Tierschutz

Warum sich im Tierschutz nichts bewegt? Warum qualvolle Langstreckentransporte nach wie vor legal und erlaubt sind? Dieser Text gibt Antworten!

+++Deutschland stimmt für Tierquälerei+++
Jeder lamentiert über bessere Tierschutzgesetze. Jeder ist empört. Nichts passiert.
Ich habe mir die Mühe gemacht, nach neueren Ansätzen im Bundestag zu suchen, die nach einer Verbesserung streben und habe immerhin diesen Antrag zu Tiertransporten von 2018 gefunden.
Er wurde EINSTIMMIG von SÄMTLICHEN Parteien, auch von den Grünen, abgelehnt.
Was war an diesem Antrag verwerflich???
Warum wurde er abgeschmettert und ignoriert???
Macht euch selbst ein Bild. Langer Text aber lesen lohnt sich, wenn man verstehen möchte, warum sich im Tierschutz nichts bewegt!

„Der Tierschutz hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert und gilt nicht nur für den
Bauernhof, sondern auch für den Transport der Tiere. Tiertransporte schränken erheblich die Bewegungsfreiheit der Tiere ein und setzen die Tiere immer wieder einer schweren Belastung aus. Nicht selten erleiden die Tiere Prellungen, Abschürfungen oder gar Knochenbrüche in Folge des Transports.

In der EU werden die Tiertransporte in der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 geregelt. Diese Verordnung berücksichtigt bisher nur unzureichend die besondere Hitzeentwicklung in den
Sommermonaten und die gestiegenen Zahl an Tiertransporten. So wurden 2016 insgesamt
mehr als 350 Millionen Nutztiere aus Deutschland exportiert.

Vordergründig sind dabei die fortschreitende Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Zentralisierung auf
große Schlachthöfe zu nennen.
Auch die Zahl der außereuropäischen Tiertransporte, z.B. in den Nahen Osten, ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die EU-Mitgliedsländer exportierten im Jahr 2015
insgesamt knapp 238 Millionen lebende Tiere über die EU-Grenzen hinweg. Dies ist vor allen Dingen auf die gestiegene Nachfrage an Schlachtrindern für die Halāl-Schlachtung
zurückzuführen.

Das mit Abstand größte Importland für Schlachtrinder aus der EU ist die Türkei. Laut der EU Kommission wurden im ersten Quartal 2017 über 193.000 Rinder in die Türkei exportiert. Da
es in der Türkei kein Tierschutzgesetz gibt, werden Schlachtungen ausschließlich nach islamischen Ritus durchgeführt, also geschächtet. Außerdem ist der Transport für die Tiere noch länger und qualvoller.

Nicht nur der Export in die Türkei ist problematisch, sondern auch in andere muslimischgeprägte Länder. Wie in der ZDF-Reportage „37 Grad – Geheimsache Tiertransporte“ vom 21.
November 2017 zu sehen ist, werden im Libanon die Schlachtrinder an ihrem Bein mit einem Kran vom Schiff hochgezogen, ihre Sehnen angeschnitten oder ihre Augen ausgestochen, um sie für die rituelle Schlachtung gefügig zu machen.

Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil (C-424/13) vom 23. April 2015 festgestellt,
dass der europäische Tierschutz nicht an der Unionsgrenze endet. Die Bestimmungen der EG-Verordnung (Nr. 1/2005) über das Füttern und Tränken beim Transport, sowie die
Beförderungs- und Ruhezeiten gelten somit auch für Teilstrecken außerhalb der EU. Doch bis heute wird das EuGH-Urteil verletzt und die Tiertransporte nur unzureichend von den EUMitgliedsländern kontrolliert.

Am 26. September 2018 lagen dem Agrarausschuss des Bundestages Anträge der FDP und
der Grünen zur Verschärfung der Vorschriften und Kontrollen bei Tierschutztransporte vor. Alle Fraktionen im Bundestag waren sich einig, dass Tiertransporte außerhalb der EU
problematisch sind. Der Agrarausschuss des Bundestags hat jedoch alle Anträge für mehr Tierschutz mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD abgelehnt.

