Tierschutz

Einfach den Tod umarmen …Das verlassene Shelter von Almyros

Nur wenn du auch den Schmerz ihrer Narben spüren kannst, dann darfst du dich wirklich „Mensch“ nennen“

Die erste Begegnung im verlassenen Shelter von Almyros.

Vielleicht liegt es an der menschliche Eitelkeit, zu glauben, man würde ewig leben und könnte sich alles zutrauen … Bis man eines Tages plötzlich stirbt und andere mit in den Tod reißt. Die Tiere waren bei einer Tier- Hoarderin gefangen, die plötzlich starb. 300 von ihnen. Sie starben mit ihr. Langsam aber sicher. Sie hatten kein Futter, also ernährten sich ihre Körper von ihrem eigenen Fleisch und ließen klapprige Säcke mit Knochen und gequälten Seelen zurück. Ihre Augen wurden trübe und verzweifelt, vom Durst nach Wasser, Futter und Liebkosungen.

Sie zeigten Zähne und knurrten, aber einzig vor Schwäche und Angst, in einer hoffnungslosen Anstrengung, den Tod abzuschrecken. Aber der Tod fürchtet nichts! Der Tod riecht nach Exkrementen, Urin, faulenden Mündern und Maden im Darm und nach dem verrotteten Resten in der verlassenen Speisekammer. Er agiert fast immer hinter verschlossenen Türen, um andere nicht mit seiner Existenz „zu belästigen“.

Der Tod kann die Krankheit riechen, von der sie vielleicht hofften, sie würde ihnen jetzt endlich ein gnädiges Ende bereiten und damit auch all dem Schmerz und all dem vorherigen Leiden. Wenn der Tod wieder unzuverlässig ist und ihnen diese letzte Gnade nicht gewährt, dann macht er sie noch wütender und noch hässlicher. Der Tod meidet Blickkontakt mit Menschen, weil die Leute dumm genug sind zu denken, dass er sie dann auch nicht sehen wird, wenn sie ihn ignorieren. Er würde dann nur die anderen finden und holen. Nicht sie.

Aber manche Menschen sind anders. Sie blicken dem Tod ins Gesicht und umarmen ihn. Sie umarmen ihn so fest, bis er selbst leben will. Diese Menschen können Schlösser aufbrechen, die Gerüche ignorieren und sogar mit nackten Füßen auf stinkenden Exkrementen zum Ziel eilen, bis sie diese armen Wesen erreichen und sie dann so fest wie möglich umarmen. Weil der Tod, der nichts fürchtet, einzig der Liebe weicht. Und so kam es, dass zwei der Hunde, die im verlassenen Shelter von Almyros grauenhaftes durchmachen mussten, auf eine Pflegestelle reisen durften. Zu Giorgios von SCARS.

Als die Besitzerin, die nicht mehr lebt in ein Pflegeheim kam, versuchten sie verzweifelt, hinter Gittern zu überleben. Einer von ihnen hat versucht, in einem Rudel großer Hunde zu überleben, und der andere ist selbst ein großer Hund. Einer von der Sorte, der vorgibt, die anderen zu fressen, wenn er keinen Anteil des kargen Futters erhält. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie viel Angst er haben musste, um so zu agieren. Sie alle hatten Angst und sie alle waren verzweifelt.

Es gibt aber eine Person bei SCARS, die auch aus dem verstörtesten und aggressivsten Überlebenskämpfer wieder ein sanftes Lamm machen kann. Giorgios … der Hundeflüsterer. Unser Freiwilliger erklärte uns, dass für ihn jede Hundeseele ein weißes Blatt Papier sei. Ganz gleich, wie zerknittert und schmutzig das Leben dieses Papier werden liess. Und dann beginnt er auf diesem leeren Papier mit weichen und warmen Farben zu zeichnen. Er hat bereits die Kanäle der Liebe in ihren Hundeherzen geöffnet, die vorher fest verschlossen und abgestorben waren, um zu überleben. Er wird die Liebe finden und zurück bringen.

Die ersten Bilder ihrer Begegnung lassen uns fest daran glauben… Diese eindringlichen Zeilen schrieb Martha von SCARS, ich habe sie für euch übersetzt und etwas ergänzt. Sie schreibt über zwei Hunde aus dem verlassenen Shelter von Almyros, die schweren Fälle … verängstigt und aus Angst aggressiv .. die bei Giorgios eine Pflegestelle fanden. Unsere Partnerorganisation SCARS Athen, nahm zwei der Hunde auf. Auch auf der Vrouva Farm ist man gerade dabei, für einige schwere Fälle eine Pflegestelle oder ein Zuhause anzubieten, der Transport aus dem Shelter findet sehr bald statt.

Mein Verein, Frieden für Pfoten e.V. unterstützt mit euren Spenden die anfallenden Kosten, denn alle Tiere müssen medizinisch betreut, gefüttert und versorgt werden, die auf eine Pflegestelle gehen .. auf lange Zeit. Das ist eine große Verantwortung, die unsere Partner in Griechenland nicht allein tragen können. Wir haben versprochen, wir würden dabei helfen.

Dankeschön, dass ihr uns helft, zu helfen Dankeschön, SCARS Athen ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go (Das Video zeigt einen der beiden Hunde, die Giorgios mit nach Athen zu sich nahm) Mehr Info findet ihr auf www.friedenfuerpfoten.org

Ein Gedanke zu „Einfach den Tod umarmen …Das verlassene Shelter von Almyros“

  1. Hallo liebe Bettina Marie,
    es ist wirklich erstaunlich, was dein Verein leistet. Hut ab.
    Am liebsten würde ich vor Ort helfen. Das ganze Leid der Hunde tut sehr weh.
    Privat kommt es grad immer schlimmer, erst Hund, dann Schwiegervater.
    Bis bald
    Danke, dass es dich gibt.

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