Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan

Die Magie der Träume – Geschichten aus dem Karma Cottage

Kapitel I

Captain tat das, was er am liebsten tat, wenn er damit fertig war, für einen Tag genügend Unsinn anzustellen.
Er lag eng an seinen großen Bruder gekuschelt auf der Couch und träumte von neuen Abenteuern. Der junge weiße Kater, liebte Abenteuer und konnte nicht genug davon erleben.Daher war er erst nicht begeistert, als mitten in der wilden Mäusejagd eine weiße Katze über ihm auftauchte und ihn am Schlafittchen packte.“Mama??? Bist du das?“,
quiekte er glücklich, als er erkannte, wer ihn da gerade gestört hatte.Sein Schwanz zuckte im Schlaf vor Aufregung und Freude wild hin und her, als seine Mutter ihm geduldig erklärte, wie man eine Maus nicht nur fängt sondern schnell und schmerzlos tötet.
Er war selig, sie nach all der Zeit wiederzusehen und als sie ihm dann noch sagte, wie stolz sie auf ihre beiden Jungs ist und vom Sternengarten immer über sie wachen würde, da vibrierten seine Schnurrhaare vor Glück im Schlaf.Luna hatte die rührende Szene von ihrem Platz, am Rand des Sternengartens ebenfalls mitverfolgt. Sie lächelte.
Also war mittlerweile auch ihre liebe Freundin darauf gekommen, wie einfach man Träume zu seinen Liebsten schicken kann, wenn man nur daran glaubt und genügend Sternenstaub mit auf die Reise sendet.Ein bisschen Erziehung würde den Austen Boys nichts schaden und wer könnte das besser, als deren Mutter, die nie dazu Gelegenheit hatte. Sie war damit beschäftigt gewesen, die beiden vor einem frühzeitigen Tod zu bewahren, sie vor Hunden und Autos und anderen Katzen zu beschützen und dabei selbst nicht zu verhungern. Es war ihr gelungen.
Ihre Jungs hatten überlebt.Luna seufzte. Es war nicht einfach gewesen, die beiden weißen Kätzchen aus einem Tierheim in Spanien, zu ihrem Menschen zu bringen.
Einige Träume waren notwendig, bis sie erkannt hatte, wo die neuen Herzenskatzen warten und noch ein paar mehr, bis sie es wagte, ihrem Herzenswunsch zu folgen.
Was würde ihr Lieblingsmensch nur ohne sie tun?Aus der Ferne hörte sie Pferde wiehern und Hunde bellen, es schepperte laut.
Vermutlich hatte der kleine Faith wieder mit Csipi und ihrer Schwester Lilly, Fangen am Tisch gespielt.
Luna fauchte ärgerlich und war kurz abgelenkt. Die rosa Wolke aus Sternenstaub, in die sie ihren Traum gehüllt hatte, fiel zurück auf den Boden und löste sich in viele keine, rosa glitzernde Staubkörnchen auf.Vielleicht war das ein Zeichen.
Luna wusste Zeichen seit jeher zu deuten und beschloss, noch einmal gründlich über den Traum nachzudenken, den sie ihrem Menschen senden wollte.
Es würde nicht einfach werden, denn wenn es im Universum jemanden gab, der genauso dickköpfig war, wie wie selbst, dann war das ihr Lieblingsmensch.
Man musste behutsam vorgehen.
Und man musste dafür sorgen, dass die tägliche Party im Sternengarten zukünftig etwas leiser stattfinden würde und ohne Scherben!Die alte Katzendame erhob sich und dehnte dabei genüsslich sämtliche Muskeln, dann putzte sie sorgfältig den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell.
Ihr Fell sollte perfekt aussehen, wenn sie gleich auf Valerion traf….schläfer

Kapitel II

Sie band die widerspenstigen Zweige der alten Kletterrose an das Holzgitter, pflückte dann spontan eine der Blüten und steckte sie sich ins Haar.
Es war ein magischer Moment.Die letzten Sonnenstrahlen streichelten über die Blumenpracht im Garten, vom Haus tönte leise Klaviermusik und zwei weiße Katzen tollten ausgelassen über den Rasen.
Ein Moment des Glücks.
Dann drehte sie sich um und ihr Blick fiel unvermittelt auf das Grab.Für einen kurzen Augenblick kam völlig unerwartet, die Trauer zu Besuch ins Paradies.
Zusammen mit Luna waren auch viele Träume hier begraben… gut verwahrt, in Rosen gebettet und bewacht von einem Kürbis, der prächtig gedieh.
Seine Blüten und Blätter waren Sinnbild für das neue Leben, das aus Vergangenem entstanden war.
Der Kreislauf des Lebens. Sie seufzte.Ein aufgebrachter Mr. Darcy unterbrach ihre Gedanken.
Er wollte seine neueste Beute unbedingt für sich behalten und Captain war entschlossen, sie ihm wieder abzujagen.
Bei ihrer wilden Verfolgungsjagd, über Gartenstühle und Fensterbänke, warf er alles um, was gerade im Weg stand.
Wie oft hatte sie sich ausgemalt, dass die Austen Jungs durch diesen Garten toben würden.
In ihren Träumen waren sie dort bereits Zuhause, ehe es überhaupt ein Karma Cottage gab, vielleicht sogar schon, ehe es die Austen Boys gab.
Manchmal ist es schwer, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Die Grenze zwischen Realität und Träumen ist ein schmaler Pfad und der Weg ändert sich täglich, weil wir ihn selbst erschaffen. Immer wieder neu.Sie zupfte die Blüte wieder aus dem Haar und legte sie dann neben die kleine Katzen Skulptur aus Sandstein, die bereits zu Lunas Lebzeiten geschaffen wurde und die mit in das Karma Cottage gezogen war.
Höchste Zeit, zurück ins Haus zu gehen.
Es wartete noch jede Menge Arbeit…grab

Kapitel III

🐾„Ist das hier jetzt der neue Partyraum? Entweder ihr seid etwas leiser oder ihr sucht euch einen anderen Ort als den Speisesaal, zum Krachmachen!“Luna peitschte ungeduldig mit dem Schwanz, während Iron und Powder, die Küchenchefs im Sternengarten, geduldig das zerbrochene Geschirr wieder einsammelten.
Lillys neueste Idee hatte für viel Erheiterung aber auch für jede Menge Bruch gesorgt.“Warum bist du in letzter Zeit so schlecht gelaunt, Schwesterherz?
Hat Captain wieder einmal auf dein Grab gepinkelt?
Verbring nicht so viel Zeit am Ausguck!
Vielleicht möchtest du auch einmal probieren, ob du mit einem einzigen Sprung über die gesamte Tafel springen kannst?
Wir stehen gegen die Pferde derzeit gut im Rennen….“Der kleine Faith schnurrte entzückt, nahm Anlauf und setzte bereits zum nächsten Sprung an.
Die Zuschauer im Speisesaal tobten vor Vergnügen, als er auf halbem Weg abrutschte, von einem verdutzten Leo aufgefangen wurde, der dann ebenfalls die Balance verlor und beide schließlich mit einem lauten Rumms, unter dem Tisch landeten.“Strafpunkt für Team Katzen“,
wieherte Ballerina und stiess dabei mit ihrem Schweif ein paar weitere Näpfe vom Tisch.
Luna verdrehte die Augen und machte sich auf den Weg zu ihrem Pavillon.
Valerion folgte ihr unauffällig.Als sie die kleine Pforte zu ihrem Aufgang erreicht hatte, dort erstaunt die frischen Zweige mit Katzenminze vorfand und sich spontan, genüsslich darin wälzte, zog Valerion sich diskret zurück.
Sie hatte sein Geschenk also gefunden und für gut befunden.
Aus sicherer Entfernung bewunderte er die anmutige Silhouette seiner heimlichen Liebe, die in der Dämmerung wilde Sprünge, fast bis in den Sternenhimmel des Sternengartens machte.
Er wartete, bis sie schließlich mit einem Zweig Katzenminze im Mäulchen, im Pavillon verschwunden war.
Dann suchte er sich ein gemütliches Plätzchen im Sternenstaub und beschloss, diese Nacht vor ihrem Haus zu wachen.
Falls Luna heute Nacht vielleicht doch noch Träume auf die Erde senden wollte, dann würde er ihr dabei helfen….
🐾

Kapitel IV

„…und was hat Mama noch gesagt? Warum ist sie überhaupt zu dir gekommen und nicht zu mir? „
Mr Darcys Näschen legte sich kummervoll in tiefe Falten, während er aufmerksam Captains Schilderungen lauschte. Immer wurde sein kleiner Bruder bevorzugt! Sogar im Traum!“…weil du schon Mäuse fangen kannst und mir musste sie es erst erklären…sie hat doch aber gesagt, dass sie stolz auf uns beide ist!“
antwortete Captain ungewohnt einfühlsam und fügte dann schnell noch hinzu,
„oder sie kam zu mir, weil du gerade wieder einmal so laut geschnarcht hast, dass du sie in deinem Traum gar nicht hören konntest. ..“
Er wich geschickt einem heftigen Prankenhieb aus und sprang vom Bett.“Bestimmt besucht sie uns bald wieder einmal.
Jetzt lass uns zu den Teichen gehen!
Ich habe da etwas entdeckt, das musst du dir unbedingt ansehen!
Es ist grün und nackt, ohne ein einziges Haar!
Es hat vier Pfoten, so wie wir und es macht lustige Geräusche, wenn man es herum trägt.
Wenn wir das unserer neuen Mama zum Geschenk machen, wird sie begeistert sein…“Damit war die Eintracht wieder hergestellt und bald ragten nur noch zwei weiße Schwanzspitzen aus dem hohen Gras, die sich einträchtig nebeneinander, Richtung Teiche bewegten…
🐾„Wie hast du eigentlich den Vater der Austen Jungs kennengelernt? Vermisst du ihn manchmal?“
Die zierliche weiße Siamkatze ließ sich ihre Überraschung über Lunas Frage nicht anmerken. Auch wenn sie dieses plötzliche Interesse etwas seltsam fand.
Sie schleckte genüsslich den letzten Tropfen Rahm von ihrem Frühstücksnapf und nickte Iron dafür anerkennend zu, ehe sie antwortete.“Er biss mir in den Nacken.
Nicht so schmerzhaft, wie die anderen Kater, die ihr Glück bei mir versuchten sondern eher sanft.
Ich hätte ihm leicht die Nase zerkratzen können und ihm eine Lektion erteilen.
Aber irgend etwas an ihm war anders.
Mr Darcy hat viel von seiner Kraft und tollpatschigen Art geerbt.
Auch den sanften Charakter hat er von seinem Vater. Er war nie aggressiv obwohl er mit Abstand der größte und stärkste Kater im Revier war.
Also bin ich bei ihm geblieben.
Und er war bis zum Schluss an meiner Seite, bis zu meinem letzten Atemzug unter den Rädern eines Autos.
Er war ein Streuner und Gentleman…“
Verträumt strich sie mit der Pfote den letzten Rest Rahm aus ihren Schnurrhaaren.
‚Warum fragst du das?“Ihr vertrauliches Gespräch wurde unsanft unterbrochen.
Lilly galoppierte auf Ballerinas Rücken in den Speisesaal, gefolgt von einem Rudel Hunde.
Schnitzeljagd war die neue Lieblingsbeschäftigung aller Sternengartenhunde.
Nicht nur Leo sondern auch Csipi und Bingo machten begeistert dabei mit und suchten den nächsten Hinweis, den Lilly im Speisesaal versteckt hatte. Mitterweile hatte Lilly offensichtlich längst wieder vergessen, wo ihr Hinweis war und der Lärm wurde immer ohrenbetäubender.“Hast du Lust auf einen kleinen Ausflug zum Ausguck, meine Liebe?“
Inmitten des Trubels war Valerion, zwischen den Hunden hindurch, zu ihnen an die Tafel geschlüpft .
Luna antwortete ihm mit einem freundlichen Schnurren und damit war das Gespräch mit der weißen Katze vorerst beendet.“Ich muss dir unbedingt etwas erzählen!
Letzte Nacht hat mir Lilly Katzenminze vor die Türe gelegt. Meine kleine, vergessliche Schwester hat sich tatsächlich gemerkt, wie sehr ich Katzenminze liebe!
Luna schniefte gerührt und bemerkte daher nicht, wie das Leuchten in Valerions Augen für einen kurzen Moment, ein klein wenig verblasste…“Willst du mir nicht endlich verraten, was du deinem Menschen für einen Traum senden wirst?“
fragte er schließlich.
Und dann begann Luna damit, ihm zu erklären, was sie vorhatte…

Kapitel V

Captain zuckte im Schlaf nervös mit den Schnurrhaaren.
Die resolute Katzendame machte ihm fast ein wenig Angst, während sie entschlossen ihre Anweisungen vortrug und immer wieder streng nachfragte, ob er auch alles verstanden hätte.“Ich soll also dafür sorgen, dass unsere Mama endlich doch noch ihr Buch schreibt und dass sie nicht nur Katzengeschichten verfasst sondern eine der romantischen Erzählungen veröffentlicht, die irgendwo bei uns im Keller in einem Karton herum liegen?“Die weiße Katzendame nickte und sah ihm dabei prüfend in die Augen.
‚Du weißt, was du zu tun hast?“Captain hatte keinen Plan, was genau sie eigentlich erwartete aber er wagte nicht zu fragen, was „romantisch“ bedeuten sollte.
Sicher war das etwas gefährliches, wenn es in einer verschlossenen Kiste im Keller verborgen war.
Und warum jetzt plötzlich ein Buch?
Was war gegen Katzengeschichten einzuwenden?
Er fand es immer toll, wenn Mr. Darcy und er die Helden in einer Geschichte sein durften.
Es machte Spass, der Held einer Geschichte zu sein!
Aber ehe er weitere Fragen stellen konnte, war die weiße Katzendame bereits wieder verschwunden.
Etwas verwirrt kuschelte er sich an seinen großen Bruder und als er am nächsten Morgen aufwachte, beschloss er, diesen seltsamen Traum einfach wieder zu vergessen.
🐾„Ich bin mir nicht sicher, ob es geklappt hat!“
Luna blickte Valerion fragend an.
Verlegen wich er ihrem intensiven Blick aus.
Nach wie vor störte ihn seine unförmige Nase, die zwar im Sternengarten auf wundersame Weise abgeheilt war, aber hier genau wie auf der Erde, nur noch aus einzelnen Knochentrümmern bestand, die niemals wieder an ihren richtigen Platz fanden.
Anfangs war er jeden Tag nach seiner Ankunft an den kleinen See gegangen, um sein Spiegelbild zu prüfen.
Eigentlich störte sie ihn nicht wirklich. Nicht mehr! Hier war jeder richtig, genau so, wie er war. Auch seine Herzensmenschen hatten ihn stets liebevoll angesehen…
Aber seit Luna im Sternengarten wohnte, fühlte er sich unwohl.
Was sie wohl denken mochte, wenn sie ihn so ansah? Ob sie sich abgestoßen fühlte? Sie war so vollkommen…Luna stellte enttäuscht fest, dass Valerion gar nicht richtig bei der Sache war.
Offensichtlich interessierte ihn gar nicht, was ihr so am Herzen lag.
Seltsam, als sie ihm von ihrem Vorhaben erzählt hatte, schien es, als wären sie verbundener denn je.Von ihm stammte der Rat, die Idee mit dem Buch doch lieber den Austen Boys zu überlassen. Sie wussten am besten, wann sich eine günstige Gelegenheit bot und bei ihnen würde sie nicht sofort in Abwehrhaltung gehen. Sie tat alles, was die kleinen Racker wollten.
Valerion war so klug. Und ein echter Gentleman!
Und nur halb so alt, wie sie! Und kein bisschen interessiert!
Luna legte ärgerlich die Ohren an.
Er würde sie immer nur als alte Freundin sehen.“Lass uns zu den anderen gehen. Ich denke, fürs erste haben wir genug getan. Wir werden sehen, was die Austen Boys daraus machen…“Sie wartete nicht auf eine Antwort sondern stolzierte mit hoch erhobenem Schwanz an Valerion vorbei, Richtung Speisesaal.

