Kurzgeschichten

Ruby sitzt seit neuestem auf dem Fensterbrett und ich muss Facebook meiden, sonst explodiere ich!

Puh, manchmal frage ich mich, wie andere das so aushalten aber glaube die Antwort zu kennen. Tierschützer sind entweder hart wie Kruppstahl oder gebrochen oder  auf eine Weise entschlossen genug, ihr inneres Feuer, das für Veränderung brennt,  schützt sie, um all das irgendwie auszuhalten und zu kompensieren. Ich habe mir eisern vorgenommen, weiterhin in der Gruppe der „Verrückten“ mitzurudern, obwohl selbst Joggen bis zur Erschöpfung, Ablenkung durch Events oder Beschäftigung mit den positiven Aspekten nur bedingt den Zorn mildert, der mich immer mehr begleitet.

Mittlerweile wüsste ich gar nicht mehr, wo ich mit meinen Blogs anfangen sollte und wo aufhören. Tierquälerei, Misshandlungen und Ungerechtigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch alle aber auch wirklich alle Bereiche des menschlichen Lebens, durch alle Länder, Gesellschaften, Ethnien und Schichten. Den meisten ist nicht einmal bewusst, was alles an schrecklichen Dingen hinter den Kulissen passiert und jeder, der zum Beispiel jetzt zu den erneuten Stierkämpfen in Mallorca schlau kommentiert, die Stiere hätten zumindest vorher ordentlich gelebt, dem möchte ich die Nase tief und nachdrücklich auf die Dokumentationen drücken, in denen für jeden, der die Fähigkeit zum lesen besitzt, exakt beschrieben wird, und auch belegt, wie diese armen und friedlichen Kreaturen sadistisch und phantasievoll gefoltert werden, ehe sie in die Arena gejagt werden, zum vergnüglichen Abschlachten. Pardon, zum kulturellen Ereignis.

Mein Verstand schaltet auf Error, wenn ich versuche zu begreifen, wie Menschen das bejubeln können, was daran so zum Aufgeilen reizt und besonders, wenn dann Pfaffen mit Kreuzen in der Arena herum stolzieren und das Ganze segnen.

Zeitgleich haben wir Opferfest. Schlitzen, schlagen, fesseln, bluten, töten …yeah…Religion ist etwas Feines und eine mieser als die andere, wenn es darum geht, Schwächere zu unterjochen und zu quälen. Der Wettbewerb läuft und ist noch nicht entschieden.

Ändern wird sich daran mittel- oder langfristig nichts. Wer herausfinden möchte, warum das so ist, der sollte sich die Kommentare zu den Stierkampf News durchlesen. Auf meinem Blog nicht anders als auf allen anderen Plattformen. Es sind entweder die Falschen , die sich darüber empören, weil sie instrumentalisieren (wobei ich mich ernsthaft frage, wer in der Politik nicht instrumentalisiert, wenn er etwas erreichen möchte, fragt mal die liebe Greta)  oder es wird relativiert, auf andere Misstände hingewiesen, die man vorher beheben müsste, auf das „schöne Leben“ der Stiere, darauf, dass wir uns nicht im Ausland einmischen dürfen (gilt allerdings nur für Tierschutz, ansonsten senft jeder unserer Politiker überall mit) und so weiter und so weiter.

Da wird sich nichts ändern. Und ich finde diesen Gedanken grauenhaft und schäme mich fremd und bin zornig und traurig…und muss daher Facebook diese Tage wirklich meiden sonst schreibe ich Dinge, die ich später bereuen würde 😉  . Dann wird eben weiter gemetzelt bis sich alle klugen Tierschützer einig sind, wie man am besten dagegen vorgehen könnte, wie man nicht dagegen vorgehen darf und ob es im Verhältnis zu anderen Tierquälereien überhaupt moniert werden darf. OMG!!!!

Tierschützer sind nicht immer vernünftig und auch nicht immer nett. Ich habe auch noch eine andere kleine Hässlichkeit auf Facebook gefunden. Das ist eher persönlich aber da es so stellvertretend für die Art und Weise des Umgangs miteinander ist, erzähle ich es doch.

