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Hat sich die Gesellschaft verändert? Die Form der Berichterstattung? Oder ich?

Früher war alles besser, hat meine Großmutter immer gesagt. Und ich nickte dann stets diplomatisch zu dieser Binsenweisheit und dachte…“Red du nur! Alles ist wunderbar, so wie es jetzt ist und es wird immer besser!“

Das war irgendwann in den 80ern und ich stelle mir in letzter Zeit öfter die Frage, woran es liegen könnte, dass ich mittlerweile nicht mehr so denke. Ist es nur mein fortgeschrittenes  Alter oder hat sich tatsächlich unmerklich irgendetwas verschoben, „verrückt“ in unserer Gesellschaft? Also dachte ich darüber nach, einfach einmal alles aufzuschreiben, von dem ich meine, es wäre seit den 80ern  schlechter geworden, neben meinem Sehvermögen und meiner Geduld…

Bei der Aufzählung all dieser Dinge, wusste ich dann gar nicht, wo anfangen und wo aufhören. Wow, da kam schon eine Menge zusammen!

Ist es der Absturz in der Rentenerwartung, eine Rente, die mir nach fast 50 Jahren ununterbrochener Anstellung (und nicht schlecht bezahlt), wenig mehr zugestehen wird, als die Grundversorgung?

Ist es der mangelnde Respekt, die Missachtung die man heute einigen Berufsgruppen entgegen bringt, die alles in allem um unser Gemeinwohl bemüht sind und die Ordnung aufrecht erhalten? Sei es ein Bahnschaffner, ein Polizist, ein Rettungshelfer,  sie sind zunehmend mit tätlichen Angriffen, Beleidigungen und Respektlosigkeit konfrontiert, die es in diesem Ausmaß nie gab.

Sind es die Lügen  seitens der Regierenden? All die gebrochenen Wahlversprechen? Die Arroganz, mit der sie die Wünsche und Nöte ihrer Wähler ignorieren und wie wir uns bereits  daran gewöhnt haben?

Sind es die Schlagzeilen, die Zeitungsartikel, die als Nachrichten daher kommen aber sehr oft Meinungen sind, und erschreckend gleichgeschaltet?

Ist es die leise Demontage unseres Grundgesetzes, dessen eindeutige Formulierungen heute nicht mehr von jedem verstanden oder angezweifelt werden?

Ist es die gesellschaftliche Verrohung, das Hetzen, das Einprügeln auf bestimmte Ethnien, Berufsgruppen, Ideologien und Meinungen, die bei mir auf vielen Ebenen die Erinnerung an den Geschichtsunterricht auffrischt? An die Zeit, wo man Menschen wegen ihres Aussehens oder religiöser Zugehörigkeit  verfolgte und verurteilte, wo man denunzierte, Häuser beschmierte, politische Gegner verprügelte und dafür Beifall erhielt?

Ist es das beklemmende Gefühl, dass Gewalt , Gesetzesbrüche en gros und Respektlosigkeit mittlerweile Normalität sind in unserem Alltag? Kavaliersdelikte, quasi, die niemand mehr groß beachtet?

Ist es allgemein die erschreckende Zunahme von Gewalt? Gegen Kinder, gegen Alte, gegen Schwache, gegen Frauen, gegen jeden, der sich nicht besonders gut wehren kann…besonders auch Tiere?

Ist es die unglaubliche Ignoranz, in der Tiere in unsere Gesellschaft weiterhin konsumiert, geschlachtet, getestet, gequält werden dürfen? Eine gesellschaft, die trotz neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Empfindungen dieser Lebewesen einfach leugnet, dass all dies ein Verbrechen ist und die eher neue Qualen hinzufügt als bestehende zu verringern?

Ist es meine Wahrnehmung, einfach immer weniger „frei“ zu sein? Dass alles, was ich äußere, wie ich lebe, was ich tue, wohin ich reise, dass so viel Wissen über mich und meine Person irgendwo offiziell gespeichert, registriert und unter Beobachtung ist wie nie zuvor, wie ich mir das in meinen kühnsten  (1984 Alb)-Träumen nicht vorstellen konnte?

Irritiert mich, dass ich meine Ausdrucksweise vermehrt kontrollieren und auf political correctness überprüfen muss, wenn ich über Tierschutzthemen referiere, ein Thema, bei dem leider sehr vieles, alles andere als „political correct “ ist?

Beunruhigt mich, dass ich tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben vorher überlege, wohin und um welche Uhrzeit ich in diesem Land gehe und ob der Aufenthalt an diesem Ort vielleicht unangenehme Konsequenzen haben könnte?

Oder vielleicht nervt mich auch nur der Schönheitswahn? Dass sich flächendeckend gefühlt jeder mit der Frage beschäftigt, ob er zu dick zu dünn, zu unattraktiv oder zu alt aussieht  und all diese existentiell wichtigen Fragen jeden Tag von den Medien befeuert werden?

Könnte es daran liegen, dass ich zunehmend gefühlt überall nur Ungerechtigkeit wahrnehme, in unseren sozialen Systemen, in der Rechtssprechung, in der Entlohnung einzelner Berufsgruppen in der Verteilung öffentlicher Gelder?

Ob sich wirklich alles so zum Nachteil verändert hat?  Lese ich vielleicht nur die falschen Magazine, wird nur medial aufgepusht, was in Wirklichkeit gar nicht so stattfindet? Hat nicht die Gesellschaft sich verändert sondern wurde einfach nur mein Radar für Bullshit  über die Jahre leistungsfähiger??

