Tierschutz

Shame on you …Wie konntest du es wagen???

Was siehst Du in meinen Augen, Mensch?

Ich sehe darin die Erinnerung an die Person, die in deine Augen sah, während sie dich in eine Plastiktüte stopfte und entsorgte.

Ich sehe deine Mutter erschöpft auf dem Bürgersteig liegen.

Ich sehe deine Geschwister, die weniger Glück hatten als du…oder soll ich sagen, sie hatten mehr Glück, denn sie sind bereits tot und haben es hinter sich.

Du bist als einziger übrig geblieben, du kämpfst um jeden Atemzug und vielleicht möchtest du aufwachen. Vielleicht möchtest du aber lieber weiterschlafen, und deinen Geschwistern folgen. Du hast dich noch nicht entschlossen…du kämpfst noch…

Und wieder sehe ich die Erinnerung an deine Mutter in deinen Augen, wie sie auf dem Bürgersteig liegt. Ich sehe den Moment, als man dich von ihr weg zerrte und in die Plastiktüte stopfte.

Weisst du, kleiner Krieger … du warst der Einzige, der sich dem Plan widersetzt hat und der nicht brav gestorben ist, wie die anderen Geschwister.  Shame on you…wie konntest du es wagen?

Wie konntest du es wagen, mit deiner Geburt und deiner Existenz unsere heiligen Feiertage zu stören?! Das ist ein ganz mieses Timing, Kleiner!

Und soll ich dir noch etwas sagen?…Plastiktüten sind jetzt neuerdings sehr teuer. Wegen der Umwelt. Welche Verschwendung an dich!

Frohe Ostern, Kleiner!

(Martha Politis Athanassiou)

wagen

Die Geschichte dahinter:

Und da waren noch all die frommen Christen, die in Athen zur Ostermesse gingen.
Ihre Herzen waren voller Liebe zum Erlöser und in ihren Händen hielten die meisten brennende Kerzen, deren Licht sie sorgfältig hüteten.
Vielleicht lag es an den Kerzen, die den Blick und die Aufmerksamkeit ablenkten.
Denn wie sonst wäre es erklärbar, dass die Besucher des Gottesdienstes achtlos über die wimmernden Kätzchen hinweg stiegen, die am Vorplatz der Kirche lagen.
Die Kätzchen wussten nichts von Gott oder Barmherzigkeit. Sie wussten nur, dass sie schrecklichen Hunger und Durst hatten und Angst… und sie jammerten nach ihrer Mutter.
Irgendjemand hatte sie zum Sterben neben dem Kirchplatz entsorgt, wie Abfall.

Als sich die Türen der Kirche geschlossen hatten und alle frommen Christen ihre Loblieder auf den Herren anstimmten, übertönte der Gesang das Weinen der sterbenden Kätzchen.

Aber auch sie erhielten ihre Chance auf Erlösung und schließlich doch ein gesegnetes Osterfest…und Liebe ♡
Rena sah die beiden im Vorbeifahren, hielt kurz an und ihre Freundin Martha, übernahm die Pflege.
SCARS Athen hat wieder einmal eine 2. Chance geschenkt ♡

Dankeschön, ihr beiden ❤

Tierschutz

Ich soll dich elend verrecken lassen…sagen sie!

Jetzt liegst du also vor mir, mitten auf der Straße.  Dein Fell ist räudig, deine Augen vereitert und ich kann jede einzelne Rippe zählen. Niemand will dich. Du gehörst nirgendwo hin. Du hast keinen sicheren Ort zum schlafen, Hunger und Durst, Parasiten und Misshandlungen sind deine täglichen Begleiter und ohne Hilfe wirst du bald elend sterben.

Das ist allein deine Schuld, denn wärst du ein deutscher Hund, dann würde dich sofort jemand einsammeln, du würdest schnell Linderung für deine Hautkrankheiten haben, von Parasiten befreit und natürlich hätte man Futter für dich und ein warmes Plätzchen. Wir sind keine Unmenschen in Deutschland und kein Hund , keine Katze hat dieses grausame Schicksal verdient.

Aber wir sind in Rumänien/Griechenland/Portugal/Polen…such dir was aus…in Ländern, in denen auch die Menschen oft nicht viel haben, in Ländern, die das Wort Kastration meist noch nie gehört haben und wenn…dann finden sie diesen Eingriff wider die Natur. Verrecken lassen ist immer noch die bessere und christliche Lösung, scheint die Devise! Es gibt kein Tierheim, in das ich dich bringen könnte und mein Haus ist längst voll. Denn es gibt Tausende, ja was sage ich, Millionen wie dich und jeder, der ihnen helfen möchte, wird angefeindet. Man soll keine Hunde oder Katzen aus dem Ausland retten. Pfui, das ist unseriös, Geschäftemacherei, …sagen sie…und dazu würdest du vielleicht Krankheiten einschleppen und einem deutschen Hund oder einer deutschen Katze im Tierheim den Platz wegnehmen. Das geht natürlich gar nicht!

Du wedelst schüchtern mit deinem räudigen Schwanz und siehst mich hoffnungsvoll an. Dabei sehe ich die Striemen auf deiner Schnauze, sicher hat dich jemand geschlagen, als du um Futter gebettelt hast. Und dann denke ich mir…fuck you all!

