Tierschutz

Pferdesport in der Kritik … ein Erfahrungsbericht

Dieser Beitrag bezieht sich auf Facebook:

„Warum hast du die Beiträge über das Leiden der Tiere im Pferdesport wieder offline genommen?“ Ehrliche Antwort:

Weil ich hier auf meinem Blog diese Sorte Mensch ungern sehe und sie kamen in Scharen, …Sie kamen, weil ich gewagt hatte, auf meinem eigenen, privaten Blog einen Artikel des Deutschen Tierschutzbunds zu teilen. Sie kamen, um mich zurechtzuweisen, wegen eines Beitragsbildes, ein Bild, das ich nicht ausgewählt hatte, sondern das zum Link des Artikels über Rennpferde gehörte (und Rennpferde zeigte)sie kamen, um mir Unwissenheit vorzuhalten (daher hatte ich einen Artikel geteilt und nicht selbst geschrieben, alles klar?!) , aber vor allem kamen sie, um zu polemisieren und um andere Leser hier anzugehen.

Mir war nicht bewusst, dass die Pferdeszene darüber entscheidet, welche Artikel und welche Meinungen hier erscheinen dürfen aber ich habe mittlerweile ein klares Bild davon, warum es in der Pferdewelt so viel Leid und Misshandlungen für die Tiere gibt und warum so wenig darüber berichtet wird. Die Menschen haben schlicht und ergreifend Angst. Lesen scheint auch nicht jedermanns Stärke, da ich bereits in der Headline und dann in Kommentaren gefühlt hundert mal darauf hingewiesen hatte… nein, dieser Artikel stammt nicht von mir…nein, bitte richtet Kritik an den Deutschen Tierschutzbund…nein, ich kenne die Verfasser nicht, aber einer davon war 25 Jahre lang auf der Rennbahn als Pferdetierarzt tätig, ich würde vermuten, er hat Ahnung, wovon er schreibt…und nein, hier schreibt niemand, allen Pferden geht es so und jedes Pferd würde geschunden…auch in diesem Artikel steht es nicht, ihr müsst mir nicht 101 Bilder von euren glücklichen Rennpferden senden…Trotzdem existiert das andere Extrem ebenso, und genau dagegen spricht sich der Verfasser des Artikels aus…Was stört euch daran? Mögt ihr keine Pferde?

Wenn man 1000 mal vergeblich etwas erklärt hat, wenn alle 2 Minuten jemand anderes in sehr aggressiver und unhöflicher Tonart in dein „Virtuelles Wohnzimmer“ hereinplatzt und dich für etwas angeht, was du geteilt hast, die seriösen Quellen anzweifelt, die Auswahl der Beispielbilder, die Sachkenntnis der Verfasser, deinen Intellekt und dann vielleicht noch andere Gäste anpöbelt, dann ist das Anfangs befremdlich, dann unangenehm und irgendwann hinderlich, für die laufenden Arbeiten in Sachen Tierschutz. Nun weiß ich also, dass neuerdings andere darüber entscheiden, was ich teile, welche Quellen ich verwende und was man über Pferde und Pferdesport denken und schreiben darf. Pferdekenner unter sich. Da haben viele die letzten Tage viel gelernt… sicher nicht nur ich 😉 Nicht meine Welt … weg damit und damit hoffentlich auch die Menschen, die zwar nicht lesen können…aber selbst schreiben…

Ich verweise also zum 1001. mal darauf, dass die von mir zum Thema Pferd geteilten Artikel nicht aus meiner Feder stammen, dass der Deutsche Tierschutzbund sich sicher über Anregungen und Kritik zu besagtem Artikel über Rennpferde freut und lese mich interessiert durch die Ausführungen des Pferdetierarztes, der sich nach vielen Jahren Einsatz auf der Rennbahn, dazu entschlossen hat, sich öffentlich für die Pferde dort einzusetzen. Er schreibt unter anderem:… „das Schlimmste, was man den Pferden antun kann, ist die Angst…“ Ich kann mittlerweile gut nachvollziehen, was er damit meint.