An dieser Stelle höre ich dann meist auf zu sinnieren. Nutzt ja doch nichts. Wahrscheinlich hatte meine Oma einfach recht. Früher war alles besser! Aber Oma wußte noch mehr : „Jammer nicht rum, sondern tu was!“  Das hat sie  auch immer gesagt.  🙂

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Alles Nazi, oder was? Der leichtfertige Umgang mit einem Unwort

Offensichtlich ist über Nacht ein erschreckend großer Teil unserer Bevölkerung zum rechtsextremen Rand übergewandert und ehemals konservative oder tolerante Bürger sind zu Nazis mutiert. Jedenfalls könnte man diesen Eindruck erhalten, wenn man liest und hört, wie oft und für wen dieser Begriff neuerdings eingesetzt wird. Ich habe mir die Mühe gemacht, ein wenig zu sammeln, bei welcher Gelegenheit diese Zuordnung im Netz oder in den Medien getroffen wird. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Du vergleichst die Hühnerbatterien mit dem Holocaust? Nazi!

Du bist strikt gegen Schächten und stellst die Rechte der Tiere über eine Religion ? Nazi!

Du bist verstört und sorgst dich, über die zunehmende Gewalt in unserem Land und kritisierst dabei auch den Umgang mit Wiederholungstätern, die zwar auf dem Papier bereits offiziell ausgewiesen wurden aber nach wie vor im Land und auf freiem Fuss sind? Nazi!

Du bist für eine kontrollierte Zuwanderung und möchtest nur denen Asyl gewähren, die tatsächlich unter Krieg- und Verfolgung leiden? Nazi!

Du bist nicht generell für Multi-Kulti sondern findest, dass dieses Ideal nicht unbedingt und überall funktioniert? Nazi!

Du findest, dass nicht alle Traditionen über Nacht entsorgt werden sollten, und Kreuze zu einem Teil deiner Kultur gehören? Nazi!

Du rechnest sachlich vor, dass bestimmte Aufgaben und Unterstützungen eine Belastungsprobe für unsere Sozialsysteme darstellen und daher vorher gut bedacht werden sollten? Nazi!

Dich ärgert, dass die Mittel für soziale Aufgaben in unserer Gesellschaft erst brutal gekürzt wurden und nun mit vollen Händen ausgegeben werden und hinterfragst die soziale Gerechtigkeit? Nazi!

Du bist nicht unbedingt ein Freund der EU und stimmst für eine unabhängige Regierung, fern von einem zentral gesteuerten Brüssel? Nazi!

Du denkst, dass bestehende Gesetze, Länderabkommen, das Grundgesetz im allgemeinen, immer und in jedem Fall  Gültigkeit haben und auch angewendet werden sollten? Nazi!

Du findest, dass das Bild deines Großvaters seinen Ehrenplatz behalten sollte, auch wenn er darauf eine Uniform der Wehrmacht trägt? Nazi!

Ich lese all diese Einschätzungen und wundere mich, wie schnell man doch heute ein Nazi ist. Denn ein Nazi war für mich stets jemand,  der das menschenverachtende, brutale Unrechtssystem des 3. Reiches gut hieß, jemand, der sich diese Auswüchse wieder zurück wünschte, jemand der die Verbrechen des Holocausts leugnet, jemand der andere wegen ihrer Herkunft oder Religion als geringer einstuft und jeden verachtet, der nicht Deutsch und arisch daher kommt. Naja, so ungefähr jedenfalls. Und natürlich habe ich meine Hausaufgaben in Geschichte ordentlich gemacht und ich bin wie jeder halbwegs normale Mensch so weit weg von dieser kranken Denke, dass ich mich sicher wähnte, niemals, niemals, niemals damit in Verbindung gebracht zu werden.

Trotzdem passe ich neuerdings sehr genau auf, was und wie ich formuliere. Denn nie war es einfacher, missverstanden zu werden. Meine ausgeprägte Wahrnehmung für Ungerechtigkeit, der Drang nach Freiheit, mein Sinn für Gerechtigkeit, Toleranz und auch mein Eintreten für Frauenrechte, Tierrechte, auch für Menschenrechte, kollidiert zunehmend mit dem, was öffentlich gesagt und gedacht werden darf, wenn man nicht in die gleiche Ecke gestellt werden möchte, in der zu Recht die Menschen mit braunem Gedankengut sitzen,  und sich schämen sollten.

Ich schäme mich aber trotzdem nicht, dass ich selbst einem AFD Politiker, demokratisch gewählt und von einer legalen Partei, wie jedem anderen Menschen, egal welcher Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Meinung, körperliche Unversehrtheit, freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit zugestehe. Ethik im Umgang miteinander gilt für alle und immer!

Ich schäme mich nicht, dass ich manchmal auch interessiert nachfrage, warum bis zum Eintreffen der Flüchtlinge nie Geld vorhanden war, um zum Beispiel marode Schulen zu renovieren, die Renten ordentlich aufzustocken oder die Tierheime staatlich angemessen zu subventionieren, jetzt aber offensichtlich überall genügend Mittel in Umlauf sind. Diese Frage beinhaltet für mich keinesfalls, weniger für die Flüchtlinge zu sorgen sondern es geht mir darum, auch auf die Not der hier bereits länger Lebenden aufmerksam zu machen.

Ich bin strikt gegen das Schächten, auch wenn es gegen die religiösen Bedürfnisse vieler Menschen verstoßen sollte. Wir haben hier in den Schlachthöfen bereits Tierleid en gros und das Letzte, was ich mir als fortschrittliche Entwicklung auf diesem Sektor wünsche, ist die Erweiterung um eine neue perfide Variante.

Und ich habe Angst. Angst um die öffentliche Sicherheit, aber besonders um die meines Kindes, das ich nicht mehr Nachts Bahn fahren lassen möchte, das ich nur noch mit ungutem Gefühl auf einer Großveranstaltung weiß , da sich die Vorfälle und damit die Wahrscheinlichkeit häuft, irgendwo in etwas verwickelt zu werden, das keine Mutter ihrem Kind wünscht. Auch diese Angst darf ich nicht äußern, da mir sofort jemand erklären wird, wie dumm und hetzerisch oder unbegründet diese Angst ist, dass es immer schon so war, dass ich relativieren muss oder jemanden in seinen Gefühlen verletzen könnte. Aber sie ist trotzdem da. Zusätzlich habe ich noch Angst, missverstanden zu werden, also schweige ich. Meistens jedenfalls.