Fuck you all, die den Auslandstierschutz schlecht reden, die arrogant und kaltherzig ihre Parolen dreschen und keine Ahnung haben, was es wirklich bedeutet, wenn man pauschal sagt: „Hört auf, die Tiere nach Deutschland zu bringen.“ Es ist deine einzige Chance, die du hast und verdammt will ich sein, wenn ich sie dir nicht schenke!

Ja, es ist nicht einfach! Ja, es wäre besser gewesen, man hätte deine Mutter kastriert und du wärst niemals geboren worden. Aber jetzt gibt es dich. Du hast ein Herz und eine Seele und du leidest. Ich bin kein Arschloch sondern ein Mensch und weil ich es kann, weil ich dir tatsächlich helfen kann, wenn ich das nur möchte, bastele ich ein Halsband aus meinem Halstuch und binde es dir um. Du lasst alles mit dir geschehen, als ob du wüsstest, was passiert. Dann setze ich dich in mein Auto und telefoniere mit meiner Organisation.

Es gibt sie nämlich überall, diese wunderbaren kleinen Inseln der Menschlichkeit. Dort arbeiten Helfer, ehrenamtliche Tierschützer, sie bauen Shelter und Organisationen für bedauernswerte Wesen , wie dich und dort wirst du eine Zuflucht finden. Nicht alle sind vorbildlich, daher suchen wir die richtige aus, wo du sicher aufgehoben bist und in eine nette Familie adoptiert wirst und wo Spenden nicht im Nirwana versickern sondern den Tieren zu Gute kommen.

Ich warte noch, bis du deine erste Mahlzeit hungrig und dankbar verschlungen hast. Dann verlasse ich die Pflegestelle und weiss…du wirst deine 2. Chance erhalten. Wir können dir nicht viel bieten, wir haben kein eigenes Shelter, alles passiert in privaten Häusern, wir sind auf jeden Cent angewiesen. Aber was wir dir schenken können, ist mehr, als du dir jemals erhoffen durftest:  Leben und Geborgenheit, für ein ganzes Hundeleben. Weil ich es kann, weil wir es können! …Und weil alles andere unmenschlich wäre. ❤

Auslandstierschutz: Futterstellen/Kastration/Adoption…wer DAS überflüssig findet, der hat kein Herz!

„Weisst du Matilda“, flüstere ich ihr zum Abschied ins Ohr, „die meisten Zweibeiner, die du auf den Straßen triffst, das sind gar keine Menschen. Sie sehen nur so aus!“

Matilda

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PS: Matilda wurde bei SCARS Athen aufgenommen, ihr Bild habe ich nur als Beispiel verwendet. Sie entwickelte sich bei Giorgios zu einem gesunden glücklichen Hundemädchen ❤

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Links im Bild Matilda, die bei Giorgos von SCARS auf der Pflegestelle unterkommen durfte ❤

Finaler Vorschlag

 

 

Tierschutz

Eure Dummheit kotzt mich an!

Gerade habe ich einen Artikel gelesen, in dem auf die Tatsache eingegangen wird, dass Milchkonsum das Tumorwachstum fördert. Ein nahe liegender Gedanke, denn die Milch der Kühe wurde von der Natur einzig für Kälber konzipiert in Zusammensetzung und Wirkung…sie soll Wachstum anregen, Gewichtszunahme und war zu keiner Zeit für Menschen gedacht. War der Konsum bis vor wenigen Jahren noch durch das Angebot begrenzt, gibt es mittlerweile kaum noch ein Lebensmittel, indem nicht in irgendeiner Form Milch verarbeitet wird und sei es nur das Milcheiweiss. Wir werden förmlich bombardiert mit Milcherzeugnissen und die Folgen, zunehmende Unverträglichkeiten, Allergien, Entzündungen  und auch erhöhtes Tumorwachstum sind längst kein Geheimnis mehr. Das wissen erfahrene Mediziner seit vielen Jahren.

Die Reaktionen zu diesem Artikel sind so dümmlich wie armselig. Es scheint den meisten Lesern nicht möglich, Fakten oder Information aufzunehmen oder zu verarbeiten, die auch nur einen Millimeter von ihrem limitierten Weltbild abweichen, an der Komfortzone kratzen oder neu sind.  „Trinkt weiter eure Milch, esst tonnenweise eure Müllerpampe und lebt mit den Folgen, nicht mein Problem“, möchte ich am liebsten schreiben, wenn…ja wenn da nicht das unsägliche Leid der Milchkühe und der Kälber wäre. Hinter den Stallmauern findet grauenhafte Tierquälerei en gros statt und jeder findet das „normal“ oder weiss es nicht besser. Eure Dummheit kotzt mich an!

Ähnlich bei den Stadttauben. Was für ein Schwachsinn wird zu jedem Beitrag kommentiert, der dazu aufruft, diese Tiere endlich nicht mehr vor unseren Augen verhungern zu lassen. Man möchte glauben, sie bringen Pest und Cholera ins Land, zerstören Bauten und stellen eine Bedrohung für jeden Passanten dar…so groß ist der Hass und die Vorurteile…und die Dummheit. Es gibt überall Info, für jeden, der bereit ist, sich zu informieren. Aber was bedeuten Fakten schon gegen zementierte Vorurteile und gegen eine Taube kann man sich selbst so herrlich groß und wichtig fühlen. „Weg mit dem Ungeziefer“, das schreiben Menschen, deren soziale Intelligenz und deren Leseverständnis deutlich schlechter ausgeprägt ist als bei der dümmsten Taube auf der Straße. Eure Dummheit kotzt mich an!

