Seelenmarzipan, Tierschutz

HOPE…die Kuh, die sich für einen Hund hält…die Geschichte ihrer abenteuerlichen Rettung <3

HOPE…DAS GLÜCKSKIND

Hope war die erste Kuh, die jemals in Griechenland vor dem Schlachter gerettet wurde, die bei Konstantina mitten in der Stadt, ein provisorisches Zuhause fand, die Himmel und Hölle in Bewegung setzte, ihrer Hope gegen alle Widerstände, Geldnot und Behördenwillkür ein Happyend zu ermöglichen. Ich durfte mit unserem Verein, Frieden für Pfoten auch ein bisschen dazu beitragen und Konstantina hat ihre spannende und berührende Geschichte für uns aufgeschrieben…eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Hope war wirklich ein Glückskind!
Es schien so, als hätte sich das gesamte Universum verschworen, alle Zufälle zusammenzubringen, damit ich von ihr erfahre.
Ich habe damals zufällig ein Mädchen über Facebook kennengelernt, das an einem Treffen für Veganer, in der benachbarten Stadt teilnehmen wollte.
Also trafen wir uns und sie erwähnte, dass neben dem Haus, in dem sie wohnt, ihr Vermieter viele Nutztiere unter unschönen Bedingungen hält, die er aufgrund seines Alters und der steigenden Ausgaben nicht mehr versorgen konnte und er hatte begonnen, sie nach und nach zum Schlachter zu bringen.
Er hatte bereits vor einer Woche ein Schwein geschlachtet und nun war Hope an der Reihe. Nach ihr würde er zwei Hirsche verkaufen oder töten.

Als ich davon hörte, war ich sehr aufgebracht. Ich wollte die Tiere gern sehen und als sie mir die Kuh zeigte, nachdem ich Hope „persönlich“ kennengelernt hatte, nachdem sie mich mit ihrer feuchten, großen Nase, freundlich angestupst hatte, da begann ich darüber nachzugrübeln, was getan werden könnte, um die restlichen Tiere zu retten.
Was Hope anging, hatte ich unglücklicherweise höchstens 3 Tage Frist, bis zu dem Tag, an dem ihr Besitzer sie schlachten lassen wollte. Sie ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Unsere erste Begegnung

Die Idee, eine Seite auf Facebook zu erstellen, um das nötige Geld zu sammeln, schien weit hergeholt, aber ich hatte nichts zu verlieren … Danach könnte ich sie in unserem Garten behalten, da das Haus, das wir zur Miete bewohnen, über ein großes Grundstück verfügt. Deshalb haben wir es ausgesucht, damit wir uns um Streuner kümmern können.

Wenn alles gut geht, könnte ich später nach einem passenderen Platz für sie suchen – notfalls einen mieten, wenn es nicht anders ginge…
Was die Hirsche anging, da kontaktierte ich die Forstwirtschaft und verfasst eine Anzeige, weil es illegal ist, diese Art von Rehen zu besitzen. (Ein paar Wochen später erfuhr ich, dass die Rehe beschlagnahmt wurden und er eine Geldstrafe zahlen musste!)

Also richtete ich die Seite für Hope ein, in der Hoffnung, dass ich es schaffen würde, das Geld rechtzeitig zu sammeln. Die Resonanz der Öffentlichkeit war erstaunlich! Es war unfassbar, aber wir schafften es, den gesamten Betrag in nur vier Tagen zu sammeln. Alles passierte so schnell … Ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken, was ich da eigentlich tat und was auf mich zukommen würde. Ich wusste so viel von Kühen, wie von der Astrophysik…nämlich gar nichts!

Bis zu diesem Tag hatte ich keinerlei Erfahrung mit Nutztieren, tatsächlich war es das erste Mal, dass ich eine Kuh „persönlich“ getroffen hatte!
Aber so schwer konnte das doch nicht sein. Ich informierte mich in den Läden, die Futter für Nutztiere verkauften, und bei Bauern.
Auf diese Weise erfuhr ich einiges über Ernährung und die Haltung von Kühen. Ich besorgte etwas Heu, getrockneten Klee und spezielle Maische aus gemahlenem Mais, Soja und anderen Mineralien und Vitaminen. Das waren die Vorbereitungen. Dann kaufte ich sie frei. Hope war jetzt meine Kuh!

