Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Ein Winzling namens FAITH…weil wir einfach glauben müssen!

Gestern schrieb mir Rena. Es war eines der regelmäßigen Updates. Was gerade passiert, was alles erledigt werden muss und wer Neuzugang ist und natürlich auch ein bisschen privater Austausch. Jeden Tag kommen diese Nachrichten von vielen Stellen und sie senden mir dann meist auch Bilder mit. Manche dieser Bilder mag ich gar nicht ansehen.
Die toten Kätzchen in Eimern, Mülltüten, am Straßenrand oder in grauenhaftem Zustand, wenn man sie noch lebend auffindet…sie schneiden mir am meisten ins Herz.
Keine Ahnung warum…vielleicht weil diese Kätzchen für mich die Verkörperung der Unschuld und Wehrlosigkeit sind und der Gedanke daran, was wir ihnen antun ist unerträglich.
Ich scrollte die mitgesendeten Bilder schnell weiter.  Am besten gar nicht hinsehen. Es reicht, die Zusammenhänge zu überfliegen, denn ich weiss, das unser Team aufgreifen wird, ich muss mich nicht zwingend kümmern und überhaupt…mein Herz hatte eine Überdosis Leid die letzten Jahre. Nicht alles meine Baustelle. Es gab verschiedene Gründe, warum ich die Eingangstüre zum Wohnbereich meines Herzens erst einmal verriegelt hatte. Auch und besonders für Notfälle. 

Dann sah ich doch genauer hin, was Rena mir geschickt hatte. Ein Kätzchen aus dem Müll, das sie gefunden und an Martha weiter gegeben hat, zur Intensiv Pflege. Die Chancen sind denkbar gering. Es war nicht nur in eine Plastiktüte gestopft sondern auch noch mit einer roten, klebrigen Flüssigkeit getränkt worden. Das macht man oft, damit das Kätzchen schneller auskühlt und stirbt. Jetzt war dieses Würmchen also bei Martha in Obhut, deren Seele ungefähr genauso dünnhäutig ist , wie meine. Eigentlich sollte man uns den Umgang mit leidenden Tieren verbieten…

Oh ich wusste sofort, wie es Martha gerade gehen mag.
Sparkle und die emotionale Achterbahnfahrt, die für uns in einem Voll-crash endetet (der vorhersehbar war…aber wir wollten es einfach nicht wahrhaben) …all das war sofort wieder ganz nah. Wie sehr hatten wir gehofft, sie bringt ihn durch. Ich überlegte, ob ich Martha schreiben sollte, tat es dann aber doch nicht.

Sie würde sich melden, wenn es etwas zu erzählen gab…von bangen Stunden und langen Nächten ohne Schlaf…von der Angst, wenn die Atemzüge langsamer werden, oder aussetzen…von der akribischen Beobachtung wie viele Tröpfchen Milch getrunken wurden…von überflutender Liebe und Zärtlichkeit für ein so kleines Wesen und von Trauer…weil man genau weiss, wie gering die Chancen sind und dass gerade Unzählige in Müllcontainern, Plastiktüten und in Wassereimern ihr kleines Leben aushauchen. So ist das nun einmal und wenn kein Wunder passiert, wird es wohl noch sehr lange so sein.

Heute Morgen kam eine Nachricht von ihr.  Offensichtlich hatten wir wieder einmal die gleichen Gedanken. Manchmal benötigt man keinen Messenger, um sich zu verständigen.

„Ich weiss dass du dich das gerade fragst…aber das Kleine lebt noch.“

„Bitte schreib mir, was passiert. Ich würde gerne daran teilhaben…, schreib ein Tagebuch. Ich wäre glücklich, es übersetzen zu dürfen“ antwortete  ich ihr, entgegen aller guten Vorsätze …und  plötzlich war sie wieder einen Spalt offen, die Türe in mein Herz, die eigentlich zu bleiben sollte.

Hier ist Marthas berührendes Tagebuch:

TAG EINS

Wie lange dauert ein Moment? Eine Minute, eine Stunde, einen Tag? Er dauert eine Ewigkeit, denn dein „Für immer“ ist in meinem Herzen verankert und nicht in Zeit zu messen. Eine Ewigkeit…so lange du Liebe teilen kannst, es ist pure Liebe, wie purer Vodka, ohne Eis…

Rena fand dich im Abfall und von dort habe ich dich sofort mitten in mein Herz gesetzt, auch räumlich, unter mein T-Shirt, an meine Brust, auf der linken Seite und mit dir auch all deine Flöhe und noch irgendeine klebrige Flüssigkeit aus dem Müllcontainer. Ich fragte dich, ob du gerne bleiben würdest und du hast mir geantwortet, indem du um dein kleines Leben kämpfst, das tust du nach wie vor und dieser tiefe, viel zu tiefe Schlaf scheint deine Seele zu verlocken, für immer darin zu verweilen.

Also habe ich dir versichert, es wäre OK, zu gehen, wenn du das möchtest. Du du hast meine Frage damit beantwortet, indem du auf meine Hand gekrabbelt bist, in die du perfekt hinein gepasst hast und dort bist du geblieben.

Also habe ich dich zurück in mein Herz gesetzt, im übertragenen Sinne aber auch wörtlich und dann haben wir gemeinsam einen langen Spaziergang gemacht. Ich habe versucht, dich gut unter meinem T-Shirt zu verstecken, damit die Leute nicht zurück schrecken und uns mit Fragen aufhalten. Weisst du, die meisten fürchten den Tod, als wäre er etwas ansteckendes ( als würden wir am Ende nicht alle einmal sterben) …

TAG ZWEI

Du bist immer noch da. Ich spüre, wie du dich bewegst. Und wenn du es einmal nicht tust, dann ist meine Trauer so heftig, dass ich gar nichts mehr fühle. Und wenn ich dann doch wieder etwas von dir bemerke, dann bin ich die glücklichste Person der Welt…zumindest für einen Augenblick. Für diesen Augenblick. Denn dieser Augenblick ist unser „FÜR IMMER“…und jeder Moment, den wir teilen, wird das auch sein…Ich werde da sein, ganz gleich, was passiert, so wie ich es dir versprochen habe und ich weiß, du bist 70 Prozent Seele und 30 Prozent Fleisch…trotzdem hörte ich mich gestern sagen „Sparkle..Bist du das? Hast du mir Faith geschickt. Kann er diesmal bitte bleiben? Bitte!!!! Und mir war so, als hätte ich gehört, wie er JA sagte…

 

Es ist drei Uhr morgens und ich musste dich in dein Bettchen legen, nur für ein paar kurze Stunden, denn ich musst einfach ein wenig schlafen und ich hatte Angst, dich zu zerquetschen, wenn du weiter an meiner Brust liegen würdest. 
Also legte ich dich direkt neben mir ab und machte ein Nickerchen auf der Couch.
10 Minuten später hast du angefangen zu weinen, und die Tonlage deines Stimmchens verriet mir, dass etwas fürchterlich falsch ist.
Ich griff nach dir, du warst heiss und konntest kaum atmen.
Ich konnte auch kaum atmen, vor Sorge.
Schnell setzte ich dich zurück an den Ort, wo du mein Herz spüren konntest und schlagen hören…und ich deines.
Ich war sicher, dass ich auch dich verlieren würde…auf eine Weise, die mittlerweile vertraut war. Und ich versicherte dir, dass es OK ist, wenn du es nicht mehr aushälst und gehen möchtest.

Aber du bist nicht gegangen. Du folgtest dem Rhythmus meines Herzens und nach ein, zwei Fehlversuchen, hast du wieder regelmäßig geatmet.
Auch am Morgen warst du noch da. Viel zu heiss, krank und schwer atmend…aber lebendig…immer noch verbunden mit dieser Welt und mit meinen Herzen.

EIN PAAR TAGE SPÄTER
HEUTE 21-08-2018

Willenskraft Level 0 . Ich musste dich immer dazu zwingen, jede Stunde 1ml Milch zu trinken, damit du am Leben bleibst.

Willenskraft Level 2
Heute hast du damit begonnen, von allein zu trinken und du hast fast das ganze Fläschchen geschafft!!!
So begann dieser wunderbare Tag um 5 Uhr Morgens und seitdem hat mein Herz Party .
Ich feiere auch die Kratzer, die du mir verpasst hast, als du fandest, mein T-shirt wäre nicht länger groß genug für dich und du wolltest die Welt erkunden (zumindest meine Nase, meine Augen, meine Ohren und hoffentlich auch bald den Rest von mir)…denn jetzt hast du die Energie, das auch zu tun.

Du bist nach wie vor krank und extrem winzig, aber du schläfst jetzt weniger, sogar dein Schreien klingt jetzt anders. Es klingt eher verwöhnt als krank.
Es ist mir gelungen, deine erste Flaschen Mahlzeit zu filmen. Ich schau es mir immer und immer wieder an, du bist so friedlich und ruhig. Ich denke, das was dir erst vor einer Woche in der Tüte, übergossen mit Flüssigkeit und entsorgt in einem Abfallcontainer angetan wurde, ist für immer aus deinem Gedächtnis verschwunden.
Ich denke, du hast den Menschen inzwischen vergeben…und ich denke auch, wenn irgendwo tatsächlich ein Gott existiert…dann vor allem in den Seelen der Tiere. Vergebung ist Gottes Atem in ihren Herzen und heute war ich gesegnet, das in dir zu spüren, mein kleiner Faith (Glaube) .

 

 

Mein Baby Junge Faith…unser letzter Tagebuch Eintrag fühlte sich so komisch an.

Obwohl du mir einen Tag voller Hoffnung geschenkt hattest…in der Minute in der ich fertig geschrieben hatte und abgesendet, machte eine bedrückende Vorahnung mich schier wahnsinnig.
Angst lähmte meine Glieder wenn ich an den bevorstehenden Tag dachte. Ich dachte kurz daran, auch das mit Bettina zu teilen, sie findet immer einen Weg um meine Ängste etwas leichter zu machen. Aber dann beschloss ich, ich sollte ihr eine Pause geben anstatt die Freude über die letzten guten Nachrichten mit meinen Ängsten zu überschatten. Ich dachte, jetzt verliere ich langsam den Verstand…mit so unsinnigen Ängsten.

