Aufreger

Killer-Insekten oder doch eher Killer-Journalismus?

Unseriöse Nachrichten töten!

„Sie tötet mit einem Stich!“ … das ist, mit Verlaub, Schwachsinn!

Hornissen haben es seit jeher schwer, allein ihre beeindruckende Größe schürt unbegründete Ängste. Obwohl sie deutlich größer sind als Bienen, sind sie weder angriffslustiger noch gefährlicher als ihre schwarz-gelb gestreiften Verwandten. Hornissen gehen den Menschen grundsätzlich aus dem Weg und stechen einzig in höchster Notwehr, wenn sie sich angegriffen fühlen.

Ihr Gift ist sogar weniger toxisch bzw. gefährlich als das von Bienen, Hummeln oder kleineren Faltenwespen.

Ein Mensch müsste sich mit einem großen Hornissenvolk anlegen und mehrere hundert Stiche bekommen, bevor es für ihn wirklich gefährlich wird. Außer natürlich, er wäre Allergiker oder wird im Mund- und Rachenraum gestochen. Da Hornissen jedoch nicht so gerne Kuchen und Eis naschen, ist diese Gefahr geringer als bei Wespen. Soweit so gut.

Unsere wahrheitsliebende Presse ist immer schnell dabei, Tiere „als gefährlich“, „bedrohlich“ oder als „Krankheitsüberträger“ einzustufen. Das bringt Reichweite, das erhöht die Auflage… Ganz gleich ob es sich um Tauben, Füchse oder Insekten handelt. Wenn dank solcher Artikel dann unzählige Tiere in falscher Angst getötet werden…dumm gelaufen. Wen interessiert das schon?!

Mich interessierte es… als ich die Überschrift eines Artikels auf FB der Kreiszeitung.de las:

„Killer_Insekt“: Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland aus: Sie tötet mit einem Stich“

Hatte ich hier eine Wissenslücke? Musst man sich Sorgen machen?

Ich klickte auf den Beitrag, der sich dann völlig anders las:

„Eingeschleppte Hornisse richtet sich in Deutschland ein. Funde sollten gemeldet werden“ Kein Wort darüber, warum oder ob die asiatische Hornisse mit „einem Stich tötet“… sondern eine allgemeine Abhandlung über Tiere und Pflanzen, die in fremde Gebiete eingeschleppt werden oder einwandern und die Natur gefährden.

Jetzt wollte ich mehr wissen, denn hinter jeder solchen reißerischen Überschrift stehen unzählige Hornissen, die nun aus vorsätzlich geschürten Ängsten gejagt und getötet werden, zumal wohl eher selten jemand zwischen heimischen und eingewanderten Arten unterscheiden kann. Tot ist tot.

Auf einschlägigen (und seriösen!) Seiten fand ich dann die Info, dass „der Stich einer asiatischen Hornisse für den Menschen weitestgehend ungefährlich ist“.

… oder auch…

„Wie gefährlich sind die Stiche der asiatischen Hornisse

Wird man einmal gestochen, ist der Stich vergleichbar mit dem Stich einer heimischen Hornisse. Das kann nur für Allergiker gefährlich werden. „Für den gesunden Menschen stellt ein Hornissenstich keine besondere Gefahr dar.“

So viel zum Thema „Killer Insekt…“

Fakt ist jedoch, dass diese Art unter Umständen eine Bedrohung für die Imkerei werden könnte oder den heimischen Hornissen Konkurrenz macht. Aber auch hier sieht der NABU „aller Voraussicht nach keine essentielle Bedrohung“… weitere Auswirkungen seien derzeit noch nicht abzusehen.

Ich finde es mehr als verantwortungslos wenn durch solche bewusst irreführenden Schlagzeilen Ängste geschürt werden, die unbegründet sind. In meinen Augen ist es blanke „Hetze“ für die mit Sicherheit auch viele unserer heimischen Hornissen mit dem Leben bezahlen werden.

Sie sind keine „Killer Insekten“, sie stehen sogar unter besonderem Schutz und ihr Bestand ist gefährdet.

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