Ich habe nie daran gedacht, Hope anzubinden oder einzusperren. Aber im Lauf der nächsten Tage, fand ich heraus, dass Kühe lebhafte Geschöpfe sind, voller Neugier auf alles! Das bedeutete viele Schäden … leider!

Hope verspeiste nicht nur alle unsere Blumen, sie aß auch die Reben und jeden Olivenbaum Zweig, den sie erreichen konnte, sie zerkaut und zerstörte Plastikzäune, Wasserschläuche und Zelte … sie brach sogar einen Außenwasserhahn ab, weil sie gelernt hatte, wie man ihn mit der Zunge öffnet und dann frisches fließendes Wasser genießt und schließlich zerkaute sie unseren Antennendraht! Ganz zu schweigen von den anderen Schäden, die sie dadurch verursachte, dass sie ihren Kopf überall rieb, weil sie versuchte, den Juckreiz zu lindern, den ihre wachsenden Hörner verursachten! Bei so einem großen Tier waren selbst einfache Dinge kompliziert!

Hope1

Eines der großen Probleme war natürlich das tägliche Saubermachen. Da sie nicht auf einen bestimmten Ort beschränkt war, fanden wir ihre „Kuchen“ buchstäblich vor unserer Tür! Vor allem vor unserer Tür, da sie, wie unsere Hunde und Katzen, die meiste Zeit dort verbracht hat, wo sie uns sah. Sie warteten immer vor unserer Haustür oder unter unserem Balkon auf uns. Es gab Zeiten, in denen das Thema Hygiene ziemlich schlimm war!

Da es Winter war – Hope kam Ende November 2017 zu uns, haben wir eine Scheune für sie gebaut, die auch tägliche Reinigung erforderte.
Um 6.30 Uhr ließen wir sie aus ihrem Stall, dann füttern, reinigen, den Stall sowie unseren Hof, mittags und abends wurde Hope gefüttert und wenn die Sonne unterging, lockten wir sie mit Karotten zurück in die Scheune…

Der Kampf gegen die Bürokratie

…Dieses Zusammenleben erforderte Kompromisse von allen Seiten … Zuerst musste ich unsere Hunde in Schach halten, weil sie Hope als Eindringling sahen und bellten, was sie erschreckte. Zum Glück dauerte es nur eine Woche, bis sie sich an sie gewöhnt hatten und alle dicke Freunde wurden. Dann musste ich Wege finden, die Hunde von ihrem Futter Brei fernzuhalten! Sie liebten ihn!

Aber dieses ungewöhnliche Zusammenleben bot mir und meiner Familie so viel! Es war unbezahlbar, all ihre Eigenheiten, ihre großartige Persönlichkeit kennen zu lernen. Früh am Morgen galoppierte sie von einer Ecke von unserem Hof ​​zur anderen… wie ein wildes Pferd, dann stupste sie uns mit ihrem Kopf an und lud zum Spielen ein. Das war in Anbetracht ihrer Größe und Stärke, der sie sich nicht bewusst war, manchmal mit blauen Flecken verbunden.

Mittags lag sie gemütlich in der Sonne und käute wieder und wenn es ihr zu heiß wurde, dann ging sie in ihre Scheune. Manchmal spielte sie mit den Hunden und oft lag sie einfach nur neben ihnen. Sie fühlte sich als Bestandteil des Rudels und unsere Hunde akzeptierten sie als großen Hund, der seltsame Geräusche machte.

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Als der Frühling kam und die Nächte wärmer wurden, machte sie uns klar, dass sie nicht mehr in der Scheune übernachten möchte. Sie wählte als Nachtlager einen bestimmten Olivenbaum in der Nähe unseres Balkons.
Am Morgen fanden wir sie an einem Punkt des Feldes, wo sie eine tolle Aussicht auf ganz Volos hatte!
Hope liebte es, mit dem fließenden Wasser auf ihrer Zunge zu spielen, und sie hatte sogar gelernt, die Tür des Lagerraums zu öffnen! Mit einem Blick ihrer Augen konnte sie uns sagen, was sie wollte … Essen … Liebkosungen oder nur ein bisschen Gesellschaft.