Kapitel VI

cropped-generation-botox2.jpg„Wenn du an einem wunderschönen Strand bist …
die Sonne scheint, der Sand rieselt warm durch deine Zehen und das Meer lädt zum baden ein… dann ist es ein schöner Tag.Wenn du an dem gleichen Strand bist…
die Sonne scheint genauso freundlich, der Sand rieselt immer noch warm durch deine Zehen, das Meer ist nach wie vor einladend… aber du siehst all das nicht, weil du stattdessen einzig den Horizont nach einem Schiff absuchst, das auch an diesem Tag nicht eintrifft…dann ist es ein trauriger Tag.Genauso ist es mit der Liebe.
Wenn du einzig nach der großen
Liebe Ausschau hältst und dabei übersiehst, was das Leben dir sonst noch jeden Tag zum Geschenk macht, dann wirst du vielleicht niemals glücklich werden…“Sie las noch einmal, was sie ihrer Heldin vor langer Zeit in den Mund gelegt hatte, schüttelte mit dem Kopf und drückte dann entschlossen auf DELETE, Datei Löschen.
Diese Geschichte funktionierte einfach nicht, sie würde niemals fertig werden und die Heldin klang von Kapitel zu Kapitel düsterer.
Weg damit! Sie hätte diesen Unsinn bereits längst von der Festplatte werfen sollen. Es war reine Zeitverschwendung!
🐾Enzo legte seine Ordner beiseite als Valerion anklopfte.
Auch im Sternengarten hielt er an seiner Lieblingsbeschäftigung fest und führte dort akribisch Buch über alle Vorgänge.
Der alte Kater wusste, wer neu eingetroffen war, welchen Teil des Sternengartens sich der neue Gast für seinen Aufenthalt ausgesucht hatte, er wusste sogar, wieviel Geschirr pro Woche, im Speisesaal zu Bruch ging, wenn ihn jemand danach gefragt hätte.
Aber auch sonst wusste Enzo vieles. Besonders die jungen Katzen liebten den weißen Kater für seine Geduld und Güte.“Was ist mit dir, Valerion. Du wirkst bedrückt. Ist etwas passiert?“Enzos kluge Augen verengten sich besorgt zu schmalen Schlitzen, während Valerion sein Herz ausschüttete,
Er lauschte seinem Freund aufmerksam und verzog keine Miene, einzig die Schwanzspitze zuckte etwas, als Valerion seine Geschichte mit den Worten beendete:“Sie wird sich niemals in einen Straßenkater wie mich verlieben, sieh mich doch an… das ist mir heute klar geworden.
Ich glaube, ich werde in einen anderen Teil des Sternengartens umsiedeln.
Weisst du vielleicht, wo noch ein paar alte Freunde,von meiner Zeit auf der Straße, im Sternengarten wohnen?
Dort würde ich gerne hingehen…““Du weisst es nicht, oder?“
fragte Enzo, nachdem er eine Weile überlegt hatte, ob er diese Information überhaupt weitergeben dürfte.“Ich weiß was nicht?““Die Briefe, all die Briefe an dich, während deines Aufenthalts in Krankenkäfigen und Kliniken, als du dich aufgeben wolltest…“Was haben diese Briefe damit zu tun?“,
unterbrach Valerion ihn ungewohnt schroff.“Es war das Schönste, was mir bis dahin jemals, jemand gesagt hat. Wort für Wort für Wort. Ich weiss bis heute nicht, wer sie verfasst hat aber ich habe sie tausend mal gelesen.
Sie haben mir Hoffnung geschenkt und den Willen, durchzuhalten.
Was hat das damit zu tun, dass ich es nicht ertrage, von Luna beständig übersehen zu werden?“Luna hat diese Briefe an dich geschrieben. Sie waren von ihr. Du warst immer etwas Besonderes für sie.
Ich weiß es sicher, weil wir zusammen gearbeitet haben.
Nicht viele Kater haben solche Zeilen von ihr erhalten. Wenn ich mich richtig erinnere, gar keiner, außer dir….“Enzo schnurrte belustigt und widmete sich dann wieder seinen Aktenordnern.
So schnell hatte er seinen alten Freund noch nie laufen sehen … ein bisschen tat Valerion ihm auch leid. Luna würde es ihm nicht einfach machen. ….

Kapitel VII

„Geht es dir gut, da wo du jetzt bist?
Bist du glücklich im Sternengarten?“

Sie streckte die Hand aus und strich ihr zärtlich über den Rücken.“Ich dachte schon, du besuchst mich gar nicht mehr in meinen Träumen.
So schön, dich zu sehen…“Luna antwortete mit einem zufriedenen Schnurren und drückte spontan ihr Köpfchen der Hand entgegen.Mit diesem Traum wollte sie ausnahmsweise keine Mission voran bringen.
Dieser Traum gehörte ihr ganz allein.
Sie war glücklich im Sternengarten… aber an manchen Tagen, fehlte ihr Mensch ganz besonders…und heute war so ein Tag gewesen.Für eine Weile betrachteten sie schweigend den Sternenhimmel.
Es war dieses besondere Schweigen, das sich vertraut und friedlich anfühlt und das man nur mit jemandem teilen kann, dem man im Herzen ganz nahe ist.
So unterhielten sie sich die ganze Nacht, ohne ein weiteres Wort zu sagen.FB_IMG_1573059105572.jpg🐾Iron und Powder blickten zufrieden auf ihre neueste Kreation.
„Mäuseragout an Sahnesoße.
Sie werden es lieben!
Hast du dir das Rezept gemerkt?“Iron antwortete seinem besten Freund Powder, mit einem Pfötchen High Five.“Natürlich habe ich mir das Rezept gemerkt!
Wir werden es für das Hunderudel noch etwas abwandeln.
Sie kommen neuerdings fast jeden Abend am Katzentisch vorbei, weil ihnen unsere Küche am besten schmeckt…“Das verbliebene Auge des kleinen Katers funkelte förmlich vor Stolz und Freude, während sie die Sternenstaub Mäuse appetitlich anrichteten.“Möchtest Du einmal kosten, Valerion?“Aber Valerion war nicht nach Mäuseragout.
Suchend sah er sich in der Küche um.“Habt ihr Luna heute schon irgendwo gesehen?
Ich habe sie beim Frühstück vermisst und am Ausguck war sie auch nicht!
Seit gestern Abend ist sie wie vom Erdboden verschluckt!“Sie wird schon wieder auftauchen. Du weißt doch, dass sie manchmal ganz gerne alleine für sich ist.
Komm, probier mal die Sahnesoße. Iron hat sich heute selbst übertroffen.“Powder portionierte geschickt einen Löffel aus dem riesigen Topf und reichte ihn an Valerion weiter.
🐾„Gehst du mit in den Keller, Spinnen jagen?“Captain ließ sich nicht lange bitten und folgte seinem großen Bruder eilig die steile Treppe hinunter.
Der alte Keller war der ideale Abenteuerspielplatz für Katzen.
Alles roch interessant nach Moder und alten Geschichten.
Es krabbelte und raschelte an jeder Ecke und kein Tag verging, ohne eine spannende Entdeckung. Nicht jede schmeckte gut aber die dicken, schwarzen Spinnen, die hier unten lebten, waren zu köstlich!Während Mr. Darcy sofort damit begann, die dunklen Ecken nach Beute abzusuchen, war Captain nicht ganz bei der Sache.
Sein Traum war ihm plötzlich wieder eingefallen und er hatte ein schlechtes Gewissen…