Das Gleiche gilt für Zirkus, Ponyreiten oder Zoo. „Ohh, die Kinder haben so viel Spass daran…und den Tieren geht es doch gut“. Kinder, die Freude an Tierquälerei haben, sind zum Glück eher selten, es sei denn man erzählt ihnen Märchen und verschleiert die Hintergründe, die notwendig sind, damit ein Tier zu diesem „Spass“ gezwungen oder dessen Wille dafür gebrochen wird. Was für ein Spass! Ich denke, um das spaßig zu finden, das Leid dahinter zu ignorieren, ist ein gewisses Mass an Blödheit notwendig oder ein riesen Defizit an Empathie. Beides ist leider unendlich vorhanden…bei zu vielen Menschen.

Aber auch in Tierschutzkreisen regiert die Dummheit. Jeder meint, er müsste seine Erfahrungen, Einschätzungen und Befindlichkeiten in die Welt schreiben. Das ist eine kolossal gute Idee, leider nur, wenn die Tiere wirklich davon profitieren. Schreibt man Negatives, lesen das in erster Linie die Menschen, die dem Tierschutz von Haus aus  misstrauisch und abwehrend gegenüber stehen und nur darauf warten, in ihrer Meinung bestätigt zu werden. Jeder Streit jede Unregelmäßigkeit, jedes Problem wird vor Publikum auf Facebook ausgetragen. Wie limitiert muss man sein, um Internas und Fehler in der eigenen Organisation vor Publikum auszubreiten? Man behebt sie, man sorgt dafür, dass sich Fehler nicht wiederholen, man klärt intern oder geht leise aber man befeuert nicht die unselige Diskussion über den Auslandstierschutz, wo sich tausende Helfer seriös und unermüdlich jeden Tag den Arsch aufreißen, um Leben zu retten und Leid zu lindern und gegen Vorurteile ankämpfen müssen.

„Hauptsache ich habe meinen großen Auftritt gehabt“, scheinen viele zu denken…ganz gleich, wie sehr dadurch Spender verunsichert werden, ganz gleich wie viele Vereine darunter leiden,  die alle zwangsläufig mit solchen Aktionen in Verbindung gebracht werden. Der durchschnittliche Leser hat keine Ahnung von den komplizierten Fallstricken und Vorgaben mit denen gearbeitet werden muss, er wird nur die schwarzen Schafe, die Schlammschlachten und Unregelmäßigkeiten in Erinnerung behalten und den Eindruck, dass die meisten Tierschützer wohl eher wie frustrierte Marktweiber ihre Angelegenheiten regeln. Der Großteil der Tierschützer hat damit nichts am Hut. Sie leisten seriös und konstant im Stillen und verdrehen wie ich die Augen, wenn der oder die nächste meint, ein wenig Nestbeschmutzung würde der Sache ganz gut tun. Eure Dummheit kotzt mich ganz besonders an, denn auch ich leide darunter. Ich kann vorn nicht genug aufbauen, wie von solchen Lichtern hinten wieder eingerissen wird.

Es ist nicht die Bösartigkeit sondern die Dummheit der Menschen, die den Tieren das Leben zur Hölle macht. Und habe ich es schon erwähnt? Sie kotzt mich an. Jeden Tag ein wenig mehr!

 

 

Tierschutz

Das Hamburger Abendblatt und der Tierschutz! Wenn Zeitungsartikel töten! Ein Armutszeugnis für den seriösen Journalismus!

Wenn Zeitungsartikel töten!
Das Hamburger Abendblatt und der Tierschutz…ein Armutszeugnis für den seriösen Journalismus“!

Liebe Redakteure,
oder sollte ich in diesem Fall besser das Wort „Schreiberlinge“ verwenden?
Es wäre leider angebracht, denn in Ihrem Artikel über Auslandstierschutz, mit dem reißerischen Titel, „Hamburger Tierärzte warnen vor dem Handel mit Sraßenhunden„, werden nicht nur grob fahrlässig Fakten verdreht, bzw unterschlagen sondern auch die seriöse Arbeit von unzähligen ehrenamtlichen Helfern mutwillig zunichte gemacht.
Seriöser Auslandstierschutz leistet durch Kastration vor Ort und Aufklärung einen sinnvollen Beitrag zur Verminderung des unendlichen Leids.
Seriöser Auslandstierschutz ermöglicht Adoptionen für Tiere, die dem sicheren Tod geweiht sind.
Seriöser Auslandstierschutz ist kein Geschäft sondern jede Adoption muss durch Spenden bezuschusst werden, da die Schutzgebühr nicht alle Kosten abdecken kann.

