Tierschutz

Faith Tagebuch… wir haben den Glauben verloren…

Eigentlich sollte ich jetzt mit ein paar einfühlsamen Worten in der Community erklären, dass wir Faith verloren haben. Er ist tot. Sinnlos und völlig überraschend an einem Virus verstorben, der ihn innerhalb weniger Tage von einem kleinen Energiebündel, das vor Freude und Liebe nur so sprühte, in ein müdes, erbarmungswürdiges Bündel Elend verwandelte. Einfach so. Weil das Schicksal wieder einmal andere Pläne hatte. Was ja nicht wirklich neu ist.

Nur diesmal war es besonders schmerzhaft. Für Martha und Irene, die ihn vom ersten Tag an behütet und geliebt haben, wie ein Baby, die ihn dem Tod entrissen und dann doch verloren, als wir uns alle in trügerischer Sicherheit wägten. Aber auch für mich ist es schwer auszuhalten. Faith war mein Patenkätzchen, dessen herzzerreißenden Kampf ins Leben ich täglich hautnah verfolgen durfte. Mein Blog ist vollgestopft mit Bildern von Faith in jeder nur denkbaren Situation…eines niedlicher als das andere.

Selbst in der Klinik war er noch das süßeste Katzenkind weit und breit, zwischen Infusionskanülen und den Krankenkäfigen. Aber ich werde kein Bild von ihm hier als Titelbild des Blogs einstellen. Diese Bilder ploppen dann zur Unzeit irgendwo in Facebook auf, wenn man gerade nicht mehr daran denken möchte, wenn man Abstand gewinnen möchte…und ich wüsste auch nicht, welches Bild ich nehmen sollte?

Faith als Baby, in Marthas Händen? Faith, keck auf ihrem Kopf, oder ihrer Schulter, seinem erklärten Lieblingsplatz, denn sie war für ihn Mama, Spielkamerad, Turngerät und Kuscheldecke? Faith, als unser Weihnachtsmaskottchen, zwischen Kugeln und Dekoration, mit blitzenden Äuglein und zum niederknien süß? Oder Faith in der Klinik, im Käfig, die Augen etwas müde aber ansonsten nicht so, als würde er gleich sterben…unser Faith doch nicht!

Aber mir fällt nichts ein, was auch nur annähernd tröstlich und einfühlsam zum Ausdruck bringen könnte, was Martha gerade durchmacht und was ich bei dem Gedanken daran, empfinde.

Nachrufe sind meine verhasste Pflicht. Es ist jetzt auch nicht so völlig neu. Besonders meine Paten und Herzenskatzen sterben weg wie die Fliegen oder werden schwer krank. Iron, Valerion, Faith… wir haben sie alle verloren und Lillyfee war sehr krank und Pax ebenfalls. Ich glaube, ich werde das zukünftig lassen. Es bringt den Tieren kein Glück.

Übrigens gibt es aus diesem  Grund auch keinen Luna Blog, obwohl ich oft gefragt werde, einen zu erstellen.

Sobald ich damit beginne würde, würde ich sie verlieren. Ich bin im tiefsten Inneren fest davon überzeugt. Wir betrügen die neidischen Götter seit Monaten, indem wir so tun als würde sie bald sterben. Denn sobald sie mitbekämen, dass wir Hoffnung und Glauben haben, würden sie unbarmherzig zuschlagen.

Es ist so eine Sache, mit dem Glauben. Ich habe meinen längst verloren. An die Menschen, an die Welt an das Gute… Es ist verführerisch, sich manchmal auf das dünne Eis der Zuversicht und Hoffnung zu begeben. Aber es ist gefährlich.

Als Faith so winzig und mit schweren Atemwegsproblemen zu Martha kam (man hatte ihn in einer Plastiktüte, mit Flüssigkeit gefüllt, entsorgt, als er einen Tag alt war) , da gab es Stimmen, die warnten. „Tu es nicht Martha. Lass den Kleinen einschläfern. Er kann es einfach nicht schaffen. Es wird dir das Herz brechen, denn du wirst ihn sicher verlieren“.

