Tierschutz

Der Flug in den Tod…über den Taubensport…

Er hatte seit ewig nichts mehr gegessen oder getrunken.
Er war erschöpft, zu Tode erschöpft.
Seine entzündeten Gelenke und Sehnen schmerzten mehr, als die klaffende Wunde an der Brust. Blut lief an seinen Beinen entlang.
Sein Körper war Schmerz. Er war Schmerz.
Er hatte versagt und den Weg zurück nicht mehr gefunden. Diesmal war die Strecke einfach zu lang, die man von ihm forderte, wenn er das Liebste auf der Welt jemals wiedersehen wollte. Verzweifelt schloss er die Augen. Er hatte alles gegeben.
Er war geflogen, bis er wie ein Stein vom Himmel fiel.
Er war sogar noch weitergeflogen, als er sich an den Drahtseilen verletzte, die für ihn unsichtbar waren.

Er war geflogen… immer weiter und weiter…weil er sich sehnte, mit jeder Faser seines Herzens sehnte er sich nach seiner Gefährtin, der er für ein Leben verbunden war.
Die ihn jetzt mehr denn je brauchte, denn gestern erst hatte sie ein Ei gelegt. Er wurde gewaltsam zum „Witwer“ gemacht.

Man hatte sie getrennt. Im Taubensport, wo er zu Wettkämpfen verdammt wird, die er niemals freiwillig bestreiten würde, nutzt man diese Liebe um Höchstleistungen von den gewaltsam getrennten Partnern zu erhalten.
Ihre Verzweiflung ist der Gewinn des Taubenzüchters.
Die Taube verliert immer …. selbst wenn sie den Wettbewerb gewinnt. Er hatte sie noch rufen hören, als er im Korb eingesperrt und wegtransportiert wurde. Ihre Stimme hätte er aus Tausenden wiedererkannt.
Aber der Korb war fest verschlossen. Er war jetzt „Witwer“ auf einer „Reise“.

(„Witwermethode“ …

„Witwer“ … so nennt man im Taubensport die Vögel, die buchstäblich ihr Leben geben, um wieder in ihr Zuhause und zu ihrem Partner oder ihrer Brut, zurück zu finden.
Dafür werden sie „trainiert“.
Weggesperrt, im Dunkeln gehalten, zum Fliegen gescheucht, gezwungen, aussortiert, ermordet und der Willkür der Taubenzüchter überlassen, für die das Tierschutzgesetz scheinbar nicht gilt.
Tradition…
Etwa die Hälfte der unfreiwilligen „Witwer“  stirbt bei dem Versuch, wieder nach Hause zu finden.
Ein Teil der armseligen „Sportler“ wird von Greifvögeln gerissen, verletzt sich oder landet in fremden Städten, wo der Tod etwas länger dauert, denn dort gibt es kein artgerechtes Futter, einzig Verachtung und Tritte.
In meinen Augen würde diese Verachtung jemand anderem gebühren) (~Anmerkung der Verfasserin)

Er versuchte die Flügel zu bewegen. Er musste jetzt einfach fliegen, sonst würde er sie nie mehr wiedersehen.
Er öffnete mühsam die Augen und mobilisierte ein letztes Mal die lahmen und müden Flügeln.
Nach Hause. Nach Hause zu ihr, zu seinem Nest, zu seinem Ei, wo er hingehörte.
Er wollte nicht allein in dieser feindlichen Umgebung sterben.
Tauben sind treu…ein Leben lang und einem Partner.  Daher schaffte er das Unmögliche.
Irgendwann am Abend lag er kraftlos im Hof.

In der Ferne hörte er sein Täubchen nach ihm rufen.
Jetzt war er in Sicherheit. Alles war gut. Erleichtert ließ er den Kopf auf die Brust sinken.
Gleich würde er endlich in sein Nest fliegen dürfen.
Ihr Ruf war das letzte, was er hörte, als ihn sein Besitzer aufhob, die Schäden an den Flügeln prüfte und ihm dann mit einem Ruck den Kopf umdrehte.
Wertlos.
Diese Taube wird keinen Wettbewerb mehr fliegen, kein Geld und keine Urkunden einbringen.
Weg damit.
Morgen kommt eine neue Lieferung.

——

Wer glaubt, diese Geschichte wäre übertrieben, dem lege ich diesen Link ans Herz.
Was wisst ihr eigentlich über den „Taubensport“ über „Wettflüge“ und Trainingsmethoden?
Wüssten es die Menschen, wäre es längst verboten.
Tierquälerei ist kein Sport!
Lest bitte diesen Link und sagt es weiter ❤
Gebt den Tauben eure Stimme…

https://www.peta.de/brieftaubensport

6 Gedanken zu „Der Flug in den Tod…über den Taubensport…“

  1. Danke. Ich würde mir sehr wünschen, dass den Menschen bewusst wird, welche Tierquälerei sich hinter diesem sogenannten Sport verbirgt.

    Gefällt 1 Person

  2. Es macht mich auch immer wieder so unendlich traurig, zu sehen, wie einige unserer Rasse (ich will sie eigentlich gar nicht Menschen nennen), mit unseren Mitgeschöpfen umgehen. Bei uns auf dem Land in Brandenburg gibt es viele in der Nachbarschaft, die sich „Brief“Tauben halten. Diejenigen unter ihnen, die keine zufriedenstellende Leistung erbringen landen im Kochtopf. Ich könnte heulen und kotz…. Das sind Menschen, denen nicht beizubringen ist, dass Tiere ein Recht auf ein unversehrtes, glückliches Leben haben.

    Dieses Leiden der Tiere findet man in jeder Form dort, wo Tiere ausgenutzt werden, damit Menschen sich an etwas ergötzen können, was sie als Sport bezeichnen. Die Liste ist endlos lang und die Zahl der leidenden Tiere unvorstellbar hoch.

    Ich hoffe, dass eine Zeit kommt, in der alle Menschen erkennen, dass die Tiere, die hier auf der Erden leben, da sind, um ihre ganz persönlichen Erfahrungen zu machen, ohne Not und Drangsal durch Menschen, die kein Herz und keine Empathie haben.

    Gefällt 1 Person

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