Sie können sich auf die Schultern klopfen. Ihr unsäglich schlecht recherchierter und einseitiger Artikel wird viele Spender verunsichern, Adoptanten abschrecken und vielen Hunden die Hilfe verwehren, auf die sie so verzweifelt in ihren kargen Zwingern warten. Die meisten davon, ein Leben lang vergeblich. Einen Besuch in einem dieser Shelter würde ich sehr empfehlen, ehe man darüber urteilt, wo es den Tieren besser geht…

Dieser Artikel war das Todesurteil für viele Insassen dort und eine Ohrfeige in das Gesicht aller seriösen Tierschützer und Organisationen, die ehrenamtlich versuchen, das Leid zu verhindern und einigen Tieren eine Chance auf Leben zu schenken. Ein ziemlich hoher Preis für einen Artikel und ein paar Klicks mehr, auf Facebook,  finden Sie nicht auch?

Eine Richtigstellung und Entschuldigung für diesen miserabel recherchierten und einseitigen Artikel, wäre mehr als angebracht, denn in diesem Fall geht es nicht nur um den Ruf der seriösen Tierschützer und Organisationen … ein guter Ruf und Vertrauen in unsere Arbeit, ist alles, was wir in die Waagschale werfen können, um Tieren zu helfen… sondern es geht um Leben, um das Leiden und Sterben der Straßentiere, überall in Europa!

hundewelpen

Last not least, bitte teilen Sie mir umgehend mit, wo es Kastrationen für 11 Euro gibt, wie im Artikel behauptet. Das ist ein lächerlicher Betrag, überall in jeder Tierarztpraxis in Europa  und absolut unrealistisch. Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Tierschützer vor Ort, hat das Glück, über eigene Tierärzte in der Organisation zu verfügen, die solche Preise ermöglichen können. Solche Aussagen verunsichern die Spender, denn in diesem Fall geht es nicht nur um den Ruf der Tierschützer und Organisationen sondern es geht um Leben…um das Leiden und Sterben der Straßentiere, die durch solche Artikel weniger Hilfe erhalten werden.

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Nachfolgend die ausführliche Stellungnahme und Richtigstellung zu diesem „Artikel“ unserer Kollegen von Ein Herz für Streuner e.V.

„+++ Stellungnahme zum Zeitungsartikel „Hamburger Tierärzte warnen vor Handel mit Straßenhunden“ vom 25.03.2019 +++

Liebe Streunerfans,

einige von euch haben uns auf den Artikel des Hamburger Abendblatts aufmerksam gemacht. Da hier Sachverhalte falsch geschildert und Ängste geschürt werden, wichtige Hintergrund-Informationen oberflächlich und schlecht recherchiert wurden und die Hauptaussage des Artikels (nämlich keine Hunde aus Osteuropa zu adoptieren) ziemlich deutlich rüber kommt, wollen wir hierzu stellvertretend für alle seriösen Vereine, die die Hunde legal ausreisen lassen, Stellung nehmen.

https://www.abendblatt.de/…/Hundehandel-in-Hamburg-unter-de…

Was wir dazu zu sagen haben:

1. Hunde, die über eine seriöse Organisation vermittelt werden und somit legal ausreisen, bringen weder Staupe noch Parvovirose nach Deutschland. Diese lassen ihre Tiere nämlich dagegen impfen. So wie auch wir. Alle Hunde erhalten die Standard 5-fach Impfung gegen Parvovirose, Staupe, HCC, Parainfluenzia und Leptospirose. Diese vollumfängliche Impfung ist auch Pflicht seitens der meisten Veterinärämter.

2. Tollwut ist eine international zwingend notwendige Impfung, die Hunde und Katzen erhalten müssen, um legal einreisen zu dürfen. Ein Hund/eine Katze darf ab der 12. Woche gegen Tollwut geimpft werden und nach einer Karenzzeit von 21 Tagen ausreisen. Alle Tiere, die unter dieser zeitlichen Vorgabe eingereist sind, sind also in jedem Fall illegal ausgereist. Für nichtgelistete Drittländer gilt sogar noch eine längere Frist, hier müssen die Tiere mind. 7 Monate alt sein. Das sind Länder wie z.B. die Türkei.

3. Lungen- und Herzwürmer (Dirofilariose) sowie Leishmaniose oder andere Mittelmeerkrankheiten können mittlerweile überall vorkommen. Auch in Deutschland leben aktuell ca. 20.000 Leishmaniose-Hunde – und das sehr gut. Es gibt nämlich gute Möglichkeiten dem Hund ein langes und glückliches Leben zu bieten, trotz Leishmaniose. Die anderen sogenannten Reisekrankheiten wie z.B. Ehrlichiose, Anaplasmose, Borreliose, Babesiose werden von den meisten Organisationen vorab mit einem Snap-Test (Schnelltest) getestet. Dieser ist natürlich nie so aussagekräftig wie ein Bluttest. Daher raten wir und andere seriöse NGOs ihren Familien immer dazu, nach Ankunft des Tieres so einen Bluttest in Deutschland zu machen. Alle Krankheiten können gut behandelt werden wenn sie rechtzeitig bekannt werden. Und sie stellen keine große Gefahr für Hund und Menschen dar. Die Übertragung von Leishmaniose auf den Menschen ist sehr selten und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt möglich. Die Leishmanien befinden sich nämlich nicht im Blut sondern z.B. in der Milz oder anderen Organen. Wer hierzu weitere Informationen nachlesen möchte, kann dies im Detail bei uns auf der HP tun: https://www.einherzfuerstreuner.de/wichtige-informationen/…/

