Tierschutz

Und dann, …in der letzten Nacht, kletterte ich auf den Balkon …

Und dann, …in der letzten Nacht, kletterte ich auf den Balkon …

Kaninchen sind äußerst gefragt als Haustiere. Keine Ahnung, woran das liegen könnte, denn eigentlich sind diese armen Wesen als Haustiere denkbar ungeeignet. Aber sie werden gern als pflegeleichte und anspruchslose Tiere dargestellt, die als „Spielgefährten“ für Kinder geeignet sind. So ein Schwachsinn!

Kaninchen sind Fluchttiere, ausgesprochen sensibel und eine wirklich artgerechte Haltung ist ein Riesenaufwand.
Die meisten vegetieren in ihren kleinen Käfigen in Einzelhaft. Dabei sind es Gruppentiere, die in der Natur immer, immer, den Kontakt zu Artgenossen pflegen. In der freien Natur haben sie auch einen unglaublich lebendigen Bewegungsdrang.
Man muss erst einmal auf die Idee kommen, ein soziales und bewegungsfreudiges Tier, ein Leben lang allein in einen kleinen Käfig zu sperren und das dann auch noch „Tierliebe“ zu nennen!

Würden Katzen oder Hunde so gehalten werden, gäbe es (zu Recht!) einen riesen Aufschrei. Aber es gibt tatsächlich keinen Unterschied. Käfighaltung für Kaninchen und andere Nager ist und bleibt, grausame Tierquälerei!

Pech für die armen Kaninchen, dass sie so niedlich aussehen!

Pech für die armen Kaninchen, dass sie auch noch so niedlich aussehen! Aber Kaninchen sind absolut keine Kuscheltiere sondern Fluchttiere und die Zwangs-Streicheleinheiten, die sie oft erfahren, bereiten ihnen große Angst. Sie werden instinktiv nervös, wenn sie vom Boden hochgehoben werden. Ihre Wirbelsäule hat eine sehr fragile Struktur und ein zu fester Griff bei einem strampelnden Kaninchen endet leicht mit einem Bruch des Rückrats.

Dann leben Kaninchen auch einen völlig anderen Tagesablauf als es in unseren Kinderzimmern üblich ist. Sie sind dämmerungsaktiv. Das bedeutet, sie möchten tagsüber gerne ruhen und sich am Abend dann richtig austoben. Meist ist das umgekehrt und wenn das Kaninchen wach und bereit wäre …sitzt es allein im Käfig und wird zur Nachtruhe verdammt, die sich manchmal über 24 h und länger ausdehnt, wenn niemand Lust hat, sich mit dem Tier zu beschäftigen.

All diese Gedanken gingen mir jedesmal durch den Kopf, wenn ich an dem winzigen Kaninchenkäfig vorbei ging, der auf einem Balkon, nahe des Ferienhauses stand, wo ich Urlaub machte. Niemand schien sich je um das Tier zu kümmern, es sass apathisch und einsam in seinem kleinen, kargen Käfig und hatte noch nicht einmal einen Schattenplatz.

Mein Gewissen signalisierte GRÜN.

Als ich damals abreiste, war der Käfig leer und meine Freundin hatte am nächsten Tag einen Neuzugang, in ihrem kleinen Freiland Rudel.

Man kann sie nicht alle retten, aber dieses Kaninchen durfte noch kennen lernen, wie es sich anfühlt, zu laufen, zu springen…zu graben…mit Artgenossen zu kommunizieren… es durfte erfahren, wie ein Leben außerhalb der kargen, engen Gefängniszelle aussieht, in die es lebenslänglich und in Einzelhaft verdammt worden war. Das Kaninchen hatte nichts verbrochen, um auf diese Weise bestraft zu werden. Das verdient niemand!

Kaninchenhaltung hat in den allermeisten Fällen nichts mit Tierliebe zu tun sondern ist Tierquälerei und Geschäftemacherei. Bitte sagt das weiter 

Solltet ihr bereits ein Kaninchen besitzen, lest euch doch einmal durch die Tipps in nachfolgendem Link:

https://www.peta.de/Kaninchenhaltung

 

Ein Gedanke zu „Und dann, …in der letzten Nacht, kletterte ich auf den Balkon …“

  1. Ein sehr guter Beitrag und soooooo wichtig! !!! Das gleiche Schicksal erleiden Hamster, Wellensittich und Meerschweinchen. Kleine „putzige“ Anfängertierchen mit kurzer Lebensdauer zum „Üben“….so denken viele Eltern, um ihrem Kind Kontakt mit Tieren nahe zu bringen. Kaum jemand macht sich Gedanken, was Kaninchen und Co. wirklich brauchen, um ein erfülltes Leben zu haben. Es ist zum Heulen, was, wie und wo sie (er)leben müssen! 😦

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