Aber leider zeigte der nächste Tag, dass sie nicht unbegründet waren.
Gestern bist du also aufgewacht, jedes Lebensfünkchen sickerte aus dir, und du hast über Nacht das Leben in dir genauso entsorgt, wie man dich vor einer Woche im Müll entsorgt hatte. Wieder glaubte ich…dies ist das Ende.
Ich entschied, dich nicht zum Tierarzt zu bringen, da ich nur zu gut wusste, dass du viel zu winzig für alle Behandlungsoptionen bist …
stattdessen nahm ich dich mit ans Meer. Jetzt war es deine Entscheidung.

Aber ich denke, es hat dir dort gut gefallen. Wahrscheinlich hast du deshalb deine Meinung geändert und beschlossen, nicht zu gehen, vielleicht noch nicht. Wer weiss…
Heute war also ein besserer Tag für dich und deshalb war heute auch ein besserer Tag für mich. Aber niemand weiss, was der morgige Tag bringen wird.
Was auch immer es sein wird…ich werde bei dir sein, mein Baby Junge …

(Big hug Martha for these touching and beautiful words of love …and kisses to our little „aura diver“ Faith 

Fortsetzung folgt…

 

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Abigail, die dreibeinige Magierin…ein Katzen Märchen

ABIGAIL…die spannenden Abenteuer einer dreibeinigen Magierin

Kapitel 1

Obwohl ich in der magischen Welt bereits ein bisschen berühmt bin, möchte ich mich zuerst vorstellen, falls ihr doch noch nicht von mir gehört haben solltet.
Mein Name ist Abigail und einst war ich eine Streunerkatze in den Straßen von Athen, genau wie meine Mutter, die dort als Magierin für alle Fälle zauberte.
Sie gab alle Tricks und Zaubersprüche an mich weiter, die sie kannte. Die waren sehr wertvoll um gutes Futter aus dem Abfall zu fischen und um uns vor allen Feinden, den großen Hunden und bösen Menschen zu schützen!
Der letzte Winter in Athen war einfach nur grauenhaft. Es war eisig kalt, es schneite und regnete die ganze Zeit und meine Mutter wurde sehr krank. Ich habe versucht, immer in ihrer Nähe zu bleiben, ihr Sicherheit und Wärme zu schenken aber es gelang mir nicht, ihren Verfall aufzuhalten, ihr ging es mit jedem Tag schlechter.
In der Zeit, die ihr noch blieb, erzählte sie mir noch etwas mehr über die Kunst der Magie und ihre letzten Worte an mich waren:
„Abigail, Liebes, ich möchte, dass du mir versprichst, deine Magie nur für das Gute einzusetzen und niemals jemanden mit deinem Zauber zu verletzen. Tu es für mich!“
Ich versprach es ihr unter Tränen und habe ihre letzten Worte nie vergessen.
Jetzt war ich also auf mich allein gestellt. Ich war schrecklich einsam und streifte klagend durch die Straßen. Plötzlich näherte sich ein Auto. Ich habe noch versucht, seine Richtung mit einem Bannspruch zu ändern aber es war bereits zu spät. Seine Reifen zermalmten mein rechtes Hinterbein…und ich war unfähig vor Schmerzen und Schock, mich zu bewegen. Ich rollte mich am Straßenrand zusammen und bald war mein schwarzes Fell mit einer Decke aus weißen Schneeflocken umhüllt, es hatte wieder begonnen zu schneien.
Ich fühlte, wie sich die Kälte in meine Knochen schlich und alles Leben aus mir heraus wich und dachte an meine Mutter, der einzig tröstliche Gedanke, der mir einfiel…bald würde ich meine süße Mama wieder treffen, ich konnte bereits ihre sanfte Pfote spüren.
Aber es war nicht ihre Pfote, die mich berührt hatte, es war eine junge Frau, die vorsichtig nachsah, ob ich noch am Leben bin.
Ich kannte sie nicht aber eine innere Stimme flüsterte mir zu, dass ich ihr vertrauen kann. Ich leistete also keinen Widerstand als sie mich vorsichtig auf den Arm nahm und zu einem Tierarzt brachte.
Von den Erzählungen meiner Mutter wusste ich, dass auch Tierärzte über einen mächtigen Heilzauber verfügen und dass meist eine neue Ära anbricht, wenn man das Glück hat, einen besuchen zu dürfen.
Wenn man ganz großes Glück hat, erhält man dort heilende Medizin, einen Pflegeplatz oder sogar eine eigene Familie. Und all das würde ich vielleicht jetzt auch erhalten? Für einen Moment vergaß ich alle Schmerzen und mein Herz klopfte wie wild vor Freude.
„Langsam, Abigail, Kleines! Du hast noch einen langen Weg vor dir“.
Es war die Stimme meiner Mutter, die mich wieder zurück in die Realität brachte.
Sie ist nämlich immer bei mir und wacht über mich und auch darüber, dass ich mein Versprechen halte. Und das werde ich. Ich werde nur Gutes zaubern, niemals jemanden verletzen und sie wird stolz auf mich sein. Aber ehe ich ihr antworten konnte, wurde ich ohnmächtig…

Kapitel 2

Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit verging, bis ich wieder meine Augen öffnete…aber was ich dann sah…wow!
Ich war umringt von Menschen und alle wirkten sie in keinster Weise feindlich gesinnt. Da war die junge Frau, die mich auf dem Arm getragen hatte und noch zwei weitere Ladies. Eine von ihnen hatte Augengläser auf und trug weiße Magierkleidung. Sie wirkte sehr ernst und konzentriert.
Nach dem ersten Schock versuchte ich mir zusammenzureimen, was es mit diesem großen Zimmer, in dem ich mich gerade befand und mit dem Bett, in dem ich lag, auf sich hatte.
Alles war so warm und freundlich.
Hey! Das musste wohl die sagenumwobene Tierklinik sein, von der mir meine Mutter so oft erzählt hatte.
Sollte Fortuna mir wirklich so viel Glück beschert haben?
Wie oft hatten Mama und ich darüber gesprochen, ob die vielen Geschichten, die wundersamen Heilungen und glücklichen Fügungen, die dort passieren, pure Magie oder vielleicht doch nur Zufälle sind.
Dann sprach die Lady mit den Augengläsern eine seltsame magische Formel, die ich nicht kannte. Das Wort „Bein“ kam darin vor und Begriffe wie „Paralysiert“ und „Amputation“. Was für eine Art Zauber sollte das werden? Und zu diesem seltsamen Zauber gehörte wohl auch die große Nadel, die plötzlich auf mich zu kam. „Oh Nein, das tut weh! Nicht schon wieder Schmerzen!“, dachte ich noch, ehe der Schmerz schlagartig wieder verschwand und dafür eine große Schwere und Müdigkeit über mich kam. Dann schickte der Zauber mich an einen Ort, an dem ich tief und fest schlief.
Als ich wieder erwachte, befand ich mich in einem anderen Raum.
Halt! War das ein Käfig, in dem ich mich befand? Hielt man mich jetzt als eine Gefangene? Ich bekam schreckliche Panik und schrie laut um Hilfe.
Irgendwie musste es mir gelingen, zu entkommen und ich versuchte mich an einem starken Fluchtzauber, der mich aus diesem scheußlichen Gefängnis befreien sollte.
Sofort kam eine weitere Lady und öffnete die Käfigtüre.
Haha, ich war noch immer in Form! Der Zauber hatte gewirkt!
Zeit, zu verschwinden!
Aber anstatt mich zu befreien, begann sie mit sanfter Stimme zu mir zu sprechen und reichte mir eine Schüssel mit Essen. Es duftete so unwiderstehlich aus dieser Schüssel, ich konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten und machte mich hungrig über die Leckereien. Bei allen magischen Heiligen, es war das köstlichste was ich jemals gegessen habe. So anders, als die Abfälle, die ich bisher kannte. Das wollte ich am liebsten immer essen.
Eine Woche verbrachte ich in diesem luxuriösen Gefängnis. Später lernte ich dann, dass es ein Krankenkäfig war.
Immer stand genügend magisches Essen für mich bereit und um mich herum waren noch andere Katzen in solchen Käfigen. Alle schienen ganz zufrieden zu sein und sie vertrauten auf den Zauber der Magierin in dem weißen Kittel also beschloss ich abzuwarten.
Am achten Tag kam die junge Frau, die mich hierher gebracht hatte wieder zu mir und sagte:
„Komm jetzt, kleine Abigail, es ist Zeit für dich, in deine Pflegestelle umzuziehen.“
Pflegestelle? Was meint sie damit? Wieder ein neuer Zauber, den ich noch nicht kannte? Ob es da wohl auch dieses wunderbare Essen geben würde?
Vom ersten Augenblick an wusste ich, dass mir dieser Pflegestellen Zauber gefallen würde. Ein Zimmer mit großen Fenstern, überall tolle Spielsachen, alles nur für mich!
Ich war begeistert und wollte sofort alles beschnuppern und den Raum erforschen aber irgendetwas war seltsam, als ich versuchte aufzustehen.
MEIN RECHTES HINTERBEIN WAR WEG!!!
Es tat zwar nicht weh, aber wo zum Teufel war mein Bein? Ich wollte sofort mein Bein wieder haben und beschloss, jeden magischen Trick auszuprobieren, den ich je gelernt hatte, bis es mir gelungen war!
Oh, und genau das habe ich seither versucht. Aber es scheint viel schwieriger zu sein, als ich anfangs dachte.
„Vielleicht bin ich allein nicht stark genug für diesen mächtigen Zauber, vielleicht brauche ich dafür Unterstützung. Dummerweise bin ich aber ganz allein in diesem Zimmer.“
Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, öffnete sich die Türe und meine Pflegemama stellte etwas auf den Boden, das aussah wie eine Kiste. Manchmal funktioniert meine Magie nämlich erstaunlich schnell, und neugierig nahm ich den Inhalt in Augenschein…
Kapitel 3

