Tierschutz

Gewissenskonflikte :-(

Ein Blog ist auch immer eine tolle Sache, wenn man sich etwas vom Herzen schreiben möchte.  Manche werden vielleicht nicht verstehen, was mich gerade sehr belastet aber ich versuche es doch, denn diese Gedanken sind auch ein Schlüssel für viele Missstände im Tierschutz, für menschliches Versagen und Ego Trips. Nichts gegen Ego Trips aber sie sollten im günstigsten Fall immer einen Vorteil für die Tiere bringen.

Vielleicht hat der ein oder andere gelesen, was ich kürzlich in einem Blog erwähnte:

Einige kennen sicher meine Tagebuch Einträge auf dem Facebook Karma Blog. Dort schreibe ich in Tagebuch Form über die aktuellen Tierschutzbelange und es wird sehr positiv aufgenommen. Einfach einmal eine andere Art und Weise, den Menschen die Thematik nahe zu bringen und mir liegt diese Art zu schreiben. Auf diese Weise erhalten wir viel Hilfe, für die Helfer, die an der Front jeden Tag ihren Mann stehen müssen und die wir beständig und nachhaltig dabei unterstützen. Soweit so gut. Kürzlich erhielt ich einen Screenshot, darauf zu sehen war, wie  ein anderer, noch sehr junger Verein auf seiner Facebook Seite, um Unterstützung warb:„…Denn ihr kennt uns ja noch nicht. Wir befragen keine Tagebücher, denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…Da ich bisher der einzige Vereinsvorstand bin, der auf Facebook für Tierschutzfragen sein Tagebuch führt, war klar, gegen wen sich dieser kleine Nadelstich richtet. Das hat mich noch nicht einmal gestört, ich war nur erstaunt, wie klein und armselig viele Menschen denken, die immer glauben, sie würden selbst größer, wenn sie versuchen, andere klein zu machen. Das Gegenteil ist der Fall aber das muss jeder selbst herausfinden. Es ist doch Platz im Tierschutz für alle, die helfen möchten..jeder auf seine Weise. Aber dann …was dann folgte, machte mich sehr nachdenklich: ….denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…

Aha, bei ihnen geht es also wirklich um das nackte Überleben vor Ort  und bei anderen nicht? Oder wie soll man diese Ausführung im Zusammenhang mit meinen Tagebüchern verstehen?Wir reißen uns mittlerweile seit Jahren jeden Tag drei Beine aus, um so viele Leben wie möglich zu retten und jeder Tag ist ein neuer, verzweifelter Kampf, buchstäblich um Leben oder Tod. Schon ein wenig arrogant und auch dumm, solche Sätze in die Welt zu schreiben aber auch das ist keine Ausnahme. 

Ich hatte die Sache längst längst ad acta gelegt und alle, die dort mitwirken einfach von meiner Liste gestrichen, auch die wirklich vorbildlichen Helfer dort an der Front, denn ich kann nicht allen helfen und wenn ich schon jeden Tag so viele Stunden ehrenamtlich einsetze, dann rette und unterstütze ich da, wo man zumindest nett zu mir ist…gebraucht wird es überall…

Jetzt sah ich, dass einer dieser Helfer auf deren Vereins Seite verzweifelt um Hilfe bat.Es wurde dringend Geld für einen akuten Notfall benötigt und bisher gelang es nicht, die Mittel aufzutreiben.

Hätte es diese hässlichen, öffentlichen Seitenhiebe des anderen Vereins nicht gegeben, hätte ich vermutlich irgendetwas auf die Beine gestellt. Die Helfer und Tiere dieses  Notfalls sind mir bekannt und liegen mir sehr am Herzen und a bisserl was, geht immer….  Weil wir im eigenen Verein leider nicht einmal genügend Kapazitäten für alle unsere laufenden Projekte haben, greife ich in solchen Fällen dann auf meine privaten Netzwerke zurück, außerhalb von FB oder über diesen Blog hier oder bei der Hilfsbereitschaft von guten Freunden, letztendlich finde ich dann immer jemanden, der hier oder da oder dort das bereit stellen möchte, was benötigt wird.

Es ist ein großer zusätzlicher Aufwand, es kostet auch mich immer Überwindung, zusätzlich zu den Vereinsbelangen noch um mehr zu betteln und es ist auch nicht soo gut für unsere laufenden Projekte, der Kuchen ist leider nicht beliebig oft teilbar, was der eine erhält, fehlt dem anderen…wir achten im Team streng darauf…aber unter Freunden oder bei Helfern, die ich wirklich unterstützenswert finde oder die mich berühren, war es mir trotzdem stets ein Herzensanliegen. (Das waren dann meine Egotrips, die ich bei anderen Teammitgliedern ungern sehen würde  😉 )

Es sind jedoch keine Freunde, die diesen Notfall und die dazu gehörigen Helfer betreuen. Ich möchte mit ihnen nichts zu tun haben und werde mit meinen Möglichkeiten lieber anderen Tieren das Leben retten, menschlich sicher nachvollziehbar. Zu all dem Tierelend, dem Stress und der Arbeit jeden Tag, sind solche persönlichen Seitenhiebe das Letzte, was im Tierschutz benötigt wird. Sie tun mir nicht gut , sie tun niemandem gut!

Die Helfer können für all das nichts, sind aber darauf angewiesen, dass ihre Unterstützer- Vereine nicht ohne Not Brücken verbrennen, wichtige Hilfe verhindern und auf diese Weise Nachteile für die vierbeinigen Schützlinge in Kauf nehmen. Ohne triftigen Grund und selbst dann ungern, würde ich niemals jemanden im Tierschutz öffentlich angehen. Und selbst dann überlege ich drei mal vorher, wie klug es ist und welche Konsequenzen es für die bitter benötigte Hilfe hat. Andere tun es einfach. Und jetzt?

Ich drücke den Helfern ohne Hilfe fest die Daumen, dass diese Hilfe doch noch kommt. Die Liste der Hilferufe auf meinem Schreibtisch ist so lang, so viele Tierleben stehen überall auf dem Spiel, ich kann nicht allen helfen und werde mich daher weiterhin dort einbringen, wo man wertschätzend miteinander umgeht und meine Art zu Arbeiten nicht öffentlich abwertet.  Aber es tut mir unendlich leid für die Menschen, die Spielball solcher Egotrips werden und noch mehr leid für ihre Tiere.  Deshalb habe ich es trotzdem aufgeschrieben auch wenn es nicht jeder verstehen mag. Es passiert so oft und an so vielen Stellen. Man sollte im Tierschutz überlegen, welche Konsequenzen das eigene Handeln für die Menschen an der Front hat, deren Belange man vertritt und ob es das wert ist…

hexe

 

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