Kapitel VIII

🐾„Ich soll dich ganz lieb von ihr grüßen“,
hat sie gesagt.“Sie denkt oft an dich und ich habe ihr dann erzählt, wie du hier im Sternengarten mit den Pferden und Hunden durch die Wiesen tollst.Es ist schön, in ihrem neuen Zuhause, es hätte dir sehr gefallen.
Ich habe viele Schlangen am Weiher gesehen und ganz in der Nähe ist ein Pferdehof.
In lauen Nächten kann man sie von der Weide wiehern hören…“Luna blickte sich neugierig in Lillys Behausung um, während sie von ihrem Traum erzählte.
Jeder baute sich im Sternengarten ein Haus nach seinen Wunschvorstellungen und Lillys Wunschvorstellung war offensichtlich, eine wilde Mischung aus der Villa Kunterbunt und einem Hobbit Haus.
Luna rümpfte das Näschen, als ihr Blick auf die Unordnung im Raum fiel.
Typisch ihre kleine Schwester!
Und welche Katze, die etwas auf sich hielt, hatte schon Pferdeposter an der Wand?Trotzdem war sie letzte Nacht sehr froh gewesen, hier Unterschlupf zu finden.
Ihr Pavillon schien auf einmal viel zu groß, für eine Katze allein und bei Lilly brannte noch Licht…“Es ist schön, dass du dich endlich entschlossen hast, mit uns in diesem Teil des Sternengartens zu wohnen.
Als du damals auf Ballerina in den Speisesaal eingallopiert bist, war ich fast ein bisschen stolz auf dich.
Aber nur fast…ich wusste, dass zusammen mit dir, das Chaos bei uns einziehen würde…
Luna zwinkerte Lilly zu.“Danke, übrigens, für die Katzenminze, die du mir vor die Pforte gelegt hattest. Wo hast du sie gepflückt?
Es ist ausgezeichneter Stoff…ich habe geschlafen, wie ein Baby-Kätzchen….“Lilly schnurrte abwesend und begann mit der Morgenwäsche.“Ich mag Pferde. Vielleicht werde ich im nächsten Leben eines sein…“Katzenminze? Welche Katzenminze???“Sie legte die kleine Stirn in Falten und dachte angestrengt nach.“Warum hätte ich dir Katzenminze vor die Türe legen sollen? Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.
Vielleicht solltest du den gefleckten Kater mit der großen Nase fragen, der immer vor deiner Pforte herumlungert. Wie war noch einmal sein Name?““Valerion. Sein Name ist Valerion!
Und seine Nase ist nicht groß. Sie ist genau richtig, so wie sie ist!…
Und jetzt muss ich gehen…ich muss etwas dringendes erledigen. Du entschuldigst mich, Schwesterherz…“Lilly sah ihrer Schwester verwundert nach, die mit einem kühnen Sprung aus dem Fenster verschwunden war und widmete sich dann wieder seelenruhig ihrer Katzenwäsche.
🐾Wirklich gefährlich sahen die Kartons nicht aus, überlegte Captain.
Er schnüffelte vorsichtig an den Ecken, ehe er sich in den schmalen Spalt zwängte und den Inhalt des ersten Kartons begutachtete.
Auch für Katzenaugen war es ziemlich dunkel aber er konnte viele Blätter ausmachen.Papier! Knisterbällchen! Jede Menge davon!
Captain vergaß sofort, was er eigentlich vorgehabt hatte und begann begeistert damit, das Papier im Inneren des Kartons in Fetzen zu reißen und sich aus den zerkauten Schnipseln eines seiner geliebten Raschelbällchen zu formen.
Er war ein echter Glückskater! Er hatte im Keller sein Knisterbällchen Paradies entdeckt…Laut miaute er die frohe Botschaft aus dem Karton, damit Mr. Darcy auch mitspielen konnte.
🐾Enzo war nicht wirklich überrascht, als Luna ohne vorher anzuklopfen, in sein Sternengarten Büro stürmte.
Gelassen legte er den Ordner beiseite und machte sich für einen ihrer berüchtigten Wutausbrüche bereit.“‚Du hast Valerion erzählt, von wem die Briefe waren?
Hat dir schon einmal jemand erklärt, was „anonym“ bedeutet?
A–N-O-N-Y-M!!!!“Sie lief aufgebracht vor seinem kleinen Schreibtisch auf und ab und ihre blauen Augen sahen ihn dabei vorwurfsvoll an.“Gerade habe ich eine Nachricht von ihm in meinem Briefkasten gefunden.
Er hat sich bei mir bedankt und geschrieben, dass dieser „wunderbare Hinweis „, wie er es nannte, von dir stammte.Was hast du dir dabei gedacht, Enzo?
Wir beide waren uns damals darüber einig, dass niemand davon erfährt!
Er wird mich jetzt für eine sentimentale Spinnerin halten.
Heilige Bastet!
Wenn ich daran denke, was ich ihm alles geschrieben habe, damit er endlich um sein Leben kämpft und weiß, dass er geliebt wird!
Du hättest es ihm nicht sagen dürfen!
Wenn das die Runde macht, wird mich niemand mehr ernst nehmen und ich kann mich nirgends mehr blicken lassen…“Lunas erste Wut war verpufft und Enzo nutzte diese Pause, um seiner lieben aber etwas anstrengenden Freundin, etwas zu erklären…Das letzte Kapitel dieser Geschichte …
🐾Leo. Krümelchen. Apollo. Bonnie. Miezi. Mona. Rübe. Ninja. Bruno. Suchota. Ballerina. Rodriguez. Faith. Fiete…Für Faith und die anderen kleinen Racker würde man wohl einen extra stabilen Kinderkatzen Tisch aufstellen müssen. Sonst würde das Geschirr keine 5 Minuten überleben. „Lilly unbedingt an den Kitten-Tisch setzen“, notierte er gewissenhaft am Rande der Tabelle.Enzo hatte Luna nach ihrem Gespräch noch auf einem kleinen Spaziergang Gesellschaft geleistet und listete jetzt konzentriert die Namen all der Sternengarten Bewohner, die eine Einladung erhalten sollten. Niemand sollte vergessen werden!
Gut, dass die große Tafel unendlich erweitert werden konnte!
Das hätte er sich für seine Arbeit auf der Erde auch sehr gewünscht! Futter und Köstlichkeiten für jeden der Hunger litt, in Hülle und Fülle!Iron und Powder würden alle Hände voll zu tun haben, die Gäste satt zu bekommen.
Aber sie würden begeistert sein, jeder würde begeistert sein, über diese Einladung.
Es war immer gut, vorbereitet zu sein!Daher machte Enzo sich bereits jetzt Gedanken über ein Fest, dessen Gastgeber noch nicht die leiseste Ahnung hatten, dass es stattfinden würde.
Der alte Kater schnurrte zufrieden und strich sein weißes Fell glatt, als er schließlich die Liste in die Schreibtisch Schublade ablegte.
Immer einen Schritt voraus zu denken, hatte sich stets bewährt.Wenn Lunas Stolz und Valerions Schüchternheit, dem großen Kürbis nicht einen Strich durch die Rechnung machten, würde man ihn bald mit den Vorbereitungen für ein großes Ereignis betrauen.
Er war bereit!
🐾Als sie in den Keller hinab stieg, um nachzusehen, wo ihre Jungs so lange steckten und was sie wieder angestellt hatten, sah sie die Bescherung bereits auf der Treppe!Papierfetzen! Überall verstreut lagen Papierfetzen am Boden und dazwischen die Scherben des Kaffee Services, das sie auf den Stufen abgestellt hatte, um es später zu säubern und nach oben zu bringen.
Das hatte sich jetzt wohl erledigt!
Sie versuchte, nicht in die Scherben zu treten und bahnte sich kopfschüttelnd einen Weg durch das Papiergestöber.
Zumindest wusste sie jetzt, warum die beiden seit Stunden nicht mehr aufgetaucht waren.Captain? Darcy? Wo seid ihr?!!!
Während sie vorsichtig die verwinkelten Kellerräume durchsuchte, immer auf der Hut, keiner Spinne am Lichtschalter zu begegnen, rollte eine Papierkugel genau vor ihre Füße.
Nach wie vor gab es keine Katze dazu.
Aber Captain konnte nicht sehr weit sein und wo Captain war, da war auch Mr Darcy zu finden.
Was hatten sie hier eigentlich auseinander genommen? Doch nicht etwa den Karton mit ihren Steuerunterlagen?Sie hob die Papierkugel auf und entfaltete den zerknitterten Text. Dann
setzte sich auf einen der herum stehenden Kartons und las immer und immer wieder, die wenigen Sätze, die Captain aus ihrem längst vergessenen Manuskript gerissen hatte.
Irgendwo musste der Karton also noch sein, in dem der gesamte Text gelagert war. Sie hatte längst vergessen, dass dieser Entwurf noch existierte.
Mit ein paar Verbesserungen und Switches hier und da, könnte diese Story funktionieren. Captains Papierkugel war ein wahrer Schatz!Mr. Darcy und Captain beobachteten erleichtert aus ihrem sicheren Versteck, dass es diesmal scheinbar kein Donnerwetter für ihre Schnitzeljagd gab und schlichen sich an ihr vorbei, um im Garten Motten zu jagen.
Im Keller waren sie für heute fertig!
🐾Luna verfolgte fasziniert, wie Captain und Darcy ihre Mission eher versehentlich erfüllten und schnurrte gerührt.
Die beiden Lausejungs waren einfach zauberhaft und würden ab jetzt sicher ohne ihre Hilfe dafür sorgen, dass ihr Mensch endlich damit begann, den großen Traum von einem Buch nicht nur zu träumen sondern endlich in die Tat umzusetzen.
Es war an der Zeit, sich wieder um ihre eigenen Probleme zu kümmern.
Vermutlich lachte gerade der gesamte Sternengarten über sie.Sie wischte mit der Pfote ärgerlich einige Krümel Sternenstaub von ihrem Rücken und blickte dabei unvermittelt in ein Paar Augen, die sie liebevoll ansahen.
Es waren Valerions Augen.
Es war nicht Sternenstaub, was sie auf ihrem Rücken gespürt hatte.
Valerions Pfote streichelte sanft über ihr Fell.Lunas Nackenhaare stellten sich auf. Erst vor Schreck und dann vor Wohlbehagen. Diese kräftige und doch sanfte Pfote auf ihrem Fell, fühlte sich noch viel besser an, als in ihren schönsten Träumen.Es gilt in Katzenkreisen als sehr unhöflich, sich tief in die Augen zu sehen, wenn man sich nicht gerade innig liebt.
Einzig dann ist es erlaubt und dann gilt es als ewiges Versprechen.Valerion und Luna sahen sich endlos lange,
endlos tief in die Augen.
Ihre Augen sprachen schließlich aus, was keiner der beiden zu gestehen wagte.
Und dann funkelte der Sternenhimmel über dem Sternengarten noch ein wenig heller, als sonst, während die beiden eng aneinander gekuschelt, Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedeten…
Denn es ist die Liebe, einzig unsere Liebe, die das Universum zum Leuchten bringt.
🐾 ENDE 🐾(c) Bettina Marie Schneiderwww. Lunas-sternengarten.de

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Die Magie der Träume Teil I – III

Die Magie der Träume – Teil I

Captain tat das, was er am liebsten tat, wenn er damit fertig war, für einen Tag genügend Unsinn anzustellen.
Er lag eng an seinen großen Bruder gekuschelt auf der Couch und träumte von neuen Abenteuern. Der junge weiße Kater, liebte Abenteuer und konnte nicht genug davon erleben.

Daher war er erst nicht begeistert, als mitten in der wilden Mäusejagd eine weiße Katze über ihm auftauchte und ihn am Schlafittchen packte.

„Mama??? Bist du das?“,
quiekte er glücklich, als er erkannte, wer ihn da gerade gestört hatte.

Sein Schwanz zuckte im Schlaf vor Aufregung und Freude wild hin und her, als seine Mutter ihm geduldig erklärte, wie man eine Maus nicht nur fängt sondern schnell und schmerzlos tötet.
Er war selig, sie nach all der Zeit wiederzusehen und als sie ihm dann noch sagte, wie stolz sie auf ihre beiden Jungs ist und vom Sternengarten immer über sie wachen würde, da vibrierten seine Schnurrhaare vor Glück im Schlaf.

Luna hatte die rührende Szene von ihrem Platz, am Rand des Sternengartens ebenfalls mitverfolgt. Sie lächelte.
Also war mittlerweile auch ihre liebe Freundin darauf gekommen, wie einfach man Träume zu seinen Liebsten schicken kann, wenn man nur daran glaubt und genügend Sternenstaub mit auf die Reise sendet.

Ein bisschen Erziehung würde den Austen Boys nichts schaden und wer könnte das besser, als deren Mutter, die nie dazu Gelegenheit hatte. Sie war damit beschäftigt gewesen, die beiden vor einem frühzeitigen Tod zu bewahren, sie vor Hunden und Autos und anderen Katzen zu beschützen und dabei selbst nicht zu verhungern. Es war ihr gelungen.
Ihre Jungs hatten überlebt.

Luna seufzte. Es war nicht einfach gewesen, die beiden weißen Kätzchen aus einem Tierheim in Spanien, zu ihrem Menschen zu bringen.
Einige Träume waren notwendig, bis sie erkannt hatte, wo die neuen Herzenskatzen warten und noch ein paar mehr, bis sie es wagte, ihrem Herzenswunsch zu folgen.
Was würde ihr Lieblingsmensch nur ohne sie tun?

Aus der Ferne hörte sie Pferde wiehern und Hunde bellen, es schepperte laut.
Vermutlich hatte der kleine Faith wieder mit Csipi und ihrer Schwester Lilly, Fangen am Tisch gespielt.
Luna fauchte ärgerlich und war kurz abgelenkt. Die rosa Wolke aus Sternenstaub, in die sie ihren Traum gehüllt hatte, fiel zurück auf den Boden und löste sich in viele keine, rosa glitzernde Staubkörnchen auf.

Vielleicht war das ein Zeichen.
Luna wusste Zeichen seit jeher zu deuten und beschloss, noch einmal gründlich über den Traum nachzudenken, den sie ihrem Menschen senden wollte.
Es würde nicht einfach werden, denn wenn es im Universum jemanden gab, der genauso dickköpfig war, wie wie selbst, dann war das ihr Lieblingsmensch.
Man musste behutsam vorgehen.
Und man musste dafür sorgen, dass die tägliche Party im Sternengarten zukünftig etwas leiser stattfinden würde und ohne Scherben!

Die alte Katzendame erhob sich und dehnte dabei genüsslich sämtliche Muskeln, dann putzte sie sorgfältig den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell.
Ihr Fell sollte perfekt aussehen, wenn sie gleich auf Valerion traf….

Die Magie der Träume Teil II

Sie band die widerspenstigen Zweige der alten Kletterrose an das Holzgitter, pflückte dann spontan eine der Blüten und steckte sie sich ins Haar.
Es war ein magischer Moment.

Die letzten Sonnenstrahlen streichelten über die Blumenpracht im Garten, vom Haus tönte leise Klaviermusik und zwei weiße Katzen tollten ausgelassen über den Rasen.
Ein Moment des Glücks.
Dann drehte sie sich um und ihr Blick fiel unvermittelt auf das Grab.

Für einen kurzen Augenblick kam völlig unerwartet, die Trauer zu Besuch ins Paradies.
Zusammen mit Luna waren auch viele Träume hier begraben… gut verwahrt, in Rosen gebettet und bewacht von einem Kürbis, der prächtig gedieh.
Seine Blüten und Blätter waren Sinnbild für das neue Leben, das aus Vergangenem entstanden war.
Der Kreislauf des Lebens. Sie seufzte.

Ein aufgebrachter Mr. Darcy unterbrach ihre Gedanken.
Er wollte seine neueste Beute unbedingt für sich behalten und Captain war entschlossen, sie ihm wieder abzujagen.
Bei ihrer wilden Verfolgungsjagd, über Gartenstühle und Fensterbänke, warf er alles um, was gerade im Weg stand.
Wie oft hatte sie sich ausgemalt, dass die Austen Jungs durch diesen Garten toben würden.
In ihren Träumen waren sie dort bereits Zuhause, ehe es überhaupt ein Karma Cottage gab, vielleicht sogar schon, ehe es die Austen Boys gab.
Manchmal ist es schwer, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Die Grenze zwischen Realität und Träumen ist ein schmaler Pfad und der Weg ändert sich täglich, weil wir ihn selbst erschaffen. Immer wieder neu.

Sie zupfte die Blüte wieder aus dem Haar und legte sie dann neben die kleine Katzen Skulptur aus Sandstein, die bereits zu Lunas Lebzeiten geschaffen wurde und die mit in das Karma Cottage gezogen war.
Höchste Zeit, zurück ins Haus zu gehen.
Es wartete noch jede Menge Arbeit…

„Ist das hier jetzt der neue Partyraum? Entweder ihr seid etwas leiser oder ihr sucht euch einen anderen Ort als den Speisesaal, zum Krachmachen!“

Luna peitschte ungeduldig mit dem Schwanz, während Iron und Powder, die Küchenchefs im Sternengarten, geduldig das zerbrochene Geschirr wieder einsammelten.
Lillys neueste Idee hatte für viel Erheiterung aber auch für jede Menge Bruch gesorgt.

„Warum bist du in letzter Zeit so schlecht gelaunt, Schwesterherz?
Hat Captain wieder einmal auf dein Grab gepinkelt?
Verbring nicht so viel Zeit am Ausguck!
Vielleicht möchtest du auch einmal probieren, ob du mit einem einzigen Sprung über die gesamte Tafel springen kannst?
Wir stehen gegen die Pferde derzeit gut im Rennen….“

Der kleine Faith schnurrte entzückt, nahm Anlauf und setzte bereits zum nächsten Sprung an.
Die Zuschauer im Speisesaal tobten vor Vergnügen, als er auf halbem Weg abrutschte, von einem verdutzten Leo aufgefangen wurde, der dann ebenfalls die Balance verlor und beide schließlich mit einem lauten Rumms, unter dem Tisch landeten.

„Strafpunkt für Team Katzen“,
wieherte Ballerina und stiess dabei mit ihrem Schweif ein paar weitere Näpfe vom Tisch.
Luna verdrehte die Augen und machte sich auf den Weg zu ihrem Pavillon.
Valerion folgte ihr unauffällig.

