Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan

Selbstfürsorge, sich selbst pflegen… ist oft eine sehr unschöne Sache.

Selbstfürsorge, sich selbst pflegen… ist oft eine sehr unschöne Sache.

Sie erfordert eine exakte Liste deiner Versäumnisse, erzwingt eine disziplinierte Morgenroutine, sie kocht sich gesunde Mahlzeiten und rennt nicht länger nur von ihren Problemen weg und nennt die Ablenkung dann „eine Lösung“.

Es ist oft das Hässlichste, was du dafür tun musst …
wie dich durch ein weiteres Training zu schwitzen oder einem toxischen Freund zu sagen, dass du ihn nicht mehr sehen willst
oder einen zweiten Job anzunehmen, damit du über ein Sparkonto und Reserven verfügst,
oder einen Weg finden, dich selbst zu akzeptieren, damit du nicht ständig davon erschöpft bist, alles zu jeder Zeit sein zu wollen und dann gezwungen bist, dringend benötigte Pausen vom Leben zu machen,
wie ein bisschen Öl in ein Bad zu geben, in Marie Claire Journalen zu blättern und dein Telefon einen Tag lang abzustellen.

Eine Welt, in der Selbstfürsorge ein so angesagtes Thema sein muss, ist eine kranke Welt.

Selbstfürsorge sollte nicht etwas sein, worauf wir zurückgreifen, weil wir so vollständig erschöpft sind, dass wir eine Pause von unserem unerbittlichen inneren Druck brauchen.

Wahre Selbstfürsorge ist kein Ölbad und kein Schokoladenkuchen, sondern die Entscheidung, ein Leben aufzubauen, von dem du nicht regelmäßig entfliehen musst.

Und das erfordert oft das, was du am wenigsten tun möchtest.

Es bedeutet, dass du deinen Fehlern und Enttäuschungen ins Auge sehen und eine neue Strategie entwickeln musst.
Es befriedigt nicht deine unmittelbaren Wünsche.

Es ist loslassen. Es ist neue Entscheidungen treffen. Es ist einige Menschen zu enttäuschen.

Es bedeutet, Opfer für andere zu bringen.
Es ist eine Art zu leben, die andere Menschen nicht wollen.
Es ist, anders zu leben als andere. Vielleicht kannst du anders leben, als  die meisten Menschen das können.

Es ist, sich normal zu fühlen. Ganz normal. Ausnahmslos.

Es ist, manchmal einfach eine schmutzige Küche zu haben und zu entscheiden, dein ultimatives Lebensziel ist es nicht, Bauchmuskeln zu haben und mit deinen falschen Freunden Schritt zu halten.

Es ist, darüber nachzudenken, wie viele deiner Ängste daher rühren, dass du dein Potential nicht ausschöpfst, und wie viele daher rühren, dass du darauf trainiert wurdest, in bestimmten Schemen zu denken, ehe du überhaupt wusstest, was gerade passiert.

Wenn du dich regelmäßig der Selbstpflege durch Konsumieren widmest, liegt das daran, dass du von der eigentlichen Selbstpflege abgekoppelt bist, die sehr wenig mit „sich selbst verwöhnen“ zu tun hat, und eine ganze Menge damit, sich selbst zu erziehen und Entscheidungen auf lange Zeit für das eigene Wohlbefinden zu treffen.

Das bedeutet, dein hektisches und unvernünftiges Leben nicht länger als Rechtfertigung für Selbstsabotage in Form von Genussgiften und dem Aufschieben wichtiger Dinge, vorzuschieben.
Es geht darum zu lernen, wie man aufhört, sich selbst zu „reparieren“ und anfängt, auf sich selbst aufzupassen… vielleicht stellt man dann fest, dass dieses liebevolle „Aufpassen“ viele Probleme löst, die du immer schon gerne lösen wolltest.

Es bedeutet, der Held deines Lebens zu sein, nicht das Opfer.

Es bedeutet, dass du deine Synapsen so lange neu verdrahten musst, bis dein Alltag nichts mehr ist, von dem du dich erholen musst.

Es ist nicht länger die Entscheidung für ein Leben, das gut aussieht, sondern für ein Leben, das sich gut anfühlt.

Es bedeutet, verdammt noch mal, einige Ziele aufzugeben, damit du dich um andere Pläne kümmern kannst.

Es ist ehrlich, auch wenn das bedeutet, dass es nicht überall gut ankommen wird.

Es wird deinen ureigensten Bedürfnissen gerecht, und damit bist du nicht mehr ängstlich und abhängig von anderen Menschen.

Es bedeutet, zu der Person zu werden, die du immer sein wolltest und die deine Bestimmung ist:
Jemand, der weiß, dass Ölbäder und Schokoladenkuchen tolle Wege sind, um das Leben zu genießen – aber nicht, um davon Abstand zu finden.

(c) deutsche Übersetzung/ Bettina Marie Schneider.
Frei übersetzt nach der englischen Original Vorlage von
(c) -Brianna Wiest

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