Die wirklichen  Nazis sind längst unter uns

Braunes Gedankengut, …Nazis…wie Eingangs beschrieben, sind mittlerweile in unserer Gesellschaft verbreitet, und ich stimme jedem zu, der sagt, sie müssen entschieden bekämpft werden.  Manchmal denke ich aber, wir spielen diesen Menschen in die Hände, wenn wir ihr perfides Denken mit Dingen und Meinungen in einen Topf werfen, die dort nicht wirklich hingehören und die Begriffe wie „Nazi“ und „Rechtes Gedankengut“ weichspülen und salonfähig machen, …das Gefährlichste, was unserer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft passieren kann.

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Streicht endlich das Wort Mutter aus eurem Wortschatz! Mein Vorschlag zur Entnazifizierung der deutschen Sprache ^^

Als Entnazifizierung wird die ab Juli 1945 umgesetzte Politik der Vier Mächte bezeichnet, die darauf abzielte, die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Justiz und Politik von allen Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. (Wikipedia) .

Gerade in der letzten Zeit widmen sich viele wackere und aufrechte Verfechter der Meinungsfreiheit und der Toleranz dieser grundsätzlich wichtigen und notwendigen Aufgabe. Was mich ein wenig irritiert ist die Tatsache, dass ich diesen Prozess weitestgehend abgeschlossen wähnte und daher fasziniert mich das immens große, neue Feld an Handlungsbedarf und natürlich wollte auch ich gerne meinen Beitrag leisten.

Seltsam, dass es vorher nie jemandem aufgefallen ist, aber wir haben da etwas ganz Wichtiges übersehen. Das Wort „Mutter“.  Selbst wenn das jetzt nicht jedem einleuchtend erscheinen mag, (auch ich war einmal so naiv)  aber jetzt verstehe ich endlich, und möchte nicht länger schweigen.

Auch ich freute mich einst an den Büchern von Astrid Lindgren, aus denen mittlerweile radikal einige Passagen und Worte verbannt wurden, denn falls ihr es noch nicht wusstet…sie war Rassistin! Genau wie Michael Ende, der in seinem genialen Kinderbuch „Jim Knopf“ tatsächlich das Wort „Neger“ verwendete. Zwar wurde von einigen Seiten versucht, das Ganze etwas zu relativieren… aber wir wissen es doch besser, oder?

Damit keine Zweifel aufkommen: Michael Ende hat eine antirassistische, antiklassistische und antifaschistische Erzählung geschrieben, in der er dem damals vor 15 Jahren besiegten Nazideutschland noch eins mitgibt und zugleich bis in die heutige Zeit aktuell bleibt. (Quelle/ taz.de)

Mein Gott, ich war so naiv! Nie hätte ich den wunderbaren „Negerkönig“ aus Takka Tukka Land mit etwas Abwertendem in Verbindung gebracht, nie habe ich bei dem Lied „schwarz-braun ist die Haselnuss“ das gefährliche Gedankengut erkannt und niemals hätte ich bei dem Anblick des Bildes, meines viel zu früh verstorbenen Großvaters, von dem blöderweise nur ein einziges Bild existiert, und wo er eine Wehrmachtsuniform trägt, geglaubt, dass dies eine Verherrlichung der Wehrmacht darstellt.

Mir wurden aber dank unserer Verteidigungsministerin, Kulturschaffenden, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten, von allen lieben Mitbürgern, die unsere Kultur und Sprache gerade ein bisschen besser machen, Gottseidank die Augen geöffnet. Jetzt habe ich das Prinzip endlich verstanden und daher meine Warnung:

Das Wort „Mutter“ weiterhin zu verwenden, sollten wir gründlich überdenken. Beispiel „Muttertag“. Er wurde zwar nicht von den Nationalsozialisten erfunden. Sie nutzten den Tag jedoch schamlos, um ihr Mutterideal zu propagieren. Das gleiche mit dem „Mutterverdienstkreuz“.  Der Begriff „Mutter“ wurde untrennbar mit dieser gefährlichen Ideologie verknüpft.

Gestiftet wurde dieses Kreuz durch Verordnung vom 16. Dezember 1938 vom Reichskanzler Adolf Hitler als äußeres, sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter. Die Auszeichnung wurde in 3 Stufen gestiftet. Die 1.Stufe wurde an Mütter mit 8 und mehr Kindern, die 2.Stufe an Mütter von 6 und 7 Kindern und die 3.Stufe an Mütter von 4 und 5 Kindern verliehen.
Voraussetzung für die Verleihung war dass die Mutter “deutschblütig und erbtüchtig” war und die Kinder lebend geboren wurden.

(Quelle/Ehrenzeichen-Orden.de)

Lasst uns also alle gemeinsam weiterhin an den wichtigen und längst anstehenden Änderungen unseres Wortschatzes arbeiten.  Streicht die Passagen, verbrennt die Bücher und prangert offen an, wo jemand das nötige Feingefühl vermissen lässt.

Das Wort „Mutter“ mag zwar für manche von uns eine völlig andere Bedeutung haben, dem ein oder anderen ist dieser Begriff vielleicht sogar ans Herz gewachsen. Otfried Preußler schrieb zwar engagiert gegen Ausbeutung und Unterdrückung, Astrid Lindgren war eine engagierte Kämpferin für die Rechte der Schwächeren, und Mark Twain war ein mutiger Kämpfer für die Freiheit und gegen Sklaverei. Aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen! Wir sollten immer im Auge behalten, wie ein Begriff, ein Lied, eine Passage, ausgelegt und missverstanden werden KÖNNTE. 

