Tierschutz

Da war doch noch was, mit Sport???

Irgendwann kippte die Berichterstattung um. Irgendwann wurden „rassistische Fehltritte“, die falsche Kleidung, oder Regenbeleuchtung an/aus zum Mittelpunkt der Berichterstattung. Wer weiß zum Bespiel zu sagen, wie die deutschen Radfahrer kürzlich bei Olympia abschnitten? Was ihr Trainer sagte, das steht überall zu lesen.

Da ich mir wenig aus Sport mache und Berichterstattung über den Sport an sich, nicht vermisse, staune ich einzig über die geballte Masse der Schlagzeilen und frage mich, wo Sportbegeisterte heute noch echte Infos über die Events hernehmen, da beständig andere Dinge im Fokus stehen. Der Sport ist es längst nicht mehr.

Wirklich interessant fand ich in dieser Hinsicht übrigens einzig die derzeitige Diskussion über die Frage, ob Frauen, die einst Männer waren und jetzt zusammen mit Frauen, die schon immer Frauen waren, in sportlichen Disziplinen antreten und punkten können, … ob diese neue Errungenschaft für mehr Gerechtigkeit sorgt …. oder für mehr Ungerechtigkeit… Das können wohl nur die betroffenen Sportlerinnen beantworten … falls sie sich das trauen. Denn wie wir mittlerweile gelernt haben, kann eine falsche Äußerung eine sportliche Karriere schnelle beenden, als ein Sportunfall … und nachhaltiger 😉

Was mich aber wirklich ärgert … und unglaublich wütend macht, ist die traurige Tatsache, dass bei all diesen Diskussionen die Tiere wieder einmal vergessen und ausgeblendet werden.

Was sind wir sensibel und nachtragend im Umgang miteinander. Wie blind und roh, im Umgang mit Tieren!

Gab es irgendwo eine Zeile über das Leid der Dressurpferde? Echauffieren sich die großen Newsportale über das Leiden und Sterben der Brieftauben auf den sogenannten „Wettflügen?“

Sport mit Tieren ist und bleibt ein Stiefkind der medialen Berichterstattung. Das Leid, die verborgenen Machenschaften, die nötig sind, um ein Tier zu Höchstleistungen zu treiben, sind den Wenigsten bekannt. The winner takes it all … der Gewinner ist einzig der Mensch! Die Tiere sind und bleiben stets die Verlierer, selbst wenn ihr Besitzer mit einem Pokal nach Hause geht.

Ja, der Sport hat sich verändert. Mittlerweile stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Damit kann ich gut leben. Aber ich würde mir so wünschen, dass auch einmal ein Stadion für das Leid der tierischen Sportler leuchten würde, die meist unfreiwillig antreten müssen. Dann schalte ich auch wieder ein 😉

Tierschutz

The long and winding road … Ich bin ein Feigling und Weichei!

Ich könnte niemals vor einem Tiertransporter stehen, den Gestank nach Angst und Blut und Exkrementen riechen, die Schreie der Tiere hören und ihnen Wasser reichen, weil sie bereits ewig in der Hitze unterwegs sind und diese paar Tropfen Wasser die einzige Gnade ist, die ihnen noch zuteil wird in ihrem Leben.

Ich würde daran zerbrechen, immer und immer wieder sterbende Hunde und Katzen von der Straße aufzusammeln, zu beobachten, wie sie mit zertrümmerten Kiefern, abgestorbenen Beinen, von Kugeln durchlöchert oder mit zerstörten Augen versuchen, sich doch ein Stückchen Lebensqualität zu erkämpfen und dann doch viel zu oft sterben, weil es zu spät war…

Ich könnte niemals in einem Tierlabor oder in einer Zuchtanlage heimlich dokumentieren, wenn dort unsägliche Dinge mit wehrlosen Lebewesen passieren, die vorsätzlichen Verstümmelungen, Zwangsfixierung, Vernachlässigung, Schmerz und Tod. Das beginnt bei der Anbindehaltung von Kühen, der Kastration ohne Betäubung, bei der Zwangsfixierung der Muttersauen im engen Kastenstand und endet bei der Vivisektion, Aufschneiden und Verstümmeln bei lebendigem Leib, im Versuchslabor…

Dabei ist es so wichtig, was all diese mutigen Tierschützer tun! Wenn es sie nicht gäbe, dann wären selbst die winzigen Schritte zu einem besseren Umgang mit unseren tierischen Mitgeschöpfen nicht passiert, die in den letzten Jahren erkämpft wurden. Der Großteil der Welt feiert sie jedoch nicht als Helden sondern beruhigt das eigene, schlechte Gewissen damit, indem er sie als „verrückt“ abstempelt, sie kriminalisiert oder einfach ignoriert. „Wird schon alles nicht so schlimm sein … Einzelfälle … „diese irren Tierschützer, die wollen einem das letzte bisschen Freude noch vermiesen, haben ja keine Ahnung … Träumer und Spaßbremsen…“

Ich verneige mich vor allen Heldinnen und Helden, die das auf sich nehmen. Deren Träume zu Albträumen werden und die in dem Bewusstsein leben müssen, dass Menschen grausame Monster sind, böse und gefühllos. Wäre es anders, dann wären all die schreckliche Dinge nicht möglich, die jeden Tag millionenfach passieren, die wir wehrlosen und friedlichen Lebewesen antun, oftmals sind es noch Tierbabys …

Davon steht nichts in unseren Kinderbüchern, dort lieben wir die Küken und die Kälbchen, die Häschen und die Schweinchen, dort werden Mäuse nicht im Labor verstümmelt sondern liebevoll als kleine Persönlichkeiten gezeichnet. Verrückte Welt!

Irgendwann fand ich heraus, dass ich doch etwas tun kann, auch als Weichei und Feigling…Ich kann aufklären, ich kann Anregungen geben, ich kann mein eigenes Kaufverhalten bei jedem einzelnen Einkauf hinterfragen und überlegen, ob DIES oder DAS oder JENES denn wirklich sein muss und ob es nicht schmackhafte und tierleidfreie Alternativen gibt. Ich kann vielleicht die armen Tiere in den Ställen und Labors nicht retten, wohl aber heimatlose Straßentiere und dafür sorgen, dass sie zumindest satt werden und dass es dank Kastrationsmöglichkeit beständig weniger von ihnen gibt. Das habe ich dann auch getan. As simple as that.

Es ist wenig, angesichts des großen Tierleids um uns herum, es wird nie genug sein und vermutlich auch nie konsequent genug … aber ich habe mich zumindest auf den Weg gemacht. „The long and winding road“, auf den Weg, die beste Version meiner selbst zu werden, die beste und liebevollste Version, die irgend möglich ist. Für meine tierischen Mitgeschöpfe. Für mich sind sie alle so unendlich liebenswert oder zumindest schutzbedürftig.

Ich möchte niemanden belehren oder vor den Kopf stoßen. Ich möchte euch nur immer wieder dazu einladen, mich auf diesem Weg zu begleiten… Herzlich willkommen auf meinem Blog ❤

Bettina Marie Schneider-Gutes Karma to go

Tierschutz

Mein coming out <3

Überall wird gerade geoutet … mittlerweile vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo zu lesen steht, wer jetzt mit welchem Pronom angesprochen werden möchte und wer wen liebt. … Vielleicht sollte ich das jetzt auch einmal tun?

