Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Geschichten aus dem Karma Cottage – Die Mission Teil I – VI

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Sie kamen auf der Straße zur Welt. Kein wirklich guter Start.
Die meisten Straßenbabies überleben ihre ersten vier Monate nicht, sie verhungern, werden von wilden Hunden gefressen, sie sterben an Infektionskrankheiten oder werden überfahren.

Doch diese beiden Katerchen hatten Glück.
Ihr Vater, der größte und schönste rothaarige Kater im Revier, wachte über seinen Nachwuchs. Alle hatten großen Respekt vor ihm.
Wenn er sich nach seiner letzten Patrouille zu ihnen ins Gebüsch legte und ihre Mutter ablöste, die Kleinen zu wärmen, dann erzählte er ihnen alles, was sie wissen mussten.
Er erzählte ihnen auch, sie hätten einen Auftrag, eine wichtige Mission zu erfüllen:

„Jede Katze kommt mit einer Mission in die Welt, müsst ihr wissen. Meine Mission ist es, unser Straßenrudel zu schützen, die eurer Mutter ist es, schön und wild zu sein… und eure Mission, die müsst ihr erst noch herausfinden.
Aber als meine Söhne erwarte ich Großes von euch. Vielleicht seid ihr sogar für einen Menschen bestimmt!
Das ist die schwierigste Aufgabe. Menschen sind seltsam, müsst ihr wissen…“
Dann schnurrte er nachdenklich. Denn wie sollten diese beiden Katerchen jemals den Menschen finden, für den sie bestimmt waren?
Der rote Kater war erfahren und wusste viele Dinge. Aber auf manche Fragen hatte auch er keine Antwort.

Dafür hatte die Mutter der beiden eine Idee.
Als das nächste Mal jemand an die Futterstelle kam, brachte sie ihre beiden Söhne einfach mit. Vielleicht würde sich jemand um sie kümmern? Vielleicht war irgendwo doch noch ein sicherer Platz in der Menschensiedlung frei?

Die beiden Katzenkinder staunten über die vielen anderen Katzen, die sich hier alle zum Festmahl versammelt hatten. Große und kleine, schwarze, weiße, alte und junge Tiere.
Es gab genügend Futter für jeden und dieses zweibeinige Wesen mit der freundlichen Stimme, das war dann wohl der Mensch, von dem ihr Vater erzählt hatte?

Fragend drehten sie sich zu ihrer Mutter um…aber die war plötzlich nicht mehr da. Menschen waren nicht so ihr Ding. Obwohl sie mittlerweile wusste, dass es auch freundliche Exemplare gab, hielt sie sich lieber fern und beobachtete aus einem sicheren Versteck heraus, ob der Plan aufgehen würde…ob der Mensch an der Futterstelle die beiden Babies in Obhut nehmen würde. Sie wünschte ihren Söhnen nur das beste Leben, auch wenn es den Abschied bedeutet.

Die beiden saßen nicht lange allein. Ehe sie begriffen hatten, was gerade passiert, wurden sie bereits von sanften Händen ergriffen und in einen Käfig gesetzt.
So begann völlig unerwartet für sie, die lange Reise, die Suche nach IHREM Menschen, nach ihrer Mission.

Mit einem halb glücklichen, halb traurigen Seufzer drehte die Katzenmutter sich noch ein letztes Mal um und sah dem Auto nach. Dann machte sie sich auf den Weg, um dem roten Kater und der Kolonie zu verkünden, dass ihre Babies es geschafft hatten…
Sie waren jetzt in sicherer Obhut und würden niemals Straßenkatzen werden, die beständig auf der Hut und im Ungewissen leben müssen, die hungern und frieren…

Diese beiden Kinder würden es einmal besser haben als sie…und sie würden mit etwas Glück vielleicht sogar ihre Bestimmung finden…einen Menschen glücklich zu machen.
Die zarte, weiße Siammix Kätzin mit den blauen Augen schnurrte zufrieden. Sie war sehr stolz auf ihre Söhne! …

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Während man in der Katzen Kolonie die Rettung der beiden Katerchen mit einem ausgiebigen Mondenspaziergang feierte, war den beiden Helden dieser Geschichte noch nicht so ganz nach Feiern zumute.
Sie waren in einem kleinen Raum, es gab ein Bettchen, es war warm, es gab Futter… aber richtig wohl war ihnen trotzdem nicht. Sie fühlten sich einsam.

Natürlich hatte ihre Mutter sie am Morgen sanft auf das große Abenteuer vorbereitet. Aber sie hatte dabei nicht erwähnt, dass sie dieses Abenteuer ohne ihr vertrautes Rudel erleben würden.