Ich werde daher ein Zeichen setzen, und nicht den „Muttertag“ feiern sondern jetzt in der Kinderbücher Sammlung meiner Bibliothek noch einmal gründlich nachsehen, ob ich vielleicht in einem der anderen, von mir so heiß geliebten Klassiker, irgendwo noch eine verfängliche Passage finde und die entsprechenden Seiten dann sofort entfernen. Gerade fiel mir ein, dass in den Ausgaben der Gebrüder Grimm, ab 1837, Rotkäppchen als „Dirne“ bezeichnet wurde. Damals eine neutrale Bezeichnung für ein junges Mädchen. Auch jegliche Zurschaustellung von Marionetten, Stichwort, Augsburger Puppenkiste, ist für mich seit kurzem nicht mehr tolerierbar. Weg damit!

Jeder kann dazu beitragen, die Welt ein bisschen toleranter und besser zu machen 😉 .

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„Naked Attraction“…RTL2, ihr habt den Knall nicht gehört !

Ob man jetzt wollte oder nicht, ob man den Mist nun gesehen hat oder nicht…zwangsläufig stolperte man bei sämtlichen Nachrichtenmagazinen heute über Artikel, die von Blutpenissen handelten, von nackten Tatsachen, mit akribischen und langatmigen Beschreibungen diverser männlicher Genitalien und auch wenn sich so ziemlich jeder darüber aufregte, mokierte oder fremdschämte…es ist Realität.

Es gibt jetzt also endlich eine Dating Show im TV, wo man sich anhand der Genitalien verabredet. Die ist nicht nur so peinlich, dass mir allein die Beschreibung der „Spielregeln“ die Schamesröte des Fremdschämens Stufe 10 ins Gesicht trieb, nein, sie ist auch geschmacklos, erniedrigend und im Niveau vielleicht nur noch durch ein Format  namens „Let s Fuck“ zu unterbieten, wo Preisrichter die benötigte Zeit bis zum Orgasmus messen und das Ejakulat  anschließend zur Begutachtung in die Kamera gehalten wird. Aber wer weiß, vielleicht bastelt bereits jemand an dieser Show, wundern würde es mich nicht. 

Liebe Programmchefs von RTL2, Ihr habt den Knall nicht gehört! 

Fernsehen, hat jemand einmal geschrieben, ist so schlau oder so dumm, wie die Leute, die es ansehen. Jeder kann frei zwischen den Programmen auswählen. Anscheinend hat diese geschmackvolle Unterhaltung auf Schmuddelniveau am Fremdschäm- Oplymp trotzdem ihre Zielgruppe gefunden, es gab 1,45 Millionen Dumpfbacken (oder verirrte Zapper?) , die sich den Mist angesehen haben. Selber schuld 🙂

Was mir übrigens am besten von allen Artikeln über die neueste Errungenschaft  des Kloaken TVs gefallen hat, war der Artikel von Nicola Erdmann, die in der Welt das fiktive Szenario beschrieb, wie die Präsentation zu „Naked Attraction“ gelaufen sein könnte, als diese neue „Dating Show“ vorgestellt wurde.

„…, mal was ganz anderes. Dating ist der Trend, alle wollen daten, ihr kennt ja Tinder und so. Und Herzblatt! Aber wir machen Herzblatt und Tinder für Nackte. Ja, die Frauen finden es eigentlich scheiße, wenn man ihnen Nacktfotos auf Tinder schickt, aber wir verkaufen das ganz anders. ….

…Dann kommt der Single, am besten zuerst eine Frau, die nackte Männer anschaut, damit keiner sagen kann, dass das frauenfeindliche Fleischbeschau ist. Das kommt dann erst danach. Also, männerfeindliche Fleischbeschau zuerst…..

 ….. Da stehen also ein paar bunte Boxen mit Beinen und Penissen. Die Singlefrau und die Moderatorin gehen von Box zu Box und schauen sich die Penisse an. Das wird cool, da fallen dann Sätze wie ‚Oh schau mal, ganz symmetrisch hängt er da!’, oder ‚Ob das ein Blutpenis ist?’ oder ‚Der ist ja auch dick! Da käme ich mit einer Hand gar nicht rum.’ Aber das ist kein Trash, wir nutzen das auch total pädagogisch, echt. …

…nach den Penissen dürfen die Männer in den Boxen sich umdrehen, dann besprechen die Singlefrau und die Moderatorin die Pos. Mit ‚Oh, schau mal, da kann man nach vorne durchgucken‘, und so. Dann die Oberkörper, dann die Köpfe. Nach jeder Runde schickt die Frau eine Box nach Hause…

….und dann schickt sie halt den dicksten Typen weg. Den zeigen wir aber anschließend nochmal rundum nackt, damit alle schön erniedrigt sind…..

Der vollständige WELT Artikel ist hier zu finden Naked Attraktion auf RTL2…ob das ein Blutpenis ist?