Ich bin eine CIS Frau, das bedeutet, dass ich mit der Identität, die mir bei der Geburt zugeteilt wurde … einverstanden bin. Danke Universum 🙂Ich habe mein Geschlecht nie in Frage gestellt. Ich hoffe, das ist OK.

Natürlich hätte ich gerne ab und an kräftigere Muskeln, wenn ich mir wieder einmal die Wirbel bei Aufräumarbeiten verschiebe und manchmal beneide ich Männer um ihre Fähigkeit, Emotionen auszublenden, während sie mich ungeschützt überfluten … aber ansonsten… alles tipptopp. Ich stehe auf rosa und Frauenkram. Wir lassen das bitte so ❤

Der Begriff CIS wurde geschaffen, weil trans*, inter* und nichtbinär genutzt werden, um „die Abweichung“ vom Normalen zu markieren. Mittlerweile habe ich fast den Eindruck, „CIS- normal“ ist für viele irgendwie ungut, „normal“ grenzt aus, „normal“ hätte unverdiente Privilegien. Aber ich habe mir das nicht ausgesucht. Tut mir echt leid. Und was bitte ist schon „normal“? In meiner Welt ist alles „Normal“ und trotzdem nicht genormt. Weder meine eigene Identität noch die anderer.

In meiner Welt gibt es nur DIE Liebe und wer mit wem; ist mir schnurz. Hauptsache Liebe. Man muss mir das aber auch nicht immer bis ins Detail mitteilen. Ehrlich nicht.

Ich oute mich hiermit öffentlich für meiner Schwäche für den „alten, weißen Mann“ … eine Personengruppe, die ja mittlerweile für alles zur Verantwortung gezogen wird, was missfällt oder einer Verbesserung bedarf. Der „alte, weiße Mann“ wurde zum Schimpfwort. Ich finde, das hat er nicht verdient! Das hat niemand verdient. Nebenbei bemerkt: Jemanden wegen seines Alters zu bashen, ist ebenfalls eine böse Form der Diskriminierung und für ihre Hautfarbe können sie auch nichts.

Es ist mir etwas peinlich, aber ja … auch sie betrachte ich mit den Augen der Toleranz und Empathie und dann fällt mir auf, dass es selbst in dieser, neuerdings verteufelten Generation Männer, großartige Menschen gibt, klug, lebenserfahren und witzig. Wir sollten da wirklich etwas toleranter sein …

Mehr gibt es leider nicht zu outen. Weiblich … hetero … CIS … mit einem großen Herzen für alle, die ihr Leben nach ihrer Fasson leben möchten und mutig genug sind, das auch zu tun.

Feiert euch … und feiert das Leben … so wie ihr es leben möchtet…das sollte jeder von uns tun … das funktioniert auch, ohne andere dabei klein zu machen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben und ihre Liebe gestalten sollen. Es kann so einfach sein ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Und raus bist du …

Benehmen ist Glückssache … manche haben leider selten Glück 😉

„Gutes Karma to go Möchte erst mal wissen, wer sich hinter „Gutes Karma to go“ als Person versteckt ? Angst sich zu zeigen ??“

„Da kann man sich natürlich den Aluhut ranzimmern … und richtig losschwurbeln …karma…“

Der Dame, die nicht lesen kann, habe ich freundlich erklärt, dass mein Name unter dem Beitrag zu finden ist, der sie so empörte. Leider musste ich sie dann doch blockieren, da sie damit begann, andere Leser für deren Kommentare zu attackieren…und dem freundlichen Herren, der mir zum Aluhut riet, empfahl ich, an seinem Leseverständnis zu arbeiten, im übrigen gibt es Selbsthilfegruppen, die dabei helfen, wenn man in allem und jeden eine Verschwörung oder „Schwurbeln“ zu erkennen glaubt. Das kann nämlich richtig lästig werden 😉

In beiden Fällen würden jedoch auch bessere Umgangsformen helfen, die als wohltuender Puffer funktionieren, ehe man andere mit den eigenen Aggressionen belästigt. Schade, dass Anstand nicht mehr zeitgemäß ist… naja…Wenn also wieder einmal jemand kommentiert, er findet es „so schade, dass ich auf meinem Facebook Blog keine anderen Meinungen zulasse und Kommentare lösche oder Leser blockiere“, dann kann ich dazu nur zum zigsten Male erklären:

Dieser Blog ist mein online Wohnzimmer, wo jeder herzlich willkommen ist. Hier wird gerne und oft diskutiert, hier herrscht bunte Meinungsvielfalt und wir sind trotzdem einfach nur tolerant und nett oder zumindest höflich zueinander und lernen dabei vielleicht sogar das ein oder andere oder ändern unseren Standpunkt. Mir geht das jedenfalls so. Wenn nicht, …auch gut 🙂 .

Auf den meisten öffentlichen Seiten und in manchen Gruppen wagen viele Leser nicht mehr zu schreiben, weil sich, ganz gleich zu welchem Thema, immer jemand finden wird, der Freude daran hat, andere öffentlich anzugreifen, lächerlich zu machen oder ihnen etwas zu unterstellen, was sie nie geschrieben/gedacht haben. Hier möchte ich das nicht. Wer einzig deshalb vorbei kommt, um andere Gäste unhöflich für ihre Gedanken anzugehen oder den Gastgeber anzumachen, (oftmals, ohne meine Texte überhaupt richtig gelesen zu haben) der ist nicht willkommen und das zeige ich auch deutlich.

Das ist das Schöne an einem privaten Blog. Das Hausrecht. Der Blockierbutton. Dieser Button ist der Grund, warum hier jeden Tag ungestört viele tausend Menschen freundlich miteinander kommunizieren können, selbst wenn sie unterschiedliche Meinungen haben. Wer dazu nicht in der Lage ist, der ist raus. Es kann so einfach sein 😉

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende ❤

Aufreger, Tierschutz

Ich bin raus aus allen Gartengruppen …

Ich bin raus aus all den wunderschönen Gartengruppen, wo Blumenliebhaber stolz ihre Gärten präsentieren und wo man jede Menge über Pflanzen und deren Pflege lernt. Ich bin raus, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, bei jedem zweiten Beitrag über die Grausamkeit und Dummheit der Menschen zu stolpern. Ich weiß, wenn ich es nicht lese, ist sie trotzdem da … die Grausamkeit…aber ständig daran erinnert zu werden, wie arm und limitiert das Seelenleben mancher Zeitgenossen ist … das hebt nicht unbedingt die Stimmung, da mache ich mich doch lieber wieder bei Google schlau, wenn meine Hortensien die Blätter hängen lassen…

Nie vorher war mir bewusst, wie viele „Naturliebhaber“ es gibt, die nur ausgewählte Teile der Natur lieben. Der Rest wird grausam vergiftet, mit kochendem Wasser oder Salz überschüttet, manche zerschneiden die verhassten Nacktschnecken sogar und scheinen Befriedigung dabei zu empfinden. Von den Katzenhassern, die stolz darüber berichten, welche Tiere bereits alles in ihrem Gartenpool ertrunken sind und wie man Katzen sonst noch quälen könnte, damit sie dem eigenen, heiligen Garten fern bleiben … darüber möchte ich mich gar nicht auslassen. Widerlich, einfach nur widerlich!

Nacktschnecken sind gerade in Unmengen unterwegs … und ganz ehrlich …ich mag sie auch nicht! Ich mag es nicht, wie sie alles kurz und klein futtern, was ich mühsam angepflanzt habe. Ich grusel mich ein bisschen, wenn sich ihr klebriger Schleim auf meinen Fingern anheftet und ich ziehe ebenfalls alle Register, damit ihnen der Weg zum Buffet möglichst erschwert wird. Ansonsten sammle ich ab…jeden Tag…und jeden Abend. Es hilft tatsächlich.