Als sie die kleine Pforte zu ihrem Aufgang erreicht hatte, dort erstaunt die frischen Zweige mit Katzenminze vorfand und sich spontan, genüsslich darin wälzte, zog Valerion sich diskret zurück.
Sie hatte sein Geschenk also gefunden und für gut befunden.
Aus sicherer Entfernung bewunderte er die anmutige Silhouette seiner heimlichen Liebe, die in der Dämmerung wilde Sprünge, fast bis in den Sternenhimmel des Sternengartens machte.
Er wartete, bis sie schließlich mit einem Zweig Katzenminze im Mäulchen, im Pavillon verschwunden war.
Dann suchte er sich ein gemütliches Plätzchen im Sternenstaub und beschloss, diese Nacht vor ihrem Haus zu wachen.
Falls Luna heute Nacht vielleicht doch noch Träume auf die Erde senden wollte, dann würde er ihr dabei helfen….
Die Magie der Träume- Teil III

„…und was hat Mama noch gesagt? Warum ist sie überhaupt zu dir gekommen und nicht zu mir? “
Mr Darcys Näschen legte sich kummervoll in tiefe Falten, während er aufmerksam Captains Schilderungen lauschte. Immer wurde sein kleiner Bruder bevorzugt! Sogar im Traum!

„…weil du schon Mäuse fangen kannst und mir musste sie es erst erklären…sie hat doch aber gesagt, dass sie stolz auf uns beide ist!“
antwortete Captain ungewohnt einfühlsam und fügte dann schnell noch hinzu,
„oder sie kam zu mir, weil du gerade wieder einmal so laut geschnarcht hast, dass du sie in deinem Traum gar nicht hören konntest. ..“
Er wich geschickt einem heftigen Prankenhieb aus und sprang vom Bett.

„Bestimmt besucht sie uns bald wieder einmal.
Jetzt lass uns zu den Teichen gehen!
Ich habe da etwas entdeckt, das musst du dir unbedingt ansehen!
Es ist grün und nackt, ohne ein einziges Haar!
Es hat vier Pfoten, so wie wir und es macht lustige Geräusche, wenn man es herum trägt.
Wenn wir das unserer neuen Mama zum Geschenk machen, wird sie begeistert sein…“

Damit war die Eintracht wieder hergestellt und bald ragten nur noch zwei weiße Schwanzspitzen aus dem hohen Gras, die sich einträchtig nebeneinander, Richtung Teiche bewegten…

🐾

„Wie hast du eigentlich den Vater der Austen Jungs kennengelernt? Vermisst du ihn manchmal?“
Die zierliche weiße Siamkatze ließ sich ihre Überraschung über Lunas Frage nicht anmerken. Auch wenn sie dieses plötzliche Interesse etwas seltsam fand.
Sie schleckte genüsslich den letzten Tropfen Rahm von ihrem Frühstücksnapf und nickte Iron dafür anerkennend zu, ehe sie antwortete.

„Er biss mir in den Nacken.
Nicht so schmerzhaft, wie die anderen Kater, die ihr Glück bei mir versuchten sondern eher sanft.
Ich hätte ihm leicht die Nase zerkratzen können und ihm eine Lektion erteilen.
Aber irgend etwas an ihm war anders.
Mr. Darcy hat viel von seiner Kraft und tollpatschigen Art geerbt.
Auch den sanften Charakter hat er von seinem Vater. Er war nie aggressiv obwohl er mit Abstand der größte und stärkste Kater im Revier war.
Also bin ich bei ihm geblieben.
Und er war bis zum Schluss an meiner Seite, bis zu meinem letzten Atemzug unter den Rädern eines Autos.
Er war ein Streuner und Gentleman…“
Verträumt strich sie mit der Pfote den letzten Rest Rahm aus ihren Schnurrhaaren.
‚Warum fragst du das?“

Ihr vertrauliches Gespräch wurde unsanft unterbrochen.
Lilly galoppierte auf Ballerinas Rücken in den Speisesaal, gefolgt von einem Rudel Hunde.
Schnitzeljagd war die neue Lieblingsbeschäftigung aller Sternengarten Hunde.
Nicht nur Leo sondern auch Csipi und Bingo machten begeistert dabei mit und suchten den nächsten Hinweis, den Lilly im Speisesaal versteckt hatte. Mittlerweile hatte Lilly offensichtlich längst wieder vergessen, wo ihr Hinweis war und der Lärm wurde immer ohrenbetäubender.

„Hast du Lust auf einen kleinen Ausflug zum Ausguck, meine Liebe?“
Inmitten des Trubels war Valerion, zwischen den Hunden hindurch, zu ihnen an die Tafel geschlüpft .
Luna antwortete ihm mit einem freundlichen Schnurren und damit war das Gespräch mit der weißen Katze vorerst beendet.

„Ich muss dir unbedingt etwas erzählen!
Letzte Nacht hat mir Lilly Katzenminze vor die Türe gelegt. Meine kleine, vergessliche Schwester hat sich tatsächlich gemerkt, wie sehr ich Katzenminze liebe!
Luna schniefte gerührt und bemerkte daher nicht, wie das Leuchten in Valerions Augen für einen kurzen Moment, ein klein wenig verblasste…

„Willst du mir nicht endlich verraten, was du deinem Menschen für einen Traum senden wirst?“
fragte er schließlich.
Und dann begann Luna damit, ihm zu erklären, was sie vorhatte…

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Fortsetzung folgt…

(c) Urheberrechte: Bettina Marie Schneider

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Die Magie der Träume – Teil I – Geschichten aus dem Karma Cottage 🎃

Die Magie der Träume – Teil I

Captain tat das, was er am liebsten tat, wenn er damit fertig war, für einen Tag genügend Unsinn anzustellen.
Er lag eng an seinen großen Bruder gekuschelt auf der Couch und träumte von neuen Abenteuern. Der junge weiße Kater, liebte Abenteuer und konnte nicht genug davon erleben.

Daher war er erst nicht begeistert, als mitten in der wilden Mäusejagd eine weiße Katze über ihm auftauchte und ihn am Schlafittchen packte.

„Mama??? Bist du das?“,
quiekte er glücklich, als er erkannte, wer ihn da gerade gestört hatte.

Sein Schwanz zuckte im Schlaf vor Aufregung und Freude wild hin und her, als seine Mutter ihm geduldig erklärte, wie man eine Maus nicht nur fängt sondern schnell und schmerzlos tötet.
Er war selig, sie nach all der Zeit wiederzusehen und als sie ihm dann noch sagte, wie stolz sie auf ihre beiden Jungs ist und vom Sternengarten immer über sie wachen würde, da vibrierten seine Schnurrhaare vor Glück im Schlaf.

Luna hatte die rührende Szene von ihrem Platz, am Rand des Sternengartens ebenfalls mitverfolgt. Sie lächelte.
Also war mittlerweile auch ihre liebe Freundin darauf gekommen, wie einfach man Träume zu seinen Liebsten schicken kann, wenn man nur daran glaubt und genügend Sternenstaub mit auf die Reise sendet.

Ein bisschen Erziehung würde den Austen Boys nichts schaden und wer könnte das besser, als deren Mutter, die nie dazu Gelegenheit hatte. Sie war damit beschäftigt gewesen, die beiden vor einem frühzeitigen Tod zu bewahren, sie vor Hunden und Autos und anderen Katzen zu beschützen und dabei selbst nicht zu verhungern. Es war ihr gelungen.
Ihre Jungs hatten überlebt.

Luna seufzte. Es war nicht einfach gewesen, die beiden weißen Kätzchen aus einem Tierheim in Spanien, zu ihrem Menschen zu bringen.
Einige Träume waren notwendig, bis sie erkannt hatte, wo die neuen Herzenskatzen warten und noch ein paar mehr, bis sie es wagte, ihrem Herzenswunsch zu folgen.
Was würde ihr Lieblingsmensch nur ohne sie tun?

Aus der Ferne hörte sie Pferde wiehern und Hunde bellen, es schepperte laut.
Vermutlich hatte der kleine Faith wieder mit Csipi und ihrer Schwester Lilly, Fangen am Tisch gespielt.
Luna fauchte ärgerlich und war kurz abgelenkt. Die rosa Wolke aus Sternenstaub, in die sie ihren Traum gehüllt hatte, fiel zurück auf den Boden und löste sich in viele keine, rosa glitzernde Staubkörnchen auf.

Vielleicht war das ein Zeichen.
Luna wusste Zeichen seit jeher zu deuten und beschloss, noch einmal gründlich über den Traum nachzudenken, den sie ihrem Menschen senden wollte.
Es würde nicht einfach werden, denn wenn es im Universum jemanden gab, der genauso dickköpfig war, wie wie selbst, dann war das ihr Lieblingsmensch.
Man musste behutsam vorgehen.
Und man musste dafür sorgen, dass die tägliche Party im Sternengarten zukünftig etwas leiser stattfinden würde und ohne Scherben!

Die alte Katzendame erhob sich und dehnte dabei genüsslich sämtliche Muskeln, dann putzte sie sorgfältig den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell.
Ihr Fell sollte perfekt aussehen, wenn sie gleich auf Valerion traf….

Fortsetzung folgt …

 

 

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Lunas Sternengarten – Die Mission Teil XIII

Der kleine Holztisch kippte mit einem lauten Krachen um. Die weiße Katze und alles was sich darauf befand, landete dabei unsanft am Boden.

„Autsch, das war ihre Lieblingsvase…“, kommentierte Luna die wilde Verfolgungsjagd zwischen Captain und Mr. Darcy, die einmal quer durch das Wohnzimmer ging und wieder zurück.
Trotzdem merkte man ihr an, dass sie das eher lustig als bedauerlich fand. Die beiden Racker waren einfach zu süß.
Seit die Austen Boys in ihrem Zuhause angekommen waren, herrschte dort Ausnahmezustand, denn sie zerlegten alles, was ihnen vor die Pfötchen kam zu Kleinholz, sie waren stets hungrig, wie ein Rudel Wölfe, begnadete Diebe und sie waren dabei unerschrocken, herrlich neugierig und immer in Action… wenn sie nicht gerade schliefen. Dann waren sie einfach nur niedlich.

Lunas Lieblingsmensch versuchte tapfer, das Chaos in Zaum zu halten aber jeder konnte sehen, wie vernarrt sie in die beiden Kater war, die Lunas Platz eingenommen hatten.
Mittlerweile versammelte sich der halbe Sternengarten am Aussichtspunkt zur Erde, um nur keinen ihrer neuesten Streiche zu verpassen.

Luna platzte schier vor Stolz denn obwohl oder vielleicht gerade, weil sie niemals selbst Kitten gehabt hatte, waren die zwei längst wie ihre eigenen Söhne. Prächtige Söhne, auch wenn ihr Mensch manchmal die Augen rollte, wenn sie es wieder einmal zu bunt getrieben hatten. Da musste sie durch…

„Ihr Lieben, darf ich euch einen Neuankömmling vorstellen?“
Valerion stupste den etwas schüchtern wirkenden kleinen Hund freundlich mit der Pfote an und lud ihn auf diese Weise ein, etwas näher zu kommen. Denn Csipi war auf der Erde blind und taub gewesen und musste sich erst noch daran gewöhnen, dass er jetzt sehen und hören konnte.

„Ich dache, dass Leo ihn etwas unter die Fittiche und in seine Hundegang aufnimmt.
Das ist Csipi. Herzlich willkommen in Lunas Stenengarten!
Wir haben dich bereits erwartet.“

Während Leo zur Begrüßung aufmunternd schnupperte und Csipi begeistert mit dem Schwanz wedelte, nahm Valerion Luna zur Seite.
Wir haben noch einen weiteren Neuzugang und ich dachte, du solltest als erste davon erfahren. Es ist die Mutter von Captain und Mr Darcy. Sie hatte einen Autounfall und vielleicht wäre es schön, wenn sie sehen könnte, wie glücklich ihre Söhne geworden sind.“

Luna legte die Stirn in Falten, immer ein Zeichen, dass sie angestrengt nachdachte oder emotional aufgewühlt war.
„Du meinst, ihre Mutter ist jetzt im Sternengarten und hat bisher nie erfahren, was aus ihren Katerchen geworden ist?“
Ihre klugen blauen Augen waren plötzlich groß und feucht, vor Rührung.
„Dann werden wir heute Abend jemanden sehr glücklich machen!“…

Alle Augen waren auf die zierliche weiße Siammix Katze gerichtet, die noch etwas misstrauisch am Rande des Sternengartens sass und dabei die Hunde Leo und Csipi gut im Blick behielt.
„Was soll ich hier, ich habe mir nie etwas aus Menschen gemacht“, fauchte sie schließlich ungeduldig.
„Es gibt niemanden, dem etwas an mir liegt und auch niemanden, der mir etwas bedeutet. Ich bin eine freie Katze…immer gewesen!“

Dann verengten sich plötzlich ihre wunderschönen blauen Augen zu kleinen Schlitzen und der rot geringelte Schwanz wirbelte große Wolken Sternenstaub auf. Sie hatte Mr. Darcy und Captain entdeckt.

„Heilige Göttin Bastet, was sind sie groß geworden! Und so wunderschön!
Meine wunderbaren Babies!
Ich habe mich immer gefragt, was wohl aus ihnen geworden ist, ob sie ihre Mission erfüllen konnten!“
Sie verschluckte sich fast an ihrem Schnurren, der ganze Körper vibrierte vor Glück.

Der kleine Faith musste schon wieder weinen, so nahe ging ihm das unverhoffte und wunderschöne Wiedersehen, der tapferen Katzenmutter mit ihren Kitten, die sie einst zur Futterstelle mitgebracht hatte, damit es die Kleinen besser haben sollten, als sie.
Ihre Kinder sollten nicht als Straßenkatze enden!

„Deine Söhne haben ihre Mission mehr als erfüllt“,
schnurrte Luna freundlich,
„Du kannst sehr stolz auf sie sein! Ich wünschte, ich hätte jemals solche Prachtkerle auf die Welt gebracht!

Mr. Darcy und Captain wurden von mir als Nachfolger auserwählt, ein schwieriger Job aber sie werden ihn  großartig erfüllen!

Wir lassen dich jetzt allein, damit du in aller Ruhe genießen kannst, was du solange vermissen musstest“, und dann fügte sie noch hinzu,
„wenn du möchtest…Iron kocht heute Abend für uns, das ist immer ein Fest. Du bist herzlich eingeladen…

Fortsetzung folgt 🐾
www.lunas-sternengarten.de

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Oh Captain…mein Captain <3 Die Mission…es geht weiter…

 

Es war wirklich kein Vergnügen!
6 Stunden auf der Autobahn, mitten in der Nacht.
Bereits nach einer Stunde war mein Vorrat an Augentropfen aufgebraucht und der Nacken durch das angestrengte Sehen, wie aus Beton. Wobei dieser Vergleich hängt, denn Beton schmerzt nicht.