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Hilfe, ich bin eine aussterbende Art :-)

Irgendwie fiel es mir in der Vergangenheit leichter, Richtig und Falsch auseinander zu halten. Wobei ich das nach wie vor ziemlich sicher, tief in meinem Innersten weiß. Es passt nur nicht mehr zum Zeitgeist. Dumm gelaufen 🙂

Als in den 80er Jahren Aids aufkam, im Schlepptau eine grauenhafte Welle der Angst vor Ansteckung, die homosexuellen Männern eine Zeit lang das Leben ziemlich schwer machte, habe ich nach wie vor von einem Teller mit ihnen gegessen und sie stolz als meine Freunde präsentiert. Gleiche Rechte und Akzeptanz sind eine Selbstverständlichkeit für mich. Alles andere finde ich ziemlich blöde. Trotzdem würde ich als Leitmodell das traditionelle Familienbild, Vater, Mutter, Kind gerne behalten. Alle anderen Varianten sehe ich als gleichwertig aber nicht unbedingt als neues Leitmotiv das überall beworben werden muss. Lebt es einfach, und gut ist 🙂

Obwohl ich mir für mich eine Abtreibung nie wirklich vorstellen konnte, war ich mit den Thesen von Alice Schwarzer als eine erbitterte Streiterin für das Recht jeder Frau auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper unterwegs als es  gesellschaftlich ein NO GO war. Frauenrechte beschäftigen mich seit Jahrzehnten. Weil ich es richtig und wichtig finde. Trotzdem habe ich Bauchweh bei der neuen Umgestaltung unserer Sprache, verweigere eisern das /INNEN an jedem Wort, denn den Kampf um Gleichberechtigung möchte ich lieber weiterhin auf anderen Ebenen austragen. Wie schön, wenn mehr Energie in die finanzielle Gleichheit der Frau investiert würde. Geld ist Macht, Schwestern! Buchstaben sind jetzt nicht so hilfreich, wenn eine ganze Generation Frauen bald mit einer Rente vegetiert, die nicht nur ungerecht sondern eine Frechheit ist, gemessen an der Leistung, die sie erbracht haben.

Ich gehe jedem an die Gurgel, der es wagt, meine syrischen Freunde oder sonstwen in irgendeiner Form aufgrund seiner Herkunft oder Religion herabzusetzen. Trotzdem halte ich die tätlichen Angriffe auf Politiker einer rechten aber legalen Partei für mehr als bedenklich, auch der Umgangston mit denen die Politiker aus deren Reihen bedacht werden ist ein NO GO für mich und ich komme mit Fremdschämen nicht mehr nach.

Ich schäme mich für ALLE diffamierenden und persönlich verletzenden Äußerungen gegen JEDEN…und dabei ist mir piep- schnurz -egal, ob sie von rechts, von links aus der Mitte oder der Kirche kommen.  Es gibt die, bei denen sowieso Hopfen und Malz verloren ist, die werden weiter diffamieren und hetzen…. aber für die anderen, wollte ich doch einmal deutlich aussprechen:

Ethik im Umgang miteinander ist nicht relativierbar.

Auch die “Guten”, für die “gute Sache”  (für die sich dummerweise jeweils jede politische Gruppierung hält),  dürfen für ihre Ziele weder verbale noch tätliche Gewalt einsetzen , sollten weder diffamieren noch sich auf das Niveau begeben, das sie selbst (zu Recht) anprangern! Ich versuche auch nach Kräften eine rechtspolitische Einstellung, (bis vor nicht all zu langer Zeit war das ein Begriff für eine Partei der politischen Mitte), von braunem Gedankengut zu trennen und klar zu differenzieren. Ersteres muss man nicht mögen, aber hat es zu akzeptieren, Letzteres ist aus gutem Grund verpönt und strafbar!

Bitte nicht missverstehen…aber brennende Asylheime, “Deutschland verrecke” Rufe , geprügelte Polizisten und Naziparolen landen bei mir alle im gleichen Topf und machen es mir immer schwerer, GUT und BÖSE auseinander zu halten. Es ist ziemlich abstoßend in der Gesamtheit.

Bin ich die einzige, die nicht nur schrecklich Bauchweh bekommt, wenn man einem Flüchtlingsmädchen das Kopftuch herunter reißt sondern auch, wenn sie einen blutüberströmten Polizisten sieht, der zum Dienst auf eine Demo  geschickt wurde?

Geht es nur mir so, dass ich finde, die Kinder von politischen Gegnern, deren Sexleben und auch ihre geistige Gesundheit (letzteres besonders, wenn es sich um reine Spekulationen handelt) sollten außen vor bleiben, wenn man ihr Handeln kritisiert?

Und dann war da noch das Recht auf die eigene Meinung. Was bin ich froh, dass ich zu gewissen Zeiten noch kein Internet zur Verfügung hatte, als ich Dinge von mir gab, die zwar heute politisch mega korrekt und gesellschaftlich Mainstream sind, mich aber damals Kopf und Kragen, vielleicht auch die berufliche Laufbahn gekostet hätten. Stichwort „Legalize“ :-).  Viel Unsinn war auch dabei, aber man darf sich ja entwickeln… Früher durfte man das jedenfalls. Wäre meine armselige Protest-Band (sorry Mädels, so toll waren wir ja nun wirklich nicht, smile) ,  jemals auf Youtube erschienen, weiha 😉 .

Dummerweise stehe ich mit diesen Gedanken meist ziemlich allein und zwischen allen Fronten. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Natürlich könnte ich auch einfach die Klappe halten.  Das hat aber schon in den 80ern nicht funktioniert und rückblickend bin ich froh darüber. Also beziehe ich weiter klar Stellung  für Toleranz, für Frauenrechte, gegen Rassismus, gegen jede Art von Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Ausbeutung. Aber auch für Meinungsfreiheit und Fairness, und fühle mich zunehmend als eine aussterbende Art, die einem neuen Zeitgeist weichen muss. Kein schöner Gedanke 😦

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AfD, CDU und die Kaninchen,…

Den wenigsten dürfte bekannt sein, unter welch grauenhaften Bedingungen Kaninchen in den meisten Mastbetrieben EU weit vegetieren müssen. Bis 2019 sind enge Käfige mit Gitterböden, die in die Pfoten der Tiere einschneiden noch Standard. Mit perforiertem Boden sogar bis 2024. Doch selbst dann ist der Platz pro Tier noch lächerlich gering. Viel zu gering!

In den engen Gitterboxen hat  Tier rund ein DIN-A4-Blatt zur Verfügung. Ein Leben auf schmerzhaftem Drahtboden und auf ein paar Zentimetern eingepfercht.