Einige kennen sicher meine Tagebuch Einträge auf dem Facebook Karma Blog. Dort schreibe ich in Tagebuch Form über die aktuellen Tierschutzbelange und es wird sehr positiv aufgenommen. Einfach einmal eine andere Art und Weise, den Menschen die Thematik nahe zu bringen und mir liegt diese Art zu schreiben. Auf diese Weise erhalten wir viel Hilfe, für die Helfer, die an der Front jeden Tag ihren Mann stehen müssen und die wir beständig und nachhaltig dabei unterstützen. Soweit so gut. Kürzlich erhielt ich einen Screenshot, darauf zu sehen war, wie  ein anderer, noch sehr junger Verein auf seiner Facebook Seite, um Unterstützung warb:

„…Denn ihr kennt uns ja noch nicht. Wir befragen keine Tagebücher, denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…

Da ich bisher der einzige Vereinsvorstand bin, der auf Facebook für Tierschutzfragen sein Tagebuch führt, war klar, gegen wen sich dieser kleine Nadelstich richtet. Das hat mich noch nicht einmal gestört, ich war nur erstaunt, wie klein und armselig viele Menschen denken, die immer glauben, sie würden selbst größer, wenn sie versuchen, andere klein zu machen. Das Gegenteil ist der Fall aber das muss jeder selbst herausfinden. Es ist doch Platz im Tierschutz für alle, die helfen möchten..jeder auf seine Weise. Aber dann …was dann folgte, machte mich sehr nachdenklich: ….denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…

Aha, bei ihnen geht es also wirklich um das nackte Überleben vor Ort  und bei anderen nicht? Oder wie soll man diese Ausführung im Zusammenhang mit meinen Tagebüchern verstehen?

Wir reißen uns mittlerweile seit Jahren jeden Tag drei Beine aus, um so viele Leben wie möglich zu retten und jeder Tag ist ein neuer, verzweifelter Kampf, buchstäblich um Leben oder Tod. Schon ein wenig arrogant und auch dumm, solche Sätze in die Welt zu schreiben aber auch das ist keine Ausnahme. Hätte ich nicht unser wunderbares Team um mich, die neben Tierliebe auch eine große Portion Anstand und die Fähigkeit zum fairen Teamwork mitbringen, ich glaube ich hätte längst hingeworfen. Stattdessen mache ich einfach zwei, drei Tage Facebook Pause und organisiere hinter den Kulissen, was im Verein ansteht.

Ach ja, und dann kam ein Bild mit der Post. Es ist unsere Ruby. Ruby, deren Köpfchen und Gehirn so beschädigt war, durch Misshandlungen, dass niemand an eine Genesung glaubte, nicht einmal an ein lebenswertes Leben. Aber die Hartnäckigkeit und Pflege von SCARS, die großherzige Spenden halfen ihr zurück ins Leben. Bei meinen Freunden und Team Kollegen in Berlin, bei Petra und Peter blüht das blinde Kätzchen jetzt richtig auf und alle paar Wochen gibt es neue, kleine Sensationen. Jetzt kann sie also sogar „Fensterbrett“ . Ruby geht es richtig gut :-)) .

Man sollte sich an diesen schönen Dingen festhalten und das tue ich ❤

ruby

 

 

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Eine Geschichte über das Leben nach dem Leben…

 

Unter der Oberfläche eines kleinen Teiches lebte einmal eine Kolonie von Wasserlarven. Die Sonne schien zwar nicht bis auf den Grund des Teiches aber das störte sie nicht. Sie waren immer gut gelaunt und huschten geschäftig über den Schlamm.
Ab und an schien eine Larve keine Lust mehr auf diese Betätigung zu haben. Sie klammerte sich an den Stiel einer Teichpflanze und kletterte nach oben, immer weiter, bis sie aus dem Blickfeld verschwunden war. Sie blieb dann einfach weg.

Als wieder einmal eine Wasserlarve auf diese Art verschwand, wollten die anderen gerne wissen, was mit ihren Gefährten passiert, die nie mehr zurückkehren. Warum waren sie überhaupt erst gegangen? War es nicht schön hier, am Grund des Teiches?