Ich schnupperte die geheimnisvolle Kiste auf dem Boden gründlich von allen Seiten ab, um ganz sicher zu sein. Jede Katzenmagierin lernt während ihrer Ausbildung auch, wie man Gegenstände auf Gefahren prüft und den Inhalt von Kisten errät. Es war tatsächlich eine andere Katze, yeah!
Die Magie hatte funktioniert! Bestimmt war sie auch eine Magierin, die herbei geeilt war, mir mein Beinchen zurück zu zaubern. Ich schnurrte vor Freude. Die Kiste hatte eine Türe und während Pflegemama Despina sie vorsichtig öffnete, meinte sie:
„Abigail, Kleines, darf ich dir Caramel vorstellen? Sie ist deine neue Mitbewohnerin. Bitte sei nett und höflich zu ihr! Du wirst sehen, ihr habt viel gemeinsam und werdet euch bestimmt gut verstehen!“
Meine neue Mitbewohnerin kam zögernd aus der Kiste und sah sich neugierig um. Wow, war die hübsch! Ihr Fell hatte wunderschöne Farben und ihre Augen waren riesig und braun. Für einen kurzen Moment war ich ein bisschen eifersüchtig. Ob sie hübscher war als ich? Würde meine Pflegemama sie lieber haben? Musste ich mir Sorgen machen? Und dann vergaß ich schlagartig alle dummen Gedanken, denn sie begann damit, das Zimmer zu erkunden und mein Blick fiel auf ihre Beine.
Sie hatte auch nur drei Beine! Das hatten wir also gemeinsam! Um genau zu sein, hatte sie noch vier aber ihr eines Hinterbein war deutlich kürzer als die anderen. Wir hatten beide kein rechtes Hinterpfötchen mehr. Wenn das kein Zeichen war!

Ich unterbrach ihren Erkundungsausflug und fragte sie aufgeregt: „Bist du auch eine Magierin, Caramel? Wir werden geniale Dinge zusammen zaubern wenn wir unsere Kräfte bündeln!“

Überrascht sah sie mich an und ihre großen Augen wurden noch größer. „DU bist eine Magiern? Bei allen Katzenheiligen, ich habe noch nie eine Magierin getroffen, wie aufregend!“
Das war jetzt blöd und ich dachte für mich, wenn sie keine Magierin ist, muss ich dann jetzt die Heilmagie für uns beide zaubern? Oder…ich könnte ihr natürlich auch alles beibringen, so wie meine Mutter mich alles gelehrt hat und sie könnte mir zumindest assistieren. Diese Gedanken behielt ich aber für mich und antwortete freundlich: „Ja, Caramel, ich bin eine Magierin. Aber ich zaubere nur für das Gute. So wie meine Mama, die auch eine gute Magierin war und der ich versprochen habe, immer nur segensreiche Magie anzuwenden. Zur Zeit versuche ich mit dieser Magie mein Bein zurück zu zaubern. Würdest du mir vielleicht dabei helfen wollen? Deines könnten wir natürlich auch zurück zaubern!“
Caramel antwortete mir nicht, dafür sah sie mich ganz komisch an. Was hatte sie nur? Gefiel ihr mein Plan nicht? Wollte sie ihr Bein denn nicht zurück haben? Hatte sie kein Vertrauen zu mir oder war sie vielleicht ein bisschen dumm? Und dann hörte ich zum ersten Mal ihr ruhiges, zartes Stimmchen.
„Ich helfe dir natürlich gern! Aber ich vermisse mein Bein gar nicht! Ich wurde so geboren und finde mich in Ordnung, so wie ich bin! Ich kann prima laufen, springen, klettern, spielen, genau wie Du, wie jede andere Katze auch. Ich genieße mein Leben so wie es ist. Eigentlich habe ich nur einen Wunsch. Könnten wir deine Magie auch für etwas anderes verwenden? Aber ganz gleich, was du vor hast, ich helfe dir sehr gern dabei!“
Wow! Ihre Worte hatten mich schwer beeindruckt! Ich sah ihr nachdenklich zu, wie sie freudig mit jedem neuen Spielzeug herum tobte, das sie fand und entzückt schnurrte, sobald sie ein Neues entdeckte. Dieses süße Katzenmädchen hatte eine wichtige Wahrheit entdeckt, ohne dass ihr das überhaupt bewusst war und jetzt kannte ich diese Wahrheit auch:
Mir ging es auch mit drei Beinen gut. Ich hatte köstliches Essen, Spielzeug und jetzt sogar eine neue Freundin!
Trotzdem juckte es mich im Pfötchen, etwas Magie anzuwenden. Magie ist mein Leben und was sollte ich mit all den tollen Zaubersprüchen anfangen, wenn ich sie nicht anwende? Als ob sie meine Gedanken lesen konnte, setzte sich Caramel neben mich und schlug vor:
„Lass uns doch gemeinsam ein Für-Immer-Zuhause für uns beide zaubern! Unsere Pflegestelle bei Mama Despina ist wunderschön aber da draußen warten so viele andere Katzen verzweifelt auf Hilfe. Wenn wir beide in ein Für-Immer-Zuhause ziehen, dann können zwei Neue unseren Platz und die Chance auf ein bisschen Glück erhalten.“
Caramel hatte innerhalb von ein paar Minuten schon wieder eine wichtige Wahrheit ausgesprochen. Sie ist wirklich klug! Ab jetzt würde ich alles, was ich über Magie weiß, mit ihr teilen und dann versuchen wir gemeinsam, das schönste Für-Immer -Zuhause für uns zu zaubern.
Meine neue Freundin und Magier-Gehilfin schnurrte vergnügt , als ich ihr von meinem Plan erzählte. Jetzt waren wir also ein magisches Team: …Abigail&Caramel….

Abigail und Caramel

Kapitel 4

Ob ich irgendwo einen Fehler in unsere Zaubersprüche gebracht hatte? Caramel und ich haben fast einen Monat an ihrer intensiven Ausbildung gearbeitet, bis sie eine brauchbare Magiergehilfin war.
Ich möchte bestimmt nicht angeben, aber die Kunst der Magie weiterzugeben ist viel schwieriger, als manche das vermuten würden.
Jetzt weiß ich um so mehr zu schätzen, wie geduldig meine liebe Mama immer mit mir war, wenn sie den gleichen Trick immer und immer wieder mit mir übte, bis ich ihn im Schlaf konnte.
Nie war sie ärgerlich oder ungeduldig mit mir, nicht einmal, wenn ich faul war oder unkonzentriert, während ihrer Lektionen.
Wie gerne denke ich an ihre genialen Zaubereien zurück, zum Beispiel den Essenszauber. Ehe sie in den Müllcontainer sprang, verwendete sie immer die richtige magische Formel und fand so stets die besten Speiseabfälle für uns unter dem Müll. Wenn sich wilde Hunde oder Autos näherten, war sie in Hochform. Ihr magisches Timing war perfekt und wir versteckten uns oder kletterten auf einen rettenden Baum, so dass die Hunde und Autos uns nie verletzen konnten.
Auf unserer Pflegestelle bei Mama Despina ist alles ganz anders. Feines Futter, in kleinen, knusprigen Stückchen oder weich und mit delikater Soße, wird uns in einer Schüssel serviert. Manchmal gibt es sogar Leckerlies und Stangen, wenn die anderen von ihren Patentanten ein Paket erhalten haben und uns etwas davon abgeben. Oh, was sind die immer köstlich!
Selbst die Hunde hier sind nicht wild sondern freundlich. Sie schnuppern uns ab und wedeln dabei mit dem Schwanz, manchmal stehlen sie sogar unser Spielzeug. Naja, um ehrlich zu sein, so ganz traue ich dem Frieden noch nicht über den Weg, insgeheim fürchte ich immer noch ein bisschen, sie könnten mich angreifen, so wie die Hunde die ich mit meiner Mama auf der Straße getroffen habe. Daher halte ich meist ein wenig Sicherheitsabstand, man weiß ja nie.
Caramel ist da ganz anders! Sie findet jeden Augenblick etwas neues, worüber sie sich freuen kann und lebt so naiv und unschuldig in den Tag hinein. Trotzdem ist sie eine clevere Katze!
Sie hat jeden Zauberspruch sofort verstanden und wurde die beste Magiergehilfin, die ich mir je erträumt habe.
Als wir gerade wieder einmal mit einem Zauber herumexperimentierten, der uns endlich in ein Für-Immer-Zuhause bringen sollte, hatte ich einen seltsamen Geistesblitz! Keine Ahnung, wie ich darauf kam aber plötzlich war mir sonnenklar, dass mein schwarzes Fell der Grund dafür ist, warum auch unser stärkster Zauber nie funktioniert. Dann fiel mir auch schlagartig wieder ein, dass meine Mama mir irgendwann einmal erzählt hatte, schwarze Katzen, wie sie und ich wären immer ein wenig vom Pech verfolgt. Wie farbenfroh und kurz war dagegen Caramels wunderschönes Fell. Als ich sie so betrachtete, wurde ich sehr traurig. Mein Fell war tief schwarz, wuschlig und lang. Kein Wunder, dass mich niemand mochte und für einen kurzen Moment hasste ich mich!
Irgendwo musste es doch ein Elixir, eine magische Lösung für dieses Problem geben. Ruhelos streifte ich durch die Zimmer. Ha!…Und da war sie, meine Lösung! Sie stand auf dem obersten Regalfach im Badezimmer. Es war das Haarfärbemittel von Mama Despina und ich setzte zu einem gewaltigen Sprung an, um das Glasfläschen herunter zu holen. Auch mit drei Beinen war das kein Problem für mich, mit ausgefahrenen Krallen angelte ich geübt nach dem Objekt der Begierde und holte es sicher auf den Boden.
Haha, Zeit für einen Typwechsel, dachte ich voller Vorfreude, während ich versuchte, die Flasche zu öffnen. Irgendwie muss die Flasche dabei dann aus meinen Pfoten gerutscht sein und fiel mit lautem Krach zu Boden. Ich sah die Scherben, sah die Flecken und Farbspritzer überall und begann zu weinen.
Caramel sagte kein Wort, sie sah mich nur schweigend an. Ich konnte trotz meiner Tränen und Verzweiflung förmlich spüren, wie ihr Blick bis tief in meine Seele drang.
„Was ist, warum starrst du mich so an?“, schluchzte ich. „Du hast ja kein schwarzes Fell, du bist der Glückspilz von uns beiden!“
Caramel wartete geduldig, bis ich mich wieder etwas beruhigt hatte und sagte dann versöhnlich:
„Ich fand schwarze Katzen wie Dich, schon immer etwas ganz Besonderes!
Du siehst aus wie ein kleiner Panther und in vielen Ländern glaubt man, dass deine Fellfarbe Glück ins Heim bringt. Aber unabhängig davon, was wirklich zählt, ist die Seele, die du unter dem Mantel trägst, nicht der Mantel selbst.
Und deine Seele, liebste Abigail, ist wie ein seltener, schwarzer Diamant!
Ich habe noch niemals vorher eine Katze wie dich getroffen. Du möchtest immer jedem helfen und nur Gutes bewirken. Sei geduldig! Ich bin sicher, es wird nicht mehr so lange dauern, bis auch wir beide ein Für-Immer-Zuhause finden werden. Und jetzt lass uns zusammen diese Bescherung hier aufräumen, ehe Pflegemama Despina entdeckt, was du angestellt hast!“
Das ist Caramel wie ich sie kenne und liebe. Immer gelassen und gutmütig!
Manchmal fühlt es sich so an, als wäre ich der Schüler und sie ist mein Lehrer. Aber dann fällt mir wieder ein, dass ich eine Magierin bin und sie meine Gehilfin. Also erkläre ich ihr weiterhin, wie alles funktioniert und welcher Zauberspruch als nächstes an der Reihe ist….