Die Zustände, die bei Kontrollen in vielen Mastbetrieben vorgefunden werden, sind einfach nur als grauenhaft zu beschreiben.

„Eingepfercht in kleinen Drahtgitterkäfigen, die empfindlichen Pfoten drücken sich durch die Bodengitter, sie können sich in ihren Gefängnissen weder aufrichten noch herumlaufen, sie haben entzündete Augen, Verletzungen, abgebissene Ohren…

In den Mastbetrieben dominiert die Käfighaltung, die vergleichbar ist mit der in Deutschland noch bis vor kurzem praktizierten Haltung von Legehennen in Käfigbatterien. Die oft mehrstöckig übereinandergestapelten Metallkäfige sind von allen Seiten einsehbar und bieten den Kaninchen weder Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten noch sonstige Strukturierung – lediglich Trink- und Fressvorrichtungen sind vorhanden.

Der Gitterboden (bestehend aus Metall, Holz oder Kunststoff) ist ohne Einstreu, was beim ständigen Stehen und Sitzen der Tiere auf dem Gitter häufig Wunden an ihren Läufen verursacht. Zudem wird den Tieren kaum Platz zugestanden: Die Käfige weisen üblicherweise eine Höhe von 30-40 cm auf und enthalten Gruppen von bis zu 8 Tieren. Jedem einzelnen Kaninchen steht in der Endmast nur ca. 800 cm² nutzbarer Raum zur Verfügung: dies entspricht der Fläche von ca. einem DIN-A4-Blatt plus fünf EC-Karten. In dieser Enge können sich die Tiere weder aufrichten noch natürlich fortbewegen, weshalb ihr Bewegungsapparat verkümmert

(Quelle/Abert -Schweitzer Stiftung )

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Das EU-Parlament hat kürzlich bereits für ein Verbot der engen Käfighaltung gestimmt. Doch nur die EU-Kommission kann letztlich darüber bestimmen. Leider gibt es bei Jean-Claude Junckers Behörde kein Interesse an einem europaweiten Verbot. (Das berichtet Stefan Eck, ein leidenschaftlicher Kämpfer für verbesserte Haltungsbedingungen der Kaninchen. Er hat den Antrag für das Käfigverbot gegen den Widerstand der Konservativen durchs Parlament gebracht.)

Äußerst interessant war das Abstimmungsverhalten der Parteien, als es darum ging, dieses Verbot auf den Weg zu bringen.

Sicher wird es kaum überraschen, dass nach den Berichten und den grauenhaften Bildern die Stefan Eck präsentierte, 2/3 der Abgeordneten für ein Verbot der engen Käfighaltung stimmten. Von den deutschen Abgeordneten haben einzig CDU/CSU und AfD  ihre Empathie für wehrlose Mitgeschöpfe wieder einmal Zuhause gelassen und stimmten gegen eine Verbesserung der unwürdigen Haltungsbedingungen. Erstaunlich, da doch besonders die AfD in ihrem Grundprogramm vollmundig behauptet, Tierschutz wäre ihnen wichtig. ..die AfD setzt sich „für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung aller Tiere ein“.

Stefan Eck berichtet auf seiner FB Seite folgendermaßen:

Im Vorfeld des im EU-Parlaments heiß diskutierten Initiativ-Berichts „Mindestanforderungen für den Schutz von Nutzkaninchen“ schrieben tausende Tierschützerinnen und Tierschützer die EU-Abgeordneten an und baten sie, sich zugunsten von Tierschutzverbesserungen für Kaninchen in landwirtschaftlichen Betrieben und für eine gesetzliche Regelung auszusprechen.

Das Büro Eck wurde darüber informiert, dass auch verschiedene Tierschützer*innen einige AFD-Geschäftsstellen sowie FB-Seiten von AfD-Politiker*innen angeschrieben hatten und als Antwort Verweise auf das Grundsatzprogramm oder den Leitantrag zur Bundestagswahl mit dem wortgewaltigen Zusatz, dass „der Tierschutz bei der AfD sehr hoch gehalten würde“ bekamen. Die Lobeshymne über die eigene Tierschutzposition gipfelte mit der Behauptung, die AfD setze sich „für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung aller Tiere ein“.

MdEP Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) und in Berlin eine der beiden Landesvorsitzenden (sie tritt auch als Spitzenkandidatin für Berlin zur Bundestagwahl an) votierte am 14.03.2017 bei der Abstimmung im Plenum in Straßburg zum Thema „Nutz“-Kaninchen in der Landwirtschaft / tierquälerische Batteriekäfig-Haltung erst gegen den verwässernden Alternativ-Bericht der konservativen EVP-Fraktion, dann gegen die verbindliche Gesetzgebung für die Branche und zuletzt gegen den gesamten Bericht des EU-Abgeordneten Eck, der unter anderem zum Ziel hatte, das extreme Leiden der Kaninchen in der Massentierhaltung mit einem Verbot der Batteriekäfig-Haltung zu vermindern.

In ihrem Newsletter „Bericht aus Straßburg“ vom 17.03.2017, den sie an alle Tierschützer*innen ungebeten zurückschickte, die eine E-Mail an alle EU-Abgeordneten gesendet hatten, gab MdEP von Storch an, dass Tierschutz laut dem Grundsatzprogramm der AfD ein „hochsensibles und vernünftiges Anliegen sei“ und dort stark betont würde.

Wahrheitswidrig schrieb sie in ihrem Newsletter: „Ich habe mich bei der Abstimmung enthalten.“

Fakt ist: Von Storch hat gegen jedwede Verbesserung für die Haltungsbedingungen von Kaninchen gestimmt!