Martha ging das Risiko ein. Faith und sie entwickelten eine Liebe, wie ich sie selten erlebt habe. Und Faith überlebte. Er wurde gesund und stark und wuchs heran.

Ob es das wert war, den Schmerz jetzt? Ich denke, sie würde JA sagen. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätte, sich zu entscheiden…denn auch wenn wir den Glauben längst verloren haben…die Liebe zu den Geschöpfen ist uns geblieben. ❤

 

Alles Gute, mein Sternenkind Faith. Jedes Bild und jedes Tagebuch von Dir, hat mich sehr glücklich gemacht. Du warst mein letztes und süßestes Patenkind ❤

faith1
Eines der ersten Bilder von Faith ❤

4 Gedanken zu „Faith Tagebuch… wir haben den Glauben verloren…“

  1. Liebe Bettina,
    es ist unsagbar traurig, so sehr, dass mir die Tränen kommen. Ich weine fast nie, denn für all das Leid, dass ich täglich sehe reichen meine Tränen schon lange nicht mehr aus. Ich will auch nicht versuchen, tröstende Worte zu finden, denn die gibt es gar nicht.
    Eines möchte ich dennoch loswerden.
    Der tapfere kleine Faith ist viel zu früh gegangen, aber er war einer unter tausenden, der das Glück hatte, Liebe erleben zu können und diese auch zurückzugeben. Die kurze Zeit die er hier auf der Erde verbracht hat gab ihm die Möglichkeit, unter Menschen zu sein, die wissen, das jedes Geschöpf geliebt werden möchte und das wurde er über alle Maßen.
    Ich bin dankbar, dass ich an seiner Geschichte teilhaben konnte, trotz meiner Trauer über seinen Tod. Er wird nie vergessen sein und ich glaube er hat einen Teil von sich hiergelassen, so wie er einen Teil von denen, die ihn geliebt haben, mitgenommen hat.
    Ich danke Ihnen und all Ihren Weggefährten für das, was Sie tun. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und dass Sie die Zeit finden, sich in Ruhe in Gedanken von diesem kleinen Wunderkater zu verabschieden.
    Mit lieben Grüßen
    Melanie

    Gefällt 2 Personen

  2. Oh nein, das kann nicht sein. Gott hat seine Seele woanders gebraucht, und Faith hat das größte Geschenk, die Liebe, erfahren. Und Liebe gebracht.
    Liebe Martha, es ist soooo schrecklich. Lasss Deinem Herzen eine kleine Pause und dann mach weiter, es gibt zu viele Faithnasen die genau Deine Hilfe brauchen. liebe Bettina, ich bin unsagbar traurig. Mach aus den Patenkätzchen Herzenskätzchen… Du vergisst sowieso niemals eine Seele die gerettet wurde. Wie ich auch.
    Traurige Grüße

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Bettina,

    nein, ich möchte nicht weiter lesen, nein, ich will diese Geschichte, dieses Ende von Faiths Tagebuch nicht lesen…….. 😦
    Doch irgendwie, so denke ich, ist es meine „Pflicht“, diese Geschichte zu lesen, so wie ich all die positiven Fortschritte in seinem Tagebuch gelesen habe. Wenn man die hoffnungsvollen und letztlich auch die schönen, positiven Worte liest, dann sollte man nicht zu feig sein, auch die traurigen zu lesen…..
    Worte habe ich keine – welche Worte könnten Martha trösten, die ihr „Baby“ verloren hat? Welche Worte könnten dich trösten, die ihr Patenkätzchen verloren hat?
    Welche Worte könnten uns alle, die wir an Faiths Schicksal Anteil genommen haben, trösten?
    In liebevoller Erinnerung an Faith und dass wir den Glauben und die Liebe nie verlieren mögen…….
    Eleonora ❤ – ❤

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