Eine der Wasserlarven, ihr Anführer, wollte gerne selbst herausfinden, wohin die anderen für immer verschwunden waren und er versprach feierlich in die Runde, dass er, anders als alle vor ihm, wieder zurück kehren würde, um zu berichten,

Er fasste allen Mut zusammen, kletterte die Wasserpflanze hoch, immer weiter, bis er plötzlich an der Oberfläche des Teiches war und unsanft auf einer Seerose landete.

Die Wasserlarve war erschöpft von der langen Reise, die ungewohnte und angenehm warme Sonne, fühlte sich gut an und so fiel unser Abenteurer in einen tiefen Schlaf.
Während er schlief, veränderte sich sein Körper und als er wieder aufwachte, da hatte er sich in eine wunderschöne, funkelnde Libelle mit windschnittigen Flügeln verwandelt.

Die Wasserlarve konnte erst gar nicht glauben, was mit ihr passiert war. Es musste ein Traum sein, ein Traum, in dem plötzlich Flügel wuchsen. Und dann bewegten sich diese Flügel und die Libelle zog ihre eleganten Kreise über dem Wasser. Es fühlte sich einfach wunderbar an.

Nach einer Weile erinnerte sich die Libelle an ihr Versprechen, sie wollte zurück fliegen und ihren Freunden erzählen, welche wunderbaren Dinge an der Oberfläche des Teiches auf sie warten. Spontan änderte sie ihren Kurs Richtung Grund des Teiches. Aber es funktionierte nicht, jedesmal wenn sie Anlauf nahm, prallte sie an der Wasseroberfläche zurück. Ihr neuer Körper war nicht mehr für das Leben unter Wasser geeignet.

Die Libelle war traurig, ihr Versprechen nicht einhalten zu können. Aber dann überlegte sie:
„Selbst wenn ich zurückgehen könnte, meine Freunde würden mich mit diesem neuen Körper gar nicht mehr erkennen. Ich muss wohl einfach abwarten, bis sie auch nach oben kommen und zu Libellen werden. Dann werden sie verstehen, was mit mir passiert ist.“
Mit diesem schönen Gedanken flog die Libelle glücklich in ihrer wundervollen neuen Welt, dem Sonnenschein entgegen.

(c) Gutes Karma to go /nach dem amerikanischen Kinderbuch von Doris Stickney:Water Bugs and Dragonflies: Explaining Death to Young Children
Bildrechte: Die Welt der Wildmäuse

leben

Tierschutz

Eine Eiche und ihr schreckliches Geheimnis…

Eine Eiche und ihr schreckliches Geheimnis…

Auf meiner Suche nach Baudenkmälern in meiner Nähe, nach deren Vergangenheit und baulichen Besonderheiten war inmitten der Bilder, die Google ausspuckte, auch eine alte Eiche mit einem Kruzifix, gleich am Ortsausgang. Ich fahre jeden Tag an ihr vorbei.
Neugierig las ich nach, was es mit dieser Eiche und dem Kruzifix auf sich haben sollte, es war mir bisher nie aufgefallen.
Der Baum war als Hinrichtungsstätte missbraucht worden.
Nicht im finsteren Mittelalter, es ist eben einmal gut 70 Jahre her, als in meiner Stadt, als im ganzen Land ein Unrechtsregime tobte und als es beendet werden sollte, da zeigte der Faschismus in Form von sogenannten „Standgerichten“ noch einmal eine weitere, häßliche Fratze, diesmal gegen Zivilisten und gegen die eigenen Soldaten.