Es ist die gebotene Pflicht zum Wohle der Tiere, den Lebendtiertransport von Schlachttieren
in Drittländer, wo nachweislich gegen das EU-Tierschutzrecht verstoßen wird, auszusetzen.
II. Der Landtag stellt fest,
 dass der Tiertransport über lange Strecken zu schweren Belastungen für die Tiere
führt.
 dass der Export von gefrorenem Fleisch aus heimischer Schlachtung gegenüber dem Lebendtransport von Schlachttieren zu priorisieren ist.
III. Der Landtag fordert die Landesregierung auf,

1. sich dafür einzusetzen, dass die Lebendtransporte von Schlachttieren in Drittländern
durch geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen ausgesetzt werden, bis die
Einhaltung des EU-Tierschutzrechtes in den Drittländern gewährleistet ist.
2. darauf hinzuarbeiten, dass auf EU-Ebene die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 zum Schutz
der Tiere beim Transport überarbeitet wird; insbesondere sind die Transportzeiten auf
maximal acht Stunden ohne Ausnahme zu begrenzen.
3. stärker als bisher in einen Dialog mit dem Bund und den anderen Bundesländern zu
treten, um eine nationale Lösungsstrategie zu entwickeln.“ (Landtag NRW)

„Wir kommen zur Abstimmung.
Da die antragstellende Fraktion der AfD direkte Abstimmung beantragt hat, lasse ich somit über den Inhalt des Antrags Drucksache 17/3800 abstimmen. Wer dem Inhalt zu-stimmen möchte, den darf ich um das Handzeichen bitten. –Das sind die Abgeordneten der Fraktion der AfD. Gegenstimmen? –Das sind die Abgeordneten der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD, der Fraktion der FDP und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Gibt es Enthaltungen? –Das ist nicht der Fall. Damit ist der Antrag Drucksache 17/3800 abgelehnt. (Quelle: Landtag NRW Dokumenten Archiv)

Der Antrag wurde von der AFD eingereicht. Grund genug, für alle Abgeordneten der anderen Parteien, weiterhin für Tierleid zu stimmen.
🐃🐄🐖

Jetzt schreiben wir das Jahr 2019 und die Situation ist so dramatisch, dass bereits Amtstierärzte die Transport Genehmigungen verweigern, weil sie diese Missstände nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

Alle etablierten Parteien hätten mittlerweile Gelegenheit gehabt, den Antrag anders, „besser“ formuliert, einzureichen. Ihn aus der „richtigen“ Parteifraktion heraus, zu stellen.
Es war ihnen nicht wichtig.
Was für ein Armutszeugnis!

Auf dem Bild, das ist Hope. Eine Kuh, die anhänglich und klug, wie ein Hund durch das Leben geht und die vor dem Schlachthof oder vor dem Export ins Ausland, gerettet wurde.
Es sind alles sanftmütige, intelligente und liebenswürdige Geschöpfe, so wie Hope, an denen wir an der Autobahn vorbei fahren, während sie dem Tod entgegen reisen. Ein Reise, so qualvoll, wie ihr Ende.
Man möchte verzweifeln…

3 Gedanken zu „Warum sich im Tierschutz nichts bewegt? Warum qualvolle Langstreckentransporte nach wie vor legal und erlaubt sind? Dieser Text gibt Antworten!“

  1. Ich stimme dir zu. Es scheint nicht um eine sachlichen Entscheidungen zu gehen, sondern nur um kindliches Distanziergehabe. Es sollte egal sein, von wo aus Tiere einen besseren Schutz erfahren: ob von links, ob von rechts oder von der Mitte. Hauptsache, es geht weiter.

    Gefällt 1 Person

  2. Hat dies auf hubwen rebloggt und kommentierte:
    Das Dilemma mit den Tierschutzgesetzen.

    „Des Weiteren ist das Tierschutzgesetz durchzogen von Begriffen, die in der Rechtswissenschaft unter der Kategorie „unbestimmter Rechtsbegriff“ geführt werden. Gemeint sind damit Termini, die für sich genommen keinen klar definierten Deutungsgehalt besitzen und erst durch die sogenannte „richterliche Rechtsfortbildung“ Deutungsgehalt erlangen.“
    Und das ist genau so gewollt!
    https://www.tierbefreiungsoffensive-saar.de/literatur/jens-nowak/

    Liken

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