Tierschutz

Traue Niemandem!

Die wichtigste Regel, wenn du einen Tierschutzverein gründen und führen möchtest , von dessen Bestehen Leben abhängen:

Traue Niemandem!

Das mag sich befremdlich für jemanden anhören, der nicht mit der Szene vertraut ist, alle anderen werden zustimmend nicken oder sich wünschen, sie hätten diese Regel beherzigt. Das meiste, was in und um einen Tierschutzverein passiert, basiert auf Freiwilligkeit. Das meiste, was zwingend in einem Tierschutzverein passieren muss, ist existentiell.

Ausfälle von Spendern oder Vereinsmitgliedern, Schlammschlachten oder behördliche Probleme stellen nicht nur ein Ärgernis und eine Gefahr für das Leben der Tiere in Obhut dar, sondern auch eine existentielle Bedrohung für das Leben der Tiere, in den vom Verein unterstützten Projekten. Für die einen eine unschöne Bagatelle oder „Petitesse“, für die anderen, mit allen unguten Folgen, oftmals Hunger und Tod.

Daher lohnt es sich, im Vorfeld zu überlegen:

Wem kann ich bedingungslos vertrauen, so sehr, dass ich gemeinsam mit ihm/ihr die Haftung und Verantwortung des Vereinsvorstands übernehmen möchte?

Wem vertraue ich so sehr, um ihm als Teammitglied wichtige Aufgaben zu übertragen? Wer ist loyal genug, den Tieren so verbunden, dass auch eventuelle interne Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen niemals in der Öffentlichkeit ausgetragen werden würden?

Jede öffentliche Schlammschlacht beschädigt den Tierschutz. Wem darf ich wertvolle Spendengelder anvertrauen?

Hält das Projekt, was es auf den ersten Blick verspricht? Werden Zusagen eingehalten, Spenden ordnungsgemäß verwendet, sind Ziele und die moralischen Vorstellungen in etwa die gleichen? Wie gehen diese eventuellen neuen Partner mit Problemen um? Es gibt immer Probleme. Tierschutz besteht eigentlich nur aus Problemen. Gibt es dann Öffentliche Posts, die unseren Namen beschädigen würden? Anfeindungen? Anstatt konstruktiven Austausch und Ehrlichkeit?

Welcher Bank schenke ich mein Vertrauen? Einer Online Bank mit nicht vorhandenem Kundenservice, die willkürlich die Konten einfrieren und eine Fehlerbehebung dauert dort Monate, ehe irgendwelche Hotlines reagieren? Zeit, in der kein Geld an Projekte weitergeleitet werden könnte? Paypal? Wo bereits ein falsches Wort in einer Spendenüberweisung die Sperrung bedeuten kann und Gelder sind teilweise Jahre eingefroren? Besser man fährt zwei- oder dreigleisig und traut niemandem.

Darf ich mich auf einige wenige Großspender verlassen, die morgen vielleicht zu einem anderen Projekt weiterziehen und damit den Fortbestand der eigenen Arbeit gefährden?

Macht es Sinn, everybody´ s Darling zu sein und auf das Beste zu hoffen oder sollten strenge Regeln im Vorfeld viele Szenarien abfedern, auch wenn strenge Regeln viele erst einmal verschrecken oder sogar abstoßen…weil es ja Tierschutz ist und alle dicke Freunde sind, die am gleichen Strang ziehen…

Sollte man jemanden vielleicht erst einige Zeit kennen- und einschätzen lernen, ehe man ihm wichtige Aufgaben anvertraut?

Darf man die Zusammenarbeit auch einfach einmal verweigern, wenn es nicht zu 100 Prozent stimmig scheint?

Ich denke, ihr kennt meine Antwort auf diese Fragen. Aktiver Tierschutz bedeutet immer eine große Verantwortung. Fast jeder im Tierschutz agiert sehr emotional. Die Charaktere der Menschen dort sind oftmals genauso wenig berechen- und vorhersehbar, wie das Spendenaufkommen.

Vertrauen ist gut … Kontrolle ist besser 🙂

Regeln und strenge Arbeitsvorgaben retten Leben!

Man muss auch einmal Nein sagen können!

Und last not least: Wahre Freunde sind unbezahlbar …

Ich habe meine Freunde im Tierschutz und in meinem Verein längst gefunden und dafür bin ich jeden Tag dankbar. Wir kämpfen bei Frieden für Pfoten e.V. mit exakt den gleichen Problemen, es „menschelt“, wie bei jedem anderen Tierschutzverein auch. Ihr erfahrt wenig davon, denn wir lösen Probleme erwachsen und intern. Der Schwerpunkt liegt bei den Tieren in Not. Niemand benötigt eine öffentliche Bühne für seine Befindlichkeiten.

Wenn sich die Falschen zusammenfinden, passieren Katastrophen, zerstörte Projekte und gebrochene Herzen.

Wenn sich die Richtigen zusammenfinden, passieren kleine Wunder ❤

2 Gedanken zu „Traue Niemandem!“

  1. Liebe Bettina Marie,

    da sagst du was.
    Leicht ist dies alles sicherlich nicht. Ich habe auch schon vor Jahren eine Gruppe geleitet und mit Behörden zu tun gehabt. Betraf aber Menschen.
    Trau schau wem, diese Regel beherzige ich von meiner Oma.

    Alles Liebe und Gute für dich
    Claudia

    Gefällt 1 Person

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