Tierschutz

Alles was du über Tauben, Krankheiten und Lügen wissen solltest!

Kein Tag vergeht, ohne eine Schlagzeile, in der ein Journalist zum 1000 sten mal abschreibt, was er irgendwo, irgendwann einmal gelesen hat, was nach wie vor als Dogma eingebrannt scheint: Man warnt vor Tauben, die Krankheiten übertragen könnten. Das ist nicht nur eine Steilvorlage für Tierquäler und für die Städte, die Tauben gerne grausam verhungern lassen möchten sondern es ist schlicht die Unwahrheit. Es ist falsch, eine Lüge!

Diese Falschinfomationen, diese dreisten Fakenews, beziehen die Verfasser der Anti-Taubenartikel meist von den Homepages der Firmen, die mit dem Leid der Tauben ihr Geschäft machen. Schädlingsbekämpfer und Vergrämungsfirmen. Nur wenn diese ordentlich Panik schüren, läuft das Geschäft und über die Jahre wurde erfolgreich suggeriert, dass die Tauben gefährliche Krankheitsüberträger wären.

Zum Glück handeln nicht alle Journalisten so, mittlerweile haben die Tauben auch in den Journalisten viele Unterstützer gefunden. Es wird recherchiert und aufgeklärt. Leider noch viel zu wenig! Besonders das Thema Tauben und Krankheiten wird beständig überbewertet und falsch dargestellt.

Befassen wir uns nicht mit Ammenmärchen sondern mit Fakten. Was könnte eine Taube haben und wie gefährlich wäre das für den Menschen.

Vor welchen Erkrankungen wollen uns die Schädlingsbekämpfer und andere Taubenfeinde Angst einjagen?

Ich möchte die Antwort gleich vorweg nehmen… Es besteht kein Grund, die Tauben als Krankheitsüberträger zu fürchten.

SIE STELLEN KEINE GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG FÜR DEN MENSCHEN dar!

Aspergillose (Pilz) Kein Tier ist Überträger einer Aspergillose! Schimmelherde des Cryptococcus neoformans können sich einzig auf Erde und auch auf altem Taubenkot bilden.

Encephalitis (Virus) Weder das Robert-Koch-Institut (Berlin) noch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Hamburg) haben Informationen darüber, dass Tauben Enzephalitis übertragen.

Kokzidose Typische Taubenkokzidien, die mit dem Kot ausgeschieden werden, sind harmlos für den Menschen und andere Säugetiere.

Listeriose (Bakterium) Tauben können diesen Erreger zwar ausscheiden, aber die größte Bedeutung als Infektionsquelle haben kontaminierte Lebensmittel. Ein Infektionszusammenhang mit Tauben wird im Robert-Koch-Jahrbuch 2015 nicht genannt.


Myxovirose (Virus) Myxoviren ist eine veraltete Bezeichnung für Orthomyxo- und Paramyxoviren. Beide haben für den Menschen keine Bedeutung.

Ornithose Die Symptomatik dieser Krankheit ähnelt einer Grippe. Das Robert-Koch-Institut in Berlin bestätigt 2016, dass es in den letzten 10 Jahren nur zwei nachgewiesene Fälle von Ornithosen durch Tauben gab.

Bei einer Bevölkerung in Deutschland von 82.176.000 (Stand 2015) und einem Zeitraum von 10 Jahren, entsprechen 2 Erkrankungen einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 420 Millionen (also der Wahrscheinlichkeit, 5 x hintereinander den Eurojackpot zu knacken)

Salmonellose (Bakterium) Die Salmonellen, die Tauben befallen, sind taubenspezifisch (Salmonella typhimurium var. copenhagen). Sie sind keine Zoonose und daher für Menschen harmlos.

Toxoplasmose Nach dem Robert-Koch-Institut sind hauptsächlich zwei Infektionswege für die Infektion des Menschen verantwortlich: orale Aufnahme umweltresistenter Oozysten über Ausscheidungen der Katze (z. B. ungewaschenes Gemüse), sowie die Aufnahme von sogenannten Gewebszysten, durch Fleisch infizierter Tiere (z. B. Rohwurst,
Hackepeter).


Typhus (Bakterium) Typhus ist eine Erkrankung, die durch spezielle Salmonellenstämme (Salmonella typhi) verursacht wird. Diese spielen bei Tauben keine Rolle.

Trichomonasis (Einzeller) Eine Trichomoniasis ist eine Geschlechtserkrankung, die beim Geschlechtsakt von Mensch zu Mensch übertragen wird (Trichomonas vaginalis). Bei Tauben kommen Trichomonas gallinae vor. Diese haben für den Menschen keine Bedeutung und werden zudem nicht über Kot, sondern von erwachsenen Tauben auf die jungen Tauben beim Füttern übertragen, bzw. auf andere Vogelarten durch Aufnahme kontaminierten Wassers.

Solltet ihr euch bis hierher durchgearbeitet haben, sollte klar sein …wir werden für dumm verkauft! Man hetzt gegen Tauben und verbreitet Unwahrheiten, die viele Tiere das Leben kosten!

Wie sieht es mit den Parasiten aus?

Neben Krankheiten werden Tauben häufig für die Übertragung von Parasiten verantwortlich gemacht.

Richtig ist: Tauben können, besonders wenn sie geschwächt sind, zahlreiche Parasiten und Krankheitserreger aufweisen. Diese sind aber zum größten Teil tauben- oder vogelspezifisch und für den Menschen völlig harmlos.

Warum werden Stadttauben dann noch immer als Gesundheitsgefahr angesehen?