Nie würde es mir in den Sinn kommen, ein wehrloses und empfindsames Lebewesen mit der Schere in zwei Teile zu schneiden, mit Salz zu überschütten, … in eine Falle aus Bier zu locken, damit sie ertrinken. Mein Leben hängt nicht davon ab, ob die Hortensien jetzt gelocht sind oder makellos dastehen, sogar meine Kürbispflanzen hat es erwischt. So what? Mache ich eben auf dem Balkon einen neuen Versuch, ehe ich das tue, was offensichtlich so vielen anderen überhaupt keine Probleme bereitet… töten…je mehr, desto besser…

Wie soll das mit der Liebe und der Verbindung zur Natur jemals funktionieren, wenn Respekt und Achtung vor dem Leben fehlen, wenn manche nur Spott übrig haben, für diejenigen, die daran erinnern, dass die Natur und auch unser Garten für alle da ist … denn auch wir haben dieses Stückchen Erde nur als Leihgabe von Mutter Natur.

Was uns von allen anderen Mitgeschöpfen unterscheidet, ist die Gabe, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich habe mich für das Leben entschieden. Auch wenn es ein Schneckenleben ist…oder eine Ameise…

In meinem tiefsten Inneren bin ich ganz sicher, dass Töten immer etwas ungutes mit der Seele und dem Charakter macht…sei es eine Ameise, eine Schnecke, ein Igel oder nur ein Wurm…

Nein, all die hübschen Blumenbilder und eindrucksvoll angelegten Gärten in den einschlägigen Gruppen machen für mich nicht wett, dass beständig Anleitungen zum besseren Töten gepostet werden. Völlig normal … ich weiß. Darf ich es trotzdem abstoßend finden?

Manche Menschen finde ich widerlich. Widerlicher als so manche schleimige Nacktschnecke…

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Ich bin die …

Gegen den Strom …

Ich bin die, die schmerzhaft das Gesicht verzieht, wenn in lustiger Gesprächsrunde jemand stolz von seinem neuen Mähroboter erzählt.

Ich bin die, die eine Story über Kühe oder Schweine auf der Flucht vor dem Schlachthof nicht aufregend sondern einfach nur schrecklich traurig findet.

Ich bin die, die sich mittlerweile mit der halben Katzenfreunde- und Pferdefreunde und auch mit der Hundeszene angelegt hat, weil sie der Meinung ist, Züchter, Leistung und Rasse haben nichts mit Tierliebe zu tun und artgerecht ist nur die Freiheit!

Ich bin die, die auch in Städten mit Fütterungsverbot verstohlen Tauben füttert, weil es ihr nicht schmeckt, wenn andere nebenan hungern , während sich die anderen am Tisch fremdschämen und ihre Blicke Bände sprechen.

Ich bin die, die aktiv in der Flüchtlingshilfe mitwirkte und die damals in manchen Kreisen dafür Prügel bezog und die heute Prügel bezieht, wenn sie die Meinung äußert, dass straffällig und gewalttätig gewordene Asylsuchende in ihrem eigenen Heimatland wohl besser aufgehoben wären…Ich bin die, die alle Menschen, mit all ihren sexuellen Orientierungen vorbehaltslos anerkennt und trotzdem entschieden gegen Genderwahn eintritt, weil sie die deutsche Sprache genauso liebt, wie das recht auf Selbstverwirklichung des Individuums.

Ich bin die, die nach wie vor nichts gegen weiße, alte Männer hat und die es fast schon peinlich findet, wie bestimmte Gruppierungen ihre Toleranz und Weltoffenheit dadurch demonstrieren, indem sie den weißen, alten Mann diffamieren und zur Zielscheibe ihres Hasses machen.

Ich bin die, die jedes Insekt, jeden Wurm jede Raupe achtet und kompromisslos sämtliche Gifte und die Zerstörung der grünen Vielfalt in der Landschaft bekämpft aber eine CO2 Steuer für schamlose Abzocke hält, die in die falschen Taschen wandert…

Ich bin die, die mittlerweile überall aneckt, weil es fast nur noch schwarz-weiß denken gibt … weil niemand mehr bereit ist, dem anderen zuzuhören und eine andere Meinung nicht als feindliche Haltung zu betrachten sondern als andere Meinung, weil man schneller in Schubladen steckt, als man „Piep“ sagen kann.

Und trotzdem…Ich bin auch die, die dabei mithalf, dass die vom Schlachthof gerettete Kuh ihren Weg zur Vrouva Farm finden durfte, die den Menschen dort ihren unglaublichen Einsatz für ungewollte Tiere etwas erleichtern wollte. Seit gestern sind die Futterlager voll … zum allerersten mal…

Warum ich das schreibe? Tierschützer werden stets kritisiert. Ganz gleich, was sie tun und wie sie es tun. An Tierschützer werden ganz besonders hohe Anforderungen gestellt, warum auch immer. Hey, wir sind Menschen … wie du und ich ❤

Aber Tierschützer müssen nicht die perfekten Menschen sein, Tierschützer müssen nicht zwangsläufig einer bestimmen politischen Ideologie anhängen oder als Veganer in die Welt gepurzelt sein.

Alles, was sie benötigen ist ein offenes Herz und den Willen, etwas gegen Not und Ungerechtigkeit, gegen Gewalt und Ausbeutung zu tun und die Bereitschaft, dabei zu wachsen. Daher freue ich mich ganz besonders über die bunte Mischung von Lesern hier auf diesem Blog, die es trotz aller Differenzen, trotz unterschiedlicher Meinungen immer wieder schaffen, einen gemeinsamen Nenner zu finden: WIR für TIERE ….

Alles andere kommt dann von ganz allein, denn Respekt, Empathie und Liebe machen keinen Unterschied zwischen Spezies, Nationen, Geschlechtern und sexueller Orientierung.

Ganz gleich, wie ihr ihn gehen wollt und in welchem Tempo…der Weg ist das Ziel ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

So sehen Sieger aus <3

Ganz ehrlich? All die echte und gespielte Empörung, der ganze Fussballhype geht mir komplett am Allerwertesten vorbei. In dieser Woche spiele ich mit meinem wunderbaren Team von Frieden für Pfoten e.V. in einer ganz anderen sportlichen Disziplin das Endspiel um den Siegerpokal. Dieser Pokal ist gefüllt mit Hoffnung, Kraft und Liebe … Wir reichen ihn weiter an alle, die gerade jetzt so dringend darauf angewiesen sind.

Ja, heute fühlen wir uns alle als glückliche, dankbare Sieger im Kampf gegen Elend und Tod, Hunger und Resignation.

We did it!!! … mit eurer Hilfe, … ihr habt durch eure Spenden das entscheidenden Match dieses Sommers für uns gewonnen…Heute geht die Verteilung der VETO-Tierschutz Sommeraktion los!

Der erste große Schlepper vollbeladen mit Hunde- und Katzenfutter ist in Athen angekommen, wurde unter den strengen Augen von Dioniosos (Thank you, dear Dion, master of logistics ❤ ) nach unseren Vorgaben aufgeteilt und auf kleinere Laster umverladen, die auch die engen Gebirgsstraßen zu Triantafyllias und Eris Shelter bewältigen. Ein Teil füllte die SCARS Bestände in Athen auf , ein kleiner Teil geht an Einzelkämpfer, wie Theodoros und der Löwenanteil schaukelt gerade auf der Fähre nach Ägina zu den Tieren der Vrouva Farm.