Nicht nur Soldaten, auch Zivilisten konnten für Bagatellen sofort mit dem Tod bestraft werden. Je näher das Ende des Krieges kam, desto fanatischer wüteten diese Standgerichte unter all denen, die kriegsmüde waren und Frieden wollten.
Es reichte, in einem Gespräch „am Endsieg“ Zweifel anzumelden, es reichte ein Scherz, der als „unangebracht“ eingestuft wurde und schon hing man am nächsten Baum. Das war legal und nach dem damals geltenden rechtlichen Grundlagen nicht anfechtbar. Noch viele Jahre später mussten die Hinterbliebenen, Witwen und Kinder um eine Rente klagen, die oft verwehrt wurde, weil diese „Urteile“ rechtens“ waren. Im Namen des Volkes…

Der Junge Mann, er hieß übrigens Herbert Susel, der an besagter Eiche zum Tod durch Erhängen von einem Standgericht verurteilt worden war, wurde in der Stadt ohne seine Papiere aufgegriffen. Das war sein Verbrechen. Die Amerikaner rückten beständig näher und wer sich nicht mehr dem sinnlosen Kampf stellen wollte, der hatte sein Leben verwirkt.

Auch die beherzten Einwohner der umliegenden Dörfer liefen Gefahr, erschossen oder erhängt zu werden, wenn sie den eintreffenden Alliierten mit weißen Fahnen entgegen kamen. Denn nur dann wurde ihr Dorf verschont. Viele taten es trotzdem mutig. Mein Vater hat mir oft erzählt, wie unser Dorfpfarrer damals entschlossen den Panzern entgegen lief, mit einem weißen Messtuch in der Hand und so den Ort und seine Bewohner vor Schaden bewahrt hat, weil er signalisieren konnte, dass von den Bewohnern keinerlei Gefahr ausgeht….manch anderen gelang das nicht und sie bezahlten diesen Einsatz mit dem Tod, wenn in den eigenen Reihen noch Anhänger des Nazi Regimes anwesend waren und Meldung machten.

Aber kommen wir zurück zu der Eiche. Das feige ermordete Opfer, denn es war ein feiger Mord, auch wenn er auf höchste Anordnung geschehen war und auch wenn einige daran beteiligt waren, die diese Tat freiwillig niemals unterstützt hätten, dieses Opfer war noch nicht ganz tot, als ihn seine Henker verließen und einer kehrte zurück und schoss ihm noch eine Kugel durch den Kopf.
Das Blut tropfte auf das Schild, das man ihm umgehängt hatte, um alle zu warnen, die sich dem Nazi Regime widersetzen wollten. Zwei Tage musste der Leichnam an dem Baum verbleiben um alle, die in die Stadt hinein oder hinaus gingen, daran zu erinnern, was passiert, wenn Widerstand geleistet wird.

Ein Pater aus dem Stadtkloster schrieb damals zu diesem Vorfall:
„Es bleibt einem der Verstand stehen. Im Menschen steckt doch ein großes Stück Raubtier“.

Das Kreuz wurde übrigens viele Jahre später von einem Mann angebracht, der als Kind mit ansehen musste, wie sich die Blutspur aus der Schusswunde des Soldaten, über das umgehängte Schild ergoss. Die Bilder haben sich bei ihm für immer im Gedächtnis eingebrannt und er wollte dem Opfer mit diesem Kreuz ein Andenken setzen.
Die Eiche dient als Mahnmal, als stummer Zeuge einer Geschichte, die sich niemals wiederholen darf.

Jedes Baudenkmal, jeder alte Baum hat seine eigene, spannende Geschichte und oft ist sie geprägt von Verbrechen und Leid. Aber nur wenige Geschichten, selbst aus dem tiefsten Mittelalter, können es mit den Gräuel der Nazis aufnehmen.

Als ich zum Schluss las, dass die amerikanischen Soldaten in einigen Orten die anwesenden Frauen der Naziführer dazu gezwungen haben, die verscharrten Leichen der Opfer solcher Standgerichte , mit bloßen Händen wieder auszugraben, um sie dann in Ehren zu bestatten, wusste ich nicht, ob ich die Bestrafung grausam oder angemessen finden sollte. Ich denke, alles was in dieser Zeit passierte, überfordert den gesunden Menschenverstand. Was sind 70 Jahre… es kann morgen wieder passieren, davon bin ich überzeugt.