4. Deutsche Tierheime sind voll, warum einen Hund aus dem Ausland? Auch wir hören diesen Satz immer wieder. Wir haben viele gute Kontakte zu deutschen Tierheimen und sind froh, dass diese auch Tierschutz betreiben und die Augen nicht verschließen. Tierschutz hört nicht an der Grenze auf. Die deutschen Tierheimen haben große Nachfragen nach Hunden, die oft nicht bedient werden können. Denn in der Regel sitzen alte, kranke oder schwer vermittelbare Hunde in den Tierheimen. Das ist unserer Meinung nach ein Problem, dass unverantwortliche deutsche Hundehalter verursachen – nicht seriöse Organisationen und nicht die Tierheime! Und wenn diese dann Kapazitäten haben und helfen wollen, finden wir das absolut bemerkenswert und unterstützenswert. Unser Respekt gilt hier den Tierheimen, die auch Auslandstierschutz betreiben.

5. Zitat aus dem Bericht: „Letztlich wird mit der Vermittlung der Hunde gegen Schutzgebühren in Höhe von 200 bis 400 Euro über die Mitleidskomponente ein Geschäft abgewickelt“. Legale Organisationen wickeln nicht über die Mitleidskomponente Geschäfte ab, sondern sie vermitteln gut und nachhaltig ihre Tiere. Eine Schutzgebühr, die einen Teil der anfallenden Kosten trägt und auch ein Schutzvertrag gehören selbstverständlich dazu. Und die Organisation, die auch was verändern wollen, investieren das Geld dann ohnehin in Kastrationskampagnen vor Ort, die Unterbringung und die medizinische Betreuung der Hunde und Katzen vor Ort in Rumänien oder anderen Ländern.

6. Eine Kastration kostet nur 11 Euro. Wo genau? Wir zahlen in Bistrita, Baia Mare und Cluj, Rumänien 20 – 50 Euro pro Kastration. Das ist immer noch ein günstiger Betrag. Und daher machen wir auch regelmäßige Kastrationskampagnen, die monatlich von unseren Tierärzten umgesetzt werden, sowie groß angelegte Kampagnen über 2-3 Tage mit bis zu 50 Tieren am Tag.

7. Zitat aus dem Bericht: „Da steckt eine ganze Industrie dahinter – am Hundehandel verdienen viele Menschen“
Auch hier fehlt einfach der Zusatz, dass es sich um unseriöse Händler handelt. Ja, diese Menschen gibt es sicher. Wir wissen von diesem Leid und wir spüren immer wieder, dass diese Menschen auch seriösen Tierschutz kaputt machen können, weil man den Menschen das Vertrauen nimmt. Eine gemeinnützige Organisation verdient an Vermittlungen keinen Cent. Oft muss noch Geld drauf gelegt werden. Die durchschnittlichen Kosten pro Hund liegen bei uns bei etwa 800 Euro. Bei einer Schutzgebühr von 225 – 375 Euro dann sich jeder das Defizit, das zu 100% über Spenden gedeckt werden muss, ausrechnen.

Diese Art von Zeitungsberichten sind dafür verantwortlich, dass Menschen Berührungsängste mit Tierschutzvereinen bekommen. Unser Tipp: Wenn ihr, vor allem bzgl. der Impfungen, keine kompetente Antwort erhaltet und es keinen EU-Heimtierausweis mit allen eingetragenen Impfungen gibt, lasst die Finger von einer Adoption. Ja, es gibt viele schwarze Schafe, die man nicht unterstützen darf. Es werden immer noch schwer kranke, nicht geimpfte Welpen verkauft. Auch wenn die Hunde noch so süß sind – unterstützen Sie bitte keine unseriösen Händler, denen es tatsächlich nur ums Geld geht.

Wir würden uns wünschen, dass in solchen Berichten die wertvolle Arbeit der Tierschutzvereine mehr geschätzt und überhaupt erwähnt wird. Es gibt nicht nur schwarz und weiß und nur eine Seite des Ganzen zu betrachten ist einfach Hohn. Denn am Ende schadet man damit den Tieren…“

 

Chance, Seelenmarzipan

Depression ist wie Schnee…

An manchen Tagen ist der Schnee nur ein paar Zentimeter hoch. Das sind die „Guten Tage“. Natürlich behindert er dich überall, aber du schaffst es trotzdem zur Arbeit oder zum Einkaufen. Vielleicht lässt du aber vorsichtshalber lieber den Sport oder die Geburtstagsparty deiner Freundin aus, denn es schneit ununterbrochen und du weisst nicht, wie die Lage heute Abend aussehen wird. Am Besten gehst du direkt nach der Arbeit nach Hause. Deine Freunde registrieren die Absagen natürlich aber sie denken wahrscheinlich, du bist ein bisschen zimperlich oder einfach nur ein Arschloch.

An manchen Tagen liegt ein halber Meter. Du verbringst eine Sunde damit, den Schnee aus deiner Einfahrt wegzuschaufeln und bist wieder einmal zu spät. Du erscheinst zur Arbeit oder zur Verabredung mit schmerzenden Händen und schmerzendem Rücken. Sie schmerzen vom Schneeschaufeln und du spürst sie den ganzen Tag. Du gehst frühzeitig, denn es schneit immer weiter. Alle registrieren das, niemand versteht den Grund.

