Aufreger, Lifestyle

Ist das Kunst oder kann der Dreck weg?! VORSICHT, SATIRE!!!!

Nachdem die Auftritte der Punkbands in Chemnitz üer 65.000 Menschen mobilisiert haben, für eine gute Sache einzutreten und die Stimme zu erheben, habe ich auch ein Lied geschrieben, es richtet sich gegen Gewalt und Tierleid und wirbt für mehr Toleranz und Liebe und ich bin mir sicher, dass mit diesen Zeilen endlich jedem klar wird:
Wir wir müssen einfach friedlicher und achtsamer miteinander umgehen.
Inspiriert dazu wurde ich übrigens durch die Textvorlagen von Feine Sahne Fischfilet und K.I.Z. , denn sie haben mir vorgemacht, wie die Lyrik erfolgreicher Protestsongs gegen Hass und Gewalt und menschenverachtendes Gedankengut aussehen muss, damit man die Menschen erreicht, vom Bundeskanzler empfohlen wird und im Livestream der großen Sender läuft.
Dass ich da vorher nie drauf gekommen bin!
Danke an dieser Stelle, den feinsinnigen Dichtern der anspruchsvollen Lyrik der Hasslieder.
Wir haben so viele Künstler und Bands, die wirklich singen können und die mit ihrem Auftritt wirklich ein lautes und klares Signal gegen RECHTSEXTREMISMUS, gegen HASS und für Toleranz hätten setzen können…ohne dabei neuen Hass zu verbreiten. Aber man entschied sich für andere, warum auch immer… Ganz am Ende des Blogs ist eine Kostprobe, falls ihr die Texte, die dort vorgetragen wurden, nicht kennt…
Obwohl mir bei aller Anstrengung nicht gelungen ist, so sinnfrei und menschenverachtend zu texten, wie die Vorlagen… ich bin gespannt, ob der Bundespräsident auch meinen Text für ein Konzert empfiehlt.  (*hoffnungsvoll*) ❤ 
VORSICHT SATIRE !!!!
„Eingezwängt in Stahl und Gitter,
ohne Hoffnung ohne Recht
warten sie auf meine Stimme,
seh ich ihr Leiden wird mir schlecht,
muss ich weinen, schreien, rotzen,
möcht´ich vor Lobbytüren kotzen.
Ich scheiss auf Sitten, auf eure Werte,
ihr seid ein Schandfleck für die Erde
Hey du mieses Schlachterschwein
ich komme zu dir heut Nacht,
dann steck ich dir mein Messer rein
und schlacht´ dich einfach ab.
Dann spritzen Blut, Gedärm und Hoden,
auf den weißen Kachelboden.
Hey, hey, hey … Gerechtigkeit…mit dem Messer gegen Leid!
Schlag den Lobbys in die Fresse,
hau die Fenster ein, der Presse,
bis sie endlich Eier zeigen,
der Industrie die Meinung geigen.
Hey, hey, hey… Gerechtigkeit… mit Faust und Steinen gegen Leid.
Schmeiss Bomben drauf, wo Tiere leiden
Sadisten zuckende Körper zerschneiden,
dann frag ich sie, wie gut das tut,
und lösch sie aus, die miese Brut.
Hey hey hey…Gerechtigkeit…mit der Zündschnur gegen Leid.
Ich hab in der Schule fleissig gelernt…
Ich hab in der Schule fleissig gelernt…
Brauch kein Pferd, und auch kein Affen
lass euch in eigne Spiegel gaffen:
Erkennt ihr eure Wut, den Hass?
Wer solche Scheisse hypt ist krass.
Wer denkt mit solcher Art Satire
etwas zu schaffen, für die Tiere
verwechselt Kunst mit Müll und Gülle.
Sein Haupt in Sack und Asche hülle!!!!
MEINE AUFRICHTIGE ENTSCHULDIGUNG AN ALLE, FÜR DIE UNSÄGLICHE SPRACHE.
Aber mir war wichtig aufzuzeigen, wie man es bitte NICHT machen sollte, wenn man sich ein Quentchen Anstand und Werte bewahren möchte. Wenn man nicht möchte, dass Kinder solche unsäglichen Textzeilen mitgröhlen.

ICH DISTANZIERE MICH AUSDRÜCKLICH VON DIESEN ZEILEN, SIE SOLLTEN EINZIG ALS ANSCHAULICHES BEISPIEL DIENEN, WIE DEGENERIERT UNSERE WAHRNEHMUNG MITTLERWEILE IST, DENN WESENTLICH WIDERLICHERE TEXTZEILEN WURDEN VON 65.000 KRITIKLOS, JA SOGAR FRENETISCH, GEFEIERT…FÜR DEN GUTEN ZWECK…ICH FAND DAS SEHR VERSTÖREND!

Übrigens brachte ich es nicht einmal in einem ausdrücklich gekennzeichneten Satire Beitrag übers Herz, Polizisten mit Hassnamen zu versehen, wie das in den Songtexten auf dem #wirsindmehr Konzert der Fall war. Das ist so ein Grundsatzding….Werte…Verfassung und so, auch wenn das heute für die Meisten keine Rolle mehr spielt. Man möge mir diese Unterlassung bitte nachsehen…andere sind da nicht so kleinlich..
Über die Band „Feine Sahne Fischfilet“ hieß es in einem Verfassungsschutzbericht:
…“sie spreche „ihrem politischen Gegner das Recht zur Ausübung der genannten Grundrechte schlicht ab“. Zwischen 2009 und 2016 gab es zudem 16 Ermittlungsverfahren gegen Bandmitglieder, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Raub und Nötigung. Und diese Band sollte nun also ein „Zeichen gegen Gewalt“ setzen. Ausgerechnet. Und nicht nur die…“
(Philippe Debionne, Berliner Zeitung)