Bitte verwendet den Namen „Nazi“ nicht so leichtfertig.
Es wird den Opfern des Nationalsozialismus nicht gerecht, wenn heute jeder, dessen Meinung uns nicht gefällt, als „Nazi“ bezeichnet wird.
Das Unrechts Regime der Nationalsozialisten hätte sich bei Meinungsfreiheit niemals entfalten können. Dann hätte die Stimme der Mitte, die Stimme der Vernunft, all das niemals zugelassen aber diese Stimmen wurden frühzeitig zum Schweigen gebracht.
Wenn wir aus der Geschichte lernen sollen, dann bitte auch das!

standgericht

Tierschutz

Spielverderber und Ende einer Freundschaft in 3 -2 -1 …

Spielverderber und Ende einer Freundschaft in 3 -2 -1 …

„Süß deine alte Dame. Eigentlich möchte ich auch wieder ein Haustier. Eine Katze wäre cool oder ein Kaninchen, wenn schon kein Hund geht.“

„Du bist doch so gut wie nie Zuhause! Balkon hast du auch keinen. Möchtest du das wirklich einer Katze zumuten? Nicht dein Ernst! Und außerdem ist Einzelhaltung NO Go! Und was Kaninchen angeht, lies mal, was ich kürzlich dazu geschrieben habe! Wie wäre es denn mit Ratten oder Mäusen aus dem Tierheim? Sie sind nun schon einmal auf der Welt und freuen sich über einen schönen Platz. Wenn du länger außer Haus bist, kannst du sie samt Käfig in Pflege geben, notfalls zu mir  “

„Nein, lieber nicht! Ich erinnere mich, wie es immer in deinem Rattenzimmer gerochen hat.“
Ich (etwas eingeschnappt): „Na gut, wenn du meinst. Ich habe sie jeden Tag sauber gemacht und fand es nicht störend. Wie wäre es denn mit Fischen?“

„Fische sind langweilig. Vögel! Vielleicht sollte ich…“

„Um Gottes Willen! Vögel fliegen! Erinnerst du dich? Entweder sie verschmutzen dir die Designer Couch und knabbern die Seidentapeten an oder sie sitzen armselig eingekerkert in ihrem verdammten Käfig! Willst du ihnen das antun?“

Ich möchte aber etwas zum Kuscheln! Am schönsten wäre so ein kleiner Drache! Kennst du die? Bartagamen? Wie aus Game of Thrones, nur in Klein.“

„Ja, ich kenne sie und finde sie auch wunderschön! Du möchtest also ein solches Tier allein in ein kleines Terrarium setzen und lebenslang gefangen halten?
Weisst du eigentlich, wie anspruchsvoll ihre Haltung ist? Möchtest du gerne Lebendfutter an sie verfüttern und beständig Wärmelampen kontrollieren? Hältst du das für eine gute Idee? Ich finde das echt sch…!“

„Hat dir schon einmal jemand gesagt, dass du richtig komisch geworden bist?“

Ich: „Ja…willkommen im Club!“

Bartagame

Tierschutz

Das große Sterben geht um… Tierheime, Wildtierstationen und Lebenshöfe vor dem AUS

Das große Sterben geht um…
es stirbt stückchenweise die wichtige Hilfe für notleidende, kranke, ungewollte, hilfsbedürftige Tiere. Hunde, Katzen, Vögel, Eichhörnchen, Wildtiere, Nutztiere…Tierheime, Auffangstationen, Lebenshöfe…sie alle sind am Limit. Diese Tragödie…und es ist eine Tragödie!!!…hat mehrere Ursachen.

Zum einen wird den Bürgern beständig mehr Geld in Form von Steuern, Abgaben und künstlichen Verteuerungen aus der Tasche gezogen und dafür soziale Leistungen eingeschränkt…die Menschen haben immer weniger Geld zur Verfügung, auch für Spenden.

Zum anderen steigt der Bedarf immer weiter. Nie gab es so viele misshandelte, verletzte und kranke Tiere, die Versorgung benötigen und nach wie vor fühlt sich unser Staat nicht dafür zuständig. Die Flut des Elends muss alleine bewältigt werden.

Was das für den Einzelnen bedeutet, ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Tierschützer investieren nicht nur ihre gesamte Freizeit, ihr Wissen und ihr Herzblut, sie schenken auch ihre Wohnungen/Grundstücke/Häuser den Tieren und dazu jeden Cent, den sie haben…bis irgendwann gar nichts mehr geht.