Kapitel 5

Das Leben ist voller Überraschungen.
Gestern Nacht habe ich etwas seltsames geträumt, meine Mama hat mich im Traum besucht. Das macht sie öfters aber letzte Nacht sprach sie zum aller ersten mal über mein Für-immer-Zuhause.
„Abigail, mein liebes Kind, du bist kein süßes Kätzchen mehr sondern eine junge erwachsene Katzen-Magierin. Es ist eine große Freude für mich, von der Welt jenseits der Regenbogenbrücke zu beobachten, wie du dich entwickelst und aufblühst.
Von da, wo ich jetzt bin, kann ich die Zukunft sehen und deshalb wollte ich heute Nacht mit dir sprechen.
Bitte sei nicht ungeduldig in deiner Sehnsucht nach einem Für-Immer-Zuhause und gib die Hoffnung nicht auf! Dein schwarzes Fell ist weich und wunderschön, genau wie deine Augen und deine Seele.
Du bist dazu bestimmt, Glück in eine nette Familie zu bringen.
Du wirst sehen, kleine Abigail, bald träumen deine zukünftigen Lieblingsmenschen in der Nacht von dir und sie werden nach dir fragen. Sie werden einfach wissen, dass du auf sie gewartet hast und versuchen, dich in ihr Leben zu holen!
Aber ich habe noch mehr gesehen, auch deine beste Freundin und loyale magische Gehilfin Caramel wird bald adoptiert werden. Macht weiter, mit eurer Zauberei und vertraut auf eure Bestimmung. Du hast deine Aufgabe, sie mit der Magie vertraut zu machen, ausgezeichnet gemeistert. Ich bin so stolz auf euch beide!
Ach, und ehe ich es vergesse, morgen steht eine Überraschung an, ihr erwartet einen neuen Gast auf eurer Pflegestelle…“
Dann erwachte ich aus diesem wunderschönen Traum.
Es war mitten in der Nacht. Ich konnte den Sternenhimmel glitzern sehen und durch das Fenster schien der Mond. Heute Nacht war er ganz nahe, sein warmes, magisches Licht streichelte sanft über mein Fell und ich fragte mich, ob meine Mama irgendwo da oben war. War dort oben das andere Ende der Regenbogenbrücke und da sass sie jetzt immer und passte auf mich auf?
Neben mir schlief Caramel tief und selig auf ihrem weichen Kissen. Ich rührte mich nicht vom Fleck, damit ich sie nicht aufweckte und dachte intensiv über das nach, was meine Mama mir im Traum über unsere Zukunft erzählt hatte.
Würde diese nette Familie, von der sie sprach, wirklich nach mir suchen? Wie würden sie wissen, dass ich die Richtige bin? Würden sie uns vielleicht sogar beide adoptieren? Würde es dort noch mehr Katzen geben? Ich würde nämlich sehr gern in ein Zuhause mit anderen Katzen adoptiert weden, weil es mit Freunden immer lustiger und kuschliger ist. Irgendwann schlief ich dann aber doch ein, diesmal mit einem glücklichen Lächeln.

Am nächsten Morgen erzählte ich Caramel von meinem Traum.
„Deine Mama war eine Magierin, ich bin sicher, dieser Traum wird in Erfüllung gehen! Vertrau ihr, ich tu das nämlich und glaube fest dran, dass wir sehr bald adoptiert werden!“, antwortete sie aufgeregt und ihre Schnurrhaare bebten vor Begeisterung.
Unser Gespräch wurde plötzlich unterbrochen. Die Türe ging auf und Pflegemama Despina kam in unser Zimmer. Im Arm hielt sie vorsichtig ein kleines Wesen.
„Meine Damen, darf ich euch Casper vorstellen. Er ist ein Hundeopi der ab jetzt von uns mit betreut wird. Er hat viel durchmachen müssen, die letzten Jahre und braucht jetzt euer Mitgefühl und eure Liebe.“
Dann setzte sie ihn vorsichtig vor uns auf den Boden und beobachtete gespannt unsere Reaktionen.

Natürlich bewahrte ich erst einmal gebührenden Sicherheitsabstand. (Auch bei einem Hundeopi muss man erst einmal vorsichtig sein. Er ist schließlich keine Katze!)
Ganz anders, Caramel! Sie fing sofort an, freundlich mit ihm zu plaudern. „Hallo Casper, möchtest du gern mit uns spielen?“
Casper gab keine Antwort.
„Bitte denkt daran, dass er fast taub ist und blind“, erinnerte uns Pflegemama Despina.
Was hatte Casper da eigentlich an, fragte ich mich. Weiße Höschen? Wofür sollte das gut sein? Caramel las meine Gedanken. „Er trägt Windeln, Abigail. So wie auch Menschenbabies welche tragen. In meiner Zeit auf der Straße lebte ich in der Nähe eines Kindergartens, die Babies dort hatten sie auch an.“
Meine Augen wurden feucht. Es war das erste mal, dass ich einen Hund wie ihn sah.Taub, blind und mit einer Windel!
Langsam näherte ich mich und schnupperte an ihm, um zu zeigen, alles ist in Ordnung, ich habe keine Angst mehr. Er schnupperte zurück und wedelte zaghaft mit seinem kleinen Schwanz.
Casper war so niedlich und kleiner als wir.
Plötzlich hatte ich eine ganz verrückte Idee.

„Caramel, heute Nacht werden wir Vollmond haben! Lass uns einen ganz besonderen magischen Zauber vorbereiten, einen den wir bisher noch nie probiert haben und der bewirken wird, dass Casper sich besser fühlt!“
Caramel gab mir ein Nasenküsschen und meinte,
„ich wusste schon immer, dass du ein Herz aus Gold hast, liebste Freundin“. Und dann machten wir uns daran, die magischen Zutaten einzusammeln, die wir für diesen Zauber benötigten…

Abigail und Caramel

Kapitel 6

Vollmond und Mitternachtszauber
Bald hatten wir fast alles bereit für unseren geplanten Zauber. Diesmal wollten Caramel und ich unser Bestes geben, damit sich der Hundeopi Casper ein wenig glücklicher auf der Pflegestelle fühlen würde.
Ein bisschen nervös war ich schon, muss ich gestehen, denn ein ganz wichtiges Detail fehlte noch, und wie wir es beschaffen konnten, machte mir etwas Kopfzerbrechen. Der Zauber musste so nahe wie möglich am Licht des Vollmonds stattfinden, was bedeutete, wir mussten es irgendwie schaffen, auf das Dach des Gebäudes zu klettern.
Caramel, meine liebe Gehilfin zögerte noch und damit machte sie mich nervöser als ich sowieso schon war.

„Abigail, wir sind Hauskatzen, wie sollen wir denn auf das Dach kommen? Der Vollmond wird jeden Augenblick am Himmel erscheinen. Warum versuchen wir den Zauber nicht von hier drinnen aus?“
Für einen Moment war ich unschlüssig aber dann antwortete ich entschieden „Nein, Caramel! Der Zauberspruch funktioniert nur im Freien! Sag mir bitte nicht, was ich tun soll! Es muss einfach einen Weg nach draußen geben! Meine Mama hat immer gesagt, wo ein Wille ist, da gibt es Wege!“
Dann begann ich damit, jede nur denkbare Möglichkeit zu überprüfen, wie wir ins Freie gelangen könnten.
Plötzlich klingelte es an der Tür. Unsere Pflegemama Despina erwartete offenbar Gäste an diesem Abend.
Ha! Das war die Lösung! Zeit auszubüchsen!
Caramel, flüsterte ich aufgeregt: „Ich werde jetzt einen Instant Zauber anwenden, der uns für kurze Zeit unsichtbar macht. Sobald sich die Türe öffnet zähle ich bis drei und dann lauf, so schnell, wie du kannst! Eins…zwei…drei…!“