Hier ist einer der Texte, die tatsächlich auf dem Chemnitzer Konzert vorgetragen wurden, Zeilen die frenetisch mitgesungen wurden, auch von Jugendlichen, bei denen ich mir nicht wirklich sicher bin, in wieweit sie Kunst und Satire unterscheiden können…

„…Ich mach Mousse aus deiner Fresse
Boom verrecke
Wenn ich den Polenböller in deine Kapuze stecke
Die halbe Schule war querschnittsgelähmt von mei’n Nackenklatschern…
…..Ich ramm die Messerklinge in die Journalistenfresse…

…Trete deiner Frau in den Bauch, fresse die Fehlgeburt…

…Sei mein Gast, nimm ein Glas von mei’m Urin und entspann dich…

Ist eine Frau nicht nackt, dann beschmeiss ich sie mit Scheine
Macht sie sich dann nackt, dann beschmeiss ich sie mit Steine

…Wenn wir wieder da sind, Vierer mit Tommi und Annika
Vom Speed sieht uns’re Pisse, mittlerweile aus wie Sangria…

…Eva Herman sieht mich, denkt sich, was’n Deutscher
Und ich gebe ihr von hinten, wie ein Staffelläufer
Ich fick sie grün und blau, wie mein kunterbuntes Haus
Nich alles was man oben reinsteckt kommt unten wieder raus…

Ich war in der Schule und habe nix gelernt
Doch heute habe ich eien Affen und ein Pferd…

…Ich rasiere mein Äffchen und lass es anschaffen
Tret so lange auf dein Kopf bis vier und drei acht machen
Die Missgeburt vom Jugendamt wird sich eine Kugel fangen…

…In der Schule hatte ich eine eins im Tiere quäl’n
Nach meinem Uppercut kannst du dein Arsch ohne Spiegel seh’n…

…Ich hoff, dass ihr bald alle abhaut in die Staaten
Zum Geburtstag wünsche ich mir, dass ihr aufhört zu atmen…“

( Auszüge aus dem in Chemnitz vorgetragenen Liedertext: „Ein Affe und ein Pferd“ von K.I.Z)

 

Ich für meinen Teil, setze  lieber andere Zeichen gegen Rechtsextremismus, gegen Gewalt  und Hass, denn wer mit Schmutz wirft, wird zwangsläufig immer auch selbst schmutzig, … Ich stehe entschieden gegen Brauntöne, ganz gleich, aus welchem politischem und ideologischem Gülletopf  sie stammen…ganz gleich, ob sie stahlblau oder schillernd bunt verpackt wurden…
Peace. ❤
Aufreger

Wer hat mein Land so zerstört?

Mein Deutschland gibt es nicht mehr

Es war ein Land, wo einst jeder, der gearbeitet hat, so viel verdiente, dass er eine Familie ernähren konnte. Ich gebe die Schuld, dass das heute anders ist, übrigens nicht in erster Linie den Unternehmern, die in vielen Fällen selbst geknebelt und geknüppelt durch 1000 irrwitzige Bestimmungen und ausgezogen bis aufs letzte Hemd ums Überleben kämpfen müssen sondern den Politikern, die durch eine gigantische Verwaltungskrake, exorbitante Steuern und künstlicher Verteuerung von Energie, Wasser und Abgaben unser aller Leben dramatisch verteuert haben und die uns durch dubiose Bankenrettungen, Subventionen und Geschenke an die halbe Welt, in eine unverantwortliche Verschuldung gestürzt haben, für deren Folgen noch unsere Enkelkinder büßen müssen.

Es war ein Land mit einer Grenze und mit Grenzen. Wer in diesem Land leben durfte, war genauso reglementiert wie die simple Tatsache, wer sich wie zu benehmen hatte, damit er bleiben kann. Überhaupt musste sich ungeachtet der Herkunft oder der Religion jeder an Regeln halten. Sie wurden auch nicht immer eingehalten aber sie galten grundsätzlich für alle. Wir waren gastfreundlich und offen aber Toleranz war keine aufgezwungene Einbahnstraße. Zusammenleben funktionierte irgendwie stressfreier, angefangen vom Kindergarten (keine Extrawürste), bis hin zu Schwimmbad, öffentlichen Veranstaltungen und auch im Straßenverkehr.

Man wusste noch, was eine Rettungsgasse ist, dass man nicht auf am Boden liegende einschlägt, dass Polizisten und Rettungskräfte tunlichst nicht anzugreifen sind, denn sonst gab es harte Konsequenzen. Ladendiebstahl und Schwarzfahren waren genauso wenig toleriert wie Pöbeleien, Schmierereien und andere Unverschämtheiten, die heute geduldet werden…weil man angeblich sowieso nichts dagegen tun kann.

Es war ein Land, wo man arbeiten musste, um zu leben. Nur diejenigen, die das nicht konnten, wurden unterstützt. Heute zahlen die Dummen, die weiterhin arbeiten, so ziemlich alles für so ziemlich jeden. Nur die Leistungsträger selbst werden in die Altersarmut abstürzen und bald um Taschengeld und Ratenzahlung bei ihrem Gebiss betteln. Wer in Rente ging, hatte früher meist ausgesorgt. Heute muss er sich sorgen.

Wir waren wohl keine Gutmenschen und sorgten uns auch nicht um die Gefühle von Straftätern und um die maroden Finanzen der halben Welt aber wir schafften es trotzdem, dass es den Allermeisten in diesem Land an nichts fehlte, wir transferierten trotzdem Geld und Hilfe an unsere Nachbarn und in die Dritte Welt. Irgendwann ging wohl der Überblick und das Augenmaß verloren.