Jeden Tag erhalte ich mittlerweile erschütternde Briefe, traurige Posts und spreche mit weinenden Menschen am Telefon, die mit hungrigen und kranken Tieren allein gelassen sind, die gerne helfen möchten aber nicht mehr können. In Deutschland…wohlgemerkt! Dass die Lage im Ausland dramatisch ist, wissen wir ja seit langem.

Nein, es passiert mitten unter uns, wo täglich Millionen für sinnlose Dinge verprasst werden, wo Gemeinden, Länder und der Bund, Unsummen für so ziemlich alles und jeden ausgeben…nur nicht für Tiere und Tierschutz. Es passiert hier, wo genügend überflüssiges Geld in Umlauf ist, um auch im letzten Jahr wieder 137 Millionen an Silvester einfach in die Luft zu ballern,
Es passiert hier, wo Menschen jeden Tag Unsummen für Labels und 4 Sterne Küche, für künstliche Nägel, für Hightech bis in den kleinsten Winkel ihres Hauses und für die zigste Kreuzfahrt ausgeben…aber keine drei Euro für zwei Dosen Igelfutter haben.
Oh, sie mögen Tiere, sie lieben auch Igel, ja sie liiieben sie alle. Aber nicht ihr Problem! Darum sollen sich doch andere kümmern!

So bleibt dieses „Problem“ an ein paar wenigen hängen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um Menschlichkeit und Empathie, Mitleid und Mitgefühl nicht ganz vor die Hunde gehen zu lassen. Sie kümmern sich um verletzte Wildvögel, kastrieren Katzen, nehmen misshandelte Pferde auf und 1000 Dinge mehr, die eigentlich nicht „Privatsache“ sind, sondern von der Allgemeinheit unterstützt werden sollten. Schließlich ist der Schutz der Tiere in unserem Grundgesetz verankert und kein albernes Hobby!!!

Jeder Einzelne von diesen bewundernswerten Menschen, die ihr Leben den vergessenen Tieren widmen, verdient für mich das Bundesverdienstkreuz, stattdessen werden sie belächelt, allein gelassen, müssen jeden Tag um Spenden betteln und werden mit wahnwitzigen behördlichen Auflagen drangsaliert.

Ihr seid meine wahren Helden  und ich versuche über unseren Verein Frieden für Pfoten e.V., zumindest ein kleines bisschen zu helfen, Mut zu machen und hier auf meinem Blog eure Geschichten zu erzählen!
Eine Gesellschaft, die Tierschutz und Tierschützern eine so geringe Wertschätzung, einen so geringen Stellenwert entgegen bringt, hat für mich den Namen „zivilisiert“ nicht verdient!

Ich fordere öffentliche Hilfen für diese wertvolle Arbeit, Tierschutz als Schulfach und ein Budget für Tierhilfe in jeder Kommune!
Weg von den Almosen und hin zur Vernunft!

Tierschutz

Und dann, …in der letzten Nacht, kletterte ich auf den Balkon …

Und dann, …in der letzten Nacht, kletterte ich auf den Balkon …

Kaninchen sind äußerst gefragt als Haustiere. Keine Ahnung, woran das liegen könnte, denn eigentlich sind diese armen Wesen als Haustiere denkbar ungeeignet. Aber sie werden gern als pflegeleichte und anspruchslose Tiere dargestellt, die als „Spielgefährten“ für Kinder geeignet sind. So ein Schwachsinn!

Kaninchen sind Fluchttiere, ausgesprochen sensibel und eine wirklich artgerechte Haltung ist ein Riesenaufwand.
Die meisten vegetieren in ihren kleinen Käfigen in Einzelhaft. Dabei sind es Gruppentiere, die in der Natur immer, immer, den Kontakt zu Artgenossen pflegen. In der freien Natur haben sie auch einen unglaublich lebendigen Bewegungsdrang.
Man muss erst einmal auf die Idee kommen, ein soziales und bewegungsfreudiges Tier, ein Leben lang allein in einen kleinen Käfig zu sperren und das dann auch noch „Tierliebe“ zu nennen!

