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Oh Captain…mein Captain <3 Die Mission…es geht weiter…

 

Es war wirklich kein Vergnügen!
6 Stunden auf der Autobahn, mitten in der Nacht.
Bereits nach einer Stunde war mein Vorrat an Augentropfen aufgebraucht und der Nacken durch das angestrengte Sehen, wie aus Beton. Wobei dieser Vergleich hängt, denn Beton schmerzt nicht.

Aber auch für meine beiden Neuankömmlinge war diese Reise nicht wirklich schön. Keines der Tiere im Transporter bellte oder miaute während der Übergabe. Nur zwei Katzen schrien laut und kläglich.
Es waren meine.
Ich kannte dieses Jammern von Luna. Laut , ausdauernd und herzzerreißend, sobald sie im Transportkäfig sass.
Da wusste ich eigentlich schon, dass ich die Richtigen ausgesucht hatte, oder sie mich..
Ich wusste, wer da jammert, als ich es hörte. 

Sie hatten schrecklichen Durchfall, ich konnte das bereits im Freien riechen, als ich sie schließlich Nachts um drei in Empfang nahm.
Im kleinen Auto war der Geruch dann schier umwerfend, was für ein Glück, dass ich in weiser Voraussicht auf Begleitung verzichtet hatte. Uhrzeit und Gestank, wollte ich niemandem zumuten.

Sie schrien, jeden Kilometer, bis wir zuhause waren. Nicht das bekannte Miau oder Jammern, sondern dieses kehlige, verzweifelte, laute Schreien, das ich bei Luna nur kannte, wenn wirklich Land unter war. Für die beiden war Land unter, schließlich saßen sie mittlerweile seit 20 Stunden in der kleinen Box.

„Alles wird gut“…versuchte ich immer wieder zu trösten.
„Mama gibt jetzt Gas und zeigt euch, wie man einen neuen Streckenrekord aufstellt“…
Und das tat ich dann auch, ich stellte am Heimweg einen neuen Rekord auf. Die Autobahn war wie leer gefegt. Sonntag Nacht, klare Sicht und ich war beflügelt mit jedem neuen Schrei von den Rücksitzen.

Als der ersehnte Moment endlich da war, als ich die Boxen öffnete, schlüpften die schmutzigsten Katzen an mir vorbei, in die Wohnung, die ich jemals gesehen oder gerochen hatte.
Bis zu den Öhrchen waren sie mit ihrem Durchfall beschmiert , kein Wunder, dass sie so lautstark gejammert hatten.

Es war nicht der Moment für rührselige Willkommensbilder!
Stattdessen versuchte ich, sie vom gröbsten Schmutz zu befreien, zu retten, was an Textilien nicht waschbar und im Wege war und beschloss, schließlich zu warten, bis sie sich dann selbst putzen. Kein Bad, zur Begrüßung, das wollte ich ihnen nicht antun.

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Keine Sorge, wir machen uns jetzt selbst sauber …

Nachdem sie mit ordentlichem Appetit gegessen hatten, nachdem sie brav das Kistchen benutzt, die Wohnung erkundet hatten und ich die erste Putzorgie beendet, musste ich unbedingt eine Stunde schlafen.
Nach wie vor waren die zwei Süßen beim besten Willen nicht bettauglich und ich schloss die Tür zum Schlafzimmer hinter mir.

Im Halbschlaf hörte ich das Weinen, diesmal nicht laut und wütend sondern kläglich und leise. Sie wollten nicht allein sein.

„Ach, ist jetzt auch schon egal! Dann wird eben auch das Bettzeug gewaschen“…dachte ich, öffnete die Schlafzimmertüre und legte mich wieder zurück ins Bett.

Dann raschelte es neben mir…ein schmutziges Pfötchen schob sich vorsichtig unter die Bettdecke.
Luna hatte das immer gemacht.
Ganz automatisch hob ich die Bettdecke ein Stück an und genauso schlafwandlerisch schmiegte sich Captain dann unter der Decke in meinen Arm, legte das Köpfchen auf meine Hand, seufzte, schloss die Augen …und war sofort eingeschlafen…
Er hatte sich bereits eine Stunde nach der Ankunft den Platz an meinem Herzen gesichert.

Mr. Darcy folgte zwei Minuten später und legte sich ans Bettende, auch er, als hätte er nie im Leben etwas anderes getan. Er dehnte sich noch einmal genüsslich und dann schlief auch er.

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Mr. Darcy und Captain, zwei Stunden nach ihrer Ankunft bei mir ❤

Wir schliefen alle drei ein, nach dieser anstrengenden Nacht.
Als ich wieder aufwachte, lagen sie noch immer mit im Bett und bestürmten mich beide, jeder wollte zuerst gestreichelt werden.
Es roch grauenhaft im Schlafzimmer und ich war unsagbar glücklich!

„Frühstück, Captain und Mr Darcy“… rief ich später fröhlich aus der Küche.
Und dann frühstückten wir gemeinsam, als wäre es niemals anders gewesen.

Dankeschön Luna..jetzt weiß ich, warum du gerade sie ausgesucht hast!

16 Gedanken zu „Oh Captain…mein Captain <3 Die Mission…es geht weiter…“

  1. Oh, wie gut wir das kennen, so stinkende Teile im Auto zu transportieren. Einmal dachten wir, wir hätten einen Kuhstall hinten im Auto, dabei war es nur ein kleiner , alter Dackel. 🙂 Alles Gute für Euch.

    Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Bettina,
    ich freue mich sehr für dich, dass du deine beiden Herzensbrecher ENDLICH bei dir hast! Unglaublich, wie schnell sie bei dir DAHEIM waren(…. und damit meine ich nicht die Autofahrt!! 🙂 ) und wie sie in ihrem Verhalten Luna ähneln …. es musste so sein…. Captain und Mr. Darcy (wie rufst du ihn eigentlich?) sind und waren vom 1. Augen – Blick an DEINE KATZEN….. da hatte wohl eine sehr weise, alte „Mond – Sternenkatze“ ihre weißen Pfötchen im Spiel. Ich freu mich so für euch drei! ❤ ❤ ❤
    P.S. Sehr tapfer, wie du Gestank und Schmutz ertragen hast….. 🙂 😉 LIEBE schafft eben ALLES!
    Alles Gute euch und viel Freude an- und miteinander.

    Eleonora ❤ – ❤

    Gefällt 3 Personen

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