Tierschutz

Tierquälerei schafft keinen Frieden für die Ukraine sondern neues Leid!

Über eine halbe Million Brieftauben werden am Wochenende „im Zeichen des Friedens“ ausgesetzt.

Laut einer Pressemitteilung des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. sind für das kommende Wochenende tausende deutsche Brieftaubenhalter dazu aufgerufen, ihre Tiere im Rahmen der Aktion „Brieftauben im Zeichen des Friedens“ an verschiedenen Orten in ganz Deutschland fliegen zu lassen.

Die Tiere sollen mit über 300 Transportfahrzeugen zu den sogenannten Auflassorten verbracht werden. (Der Ort, an dem die Tauben ausgesetzt werden).

Einen Teil der Transporteinnahmen wollen die Flugveranstalter nach eigenen Aussagen an ukrainische Taubenzüchter und Hilfsorganisationen spenden.

Tauben gelten als Symbol des Friedens und werden leider in diesem Zusammenhang für die geplante Aktion des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. instrumentalisiert und missbraucht.

Die Tauben werden bei diesen Wettflügen erheblichen Gefahren wie Überforderung, Dehydrierung, Greifvogelangriffen, Hochspannungsleitungen und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Zahlreiche Tiere schaffen es daher nicht mehr zurück zu ihren Partnern in den Heimatschlägen, von denen sie zuvor gezielt getrennt wurden. Die Tauben fliegen bis zur völligen Erschöpfung.

Viele sind derart geschwächt, dass sie sterben.

Auf der Internetseite des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter gibt es auch Zahlen. Bei den geplanten 242 Auflässen am 7.5.2022 und den 218 Auflässen am 8.5.2022 sollen insgesamt über 600.000 gezüchtete Haustauben in Deutschland zu einem Flug gezwungen werden, der für viele mit Verletzung und Tod endet.

Die Taube auf dem Bild ist eines von unzähligen Opfern dieses „Sports“. Sie hat die Torturen nicht überlebt. Ihre Finderin brachte sie noch zum Tierarzt aber es war bereits zu spät.

Wie bringt man die Tauben dazu, solche „Wettflüge“ zu bestreiten?Für die Wettflüge nutzen Taubenhalter die Treue der Tiere aus. Tauben sind ihrem Heimatschlag, ihrem Partner und ihrem Nachwuchs überaus verbunden. Taubenpärchen bleiben ihr ganzes Leben zusammen und die Verbindung ist sehr innig.

Was tut also eine Taube, die ihrem Partner entrissen, von ihrem Nachwuchs entfernt und sich weit weg vom sicheren Heimatschlag in völlig unbekannter Umgebung wiederfindet?

Richtig! Sie wird versuchen, wieder dorthin zurückzukehren, wo sich befindet, was sie mehr liebt, als ihr eigenes Leben. Sehnsucht und Sorge um den Nachwuchs, dient der „Leistungssteigerung“ ungemein.

Die Halter machen sich die Verzweiflung ihrer Tiere zunutze, möglichst schnell zurück in ihr Heim und zu ihren Familien fliegen zu wollen.

Bei der „Witwermethode“ werden Taubenpaare voneinander getrennt. Diese Methode hat sich nach Angaben von Züchtern flächendeckend für das „normale Flugprogramm“ durchgesetzt. Die „Nestmethode“ umschreibt die Trennung eines Elternteils vom Partner und dem bereits geschlüpften Nachwuchs. Beides bedeutet für die Tiere enormen Stress.

Experten gehen davon aus, dass zwischen 10 und mehr als 50 Prozent der Tauben, die zu Wettflügen weit von ihrem Heim weg transportiert werden, nicht zu ihrem Schlag, ihrem Partner, ihrem Nachwuchs zurückkehren. Sie stranden als heimatlose Tiere auf den Straßen fremder Städte, landen im Tierschutz, die meisten von ihnen sterben qualvoll.

Bildrechte Laura Pfeffer

3 Gedanken zu „Tierquälerei schafft keinen Frieden für die Ukraine sondern neues Leid!“

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