Wir fanden es nicht lebenswichtig, Kinder bereits im Kindergarten über bestimmte Sexpraktiken anschaulich zu informieren aber jedes Kind wusste ungefähr, wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt, dass Fleisch nicht auf den Bäumen wächst und auch, dass ein Auftritt in einer Daily Soap oder im Schmuddel TV nicht unbedingt eine solide Lebensgrundlage bietet.

Dieses Land hat sich verändert…und ich muss zugeben, es gefällt mir nicht. Teilweise widert es mich sogar an, beständig belogen, bestohlen, betrogen und neuerdings auch noch gegängelt zu werden.

Ich bin kein Gutmensch aus dem neuen Anforderungskatalog für den perfekten Bürger und möchte es auch nie werden.
Wer masst sich an, mir vorzuschreiben, dass ich das sein müsste?
Es gibt Menschen die ich mag und Menschen, die ich nicht mag und es gibt Dinge, die einer Gesellschaft und der sozialen Entwicklung förderlich sind und es gibt Dinge, die den Karren vor die Wand fahren. Die möchte ich weiterhin klar benennen dürfen. Auch das hat sich dramatisch geändert.

Es wurde bereits viel zu viel zerstört, dem zukünftige Generationen noch traurig nachweinen werden, wenn wir ihnen erzählen, wie dieses Land einst war

…wie frei…

Wie Zusammenleben einst funktioniert hat und auch … wie wohlhabend wir einst waren, ehe ein paar blindwütige Politiker und die einzig auf „Gutmensch oder Feind“ eingeschworene Medienlandschaft mit aller Gewalt und ohne jeden Plan, die Welt- und Gesellschaftsordnung ändern wollten, deren Spielregeln sie nicht kannten und offensichtlich auch nicht deren Buchhaltung.
Sie haben mein Land zerstört.

Ich bin Weltenbürger, Europäer und hatte dazu noch das große Privileg, in einer Gesellschaft aufzuwachsen und zu leben, die auf einem sehr guten Weg war. Gerne habe ich meinen Teil dazu beigetragen. Irgendwie hat es dann doch nicht funktioniert. Dieses Land und diese Gesellschaft hat sich nicht zum Vorteil entwickelt. Wirklich nicht!

Oh ich vermisse mein Deutschland 

Aufreger

Warum ich die Nationalität eines Mörders manchmal doch nicht irrelevant finde

Es gibt nichts schrecklicheres, als einen engen Angehörigen zu verlieren. Der Super GAU des Lebens ist für Eltern nicht der eigene Tod sondern der des Kindes. Daher versuchen alle Eltern ihre Kinder zu schützen. Überall auf der Welt und immer.

Zum Teil helfen auch Gesetze dabei, verschiedene Risiken und Gefahren abzuwenden. Helme auf dem Fahrrad, Gurt im Auto, kindersichere Sitze, die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente nur von Medizinern oder auch die vorgeschriebene Absicherung an Baustellen… all das sind Regeln und Gesetze, die der Staat erlassen hat, uns zu schützen und über deren Einhaltung er streng wacht.

Es gibt einige Risiken, vor denen wir unsere Kinder nicht schützen können. Neben Krankheit und Unfällen sind auch unsere Mitmenschen in manchen Fällen ein potentielles Risiko. Vergewaltigung, Körperverletzung, Mord.., Dinge, die wir uns am liebsten gar nicht vorstellen möchten, so schrecklich ist der Gedanke, dass jemand vorsätzlich das Liebste was wir haben, verletzten oder gar töten könnte.

Würde der Staat morgen einfach die Vorgabe außer Kraft setzen, dass nur diejenigen ein Fahrzeug führen dürfen, die den Führerschein haben und jemand, den wir lieben, würde dann das Opfer eines Unfalls… Jemand hat diesen Unfall verursacht, der eigentlich gar kein Fahrzeug führen dürfte,  der nie am Steuer gesessen wäre, wäre diese (sinnvolle) Vorgabe weiterhin zwingend vorgeschrieben, …dann wären wir sicher aufgebracht und würden argumentieren, dass es verantwortungslos und riskant ist,  dieses Gesetz außer Kraft zu setzen und damit alle anderen Verkehrsteilnehmer einem erhöhten Risiko auszusetzen.

Wenn dann jemand auf die Idee käme, zu sagen:

Aber es passieren doch immer schon Unfälle,  selbst wenn jemand den Führerschein hat. Was soll die Aufregung?

Wäre das dann eine gute Argumentation?

So ergeht es gerade den Angehörigen der Opfer, die nur deshalb Opfer wurden, weil Menschen in diesem Land sind, die entweder nach geltendem Recht gar nicht hier sein dürften oder längst abgeschoben sein müssten. Menschen, die ein faires Asyl Verfahren hatten und deren Bescheid abgelehnt wurde. Die teilweise eine beängstigende Anzahl Straftaten auf dem Gewissen haben…behördlich bekannt…und die trotzdem frei herum laufen dürfen.

Ist es dann auch hier eine gute Argumentation, den Angehörigen dieser Opfer zu erklären, dass es immer schon Straftaten und Gewalt gab?

Es ist nicht irrelevant, ob ein Straftäter sich widerrechtlich im Land aufhält, und daher manchmal auch nicht, welche Nation er hat. Denn ein Teil der Morde/Vergewaltigungen/Körperverletzungen der letzten Jahre, wäre bei Anwendung der geltenden Gesetze nie passiert. Die Täter wären nie zu Tätern geworden, …weil sie eigentlich nach geltendem Gesetz nie mit dem Opfer in Berührung gekommen wären. Eine Gefahr, die man hätte abwenden können..müssen… was diese Straftaten von all denen, die leider nicht verhindert werden können, deutlich unterscheidet.