„Mama fehlt mir“, jammerte der Jüngere der beiden.
Sein älterer Bruder, drei Minuten älter, um genau zu sein, tröstete ihn.
„Sie hat gesagt, ganz gleich, was passiert, wir sollen uns keine Sorgen machen! Helden müssen tapfer sein … und wir sind ihre kleinen Helden!
Also hör auf zu jammern und warte einfach ab, was passiert.
Wenn dieser Mensch, der uns hierher gebracht hat, jetzt unsere Mission ist, dann müssen wir uns bald um ihn kümmern!
Aber erst einmal wird geschlafen. Ich habe so viel gegessen, ich bin pappsatt und müde!“
Sie kuschelten sich eng aneinander und schliefen ein.

In dieser Nacht ging auch eine andere Katze im Mondschein spazieren.
Sie setzte sich ganz an den den Rand des Sternengartens und sah nachdenklich auf die beiden Katzenbrüder.
Ob sie eine gute Wahl wären? Ob es sehr schwierig werden würde, sie zusammenzubringen?

Sie kniff die Augen zusammen und schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Wieder scharf wie ein Adler sehen zu können, war eine der schönsten Errungenschaften im Sternengarten.
Es waren ein paar Tausend Kilometer.
Aber Liebe kennt keine Entfernungen und keine Zeit.
Der Sternengarten war noch viel weiter entfernt von ihrem Menschen, als diese beiden Katzenkinder und doch waren sie sich ganz nahe.

Sie beschloss, noch eine Weile darüber nachzudenken. Sie wollte die beiden noch eine Weile beobachten und dann ihre Entscheidung treffen.
Luna kuschelte sich in eine weiche Wolke und schickte vor dem Einschlafen noch einen schönen Traum auf die Erde. Darin kamen kleine, weiße Katzen vor und sie fand ihn sehr gelungen…

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Die Mission Teil III

„Wann hat sie das gesagt?!!!
Der kleine weiße Kater sah seinen älteren Bruder zweifelnd an.
„Bist du sicher? Sie ist also gar nicht unsere Misssion und wir müssen weiter nach unserem Menschen suchen?“

Er war enttäuscht, denn in diesem Zuhause hätte es ihm sehr gefallen. Mittlerweile hatten sie sich gut eingewöhnt, der Mensch sprach immer nett zu ihnen. Im Haus gab es viele interessante Dinge zu entdecken und er hatte die Frau, mit dem dunklen Fell am Kopf, bereits richtig lieb gewonnen.
Seine Schnurrhaare vibrierten vor Aufregung, während er versuchte, zu verstehen.

„Was meinte sie damit, dass wir bald in ein Tierheim umsiedeln müssen, wenn sich bis zum Winter niemand findet, der uns adoptiert? Warum nimmt sie uns nicht einfach mit, wenn sie wieder zurück in ihre Heimat zieht?“
Er sprang auf die Fensterbank und sein Bruder tat es ihm nach. Auch er hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Was sollte aus ihnen werden, wenn bis dahin niemand sie adoptieren wollte?

Gemeinsam beobachteten sie durch die Fensterscheiben, wie der Herbststurm durch den Garten fegte und hingen dabei ihren düsteren Gedanken nach.
„Wie sollen wir jemanden finden, der gar nicht weiß, dass wir nach ihm suchen???“

Während die beiden Katerchen sich den restlichen Nachmittag mit Spielen vertrieben, schrieb ein paar Tausend Kilometer entfernt, eine Frau gerade eine Bewerbung. Sie hatte die heimatlosen Kätzchen auf Facebook gesehen und wollte sie gerne adoptieren.

Luna sah ihr vom Rand des Sternengartens dabei interessiert über die Schulter und zuckte ärgerlich mit der Schwanzspitze!
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, so lange zu überlegen!
Heute Nacht wollte sie den beiden Katerchen und ihrem Menschen den ersten Traum senden, der Traum, in dem sie sich begegnen sollten. Und jetzt das!
Ob sie im Sternengarten aus der Übung gekommen war? Sollte sie sich so geirrt haben?

Etwas besorgt stellte sie fest, dass ihr Mensch wieder einmal weinte. Sie machte gerade Hausputz und hatte beim Saubermachen ein Knäuel weißer Katzenhaare unter dem Bett gefunden. Die letzten Spuren von ihr im Haus.
Diese Heulerei musste endlich aufhören!