Aber auch für meine beiden Neuankömmlinge war diese Reise nicht wirklich schön. Keines der Tiere im Transporter bellte oder miaute während der Übergabe. Nur zwei Katzen schrien laut und kläglich.
Es waren meine.
Ich kannte dieses Jammern von Luna. Laut , ausdauernd und herzzerreißend, sobald sie im Transportkäfig sass.
Da wusste ich eigentlich schon, dass ich die Richtigen ausgesucht hatte, oder sie mich..
Ich wusste, wer da jammert, als ich es hörte. 

Sie hatten schrecklichen Durchfall, ich konnte das bereits im Freien riechen, als ich sie schließlich Nachts um drei in Empfang nahm.
Im kleinen Auto war der Geruch dann schier umwerfend, was für ein Glück, dass ich in weiser Voraussicht auf Begleitung verzichtet hatte. Uhrzeit und Gestank, wollte ich niemandem zumuten.

Sie schrien, jeden Kilometer, bis wir zuhause waren. Nicht das bekannte Miau oder Jammern, sondern dieses kehlige, verzweifelte, laute Schreien, das ich bei Luna nur kannte, wenn wirklich Land unter war. Für die beiden war Land unter, schließlich saßen sie mittlerweile seit 20 Stunden in der kleinen Box.

„Alles wird gut“…versuchte ich immer wieder zu trösten.
„Mama gibt jetzt Gas und zeigt euch, wie man einen neuen Streckenrekord aufstellt“…
Und das tat ich dann auch, ich stellte am Heimweg einen neuen Rekord auf. Die Autobahn war wie leer gefegt. Sonntag Nacht, klare Sicht und ich war beflügelt mit jedem neuen Schrei von den Rücksitzen.

Als der ersehnte Moment endlich da war, als ich die Boxen öffnete, schlüpften die schmutzigsten Katzen an mir vorbei, in die Wohnung, die ich jemals gesehen oder gerochen hatte.
Bis zu den Öhrchen waren sie mit ihrem Durchfall beschmiert , kein Wunder, dass sie so lautstark gejammert hatten.

Es war nicht der Moment für rührselige Willkommensbilder!
Stattdessen versuchte ich, sie vom gröbsten Schmutz zu befreien, zu retten, was an Textilien nicht waschbar und im Wege war und beschloss, schließlich zu warten, bis sie sich dann selbst putzen. Kein Bad, zur Begrüßung, das wollte ich ihnen nicht antun.

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Keine Sorge, wir machen uns jetzt selbst sauber …

Nachdem sie mit ordentlichem Appetit gegessen hatten, nachdem sie brav das Kistchen benutzt, die Wohnung erkundet hatten und ich die erste Putzorgie beendet, musste ich unbedingt eine Stunde schlafen.
Nach wie vor waren die zwei Süßen beim besten Willen nicht bettauglich und ich schloss die Tür zum Schlafzimmer hinter mir.

Im Halbschlaf hörte ich das Weinen, diesmal nicht laut und wütend sondern kläglich und leise. Sie wollten nicht allein sein.

„Ach, ist jetzt auch schon egal! Dann wird eben auch das Bettzeug gewaschen“…dachte ich, öffnete die Schlafzimmertüre und legte mich wieder zurück ins Bett.

Dann raschelte es neben mir…ein schmutziges Pfötchen schob sich vorsichtig unter die Bettdecke.
Luna hatte das immer gemacht.
Ganz automatisch hob ich die Bettdecke ein Stück an und genauso schlafwandlerisch schmiegte sich Captain dann unter der Decke in meinen Arm, legte das Köpfchen auf meine Hand, seufzte, schloss die Augen …und war sofort eingeschlafen…
Er hatte sich bereits eine Stunde nach der Ankunft den Platz an meinem Herzen gesichert.

Mr. Darcy folgte zwei Minuten später und legte sich ans Bettende, auch er, als hätte er nie im Leben etwas anderes getan. Er dehnte sich noch einmal genüsslich und dann schlief auch er.

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Mr. Darcy und Captain, zwei Stunden nach ihrer Ankunft bei mir ❤

Wir schliefen alle drei ein, nach dieser anstrengenden Nacht.
Als ich wieder aufwachte, lagen sie noch immer mit im Bett und bestürmten mich beide, jeder wollte zuerst gestreichelt werden.
Es roch grauenhaft im Schlafzimmer und ich war unsagbar glücklich!

„Frühstück, Captain und Mr Darcy“… rief ich später fröhlich aus der Küche.
Und dann frühstückten wir gemeinsam, als wäre es niemals anders gewesen.

Dankeschön Luna..jetzt weiß ich, warum du gerade sie ausgesucht hast!

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Lunas Sternengarten – Die Mission

Die Mission

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Sie kamen auf der Straße zur Welt. Kein wirklich guter Start.
Die meisten Straßenbabies überleben ihre ersten vier Monate nicht, sie verhungern, werden von wilden Hunden gefressen, sie sterben an Infektionskrankheiten oder werden überfahren.

Doch diese beiden Katerchen hatten Glück.
Ihr Vater, der größte und schönste rothaarige Kater im Revier, wachte über seinen Nachwuchs. Alle hatten großen Respekt vor ihm.
Wenn er sich nach seiner letzten Patrouille zu ihnen ins Gebüsch legte und ihre Mutter ablöste, die Kleinen zu wärmen, dann erzählte er ihnen alles, was sie wissen mussten.
Er erzählte ihnen auch, sie hätten einen Auftrag, eine wichtige Mission zu erfüllen:

„Jede Katze kommt mit einer Mission in die Welt, müsst ihr wissen. Meine Mission ist es, unser Straßenrudel zu schützen, die eurer Mutter ist es, schön und wild zu sein… und eure Mission, die müsst ihr erst noch herausfinden.
Aber als meine Söhne erwarte ich Großes von euch. Vielleicht seid ihr sogar für einen Menschen bestimmt!
Das ist die schwierigste Aufgabe. Menschen sind seltsam, müsst ihr wissen…“
Dann schnurrte er nachdenklich. Denn wie sollten seine Jungs jemals den Menschen finden, für den sie bestimmt waren?
Der rote Kater war erfahren und wusste viele Dinge. Aber auf manche Fragen hatte auch er keine Antwort.

Dafür hatte die Mutter der beiden eine Idee.
Als das nächste Mal jemand an die Futterstelle kam, brachte sie ihre beiden Söhne einfach mit. Vielleicht würde sich jemand um sie kümmern? Vielleicht war irgendwo doch noch ein sicherer Platz in der Menschensiedlung frei?

Die beiden Katzenkinder staunten über die vielen anderen Katzen, die sich hier alle zum Festmahl versammelt hatten. Große und kleine, schwarze, weiße, alte und junge Tiere.
Es gab genügend Futter für jeden und dieses zweibeinige Wesen mit der freundlichen Stimme, das war dann wohl der Mensch, von dem ihr Vater erzählt hatte?

Fragend drehten sie sich zu ihrer Mutter um…aber die war plötzlich nicht mehr da. Menschen waren nicht so ihr Ding. Obwohl sie mittlerweile wusste, dass es auch freundliche Exemplare gab, hielt sie sich lieber fern und beobachtete aus einem sicheren Versteck heraus, ob der Plan aufgehen würde…ob der Mensch an der Futterstelle die beiden Babies in Obhut nehmen würde. Sie wünschte ihren Söhnen nur das beste Leben, auch wenn es den Abschied bedeutet.

Die beiden saßen nicht lange allein. Ehe sie begriffen hatten, was gerade passiert, wurden sie bereits von sanften Händen ergriffen und in einen Käfig gesetzt.
So begann völlig unerwartet für sie, die lange Reise, die Suche nach IHREM Menschen, nach ihrer Mission.

Mit einem halb glücklichen, halb traurigen Seufzer drehte die Katzenmutter sich noch ein letztes Mal um und sah dem Auto nach. Dann machte sie sich auf den Weg, um dem roten Kater und der Kolonie zu verkünden, dass ihre Babies es geschafft hatten…
Sie waren jetzt in sicherer Obhut und würden niemals Straßenkatzen werden, die beständig auf der Hut und im Ungewissen leben müssen, die hungern und frieren…

Diese beiden Kinder würden es einmal besser haben als sie…und sie würden mit etwas Glück vielleicht sogar ihre Bestimmung finden…einen Menschen glücklich zu machen.
Die zarte, weiße Siammix Kätzin mit den blauen Augen schnurrte zufrieden. Sie war sehr stolz auf ihre Söhne! …

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Während man in der Katzen Kolonie die Rettung der beiden Katerchen mit einem ausgiebigen Mondenspaziergang feierte, war den beiden Helden dieser Geschichte noch nicht so ganz nach Feiern zumute.
Sie waren in einem kleinen Raum, es gab ein Bettchen, es war warm, es gab Futter… aber richtig wohl war ihnen trotzdem nicht. Sie fühlten sich einsam.

Natürlich hatte ihre Mutter sie am Morgen sanft auf das große Abenteuer vorbereitet. Aber sie hatte dabei nicht erwähnt, dass sie dieses Abenteuer ohne ihr vertrautes Rudel erleben würden.

„Mama fehlt mir“, jammerte der Jüngere der beiden.
Sein älterer Bruder, drei Minuten älter, um genau zu sein, tröstete ihn.
„Sie hat gesagt, ganz gleich, was passiert, wir sollen uns keine Sorgen machen! Helden müssen tapfer sein … und wir sind ihre kleinen Helden!
Also hör auf zu jammern und warte einfach ab, was passiert.
Wenn dieser Mensch, der uns hierher gebracht hat, jetzt unsere Mission ist, dann müssen wir uns bald um ihn kümmern!
Aber erst einmal wird geschlafen. Ich habe so viel gegessen, ich bin pappsatt und müde!“
Sie kuschelten sich eng aneinander und schliefen ein.

In dieser Nacht ging auch eine andere Katze im Mondschein spazieren.
Sie setzte sich ganz an den den Rand des Sternengartens und sah nachdenklich auf die beiden Katzenbrüder.
Ob sie eine gute Wahl wären? Ob es sehr schwierig werden würde, sie zusammenzubringen?

Sie kniff die Augen zusammen und schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Wieder scharf wie ein Adler sehen zu können, war eine der schönsten Errungenschaften im Sternengarten.
Es waren ein paar Tausend Kilometer.
Aber Liebe kennt keine Entfernungen und keine Zeit.
Der Sternengarten war noch viel weiter entfernt von ihrem Menschen, als diese beiden Katzenkinder und doch waren sie sich ganz nahe.

Sie beschloss, noch eine Weile darüber nachzudenken. Sie wollte die beiden noch eine Weile beobachten und dann ihre Entscheidung treffen.
Luna kuschelte sich in eine weiche Wolke und schickte vor dem Einschlafen noch einen schönen Traum auf die Erde. Darin kamen kleine, weiße Katzen vor und sie fand ihn sehr gelungen…

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„Wann hat sie das gesagt?!!!
Der kleine weiße Kater sah seinen älteren Bruder zweifelnd an.
„Bist du sicher? Sie ist also gar nicht unsere Misssion und wir müssen weiter nach unserem Menschen suchen?“

Er war enttäuscht, denn in diesem Zuhause hätte es ihm sehr gefallen. Mittlerweile hatten sie sich gut eingewöhnt, der Mensch sprach immer nett zu ihnen. Im Haus gab es viele interessante Dinge zu entdecken und er hatte die Frau, mit dem dunklen Fell am Kopf, bereits richtig lieb gewonnen.
Seine Schnurrhaare vibrierten vor Aufregung, während er versuchte, zu verstehen.

„Was meinte sie damit, dass wir bald in ein Tierheim umsiedeln müssen, wenn sich bis zum Winter niemand findet, der uns adoptiert? Warum nimmt sie uns nicht einfach mit, wenn sie wieder zurück in ihre Heimat zieht?“
Er sprang auf die Fensterbank und sein Bruder tat es ihm nach. Auch er hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Was sollte aus ihnen werden, wenn bis dahin niemand sie adoptieren wollte?

Gemeinsam beobachteten sie durch die Fensterscheiben, wie der Herbststurm durch den Garten fegte und hingen dabei ihren düsteren Gedanken nach.
„Wie sollen wir jemanden finden, der gar nicht weiß, dass wir nach ihm suchen???“

Während die beiden Katerchen sich den restlichen Nachmittag mit Spielen vertrieben, schrieb ein paar Tausend Kilometer entfernt, eine Frau gerade eine Bewerbung. Sie hatte die heimatlosen Kätzchen auf Facebook gesehen und wollte sie gerne adoptieren.

Luna sah ihr vom Rand des Sternengartens dabei interessiert über die Schulter und zuckte ärgerlich mit der Schwanzspitze!
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, so lange zu überlegen!
Heute Nacht wollte sie doch den beiden Katerchen und ihrem Menschen den ersten Traum senden, der Traum, in dem sie sich begegnen sollten. Und jetzt das!
Ob sie im Sternengarten aus der Übung gekommen war? Sollte sie sich so geirrt haben?

Etwas besorgt stellte sie fest, dass ihr Mensch wieder einmal weinte. Sie machte gerade Hausputz und hatte beim Saubermachen ein Knäuel weißer Katzenhaare unter dem Bett gefunden. Die letzten Spuren von ihr im Haus.
Diese Heulerei musste endlich aufhören!

Luna streckte sich, dehnte genüsslich alle Muskeln, die jetzt nicht mehr schmerzten und verließ ihren Lieblingsplatz am Rande des Sternengartens.
Sie würde noch einmal gründlich nachdenken, denn wenn diese beiden Katerchen nicht für ihren Menschen bestimmt waren sondern zu einer Frau nach England reisen sollten, wer war es dann?
Wen sollte sie dann als Nachfolger bestimmen?

