Chance, Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Gebet einer Streunerkatze

Ich bin so müde vom Laufen, vor Verzweiflung ganz krank und warte auf Rettung, hier unter der Bank.

Ich sitze im Regen, jeder Knochen tut weh, während ich zaghaft um Hilfe fleh. Ich such einen Menschen, für mich ganz allein, ein Zuhause, ein Bettchen, geborgen sein.

Mein letzter Besitzer, der jagte mich fort, seitdem esse ich Abfall und es gibt keinen Ort, an dem ich erwünscht bin, nicht einmal hier, sie traktieren mich mit Stöcken, werfen Steine nach mir.

Ich fühl mich so müde, hungrig und kalt und ich fürchte, ich werde nicht mehr sehr alt. Ich glaube, ich schaffe es nicht allein, es ist schwer, immer hungrig und einsam zu sein. Ich habe Würmer und Flöhe, die auf mir leben, trotzdem kann ich so viel Liebe geben.

Bitte schick´mir ein Wunder, ein Mensch, der mich sieht, jemand der nicht vor meiner Hässlichkeit flieht. Jemand, der auch an uns Streuner denkt und der Verlierern wie mir eine Chance schenkt.

Ich habe Angst, hier zu sterben, unter der Bank, ich bin verzweifelt,  so müde und krank.

Ich flehe dich an, bitte schick mir den Engel, der mich bei sich aufnimmt, trotz all meiner Mängel, der mich liebt und beschützt und für immer behält, bitte schenke mir einen Platz auf der Welt. ❤

(c) Text : Bettina Marie Schneider

 

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Geschrieben für Iron… und Luna …  für alle heimatlosen Katzen…

 

9 Gedanken zu „Das Gebet einer Streunerkatze“

  1. Super, weiter so. Nur der Ausdruck Streuner ist negativ besetzt ! Es sind keine freiwillig umher irrenden Tiere. Sie haben kein Zuhause und suchen mühsam nach Essen, weil sie von verantwortungslosen Menschen im Stich gelassen wurden, ausgesetzt wurden ! hungrig und traurig wissen sie nicht wo sie bleiben dürfen. ! Sie „streunen“ nicht freiwillig.
    Es sind heimatlose Tiere.

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  2. Es berührt mich sehr. Vor zwei Tagen, am letzten Dienstag, ist eine kleine „Streunerin“ in mein Leben getreten. Ich kam mir meinem Katerchen vom Tierarzt, als wir – mein Mann und ich sie sahen. Abgemagert und mit einem anscheinend verletzten Bein flüchtete Sie vor einem Passanten, dem sie ebenfalls aufgefallen war.
    Zu dritt, nach einer Jagd durch Brombeerhecken, Schlehen und ein Weizenfeld, konnten wir das arme kleine Wesen endlich fassen, unfassbar, welche Angst dieses kleine Geschöpf durchgestanden haben muss. Wir wussten aber, wenn wir sie jetzt nicht erwischen, dann wird sie elend und einsam eingehen.
    Wir fuhren sofort zu unserem Tierarzt zurück. Ein Katzenmädchen, so elendig abgemagert, nur noch knapp zwei Kilogramm Haut und Knochen, die rechte Schulter stark geschwollen. Das Bein war nicht, wie wir erst dachten verletzt, sie hatte einen Abszess in der Schulter und ein Projektil im Rücken. Unsere Tierärztin und wir taten alles was wir konnten. Die Tierärztin mit ihrem Fachwissen und allem, was an Medikamenten möglich war, wir mit unserer Liebe.
    Zwei Tage lang drehte sich bei uns alles nur um die kleine Katze. Aus anfänglicher Angst wurde bei ihr in Kürze Zutrauen. Sie spürte, dass wir ihr helfen wollten.
    Heute lag ich den ganzen Vormittag mit ihr auf unserem Bett – sie hatte ihr kleines Pfötchen in meiner Hand, baute Blickkontakt auf und schmiegte ihren ausgemergelten, geschundenen Körper an meinen – genoss meine Wärme. Zum Nachmittag hin blickte Sie mich wissend an und wurde sichtlich schwächer. Wir fuhren zur Tierärztin – das sechste Mal innerhalb von zwei Tagen, für die kleine war es die letzte Tour.
    Wie gerne hätten wir miterlebt, dass sie sich wieder erholt. wie gerne hätten wir sie verwöhnt.
    Wir konnten nichts tun, außer dem kleinen Katzenmädchen zwei Tage Liebe und Würde zu schenken. Nun ist sie nicht mehr unter uns und sie fehlt. Die kleine Katze hinterlässt eine große Lücke in unseren Herzen.
    Wir werden die kleine niemals vergessen. Wir haben sie Sarah getauft.

    Ich wünschte, jedes Lebewesen dieser Welt, dürfte wenigstens einmal in seinem Hiersein Liebe erfahren und ich bleibe wie immer optimistisch. Was sonst könnte mich am Leben erhalten, als der ewige Glaube daran, dass das Gute letzten Endes siegen wird – ach könnt ich dieses schöne Ende doch erleben.

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  3. Liebe Melanie, ich kann nachvollziehen, wie du dich fühlst….. Auch ich habe versucht, ein kleines Kätzchen am Leben zu erhalten – er war zwar kein Streuner, sondern „nur“ ein armer, kleiner kranker Kater…..
    Es tut heute noch weh…..
    BLACKY
    Eine neue Liebe warst Du für mich,
    im Glanz Deiner graublauen Augen spiegelte sie sich.
    Mit weißen Stiefeln und Handschuhen auf schwarzem Fell
    warst Du der Schönste, auch Näschen bis Bauch waren hell.
    40 Deka hattest Du nur zum Leben,
    die hast Du vertrauensvoll in meine Hände gegeben.
    Kleiner Kämpfer, Du warst mutig, wie es selten die Großen sind,
    warst so zärtlich und tapfer, mein Katzenkind.
    Was immer ich konnte, hab ich Dir gegeben,
    doch letztlich verlosch auch Dein siebentes Leben.
    Dankbar dafür, dass eine Woche ich Dich bei mir gehabt,
    fallen Tränen und eine wilde Rose auf Dein Katzengrab.
    Anno 2009
    Liebe Bettina, ich habe mich fast nicht getraut, deinen Text zu lesen…….
    Wie Melanie bleibe ich optimistisch – jeder einzelnen Seele dieser Welt soll es gut gehen – jede Seele soll Liebe erfahren!! Das ist mein Wunsch und mein Ziel! ❤ – ❤

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  4. Hallo, schön das es Menschen gibt, die sich so viele Gedanken machen und die Welt gerne verändern möchten. Tolle und sehr liebevoll geschriebene Artikel zum Thema Streuner. Vielen Dank.

    Gefällt 1 Person

  5. Hat dies auf hubwen rebloggt und kommentierte:
    Ich laufe mutterseelenallein in der Gegend herum. Warum sieht mich denn keiner? Warum mag mich niemand? Gibt es keine Menschen mehr mit Herz? Ich bin soooo müde. Muss ich denn sterben, weil mich niemand will?

    Liken

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