Luna streckte sich, dehnte genüsslich alle Muskeln, die jetzt nicht mehr schmerzten und verließ ihren Lieblingsplatz am Rande des Sternengartens.
Sie würde noch einmal gründlich nachdenken, denn wenn diese beiden Katerchen nicht für ihren Menschen bestimmt waren sondern zu einer Frau nach England reisen sollten, wer war es dann?
Wen sollte sie dann als Nachfolger bestimmen?

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Die Mission Teil IV

Wenn man als heimatloses Straßenkätzchen so richtig viel Glück hat und die ersten Wochen überlebt…wenn man dann nicht nur von der Straße gerettet wird sondern sogar auf einer liebevollen Pflegestelle auf Adoption warten darf…dann kann das Leben richtig schön sein!

„Wir haben jetzt schon Namen erhalten!“, verkündete das weiße Katerchen stolz, während es mit gewagten Sprüngen das Wohnzimmer durchquerte. Dann schubste er seinen jüngeren Brüder schwungvoll zur Seite und verschaffte sich auf diese Weise Platz am Fressnapf.

„Unser Mensch hat heute wieder geschrieben! Wir müssen nicht in ein Tierheim sondern wir werden nach England reisen.
Wir sind jetzt adoptiert! Und wir heißen Sebastian und Simon. Gefallen dir die Namen? ich weiß aber nicht, wer von uns Sebastian und wer Simon ist.“

Sein jüngerer Bruder vergaß vor Aufregung sogar, zurückzuschubsen. Er hörte auf zu Essen und fragte neugierig:

„Welcher von beiden Namen ist denn ein Heldenname? Ich möchte gerne wie ein Held heißen!“ …

Luna musste lächeln, als sie vom Sternengarten aus, die Unterhaltung der beiden verfolgte. Obwohl mittlerweile klar war, dass sie für ihren Menschen nicht in Frage kommen würden, da bereits jemand anderes die Adoption angemeldet hatte, machte es ihr einfach Freude, sie zu beobachten.
Es waren niedliche und liebevolle Jungs, … und klug waren sie auch! Luna hatte eine Schwäche für kluge Kater…
Schade, dass ihre Pläne durchkreuzt worden waren.
Ihr Mensch musste wohl noch ein wenig warten, bis zwei neue Herzenskatzen den freien Platz einnehmen würden.

Ein bisschen schmeichelte es ihr doch, dass bisher keine andere Katze ihr Herz erobern konnte.
Sie erledigte wieder ihre Arbeit, wie Luna zufrieden feststellte, aber verweilte bei keiner Katze länger, als nötig war, sie zu versorgen.
Sie schrieb keine neuen Katzengeschichten sondern arbeitete bevorzugt mit Mäusen und anderen tierischen Helden.

Neugierig reckte Luna ihr Näschen aus dem Sternengarten um genauer sehen, was ihr Mensch eigentlich gerade am PC arbeitete. Sie sass schon den ganzen Abend vor dem Rechner.
Als sie es sah, wäre sie vor Schreck fast von der Wolke gepurzelt!

Ihr Mensch druckte sich gerade einen Beitrag aus. Es war ein Beitrag, in dem man nach Adoptanten suchte… Adoptanten für die beiden Katerchen, die jetzt Sebastian und Simon hießen!
Luna war gleichermaßen verwirrt und besorgt.
Das konnte nur in einer großen Enttäuschung enden!

Ihr war schleierhaft, wie ihr Mensch gerade diese beiden unter den Tausenden von Katzen auf Facebook gefunden hatte. Vermutlich war das ewige Seelenband bereits geknüpft worden.
Und jetzt wurden sie von jemand anderem adoptiert!

Sie peitschte ärgerlich mit dem Schwanz und beschloss, Philly die Nachbarskatze zu informieren, die als ihre Vertretung öfter einmal aushalf.
Sehr bald würde vermutlich bei ihrem Menschen wieder verschärfter Seelentröster Dienst anstehen… dann sollte Philly bereit sein….spätestes, wenn die Absage käme.

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Die Mission Teil V

„Ich möchte auch etwas sehen!“,
quengelte der kleine Faith und schlüpfte an Enzo und Iron, an Fiete und Valerion vorbei, die alle gemeinsam mit Luna am Rande des Sternengartens sassen und besorgt beobachteten, was gerade passierte.
Seit Luna ihnen die neuesten Entwicklungen erzählt hatte, wollten auch sie wissen, wie es weiterging.
Der gutmütige Enzo gab Faith einen liebevollen Stups mit der Pfote und überließ ihm seinen Platz.
„Sie tun mir richtig leid“, seufzte Luna und dann sagte eine Weile niemand mehr etwas.