Mir erschließt sich nach wie vor nicht, was es mit Rassismus zu tun hat, wenn man in Erwägung zieht, dass viele Straftäter gar nicht im Land sein dürften und auch, dass daher viele Verbrechen zu verhindern gewesen wären. Für die Betroffenen macht das sehr wohl einen Unterschied und erschwert die Trauer und die Akzeptanz einer traumatischen Erfahrung oder eines schrecklichen Verlustes

Sie sagen, hätte ihr Staat sie geschützt und geltendes Gesetz umgesetzt, wären viele Straftaten nicht passiert. Der gleiche Staat, der keinerlei Probleme damit hat, Menschen wegen Versäumnissen bei der GEZ oder für minimale Mengen Cannabis hart zu bestrafen,  hat nicht reagiert.  Ich kann sie sehr gut verstehen.

Ich bin selbst aktiv in der Flüchtlingshilfe tätig, weil ich finde, wir sind moralisch in der Verpflichtung, Kriegsflüchtlingen die Chance auf Sicherheit und eine Zukunft zu gewähren. Es ist mehr als bedauerlich, dass mittlerweile alle in Sippenhaft für Verbrechen einer eingewanderten Minderheit an Straftätern genommen werden. Aber wer hier um Schutz bittet und auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung alles erhält, was er für einen Neustart oder den Lebensunterhalt benötigt…der sollte auch schutzbedürftig sein und verinnerlichen, dass es keine so gute Idee ist, im Gastland oder der neuen Heimat Gewalt und Schrecken zu verbreiten. Davon haben wir seit jeher bereits selbst genug.

Jedem der in dieses Land kommt und um Asyl bittet, schenken wir einen Vertrauensvorschuss und offene Türen. Ein faires Anhörungsverfahren und die Chance in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Wer all das mit Straftaten belohnt, ist keine Bereicherung für unsere Gesellschaft und die Toleranz dieses Verhaltens ist nicht bunt sondern brandgefährlich! Es ist die beste Wahlwerbung, die sich eine rechte Partei nur wünschen kann und fördert die Spaltung in der Gesellschaft. Wollen wir das wirklich?

 

Aufreger, Seelenmarzipan

Leben mit einer chronischen Erkrankung … ihr habt keine Ahnung!

Fast jeder von uns kennt das unschöne Gefühl, mit heftigen Kopfschmerzen den Tag zu überstehen, die Wundschmerzen nach einer Verletzung, das elende Befinden während einer Grippe. All das sind Befindlichkeiten, die sich jemand mit einer chronischen Erkrankung herbei sehnen würde. Denn selbst wenn sie noch so unangenehm sind…sie gehen im Normalfall wieder vorbei. Mit ein bisschen Standvermögen, ein paar Helferlein und Geduld wandeln sich diese Phasen in den Zustand, den sich alle chronisch Kranken herbeisehnen, wie kaum sonst etwas auf der Welt…in normale Tage. Tage mit guten und weniger guten Ereignissen, Tage mit mehr oder weniger Energie, aber immer Tage, in denen man größtenteils ohne Beschwerden seine Kreise zieht und in der Kraft ist, im günstigsten Fall sogar schmerzfrei.

Ich weiß nicht, was mich am meisten im Umgang mit chronischen Erkrankungen stört. Neben der Tatsache, dass mein Leben wegen der dadurch erzwungenen Kompromisse nur noch ein müder Abklatsch des eigentlichen Entwurfes wurde, hasse ich mehr als alles andere, das Unverständnis aller Gesunden. Sie halten uns nämlich für schwach und wehleidig und sparen nicht mit guten, meist trivialen oder nicht umsetzbaren Ratschlägen. Sie geben mir oft das Gefühl, als wäre mir mit ein wenig mehr Anstrengung, ein wenig mehr gutem Willen doch möglich, zu tun oder zu leisten, was sie von mir erwarten… als ob ich es selbst in der Hand hätte, wieder gesund zu werden und mich nur zu dumm anstelle.  Sie wissen nicht oder ignorieren, dass jeder, der mit einer chronischen Erkrankung sein Leben meistert, jeden Tag aufs neue  kämpft, alles, aber auch alles versucht hat, um seinen quälenden Zustand zu verbessern, jeden Tag aushalten muss, was Otto Normalverbraucher nicht nachempfinden kann.

„Iss endlich wieder einmal Schweinsbraten und trink einen großen Schnaps, dann geht es dir besser…das ist alles, was dir fehlt…“

Diese, liebevoll gemeinten Worte meines Vaters schnitten mir jedesmal ins Herz. Ich vertrage das eine nur in sehr dosierten Mengen, das andere gar nicht und möchte es auch nicht mehr. Gut gemeint, aber diese Worte klangen wie Hohn in meinen Ohren, da ich ihm gefühlte 1000 Mal erklärt hatte, dass meine Leber bedingt durch einen Gendefekt mit Schadstoffen aller Art sehr zu kämpfen hat und mich ein Schnaps Tage aus der Bahn werfen kann, wenn es dumm läuft und wenn ich sowieso gerade wieder kämpfe. Ein kleiner Satz, der mir immer das Gefühl gab, wie wenig auch in der Familie verstanden wird, wie ich selbst mit den trivialsten Dingen des täglichen Lebens haushalten muss und auch und besonders…dass ich für einen Hypochonder gehalten werde.

