dann sein mag.

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  3. Liebe Frau Bettina,
    ich hab früher auch geglaubt, es kann keinen Gott geben wegen der weltweiten Ungerechtigkeit an Menschen und besonders auch an den unschuldigen Tieren, AN DENEN MIR WIRKLICH SEHR VIEL LIEGT! Bis ich dann ein umwerfendes Gotteserlebnis hatte, wo ich mit großer Klarheit erkennen durfte, dass es IHN wirklich gibt und dass ER die Liebe ist. Er lässt viel Schreckliches zu, das stimmt (und ich weiß auch nicht den Grund warum!), doch auch für die leidenden Tiere wird es eine Vergeltung und Belohnung geben. Gäbe es keinen gerechten Gott, hätten all die unschuldigen Wesen UMSONST gelitten, ein schrecklicher Gedanke…
    Liebe Grüße DI Irmengard Haslinger, Wien

    Gefällt 1 Person

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