Aufreger, Lifestyle

Frauenfeindlich? Sexistisch? Pah! Ich sehe da ein ganz anderes Problem! Altersdiskriminierung!

STICHWORT DISKRIMINIERUNG…Frauenfeindlich? Sexistisch? Pah! Ich sehe da ein ganz anderes Problem!

Wenn ich den Medien Glauben schenken würde … was ich schon lange nicht mehr tue…, dann müsste ich glauben, mein größtes Problem als Frau, wäre beständig angegraben, benachteiligt oder diskriminiert zu werden.
Diese Problematik existiert bei vielen Frauen durchaus. In meiner persönlichen Wahrnehmung steht jedoch eine andere Form der Diskriminierung ganz oben auf der Shitlist und seltsamerweise fällt sie kaum jemandem auf!
Ich spreche von Alterdiskriminierung.

Ist euch schon einmal aufgefallen, wie abfällig über alte Menschen gesprochen und geschrieben wird?
Es beginnt mit dem Wort „Oma“ oder „Opa“ für Menschen über 60, selbst wenn sie keine Enkelkinder haben und endet bei der Unterstellung, alte Menschen wären senil, sobald sie eine abweichende Meinung äußern. „Senil“ ist dann neuerdings das Totschlag Argument.

Ich lese eine Fernsehkritik im Stern, die ein Sendeformat als „Rentnerclub“ bezeichnet. Nicht mein Musikgeschmack, aber es würde mir nie in den Sinn kommen, mich so unverschämt dazu zu äußern!

Bei jedem Autounfall wird neuerdings betont, wenn ein älteres Semester den Schaden verursachte, meist im Zusammenhang mit der Forderung nach Überprüfung der Fahrtüchtigkeit ab einem gewissen Alter. Übersehen wird dabei gern, welche Altersgruppe nach wie vor die meisten und schlimmsten Unfälle erzeugt. Das sind nicht die Ü 60 Fahrer, die meist eventuelle Risiken mit angepasstem Fahrverhalten ausgleichen.

Klimawandel… Die Alten sind schuld! Omas sind nicht nur Umweltsäue sondern es wird vorgerechnet, dass die Alten an allem Schuld sind, im übrigen keine Ahnung von irgendetwas haben und dazu das meiste CO2 verbrauchen. Also weg mit ihnen!

Eine Meinung wird der alten Generation auch nicht mehr zugestanden. Wozu das öffentliche Leben mitgestalten, wozu Stimmrecht? Sie sind sowieso bald tot…
All das und so viel mehr gegen alte Menschen, ist jeden Tag in den Medien zu lesen. Es scheint niemanden zu stören. Alte Menschen sind die einzige Bevölkerungsgruppe, die jeder zu jeder Zeit ungeniert diskriminieren darf!

Achtet doch einmal aufmerksamer darauf, wie abwertend und geringschätzig neuerdings alles, was irgendwie mit Alter oder alten Menschen zu tun hat, abgetan wird.
Unsere Gesellschaft verhält sich so, als wären alte Menschen automatisch senil, nicht urteilsfähig, physisch eingeschränkt und wertlos..selbst als TV Publikum wünscht man sich keine alten Menschen…igitt!!!

Ist es nicht wahnwitzig, dass unsere Gesellschaft neuerdings zwar sämtliche Begriffe und Bräuche ächtet, sobald sich jemanden dabei auch nur diskriminiert fühlen KÖNNTE, (Stichwort, Faschingskostüm Indianer. Mohrenkopf, etc) …
während sie auf der anderen Seite mit beleidigenden und abwertenden Begriffen für alte Menschen und deren Interessen und Bedürfnisse nur so um sich wirft.
Altersdiskriminierung in den Medien und Kommentarspalten, scheint anderen Regeln zu unterliegen. Ich würde sie gerne verstehen!

Von daher …Frau bin ich trotz aller kleiner und großer Hindernisse zur Gleichberechtigung, sehr gerne.
Das lasse ich mir von niemandem madig machen  auch nicht, von den neuen Frauenrechtlerinnen…
Aber alt zu werden … in einer Zeit, in der nicht nur alt auszusehen sondern bereits das Alter an sich, als ein gesellschaftlicher Makel gilt, als wertlos und lästig deklariert…das wird weniger lustig.