Würden Katzen oder Hunde so gehalten werden, gäbe es (zu Recht!) einen riesen Aufschrei. Aber es gibt tatsächlich keinen Unterschied. Käfighaltung für Kaninchen und andere Nager ist und bleibt, grausame Tierquälerei!

Pech für die armen Kaninchen, dass sie so niedlich aussehen!

Pech für die armen Kaninchen, dass sie auch noch so niedlich aussehen! Aber Kaninchen sind absolut keine Kuscheltiere sondern Fluchttiere und die Zwangs-Streicheleinheiten, die sie oft erfahren, bereiten ihnen große Angst. Sie werden instinktiv nervös, wenn sie vom Boden hochgehoben werden. Ihre Wirbelsäule hat eine sehr fragile Struktur und ein zu fester Griff bei einem strampelnden Kaninchen endet leicht mit einem Bruch des Rückrats.

Dann leben Kaninchen auch einen völlig anderen Tagesablauf als es in unseren Kinderzimmern üblich ist. Sie sind dämmerungsaktiv. Das bedeutet, sie möchten tagsüber gerne ruhen und sich am Abend dann richtig austoben. Meist ist das umgekehrt und wenn das Kaninchen wach und bereit wäre …sitzt es allein im Käfig und wird zur Nachtruhe verdammt, die sich manchmal über 24 h und länger ausdehnt, wenn niemand Lust hat, sich mit dem Tier zu beschäftigen.

All diese Gedanken gingen mir jedesmal durch den Kopf, wenn ich an dem winzigen Kaninchenkäfig vorbei ging, der auf einem Balkon, nahe des Ferienhauses stand, wo ich Urlaub machte. Niemand schien sich je um das Tier zu kümmern, es sass apathisch und einsam in seinem kleinen, kargen Käfig und hatte noch nicht einmal einen Schattenplatz.

Mein Gewissen signalisierte GRÜN.

Als ich damals abreiste, war der Käfig leer und meine Freundin hatte am nächsten Tag einen Neuzugang, in ihrem kleinen Freiland Rudel.

Man kann sie nicht alle retten, aber dieses Kaninchen durfte noch kennen lernen, wie es sich anfühlt, zu laufen, zu springen…zu graben…mit Artgenossen zu kommunizieren… es durfte erfahren, wie ein Leben außerhalb der kargen, engen Gefängniszelle aussieht, in die es lebenslänglich und in Einzelhaft verdammt worden war. Das Kaninchen hatte nichts verbrochen, um auf diese Weise bestraft zu werden. Das verdient niemand!

Kaninchenhaltung hat in den allermeisten Fällen nichts mit Tierliebe zu tun sondern ist Tierquälerei und Geschäftemacherei. Bitte sagt das weiter 

Solltet ihr bereits ein Kaninchen besitzen, lest euch doch einmal durch die Tipps in nachfolgendem Link:

https://www.peta.de/Kaninchenhaltung

 

Tierschutz

Hallo Arschloch-Kind! Emily wird heute sterben!

Hallo Arschloch-Kind! Emily wird heute sterben!

Du erinnerst dich vielleicht an das Taubenkind, das du mit deinen Freunden aus purer Lust an der Grausamkeit und Machtgefühl, als Fussball benutzt hast? Wie ihr Emily immer wieder brutal mit euren Füssen getreten habt und einander zugekickt, bis sie innerlich nur noch ein blutiger Klumpen Gewebe und zersplitterter Knochen war?
Hast du hören können, wie ihre zarten Flügel brachen, gab es ein Geräusch oder ging das in eurem Gelächter unter?
War es nicht ein Mordsspaß, als sie verzweifelt mit den kleinen Flügeln flatterte und nach ihren Vogeleltern rief?

emily

Ich weiß nicht, wo Emilys Vogeleltern in diesem Augenblick waren, deine Arschloch-Eltern waren jedenfalls dabei und sahen keinen Grund, dich darauf hinzuweisen, dass man Wehrlose und Schwächere nicht quält. Auch die Arschloch-Passanten in der Fussgängerzone fanden das offenbar OK, denn sie gingen alle achtlos vorbei, während ihr mit jedem Tritt feine, filigrane Knochen zertrümmert habt und ein unschuldiges Leben ausgelöscht. Kamst du dir mit deinen Arschloch-Freunden dabei stark vor oder wichtig? Wie unglaublich mutig von euch, es mit einem wehrlosen Vogelkind aufzunehmen.