Das Auto hielt vor einem langgestreckten Gebäude und eine Frau nahm die Transportkiste in Empfang.
„Wir haben für sie noch ein Plätzchen in einem Abteil freimachen können, keine Sorge. Die Jungs sind aufgeweckt und verträglich, sie werden das wegstecken. Gute Reise!“

„So ein Jammer! Ich hätte es den beiden wirklich gewünscht aber die Absage der Adoption kam erst im letzten Moment.
Persönliche Umstände …da kann man nichts machen. Leider.
Wir haben sie bei uns behalten, so lange es irgend ging, aber morgen ist letzter Abreise Termin, kein weiterer Aufschub möglich.
Bitte passen Sie gut auf die kleine Racker auf, sie haben es faustdick hinter den Ohren und sie sind unglaublich liebenswürdig. Hoffen wir, sie werden gemeinsam adoptiert. Es wäre so schade, sie auseinander zu reißen!
Ich habe ihnen übrigens noch keinen neuen Namen gegeben. Dann fällt es leichter, loszulassen…“
Sie zuckte bedauernd mit den Achseln und dann stieg die Pflegemutter der Kätzchen traurig ins Auto.

Faith schniefte laut und ein paar Tränchen tropften auf die weiße Wolke unter seinen Pfötchen.
Aber auch Luna, Iron, Fiete, Enzo und Valerion hatten einen Kloß im Hals, als sie diese Szene mit verfolgten.
Sie alle wussten, wie es sich anfühlte, allein auf der Welt zu sein.
Und sie alle wussten, was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen, selbst wenn man das gar nicht möchte!

Die beiden Katerchen lugten ängstlich durch die Schlitze des Transportkäfigs.
Gestern noch, waren sie vergnügt durch die Wohnung geturnt und hatten große Pläne geschmiedet.
Ihre Mission schien fast beendet!
Sie hatten ihren Menschen gefunden und die Köfferchen waren gepackt.
Wie es im neuen Zuhause wohl aussehen würde?
Ob sie dort endlich auch einmal ins Freie dürften, all das erleben, was durch die Fensterscheiben so verlockend aussah?
Oh, wie hatten sie sich darauf gefreut!

Und heute?
Heute waren sie plötzlich wieder zwei No Name Katzen ohne Zuhause.
Niemand wollte sie, niemand konnte sie behalten und die große Mission schien unerreichbarer denn je.
Die Reise ins Glück endete im Tierheim!

„Ich hoffe, die anderen Katzen sind wenigstens nett“, flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu, als die Kiste auf dem Boden abgesetzt wurde.
Auch seinem Bruder war etwas bange aber das wollte er dann doch nicht zugeben.
„Pah, natürlich sind sie nett. Und falls nicht, dann gehen wir ihnen einfach aus dem Weg.
So wie Mama das immer gemacht hat, wenn andere Katzen im Revier für Stress gesorgt haben.“
Dann rückten sie ganz eng zusammen, holten tief Luft und wagten sich Seite an Seite, aus dem Käfig.
Das war also das gefürchtete Tierheim, in dem sie schließlich doch gelandet waren…

„Du bist nicht aus der Übung gekommen“, schnurrte Valerion.
„Deine Magie macht nur ein paar Umwege.
Wie es aussieht, hat dein Mensch ihre Bewerbung doch nicht zu spät abgeschickt. Hoffen wir, diesmal klappt alles!“

Luna schnurrte freundlich zurück.
Sie liebte es, Recht zu behalten und in Gedanken bastelte sie bereits weiter an dem Traum, den sie schon längst hatte senden wollen.
Der Traum, in dem sich ihr Mensch und die beiden Katerchen zum ersten Mal begegnen…

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Die Mission Teil VI

Endlich schlief sie, tief und fest! Das Buch war ihr aus der Hand geglitten…
„Es geht los!“
Luna angelte geschickt mit dem Pfötchen nach etwas Sternenstaub, der beständig am Sternengarten vorbei schwebte.
„Psst…Ruhe jetzt! Ich muss mich konzentrieren.“
Iron, Enzo, Fiete, Valerion und der kleine Faith sahen andächtig zu, wie der Traum sich mit dem Sternenstaub vermischte und dann Richtung Erde schwebte.