Dort steht die Welt Kopf. Dort gab es noch niemals vorher solchen Futtersegen, dort kann Alexia ihr Glück immer noch nicht fassen und was sie schreibt, bringt uns alle zum Strahlen … wie Sieger ❤

„Oh mein Gott … das ist alles so aufregend! Ich habe unserem Team erzählt, dass morgen Futter kommt. Ich sagte, dass sehr viel Futter kommt. Was schätzt ihr?:

„75kg?“, fragte Daphne

Ich sagte: „Mehr!“

„10 Säcke!“ schätzte Jejos

Ich sagte: „Viel mehr!“

„500kg?“ schlug Sandy ungläubig vor.

Jetzt weinte ich ein bisschen und sagte: „Unglaublich viel mehr!

„Alle haben gelacht und waren sehr berührt.

„Eine Palette!“ meldete sich Marina zu Wort und war sich ihrer Sache ganz sicher!

„Dreizehn Paletten“ sagte ich …und alle erstarrten. Es herrschte Stille.

Ich habe ihre ungläubigen Reaktionen gesehen. Das ist für uns einfach unglaublich. Ein Märchen! Endlich sichere Futtervorräte! Was für eine Erleichterung! Jetzt wird etwas Geld für andere wichtige Dinge übrig bleiben. Für Bluttests, Sägespäne für die Pferde, wir können Bäume pflanzen, für schattige Plätzchen, regelmäßige Tierarztbesuche….Das Vrouva-Team träumt schon so lange von vielen Dingen. Bis heute waren sie unerreichbar…Aber jetzt konzentriere ich mich auf die Lieferung und Lagerung der wunderbaren Fracht. Dann fange ich auch an zu träumen. Vielen, vielen Dank!😊❤️💕🙏🙏🙏🙏❤️Alexia“

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Ja, ihr Lieben, heute … für einen Tag, fühlen wir uns alle als Sieger … eine dicke Umarmung und ein herzliches Dankeschön ❤

Eure Bettina Marie

(C) Bildrechte Vrouva Farm … Futterstellen auf der Straße

Allgemein

Politisch korrekt …und voll daneben! Enid Blyton war rassistisch und homophob …

Erinnert sich jemand von euch noch an die Bücher von Enid Blyton? Ich habe ihre Geschichten über die Zwillinge Hanni und Nanni im Internat als Kind förmlich verschlungen und Blytons Name ist seither (zumindest bei mir) mit etwas Positivem verbunden. Sie hat mich dazu gebracht, das Lesen zu lieben. Ihre unterhaltsamen Schilderungen von Zusammenhalt und Abenteuer waren vor 50 Jahren unglaublich erfolgreich. Jetzt sind ihre Werke der Cancel Culture in die Fänge geraten.

Es käme wohl niemand auf die Idee, ein Bild zu überschmieren oder zu kritisieren, weil die zeitgenössische Darstellung nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Proportionen und Ästhetik entspricht, Bei Büchern ist man nicht so zimperlich. Jedes Buch ist ein Stück Zeitgeschichte. Wort für Wort für Wort. Ob uns diese Geschichte nun gefällt, oder nicht … Die Zensoren der neuen Sprachdiktatur sollten sich lieber einzig auf Schulbücher konzentrieren … denn wenn erst einmal damit begonnen wird, jedes Werk der Geschichte auf Political Correctness zu prüfen, dann geht weit mehr verloren, als nur die Freiheit der Kunst.

Nicht umsonst war Neusprech (englisch Newspeak) ein großes Thema in George Orwells dystopischem Roman 1984. Durch Sprachvorgaben und Umschreiben der Literatur und Geschichte, sollten in diesem Buch die sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten beschränkt und damit die Freiheit des Denkens aufgehoben werden. Läuft … mittlerweile bei uns, …besser als der gute George sich das je ausdenken konnte. Die „English Heritage“ verwaltet unter anderem die Plaketten an den Häusern bekannter Persönlichkeiten. Über Blyton schreiben sie in ihrem Online Text, laut ntv news Zitat:

„Blytons Werk wurde zu ihren Lebzeiten und darüber hinaus, für Rassismus, für seine Fremdenfeindlichkeit und für seine literarische Belanglosigkeit kritisiert. „Und dann geht es politisch korrekt weiter:

„2016 wurde es abgelehnt, sie auf einer 50-Pence Münze abzubilden, da man zu dem Schluss kam, dass sie eine „rassistische, sexistische, homophobe und nicht sehr gut angesehene Autorin war“.

Vielleicht sollte die „English Heritage“ noch ein wenig an ihrer eigenen Einstellung arbeiten, ehe sie mit dem Finger auf andere zeigt und sich über „nicht sehr gut angesehene“ Autorinnen auslässt. Vielleicht sollten wir einfach die alten Bücher in Ruhe lassen, sie ins Regal stellen, wenn sie nicht mehr in die Zeit passen. Vielleicht sollten wir nicht beständig die Autoren vergangener Zeiten diskreditieren und in jedem Werk das „Böse“ suchen, sondern stattdessen neue, schöne und bessere Bücher schreiben .. und diese dann auch lesen. Nur so eine Idee …

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Mein Name ist Zorn … eine neue Geschichte aus Lunas Sternengarten <3

Den nächsten Tritt würde er nicht mehr überleben. Panisch sah er sich um. Sein Gefängnis bot wenig Fluchtmöglichkeiten. Auch das Bett war kein sicherer Ort. Nicht für ihn. Nicht, wenn der Mensch, dessen Launen und Misshandlungen er auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, wieder einen schlechten Tag hatte. Das Bett war gewiss kein sicherer Ort, er würde ihn dort wie bei seinem letzten Fluchtversuch brutal am Schwanz packen, hervorziehen und die Bestrafung würde noch grausamer ausfallen. Trotzdem kroch er mit letzter Kraft unter das staubige Eisengestänge. Es war der einzige Schutz, den er hatte. Die gebrochenen Rippen schmerzten, eine klebrige Flüssigkeit sickerte aus dem zerstörten Auge und verdunkelte seine Sicht. Es roch nach Blut. Diesmal hatte jeder Tritt gesessen. Diesmal war er zu langsam gewesen. Er wusste nie, wofür man ihn bestrafte, er wusste nur, dass er von der einen Hölle in die andere gewechselt war und dass er dieser Hölle entkommen wollte. Die Straße war eindeutig besser, Hunger und Durst waren nicht annährend so quälend, wie die beständige Angst vor neuen Misshandlungen. Aber wie sollte er es anstellen? Niemand hörte ihn, wenn er kläglich miaute, niemand kam ihm zu Hilfe, wenn der Mensch wieder einmal beschlossen hatte, ihm weh zu tun. Panisch vor Angst lauschte er den schweren Fusstritten, die sich erst von ihm entfernten und dann wieder lauter wurden, sie schienen ganz nah, direkt vor seinem Versteck. Er wagte kaum, zu atmen. „Bitte tu mir nichts, bitte hör auf damit, ich habe nichts verbrochen … warum tust du mir weh?“

Der hölzerne Besenstiel traf ihn mit ungebremster Wucht in den Bauch. Er konnte nicht nur spüren sondern auch hören, wie etwas in seinem Inneren zerriss. Dann hörte er nichts mehr. Es wurde still und dunkel … und mit dem letzten Licht verschwanden auch die schrecklichen Schmerzen…und die Angst. Er verlor sie, auf seiner weiten Reise durch Raum und Zeit. Angst und Schmerz lösten sich in einer gewaltigen Wolke Sternenstaub auf, sie wurden blasser und kraftloser, bis sie vollständig verschwunden waren. Sein Zorn über das Unrecht und den Schmerz, sein Zorn auf die Menschen im Allgemeinen und besonders auf seinen Peiniger, der verschwand nicht. Er brachte ihn mit in den Sternengarten.