Weil die Stimmen derer, die eine Gefahr in den Stadttauben sehen wollen, greller und lauter sind, als die offiziellen Mitteilungen der Behörden.  

Also: Bitte keine Panik, wenn ihr das nächste mal eine Taube trefft. Füttert nicht eure Ängst sondern füttert die Tauben und falls ihr wieder einmal in irgendeiner Zeitung lest, dass Tauben Krankheitsüberträger sind, dann verweist bitte auf folgende Quelle und bittet die Journalisten, etwas sorgfältiger zu recherchieren:

(Erna-Graff-Stiftung)

Für jede einzelne der Behauptungen wurden in einer Studie zur Gefährdungseinstufung von Stadttauben neue Erkenntnisse ausgewertet und der Wahrheitsgehalt aller dieser Behauptung überprüft. 

(„Gefährdungseinstufung der Stadttauben? Überprüfung aktueller Aussagen aus dem Internet auf ihren Wahrheitsgehalt“. Mirja Kneidl-Fenske, Tierärztin und Michaela Dämmrich, Landesbeauftragte für den Tierschutz in Niedersachsen. Stand 29. Juli 2017.)

Tierschutz

Warum ich mich über das Tierelend in Rumänien nicht mehr so lautstark empöre…

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Warum ich mich über das Tierleid in Rumänien nicht mehr so empöre…

Erst dachte ich…so schlimm kann es ja gar nicht sein….sonst hätte ich bestimmt schon davon gehört. Hallo?! Wir leben schließlich in Europa…im 21. Jahrhundert.

Dann lernte ich alles, was es über die unvorstellbaren Grausamkeiten zu lernen gibt, die sich jeden Tag auf den Straßen von Rumänien abspielen und was besonders die Hunde dort erleiden müssen. Es ist grauenhaft sich damit zu beschäftigen und ich war dankbar in Deutschland zu leben, wo solche Dinge eher selten passieren. Zumindest den Haustieren. Tierquälerei an Bello und Minka ist gesellschaftlich geächtet.

Irgendwann erfuhr ich dann etwas mehr über das Schicksal der Tauben in diesem Land und da wusste ich:

Das Leid der Straßentiere von Rumänien ist vor meiner Haustüre. Tierquälerei an Haustieren findet mindestens genauso oft und zahlreich bei uns statt.

Es heisst nur anders und es sind eher seltener Hunde und Katzen sondern Tauben, die darunter leiden und darüber sterben.

Während man im benachbarten Ausland nach den hungrigen Hunden tritt, sie vergiftet, schlägt, misshandelt und verhungern lässt, tun wir das mit den Stadttauben. Sie fühlen und hungern und leiden kein bisschen weniger als ihre vierbeinigen Leidensgenossen.

Unter dem Gefieder sieht man nicht, wie ausgemergelt und knochig sie sind. Sie bellen nicht, sie jaulen nicht. Tauben leiden still. Aber sie leiden. Tauben sterben still. Aber sie sterben.

Genau wie in Rumänien, kann man zwar das Leid auf den Straßen lindern aber es wird beständig Nachschub produziert.

Kastriere einen Hund auf der Straße und in den Hinterhöfen werden 10 Kettenhunde gedeckt. Ihre Lebensumstände sind so hart, dass sie selten lange leben. Also wird Nachschub benötigt. Man sucht sich die stärksten aus, der Rest wird über den Zaun geworfen und die Welpen landen auf der Straße.

Füttere und rette eine Taube und hunderte werden ausgesetzt und auf Wettflüge geschickt. Die Jungtauben werden selektiert. Man setzt sie aus und testet, ob sie zurück finden und wie schnell sie zurück finden. Viele finden nicht mehr nach Hause und müssen dann in unseren Städten um Futter betteln. Viele? Unzählige!

In unseren Städten werden beständig Brieftauben ausgesetzt. Wer den Weg zurück zum Schlag nicht schafft, stirbt unterwegs an Entkräftung oder strandet als verhasste Stadttaube. Es gibt einzig Schätzungen aber wir sprechen von gewaltigen Zahlen.

In Rumänien lösen viele Kommunen das Streunerproblem mit Tötung. In Deutschland übrigens auch. Vergrämungsmassnahmen und die Tötung der Tauben sind legal und das Fütterungsverbot gleicht einem Todesurteil.

Da tun sich ein paar Tierschützer schwer, gegen diese Flut an Leid und gegen die „Tradition“ anzukämpfen… genau wie in Rumänien.

„Was soll die Aufregung?“ Es sind doch nur Hunde. “ „Wir haben das immer schon so gemacht“ „Dem Hund geht es gut…“

„Die Tauben fliegen gern.“ „Sie finden schon Futter…“ „Ich liebe meine Tiere…“

Ja, „Tierliebe“ kann für manche Tiere sehr schmerzhaft sein, wenn sie mit Ausbeutung verwechselt wird.

Ehe ich mich über meine rumänischen Nachbarn aufrege, gehe ich lieber in die Fußgängerzone. Ausgehungerte, verletzte und heimatlose Haustiere gibt es dort zur Genüge. Ich füttere sie. Ich füttere die hungrigen und heimatlosen Tauben.

Das wird übrigens nicht gern gesehen. Auch das haben wir mit einem Land gemeinsam, das wir wegen seines Umgangs mit Tieren oft kritisieren. Ich mittlerweile nicht mehr, denn ich weiß, wir sind viel schlimmer!

Dort behandelt man Straßenhunde wie Ungeziefer. Bei uns die Stadttauben. Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Das macht es um so erbärmlicher!