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Wenn man als heimatloses Straßenkätzchen so richtig viel Glück hat und die ersten Wochen überlebt…wenn man dann nicht nur von der Straße gerettet wird sondern sogar auf einer liebevollen Pflegestelle auf Adoption warten darf…dann kann das Leben richtig schön sein!

„Wir haben jetzt schon Namen erhalten!“, verkündete das weiße Katerchen stolz, während es mit gewagten Sprüngen das Wohnzimmer durchquerte. Dann schubste er seinen jüngeren Brüder schwungvoll zur Seite und verschaffte sich auf diese Weise Platz am Fressnapf.

„Unser Mensch hat heute wieder geschrieben! Wir müssen nicht in ein Tierheim sondern wir werden nach England reisen.
Wir sind jetzt adoptiert! Und wir heißen Sebastian und Simon. Gefallen dir die Namen? ich weiß aber nicht, wer von uns Sebastian und wer Simon ist.“

Sein jüngerer Bruder vergaß vor Aufregung sogar, zurückzuschubsen. Er hörte auf zu Essen und fragte neugierig:

„Welcher von beiden Namen ist denn ein Heldenname? Ich möchte gerne wie ein Held heißen!“ …

Luna musste lächeln, als sie vom Sternengarten aus, die Unterhaltung der beiden verfolgte. Obwohl mittlerweile klar war, dass sie für ihren Menschen nicht in Frage kommen würden, da bereits jemand anderes die Adoption angemeldet hatte, machte es ihr einfach Freude, sie zu beobachten.
Es waren niedliche und liebevolle Jungs, … und klug waren sie auch! Luna hatte eine Schwäche für kluge Kater…
Schade, dass ihre Pläne durchkreuzt worden waren.
Ihr Mensch musste wohl noch ein wenig warten, bis zwei neue Herzenskatzen den freien Platz einnehmen würden.

Ein bisschen schmeichelte es ihr doch, dass bisher keine andere Katze ihr Herz erobern konnte.
Sie erledigte wieder ihre Arbeit, wie Luna zufrieden feststellte, aber verweilte bei keiner Katze länger, als nötig war, sie zu versorgen.
Sie schrieb keine neuen Katzengeschichten sondern arbeitete bevorzugt mit Mäusen und anderen tierischen Helden.

Neugierig reckte Luna ihr Näschen aus dem Sternengarten um genauer sehen, was ihr Mensch eigentlich gerade am PC arbeitete. Sie sass schon den ganzen Abend vor dem Rechner.
Als sie es sah, wäre sie vor Schreck fast von der Wolke gepurzelt!

Ihr Mensch druckte sich gerade einen Beitrag aus. Es war ein Beitrag, in dem man nach Adoptanten suchte… Adoptanten für die beiden Katerchen, die jetzt Sebastian und Simon hießen!
Luna war gleichermaßen verwirrt und besorgt.
Das konnte nur in einer großen Enttäuschung enden!

Ihr war schleierhaft, wie ihr Mensch gerade diese beiden unter den Tausenden von Katzen auf Facebook gefunden hatte. Vermutlich war das ewige Seelenband bereits geknüpft worden.
Und jetzt wurden sie von jemand anderem adoptiert!

Sie peitschte ärgerlich mit dem Schwanz und beschloss, Philly die Nachbarskatze zu informieren, die als ihre Vertretung öfter einmal aushalf.
Sehr bald würde vermutlich bei ihrem Menschen wieder verschärfter Seelentröster Dienst anstehen… dann sollte Philly bereit sein….spätestes, wenn die Absage käme.

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„Ich möchte auch etwas sehen!“,
quengelte der kleine Faith und schlüpfte an Enzo und Iron, an Fiete und Valerion vorbei, die alle gemeinsam mit Luna am Rande des Sternengartens sassen und besorgt beobachteten, was gerade passierte.
Seit Luna ihnen die neuesten Entwicklungen erzählt hatte, wollten auch sie wissen, wie es weiterging.
Der gutmütige Enzo gab Faith einen liebevollen Stups mit der Pfote und überließ ihm seinen Platz.
„Sie tun mir richtig leid“, seufzte Luna und dann sagte eine Weile niemand mehr etwas.

Das Auto hielt vor einem langgestreckten Gebäude und eine Frau nahm die Transportkiste in Empfang.
„Wir haben für sie noch ein Plätzchen in einem Abteil freimachen können, keine Sorge. Die Jungs sind aufgeweckt und verträglich, sie werden das wegstecken. Gute Reise!“

„So ein Jammer! Ich hätte es den beiden wirklich gewünscht aber die Absage der Adoption kam erst im letzten Moment.
Persönliche Umstände …da kann man nichts machen. Leider.
Wir haben sie bei uns behalten, so lange es irgend ging, aber morgen ist letzter Abreise Termin, kein weiterer Aufschub möglich.
Bitte passen Sie gut auf die kleine Racker auf, sie haben es faustdick hinter den Ohren und sie sind unglaublich liebenswürdig. Hoffen wir, sie werden gemeinsam adoptiert. Es wäre so schade, sie auseinander zu reißen!
Ich habe ihnen übrigens noch keinen neuen Namen gegeben. Dann fällt es leichter, loszulassen…“
Sie zuckte bedauernd mit den Achseln und dann stieg die Pflegemutter der Kätzchen traurig ins Auto.

Faith schniefte laut und ein paar Tränchen tropften auf die weiße Wolke unter seinen Pfötchen.
Aber auch Luna, Iron, Fiete, Enzo und Valerion hatten einen Kloß im Hals, als sie diese Szene mit verfolgten.
Sie alle wussten, wie es sich anfühlte, allein auf der Welt zu sein.
Und sie alle wussten, was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen, selbst wenn man das gar nicht möchte!

Die beiden Katerchen lugten ängstlich durch die Schlitze des Transportkäfigs.
Gestern noch, waren sie vergnügt durch die Wohnung geturnt und hatten große Pläne geschmiedet.
Ihre Mission schien fast beendet!
Sie hatten ihren Menschen gefunden und die Köfferchen waren gepackt.
Wie es im neuen Zuhause wohl aussehen würde?
Ob sie dort endlich auch einmal ins Freie dürften, all das erleben, was durch die Fensterscheiben so verlockend aussah?
Oh, wie hatten sie sich darauf gefreut!

Und heute?
Heute waren sie plötzlich wieder zwei No Name Katzen ohne Zuhause.
Niemand wollte sie, niemand konnte sie behalten und die große Mission schien unerreichbarer denn je.
Die Reise ins Glück endete im Tierheim!

„Ich hoffe, die anderen Katzen sind wenigstens nett“, flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu, als die Kiste auf dem Boden abgesetzt wurde.
Auch seinem Bruder war etwas bange aber das wollte er dann doch nicht zugeben.
„Pah, natürlich sind sie nett. Und falls nicht, dann gehen wir ihnen einfach aus dem Weg.
So wie Mama das immer gemacht hat, wenn andere Katzen im Revier für Stress gesorgt haben.“
Dann rückten sie ganz eng zusammen, holten tief Luft und wagten sich Seite an Seite, aus dem Käfig.
Das war also das gefürchtete Tierheim, in dem sie schließlich doch gelandet waren…

„Du bist nicht aus der Übung gekommen, meine Liebe“, schnurrte Valerion.
„Deine Magie macht nur ein paar Umwege.
Wie es aussieht, hat dein Mensch ihre Bewerbung doch nicht zu spät abgeschickt. Hoffen wir, diesmal klappt alles!“

Luna schnurrte freundlich zurück.
Sie liebte es, Recht zu behalten und in Gedanken bastelte sie bereits weiter an dem Traum, den sie schon längst hatte senden wollen.
Der Traum, in dem sich ihr Mensch und die beiden Katerchen zum ersten Mal begegnen…

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Endlich schlief sie, tief und fest! Das Buch war ihr aus der Hand geglitten…
„Es geht los!“
Luna angelte geschickt mit dem Pfötchen nach etwas Sternenstaub, der beständig am Sternengarten vorbei schwebte.
„Psst…Ruhe jetzt! Ich muss mich konzentrieren.“
Iron, Enzo, Fiete, Valerion und der kleine Faith sahen andächtig zu, wie der Traum sich mit dem Sternenstaub vermischte und dann Richtung Erde schwebte.

Es war ein lauer Sommerabend. Die Sorte Abend, von der man sich wünschte, sie würden niemals zu Ende gehen.
Im Garten graste ein Reh. Es ließ sich weder von der Klavier Musik stören, noch von den Stimmen auf der Veranda.
Sie legte das Buch beiseite und strich Luna über den Kopf“.
„Wäre es nicht schön, wenn wir Gesellschaft hätten?“,
fragte Luna unvermittelt.
„Findest du es nicht etwas still hier?“

„Du wolltest doch nie Gesellschaft! Erinnerst du dich an den letzten Versuch? Der arme Kater war noch tagelang verstört von deinen wüsten Beschimpfungen…ich wollte immer gerne noch ein paar nette Jungs..aber dann… seit Iron…“
Sie seufzte und Luna rückte noch ein Stückchen näher an sie heran.

„Wie wäre es mit diesen beiden?“
Sie deutete mit der Pfote Richtung Garten, wo zwei weiße Katerchen über den Rasen turnten und in der Abendsonne ausgelassen nach Motten haschten.
„Wir könnten sie nach deinen Lieblingshelden Mr. Darcy und Captain Wentworth nennen und ich wäre auch nett zu ihnen, versprochen!“
Während Luna diesen Vorschlag machte, spiegelte sich die untergehende Sonne in ihren blauen Augen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob diese Augen aus funkelndem Sternenstaub bestehen würden.

Die beiden Katerchen hatten mit dem Fangspiel aufgehört und sahen aufmerksam in ihre Richtung, als ob sie wüssten, dass gerade über sie gesprochen wurde.
Die Blicke trafen sich…

„Ooohhh, das war aber ein schöner Traum“, flüsterte der kleine Faith andächtig. Woher kannst du das?
Luna schnurrte geheimnisvoll.
„Ich habe lange in einem Hexenhaushalt gelebt. Wenn du möchtest, sende ich dir auch einmal einen schönen Traum. Sag mir, was du gerne träumen möchtest und mit wem…“
Dann machten sie sich auf den Weg, zurück zu den anderen Sternengarten Katzen.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Katerchen mit unsanften Pfotenhieben geweckt.
„Hey ihr Schlafmützen! Steht endlich auf, wir möchten spielen!!
Verschlafen kletterten sie aus ihren Bettchen.
Seit sie im Tierheim angekommen waren, ging die Post ab! Hier war immer etwas los! Die kleine Katzengang aus ihrem Abteil verstand sich prächtig untereinander.

Sie alle teilten das gleiche Schicksal…sie hatten keinen Platz auf der Welt, sie hatten niemanden, um den sie sich kümmern konnten.
Jeder von ihnen wartete jeden Tag aufs neue darauf, seine Mission endlich anzutreten. Und jeder hatte schreckliche Angst, dass dieser Tag vielleicht niemals kommen würde.

Trotzdem war die Stimmung kein bisschen traurig. Das Tierheim, in dem sie gelandet waren, wurde vorbildlich und liebevoll geführt.
Sie vertrieben sich die Zeit mit wilden Fangspielen, balgten und alberten miteinander, sie kuschelten und machten sich gegenseitig sauber …

„Ich muss dir dann unbedingt etwas erzählen“,
flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu.
„Ich hatte einen ganz seltsamen Traum! Seltsam und schön.
Wir waren an einem wunderschönen Ort…und es kam mir so vor, als wären wir dort schon immer Zuhause gewesen…und ich weiß jetzt auch, wie ich heißen möchte.
„Captain“…ich habe meinen Heldennamen gefunden. Er ist mir in diesem Traum plötzlich eingefallen!…“

 

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Lunssternengarten.de

Die schwarze Schönheit zwinkerte den anderen Katzen im Raum amüsiert zu.
„So, so …und jetzt seid ihr beiden also Helden, weil euch das im Traum jemand geflüstert hat und ihr nennt euch ab jetzt Mr. Darcy und Captain. Habe ich das richtig verstanden?“
Großes Gelächter im Katzenzimmer. Nur zwei der Katzen lachten nicht mit.

„Ja, das hast du ganz richtig verstanden und da gibt es gar nichts zu lachen!“, fauchte der ältere der beiden Katzenbrüderchen, beleidigt.
„Captain und ich hatten genau den gleichen Traum … und wenn deine Mutter dir etwas über Magie und Bestimmung beigebracht hätte, dann würdest du wissen, wie man Zeichen erkennt! Anfängerin!“

Das weiße Katerchen, das sich seit heute Mr. Darcy nannte, stolzierte ungerührt an ihr vorbei, zum Fressnapf und gab deutlich zu erkennen, dass diese Unterhaltung für ihn damit beendet war. Captain folgte ihm nach, wie immer.

Luna und Valerion konnten sich das Lachen nicht verkneifen.
„Deine Schützlinge haben bereits einiges von Dir gelernt“, prustete Valerion.
„Sie sind fast schon so resolut, wie Du, meine Liebe!“
Luna schenkte ihm einen ihrer berühmten Blicke.
„Findest du, dass ich resolut bin?“
„Gibt es eigentlich irgendwelche Neuigkeiten zur Adoptionsanfrage?“,
wechselte Valerion eilig das Thema.

„Fehlanzeige! Sie checkt im Stundentakt den Posteingang. Aber es hat sich noch niemand bei ihr gemeldet. Langsam mache ich mir wirklich Sorgen.
Vielleicht hat mittlerweile doch noch jemand anderes angefragt?
Vielleicht werden sie nicht in Freigang vermittelt? Weiße Katzen …du weisst schon….
Menschen sind seltsam! Als ob wir weißen Katzen zerbrechlicher wären, als andere!
Wie ich diese Vorurteile hasse, als ob die Fellfarbe irgendetwas über den Charakter aussagen würde!
Es gibt sanfte, schwarze Prinzessinnen und wilde, weiße Kriegerinnen…es gibt kapriziöse, graue Magierinnen … einzig das Herz, das unter dem Pelz schlägt, entscheidet über unsere wahre Bestimmung!