Ich fand heraus, … und ich möchte, dass das jeder weiss:

Hope fühlt und benimmt sich buchstäblich wie ein Hund. Wirklich! Jede Kuh ist genauso empfindsam und klug wie ein Hund. Nur mit dem Unterschied, dass wir Hunde lieben und Kühe quälen, schlachten und aufessen!

Irgendwann musste ich jedoch einsehen, dass Hope nicht auf Dauer bei uns bleiben kann. Ich habe versucht, einen anderen Ort für sie zu finden, da ich zur Miete wohne und einige Nachbarn sich über die Gerüche beschwerten … Leider habe ich nichts gefunden, was sich stimmig anfühlte, also blieb sie vorerst bei uns.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, welche grauenhafte Bürokratie zu bewältigen wäre, sollte sie den Standort wechseln.
Ich dachte, wenn die Zeit gekommen wäre und wir ein Zuhause für sie gefunden hätten, würden wir sie einfach mit einem Lieferwagen dorthin transportieren. Aber bald erfuhr ich, dass das bei Tieren auf dem Bauernhof und vor allem bei Kühen nicht so einfach ist! Kühe unterliegen als Nutztiere strengen Hygienevorschriften.

Als wir schließlich Vrouvas Farm fanden, die sich auf einer Insel befindet, und Hope mit dem Schiff transportiert werden musste, war schnell klar, dass alles akribisch nach den gesetzlichen Vorgaben erledigt werden muss. Und so begann der Kampf mit der griechischen Bürokratie!

hope hunde.jpg

Der Behörden Irrsinn ging weiter!

Zuerst musste ich ein Papier erstellen, in dem stand, dass ich sie freilaufend gefunden habe und dass ich sie adoptierte- also war ich ihr rechtmäßiger Besitzer. (Der alte Mann, der sie an mich verkaufte, hatte natürlich keine Papiere, da die Bauern oft illegal Vieh verkaufen oder umtauschen, um größere Gewinne zu erzielen).

Glücklicherweise arbeitete die Frau meines Tierarztes für das Veterinäramt, so dass die Dinge ein wenig leichter wurden. Um Hope zu transportieren, mussten wir bescheinigen, dass sie gesund war und dass Hope alle notwendigen Impfungen erhalten hatte. Aber das nächste Problem bestand darin, dass diese Impfstoffe nur in großen Portionen erhältlich waren, da sie ja in der Regel für eine große Anzahl von Tieren bestimmt waren, also musste ich auf übrig gebliebene Einheiten warten. Das hat uns viel Zeit gekostet, genau wie die Einhaltung der Quarantänevorschriften nach der Impfung. Der gesamte Prozess der Bürokratie dauerte mehr als drei Monate.

Und dann, als ich dachte, wir wären endlich fertig, informierten sie mich, dass Hope nur von einem „legalen Rindertransporter“ transportiert werden könne. Das bedeutete, dass ich jemanden finden musste, der Kühe transportierte und eine Lizenz für eine bestimmte Transport Reichweite hatte, eine Vorgabe, die alles sehr schwierig machte, weil ich jemanden mit einem großen LKW und einem nahe gelegenen Standort beauftragen musste. Was würde das alles nur kosten!!!

Ich fing an, alle abzutelefonieren, aber nur ein Transportunternehmen erklärte sich bereit, Hope für den Preis von „nur“ 500 Euro zu transportieren. Aber es gab einen Haken! Er würde Hope erst dann mitnehmen, wenn er sich in der Nähe von Volos aufhielt. Dieses Warten hat uns einen weiteren Monat gekostet!
Natürlich wollte ich Hope nie einem solchen Stress aussetzen. Der Transporteur machte klar, dass er kommen würde, um Hope abzuholen, dann würde er andere Kühe zum Schlachten abholen, sie alle zu den öffentlichen Schlachthöfen in der Nähe von Pireaus bringen und mich dann im Hafen treffen, um Hope auf das Schiff nach Aegina zu bringen.