Die Türe öffnete sich und wir beide rannten, wir sausten auf unseren drei Beinchen, was das Zeug hielt. Ich hörte, wie unsere Pflegemama schrie, „Oh mein Gott, die Katzen sind entwischt, bitte helft mir, sie einzufangen!“
Ich wollte ihnen gerne erklären, dass wir ja nur für ein paar Stunden aufs Dach müssen, um unseren Mondschein Zauber abzuhalten und dann wollten wir sofort zurück. Aber niemand hörte mir zu. Sie packten uns einfach und brachten uns wieder zurück in die Wohnung. Der schöne Plan war Geschichte! Ich weinte und fauchte wütend: „Niemand lässt mich hier ordentlich zaubern! Ich hasse sie alle…und Casper wird es nie besser gehen, ohne unseren Mondscheinzauber!“
Caramel blieb ruhig und sagte nichts, wie so oft. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sie auf Casper zuging, der friedlich auf der Couch in seinen Windeln schlief. Von all dem Lärm, den wir veranstalteten, hatte er nichts mitbekommen. Caramel sprang elegant auf die Couch und legte sich direkt neben ihn.
„Na los, Abigail! Lass uns den Mondzauber hier versuchen, während Casper schläft. Er wird die Magie des Vollmonds in seinen Träumen spüren.“
Was für eine brilliante Idee! Direkt an Casper zu zaubern, darauf war ich noch gar nicht gekommen! Und genau das taten wir dann. Wir pumpten ihn voll mit unserer liebevollen Magie, bis wir erschöpft auf der Couch einschliefen. Da lagen wir dann alle drei. Wieder besuchte Mama mich in meinen Träumen. Diesmal war sie sehr ernst und besorgt.
„Abigail, Liebling, deine Idee, dem traurigen Hundeopi helfen zu wollen, war wirklich bemerkenswert! Aber versuch niemals, hörst du, niemals mehr aus deiner Pflegestelle zu entwischen! Deine Pflegemama hat dich sehr lieb und deine zukünftige Für-Immer-Familie hat bereits begonnen, von dir zu träumen. Wenn du hier verschwindest, dann werden sie dich nicht finden können, wenn es soweit ist und sie dich adoptieren möchten.
Es gibt so viele Gefahren, da draußen! Das Dach ist viel zu hoch und nicht gesichert. Du darfst da nicht hoch gehen. Sicher erinnerst du dich, wie schwer unser Leben auf der Straße war. Hunde, Katzen, Autos, böse Menschen, all das hat uns jeden Tag bedroht. Ich wünsche mir so sehr, dass es dir einmal besser ergeht als mir und ich weiß, dass du schlau genug bist, dein Leben nicht fahrlässig wieder in Gefahr zu bringen! Nach diesen Worten küsste sie mich zwischen den Öhrchen, so wie sie das früher immer getan hatte und dann verschwand sie. Ich schlief tief und fest weiter, und wunderte mich im nächsten Traum, warum ich immer so dumme Sachen anstelle.
Am nächsten Tag weckte uns Casper mit seinem Bellen. Er wedelte munter mit dem Schwanz und leckte uns über das Gesicht. Deutlicher hätte er uns nicht zeigen können, wie gut ihm unser Mondzauber bekommen war.
Caramel lachte glücklich und begann, mit ihm zu spielen. Während ich den beiden zusah, wie sie Spass hatten, war ich sehr stolz auf uns. Der ganze Ärger hatte sich also doch gelohnt! Wir konnten unseren Hundeopi Casper tatsächlich ein bisschen glücklicher machen. Mission erfolgreich beendet! Vergnügt schloss ich mich den beiden an und spielte eine Runde mit…

Kapitel 7

Glückliche Tage! Caramel und ich waren ganz aus dem Häuschen vor Freude über unseren großartigen, magischen Erfolg, den wir bei Casper bewirkt hatten. Seine Veränderung und neue Lebensfreude verlieh uns Hoffnung und Mut, mit unseren Zaubersprüchen weiter zu machen!
Am gleichen Abend kam Pflegemama Despina in unser Zimmer, sie war vollbepackt mit Leckereien und neuen Spielzeugen. Und dann erklärte sie uns etwas, das ich nie vorher gehört hatte:
„Ladies, ich habe tolle Neuigkeiten für euch! Ihr habt beide zwei wunderbare Patentanten in Deutschland gefunden, die euch ab jetzt ein bisschen mit unterstützen und die euch mit ihren warmen Herzen diese fantastischen Geschenke gesendet haben. Sie heißen Annett und Claudia. Und stellt euch vor, auch unser Casper hatte Glück, auch für ihn meldete sich eine Patentante, für ihn sorgt jetzt Anna mit. Heute nachmittag werde ich gleich losziehen und seine Lieblings- Kaustangen einkaufen.“
Woohoow! Ich ließ die tollen Leckereien, die sie da trug, nicht aus den Augen! So genau hatte ich zwar noch nicht verstanden, warum jemand so nett gewesen war, uns all die Schätze zu schicken, aber eines stand fest: Eine Patentante zu haben war cool! Neue Spielsachen und leckere Knabbereien? Ha! Das musste auch eine Art Zauber sein, und er gefiel mir!
Aber was würde das für unseren Traum bedeuten, ein Für-Immer-Zuhause zu finden? War das jetzt auch mit in diesem Paten-Zauber enthalten?
Caramel las meine Gedanken, wie gewöhnlich. Sie meinte:
„Eine Patentante zu haben ist etwas ganz Großartiges, solange du auf einer Pflegestelle bist. Aber es ist nicht das gleiche, wie ein Für-Immer-Zuhause. Mit einer Patenschaft möchten uns liebe Menschen sagen, dass wir nicht alleine sind und dass sie sich ein wenig um uns kümmern, bis wir unser Für-Immer-Zuhause gefunden haben.“
Ich war misstrauisch, wie immer.
„Wie kommt es nur, dass du immer alles weißt, Caramel? Du weißt nicht nur immer was ich denke sondern du hast auch stets gleich die richtige Antwort parat!“
Sie lächelte bescheiden und antwortete:
„Abigail, du hast mich gelehrt, eine gute Hexe zu sein. Deine wertvollen Lektionen haben mich zu einer gemacht. Deshalb weiß ich alles. Schau, die Sonne geht unter und es wird dunkel! Lass uns vor dem Schlafengehen ein Spiel spielen! Wir stellen uns unser Für-Immer-Zuhause vor. Ich fange an!
Oh, ich hätte am liebsten ein Zuhause mit einem Balkon oder einem Garten. Und dann wäre es schön, wenn da noch andere Katzen Freunde wären oder auch Hunde. Und du, Abigail?“
Ich schloss die Augen und versuchte mir vorzustellen, wie mein Für-Immer-Zuhause aussehen sollte. Was würde sich Mama für mich wünschen? Sie hat nämlich immer nur das Beste für mich gewünscht. Ich dachte noch eine ganze Weile darüber nach, dann öffnete ich die Augen. Ich blickte durch das Fenster in den Nachthimmel und sagte:
„Ich hätte auch sehr gern ein Zuhause mit einem Balkon oder Garten. Katzen Freunde mag ich aber lieber als Hunde. Aber das Allerwichtigste…ich möchte in diesem Für-Immer-Zuhause mit dir zusammen sein. Du bist meine beste Freundin und es wäre so wunderbar, wenn wir auch in Zukunft alles miteinander teilen könnten!“
Während ich den letzten Satz aussprach, verglühte eine Sternschnuppe am Himmel und leuchtete für kurze Zeit hell in der Dunkelheit.
“Wow! Abigail, weißt du, was es bedeutet, wenn man das Glück hat, eine Sternschnuppe zu sehen? Es bedeutet, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen! Bald wird der Sternschnuppen Zauber bewirken, dass wir einem ganz lieben Menschen im Traum erscheinen!“
Die Freudentränen schossen mir in die Augen. Plötzlich konnte ich bis in die Schwanzspitze spüren, dass wir unserem Traum von einem Für-Immer-Zuhause schon sehr nahe waren. Selbst der Nachthimmel hatte uns seine Zeichen geschickt! Caramel küsste mich sanft auf die Nasenspitze und schnurrte vergnügt:
„Lass uns heute erst später ins Bett gehen! Jetzt spielen wir erst einmal mit all den wunderschönen Spielsachen von unseren Patentanten, schlafen können wir auch noch später…“

Kapitel 8

Die letzten Wochen vergingen sehr schleppend.
Keine Ahnung, warum es so war, aber meine Mama hat aufgehört mir zu erscheinen und das machte mich sehr traurig. Ob auch sie mich vergessen hatte?
Aber gestern Nacht dann, oh heiliges Schnurrhaar, da überquerte sie tatsächlich wieder die Regenbogenbrücke und kam mir mit einem breiten Lächeln im Gesicht entgegen. Sie erzählte mir, sie sei gekommen, um mir ein großes Geheimnis anzuvertrauen! Ich platzte fast vor Ungeduld, dieses Geheimnis zu erfahren aber alles, was sie mir dann verriet, war:
„Meine süße Kleine, eines kann ich dir versichern, sobald du es erfährst, wirst du überglücklich sein. Sei noch ein klein wenig geduldig und vertraue der Magie!“
Als ich aus meinem Traum erwachte, schien die Sommersonne durch das Fenster und neben mir spielte Caramel friedlich mit ihrem Spielzeug. Sie sah, dass ich wach war, unterbrach ihr Spiel und meinte:
„Deine Mama ist wunderschön, Abigail und ihr seht euch sehr ähnlich!“
„Woher weißt du das?“, fragte ich überrascht. „Du hast sie doch nie kennengelernt!“
Caramel lächelte und antwortete:
„Heute Nacht ist sie auch mir zum allerersten Mal im Traum erschienen, weil sie uns sehr bald ein großes Geheimnis verraten möchte. Ihr Fell ist lang und weich, genau wie deines. Und ihre Stimme ist die sanfteste Stimme, die ich je vernommen habe.“
Plötzlich hatte ich Gänsehaut und wir sahen uns wortlos an. Irgendetwas ging gerade vor sich, mir war nur noch nicht ganz klar, was all das zu bedeuten hatte.
Dann öffnete sich die Türe zu unserem Zimmer und Pflegemama Despina kam in den Raum. In der Hand hielt sie unsere Lieblings-Leckereien und während sie uns die köstlichen Stangen reichte, summte sie vergnügt ein Lied. Es war sehr schön und handelte von zwei kleinen Hexen, von Magie, Sehnsucht und Liebe und einem Geheimnis, das sehr bald enthüllt werden soll…

