Tierschutz

Ein höflicher Brief als Antwort auf einen dummen Artikel über eine Taube…

Wie schreibt man höflich an einen empathielosen Menschen, der Humor mit Unwissenheit, ja sogar Hetze verwechselt und der auf diese Weise seinen Beitrag zu den täglichen Tierquälereien leistet? Ich habe es einmal versucht…

Sehr geehrter Herr Schulz,

ihre Kolumne im Nordkurier über Tauben war so ziemlich das dümmste und widerwärtigste, was in letzter Zeit über diese intelligenten und sozialen Tiere geschrieben wurde. Ich vermute, Sie fanden es witzig.
Wer Begriffe wie „Salmonellenbomber“, „kotendes Federvieh“, „Ratten der Lüfte“, „Gossenvögel“…etc. für Tauben verwendet, der zeigt nicht nur deutlich das eigene Niveau auf sondern befeuert weiter die Tierquälereien an unzähligen Tauben in unseren Städten.

Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, warum die Tiere dort leben (es sind ausgesetzte Brief- und Hochzeitstauben und deren Nachkommen), dass diese Vögel auf Standorttreue gezüchtet wurden und biologisch gar nicht in der Lage, sich einen besseren Standort zu suchen als eine lebensfeindliche Stadt, mit Menschen, wie Ihnen.

Tauben sind auch keine „Salmonellenbomber“ oder „Ratten der Lüfte“, das ist übelste Hetze, die wieder viele Tritte gegen die hungrigen Tiere befeuern wird, denn artgerechte Nahrung gibt es in unseren Städten auch nicht. Körnerfresser ernähren sich nur im äußersten Notfall von Abfällen, wie Ratten. Für die Stadttauben ist jeder Tag ein Notfall und Überlebenskampf.

Natürlich können Tauben krank werden wie jedes andere Lebewesen auch. Die meisten Erreger bei Tauben sind jedoch wirtspezifisch, das bedeutet, sie können nicht auf den Menschen übertragen werden. Tauben sind für Menschen nicht gefährlicher als Amseln, Meisen oder Spatzen. Menschen sind es, die für andere Menschen gefährlich sind und Krankheiten übertragen!
Solche Märchen, wie die Salmonellenangst verbreiten übrigens Firmen, die mit der Beseitigung von Tauben ihr Geld verdienen.
Jeder Griff eines Einkaufwagens hat mehr Krankheitspotential und trägt mehr Keime, als die arme Taube, die sich in Ihr Wohnzimmer verflogen hat.

Ein bisschen Unwissen, eine ordentliche Prise Gossensprache und etwas Polemik…fertig ist ein launiger Artikel, der Ihnen ein paar Euro bringt aber gleichzeitig viele Tauben zum Opfer von weiteren Tierquälereien, Tritten und Verbrämungsmaßnahmen machen wird.
Die Menschen glauben solchen Unsinn, wenn er in der Zeitung steht.

Meine Bitte: Etwas mehr Recherche und auch Verantwortung denen gegenüber, die sich nicht wehren können und keine Stimme haben.
Sollten Sie sich ernsthaft für nachhaltige Information interessieren, ich habe hier etwas Information. Nicht launig, nicht witzig… aber dafür sachlich korrekt:
https://www.peta.de/stadttauben
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NEVER be silent…find your voice for animals
Schweigt nicht… gebt den Tieren eine Stimme

never be silent

7 Gedanken zu „Ein höflicher Brief als Antwort auf einen dummen Artikel über eine Taube…“

  1. Hat dies auf Literatur, Manuskripte, Kunst, Kultur, Natur, Gesellschaft und Kritik rebloggt und kommentierte:
    Es gibt leider überall Menschen wie den hasserfüllten und dabei unwissenden Taubengegner, der mit Sicherheit auch keine Gefühle für die andere Tiere hat. Er schreibt sich seinen Hass und seine persönliche Unzufriedenheit von der Seele, öffentlich. Er ist in guter Gesellschaft mit ähnlich gearteten Schreibern, vielen Mitbürgern in unserer Nachbarschaft und sogar sogenannten Tierfreunden, welche etwa Füchse angeblich lieben, andererseits Katzen hassen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Tierhasser nicht zum Zug kommen, weder schriftlich noch verbal noch praktisch.

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  2. Diesem höflichen informativen Brief ist nichts hinzuzufügen. Und es wäre zu wünsche, daß viele ungebildete Taubenverächter und -quäler diesen Brief lesen. Auch ist zu wünschen, Tierschutz und Aufklärung in das Lernprogramm der Kindergärten und Grundschulen zu integrieren.

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  3. Perfekt gehandelt, wunderbar geschrieben. Leider haben die Empfänger aufgrund ihrer Spezifikation als Ignoranten und auch mit ausreichend Dummheit gesegnet, meist nicht die entsprechenden Andockstellen im Hirn, um solche Themen überhaupt verarbeiten zu können.

    Ich plädiere seit vielen Jahren für eine schnelle und schmerzfreie Endemie, medizinisch unüberbrückbar: die Unfruchtbarkeit des Menschen.

    In 100 Jahren ware Ruhe. Man wuerde sich einfach nicht mehr fortpflanzen. Jede Tiergattung außer uns hat einen regulatorischen Mechanismus für Bevölkerungsexplosionen.

    Gefällt 1 Person

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