🌠
Luna

Luna pflückte geschickt mit den Krallenspitzen die Köpfe der Gänseblümchen von der Blumenwiese und reichte sie Miss Marple.

„Gefällt es dir hier? Diese Wiese gehört jetzt dir, ich habe gehört, du magst Gänseblümchen aber falls du dir etwas anderes wünscht, sag es ruhig. Du bist die erste Schildkröte in meinem Teil des Sternengartens und wir freuen uns alle, dass du hierher gefunden hast. Wenn dir nach Schildkrötengesellschaft ist, weiss Lilly sicher, wo du noch gepanzerte Freunde findest. Sie kennt alle und alles im Sternengarten, sicher hast du sie schon getroffen. Sie hat einen weißen Pelz, so wie ich, sie ist schrecklich nett … und schrecklich vergesslich.“

Miss Marple nickte kurz, verspeiste in Seelenruhe die angebotenen Gänseblümchen und erst eine ganze Weile später, nachdem sie alles aufgegessen hatte, erhielt Luna ihre Antwort.

„Da wo ich herkomme, bei meinem Menschen, da gab es auch Katzen. Irgendwie fühle ich mich sehr wohl und aufgehoben, in kätzischer Gesellschaft, vielleicht bin ich deshalb bei euch gelandet. Aber Lilly soll sich gerne umhören, vielleicht findet sie heraus, wo meine alte Freundin Cassiopeia abgeblieben ist. Sie wollte nur im Nachbargarten etwas Salat für uns organisieren. Das ist schon sehr, sehr lange her, selbst wenn man nicht in Katzen- sondern in Schildkrötenzeit rechnet. Ich habe mich immer gefragt, was aus ihr wurde…“

Luna wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sie die dunklen Wolken bemerkte, die scheinbar aus dem Nichts plötzlich über ihnen aufgetaucht waren. Seltsam! Für das Wetter im Sternengarten zeichnete allein sie verantwortlich und für heute hatte sie Sonnenschein, milde Frühlingstemperaturen und einen Sonnenuntergang in zartlila geplant. Wo zum Teufel kamen jetzt diese dunklen Wolken her, sie waren fast schon schwarz. Ein eisiger Wind fegte über die Wiese, die Temperatur war in wenigen Sekunden um ein paar Grad gesunken und dann brach die Hölle los. Es hagelte dicke, schwarze Hagelkörner, die alles zerschmetterten, was Luna an diesem Morgen für Miss Marple gezaubert hatte.

Die alte Schildkröte hatte in ihrem Leben bereits viele Abenteuer überstanden. Als die ersten dicken Hagelkörner neben ihr aufschlugen, blieb sie die Ruhe selbst, zog sich nur in ihren Panzer zurück und rief Luna zu:

„Lauf schnell, such dir einen sicheren Unterstand, ehe dich die Hagelkörner erwischen. Mir passiert hier schon nichts. Ich trage meinen Sicherheitsbunker immer mit mir! Ist das Wetter im Sternengarten immer so unangenehm wechselhaft?…“

Luna überlegte kurz, ob sie es wagen könnte, Miss Marple allein zurückzulassen, mitten in Sturm und Hagel. Aber dann lief sie trotzdem los, so schnell sie irgend konnte. Was zum Teufel wurde hier gespielt? Wer wagte es, in ihrem Sternengarten mit ihrem Wetter zu spielen? Wer hatte Sturm und schwarze Hagelkörner gezaubert? Das wollte sie jetzt sofort herausfinden … und dann gnade ihm Bastet …

Vor Nässe triefend und mit ein paar blauen Flecken auf dem Näschen, die von den Hagelkörnern stammten, erreichte sie den großen Festsaal.

„Valerion, Iron, Enzo, Leo… wo seid ihr? Ich brauche euch! Wir haben ein Problem! …

Der gelbe Schmetterling drehte ein paar übermütige Pirouetten in der Luft, ehe er sich wieder auf Faiths Nase niederließ. Der kleine Kater schnurrte vor Vergnügen, was für ein schönes Spiel! In diesem Teil des Sternengartens war er noch nie unterwegs gewesen, dabei gab es so viele interessante Dinge zu entdecken, sogar einen neuen Freund hatte er gefunden. Das musst er unbedingt Krümelchen erzählen, sobald er wieder zurück war. Sie sah es nicht gerne, wenn er alleine loszog, um Abenteuer zu erleben. Aber er war schließlich schon groß, fast erwachsen … und was sollte ihm schon im Sternengaren passieren?

Am Horizont leuchtete ein bunter Regenbogen, zum Greifen nah, den wollte er sich gerne noch einmal genauer ansehen. Dieses Farbenspiel kannte er bisher noch nicht, an einem Ende war der Regenbogen sogar schwarz! Luna hatte ihm einmal erzählt, dass am Ende des Regenbogens immer ein kleines Wunder wartet. Faith pustete seinen neuen Freund vorsichtig von der Nasenspitze und machte sich neugierig auf den Weg .

Argwöhnisch kniff er die Augen zusammen. Sie funktionierten wieder, wie in besten Zeiten! Alles an ihm funktionierte wieder, seit er diese Zuflucht gefunden hatte. Es schien friedlich und sicher, wo er nun war, keine Menschen, keine Hunde, nicht einmal feindliche Katzen hatte er bisher entdeckt. Er litt weder Hunger noch Schmerzen. Trotzdem musste man auf der Hut sein! Manchmal entpuppte sich eine Zuflucht als Falle. Manchmal wird Vertrauen bestraft! Diesen Fehler wollte er nie wieder machen! Der Sternenstaub, den er gerade mit seinen Pfoten aufgewirbelt hatte, sank zurück auf den Boden. Angestrengt versuchte er zu erkennen, wer oder was sich gerade näherte. Es sah aus wie eine Katze. Nicht besonders groß, nicht besonders bedrohlich. Trotzdem stellte er sicherheitshalber die Nackenhaare auf, legte die Ohren an und peitschte warnend mit dem Schwanz. „Bleib weg, sonst wirst du es bereuen!“

Faith hatte eine gute Erziehung im Sternengarten genossen. Luna und Krümelchen wachten streng darüber, dass jeder Neuankömmlingen gegenüber, stets freundlich und hilfsbereit war. Sie sollten stolz auf ihn sein! Entschlossen näherte er sich dem neuen Sternengartenbewohner, der am Ende des Regenbogens sass und ihn aus schmalen, gelben Augen wütend anfunkelte.

