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Ritter Sport und die Nazis…die Schokolade von gestern…

Viele angesehene Firmen haben im 3. Reich von ihrer Zusammenarbeit mit dem NS Regime profitiert.

Wer sich dafür interessiert, staunt über klingende Namen, wie Daimler, Deutsche Bank, Volkswagen, Degussa, Bertelsmann, Oetker, Thyssen-Krupp, IG Farben.

Die Liste ist lange und das meiste davon wurde mittlerweile aufgearbeitet, soweit man solche Dinge aufarbeiten kann. Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, den meisten dürften die schrecklichen Vorgänge dieser Zeit mit Zwangsarbeitern, Enteignungen, etc. bekannt sein.

Sich dem Regime nicht zu widersetzen war für viele Inhaber die einzige Option, zu überleben.

Denn im dritten Reich darbten die Firmen, die keine Verbindungen zur NSDAP pflegten oder sie mussten mit schweren Konsequenzen rechnen, wenn sie den Eintritt in die NSDAP verweigerten.

Einige wenige haben sich trotzdem widersetzt.

Der Firmeninhaber von Ritter Sport zum Beispiel. Das war zu dieser Zeit ein riskanter und mutiger Entschluss.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es auch Probleme mit der Beschaffung von Kakao.

Die Regierung legt eine Einfuhrbeschränkung von 75.000 Tonnen fest und eine der wichtigsten Zutaten für Schokolade wurde knapp.

Da Alfred Eugen Ritter nicht bereit war, in die NSDAP einzutreten, erhielt die Firma keine Zuteilung für Kakao mehr und musste auf Geleeartikel umsteigen, um zu überleben.

1940 musste sogar die Produktion eingestellt werden. Das Gelände und die Räumlichkeiten wurden von anderen Firmen zwangsbelegt.

Im Zuge der Entnazifizierung durch die Alliierten wurde Alfred Eugen Ritter dann übrigens von der amerikanischen Besatzung 1945 als kommissarischer Bürgermeister in Waldenbuch eingesetzt, da er nachweislich kein Mitglied der NSDAP gewesen war.

Über diese Info bin ich heute zufällig gestolpert und ich hatte einfach Lust, das für euch aufzuschreiben.

Mich belastet sehr, was derzeit in der Ukraine passiert, wie es wirtschaftlich für uns weitergehen wird und wie zukünftig ein Zusammenleben in Europa aussehen soll, wenn sich unversöhnliche Feinde mit Atomwaffen gegenüberstehen.

Aber noch mehr macht mir der blinde Aktionismus, all die Hetze, all die kopflosen Forderungen und die Anfeindungen zu schaffen, gegen jeden, der sich positioniert oder nicht positioniert, gegen Menschen, die aus dem falschen Land kommen, ja sogar gegen Menschen, die nicht vergessen möchten, dass überall Menschen leben, die Frieden möchten und die genau wie wir, nicht gefragt werden, wenn Politiker Zerstörung und Krieg bringen.

All das spielt sich längst nicht nur in den Social Media ab.

Was gerade mit der Firma Ritter Sport passiert, wie ein in vielen Jahrzehnten aufgebauter Ruf zerstört wird, mögen viele gut heissen und beklatschen.

Mich macht es einfach nur fassungslos und traurig, obwohl ich weder die Inhaber kenne, noch auf einen Job dort angewiesen bin oder jemals einen von den unzähligen armen Kakaobauern kennenlernen werde, die dadurch vielleicht bald ihre Existenzgrundlage verlieren.

Ich verstehe die Menschen einfach nicht mehr.

Das ist mir noch nie passiert.

Und nie vorher musste ich so oft, wie in den letzten Wochen, an eine Zeit in Deutschland denken, deren schreckliche Propaganda Mechanismen und Erschaffung von Feindbildern, auch in der eigenen Bevölkerung, ich nie recht verstanden hatte.

Das Schreckliche dabei:

Mittlerweile verstehe ich sie … und das macht mir Angst!

#RitterSport❤

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