Wenn ich mir unsere neue Gesellschaft so ansehe, frage ich mich zunehmend, wer all diese unerzogenen und arroganten Kinder in die Welt gesetzt hat, die heute den Ton angeben.
Wer hat sie zu solchen oberflächlichen und empathielosen Menschen erzogen??
Zumindest daran sind wir „Alten“ wohl doch schuld…

7 Gedanken zu „Frauenfeindlich? Sexistisch? Pah! Ich sehe da ein ganz anderes Problem! Altersdiskriminierung!“

  1. Dabei stellen wir Babyboomer eine so mächtige Konsumenten Gruppe, … wir sind Influencer, um dieses Wort zu verwenden :-), wir könnten uns wehren… wenn wir denn wollten. Offensichtlich stört es niemanden. Mich schon!

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  2. Ja wie wahr..
    Das wird obendrein über andere Kulturen gemeckert und gelästert, wobei ich diese keineswegs in allem bejahen würde!
    Jedoch gerade diese Kulturen ehren ihre alten Menschen.
    Da gibt es kein abwerten oder gar pfandflaschensammeln, was ja wohl bald als Nebenberuf im Alter festgeschrieben wird.
    Gibt kein abschieben und missachten.
    Nur ein Miteinander.
    Ich bin 64..
    Bekomme langsam Panik 😔

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  3. Diese Nichtachtung älterer Menschen ist mir auch schon des öfteren aufgefallen. Ein weiterer Makel in unserer Gesellschaft. Das ist wohl die Folge einer umfassenden Prägung auf völlig falsche Werte. Ich habe noch gelernt, meine Oma – dieses Wort ist sehr liebevoll gemeint, denn ich habe meine Oma sehr geliebt und vermisse sie – zu respektieren. Ich liebte es, bei ihr zu sitzen, ihren Geschichten zu lauschen. Meine Oma war sehr belesen und hatte eine große Lebensklugheit. Sie hat drei Kindern durch die harten Kriegs- und Nachkriegsjahre gebracht.

    Eines dieser Kinder, meine Mutter, ist heute ebenfalls im fortgeschrittenen Alter von nunmehr 82 Jahren. Sie lebt, gemeinsam mit mir und meinem Mann. Sie verwöhnt uns gerne und erlaubt es mir, immer noch ein bisschen Kind sein zu dürfen. Ich freuen mich jeden Morgen, dass ich sie noch habe. Auch ihren Geschichten, aus einem bewegten Leben lausche ich gerne. Sie bildet sich immer noch gerne weiter und hat sich mit 78 Jahren entschlossen, vegan zu werden. Sie ist aufgeschlossen und interessiert an vielem – deutlich mehr, als ich von vielen Vertretern der jungen Generation erlebe. Sie achtet die Umwelt, lebt sparsam und bescheiden.

    So wie meine Mutti und meine Oma, sind es doch die alten Menschen, denen wir so vieles zu verdanken haben. Sie haben uns Land zu dem gemacht, was es heute ist – ein Ort, an dem Milliarden Menschen weltweit gerne leben würden. Durch ihrer Hände Arbeit geht es uns heute gut. Es sind nicht die Alten, die mit protzigen SUVs zum Brötchenholen fahren, die dreimal im Jahr mit einem Billigflieger nach „sonstewo“ in den Urlaub fliegen oder ständig das neuest Smartphone haben müssen.

    Ich persönlich bin stolz auf unsere Alten und hoffe, wenn ich einmal soweit bin, dass meine Omi und meine Mutti dann stolz auf mich währen, so wie ich stolz auf sie bin.

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  4. Sah gestern im TV einen Bericht über Witwen in Indien, die von der Familie verstoßen werden und auf die Hilfe von NGO’s angewiesen sind, da keinerlei finanzielle Hilfen, auch nicht vom Staat. Selbst der eigene Sohn wünschte ihr den Tod.

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