„Guten Tag, Herr Katze. Ich heiße Faith. Du bist neu hier, richtig? Wie heißt du? Hast du diesen tollen Regenbogen gezaubert? Wie hast du das gemacht?“

„Ganz schön viele Fragen, Kleiner… Neugier ist der Katze Tod, merk dir das!“

Als er sah, dass Faith ängstlich die Ohren anlegte und vorsichtig den Rückzug antreten wollte, fügte er noch etwas versöhnlicher hinzu:

„Ja, ich bin neu hier, wo immer wir hier auch sind! Ich habe nichts gezaubert! Ich wollte mir ein Lager bauen und sobald ich in der Erde scharre, tut dieser seltsame Staub seltsame Dinge. Er scheint das Wetter irgendwie zu beeinflussen. Vorhin hat es sogar gehagelt. Hast du das mitbekommen? Der verdammte Regenbogen hat auch mit dem Staub zu tun. Plötzlich war er da!“

Dieser Neue Sternengartenbewohner war Faith nicht ganz geheuer. Seine feinen Antennen für Gefühle und Stimmungen funkten Alarm. Hier war jemand schrecklich wütend und schrecklich traurig. „Hinter dem Zorn versteckt sich immer die Trauer… du musst sie finden und trösten, erst dann besiegst du den Zorn!“ . Das hatte Luna ihm in ihren nächtlichen Unterrichtsstunden am Rande des Sternengartens beigebracht. Wenn sie recht hatte, dann war hier jemand nicht nur unendlich zornig sondern auch schrecklich traurig.

„Wie heißt du?“, fragte er noch einmal und unterstrich die Frage mit seinem freundlichsten Schnurren.

„Mein Name? Ich brauche keinen! Namen sind Schall und Rauch und der Name, den sie mir gegeben haben, der war eine einzige Lüge, er hat mir kein Glück gebracht… Ich war „Lucky“…, er spuckte diesen Namen fast verächtlich aus. Vergiss das gleich wieder! Du willst wissen wie ich heiße? Ich bin Zorn! mein Name ist Zorn! Und wenn du mir nicht erklären kannst, wie dieser Staub hier funktioniert, dann verschwinde wieder! …

Iron tat sein Bestes, um die Stimmung in der großen Festhalle wieder etwas zu beruhigen. Während er geschickt die großen Platten mit Leckereien an die Tafel balancierte, wich er den dunklen Pfützen aus, die sich überall ausbreiteten. Fast jeder hatte etwas von dem schwarzen Hagelschauer abbekommen. Fast jeder war pudelnass und etwas verwirrt zum Essen erschienen. Niemand konnte sich erklären, warum das Wetter im Sternengarten plötzlich verrückt spielte. Die wildesten Theorien wurden diskutiert.

Leo schnappte sich ein großes Stück Sternenstaubkeule von Irons Platten und sah fragend in die Runde.

„Wenn du es nicht warst, Luna und auch nicht Lilly dann muss jemand in unserem Sternengarten angekommen sein, der ebenfalls Magie beherrscht. Ich übe jetzt schon soo lange, und bis heute schaffe ich ohne deine Hilfe gerade einmal ein paar lahme Schäfchenwölkchen aus dem Sternenstaub zu locken. Wie kann es sein, dass jemand ganz neu ist und all das fertig bringt, was wir heute gesehen haben?

„Leo hat Recht, das ist wirklich seltsam!“ Ballerina schüttelte ein paar Wassertropfen aus ihrem Schweif und schlug vor:

„Wollen wir Suchtrupps bilden, und uns in alle Himmelsrichtungen umsehen? Darling und Valerion, Csipi und Giacomo, Tom und Fiete, Lilly und ich …? Wer ist dabei? Lasst uns einen Ausflug machen! Irgendwie müssen wir herausfinden, wer hier unbefugt mit dem Sternenstaub zaubert, wer weiss, was diesem Neuen als nächstes einfällt, ein Sternengartenbeben vielleicht? Und wo ist eigentlich Lilly abgeblieben, ich habe sie seit gestern nirgends gesehen, weiss irgendwer, was sie gerade wieder vor hat?“ Ballerina sah sich suchend nach ihrer Katzenfreundin um.

Ehe ihr jemand antworten konnte, meldete sich Valerion zu Wort.

„Ich glaube, ich weiß, nach wem wir suchen müssen! Da war jemand, der in großen Schwierigkeiten steckte. Ich habe ihn zufällig entdeckt, als ich meine abendliche Patrouille am Ausguck absolvierte.“

Valerion zögerte kurz, man konnte ihm deutlich ansehen, wie unangenehm ihm diese Erinnerung war.

„Ich musste hilflos mit ansehen, was man ihm angetan hat… er erinnerte mich an meine schrecklichsten Zeiten auf der Erde… es war schrecklich. Er wurde gefoltert. Ich konnte ihm nicht helfen… es war bereits zu spät. Aber ich habe ihm den Weg zum Sternengarten gezeigt. „

„Und wie kommst du darauf, dass das unser Kandidat ist?“, fragte Leo.

„Viele Sternengartenbewohner haben schreckliche Erfahrungen auf der Erde durchleben müssen, aber niemand wirft deshalb mit schwarzen Hagelkörnern um sich.“

„Weil ich noch niemals zuvor eine so zornige Katze gesehen habe. Er war so gefangen in seinem Schmerz und seiner Wut, dass ich keinen Zugang zu ihm fand. Ich wollte warten, bis der Sternengarten seine Seele etwas heilt, ehe ich ihn in unserer Runde vorstelle. Aber dann war er plötzlich verschwunden… ich hätte euch das schon viel eher erzählen sollen…“

Einen Moment lang war es still. Niemand wusste etwas zu sagen, niemand wollte Valerion kränken oder tadeln, der besser als alle anderen wusste, was es bedeutet, misshandelt und gequält zu werden. Bis heute sprach er nicht gerne über seine Zeit auf der Straße.

Das fröhliche „plitsch-platsch“ Geräusch einer Katze, die übermütig durch die Pfützen des Festsaals sprang, war eine willkommene Unterbrechung.

„Hallo Faith! Wo warst du so lange, du hast fast das Essen verpasst. Bist du auch nass geworden, hat der Hagel dir Angst gemacht?“

Krümelchen rückte beiseite und machte Platz für ihren kleinen Schützling, der sofort lossprudelte:

„Ich war auf Entdeckungsreise! Da war ein Schmetterling, der ist jetzt mein Freund und da war noch jemand, der ist jetzt auch mein Freund. Ich hoffe jedenfalls, dass er mein Freund ist. Er ist ein wenig seltsam und erst hat er mir Angst gemacht. Aber ich habe ihn freundlich begrüßt, so wie du es mir beigebracht hast und dann habe ich ihm alles über den Sternengarten erzählt. Er wollte alles genau wissen, wer hier wohnt und was wir machen und wie das mit dem Sternenstaub und den Träumen funktioniert, die wir unseren Menschen auf die Erde senden…das wollte er gleich üben…

Luna spuckte die Maus-a-chocolate, die sie sich gerade in den Mund schieben wollte, wieder zurück auf ihren Teller und unterbrach Faiths begeisterten Bericht.

„Du hast was?!! Du hast einem wütenden Fremden gezeigt, wie man Träume auf die Erde schickt? Weisst du nicht, was dieses Wissen in falschen Hände anrichten kann?“

Faiths Augen füllten sich mit Tränen. Luna machte ihm immer ein wenig Angst. Krümelchen legte tröstend eine Pfote auf seine Schulter.

„Nicht weinen, mein Kleiner, du hast nichts falsch gemacht! Wir haben hier nur ein kleines Problem, das wir lösen müssen. Dein neuer Freund spielt mit der Magie des Sternengartens obwohl er das nicht darf, verstehst du? „

Luna peitschte mit dem Schwanz und ignorierte Krümelchens vorwurfsvolle Blicke.