An dieser Stelle vielen Dank für die zahlreichen Erfahrungsberichte und Insider Infos aus der Pferdeszene, die ich seither erhielt … obwohl ich besser schlief, als ich noch nicht im Detail wusste, was Pferde erleiden müssen und mit welchen Methoden sie eingeschüchtert, gebrochen und gefügig gemacht werden. Gängige und legale Methoden … die meine Einschätzung von der Pferdeszene, dem sogenannten „Pferdesport“ und dem Charakter der Menschen, die dort aktiv sind, nachhaltig geprägt haben, …das gebe ich offen zu.

Hier findet ihr ein interessantes Interview zu diesem Thema:

„Angst ist das Schlimmste …“

https://www.duunddastier.de/ausgabe/drpick/

4 Gedanken zu „Pferdesport in der Kritik … ein Erfahrungsbericht“

  1. Liebe Bettina,
    wie traurig, dass so wenige Menschen bereit sind, ihr Handeln mal zu reflektieren und dabei sich gegenüber ehrlich zu sein. Sie fühlen sich so angegangen, weil sie, wenigstens teilweise genau wissen, dass sie selber ein Teil der Pferde-Ausbeutungs-Gemeinde sind.
    Ich selber habe auch einmal dazu gehört. Reitstunden mit 12 Jahren im Reitverein, die Pferde in Ständerhaltung, angebunden mit Blick auf die Wand. Einzige Abwechslung wir, die wir, je nach Können entweder hilflos auf ihnen rumjuckelten oder die Fortgeschrittenen die, gut gerüstet mit Gerte und Sporen, stolz darauf waren, was sie denn so alles können.
    Es folgte die Turnierphase mit Springen und Dressur, durchaus erfolgreich hier und da, gelobt und bejubelt von den Reiterfreundinnen.
    Irgendwann begann ich umzudenken, Alternative Reitweisen, alternative Trainingsmethoden. Dies wird immer als „sanft“ und „pferdegerecht“ angepriesen. im Endeffekt ist es aber nur ein beschönigenden Wort für immer wieder Zwang und Druck. Egal wie die großen Gurus alle heißen, das Ziel ist immer das gleiche. Das Pferd hat gefälligst zu tun, was der ach so tierliebe Zweibeiner von ihm verlangt. Und wenn dann alles nicht funktioniert, dann sind es die wenigsten, die sagen o. k. ich lasse mein Pferd einfach Pferd sein. Nein, dann wird es verkauft. Entweder an den nächsten „Pferdekenner“ der das Biest schon geradebiegen wird oder, wenn es denn gar nicht mehr geht, dann geht´s halt in die Wurst.
    Das alles hat nichts mit Liebe zum Geschöpf Pferd zu tun, sondern nur mit der Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Egal welche Reitweise, welcher Pferdesport, welches Natural Horseman-Ship, Ziel ist immer, dass ein anderes Lebewesen endlich tut, was Mensch will.
    Ich bin da mittlerweile raus. Mein zwei Ponys leben bei mir am Haus. Wir gehen miteinander spazieren. Auf das größere setze ich mich nur dann, wenn meine Pferdchen mal flotter laufen wollen und ich nicht so schnell mitrennen kann. Sie tragen beide kein Zaumzeug, nur Halfter und die große ein Pad auf dem Rücken, falls ich mal draufsitze. Wenn meine Stute keine Lust hat ihre Kraft mit mir zu teilen, dann merke ich das sehr schnell und steige einfach wieder ab und wenn sie irgendwann gar nicht mehr will oder kann, auch gut. Ich liebe es, mit meinen beiden durch die Landschaft zu wandern. Meine Nachbarn lachen mich manchmal aus und sagen immer, „Mensch Mädel steig auf, Pferde sind doch zum Reiten da.“ Ich sage dann immer Irrtum, wer sein Pferd liebt, der führt.
    Ein Letztes noch, liebe Bettina, man muss nichts vom Reiten verstehen, um zu erkennen, was Tierquälerei ist. Wer sein Herz so wie Du am richtigen Fleck hat, der hat einfach ein Gefühl für seine Mitgeschöpfe. Ich danke dir für jeden Deiner aufklärenden Artikel und für Deinen Mut, die Dinge immer wieder beim Namen zu nennen.
    Es grüßt Dich herzlich
    Melanie aus Brandenburg

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  2. Liebe Melanie, herzlichen Dank für diese freundlichen und für mich sehr berührenden Zeilen. Ich hab mich sehr darüber gefreut. Alles Liebe und herzliche Grüße. Bettina

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