Tierschutz

Warum ich mich über das Tierelend in Rumänien nicht mehr so lautstark empöre…

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Warum ich mich über das Tierleid in Rumänien nicht mehr so empöre…

Erst dachte ich…so schlimm kann es ja gar nicht sein….sonst hätte ich bestimmt schon davon gehört. Hallo?! Wir leben schließlich in Europa…im 21. Jahrhundert.

Dann lernte ich alles, was es über die unvorstellbaren Grausamkeiten zu lernen gibt, die sich jeden Tag auf den Straßen von Rumänien abspielen und was besonders die Hunde dort erleiden müssen. Es ist grauenhaft sich damit zu beschäftigen und ich war dankbar in Deutschland zu leben, wo solche Dinge eher selten passieren. Zumindest den Haustieren. Tierquälerei an Bello und Minka ist gesellschaftlich geächtet.

Irgendwann erfuhr ich dann etwas mehr über das Schicksal der Tauben in diesem Land und da wusste ich:

Das Leid der Straßentiere von Rumänien ist vor meiner Haustüre. Tierquälerei an Haustieren findet mindestens genauso oft und zahlreich bei uns statt.

Es heisst nur anders und es sind eher seltener Hunde und Katzen sondern Tauben, die darunter leiden und darüber sterben.

Während man im benachbarten Ausland nach den hungrigen Hunden tritt, sie vergiftet, schlägt, misshandelt und verhungern lässt, tun wir das mit den Stadttauben. Sie fühlen und hungern und leiden kein bisschen weniger als ihre vierbeinigen Leidensgenossen.

Unter dem Gefieder sieht man nicht, wie ausgemergelt und knochig sie sind. Sie bellen nicht, sie jaulen nicht. Tauben leiden still. Aber sie leiden. Tauben sterben still. Aber sie sterben.

Genau wie in Rumänien, kann man zwar das Leid auf den Straßen lindern aber es wird beständig Nachschub produziert.

Kastriere einen Hund auf der Straße und in den Hinterhöfen werden 10 Kettenhunde gedeckt. Ihre Lebensumstände sind so hart, dass sie selten lange leben. Also wird Nachschub benötigt. Man sucht sich die stärksten aus, der Rest wird über den Zaun geworfen und die Welpen landen auf der Straße.

Füttere und rette eine Taube und hunderte werden ausgesetzt und auf Wettflüge geschickt. Die Jungtauben werden selektiert. Man setzt sie aus und testet, ob sie zurück finden und wie schnell sie zurück finden. Viele finden nicht mehr nach Hause und müssen dann in unseren Städten um Futter betteln. Viele? Unzählige!

In unseren Städten werden beständig Brieftauben ausgesetzt. Wer den Weg zurück zum Schlag nicht schafft, stirbt unterwegs an Entkräftung oder strandet als verhasste Stadttaube. Es gibt einzig Schätzungen aber wir sprechen von gewaltigen Zahlen.

In Rumänien lösen viele Kommunen das Streunerproblem mit Tötung. In Deutschland übrigens auch. Vergrämungsmassnahmen und die Tötung der Tauben sind legal und das Fütterungsverbot gleicht einem Todesurteil.

Da tun sich ein paar Tierschützer schwer, gegen diese Flut an Leid und gegen die „Tradition“ anzukämpfen… genau wie in Rumänien.

„Was soll die Aufregung?“ Es sind doch nur Hunde. “ „Wir haben das immer schon so gemacht“ „Dem Hund geht es gut…“

„Die Tauben fliegen gern.“ „Sie finden schon Futter…“ „Ich liebe meine Tiere…“

Ja, „Tierliebe“ kann für manche Tiere sehr schmerzhaft sein, wenn sie mit Ausbeutung verwechselt wird.

Ehe ich mich über meine rumänischen Nachbarn aufrege, gehe ich lieber in die Fußgängerzone. Ausgehungerte, verletzte und heimatlose Haustiere gibt es dort zur Genüge. Ich füttere sie. Ich füttere die hungrigen und heimatlosen Tauben.

Das wird übrigens nicht gern gesehen. Auch das haben wir mit einem Land gemeinsam, das wir wegen seines Umgangs mit Tieren oft kritisieren. Ich mittlerweile nicht mehr, denn ich weiß, wir sind viel schlimmer!

Dort behandelt man Straßenhunde wie Ungeziefer. Bei uns die Stadttauben. Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Das macht es um so erbärmlicher!

2 Gedanken zu „Warum ich mich über das Tierelend in Rumänien nicht mehr so lautstark empöre…“

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