„Dann würde ich vorschlagen, ich statte diesem neuen Gast einen Besuch ab, ehe er damit beginnt, Träume auf die Erde zu senden. Wer möchte mich begleiten?..“

Während man in der großen Festhalle noch lebhaft darüber diskutierte, wer auf dieser Mission dabei sein sollte, …jeder wollte gerne dabei sein …., sass Lilly auf ihrem Lieblingsbaum, am Rande des Sternengartens und beobachtete interessiert, wie sich jemand abmühte, einen Traum in den Sternenstaub zu fügen und dann Richtung Erde zu senden. Es glitzerte und knallte, es funkelte und zischte, wie bei einem Feuerwerk. Aber am Ende sank der Staub jedes mal wieder zu Boden und der getigerte Kater mit den gelben Augen wurde mit jedem missglückten Versuch wütender. Lilly kicherte amüsiert.

„Nicht schlecht, …für ein Feuerwerk. Wenn das hier aber ein Traum werden soll, dann musst du noch ordentlich üben..“

Mit einem eleganten Satz sprang sie von ihrem Baum, ignorierte gesträubtes Fell und warnendes Knurren, setzte sich ganz selbstverständlich neben den sichtlich zornigen Kater und schenkte ihm ihr schönstes Lilly-Lächeln.

„Was hast du vor? Soll ich dir helfen?“

„Ich möchte jemandem den schrecklichsten Albtraum schicken, ihn Angst, Verzweiflung und Schmerz fühlen lassen, ich möchte, dass er am eigenen Leib spürt , was er mir angetan hat… aber ich schaffe es einfach nicht! Der verflixte Staub tut was er will … wenn du mir dabei helfen kannst, dann tu es, ansonsten verschwinde hier!““

Lilly neigte ihr weißes Köpfchen und sah ihm dabei tief in die Augen. Sie erzählten ihr seine ganze Geschichte in Sekundenbruchteilen. Während sie konzentriert schnurrte, erfuhr sie alles, was sie wissen musste. Es war keine schöne Geschichte. Lilly überlegt angestrengt, ihre Schwanzspitze zuckte hin und her, wie immer, wenn sie sich schwer entscheiden konnte. Schließlich antwortete sie:

„Die Magie des Sternestaubs hat ihre eigenen Gesetze, wenn man sie bricht, wenn man mit negativen Gefühlen zaubert, mit Angst, Wut oder Schmerz, dann nimmt es meist kein gutes Ende und es kommt etwas völlig anderes heraus, als das, was man sich eigentlich erhofft hat. Das hast du ja sicher schon bemerkt. Aber zufällig sitzt eine Meisterin der Magie neben dir und nachdem ich jetzt deine Geschichte kenne, würde es mir richtig Spass machen, deinem Menschen die schlimmste Nacht seines Lebens zu bereiten. Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch brechen, verstehst du?Aber das behalten wir hübsch für uns, denn wenn meine Schwester davon erfährt, muss ich für eine Weile bei den Pferden einziehen und du gleich mit, denn sie wird sehr ärgerlich sein…“

Seine gelben Augen leuchteten, diesmal nicht vor Zorn sondern vor Dankbarkeit und Freude. Er hatte wunderschöne, faszinierende Augen, wie Lilly insgeheim feststellte.

„Wenn du das wirklich für mich tun möchtest … dann lass uns sofort damit beginnen. So langsam gefällt mir dieser seltsame Sternengarten…“

„Ehe wir anfangen, musst du mir aber erst noch ein bisschen mehr über ihn erzählen. Wo sind seine Schwachstellen? Welcher Verlust würde ihn am schlimmsten treffen? Wovor fürchtet er sich am meisten? …“

Und dann machten sich die beiden an die Arbeit…

Es war eine laue Sommernacht, der Sternehimmel war wolkenlos und leuchtete in den schönsten Farben. Luna hatte sich alle Mühe gegeben, die unguten Wetterkapriolen der letzten Stunden wieder wett zu machen, ehe sie sich mit Valerion in ihren Pavillon zurückzog. Gleich morgen früh wollte sie mit ihm zusammen aufbrechen.

„Was willst du ihm eigentlich sagen, wenn wir ihn gefunden haben? Denkst du, er wird sich so einfach umstimmen lassen? Was machen wir, wenn er an seinem Zorn und an seinem Schmerz festhalten möchte? Was für ein schrecklicher Gedanke, dass aus dem Sternengarten Albträume auf die Erde geschickt werden könnten, findest du nicht? …. Luna …??

Aber seine Herzenskatze antwortete ihm nicht, sie war bereits eingeschlafen. Kein Wunder, nach diesem aufregenden Tag! … Valerion rückte noch einmal alle Kissen in eine bequeme Position und dann fielen auch ihm die Augen zu. Hätte er noch einmal aus dem Fenster gesehen, wären ihm die Blitze aufgefallen, die den Rand des Sternengartens immer wieder taghell erleuchteten, denn am Ausguck braute sich gerade ein magisches Gewitter zusammen.

„So ein armseliger Feigling! Als du ihm dann noch die Riesenschlange um den Hals gelegt hast, hat er sich sogar eingenässt vor Angst, ich hab es genau gesehen…“

Lilly kicherte boshaft. Pssst … ich bin noch nicht fertig. Gleich wirst du ihm als Geist erscheinen und ihm verkünden, dass zukünftig alle seine Nächste so aussehen werden, wenn er sich jemals wieder an einem Wehrlosen vergreift…etwa so:“

„Ich kann dich sehen, ich werde dich überall finden und bestrafen, du entkommst mir nicht!“

Sie formte geschickt das Abbild einer gigantischen Katze, mit spitzen Reißzähnen, scharfen Krallen und funkelnden gelben Augen aus dem Sternenstaub, fügte noch grollenden Donner und Blitze hinzu, dann schickte sie den letzten Traum auf die Reise.

Zufrieden beobachteten die beiden, wie Zorns Peiniger aus dem Bett sprang, zitternd ein Glas Wasser trank und dann argwöhnisch die Wohnung absuchte. Die Strafpredigt hatte offensichtlich ihren Zweck erfüllt.

Der Sternenstaub sank langsam zu Boden, Gewitter und Hagel ließen augenblicklich nach und der klare Nachthimmel kam wieder zum Vorschein. Nur das Zirpen der Grillen und verschlafenes Vogelgezwitscher war zu hören. Lilly seufzte zufrieden, während sie sich den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell putzte.

„Das hat Spass gemacht! Ich glaube, er wird sich noch lange an diese Nacht erinnern!

“ Wie fühlst du dich jetzt? Besser? Ich fühle mich jedenfalls großartig! Hast du mir eigentlich schon deinen Namen verraten? Ich glaube, ich habe vergessen zu fragen, wie du heisst. Ich heiße Lilith aber meine Freunde nennen mich Lilly…du kannst mich gerne Lilly nennen… „

Sie versuchte erneut, in seinen Augen zu lesen. Jetzt waren diese Augen hell und klar.

Nachdenklich sah er erst Lilly an und dann über den Rand des Sternengartens, hinunter auf die Erde.

„Einst war ich „Lucky“, der Glückliche. Aber ich war nicht glücklich sondern schrecklich traurig… Und dann war ich „Zorn“. Aber ich war nicht zornig sondern immer noch schrecklich traurig, … bis vor wenigen Stunden war ich das jedenfalls.

