Tierschutz

Wahnsinnig sind nur die, die das NICHT wahnsinnig macht…

Manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht irgendwann einmal die erste Seite der Bildzeitung schmücken werde,
wenn die Sicherungen durchbrennen und ein wilder und wütender Amoklauf meiner Karriere als Tierschützer ein Ende setzt. Man sollte dann besser nicht in meiner Nähe sein.

Wir haben so unglaubliches, unvorstellbares Leid in den Wohnungen in der Nachbarschaft, auf den Feldern, den Weiden, den Schlachthöfen, den Zoos, Zirkussen, Versuchslabors, den Ställen … hier vor der Türe, dazu überall im Ausland… angeblich sind wir ja die Hochburg der Tierfreunde, haha…aber stimmt, schlimmer geht immer.

Und was dem einen sein lebendig gekochter Hummer und seine durch Todesfolter entstandene Gänsestopfleber, der bei lebendigem Leib ausgerissene Froschschenkel ist, das ist dem anderen sein halal Fleisch und Sex mit Schafen, Katzen für den Kochtopf weich prügeln oder gebrühter Hund zum Dessert. Geschenkt!
Die Tierquälerei, der verachtende Umgang mit Schwächeren ist global, fest verwurzelt in unserem Denken und bis auf eine belächelte Minderheit (die dann manchmal vielleicht anderen Menschen gegenüber ungenießbar und anstrengend sind) macht jeder dabei mit.

Tierschützer per se sind schwierig und seltsam und nach kurzer Zeit gründlich traumatisiert, …kein Wunder bei dem, was wir jeden Tag sehen, kein Wunder in welchem unvorstellbaren Notstand und Mangel wir kämpfen und arbeiten müssen, …das macht also auch nicht unbedingt Freude, die Tierschutzarbeit…mit den meisten jedenfalls…ich bin da keine Ausnahme.

Unsere Arbeit ist nämlich genau betrachtet ziemlich sinnlos.
Während ich gerade mit viel Einsatz EINE griechische Katze rette, züchten um die Ecke irgendwelche Idioten FÜNF neue „Rassekatzen“, sterben in Griechenland in der nächsten Straße FÜNFZIG Streunerkatzen leise vor sich hin, da schreien auf der Autobahn HUNDERT Schweine im Laster neben mir, vor Angst und Durst und es sterben minütlich 50.000 …jeden Moment… 5 Millionen …weltweit allein in den Schlachthöfen.
Weil wir es uns wert sind…einzig deshalb. Weil wir die größten Arschlöcher sind, die die Schöpfung je hervor gebracht hat.

Und überhaupt, …fehlt mir das Geld, für die Rettung der EINEN Katze in Griechenland dann an der Futterstelle für Hunde in Rumänien. Was für eine miese Wahl…aber ich treffe sie trotzdem. Dann habe ich also EINE gerettet. Dios mio!!! Wie soll man damit leben?

Während wir gerade darum kämpfen, das männliche Küken nicht ganz selbstverständlich zu Mus zerhackt werden, nach dem Schlüpfen (lebendig, versteht sich) liefert die Modeindustrie bereits die neuesten Pelz „Must Haves“ in die Läden. Die Weibchen unserer dämlichen Rasse sehen das in den Zeitschriften und müssen das unbedingt auch haben.. und in den zubetonierten Gärten und auf den Pestizid- verseuchten Feldern, verhungern Vögel, Insekten und Igel, am Stadtplatz verhungern die Tauben, während wir weihnachtlich schmücken und uns auf das Fest der Liebe vorbereiten.

Ich schmücke gerade den Vorgarten und muss dabei immerzu an die Kuh denken, die mit gebrochenen Beinen versucht aus dem Schlachthaus wegzurobben, die panisch mit verdrehten Gliedmassen am Boden kriecht, und dabei geschlagen wird.
Um sie herum schwimmt der Boden vom Blut ihrer Vorgänger, und während die Arbeiter brutal auf sie einprügeln, lachen sie. Wirklich, sie haben dabei gelacht…

Aber was soll´s, höre ich oft… „nicht immer alles so schwer nehmen, sind doch nur Tiere..“.
Ist nicht eher jeder wahnsinnig, den das NICHT wahnsinnig macht???

Mein Amoklauf ist eigentlich unvermeidlich, die Frage ist nur…wann 

Besinnliche Vorweihnachtszeit, ihr Lieben ❤

wahnsinn

3 Gedanken zu „Wahnsinnig sind nur die, die das NICHT wahnsinnig macht…“

  1. Wir können nicht die ganze Welt verändern – leider.
    Aber jedem Wesen, dem wir helfen, hilft es.

    Es gab da die Geschichte von einem kleinen Jungen, der den Strand entlangspazierte. Es waren viele Fische ans Ufer gespült worden. Der Junge trug sie zum Wasser und warf sie hinein.
    Sein Großvater fragte ihn, warum er das tue. Es seien viel zu viele und er könne nicht alle retten.
    Daraufhin meinte der Junge:
    Ich weiß, aber ich kann mein Bestes geben und zumindest ein paar helfen.

    DARUM machen Tierschützer wie du das!
    Wir können nicht allem helfen, aber zumindest etwas Gutes bewirken!

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  2. Liebe Bettina,
    Du sprichst mir aus der Seele. Manchmal hab ich das Gefühl durchzudrehen. Möchte schreien: wacht dochauf, seht ihr nicht welches Leid verursacht wird durch euer Verhalten. Und ehrlich, ein kleiner Teil von mir denkt, hoffentlich geht die heutige menschheit in absehbarer zeit unter und ein neues Bewusstsein formt sich. Aber vielleicht sind genau wir, dieses neue Bewusstsein und es wird Kreise ziehen, wie ein Stein im Wasser. Ich hoffe inständig und gebe jedem fühlenden wesen meine Liebe 💕. Auch beim Menschen versuche ich dies, ist häufig am schwierigsten. Eine herzliche Umarmung für dich.
    😻 Martina

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