Die Abstimmungergebnisse findet ihr hier:

http://www.votewatch.eu/en/term8-minimum-standards-for-the-protection-of-farm-rabbits-motion-for-resolution-vote-agri-committee-resol.html

Die Amtskollegen von der CDU traten den Tierschutzgedanken bei der Abstimmung ebenfalls mit Füßen, leider nicht wirklich neu aber immer wieder besorgniserregend, wie dreist und kaltschnäuzig sich diese Volkspartei damit beständig über den Wählerwillen hinwegsetzt.

Nun, da es bald in die nächste wichtige Runde geht, im Kampf für bessere Haltungsbedingungen der Kaninchen, bittet Stefan Eck um eure Mithilfe:

Bald brauchen wir den Druck von der Straße, um dem Europäischen Rat, der Kommission und den Kaninchenmästern unsere Forderungen deutlich zu machen. Wir müssen jedoch zuerst die Menschen informieren, damit sie wissen, worum es geht, damit sie bereit sind, sich zu gegebener Zeit an einem europaweiten Massenprotest über die sozialen Netzwerke zu beteiligen.

 Ich zähle auf jeden Einzelnen von Euch! Verteilt die Brisant-Reportage in den sozialen Netzwerken: auf Eurer eigenen FB-Seite, setzt sie auf Eure Homepage, auf Blogs, auf Twitter, Instagram usw.
Lasst uns eine Stimme sein und gemeinsam antreten unter dem Schlachtruf „Ban rabbit cages!“, um das Unmögliche möglich machen!
Euer Stefan Bernhard Eck

Auch ich möchte euch herzlich bitten, diese Info möglichst weiträumig zu verbreiten. Unsere Stimme ist alles, was diese bemitleidenswerten und ausgebeuteten Geschöpfe haben, deren Lebensbedingungen mit einem Federstrich in Brüssel zumindest ein Stück weit erleichtert werden könnten. Sprecht eure Politiker darauf an, schreibt Mails an die EU Abgeordneten, postet an ihre FB Seiten und macht Druck! Nur so ist Veränderung möglich!

Als Einzelner sind wir ein Tropfen…gemeinsam ein ganzer Ozean!

Herzlichst

Bettina Marie

Diese Abgeordneten fanden die Haltungsbedingungen der Kaninchen in Mastbetrieben ausreichend und stimmten gegen eine Verbesserung:

AfD:  Beatrix von Storch

CDU/CSU:  Elmar Brok, Reimer Böge, Daniel Caspary, Albert Dess, Markus Ferber, Michael Gahler, Jens Gieseke, Ingeborg Grässler, Monika Hohlmeier, Peter Jahr, Dieter Leberecht, Bernd Bendtsen, Peter Liese, Norbert Lins, Thomas Mann, Angelika Niebler, Markus Pieper, Herbert Reul, Sven Schulze, Sabine Verheyen, Axel Voss, Manfred Weber, Rainer Wieland, Hermann Winkler

Veröffentlicht in Aufreger, Tierschutz

Eine Stadttaube über Lügen und Gleichgültigkeit. Ihr offener Brief an die Verantwortlichen!

Lieber Stadtrat, lieber Taubenhasser,

Du entscheidest über mein Leben. Du bestrafst die Menschen, die mich füttern und verurteilst mich damit zu einem qualvollen Tod.

Ich weiß, dass Du das nicht sonderlich bedauerlich findest aber würde man in deiner Stadt Hunde oder Katzen so behandeln, wie mit uns Stadttauben verfahren wird, gäbe es empörte Proteste unter den Tierfreunden.

Seltsamerweise registriert kaum jemand, dass wir jeden Tag ums Überleben kämpfen. Deshalb stört sich niemand daran, dass wir auf deine behördliche Anordnung elend verhungern, dass wir wie Ungeziefer von jedem verscheucht und gejagt  werden dürfen. Die meisten meiner Freunde sind wie ich geschwächt und abgemagert. Viele von uns leiden still, mit grauenhaften Verletzungen und verkrüppelten Beinen. Wir alle sind jeden Tag verzweifelt auf der Suche nach etwas Futter.

Wir Tauben sind keine Wildtiere. Hat dir das nie jemand erzählt?

Wie Hunde und Katzen sind wir Haustiere oder deren Nachkommen. Das haben wir uns nicht ausgesucht sondern die Menschen, die uns erst gezüchtet und dann  ausgesetzt haben sind dafür verantwortlich! Verirrte Brieftauben sind ohne die Hilfe der Menschen nicht überlebensfähig.

Du bezeichnest uns als „Ungeziefer“ oder „Plage“. Ich bin kein Ungeziefer! Ich bin das bedauernswerte Opfer menschlicher Gleichgültigkeit, das sich deinetwegen durch ein viel zu kurzes Leben, das einzig von Angst, Hunger und Schmerzen geprägt ist, kämpfen muss, um irgendwann dann doch qualvoll zu verenden. In den meisten Städten herrscht striktes Fütterungsverbot. Du hast darüber entschieden! Das ist nicht nur äußerst grausam sondern macht auch keinen Sinn!

Ich bin jeden Tag viele Stunden zu Fuß unterwegs um etwas Essbares zu finden. Eigentlich würde ich etwa 40 g Futter am Tag benötigen um zu überleben. Vielleicht weißt du, dass artgerechte Nahrung für mich nicht aus Essensresten besteht. Ich bin ein Körnerfresser. In deiner Stadt finde ich nicht einmal einen  Bruchteil der benötigten Menge, also fresse ich hungrig alles, was als Abfall auf den Strassen landet und setze dann den „Hungerkot“ ab, die großen, flüssigen Kleckse von denen du glaubst, sie würden die Gebäude deiner Stadt beschädigen. Dass dies nicht der Fall ist, kannst du nachlesen. Es gibt sogar Studien die belegen, deine Gebäude leiden mehr unter den Schäden, die durch die Maßnahmen zur Taubenabwehr entstehen, als durch meine Kleckse.