Keine Ahnung, wer ich jetzt bin. Keiner von beiden! Irgendetwas hat sich verändert, seit du bei mir bist.“

Und dann fügte er noch hinzu:

„Lilly … was für ein wunderschöner Name, er passt zu dir …“

Lilly schnurrte geschmeichelt.

„Du hast alle Zeit der Welt, um dir einen neuen Namen zu überlegen, das ist das Schöne am Sternengarten … Zeit spielt hier keine Rolle. Gestern…Heute …Morgen … wer weiß das schon so genau? Manchmal muss ich verflixt aufpassen, damit ich mich nicht in den Zeitschleifen verlaufe. Hast du dir schon überlegt, in welchem Teil des Sternengartens du dich niederlassen möchtest? Es gibt für jeden hier den idealen Ort. Auch wenn du dir das vielleicht nicht vorstellen kannst, es gibt viele, die das Gleiche wie du erleiden mussten. Manche von ihnen leben jetzt weit ab vom Rand des Sternengartens. Sie möchten nicht mehr hinunter auf die Erde schauen, sie vermissen niemanden …vielleicht solltest du dich erst einmal in Ruhe umsehen … und lernen, wie man richtig mit der Sternenstaub Magie umgeht. Keine Hagelschauer mehr und auch keine schwarzen Regenbögen! Du brauchst das jetzt nicht mehr“ Sie lächelte, während sie ihm den Weg erklärte und dann stupste sie ihn freundlich mit der Pfote an:

Und jetzt solltest du gehen! Wenn ich mich nicht irre, wird sehr bald meine Schwester hier aufkreuzen und dann möchtest du nicht hier sein, glaub mir …“

Der getigerte Kater hatte Lilly aufmerksam zugehört.

„Ich denke, ich werde werde mich jetzt wirklich erst einmal umsehen und dann überlegen, wo, wann und unter welchem Namen ich im Sternengarten leben möchte. Vielleicht kommst du mich dann einmal dort besuchen?“

„Vielleicht …vielleicht auch nicht… Aber du findest mich immer in der großen Festhalle. Könnte ja sein, dir ist doch irgendwann danach, bei uns mitzuzaubern, denn du hast wirklich Talent! Wenn du das möchtest, …dann werde ich da sein! Und jetzt geh!“

Als Lilly, wie immer reichlich zu spät, zum Frühstück in der großen Halle erschien, waren ihre Freunde bereits fast fertig mit dem Essen. Überall türmten sich Teller mit den Resten von Sternenstaubragout, Maus-a chocolate und Hafermüsli. Sie nickte freundlich nach allen Seiten, ignorierte sämtliche Fragen nach ihrem Verbleib und setzte sich zu Faith an die Tafel.

„Schau mal Kleiner, wen ich dir mitgebracht habe!“

Lilly pustete den gelben Schmetterling sanft in Faiths Richtung. Der kleine Kater schnurrte entzückt, als sein neuester Freund sich sofort wieder auf seiner Nasenspitze niederließ.

„Er hat mich gleich wiedererkannt, Lilly. Hast du das gesehen? Wo warst du eigentlich die ganze Zeit? Du hast ganz viele spannende Dinge verpasst, du glaubst ja nicht, was hier alles in der Zwischenzeit passiert ist!“

„Ja, genau! Luna hätte deine Hilfe sicher gut gebrauchen können, sie ist gerade mit Valerion auf einer heiklen Mission. Wo warst du die ganze Zeit „, fragte auch Enzo und sah sie dabei nachdenklich an. „Gibt es etwas, das ich wissen müsste?“

Lilly schickte ihr schönstes Lilly-Lächeln in die Runde.

„Wo ich war? … Ich glaube, das habe ich längst schon wieder vergessen. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Sicher war es schrecklich langweilig… erzählt ihr mir lieber, was gestern Spannendes passiert ist!“

Sie ignorierte Enzos misstrauischen Blick, griff sich eine Maus-a-chocolate und schluckte die Delikatesse aus Irons Zauberküche an einem Stück hinunter. Dann schnurrte sie vergnügt und fragte Faith:

“ Was wollen wir heute zaubern, soll ich dir zeigen, wie man Regenbögen macht?“ …

-ENDE-

Tierschutz

Der Vogelmörder ist immer die Katze? Fehlanzeige!

Der Vogelmörder ist immer die Katze … behauptet der Mensch, während er selbst ca. 100 Millionen Vögel jedes Jahr… allein in Deutschland… tötet. Er tötet sie durch Glasfronten und Fensterscheiben! Glasscheiben sind millionenfache Killer!

Der von Menschenhand millionenfach verschuldete Vogelmord durch Insektizide und Pestizide und durch die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes ist bei dieser gewaltigen Zahl nicht mit eingerechnet. Diese Vogelopfer dürft ihr gerne noch dazu addieren.

Jeder kennt das ungute, dumpfe Geräusch, wenn ein Vogel gegen die Fensterscheibe fliegt. Oft sind die Tiere sofort tot, meist sterben sie später an ihren Verletzungen und an inneren Blutungen. Wer glaubt, das wäre eine seltene Ausnahme, der übersieht, dass auf diese Weise jährlich weit über 100 Millionen Vögel in Deutschland umkommen. Die Kollision der heimischen Vogelwelt mit Glasscheiben an Wohnhausfenstern, Glasfassaden, an Bushaltestellen und Bürogebäuden, Wintergärten und Panoramascheiben findet beständig und überall statt.

Vögel erkennen Glasflächen oft nicht als Hindernis, sie prallen mit hoher Geschwindigkeit gegen die gläsernen Fronten, brechen sich das Genick, verbluten innerlich oder erleiden eine tödliche Gehirnerschütterung. Die spiegelnden Gasflächen der modernen Fabrik- und Bürogebäude sind effektive Vogelkillermaschinen. Je größer die entsprechenden Glasflächen, desto größer das damit verbundene Risiko.

Unter allen menschgemachten Todesursachen für Vögel in Deutschland steht damit nach absoluten Zahlen der Glastod an der Spitze.

Im Gegensatz zu den Katzen, die beständig für das Vogelsterben verantwortlich gemacht werden, sind wir Menschen in der Lage, den Sachverhalt zu begreifen und abzustellen. Tun wir aber nicht. Verglaste Gebäudefronten, Bushaltestellen, öffentliche Gebäude und co sind beliebter denn je. Etwa 100 Millionen Vögel sterben jedes Jahr dadurch , allein in Deutschland. Tendenz steigend …

Man sollte sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen, ehe man wieder einmal den dramatischen Rückgang der Vogelpopulation beklagt und einzig den Freigängerkatzen in die Schuhe schiebt. Könnte es nicht doch eher mit dem zunehmenden Boom von Glasfronten an Gebäuden, Wohnhäusern und Unterstellflächen, mit Windrädern, mit dem großflächigen Einsatz von Pestiziden und Insektiziden und der Verwandlung von Gärten in Schotterwüsten zu tun haben? Stattdessen wird beständig gegen Freigängerkatzen gehetzt.

Die Katze ist immer der Vogelmörder? Fehlanzeige! Wir Menschen morden uns ungleich brachialer und effektiver durch die heimische Vogelwelt!

Was die Katzen angeht: Es gibt eindeutig zu viele davon! Kastrationspflicht für Freigänger würde den Bestand deutlich verringern. Weniger Katzen = weniger Vogelmord! Eine einfache Massnahme, auf die Tierschützer seit Jahren vergeblich warten. Nicht hetzen… handeln!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Quellen: https://www.nabu.de/tiere…/voegel/gefaehrdungen/11932.html