Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Für Luna im Sternengarten <3 Für mein süßes Katzenmädchen mit dem Herzen aus Kruppstahl

Für Luna …

Es war nicht so, als ob all das überraschend kam…
Wenn man mit einem schwer kranken und steinalten Lebewesen zusammen lebt, dann ist man vorbereitet.
Ich war seit langem vorbereitet und trotzdem zog es mir den Boden unter den Füßen weg.
Vielleicht, weil sie wirklich etwas besonderes war. Natürlich war sie besonders!
Ihre Intelligenz war manchmal fast erschreckend.

Ganz sicher aber stürzte ich erst einmal in einen tief schwarzen Strudel der Trauer, weil wir in 18 langen Jahren unglaublich eng zusammen gewachsen waren, seit sie zusammen mit ihrer Schwester Lillyfee bei uns einzog.
Die spanischen Mülltonnenprinzessinnen kamen via Flugpate in München an und bereits am ersten Abend, nach diesem Blinddate,… im Internet gefunden, verliebt und adoptiert …seit diesem Tag, war unser Seelenpakt beschlossene Sache.

Ich denke, Luna hielt sich nie wirklich für eine Katze…
Natürlich konnte sie springen, wie ein Akrobat.
Sie holte die Motten notfalls auch aus zwei Metern aus der Luft und natürlich konnte sie jagen.
Jeden Tag kam sie mit schmutzigen Pfötchen vom Maulwurfgraben aus dem Garten.
Aber viel lieber war sie Muse, Freundin, Seelentrösterin oder Diva, und ließ sich bewundern.
Ich liebte sie, wie man eine Katze nur lieben kann und sie liebte mich.
Besonders das letzte Jahr, war Luna mehr oder weniger 24h mein Schatten. Es ging ihr schon lange nicht mehr gut.
Meine Gedanken drehten sich einzig um ihr Wohlbefinden… und umgekehrt. Wann immer ich eine Hand brauchte, reichte sie mir ihr Pfötchen.

Jetzt war es also vorbei. Für immer.

Als die Tierärztin gegangen war, wiegte ich den toten, aber noch weichen und warmen Körper eine Zeit lang in meinen Armen und verabschiedete ihre Seele.
„Gib mir Zeichen. Zeichen, die ich auch erkenne…“ ,
weinte ich in ihr Fell.
„Bitte lass mich nicht allein!“
Dann tat ich, was man so tut, wenn man etwas unglaublich Wertvolles verloren hat.

Eine Kerze anzünden. Weinen. Nachsehen, ob sie auch bequem in ihrem kleinen Sarg liegt. Dann weinen. Überlegen, wo ich sie begraben soll.
Dann noch mehr weinen, denn an dem Abend, genau an dem Abend, als ich strahlend nach Hause kam und ihr erzählte, dass ich das perfekte Haus für uns gefunden hatte…da war sie die erste Nacht nicht von der Couch mit ins Schlafzimmer gefolgt. Zum ersten mal, in ihrem gesamten Leben. Sie war zu schwach. Da wusste ich, es geht zu Ende.

Sie würde nicht mehr den wunderschönen Garten am Wald, mit dem kleinen Bächlein erleben, den ich für sie ausgesucht und endlich, endlich gefunden hatte.
Vielleicht war ihre Mission jetzt erfüllt, mich bis zu diesem Schritt zu begleiten. Ich glaube, ohne sie an meiner Seite, hätte ich es niemals geschafft.
Ein Wunder, wie ihr kleines Herz eisern durchgehalten hat, woher sie die Kraft nahm… ich glaube, es war die Magie der Liebe.

Ich weinte, als ich ihren kleinen Sarg mit Blumen schmückte, als ich zum 1000. Mal nachsah, ob sie auch wirklich tot ist und ob sie gut liegt…ich weinte, während ich ein paar Besorgungen machte, alles was ich auf ihr Grab pflanzen möchte und dann später samt ihrem Sarg mit umziehen … und wer das nicht verstehen kann, weil es „ja nur eine Katze war“ … der hat keine Ahnung von Liebe, die sich in so vielen Gestalten zeigt und die keinen Unterschied macht, ob das Herz, das man liebt, in einem Körper mit zwei oder vier Beinen schlägt.
Ich weinte, als ich die Erde über das kleine Kistchen mit ihrem Körper schaufelte, als ich die Blumen pflanzte, während ich ein Bild machte.