Auf der verzweifelten Suche, zwischen Zigarettenkippen, Hundekot, Essensresten und Plastikmüll etwas Nahrung zu finden, verfangen sich viele meiner Freunde in den am Boden liegenden Schnüren, Fäden oder Plastikteilen und verschnüren sich dort, bis die Zehen abgestorben sind. Es ist ein langer und sehr schmerzhafter Leidensweg. Du kannst dir nicht vorstellen, wie schmerzhaft!

Aber es sind leider nicht nur die Verstümmelungen und der Hunger, der uns das Leben in deiner Stadt zur Hölle macht. Auf deine Anordnung werden wir vergiftet, abgeschossen, ausgehungert oder zur “fachgerechten” Tötung (Spritze,  Kopfabriss oder Genickbruch) eingefangen. Falls du es nicht weißt, das passiert mit Netzen oder Käfigen. Wir werden mit Futter angelockt und wenn dein Auftrag erfolgreich ausgeführt wurde, dann bleiben nach unserem Tod verwaiste, hilflose Jungtiere zurück,  die allein verhungern oder erfrieren. Selbst wenn nur ein Elternteil stirbt, haben unsere Jungtiere keine Chance zu überleben, da beide Vogeleltern für die Aufzucht unentbehrlich sind.

Wenn du glaubst, dass  diese feigen Morde etwas bewirken dann muss ich dich enttäuschen! Nachweislich verringern die Tötungsaktionen unsere Populationen stets nur für kurze Zeit. Die verwaisten Brut- und Schlafplätze werden von “frischen”, neu zugeflogenen Artgenossen schnell wieder besetzt. Meine natürliche Lebenserwartung wäre ungefähr 15 Jahre. Dank deines Fütterungsverbotes werde ich höchstens zwei Jahre überleben, bis der ewige Hunger meine Reserven erschöpft hat. Bei jedem anderen Tier würde man dich der Tierquälerei bezichtigen. Warum interessiert es in meinem Fall kaum jemanden?  Dabei gilt das Tierschutzgesetz auch für mich. Auch wenn Du und viele andere mich nicht mögen: Ich habe Rechte, wie jedes andere Tier auch!

So sehr ich mich auch anstrenge, ich habe keine Chance in deiner Stadt das richtige Futter für mich zu finden, schon gar nicht im Winter. Womit Du dann immer argumentierst, wenn Du die Menschen bestrafst, die mich trotz deines Verbotes füttert, über den angeblichen Zusammenhang von hohem Nahrungsangebot und erhöhter Vermehrung, das gilt nur für Wildtiere. Ich bin kein Wildtier! Ich bin eine Stadttaube und wir brüten unabhängig von Jahreszeit und Nahrungsangebot. Ein Basler Tierversuch ergab sogar, dass hungernde Stadttauben mehr brüten als ausreichend ernährte.

Warum verbreitest du überall das Gerücht,  ich wäre ein gefährlicher Krankheitsüberträger? Fakt ist, dass grundsätzlich alle Lebewesen Krankheiten übertragen können. Das Risiko einer Ansteckung für euch Menschen ist jedoch  viel geringer als es überall fälschlicherweise von Deinesgleichen behauptet wird.  Die Salmonellen in meinem Kot sind rein tierartspezifisch und auf euch Menschen so gut wie nicht übertragbar. Meine Einstufung als “Schädling” (Bundesseuchengesetz 1966) wurde bereits 1989 aufgrund neuer Forschungsergebnisse zurückgenommen. Dir ist das egal! Du hast zwar den neuesten Stand der Forschung verschlafen aber dafür bist du Meister in den grausamen Methoden zu meiner Abwehr und Tötung

Auf deine Anweisung werde ich mit Spikes, Dornen, Klebepasten, Glasscherben, Stromdrähten, Netzen und Spanndrähten am Ruhen oder Nisten gehindert. Da es in den Innenstädten aber kaum noch geeignete Nist- und Ruheplätze für mich gibt, bleibt mir einfach keine andere Wahl als trotzdem zu brüten und zu ruhen, wo diese Vorrichtungen angebracht wurden. Besonders  junge und unerfahrene Tauben ziehen sich an den messerscharfen Abwehrvorrichtungen schwerste Verletzungen und Verstümmelungen zu. Ich kenne viele von ihnen. Mit klaffenden Wunden, auf dem Bauch kriechend oder hinkend, oft nur noch mit einem Beinstumpf, quälen sie sich dann durch den täglichen Kampf um Überleben und Futter. Zusätzlich verätzt uns im Winter das überall ausgebrachte Streusalz schon bei kleinsten Entzündungen die empfindlichen Füsse wie Salzsäure. Es ist die Hölle!

Dabei ginge es auch anders, du musst uns nicht quälen, verhungern lassen oder töten!

In eigens eingerichteten und von ehrenamtlichen Helfern betreuten Taubenschlägen können wir gezielt angesiedelt und unsere Vermehrung  kontrolliert  werden. Wenn uns Taubenschläge zur Verfügung stehen, ziehen wir dorthin um. Wenn ihr Menschen uns dann regelmäßig füttert, gewöhnen wir uns an die neuen Standorte und bleiben dort. Wir müssen nicht mehr in der Innenstadt nach Futter suchen und betteln. Damit wir uns nicht immer weiter vermehren, tauschen die Betreuer unsere Eier gegen Attrappen aus. Bitte informiere dich!

Ich bin eine Stadttaube. Ich bin friedlich, hochintelligent, sozial und liebenswert. Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht. Niemand verdient es, so leben zu müssen!

WARUM BESTRAFST DU DIE MENSCHEN, DIE MICH FÜTTERN?  BITTE LASS MICH NICHT VERHUNGERN!

Tauben