Kapitel 9

UND AM ENDE SIEGT IMMER DIE MAGIE DER LIEBE…
Das schöne Lied, das unsere Pflegemutter Despina fröhlich trällerte, handelte von zwei kleinen Waisenkätzchen, die auf wundersame Weise magische Fähigkeiten erlernten, Zaubersprüche und Rituale, die sie jeden Tag übten, um anderen Tieren und sich selbst helfen zu können.
Ihr größter Wunsch war es, ein Für-Immer-Zuhause zu finden, einen Ort mit einem freundlichen Menschen, bei dem sie bis ans Ende ihrer Tage bleiben dürfen, mit anderen Katzenfreunden und vielleicht sogar einem kleinen Balkon, um dort die Sterne in der Nacht und am Tag die Sonne genießen zu dürfen.
Es war ein steiniger Weg, bis zur Erfüllung dieses Wunsches und er gestaltete sich viel länger als sonst üblich. Sie mussten ihre Vergangenheit als Streuner hinter sich lassen und sich als das akzeptieren, was sie waren. Erwachsene, dreibeinige Katzen, aber nach wie vor wunderschön und jede von ihnen mit einem zauberhaften Charakter.
Eine der Katzen in diesem Lied hatte das Schildpatt Muster in ihrem Fell und ihr rechtes Hinterbein war ein Stückchen kürzer als die anderen drei. Sie war sehr verspielt, dabei aber ruhig und überaus klug! Die andere Katze war schwarz, sie hatte langes, weiches Fell und ihr fehlte das rechte Hinterbein. Sie war ein wenig zurückhaltend, liebt am meisten die Gesellschaft anderer Katzen und beobachtet gerne die Menschen. Ihre Für-Immer-Familie wird einmal sehr glücklich sein, mit ihnen zusammen zu leben, denn sie sind etwas ganz Besonderes!
An dieser Stelle stoppte das Lied abrupt, denn unserer Pflegemama Despina brach die Stimme. Ihre Augen waren voller Tränen. Sie nahm uns beide in die Arme, drückte uns fest an sich und während sie noch schluchzte, zog sie einen Brief aus ihrer Tasche. „Es ist ein magischer Brief aus Deutschland für euch angekommen“.
Zum Glück lächelte sie bereits wieder, trocknete ihre Tränen und begann, ihn uns vorzulesen.
Während Mama Despina uns den Brief vorlas, waren wir so selig, dass Caramel ihr die Hände abschleckte und ich gab unentwegt Köpfchen, um meine Freude zum Ausdruck zu bringen. Als sie fertig war, brauchte ich eine Weile, um zu begreifen, was dieser Brief für uns bedeutet!
Unsere lieben Freunde in Deutschland, Bettina, Micaela und deren wunderbares Team hatten es wieder einmal geschafft, ein Märchen wahr werden zu lassen!
Ihre starke Magie hatte für Caramel und mich das denkbar schönste Zuhause gefunden!
Caramel und ich würden zusammen bleiben dürfen! Niemand würde uns trennen, wir werden andere Katzenfreunde zum Spielen haben, ein warmherziges und schönes Zuhause mit der besten Für-Immer-Mama, die man sich nur wünschen kann!
Die Nacht brach herein aber ich war so glücklich, dass ich nicht einschlafen konnte. Ich schloss die Augen und plötzlich sah ich meine Mama wieder. Sie lächelte glücklich und sagte:
„Abigail, mein Schatz, du bist jetzt bereit, um mit Caramel zusammen deine Pflegestelle zu verlassen. Ihr werdet damit zwei anderen Katzen einen Platz ermöglichen, die bald eintreffen werden und auch gerne Mitglieder der SCARS und Frieden für Pfoten Familie sein möchten. Mein Auftrag ist nun erfüllt. Aber du wirst mich immer finden, schau in den Sternenhimmel und ich werde da sein! Von dort oben werde ich weiter mitverfolgen, was du tust und gut auf dich aufpassen!
Bitte versprich mir eines, zaubere mit Caramel weiter, um auch den nächsten Tieren nach euch zu helfen. Sie brauchen dich!“
Ich sah sie glücklich an und antwortete:
„Ja, Mama. Das verspreche ich dir! Wir werden mit unserer Magie so vielen Tieren helfen, wie irgend möglich!“
Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich Caramel am Fenster sitzen. Sie betrachtete den Sternenhimmel.
„Schau dir diesen leuchtenden Stern an, Abigail. Ist er nicht wunderschön? Ich habe ihn nie vorher bemerkt.“
Meine Augen füllten sich mit Tränen und ein warmes, vertrautes Gefühl breitete sich in meinem Herzen aus und ich flüsterte:
„Ja, Caramel, dieser Stern ist etwas ganz besonderes….“
-ENDE-

 

Diese Geschichte wurde von Despina Rapti und mir erdacht, weil die beiden Dreibeinchen ewig bei ihr in Athen auf der Pflegestelle darauf warteten, adoptiert zu werden… leider vergeblich. Ich wollte gerne eine Prise Magie versuchen und wir hatten nicht nur viel Spaß an dieser Geschichte, die beiden Magierinnen fanden dadurch auch ein zauberhaftes Zuhause bei Marina. ❤

 

Alle Rechte an Bild und Text:  Despina Rapti/ Bettina Marie Schneider

 

Abigail und Caramel

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Prinzessin Lillyfee … Etwas fürs Herz <3

Plese scroll down for English text.

Es war einmal eine kleine Prinzessin, der gute Feen die Gabe geschenkt hatten, Freude und Hoffnung in die Welt zu bringen. Das wusste die kleine Prinzessin jedoch nicht und wie hätte sie es auch ahnen können?

Denn ihr Leben war vom ersten Tag hart und sehr gefährlich, sie wurde auf der Straße geboren. Das Schlimmste Schicksal, das einer Katze, mit einem Herzen voller Liebe, passieren kann. Viel zu früh war sie ganz auf sich allein gestellt, denn ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Niemand war da, der sie liebte oder den sie lieben konnte.

Die kleine Prinzessin versuchte tapfer, sich alleine durchs Leben zu schlagen. Sie litt großen Hunger, musste ihren Durst an den schmutzigen Pfützen aus Unrat stillen und zu allem Unglück bissen wilde Tiere ihr auch noch ein Stück ihres Beinchens ab. Das Schicksal war sehr grausam zu ihr aber sie gab nicht auf.

Immer wies ihr ein Fünkchen Hoffnung den Weg, der tief in ihrem Herzen strahlend hell leuchtete, und dieser Funke war es, der ihr schließlich auch den Weg zu den Menschen zeigte, obwohl ihre Mutter sie immer gewarnt hatte, den Menschen zu vertrauen. „Was habe ich noch zu verlieren?“ , dachte sich die kleine Prinzessin und begann zu laufen, so schnell sie ihre dreieinhalb Beinchen trugen.

Als sie die Frau entdeckte, die gerade Futter für alle Streuner Katzen auf den Boden streute, humpelte sie ihr hoffnungsvoll entgegen und bat um Hilfe. Die Frau sah sie zwar aufmerksam an, streichelte sie und für einen Augenblick glaubte die Prinzessin sogar, sie wäre verstanden worden. Aber dann ging die Frau einfach weg und ließ sie wieder allein zurück. Die Prinzessin war verzweifelt. Vielleicht sollte sie einfach weiter laufen, immer weiter, bis irgendwann der gnädige Tod die Erlösung von Hunger und Schmerzen brachte, bis sie vor Erschöpfung einfach einschlafen konnte und nie mehr aufwachen. Dann machte sie sich auf den Weg.

Unsere Prinzessin konnte nicht wissen, dass die Frau nur weggegangen war, um die Feen des kleinen Königreiches um Hilfe zu bitten und als diese Feen einen Boten schickten, die kleine Prinzessin zu holen, war sie verschwunden.

Die Feen waren untröstlich. Sie wussten von der wichtigen Aufgabe, die diesem Kätzchen in die Wiege gelegt worden war und besonders eine der Feen, die der Prinzessin bereits einen Namen geschenkt hatte, wollte nicht aufgeben.
Sie fühlte, dass Lillyfee  noch lebte und irgendwo da draußen auf Rettung wartete und bat jeden um Hilfe, der ihr irgend einfiel. Auch einen tapferen Ritter, der immer zur Stelle war, wenn jemand Hilfe benötigt.
Der Ritter versprach ihr, jeden Stein im Königreich umzudrehen, bis er Lillyfee gefunden hatte, damit Lillyfee der Welt Hoffnung und Liebe schenken kann, die überall so bitter benötigt wird. Dann sattelte er sein weißes Pferd und machte sich auf den Weg …

wie die Geschichte weiter geht, seht ihr in diesem Video 

Lillyfee

 

Once upon a time there was a little princess. Good fairies gave her the gift of bringing joy and hope into the world. But the little princess did not know that and how could she have known?

Because her life was hard and very dangerous from her first day. She was born on the street. The worst fate that can happen to a cat, with a heart full of love. Far too soon she was completely on her own, because her mother died shortly after birth. No one was there who loved her and no one was there, she could love.
The little princess bravely tried to make her way through life. She was suffering from great hunger, had to quench her thirst at the dirty puddles of filth, and to make matters worse, wild beasts bit off her leg as well. Fate was very cruel to her but she did not give up.
A spark of hope always showed her the way that shone brilliantly and bright, deep in her heart, and it was this spark that finally showed her the way to the people. Even if her mother had always warned that it was dangerous and certain death to trust people. „What else have I to lose?“ , thought the little princess and started walking as fast as her three and a half legs carried her.
When she spotted the woman, who spread some food for all the strays on the floor, she limped hopefully to her and asked for help. The woman looked at her attentively and for a moment the princess even thought she had been understood. But then the woman just walked away and left her all alone again.
The princess was desperate. Maybe she should just keep walking, on and on, until at some point the merciful death brought relief from hunger and pain until she could just fall asleep from exhaustion and never wake up. She started walking.
Our princess could not know that the woman had just left to ask for help from the fairies of the little kingdom, and when those fairies sent a messenger to fetch the little princess, she was already gone.
The fairies were heartbroken. They knew of the important task that was given to this kitten in the cradle and especially one of the fairies, who had given the princess a name, did not want to give up.
She felt that her Lillyfairy was out there somewhere, waiting for rescue and she asked everyone for help that she could think of. She also asked a brave knight who was always there when someone needed help.
The knight promised to turn every stone in the kingdom upside down until he found Lilly Fairy, so that Lilly Fairy could give hope and love to the world … blessings, that are so desperately needed everywhere. Then he saddled his white horse and set off …
How the story continues, you can see in this video ❤
Happyend made by SCARS und Frieden für Pfoten ❤

 

 

Thank you to all my wonderful friends … Fairies and Knights in Greece, Nafsika, Nikos and a huge thank you to Elena, for the video ❤

 

Katze, Tierschutz

Manchmal muss der Kopf über das Herz entscheiden und auch für Hilfe gibt es ein paar Regeln im Auslandstierschutz

Deutschland wird schier überschwemmt von Tieren, die aus dem Ausland adoptiert werden, es gibt einfach zu viele Länder, in denen einzig Rettung eine Option auf Leben und eine Chance ermöglicht. Verbleiben die Tiere in ihrem Herkunftsland, sind sie nicht selten dem Tod geweiht oder fristen ein Dasein, das wir keinem Geschöpf wünschen. Soweit so schlecht.