An anderen Tagen schneit es zwei Meter hoch. Du schaufelst den ganzen langen Morgen aber schaffst es einfach nicht, den Weg passierbar zu machen. Du schaffst es weder zur Arbeit noch sonst irgendwohin. Du bist so ausgelaugt und müde und möchtest einfach nur zurück ins Bett. Wenn du wieder aufwachst, ist alles, was du vorher mühevoll freigeschaufelt hast, wieder von einer schweren Schneelast bedeckt. Du beginnst von vorn.

Du hörst dein Telefon klingeln. Man wundert sich, wo du bleibst. Dir ist nicht danach, zurückzurufen, du bist einfach zu müde vom Schneeschaufeln. Ausserdem schneit es bei allen anderen nicht, oder viel weniger, als bei dir.  Sie verstehen also nicht, warum du  feststeckst. Sinnlos, es ihnen zu erklären. Sie denken du wärst nur faul oder schwach, aber das sagen sie natürlich nicht zu dir. Nur hinter deinem Rücken.

Es gibt Wochen, da kämpfst du mit einem ausgewachsenen Blizzard. Sobald du die Haustüre aufmachst, stehst du vor einer Schneewand. Die Stromversorgung flackert, dann bricht sie komplett zusammen. Es ist mittlerweile viel zu kalt, um im Wohnzimmer zu sitzen, also legst du dich mitsamt deiner Bekleidung ins Bett. Auch der Ofen und die Mikrowelle funktionieren nicht mehr und du isst nur Knäckebrot oder Schokolade und nennst es „Abendessen“.  Du hast auch seit drei Tagen nicht mehr die Haare gewaschen aber wie hättest du das bewerkstelligen sollen, unter diesen Umständen? Es ist kalt…eiskalt…Zu kalt, um irgendetwas anderes zu tun, als aushalten und schlafen.

Manchmal ist man den gesamten Winter eingeschneit. Die Kälte ist in alle Ritzen gekrochen. Keine Kommunikation mehr möglich. Nicht hinein und nicht hinaus. Es ist nichts mehr zu Essen im Haus. Was solltest du dagegen tun? Allein einen Tunnel mit deinen bloßen Händen durch eine 10 Meter hohe Schneewehe graben? Wie weit ist es, um Hilfe zu erhalten? Würdest du es überhaupt bis dorthin durch den Blizzard schaffen? Und wenn du es schaffen würdest, wer würde dir helfen? Vielleicht ist es tödlich, im Haus zu bleiben aber es es ist mindestens genauso tödlich für dich, nach draußen zu gehen. Die „Welt da draußen“ ist sehr oft eisiger und unbarmherziger, als jeder Blizzard, wenn man nicht mehr wie gewohnt funktioniert.

Wenn es ununterbrochen schneit brennst du aus, bis an deine Grenzen. Du hast es satt, beständig zu frieren. Du hast es satt, ständig mit vom Schneeschaufeln schmerzenden und wunden Händen zu leben. Aber wenn du es nicht schaffst, an den „guten Tagen“ zu schaufeln, wie ein Idiot, dann baut sich die Schneemasse  zu etwas Unüberwindbarem auf, an den schweren Tagen. Du wünscht den verdammten Schnee zum Teufel, aber das interessiert ihn nicht. Er ist eine Naturgewalt, blinde Chemie…die den Naturgesetzen folgt, und der völlig gleichgültig ist, ob sie dich unter sich begräbt oder die ganze Welt.

Diese Schneemassen erobern auch andere Gebiete deines Lebens. Gebiete, an denen du sie nicht einfach wegschaufeln kannst, manchmal liegt der Schnee an Orten, die du nicht einmal sehen kannst. Manchmal liegt er schwer auf dem Dach. Vielleicht bedeckt er aber bereits den Berg, hinter deinem Haus. Und manchmal löst sich von dort eine gewaltige Lawine, die dein Haus komplett aus den Fundamenten reißt und dich dazu. Eine Naturgewalt, gegen die niemand etwas ausrichten kann.

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Den Nachbarn und Freunden ist das im Nachhinein völlig unbegreiflich. Sie sagen, ..“was für ein Jammer, sie hat doch immer tapfer geschaufelt und kam so gut zurecht. Sie lächelte stets, wenn sie Schnee schaufelte. Wie konnten wir das ahnen?“

Ich weiß nicht, was letztlich der Auslöser ist, wenn jemand aufgibt und eine finale Lösung wählt, um der ewigen Kälte und dem sinnlosen Kampf zu entfliehen. Wenn er dem Sog der Lawine einfach nachgibt. Vielleicht werden manche von der Lawine fortgerissen, sie kommt ohne jede Vorwarnung. Für andere ist vielleicht einfach der endlose Winter nicht mehr länger zu ertragen. Vielleicht haben sie bis ganz zum Schluss tapfer geschaufelt, vielleicht auch nicht. Aber man sollte sich bewusst machen, wie es sich anfühlt…wie ewiger Schnee sich anfühlt…ehe man urteilt.