Erst eine aufmerksame ältere Dame konnte dich und deine Freunde endlich stoppen. Sie veranlasste dann auch, dass Emily gesichert wurde, oder besser gesagt, das, was ihr von diesem Taubenkind übrig gelassen habt.

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Hallo Arschlochkind! Emily verblutet gerade innerlich und keine Medizin der Welt kann wieder gut machen, was eure Fußtritte angerichtet haben.
Was hat man dir in der Schule beigebracht? Hat man dir irgendetwas beigebracht?
Emily war ein Vogelkind, ein Kind wie du. Sie hatte nur nicht deine Privilegien, keine gute Erziehung, kein sicheres Umfeld und genügend Nahrung.
Emily mag nur ein wertloses Taubenkind in deinen Augen gewesen sein…aber sie hatte mehr Liebe und Seele in jeder Flügelspitze als du in deinem ganzen Leben je haben wirst!
Emily wird heute deinetwegen sterben, Arschloch-Kind und natürlich wegen deiner Arschloch-Eltern, die dir nicht beigebracht haben, was wirklich wichtig ist.
Ich wünsche dir und deinen Eltern, dass es euch irgendwann jemand nachhaltig beibringen wird.
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Dankeschön an Claudia und die Taubennothilfe PetOps e.V., die Emily aufgenommen und in ihren letzten Stunden liebevoll begleitet haben. Emily ist mittlerweile tot.
Bilder (c) Claudia Veit FB Link: https://www.facebook.com/groups/666975287047706/

Meine Zeilen zum Tod der kleinen Emily, durch Misshandlung, haben viele Menschen erschüttert, betroffen und auch wütend gemacht. Leider ist es mir nicht möglich, auf die unzähligen Kommentare einzeln zu antworten. Hier der Versuch, die meist gestellten Fragen zu beantworten:

1. Ist das wirklich so passiert?
Ja, leider ist es die nackte Wahrheit, nur anschaulicher geschildert, „Emilys“ sind normalerweise keine Schlagzeile wert! Jeden Tag werden in jeder Stadt, wehrlose Tauben gequält. Sie werden gescheucht, gejagt, getreten, vorsätzlich angefahren, als Fussball missbraucht und meist sind es Kinder, deren Eltern lächelnd zusehen, wie ihr Nachwuchs sich auf diese Weise „vergnügt“.

2. Wurde es zur Anzeige gebracht?
Ich weiss nicht, ob es der älteren Dame möglich war, die Taube zu sichern und gleichzeitig die Kinder samt Eltern dazu zu bewegen, auf die Polizei zu warten. Eher Nein. Aber diese Frage kann vielleicht der Verein beantworten, der das arme Tier bis zum Tod in Obhut nahm. Grundsätzlich sind Kinder nicht strafmündig und Tauben/Tiere werden gesetzlich als Sache behandelt. Vermutlich wäre nicht viel passiert, auch bei einer Anzeige 

3. Was für Kinder waren das?
Sollte diese Frage eine Anspielung auf die Herkunft der jungen Täter sein: Mittelstand, „gutbürgerlich“. Das massive Problem der Taubenquälerei zieht sich durch sämtliche Schichten, Ethnien und Altersklassen. Vorurteile sind hier fehl am Platz.

4. Was kann man tun?
Bitte seid aufmerksamer!
Bitte unterstützt die Vereine, die sich ehrenamtlich um Tauben kümmern, die die einzige Anlaufstelle sind, wenn solche Dinge passieren.
Bitte schenkt den Tauben eure Stimme und schreitet ein, sobald wieder einmal Eltern ihre Kinder gewähren lassen, wenn Tauben gejagt oder gequält werden.

(c) Bild: Taubennothilfe PetOps e.V. Hildesheim,