Trotzdem wird jeder seriöse Helfer zustimmen, dass wir nicht alle retten können. Ich stehe jeden Tag vor unliebsamen Entscheidungen. Entscheidungen, die jedoch nicht nur das Wohl des geretteten Tieres berücksichtigen dürfen sondern auch die Frage, wie das Leben der anderen Tiere in dem neuen Zuhause beeinflusst wird, ob es andere Familienmitglieder vielleicht sogar in Gefahr bringt, wenn leichtfertig jemand dazu gesetzt wird, der durch Angst und Gewalt geprägt wurde, um überleben zu können, der Kampf und Verteidigung um jeden Bissen, jeden Ruheplatz und auch jede Streicheleinheit verinnerlicht hat.

Wirklich aufmerksam auf diese Problematik wurde ich erst, als ich bei einer Nachkontrolle von einem Hund heftig gebissen wurde. Natürlich hatte ich alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Leichtfertig war der neue Besitzer, der den Hund frei laufen ließ, und ihm so Gelegenheit gab, auf mich zuzustürmen, sich in meinem Bein zu verbeißen und auf diese Weise seiner Angst und Unsicherheit Ausdruck verlieh, weil  jemand sein neues Zuhause betreten wollte. Angsthunde reagieren anders als andere Hunde und die Tierheime sind voll mit den abgegebenen Adoptionstieren, die sich als wesentlich schwieriger zu sozialisieren erwiesen, als blauäugig vermutet wurde. Hauptsache raus aus dem Shelter, rein in den Transportwagen, rein in den Flieger und nach uns die Sintflut. Die Zeche bezahlt der Auslandstierschutz als Gesamtheit, durch einen schlechten Ruf, durch nicht wenige menschliche oder tierische  Bissopfer, geschlagene Tiere, entlaufene Tiere oder andere Kollateral Schäden.

Hunde, in Einzelfällen auch Katzen, die bisher hart um ihr täglich Brot, ihr Revier oder einen Platz an der kargen Futterschüssel kämpfen mussten, die misshandelt wurden, brauchen einige Zeit, um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Die Mehrzahl der adoptierten Glückspilze ist friedlich und lebt sich schnell ein. Was mit den anderen passiert, liegt meist am Geschick, der Umsicht und Geduld der vermittelnden Tierschutz Organisation.

Vor jeder geplanten Adoption ist es daher ein MUSS, sich über den Charakter des Tieres ein Bild zu machen. Krankheiten sind vorher abzuklären, die eine Gefahr für andere Tiere darstellen, die bereits im Haushalt leben. Nicht jeder Hund ist katzenfreundlich und während die meisten nach einer Zeit des Kennenlernens friedlich oder sogar freundschaftlich miteinander umgehen, kann in Härtefällen ein gezielter Nackenbiss die Annäherung beenden, ehe sie richtig passiert ist oder die Katzen für immer aus dem Haus treiben, die sich nicht an tägliche Jagdspielchen gewöhnen wollen.

Es gibt so unendlich viel zu beachten, wenn eine Adoption wirklich für alle Beteiligten stimmig sein soll, wenn die Tiere nicht zu Wanderpokalen werden sollen, die von einem Platz zum anderen, von einer Pflegestelle dann in ein Tierheim wandern.

Die richtige Auswahl ist die halbe Miete für eine zweite Chance, die ein Leben lang trägt….was mich angeht, …nicht die Stärksten und Fittesten sondern die kranken, die Duckmäuser und die Schwachen zuerst, denn sie haben die geringsten Chancen auf ein Überleben in den Sheltern oder auf der Straße…

Adoption ins Ausland, die weite Reise, der Stress, alle damit verbundenen Risiken sind nur deshalb notwendig, weil wir es nicht schaffen, in den betreffenden Ländern Kastration, Aufklärung und Hilfe vor Ort in ausreichendem Maß bereit zu stellen. Keine Pflegestelle ist glücklich, ihr Tier Tausende Kilometer weit weg zu wissen. Es ist einzig das Wissen um die Chance auf Leben und die Notwendigkeit den nächsten Notfall nach dem adoptierten Tier zu helfen, das sie zu diesem oft schmerzhaften Schritt bewegt. Von den Sheltern, die damit ihr schmutziges Geld verdienen, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, sie zähle ich nicht zu den Tierschützern sondern ihr Handeln ist eine schmutzige Gelddruckmaschine, die den Tieren schadet und auch dem Ruf aller ehrlichen und seriösen Tierschützer, die übrigens weit in der Überzahl sind. Leider liest man nur von den anderen regelmäßig, denn die effektive und seriöse Arbeit aller beherzten Tierschützer im Ausland interessiert nicht so sehr, wie die Sensationsschlagzeilen der schwarzen Schafe.

Fazit, obwohl ich bei jeder gelungenen Adoption überglücklich für die betroffenen Tiere bin, liegt mein Augenmerk mehr und mehr auf den Maßnahmen vor Ort. Wir können nicht alle bei uns aufnehmen und daher ist Kastration, Kastration und noch einmal Kastration DIE Lösung, an der wir alle noch viel intensiver arbeiten sollten. Für jedes Tier, das nach Deutschland verbracht wird, könnten für die gleichen Kosten leicht vier andere Tiere vor Ort kastriert werden, und damit auf einen Schlag nicht nur vielfaches Leid gelindert sondern ganz verhindert werden.

Nach wie vor setze ich alles, was mir zur Verfügung steht dafür ein, chancenlosen Tieren ein Happyend in Deutschland zu schenken. Nach wie vor habe ich für jeden nur einen mitleidigen Blick übrig, der meint, Tierschutz hört an der Landesgrenze auf… aber mittel- und langfristig sollte Tierschutz in Deutschland nicht nur Hochburg der Auslandsadoptionen sein sondern engagierter und fordernder Partner für alle Länder und alle Tierschützer, die nicht an einem Tropfen interessiert sind, der die meisten Tiere gar nicht erreicht, sondern an effektiver Hilfe, die verändert…

Futterstellen und medizinische Versorgung der Tiere, die bereits vor Ort sind. Adoption für Härtefälle und spätestens dann muss ein Konzept greifen, das weitere Vermehrung verhindert, muss alles andere vor dieser immens wichtigen Aufgabe zurück stehen. Auch wenn es manchmal schwer fällt…und auch wenn diese Aktivitäten leider wenig Aufmerksamkeit und Rückhalt unter den Tierschützern hier erfahren und vor Ort nur sehr schwer durchführbar sind.

Poste ich das Bild eines verletzten Tieres und bitte um Hilfe…dann ist in fast jedem Fall eine gelungene Rettung das erfreuliche Resultat. Poste ich den Bericht über eine Kastrationsaktion, an der sich zahlreiche Helfer die Nächte um die Ohren schlugen, die mit viel Geduld und Einsatz wieder einer ganze Kolonie das Überleben ermöglicht haben…dann sinkt die Anzahl der Klicks und die Spendenbereitschaft ist wesentlich geringer obwohl auf diese Weise buchstäblich hunderte Tiere davor bewahrt werden, als nächstes in einem Post zu erscheinen, der sie abgemagert, krank, verletzt und erbarmungswürdig auf Facebook präsentiert. Klingt seltsam…ist aber so….Daran sollten wir arbeiten ❤

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Was ich von meiner Katze über das Leben gelernt habe…

Was ich von meiner Katze über das Leben gelernt habe …

Luna war als „Ersatz“ gedacht und wurde von mir sicher wegen einer gewissen Ähnlichkeit zu meiner Herzenskatze ausgewählt.

Sie zeigte mir, dass Liebe nicht reproduzierbar ist sondern immer wieder neu entdeckt und gelebt werden muss, sie ist charakterlich so ziemlich genau das Gegeneil von dem, was ich verloren und wieder gesucht hatte…egal! Ich lernte jede Eigenheit zu lieben und auch, dass Äußerlichkeiten völlig in Vergessenheit geraten, wenn man liebt.

Luna ist launisch, egozentrisch und fordert lautstark ein, was sie möchte und braucht.

Sie zeigte mir, dass es nicht immer nachteilig sein muss, wenn man sich seiner selbst sicher ist, Eigenheiten und Vorlieben auslebt sondern Ausdruck der Persönlichkeit, die sie unverwechselbar macht und noch liebenswerter.

Luna wurde alt und krank,ihr Aussehen veränderte sich und auch das, was ihr an Beweglichkeit und Aktionsradius möglich ist.

Sie zeigte mir, dass Altern ein wunderschöner, natürlicher Prozess ist, der die Züge feiner und ausdrucksstärker macht, und wie man sich würdevoll und gelassen an Beschränkungen anpassen kann.

Luna hat manchmal Schmerzen und ist müde.

Sie zeigte mir, dass das Leben trotzdem erfüllt und lebenswert sein kann, verschläft die schlechten und genießt die guten Tage, freut sich an jedem Sonnenstrahl, an der Wärme der Heizung und in der Geborgenheit meiner Arme.

Luna ist wählerisch, verweigert alles, was sie nicht möchte, auch Medizin oder Veränderungen.

Sie zeigte mir, dass es richtig ist, und der Gesundheit förderlich, gegen alle Vorgaben dem eigenen Instinkt zu vertrauen und ohne schlechtes Gewissen dem Bauchgefühl zu folgen.