„Ich werde nie mehr schreiben können, ohne traurig darüber zu sein, dass sie nicht hinter mir am Rechner sitzt oder auf dem Schoss“,
dachte ich, während ich auf einem langen Spaziergang im Wald die Gedanken sortierte. Schreiben und Luna waren immer untrennbar miteinander verknüpft.
Es gab nichts mehr für mich zu tun.
Alles war erledigt, Luna war begraben, vorbei, Geschichte.
Ich wollte nicht schreiben, nicht lesen, nicht einmal, was man mir Liebes zu ihrem Tod geschrieben hat, nicht essen, … ich war erschöpft und müde.
Trauer macht müde und zieht die Energie wie ein riesen Staubsauger aus den Knochen und die Lebensfreude aus dem Herzen. Ich schlief ein.

Auch im Traum verfolgte mich die Trauer. Ich sprach mit ihr.
„Es reicht mir nicht, dass du immer bei mir im Herzen bist.
Ich möchte dich anfassen und streicheln, dich um mich haben. Ich kann nicht arbeiten ohne dich. Ich werde nie mehr arbeiten und schreiben können…“
Luna zuckte in meinem Traum nur kurz mit der Schwanzspitze. Immer ein Zeichen, dass ich ihre Geduld überstrapaziert hatte und gleich ihren spitzen Zähnchen ausweichen musste.
„Du musst wieder schreiben. Das wissen wir beide. Und ich werde dir gleich jemanden schicken, den du streicheln kannst..“

Dann spürte ich ihre Schnurrhaare an meiner Hand und wachte auf.
Es waren tatsächlich Schnurrhaare an meiner Hand. Aber nicht Lunas. Es war die Nachbarkatze, die bisher noch niemals zu mir in den Garten oder in die Wohnung gekommen ist. Heute schon.
Sie sprang zu mir auf die Couch und dachte wahrscheinlich, „diese Frau ist völlig verrückt. Warum weint sie, wenn man nur für einen kurzen Besuch vorbei schaut? Mag sie keine Katzen?“ … und dann schmusten wir eine Runde.
Eine Katze war das einzige Lebewesen, das ich gerade um mich haben wollte und Luna hatte es mir vorbei geschickt.
Sie hatte im Sternengarten bereits damit begonnen, weiter auf mich aufzupassen 
——

Ach Luna… du hast immer gesagt,
niemand sollte sich dafür schämen, Magie zu besitzen, tiefe Emotionen zu spüren und dabei ein bisschen verrückt zu sein, das macht eine gute Hexe erst aus!
Ich werde das weiterhin beherzigen, ich werde auf deine Zeichen achten … und unsere Geschichten vom Sternengarten erzählen, von deinem Sternengarten  .
Du fehlst …

(Bettina Marie Schneider)

 

Lunas Abschied
Luna … das letzte Bild von ihr ❤ 

14 Gedanken zu „Für Luna im Sternengarten <3 Für mein süßes Katzenmädchen mit dem Herzen aus Kruppstahl“

  1. Fühl dich umarmt❤️❤️❤️ Auch wenn sie im ❤️❤️ Bleiben, fehlen sie – jeden Tag- und frau kann glücklich sein, sie „gehabt“ zu haben😘😻😘😻😘😻

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Bettina..
    Ich weine heiße Tränen, um deine Luna, über die wundervollen, liebenden Worte, die aus deinem Herzen kommen.
    Aber auch über meine Tiere, die bereits im Regenbogenland sind, meine beiden alten Katzen.. Baby und Emma…deren Abschied mir bevor steht und über all die armen Seelen, die gehen müssen, ohne je geliebt zu werden.
    Was für eine traurige Welt.

    Ich bin froh, dass es Menschen wie du gibt, die so ganzheitlich denken und genauso wie wir, jede Seele als solche sehen.
    Danke für dein Sein ❤️

    Deine Luna wartet auf Dich, und irgendwann werdet ihr den langen Pfad durch saftige Wiesen und Wälder gemeinsam weiter gehen.

    Ich drück dich von Herzen

    Marion
    Tierschutzgruppe Herzensmenschen e.V

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.