Luna hatte sich in Rage geredet. Ihre Schwanzspitze wirbelte bei jedem Satz neuen Sternenstaub auf und Valerion wünschte, er könnte ihr etwas tröstliches sagen aber auch er fand es merkwürdig, dass bis heute keine Antwort auf die Adoptionsanfrage eingetroffen war.

Weihnachten stand vor der Tür…und wenn nicht noch ein kleines Wunder passierte, durfte keine der Katzen aus dem Abteil, in dem Mr. Darcy und Captain untergebracht waren, mit einer Familie unter dem Weihnachtsbaum feiern…nicht eine von ihnen hatte es bisher geschafft, ihre Mission zu erfüllen…

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„Lunaaaa!!!“
Iron stürmte die Marmor-Treppe zu Lunas Pavillion im Sternengarten hinauf.
„Bist du zuhause? Darf ich stören?
Es gibt wichtige Neuigkeiten, das musst du dir unbedingt ansehen!
Die anderen sind schon voraus gegangen!“

Ehe der prächtige Kater mit den gelben Augen sich versah, war Luna mit einem eleganten Satz über ihn hinweg und auf den Weg, Richtung Ausguck, gesprungen.
Seit er im Sternengarten wohnte, war sein Schwanz nachgewachsen und das kaputte Beinchen wieder stark und belastbar. Iron war in Bestform, trotzdem gelang es ihm nicht, Luna einzuholen. Die Neugierde verlieh ihr Flügel.

Zwei Frauen saßen am Tisch und tranken Kaffee.
Sie plauderten und lachten. Eine der beiden, machte sich eifrig Notizen. Schließlich meinte sie:
„Ich denke, ihr werdet gut zueinander passen! Sobald ich die Unterlagen weiter gereicht habe, wird man sich mit dir in Verbindung setzen.
Es wird aber in jedem Fall noch ein wenig dauern, denn erst wenn ein Transport komplett voll ist, schicken wir die Kleinen auf die Reise. Leider tut sich im Augenblick wenig.
Vielleicht sind die Meisten gerade mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und verschieben eine Adoption ins Neue Jahr. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass es schnell geht…“

Nachdem der Gast verabschiedet war und die Türe ins Schloss fiel, drehte sie vor Freude und Erleichterung ein paar Pirouetten durch die Wohnung. Dazwischen hielt sie immer einmal wieder inne und streichelte liebevoll über ein Bild.
„Ich weiß, dass du dahinter steckst. Und ich finde es wunderbar, meine Süße.
Und du weißt, dass du trotzdem immer die Diva meines Herzens bleiben wirst. Immer!…“

Fiete und Enzo klatschen mit ihren Pfötchen High Five und der kleine Faith hatte schon wieder Tränen in den Augen. Aber diesmal waren es Freudentränen und offensichtlich war er nicht der Einzige. Auch Luna schniefte verdächtig…

„Ich freue mich sehr für dich und deinen Menschen und natürlich auch für Darcy und Captain.
Gemütlich hast du gewohnt und dein Mensch scheint sehr nett.
Als sie mich damals in den Armen hielt, war ich sicher, sie wäre auch meine Mission. Wir wären für einander bestimmt.
Ich habe mich oft gefragt, warum es mir dann doch nicht bestimmt war, bei euch mit einzuziehen. Warum ich meine Mission nie erfüllen durfte.“
Iron sah Luna bei diesen Worten an, als hätte sie die Antworten auf all die Fragen, die er so lange schon vergeblich suchte.

„Ich bin ganz sicher, deine Mission war niemals mein Mensch!
Ihr seid euch nur begegnet, damit du deine wahre Bestimmung erfüllen kannst.
Sie sollte dich nie adoptieren. Sie sollte nur deine Geschichte schreiben.
Ich denke, ihr habt das beide missverstanden.
Du kamst mit der wertvollen Gabe auf die Welt, nicht nur ein Herz zu berühren sondern das vieler Menschen.
Jeder hat dich geliebt.

Diese Liebe hat seitdem für unzählige Katzen in und um Athen Großes bewirkt.
Siehst du die Futterstellen, unten an den Straßen?
Sie konnten eingerichtet werden, weil plötzlich genügend Spender bei Frieden für Pfoten unterstützten.
Die Menschen haben deine Geschichte gelesen und wollten helfen.
Du hast auf diese Weise viele Leben gerettet und zweite Chancen geschenkt.
Deine schwierige Mission wurde bestens erfüllt.
Du kannst sehr stolz auf dich sein, Iron … wir alle sind sehr stolz auf dich!“

Und dann tat sie etwas, was noch nie vorher jemand bei ihr gesehen hatte. Nicht auf der Erde und auch nicht im Sternengarten.
Luna schenkte Iron ein zärtliches Nasenküsschen.

 

Mr. Darcy sass in seinem Lieblingskarton und grübelte.
Sollte er auf seinen Bruder hören?
Wahrscheinlich würden die anderen Katzen wirklich wieder ihre Späßchen machen, wenn er ihnen von ihrem neuesten Traum erzählte. Auch er fand die Geschichte etwas seltsam, die ihm die wunderschöne weiße Katzendame darin zugeflüstert hatte.
Sie wirkte ein bisschen streng und unnahbar aber irgendwie hatte er das Gefühl, sie meinte es gut mit ihnen.

Er hatte noch nie einen Brief geschrieben, nicht an den Weihnachtsmann und schon gar nicht an einen großen Kürbis.
Aber wenn das wirklich helfen würde, damit auch seine Freunde aus dem Abteil im Tierheim endlich ihre Mission antreten dürften, damit auch sie endlich adoptiert werden…dann würde er das tun!
Er hatte sie alle lieb gewonnen, die energischen schwarzen Schwestern Thelma und Luise, Tigerchen Thomas, den fröhlichen Colorpoint Matty und es wäre traurig, wenn Captain und er ins Glück reisen würden und die anderen müssten zurück bleiben.

Seit ihnen Sue, die Tierheimleiterin freudig verkündet hatte, dass es in Deutschland jemanden gibt, der sie zu sich holen möchte, versuchte er sich vorzustellen, wie es dort wohl sein würde. Niemand von seinen Freunden war jemals weiter als in das Tierheim gereist. Sie wussten auch nichts darüber zu erzählen. Aber die weiße Katzendame hatte ihnen ein paar Bilder im Traum geschickt. Verlockende Bilder. Mr. Darcy schnurrte spontan, als er daran dachte und an die Motten, die er erfolgreich in diesem Traum erlegt hatte.

Während Captain die spanische Wintersonne genoss, die die kalten Fliesen am Boden wärmte und angenehm auf der Nase kitzelte, fasse Mr. Darcy in seinem Karton einen Entschluss.
Sie würden niemandem etwas davon erzählen und sie würden zwei Briefe schreiben. Einen an den großen Kürbis und einen an den Weihnachsmann, sicher ist sicher!

Im Sternengarten bereitete man sich währenddessen auf das Weihnachtfest vor.
Luna mochte einst keine Hunde, auch keine anderen Katzen, genaugenommen mochte sie niemanden, außer ihren Menschen und machte auch kein Hehl daraus.
Aber seit sie im Sternengarten war, sah sie viele Dinge anders und hatte angeregt, dass man mit den Hunden, den Kaninchen, den Pferden, mit den Mäusen und Vögeln, mit allen Bewohnern des Sternengartens gemeinsam feiern könnte.

Eine riesige Festtafel, die von einem Ende des Gartens bis zum anderen reichte, mit einem riesigen Weihnachtsbaum, der mit Lichterketten aus Sternenstaub geschmückt war. Alle waren begeistert von diesem Vorschlag.
Sie würden in alten Erinnerungen schwelgen und um Mitternacht schöne Träume an ihre Menschen senden.

Ob Mr. Darcy auf ihren Ratschlag gehört hatte? Nur noch zwei Tage, dann war Heilig Abend.
Aber jetzt musste sie erst einmal Leo begrüßen, der gerade mit seinem Hunderudel um die Ecke kam, um beim Aufbau der Tafel zu helfen. Es gab noch viel zu tun!…

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Iron

Es schepperte und klirrte! Faith kullerte mitsamt den Weihnachtskugeln von der Tafel, dabei riss er auch noch einen Teil des Tischtuchs mit sich.
„Sag mal einer dem Kleinen, er soll aufhören die Ratten zu jagen! Hier wird nicht Fangen am Tisch gespielt, wir werden sonst nie fertig!“
Luna wandte sich wieder ihren Notizen zu. Alles lief wie am Schnürchen!

Die Tischordnung war festgelegt und jeder würde dort seinen Platz finden, ganz gleich, ob klein oder groß.
Leo, der gutmütige Cocker, hatte mit seinen Hundefreunden alles so lange hin- und her gerückt, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.
Chefkatze Enzo, Fiete und Valerion befestigten gerade die letzten Girlanden unter der Decke des Sternengartens. Sie arbeiteten routiniert zusammen und turnten geschickt zwischen den schier endlos langen Strängen der Festbeleuchtung hin und her.

Iron wollte sich darum kümmern, dass für jeden die Lieblingsspeise bereit stand und seither probierte er mit Feuereifer immer neue Sternenstaub Kochrezepte. Eines köstlicher als das andere! Die ersten Platten wurden schon heran getragen.
Es war auch höchste Zeit, denn nach und nach, trafen bereits die Gäste ein.

Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen, aus jedem Winkel des Sternengartens. Da waren jede Menge Katzen und Hunde, aber auch Pferde, Ratten, Mäuse, Kaninchen, Vögel …
Die meisten schienen sich untereinander zu kennen. Von überall ertönte erfreutes Hallo, Wuff wuff und Miau und natürlich begeistertes Ahhh und Ohh, sobald sie die festlich gedeckte Tafel entdeckten. Die weihnachtliche Stimmung hatte bereits jeden angesteckt.

Plötzlich übertönte lautes Hufgeklapper das muntere Stimmengewirr. Ballerina, die weiße Stute galoppierte durch die Pforte. Sie drosselte abrupt das Tempo und wieherte freundlich zur Begrüßung. Der aufgewirbelte Sternenstaub verdeckte Luna kurz die Sicht. Als der Staub sich legte, wurde ihr rosa Näschen blass vor Schreck.

Ballerina war nicht allein zum Festmahl gekommen. Sie hatte einen Gast mitgebracht.
„Du kannst jetzt absteigen, Prinzessin, wir sind da! Aber lauf nicht weg sonst gehst du uns hier noch verloren, zwischen all den Gästen!“
Die Katze löste die Krallen behutsam aus ihrer Mähne und sprang mühelos vom Pferderücken. Für ein so kleines, weißes Kätzchen verfügte sie über erstaunliche Muskeln.

„Lillyfee? Bist Du das?
Wo warst du all die Zeit? Ich habe hier überall nach dir gesucht!
Ich…ich dachte, ich würde dich niemals wiedersehen…!“
Luna rang nach Worten und ihr Näschen war immer noch kalkweiß.

Die zierliche Katze gab keine Antwort und bestaunte gedankenverloren die wunderschöne Tafel.

„Sie hat damals aus Versehen den falschen Eingang zum Sternengarten genommen und ist schließlich bei den Pferden gelandet. Ihr gefiel es so gut bei uns, dass sie bleiben wollte und seither kümmern wir uns um sie.
Sie ist ein bisschen verpeilt…“
Ballerina wieherte amüsiert.
„Aber das weißt du ja sicher besser, als wir.
Deine kleine Schwester ist wirklich besonders. Wie eine süße Elfe, die nie erwachsen wurde und die in keiner Welt Zuhause ist, einzig in ihrer eigenen.
Wir nennen sie unsere „Prinzessin“.
Als sie hörte, dass heute gefeiert wird, wollte sie gerne mitkommen und dich treffen. Ich fürchte, das hat sie mittlerweile schon wieder vergessen.
Ihr Gedächtnis ist auch im Sternengarten nicht wirklich besser geworden. Aber deine Schwester stört das nicht…und uns auch nicht. Wir Pferde lieben sie, genau so, wie sie ist!“

„Ich habe Lillyfee auch immer geliebt, genau so, wie sie ist…“
Lunas Schnurrhaare bebten vor Rührung bei diesen Worten.
„Sie sitzt beim Festessen neben mir und dann werde ich ihrem Gedächtnis etwas auf die Sprünge helfen! “
Luna verschluckte sich fast, so intensiv und glücklich war ihr Schnurren, während sie ihre kleine Schwester zärtlich begrüßte.
Dann fiel ihr plötzlich wieder ein, dass sie ja die Organisatorin dieses Festessens war.

„Die Pferde sitzen übrigens ganz an Ende der Tafel, Leo zeigt dir den Weg …“

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Lillyfee

Captain trippelte nervös von einem Pfötchen auf das andere. Die Spannung war schier nicht zu ertragen!
Während Mr. Darcy und die anderen in und um den kleinen Weihnachtsbaum herum tollten, den Sue in ihrem Abteil für sie aufgestellt hatte,
während um ihn herum Kugeln durch die Luft sausten und klirrend zu Boden fielen, wartete er ungeduldig auf den großen Moment, auf die großartige Überraschung.
Sue machte es aber auch spannend!

Als schließlich alle Kugeln erfolgreich zerstört worden waren und der kleine Weihnachtsbaum windschief in seinem Ständer hing, klatschte sie in die Hände und setzte sie sich zu ihren Schützlingen auf den Boden.
„Jetzt habt ihr also gelernt, wie man einen Weihnachtsbaum dekoriert“.
Sie warf einen Blick auf den Scherbenhaufen und lachte.
„Kommen wir jetzt zu der versprochenen Überraschung.
Ich muss euch etwas wichtiges mitteilen und ich glaube, es wird das schönste Weihnachtsgeschenk von allen!“.

„Noch besser, als dieser Baum, die Kugeln und die Leckerlies?“,
fragte die schwarze Thelma ungläubig.