Luna vertraut und liebt bedingungslos, allerdings nur ausgewählten Personen gegenüber, alle anderen werden ignoriert oder gemieden.

Sie zeigte mir, dass Vertrauen und Liebe kostbar und nicht selbstverständlich sind und wir damit sorgsam umgehen sollten.

Luna war zu jedem Zeitpunkt genau so, wie sie war und lebt, das was ist … eine kleine Zen Meisterin auf vier Pfötchen. Mein Lieblings Zen Spruch, könnte auch von ihr sein:

“Was machst du, um dich zu entspannen?”, fragt der Schüler seinen Meister.
“Nichts”, erwiderte der Meister. “Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.”
“Das tun doch alle”, meinte der Schüler darauf.
“Eben nicht!”, antwortete der Meister.

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Briefe an Valerion…

Für Valerion…1

Liebster Valerion,

du magst Dir vielleicht allein und vergessen vorkommen, isoliert von den anderen Katzen, krank und voller Sehnsucht nach dem einzigen Menschen, der dich je geliebt hat…aber das bist du nicht!
Du bist nicht verlassen!
Das Problem ist nur…um dir zu helfen brauchen wir einen Engel oder ein Wunder, am besten beides!

Martha hat dich in die Cattery gegeben, weil du so verzweifelt auf der Suche nach Liebe warst, dass du in Konkurrenz mit den vielen anderen Katzen auf der Pflegestelle kamst und einer von ihnen hat dich sogar angegriffen.
Sie hat dein Leid gesehen, dich von der Straße geholt, zu allen OP s und schlimmen Prozeduren begleitet. Sie hat auf dich gewartet, wenn du wieder in der Klinik warst und sie wünscht sich wie wir alle, endlich ein kleines bisschen Glück, Geborgenheit und Gesundheit für dich.

Die Menschen, die dir so in dein kleines Gesicht traten, als du arglos auf der Straße nach Futter und Zuneigung gebettelt hast, haben ganze Arbeit geleistet. Das Loch in deinem Gaumen, verursacht durch die Knochensplitter des Nasenbruchs, ist trotz OP bis jetzt nicht behoben. Du wirst eine zweite benötigen. Vielleicht.
Die Medikamente gegen die dadurch immer wieder aufsteigenden Entzündungen im Rachenraum haben dir weitere Probleme verursacht. Du niest und rotzt, hast offene Wunden und stehst daher nicht auf der Top 10 der Adoptionswünsche. Du hast FIV, was zwar nicht wirklich ein Hindernis ist, aber für manche Menschen, die nicht so gut informiert sind, ein weiteres Hindernis darstellt.
Wir wissen, was du für ein wunderbarer kleiner Kater bist, wir haben dein großes Herz, deine Geduld und Würde kennengelernt. Auch deinen Lebenshunger und Kampfgeist. Wir wissen, dass du trotz FIV verträglich mit anderen Katzen leben kannst und auch leben möchtest!

Du bist etwas ganz besonderes und nur zu gern würden wir wieder gut machen, was das Leben und die Menschen dir bisher zugemutet haben. Wir arbeiten daran, lieber Val!
Am Geld soll es nicht scheitern! Wir geben gern alles was wir ermöglichen können für deine Behandlung.

Aber wir suchen den Engel, der dich aufnimmt und dich auf dem Weg zum gesund werden begleitet, einen Engel, der sich nicht von deinem Schnupfen abgestoßen fühlt sondern dich so liebt, wie du bist und der deine unerschöpfliche Zuneigung genießt.
Wir suchen nach dem Wunder, dich nach Deutschland zu holen, eine Behandlung in der besten Tierklinik zu ermöglichen, dich irgendwann gesund und mit glücklichen Augen von einem Happyend Bild schnurren zu sehen.

Daran arbeiten wir lieber Val und senden dir Grüße und Zuversicht.
Halte noch ein wenig durch…es gibt einen solchen Engel…wir müssen ihn nur für dich finden!

PS: Für mich bist du einer der Schönsten 
In Liebe
Bettina

Für Valerion…2

Liebster Valerion,

auch wenn du dich einsam und hoffnungslos fühlst, es passieren wunderbare Dinge für dich und du musst durchhalten, mein Kleiner! Vielleicht gibt es dir Kraft und Trost, wenn ich dir schreibe, was wir gerade alles für dich unternehmen.

Wir hatten stets gehofft, die Zeit und deine erste OP würde es richten und du erholst dich bei SCARS. Deshalb haben wir mit einer Adoption für dich abgewartet. Du solltest gesund in dein neues Zuhause reisen. Ich fühle mich schuldig, weil ich dein wichtigstes Bedürfnis übersehen habe:
Vor allem anderen hast du dich nach Liebe und Geborgenheit gesehnt und deine endlosen Aufenthalte in der Klinik, das ständige Kommen und Gehen von anderen sehr bedürftigen Katzen, hat dich verunsichert und weiter geschwächt, du wurdest gemobbt und schließlich sogar auf eine andere Pflegestelle gesetzt. Der Krankenkäfig wurde dein Gefängnis und wir möchten dich endlich da heraus holen.

Der Mensch, der dich so misshandelt hat, wird wohl nie seine gerechte Strafe erhalten aber wir versuchen wieder gut zu machen, was dir widerfahren ist. In Athen wie in Deutschland bist du nun Chefsache.
5 Menschen sind gerade damit beschäftigt, für dich Flug, Behandlung und ein Zuhause zu finden. Es wird riskant, es wird sicher unangenehm, …noch eine weitere OP für dich, noch einmal die gefürchtete Klinik…
Ich möchte ehrlich zu dir sein: Ja, du könntest vielleicht sogar sterben. Wir wissen aber beide, dass du das sowieso gerade vor hast und daher werden wir diese Chance nutzen! Wir werden es wagen, denn du kannst wieder gesund werden.
Stell dir vor Valerion, ohne Schmerzen, mit einem eigenen Menschen, bei dem du nach Herzenslust kuscheln kannst, frei im Haus alles erforschen, zusammen mit netten Katzenfreunden und bei jemandem, der dich so liebt, wie du bist. Für immer 

Nafsika kümmert sich in Athen weiter um deine Versorgung, Micaela sucht auf Hochtouren nach einem Zuhause und einem Flug für dich und Gitta nach der besten medizinischen Option.
Ich werde in der Zwischenzeit die Menschen hier um Hilfe für deine Behandlung bitten. Ich habe zwar noch keine Ahnung wie…aber du wirst alles erhalten, was du brauchst um gesund zu werden. Wir schaffen das! DU schaffst es!
Daran musst du fest glauben, Valerion!
Das Leben und die Menschen waren bisher nicht gut zu dir, du kennst nur Schmerz und Einsamkeit …aber Du bist jung, du bist stark und du hast es so verdient, glücklich zu sein!
Bitte glaub an dich, denn ich tue das, seit ich dich zum ersten Mal gesehen habe, seit Martha und Rena dich von der Straße geholt haben.
Bald holen wir dich. Und jetzt kämpfe!

In Liebe
Bettina

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Hilfe für Valerions OP
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Kennwort Valerion
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val3


 

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil3

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen…

Nach einem zehntägigen Aufenthalt in der Klink, die Details möchte ich euch ersparen, zog ich also bei diesem Menschen ein. Ich hatte jetzt mein eigenes Zimmer, Bett, Spielsachen, frisches Wasser und Essen. ESSEN, das ich nun tatsächlich auch essen konnte!

Aber so glücklich ich auch über all diese wunderbaren Dinge war, bisher kannte ich nur Angst. Sie war in all der Zeit auf der Straße der einzige Begleiter, der immer an meiner Seite war. Und dieser Begleiter war nach wie vor da, fand immer wieder neue Gründe, in mir zu wachsen.

Daher ignorierte ich anfangs mein kuschliges Körbchen und wählte als Schlafplatz sicherheitshalber den nackten Boden unter dem Bett, man weiß ja nie! Sie stellte dann einfach noch ein anderes Körbchen für mich unter das Bett.
Ich hatte auch Angst vor den Spielsachen, die sie mir anbot. Keine Ahnung, was mir daran so Angst machte, aber spielen war mir nie in den Sinn gekommen. Ich entschuldigte mich bei Martha für mein Desinteresse, indem ich meinen Kopf zärtlich an ihr rieb und sie nonstop anschnurrte. Ich glaube, sie war mir nicht wirklich böse, weil ich nicht spielen konnte. Mein Vertrauen zu ihr wuchs. Ich fühlte mich sicher. 

Mit dem Gefühl der Sicherheit, begannen all meine „Kommunikations Kanäle“ plötzlich wieder zu funktionieren.

Plötzlich konnte ich dieses warme Gefühl wieder spüren. Ihr wisst schon, das Gefühl, das die Menschen Liebe nennen. Dieses Mal fühlte es sich aber noch ein bisschen anders an.
Diesmal fühlte es sich so an, als kam es von ganz weit her, von einem Ort, der sich Deutschland nennt. Aber die räumliche Entfernung spielte keine Rolle. Die größte Entfernung zwischen zwei Lebewesen ist Gleichgültigkeit, nicht die Anzahl der Kilometer!
Für mich fühlte es sich so an, als wären all diese Menschen gleich im Haus neben uns! Und sie mochten mich wirklich, das zeigten sie mir auf viele Weise.

Jetzt hatte ich sogar eine Patin. Ich habe sie immernoch! (Hey Patin Monika, ich liiiiebe dich ❤ ).

Mittlerweile hat man mir auch einen einzigartigen Namen geschenkt. Das wäre fast daneben gegangen, denn meine schusselige Pflegemama Martha hielt mich anfangs für ein Mädchen. Das hat sie allen tatsächlich erzählt! (Aber ich denke, irgendwann werde ich ihr das dann doch verzeihen…)

Um es kurz zu machen, ich war umgeben von unendlich viel Liebe und Glück. Leider auch von unendlich viel Krankheit. Und ehe ich mich versah, musste ich zurück in die Tierklinik.Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen…Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.Mein Name ist Valerion…

 

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanassiou/ BMS

Valerion sucht ein Zuhause!

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