„Mach doch einfach mal Urlaub…“

Sie wissen nicht, dass ich, genau wie jeder andere mit einer chronischen Erkrankung bis an die Grenze meiner Möglichkeiten agiere und meist darüber hinaus. Aber es ist nie genug. Es wird immer Limits geben, die zu akzeptieren eine große Herausforderung ist. Wir sind allein gelassen damit, in einer Gesellschaft, die Perfektion als höchstes Ziel gesetzt hat und in einer gnadenlosen Maschinerie des Gesundheitssystems, das eigentlich ein Krankheitssystem ist.

Wehe dem, der nicht mithalten kann oder dazu gezwungen wird, sich diesem System der kalten und oft höchst schädigenden Massenabfertigung auszuliefern. Nicht mehr die Jahreszeiten und die Urlaubsplanung bestimmen den Terminkalender sondern wochenlanges warten auf Arzt-Termine oder Untersuchungen, Hoffnung und Enttäuschung über neue Versuche der Linderung, Abfertigung im 2 Minuten Takt, Symptom-Bekämpfung mit aggressiven Medikamenten, ohne die Ursachen der Krankheit zu Hinterfragen und als Sahnehäubchen die beliebte Psychoschiene für jede, aber auch jede Erkrankung.  Mittlerweile werden Psychopharmaka, Cortison, Schmerzmittel und co verteilt, wie Drops, Sie nutzen einzig der Pharmaindustrie, den Chronisch Kranken würden nur ganzheitliche Behandlungsansätze helfen. Vorausgesetzt, der Erkrankte kann sich diese (privat finanzierte) Form der Behandlung leisten. Pech für alle anderen!

Chronische Erkrankungen sind gemeine Diebe. Sie stehlen Leistungskraft, Lebensfreude,  und Gute Laune, sie rauben wertvolle Lebenszeit, soziale Kontakte, Selbstsicherheit aber vor allem die Stabilität, wenn man nicht sehr aufpasst.   Es mag so manchen überraschen, aber für viele Schmerzen und viele Missempfindungen und Einschränkungen gibt es nicht DAS passende Medikament und wenn es existiert, darf man es nur in gewissen Dosierungen einnehmen, ohne ernste Organschäden zu riskieren. Das bedeutet im Klartext, jede Schmerzerleichterung, jede Cortisoneinnahme, jedes Medikament hinterlässt seine Spuren. Chronisch Kranke wissen das. Gesunde nicht.

„Stell dich nicht so an! Denk doch nicht immer daran! Du musst positiv denken. Es ist alles eine Sache der Einstellung!… „

Gesunde wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn jede Verabredung, jeder Urlaub, jeder Arbeitstag , manchmal die einfachsten Dinge im Haushalt zu einem Wagnis werden.

Kann ich es schaffen? Wird mein Körper mir diesmal erlauben zu tun, was ich so gerne möchte oder so dringend muss…oder wird der Schmerz, die Schwäche, das Herz, die schmerzenden Gelenke, der Durchfall, der Schwindel, die Behinderung, der Krankenhausaufenthalt…mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen? Was passiert, wenn ich schon wieder absage/nicht zur Arbeit erscheine/die einfachsten Aufgaben nicht erfüllen kann?

Wie wird es weiter gehen, mit meiner Erkrankung? Werde ich daran sterben? Mit wieviel Einschränkungen muss ich noch rechnen? Wird es wieder schmerzhafte Untersuchungen, bedrückende Krankenhausaufenthalte, angstvolles Warten auf Tests und Diagnosen geben…

„Sei doch mal locker…lenk dich mit etwas Schönem ab. „

Zusätzlich zu den mehr oder weniger großen Einschränkungen, Schmerzen und Ängsten sorgen sich fast alle chronisch Kranken auch um das finanzielle Überleben. Nicht nur der Verdienstausfall ist problematisch. Gerade bei chronischen Erkrankungen hat die Schulmedizin wenig zu bieten. Oftmals verursachen die Medikamente, die wenn schon nicht heilen dann zumindest lindern sollen…große Kollateralschäden und heftige Nebenwirkungen. Die Kassen übernehmen jedoch nur die Kosten der Schulmedizin. Alle anderen Heilverfahren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe fast alle meine Ersparnisse in die Hilfe durch natürliche Heilverfahren investiert, sonst könnte ich heute diese Zeilen nicht mehr schreiben. Die Schulmedizin hätte mich längst umgebracht. Dafür macht die Naturheilkunde mich arm. Gesund machen mich beide nicht.

Chronisch Kranke sind anstrengend, sie sind unzuverlässig, oftmals nicht heiter und unbeschwert, sie sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, weil sie Dinge gesehen und erfahren haben, die niemand erfahren möchte und die meisten Menschen zum Glück auch niemals erfahren werden. Chronisch Kranke werden oft als schwach wahrgenommen, dabei sind sie stärker, mutiger und ausdauernder als jeder Gesunde.

Leben mit einer chronischen Erkrankung ist für jeden Betroffenen anders. Im Alltag versuchen die meisten, ihre Erkrankung und deren Folgen zu verbergen – sofern dies möglich ist.

Immer hilft eine positive Einstellung, Mut und der Wille, aktiv daran zu arbeiten, den Status Quo zu verbessern, Lebensqualität erhalten oder vielleicht auch durch Änderungen der Lebensführung irgendwann Heilung zu erfahren.

Irgendwann morgens aufwachen und sich ganz normal fühlen…ein frommer Wunsch für die meisten chronisch kranken Menschen. Trotzdem versuchen wir es jeden Tag wieder.