Ich glaube fest daran, dass Verständnis und Mitgefühl die Grundlage jeder Hilfe sein sollten. Ich habe leider auch keine Heilsbotschaft für Menschen mit Depressionen oder chronischen Schmerzen. Auf keinen Fall werde ich hier schreiben :

„Schaufelt fleißig weiter, denkt positiv, strengt euch mehr an, sprecht über eure Nöte, sucht euch Hilfe und alles wird gut“

Das wäre nämlich idiotisch. Denn natürlich schaufelt jeder in dieser Situation bereits, was er nur irgend bewältigt, bis zu dem Punkt an dem er körperlich einfach nicht mehr kann, an dem er zusammenbricht oder aufgibt. Denn wer um alles in der Welt, möchte freiwillig in seinem eigenen Haus zu Tode erfrieren? Wer selbst davon betroffen ist, weiß nur zu gut, was auf dem Spiel steht und hat mit großer Wahrscheinlichkeit alles bereits versucht, was ihm helfen könnte. Er weiß auch, dass Jammern keine Hilfe bringt, sondern noch einsamer macht.

Meine Heilsbotschaft geht daher nicht an euch, liebe Leser, falls ihr an Depression oder chronischen Schmerzen leidet, sondern sie geht an eure Nachbarn:

„Schnapp dir eine verdammte Schaufel und hilf deinem Nachbarn! Montiere den Schneepflug an deinen Jeep und hilf ihm, die Einfahrt zu räumen. Versorge ihn mit Streusalz und Handschuhen… auf gute Ratschläge kann dein Nachbar verzichten“

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Teilen des Textes wäre sehr nett…kopieren verletzt das Urheberrecht und ist verboten.

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Diesen Text fand ich im Netz. Anonym. Er wurde von mir übersetzt und ergänzt/abgewandelt, da ich finde, er beschreibt nicht nur treffend  Depression sondern auch sehr gut die Situation von chronisch Erkrankten, die dauerhaft  Schmerzen leiden. Nicht für eine Stunde, nicht für einen Tag , nicht für eine Woche…sondern Schnee…das ganze Jahr über…jedes Jahr!

Die „Welt da draußen“ ist sehr oft eisiger und unbarmherziger, als jeder Blizzard, wenn man nicht mehr wie gewohnt funktioniert.

 

Kurzgeschichten

Heimat. Ich liebe sie…und das ist gut so!

Es war irgendwann, Ende der 80er Jahre, des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausends, wir waren auf dem Rückflug von Tel Aviv nach Frankfurt.
Ich bereitete mit meinen Kolleginnen die Kabine für die Landung vor und ein Gast hatte noch nicht für seinen Rotwein bezahlt. Freundlich erinnerte ich ihn daran und bat ihn um den ausstehenden Betrag. Der ältere Herr sah mich abschätzig an, während ich mit gezückter Börse auf eine Reaktion wartete. Nach einer Weile sagte er schließlich auf Französisch:

„Ich werde nicht bezahlen, sie schulden mir und meinem Volk so viel mehr!“

Seine Worte kamen völlig unerwartet und machten mich sehr betroffen. Das dritte Reich und seine grauenhaften Verbrechen war seit jeher ein Thema, mit dem ich mich ausgiebig befasst hatte. Er musste mir nichts weiter erklären. Offensichtlich hatte er es auch nicht vor. Er widmete sich wieder seiner Zeitung, als wäre ich nicht vorhanden.

„Ich weiß nicht, wie mein Arbeitgeber dazu steht, aber es wäre mir eine Ehre, wenn ich sie zu diesem Wein einladen dürfte“. Ich hatte leise gesprochen, damit die anderen Passagiere es nicht mitbekommen und deutsch, denn ich war mir sicher, er hatte zu dieser Sprache familiären Bezug. Er hatte meine Antwort gehört und offensichtlich auch verstanden. Sein Lächeln, als er eilig in seiner Brieftasche nach dem Betrag suchte, ist mir noch heute gut im Gedächtnis. Ich glaube, er wusste, dass mir ernst war, mit meinen Worten und ich wusste, dass er Recht hatte, mit seinen.

Ein paar Wochen später wurde ich in Amman mit Steinen beworfen, weil ich mich, naiv und unwissend, aus dem geschützten Hotel, für einen ersten Erkundungsspaziergang bewegt hatte, ohne vorher die Landesgepflogenheiten zu studieren.

Lange Jeans, Trekking Schuhe, Sweatshirt und Sonnenhut waren bei 40 Grad im Schatten damals in Jordanien eindeutig zu freizügig. Ich hatte das sittliche Empfinden der Menschen dort verletzt, ohne es zu wollen. Auch diese Episode hat sich eingebrannt, als die schweren Pflastersteine völlig unerwartet und beängstigend dicht, neben mir aufschlugen. Die wütenden Beschimpfungen der in schwarze, bodenlange Gewänder eingehüllten, älteren Frauen, die zum Glück nicht genügend Kraft hatten, mich richtig zu treffen, die konnte ich erst später deuten. Ich wusste absolut nicht, was sie von mir wollten. Verstört flüchtete ich wieder zurück in die Scheinwelt meines Luxushotels und musste mangels Internet (prä-handyianische Ära ) warten, bis mir ein älteres Crewmitglied erklärte, warum mir passiert ist, was mir passiert ist und warum es völlig normal war. Andere Länder, andere Sitten und wer diese Länder bereist, muss sich anpassen, wenn er Ärger vermeiden möchte. As simple as that . 1981 war mir das noch nicht ganz so geläufig… aber ich lernte schnell…manchmal auch auf die harte Tour.