Oh mein Gott! Ich hatte solche Angst, dass etwas schiefgehen könnte und Hope selbst im Schlachthof landen würde! 
Ich überlegte, wenn ich die Hafenbehörden von Piräus überreden könnte, eine Ausnahme für Hope zu machen und sie könnte auf einem Pferdetransporter angeliefert werden…dann wäre das die Lösung.
Das hat tatsächlich geklappt. Ich erhielt das OK von den Hafenbehörden und der Reederei. Aber als ich zum öffentlichen Veterinäramt ging, um Hopes Gesundheitspass zu bekommen, stellte sich heraus, dass das Veterinäramt von Piräus nicht damit einverstanden war und sie ihre Erlaubnis für den Transport nicht geben würden … Ich war am Boden zerstört …

Nicht nur wegen der verlorenen Zeit und wegen der harten
Arbeit, die ich bis dahin hatte, ich wollte Hope auch „würdig“ und unter guten Bedingungen transportiert wissen, und nicht als „Vieh“. Ich wollte, dass diese Reise symbolisch ist, um zu zeigen, dass eine Kuh auch als Haustier Rechte haben kann, um zu zeigen, dass sich Dinge ändern können … aber leider hat das nicht funktioniert. … Um es kurz zu machen, ich habe die Reise mit dem „legalen Rindertransporter“ gebucht.

Zum Glück, obwohl er selbst Bauer und Metzger war, interessierte der Transporteur sich für Hope und er kümmerte sich gut um sie während der Reise in ihr zukünftiges Zuhause. (Nachdem ich ein bisschen mehr mit ihm geredet hatte, erfuhr ich, dass er über Veganismus Bescheid wusste, weil seine Tochter daran interessiert war, Veganerin zu werden! Er gab zu, dass Tiere verstehen, dass sie geschlachtet werden und es nicht schön ist, was mit ihnen passiert und wie sie dabei leiden! Nachdem er Hope transportiert hatte, folgte er sogar Hopes FB-Seite!)

Der Abschied

Es war sehr schwierig und ein sehr emotionaler Moment für mich, Hope bei Vrouva zurückzulassen… Aber jetzt, zwei Monate später, hat Hope sich vollständig eingewöhnt.
Natürlich hat sie dort auch schon einige Schäden verursacht! Sie hat ihren Holzzaun durchbrochen und ist in das Zimmer von einer der Freiwilligen spaziert und hinterliess ein ziemliches Durcheinander.
Ein anderes Mal hat sie versucht, das Heu einer alten Eselin zu stehlen und sie wurde von ihr an den Kopf getreten – glücklicherweise nicht zu heftig!
Der Mann, der sich um sie kümmert, weiß sehr viel über Kühe, weil seine Familie früher Kühe hatte und er mit ihnen aufwuchs. Er sagte, dass Hope die klügste und pfiffigste Kuh ist, die er jemals getroffen hat! 

Hope unterscheidet sich in keinster Weise von einem Hund oder einer Katze! Sie ist intelligent – sie hat sich in nur zwei Tagen an ihren neuen Namen gewöhnt -, sie lernte, mit ihrer Zunge Wasserhähne und Türgriffe zu öffnen, sie teilte uns mit, wenn sie hungrig war oder spielen wollte. Es ist sehr traurig, dass wir Tiere nach Belieben in Haustiere und Nutztiere einteilen! Das ist unsere Einteilung, nicht ihre!

hope

Sie ist die erste Kuh, die in Griechenland gerettet wurde. Ich hoffe wirklich, dass ihre Geschichte die Menschen dazu animieren wird, Nutztiere unter einem neuen Blickwinkel zu sehen, und wenn ihr sie kennen lernen würdet, dann würdet ihr verstehen, dass alle Tiere gleich sind – genauso wie wir!

Sorry für den langen Text … das ist nur eine Zusammenfassung von allem, was ich mit ihr erlebt habe. Wenn ihr weitere Fragen habt, erzähle ich euch gerne mehr. Dankeschön für euer Interesse.
eure
Konstantina Peyou

(Textbearbeitung und Übersetzung BMS)

6 Gedanken zu „HOPE…die Kuh, die sich für einen Hund hält…die Geschichte ihrer abenteuerlichen Rettung <3“

  1. Wow…ganz großen Respekt für das alles was du für diese tolle Kuh getan hast. Ich hoffe es geht ihr immer noch gut und sie treibt noch viel Unsinn 😂…wenn nur alle „Nutztiere“ soviel Glück widerfahren würde wie Hope

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