Es war ein lauer Sommerabend. Die Sorte Abend, von der man sich wünschte, sie würden niemals zu Ende gehen.
Im Garten graste ein Reh. Es ließ sich weder von der Klavier Musik stören, noch von den Stimmen auf der Veranda.
Sie legte das Buch beiseite und strich Luna über den Kopf“.
„Wäre es nicht schön, wenn wir Gesellschaft hätten?“,
fragte Luna unvermittelt.
„Findest du es nicht etwas still hier?“

„Du wolltest doch nie Gesellschaft! Erinnerst du dich an den letzten Versuch? Der arme Kater war noch tagelang verstört von deinen wüsten Beschimpfungen…ich wollte immer gerne noch ein paar nette Jungs..aber dann… seit Iron…“
Sie seufzte und Luna rückte noch ein Stückchen näher an sie heran.

„Wie wäre es mit diesen beiden?“
Sie deutete mit der Pfote Richtung Garten, wo zwei weiße Katerchen über den Rasen turnten und in der Abendsonne ausgelassen nach Motten haschten.
„Wir könnten sie nach deinen Lieblingshelden Mr. Darcy und Captain Wentworth nennen und ich wäre auch nett zu ihnen, versprochen!“
Während Luna diesen Vorschlag machte, spiegelte sich die untergehende Sonne in ihren blauen Augen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob diese Augen aus funkelndem Sternenstaub bestehen würden.

Die beiden Katerchen hatten mit dem Fangspiel aufgehört und sahen aufmerksam in ihre Richtung, als ob sie wüssten, dass gerade über sie gesprochen wurde.
Die Blicke trafen sich…

„Ooohhh, das war aber ein schöner Traum“, flüsterte der kleine Faith andächtig. Woher kannst du das?
Luna schnurrte geheimnisvoll.
„Ich habe lange in einem Hexenhaushalt gelebt. Wenn du möchtest, sende ich dir auch einmal einen schönen Traum. Sag mir, was du gerne träumen möchtest und mit wem…“
Dann machten sie sich auf den Weg, zurück zu den anderen Sternengarten Katzen.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Katerchen mit unsanften Pfotenhieben geweckt.
„Hey ihr Schlafmützen! Steht endlich auf, wir möchten spielen!!
Verschlafen kletterten sie aus ihren Bettchen.
Seit sie im Tierheim angekommen waren, ging die Post ab! Hier war immer etwas los! Die kleine Katzengang aus ihrem Abteil verstand sich prächtig untereinander.

Sie alle teilten das gleiche Schicksal…sie hatten keinen Platz auf der Welt, sie hatten niemanden, um den sie sich kümmern konnten.
Jeder von ihnen wartete jeden Tag aufs neue darauf, seine Mission endlich anzutreten. Und jeder hatte schreckliche Angst, dass dieser Tag vielleicht niemals kommen würde.

Trotzdem war die Stimmung kein bisschen traurig. Das Tierheim, in dem sie gelandet waren, wurde vorbildlich und liebevoll geführt.
Sie vertrieben sich die Zeit mit wilden Fangspielen, balgten und alberten miteinander, sie kuschelten und machten sich gegenseitig sauber …

„Ich muss dir dann unbedingt etwas erzählen“,
flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu.
„Ich hatte einen ganz seltsamen Traum! Seltsam und schön.
Wir waren an einem wunderschönen Ort…und es kam mir so vor, als wären wir dort schon immer Zuhause gewesen…und ich weiß jetzt auch, wie ich heißen möchte.
„Captain“…ich habe meinen Heldennamen gefunden. Er ist mir in diesem Traum plötzlich eingefallen!…“

Fortsetzung folgt…

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

 

Hier geht es weiter: Die Mission Teil 7 – 12

Und hier findet ihr die ganze Geschichte in einem Blog zusammengefasst:

Die Mission – Lunas Sternengarten

 

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Lunas Sternengarten.de  geht bald online. ❤

5 Gedanken zu „Geschichten aus dem Karma Cottage – Die Mission Teil I – VI“

  1. So wunderschön geschrieben, liebe Bettina. Ich hoffe, bald zu lesen, dass die kleinen Jungs ihren Menschen finden und ihre Mission erfüllen können.
    Bei der Erinnerung an den kleinen Faith traten mir die Tränen in die Augen, aber es ist schön, dass er, gemeinsam mit Luna und den anderen Katzen im Sternengarten ist.
    Liebe Grüße aus Brandenburg.

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  2. Danke für dein Feedback liebe Melanie. Ich war erstaunt, wie viele Leser sich noch an Faith erinnern. Er war so ein zauberhaftes Wesen ♡ sei ganz lieb gegrüßt ♡

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