Solltet ihr diese Zeilen lesen und selbst nicht davon betroffen sein:

Es ist nicht euer Verdienst. Ihr habt einfach Glück! Seid dankbar dafür und ein wenig verständnisvoller allen gegenüber, die dieses Glück nicht hatten!

 

Aufreger, Tierschutz

Ohhh, wie niedlich! Tierquäler Videos im Internet

Ooooh, wie niedlich…. Nein! Wie grausam!

Tiervideos und Bilder sind seit jeher der Renner im Internet. Schlecht gelaunte oder tollpatschige Katzen, Hemdchen tragende Hunde, Tiere die etwas außergewöhnliches tun oder außergewöhnlich aussehen. Millionen User lieben diese vermeintlich niedlichen Tier-Clips und leiten sie an ihre Freunde weiter.

Dabei steht sehr oft Krankheit,Todesangst oder Zwang dahinter.
Die Tiere leiden für die Aufnahmen oft Qualen oder verhalten sich aufgrund einer Erkrankung wesensfremd.

Mir ist unverständlich, wie man sich darüber amüsieren kann, dass Katzen sich vor Gurken erschrecken oder ein kleiner Sand-Frosch quietscht wie ein Gummi-Tier. (Ein Ausdruck für Todes-Ängste des Frosches).

Es ist auch weder lustig noch niedlich, wenn Halter ihre Tiere in Kleidung stecken. Die Katze im Hai-Kostüm oder der Hund im Anzug sehen für Menschen vielleicht lustig aus, doch es ist wider ihre Natur. Und die „lustigen“ Schühchen Videos oder die ekelhaften „aufrecht laufende“ Hunde Filmchen wurden den Tieren teilweise nachweislich eingeprügelt.

Eines der widerlichsten Beispiele war für mich ein Pakarana, der bei der vermeintlichen Körperpflege gezeigt wird. Im Internet kursiert das Video als „duschende Ratte“
Das Tier versucht verzweifelt, den Körper wieder von der unbekannten Substanz zu reinigen. Das Tier empfindet in dieser Situation ganz sicher keinen Spaß, sondern extremen Stress. Trotzdem wird Millionenfach gelikt und geteilt.
Auch ein Äffchen in der Küchenspüle „beim Geschirrspülen“ fand viel Zuspruch, wer genauer hinsah, konnte die Kette sehen, die das arme Tier dort fixierte. Es handelte sich um eine üble Dressur!

Das Problem dabei ist, dass es durch den großen Zuspruch beständig mehr Nachahmer gibt, die ihre Haustiere für solche Videos oder Bilder quälen/stressen/missbrauchen.

Durch das unbedachte Liken und Teilen der vermeintlich niedlichen Tier-Videos wird der Ansporn beständig größer, immer mehr davon zu produzieren.

Da auch auf meinem Newsfeed beständig solche Filmchen auftauchen, noch einmal die inständige Bitte:
Denkt nach, ehe ihr einen Smiley setzt und teilt!!!

Ist das Tier vielleicht einfach nur krank?
Ist es wirklich lustig, was da passiert?
Würdet ihr eurem Tier das Gleiche zumuten?
Ist es realistisch, dass ein Tier freiwillig und entspannt tut, was im Video gezeigt wurde?
Unterstützt ihr auf diese Weise vielleicht Tierquälerei?

Ich teile grundsätzlich keine solchen Videos mehr, denn diese Filmchen und Bilder dienen einzig nur der Sensationsgier und Selbstdarstellung der Ersteller. Nicht lustig oder niedlich sondern abstoßend!

Aufreger, Tierschutz

Der Weihnachtskarpfen in der Badewanne

Viele der liebevollen Erinnerungen an meinen Vater haben mit Essen zu tun. Er war ein begnadeter Koch  und seine größte Freude bestand darin, die Familie mit leckerem Essen zu versorgen und zu verwöhnen. An Festtagen stand er stundenlang in der Küche und zauberte die typisch bayrischen Festtagsmenüs aus dem Ärmel. Er liebte Tiere, wie wir alle in der Familie, aber in den 60er Jahren waren „Nutztiere“ noch nicht als fühlende Lebewesen im Bewusstsein verankert und so kam es, dass am Tag vor dem heiligen Abend traditionell in der örtlichen Fischhandlung ein „Weihnachtskarpfen“ aus dem großen Bassin ausgewählt wurde. Man suchte sich den kräftigsten und damit ergiebigsten Karpfen aus der Menge heraus. Er wurde mit einem Köcher aus dem Becken geholt, in eine Plastiktüte mit Wasser gesteckt, die Tüte wurde zugeknotet, und damit der Fisch auch wirklich frisch auf den Tisch kam , wurde er anschließend Zuhause in der Badewanne „aufbewahrt“, bis ihm ein Schlag auf den Kopf den Gar aus machte, er ausgenommen wurde und dann mit Zwiebeln und leckerem Sud in der Terrine am Tisch landete.

Ich sehe die Badewanne in dem schwarz-weiß gekachelten Bad noch vor mir, den Fisch, wie er im Wasser schwamm. Ich  denke, ich versuchte sogar, ihn zu streicheln. Ich war noch sehr klein und konnte die Gefühle nicht einordnen, aber irgendwie fühlte es sich falsch an, ihn morgen aufzuessen. Offensichtlich hatten an diesem Weihnachtsfest auch meine Eltern das Gefühl, dass es sich falsch anfühlte, den Fisch zu töten. Vielleicht weil wir Kinder Bezug aufgebaut hatten, ich ihm einen Namen gegeben hatte, vielleicht weil sie selbst mehr und mehr Empathie entwickelten und begannen, Traditionen in Frage zu stellen. Vielleicht beides, ich habe es vergessen und meinen Vater kann ich leider nicht mehr fragen. Aber ich weiß, dass es an diesem Heiligabend Linsensuppe gab und der Karpfen in einem Fischweiher im nahe gelegenen Wald die Feiertage verbrachte und sehr wahrscheinlich noch viele Tage danach. Es ist mittlerweile 50 Jahre her, seit ich intuitiv, ohne jede wissenschaftliche Studie begriffen hatte, dass Karpfen fühlende Lebewesen sind, Schmerzen empfinden und leiden können. Mittlerweile belegen wissenschaftliche Studien, was eine Fünfjährige ohne Mühe erkennen konnte. Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung verfügen über dieses Wissen leider noch nicht.