Ich liebte Indien und nutzte die Aufenthalte regelmäßig, um mit dem Taxi bestimmte karitative Einrichtungen zu besuchen oder um einfach auf bequeme Art, möglichst viel von der Umgebung zu sehen. Ich war mir auch damals nicht sicher, ob es eine gute Idee war, diese Ausflüge allein zu unternehmen, aber da nicht immer jemand Lust hatte, zwischen weinenden Babies und Kleinkindern den Tag zu verbringen, blieb mir keine andere Wahl. Einmal ging es gründlich schief. Der Taxifahrer in Neu Delhi, wählte nicht den direkten Weg zu dem Waisenhaus, für das ich Kinderbekleidung mitgebracht hatte, sondern fuhr zügig Richtung Stadtgrenze und hielt bei einem verlassenen Fabrikgelände an. Er drehte sich vom Fahrersitz zu mir um und sagte. „We fuck now!“
Mir war übel vor Angst, ich scannte die Umgebung, rechnete mir die Chancen aus, schneller auf andere Menschen zu treffen, als er mich einholen würde und setzte dann auf Überzeugungskraft. Er sprach Englisch und ich konnte ihn davon überzeugen, dass er es bitter bereuen würde, wenn er mich nicht sofort dort ablieferte, wo ich hin wollte. Keine Ahnung, ob ich heute noch die Nerven dazu hätte, aber ich kam wohlbehalten im Waisenhaus an.
Es gab wunderschöne aber auch gruselige Erlebnisse, in der Zeit, als ich mir vorgenommen hatte, einmal rund um die ganze Welt zu reisen, Länder und Leute und ihre Sitten zu studieren, wobei die wunderschönen, berührenden und positiven Begegnungen immer und überall den Löwenanteil ausmachten.

Ich begann diese Reise völlig unvoreingenommen, naiv und mit einem so überaus positiven Menschenbild, das heute so manchen selbsternannten Political- Correctness- Heiligen, vor Neid erblassen ließ.

Zwölf Jahre später hatte ich mein Vorhaben ziemlich konsequent umgesetzt. Ich fand in jedem Land und in jeder Kultur gute Freunde, aber ich erkannte mit der Zeit auch, dass manche Dinge die mir nicht gefallen, in manchen Gegenden häufiger vorkommen als in anderen, oder sogar dort zur Tradition gehören. Oftmals hatten sie mit Religion zu tun.

Leider kann ich über all das nicht mehr offen berichten, ohne mich dabei in Teufels Küche zu schreiben.

Würde ich heute ehrlich schreiben, was ich in den jeweiligen Ländern damals lernte, beobachtete und dachte, wäre ich mit Sicherheit in großen Schwierigkeiten. Ich müsste jedes Wort, jeden Satz gründlich überlegen und political correct zensieren, auch wenn das Erlebte noch so wahr ist auch wenn meine Schlussfolgerungen noch so nachvollziehbar sind. Besonders meine Erfahrungen als Frau in Ländern, deren Gesellschaft von Religion dominiert war und daher immer mit strengen patriarchalischen Strukturen einher ging, die waren nicht immer schön, dafür sehr lehrreich.

Vor 20 Jahren hätte ich einfach aufgeschrieben, was ich erlebt und wahrgenommen habe und meine Gedanken dazu. Aber das darf ich nicht mehr. Die Political Correctness, die neuen, ungeschriebenen aber durchaus vorhandenen Zensur Gesetze, die sich beständig verschärfen, hindern mich daran.

Auch über mein eigenes Land darf ich nicht mehr schreiben, was ich gerne möchte.
Noch vor wenigen Jahren wäre niemals jemand auf die wahnwitzige Idee gekommen, mich als Rassist oder Nationalist zu diskreditieren, nur weil ich schreibe, wie sehr ich mein Land mag, die Bräuche, die Traditionen und dass ich sie ungern aufgeben würde, ja sogar bewahren, …notfalls verteidigen möchte.
Heute kann mir das durchaus passieren und daher schreibe ich es nicht mehr. Allerdings muss ich gestehen: Ich denke es noch.
Ich liebe mein Land, meine Heimat und sehe keinen Grund, mich dafür zu schämen.
Immer wenn ich meinen Freunden rund um die Welt vorschwärme, warum ich meine Heimat Bayern so liebe, dann fallen auch die Worte: Freiheit, Gemeinschaft, Werte, Tradition und Sicherheit… Heimat eben.
Ein wunderschönes Wort, mit positiver Bedeutung, das nicht abgrenzt sondern vereint!

Es ist nicht meine Schuld, dass  manche ein Problem mit dem Wort „Heimat haben“. Es ist ihr Problem, nicht meines!

Und was die Reiseberichte angeht…die erzähle ich irgendwann einmal, meinen Enkelkindern unter vier Augen. Für sie bewahre ich auch die wunderschönen Kinderbücher-Klassiker im Original auf, die mittlerweile alle umgeschrieben wurden. Man übermalt kein Kunstwerk, weil es nicht mehr zeitgemäß erscheint und man schreibt auch keine Bücher um, das tun einzig Diktaturen! Aber,… Pssst ❤

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Das letzte Bild, ehe ich die Uniform für immer auszog …weil ich HEIMWEH nach der HEIMAT hatte ❤