Offensichtlich hat sich dieses Wissen trotz aller wissenschaftlichen Belege nach wie vor nicht überall herumgesprochen, anders kann ich mir den unsäglich empathielosen und dümmlichen Artikel nicht erklären, der kürzlich  in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war. Es ging um Karpfenzucht und zur Auflockerung wurde von der Züchterin  eine „heitere Anekdote“ zum besten gegeben. Eine Geschichte, die weder unterhaltsam noch heiter war sondern erbärmlich. Tierquälerei, Grausamkeit und Folter in ihrer reinsten Form.

„Die Fische von der Ertl-Zucht sind so frisch, die zappeln noch, wenn man sie in den Kofferraum legt. Einen Weihnachtskarpfen aus Lochhausen sollte man deshalb tunlichst mindestens fünf Stunden liegen lassen, bevor man ihn zubereitet. Sonst kann es passieren, dass er aus der Pfanne hüpft. Chefin Simone Wiesinger (Foto: A. Schellnegger) erzählt bei dieser Gelegenheit gerne die Anekdote von einem Kunden, der einen bei ihr gekauften Fisch trotz Warnung sofort in die Röhre schob. „Im Backofen zappelte der Fisch dann so herum, dass die Ofentür aufging und er auf dem Boden landete.“ Das Festessen war beendet, bevor es begann.“(Quelle: Süddeutsche Zeitung. Der Link zum vollständigen Artikel ist am Ende des Betrags eingefügt)

„Karpfen sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten“ so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Sie leiden, wenn man sie aus dem Wasser holt, wo sie sich weder bewegen noch atmen können.“ Inzwischen ist es eindeutig wissenschaftlich erwiesen, dass Fische Stress und Schmerz empfinden.
Wie wir Menschen sind auch Fische Wirbeltiere, die ihre Schmerzen äußern, wenn auch für den Menschen nur schwer verständlich. Außerhalb des Wassers schnappen sie unübersehbar nach Luft, sie winden sich und zappeln, was deutlich aufzeigt, dass sie Schmerz empfinden und unter starkem Stress stehen. Das  Schmerzempfinden von Fischen ist dem Schmerzempfinden anderer Wirbeltiere sehr ähnlich. Jeder einzelne Fisch, der aus den Tiefen des Meeres in die Atmosphäre gezogen wird, leidet unvorstellbare Qualen: Aufgrund des enormen Druckunterschieds zwischen Wasser und Land reißt seine Schwimmblase, der Magen quillt ihm aus dem Mund und die Augen aus den Höhlen, während er langsam und qualvoll über Minuten oder Stunden erstickt. Tierschutz oder Mitleid ist ein Fremdwort in der Fischerei,  viele Fische leben noch und sind bei Bewusstsein, wenn sie aufgeschnitten und ausgenommen oder gar lebend auf Eis gelegt werden.

Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]

 

[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

 

Aufreger, Tierschutz

Gebt uns eure Stimme…Warum ich diese Wettbewerbe hasse!

Wer kennt sie nicht auf Facebook, die 1001 Bettelposts? Es geht um Tiere, die sterben wenn nicht gespendet, geimpft, operiert, kastriert oder gefüttert wird. Sie kommen aus aller Herren Länder und sind meist der erste Eindruck, den ein Facebook Nutzer von der Szene hat.

Wer kennt sie nicht, die tollen Wettbewerbe, bei denen Firmen durch die Hintertüre Werbung erhalten, Adresse oder Telefonnummern generieren und zur allgemeinen Belustigung dann alle Bedürftigen Vereine gegeneinander antreten lassen. Die Resonanz ist meist ausgezeichnet. Fast jeder macht mit, besonders Tierschutzvereine.

Was bleibt Menschen auch viel anderes übrig, die in Ländern leben, in denen Otto Normalverbraucher selbst nicht das Notwendigste hat, um in Würde zu überleben, wo Krankenhäuser und medizinische Versorgung auch für Menschen Luxus sind und mehr Tierelend und Grausamkeit in einer einzigen Straße zu finden ist , als bei uns die meisten in ihrem Leben je sehen werden. Was bleibt ihnen anderes übrig, als nach jedem Strohhalm zu greifen, wenn sie dem Sterben und Leiden nicht mehr länger zusehen können oder wollen?

Mit etwas Glück finden diese Menschen sich in Gruppen zusammen, viele bleiben notgedrungen Einzelkämpfer, weil ihr Herz für Tiere in ihrem Land als exzentrische Neigung angesehen wird, im günstigsten Fall belächelt oder ignoriert, oft aber auch angefeindet und bekämpft. Mit noch mehr Glück wird irgendwo jemand aus einem wirtschaftlich besser gestellten Land auf die Bemühungen aufmerksam und beschließt, zu helfen. So entstehen die meisten Vereine, die im Ausland tätig sind. Es sind Bündnisse, zwischen denen, die vor Ort leisten und denen, die aus der Ferne versuchen, den Nachschub zu ermöglichen. Für mich eine Zusammenarbeit mit der Creme de la creme der Vorzeige Europäer ❤

Die meisten meiner Kontakte sind nicht nur fließend sondern exzellent in Englisch, oft auch in weiteren Sprachen. Sie haben Hochschulabschlüsse und sind vertraut damit, wie man Internet Auftritte erstellt oder komplizierte Reise- und Zollabwicklungen macht. Aber vor allem haben sie das Herz am rechten Fleck und Augen, die wirklich sehen! Sie sind einzig bedingt durch die Umstände, die sie nicht zu verantworten haben, zu „Bittstellern“ geworden. Die Angst, einmal erhaltene Kontakte wieder zu verlieren raubt so manchen von ihnen den Schlaf, denn es bedeutet nicht mehr oder weniger, als den Tod ihrer Tiere, die sie genauso lieben, wie wir unsere Seelentiere zuhause auf der Couch. Auch ich würde für meine geliebten Tiere so so ziemlich alles tun und am Ende tun wir es dann gemeinsam. Und da Unzuverlässigkeit die einzige Konstante ist bei dieser Arbeit, versuche ich für jeden Unterstützer, den wir wieder verlieren,  zwei neue zu gewinnen.  Zwischen allen Ungewissheiten benötigen diese Menschen mehr als alles andere eine Konstante, jemand der nicht nach Laune über Zuwendungen entscheidet, mal hier mal da wechselt sondern ein stabiles Fundament, um etwas von dem immensen Druck und der Belastung zu verringern, die jeden Tag aufs neue Kraft zehrt.

Nichts im Tierschutz ist für die Ewigkeit und so mancher Spender binnen Sekundenfrist bereit, die Lager zu wechseln und die Tiere im Stich zu lassen, wenn ihnen irgendetwas, irgendjemand in der Helferkette nicht gefallen hat, aus Gedankenlosigkeit oder wenn sie schlicht das Interesse verlieren und andere Schwerpunkte setzen. Ich erlebe es jeden Tag aufs neue. Nichts im Tierschutz ist zuverlässig, nur die Gewissheit, dass ohne beständige Hilfe keine Veränderung stattfinden kann, alle im harten Wettbewerb stehen und allein gelassen wurden, von einer Welt und einer Politik mit anderen Schwerpunkten.

Daher hasse ich diese Wettbewerbe, in denen große Firmen die armen Vereine auffordern, um Likes oder Kommentare zu kämpfen. Dem Gewinner winkt Geld. Geld, das alle Teilnehmer benötigen und in  den Beiträgen dazu ist anschaulich ersichtlich, wie verzweifelt alle kämpfen, wie dringend jeder jeden Cent braucht und auch, dass es täglich mehr werden, die um Hilfe für ihre Tiere bitten, ja fast betteln müssen. Mir kommt es immer ein wenig so vor, wie Brotkrümel auf die Straße werfen, für ausgehungerte Vögel, und dann belustigt dem Kampf zusehen. (Eine ganz persönliche Wahrnehmung zu solchen Veranstaltungen, daher bevorzuge ich Projekte auf Augenhöhe, wenn ich bei einem Unternehmen persönlich um Spenden werbe.)

Allein gelassen von Politik und der breiten Öffentlichkeit spielt sich diese Schlacht, denn bei genauer Betrachtung ist es nicht mehr oder weniger, als ein einziger Kampf,  jeden Tag aufs neue ab und alles, worum wir betteln sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wer die Ausgaben  unserer Regierung aufmerksam studiert, der wird den Posten für Tierschutz und angemessene  Hilfe für Straßentiere in der EU schmerzlich vermissen. Diese Aufgabe wird allein uns „Bittstellern“ überlassen.

Aber keiner von uns ist auch nur annähernd ein Bittsteller. Wir werden sehr gerne als solche behandelt und auf den ersten Blick mag es so aussehen… schließlich leben wir von der Hand in den Mund und sind Abhängig von der Laune und Gutwilligkeit unserer Unterstützer….

Genau genommen, sind wir jedoch unentlohnte, hochqualifizierte  Arbeiter, wir  arbeiten gemeinsam an verschiedenen Fronten, mit anspruchsvollem Wissen  und unglaublichem Engagement….

…nicht für uns, nicht für unsere Partner vor Ort sondern einzig für die Tiere! Wir sind nur deshalb gezwungen, beständig zu betteln, an Wettbewerben teilzunehmen und kostbare Zeit mit der Jagd nach Unterstützung und Unterstützern zu verbringen, anstatt sie direkt für die Hilfe zu verwenden, weil Politik und Gesellschaft versagen. Wir tun es mit Stolz und freiwillig für die, die ohne Stimme sind. ❤

Dankeschön an alle, die es gerade wieder mit uns gemeinsam tun, die gerade wieder für uns abstimmen und Zeit investieren, damit im nächsten Winter ein paar Tiere in eisiger Kälte und ohne Unterschlupf satt werden dürfen. Ihr seid so wunderbar!!!! Das einzige, was ich den Wettbewerben abgewinnen kann, ist der klare Blick, den sie mir durch das Abstimmverhalten über jede Community vermitteln, es ist immer gut, sich daran zu erinnern, wer die wirklichen Freunde sind, wenn man sie benötigt… ansonsten würde ich gern darauf verzichten. Die Firmen könnten auch einfach so spenden… nur mal so erwähn  ;-).

Wenn ihr euch für meine Projekte interessiert, die Webseite ist http://www.friedenfuerpfoten.org. Es gibt viele Artikel dazu auf diesem Blog und auf FB treffen wir uns im Freundeskreis SCARS, einfach um Aufnahme bitten, wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserer Community ❤

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