„Noch viel besser!“
Nicht nur Mr. Darcy und Captain werden bald die Reise ins Glück antreten.
Ihr alle werdet bald eure Mission erfüllen können!.
Thelma, Luise … ihr seid für den nächsten Transport nach England vorgemerkt. Und ihr bleibt natürlich zusammen!
Matty und Thomas haben ebenfalls ein schönes Zuhause gefunden, sie werden ihre Mission auf einer der Kanal Inseln erfüllen, dort warten zwei nette Familien und neue Freunde bereits sehnsüchtig auf Familienzuwachs…
Es hat eine Weile gedauert aber das Warten hat sich gelohnt!
Pünktlich zum Weihnachtsfest waren die guten Nachrichten in der Post. Ich kann es selbst noch kaum glauben! Es kommt mir vor, wie ein kleines Wunder! “
Sues Augen glänzten vor Freude, aber nicht nur ihre.

Für einen kurzen Moment war es still im Abteil. Dann brach die Hölle los.
Thelma und Luise sausten quer über sämtliche Kratzbäume vor Begeisterung, Mr. Darcy und Captain gleich hinterher.
Thomas erklomm noch einmal den Weihnachtsbaum und rief seinen Katzenfreunden übermütig von oben zu:
„Ich bin der König der Welt!“,
und Matty kuschelte sich selig in Sues Schoss.

Luna und Lillyfee hatten die Festtafel für eine Weile verlassen. Sie saßen eng aneinander geschmiegt am Rande des Sternengartens und verfolgten glücklich die kleine Weihnachtsfeier im spanischen Tierheim.
„Du hast wieder gezaubert, Schwesterherz, oder?“
Lillyfees Köpfchen wackelte hin und her, immer ein Zeichen, dass sie hochkonzentriert war und über etwas nachdachte.
.
„Naja, …ich oder der große Kürbis, wer weiß das schon so genau…?“
Luna schnurrte vergnügt.
„Wie gefallen dir die beiden, die ich für unseren Menschen ausgesucht habe? Ich denke, sie werden ihre Mission bestens erfüllen. Wenn du magst, stelle ich dich ihnen heute Nacht im Traum vor.
Jetzt lass uns zurück zu den anderen gehen.
Iron hat einen unglaublich leckeren Nachtisch vorbereitet, den möchte ich um nichts in der Welt verpassen!“

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Der Ausguck am Rand des Sternengartens war bis auf den letzten Platz gefüllt. Niemand wollte den großen Moment verpassen!
Mittlerweile waren die zauberhaften Katzenschwestern, Luna und Lillyfee, kleine Berühmtheiten im Sternengarten.
Jeder kannte sie. Die drollige und sanfte Lillyfee und die weise und resolute Luna.
Wenn heute ihre Nachfolger endlich auf die große Reise gingen, um ihre Bestimmung zu erfüllen, um endlich den Platz einzunehmen, den Lillyfee und Luna so viele Jahre, mit so viel Hingabe ausgefüllt hatten … dann wollten alle dabei sein!

Sue stand vor dem Eingang des Tierheims und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge. Heute war also Reisetag! Immer ein wunderschöner aber auch ergreifender Moment.
Würde während des langen und anstrengenden Transportes, alles gut gehen?
Würden ihre Schützlinge im neuen Zuhause bald eingewöhnt sein?
Würden die neuen Besitzer gut auf sie acht geben und ihnen die Liebe schenken, die sie verdienen?
Sie winkte ein letztes Mal, ehe sie die Tore schloss und zurück an die Arbeit ging. Heute würden neue Notfellchen die begehrten Plätze einnehmen. Es gab noch jede Menge vorzubreiten.

„Hört doch auf zu jammern!“
ermahnte Mr. Darcy seine Katzenfreunde, die Käfig an Käfig neben ihm im Transporter gestapelt waren!
Mir macht es auch keinen Spaß, hier endlos eingesperrt zu sitzen und ich muss auch aufs Klo!
Aber ich weiß aus sicherer Quelle, dass jede Katze auf der Reise ins Glück da durch muss und hinterher wird es dann um so schöner. Noch ein paar Stunden, und wir sind endlich am Ziel!
Stellt euch lieber vor, wie schön es dann im neuen Zuhause sein wird, oder schlaft ein bisschen. Ich möchte jetzt ein wenig schlafen! Also Ruhe jetzt, du auch Captain! Uns wird schon nichts passieren.
Macht es euch so bequem, wie irgend möglich! Mit jedem Kilometer kommen wir unserer Bestimmung ein Stückchen näher….!“

Luna blickte stolz über ihre Schulter zu den anderen.
„Der Kleine gefällt mir! Ich war damals nicht so mutig wie er und habe mir den ganzen langen Weg der Reise, die Seele aus dem Leib geschrien. Wir hatten schreckliche Angst!
Lillyfee nickte zustimmend.
Erfreut registrierte Luna, dass sie sich wieder daran erinnerte. Ihr Gedächtnis wurde mit jedem Tag ein bisschen besser, seit sie mit im Pavillion eingezogen war.

„Was macht denn euer Mensch gerade?
Ist sie schon sehr aufgeregt?“
fragte Valerion neugierig.
„Meine Menschen waren damals mindestens so aufgeregt wie ich, als ich aus Athen eingeflogen wurde!“

Luna lächelte glücklich in die Runde und zeigte auf ein kleines, schwarzes Auto, das Richtung Süden über die Autobahn sauste.
Ihre strahlend blauen Augen waren groß und voller Liebe, als sie sagte:
Sie fährt gerade dem Glück ein Stückchen entgegen…und ja…sie ist schrecklich aufgeregt.
Es ist ihr erstes Blind Date, seit vielen,vielen Jahren…seit sie Lillyfee und mich damals vom Flughafen abholte…

♡ENDE♡

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Lunassternengarten.de

#Lunassternengarten #Luna

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Mr. Darcy und Captain

 

Ein ganz herzliches Dankeschön an die wunderbaren Menschen der Organisation AHE – Animal Help Espania und an Sue, von SCAN, die die beiden Helden bis zur Adoption liebevoll in ihrem Tierheim umsorgt ❤

 

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Luna und ich  ❤ 
Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Geschichten aus dem Karma Cottage – Die Mission Teil I – VI

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Sie kamen auf der Straße zur Welt. Kein wirklich guter Start.
Die meisten Straßenbabies überleben ihre ersten vier Monate nicht, sie verhungern, werden von wilden Hunden gefressen, sie sterben an Infektionskrankheiten oder werden überfahren.

Doch diese beiden Katerchen hatten Glück.
Ihr Vater, der größte und schönste rothaarige Kater im Revier, wachte über seinen Nachwuchs. Alle hatten großen Respekt vor ihm.
Wenn er sich nach seiner letzten Patrouille zu ihnen ins Gebüsch legte und ihre Mutter ablöste, die Kleinen zu wärmen, dann erzählte er ihnen alles, was sie wissen mussten.
Er erzählte ihnen auch, sie hätten einen Auftrag, eine wichtige Mission zu erfüllen:

„Jede Katze kommt mit einer Mission in die Welt, müsst ihr wissen. Meine Mission ist es, unser Straßenrudel zu schützen, die eurer Mutter ist es, schön und wild zu sein… und eure Mission, die müsst ihr erst noch herausfinden.
Aber als meine Söhne erwarte ich Großes von euch. Vielleicht seid ihr sogar für einen Menschen bestimmt!
Das ist die schwierigste Aufgabe. Menschen sind seltsam, müsst ihr wissen…“
Dann schnurrte er nachdenklich. Denn wie sollten diese beiden Katerchen jemals den Menschen finden, für den sie bestimmt waren?
Der rote Kater war erfahren und wusste viele Dinge. Aber auf manche Fragen hatte auch er keine Antwort.

Dafür hatte die Mutter der beiden eine Idee.
Als das nächste Mal jemand an die Futterstelle kam, brachte sie ihre beiden Söhne einfach mit. Vielleicht würde sich jemand um sie kümmern? Vielleicht war irgendwo doch noch ein sicherer Platz in der Menschensiedlung frei?

Die beiden Katzenkinder staunten über die vielen anderen Katzen, die sich hier alle zum Festmahl versammelt hatten. Große und kleine, schwarze, weiße, alte und junge Tiere.
Es gab genügend Futter für jeden und dieses zweibeinige Wesen mit der freundlichen Stimme, das war dann wohl der Mensch, von dem ihr Vater erzählt hatte?

Fragend drehten sie sich zu ihrer Mutter um…aber die war plötzlich nicht mehr da. Menschen waren nicht so ihr Ding. Obwohl sie mittlerweile wusste, dass es auch freundliche Exemplare gab, hielt sie sich lieber fern und beobachtete aus einem sicheren Versteck heraus, ob der Plan aufgehen würde…ob der Mensch an der Futterstelle die beiden Babies in Obhut nehmen würde. Sie wünschte ihren Söhnen nur das beste Leben, auch wenn es den Abschied bedeutet.

Die beiden saßen nicht lange allein. Ehe sie begriffen hatten, was gerade passiert, wurden sie bereits von sanften Händen ergriffen und in einen Käfig gesetzt.
So begann völlig unerwartet für sie, die lange Reise, die Suche nach IHREM Menschen, nach ihrer Mission.

Mit einem halb glücklichen, halb traurigen Seufzer drehte die Katzenmutter sich noch ein letztes Mal um und sah dem Auto nach. Dann machte sie sich auf den Weg, um dem roten Kater und der Kolonie zu verkünden, dass ihre Babies es geschafft hatten…
Sie waren jetzt in sicherer Obhut und würden niemals Straßenkatzen werden, die beständig auf der Hut und im Ungewissen leben müssen, die hungern und frieren…

Diese beiden Kinder würden es einmal besser haben als sie…und sie würden mit etwas Glück vielleicht sogar ihre Bestimmung finden…einen Menschen glücklich zu machen.
Die zarte, weiße Siammix Kätzin mit den blauen Augen schnurrte zufrieden. Sie war sehr stolz auf ihre Söhne! …

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Während man in der Katzen Kolonie die Rettung der beiden Katerchen mit einem ausgiebigen Mondenspaziergang feierte, war den beiden Helden dieser Geschichte noch nicht so ganz nach Feiern zumute.
Sie waren in einem kleinen Raum, es gab ein Bettchen, es war warm, es gab Futter… aber richtig wohl war ihnen trotzdem nicht. Sie fühlten sich einsam.

Natürlich hatte ihre Mutter sie am Morgen sanft auf das große Abenteuer vorbereitet. Aber sie hatte dabei nicht erwähnt, dass sie dieses Abenteuer ohne ihr vertrautes Rudel erleben würden.

„Mama fehlt mir“, jammerte der Jüngere der beiden.
Sein älterer Bruder, drei Minuten älter, um genau zu sein, tröstete ihn.
„Sie hat gesagt, ganz gleich, was passiert, wir sollen uns keine Sorgen machen! Helden müssen tapfer sein … und wir sind ihre kleinen Helden!
Also hör auf zu jammern und warte einfach ab, was passiert.
Wenn dieser Mensch, der uns hierher gebracht hat, jetzt unsere Mission ist, dann müssen wir uns bald um ihn kümmern!
Aber erst einmal wird geschlafen. Ich habe so viel gegessen, ich bin pappsatt und müde!“
Sie kuschelten sich eng aneinander und schliefen ein.

In dieser Nacht ging auch eine andere Katze im Mondschein spazieren.
Sie setzte sich ganz an den den Rand des Sternengartens und sah nachdenklich auf die beiden Katzenbrüder.
Ob sie eine gute Wahl wären? Ob es sehr schwierig werden würde, sie zusammenzubringen?

Sie kniff die Augen zusammen und schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Wieder scharf wie ein Adler sehen zu können, war eine der schönsten Errungenschaften im Sternengarten.
Es waren ein paar Tausend Kilometer.
Aber Liebe kennt keine Entfernungen und keine Zeit.
Der Sternengarten war noch viel weiter entfernt von ihrem Menschen, als diese beiden Katzenkinder und doch waren sie sich ganz nahe.

Sie beschloss, noch eine Weile darüber nachzudenken. Sie wollte die beiden noch eine Weile beobachten und dann ihre Entscheidung treffen.
Luna kuschelte sich in eine weiche Wolke und schickte vor dem Einschlafen noch einen schönen Traum auf die Erde. Darin kamen kleine, weiße Katzen vor und sie fand ihn sehr gelungen…

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Die Mission Teil III

„Wann hat sie das gesagt?!!!
Der kleine weiße Kater sah seinen älteren Bruder zweifelnd an.
„Bist du sicher? Sie ist also gar nicht unsere Misssion und wir müssen weiter nach unserem Menschen suchen?“

Er war enttäuscht, denn in diesem Zuhause hätte es ihm sehr gefallen. Mittlerweile hatten sie sich gut eingewöhnt, der Mensch sprach immer nett zu ihnen. Im Haus gab es viele interessante Dinge zu entdecken und er hatte die Frau, mit dem dunklen Fell am Kopf, bereits richtig lieb gewonnen.
Seine Schnurrhaare vibrierten vor Aufregung, während er versuchte, zu verstehen.

„Was meinte sie damit, dass wir bald in ein Tierheim umsiedeln müssen, wenn sich bis zum Winter niemand findet, der uns adoptiert? Warum nimmt sie uns nicht einfach mit, wenn sie wieder zurück in ihre Heimat zieht?“
Er sprang auf die Fensterbank und sein Bruder tat es ihm nach. Auch er hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Was sollte aus ihnen werden, wenn bis dahin niemand sie adoptieren wollte?

Gemeinsam beobachteten sie durch die Fensterscheiben, wie der Herbststurm durch den Garten fegte und hingen dabei ihren düsteren Gedanken nach.
„Wie sollen wir jemanden finden, der gar nicht weiß, dass wir nach ihm suchen???“

Während die beiden Katerchen sich den restlichen Nachmittag mit Spielen vertrieben, schrieb ein paar Tausend Kilometer entfernt, eine Frau gerade eine Bewerbung. Sie hatte die heimatlosen Kätzchen auf Facebook gesehen und wollte sie gerne adoptieren.

Luna sah ihr vom Rand des Sternengartens dabei interessiert über die Schulter und zuckte ärgerlich mit der Schwanzspitze!
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, so lange zu überlegen!
Heute Nacht wollte sie den beiden Katerchen und ihrem Menschen den ersten Traum senden, der Traum, in dem sie sich begegnen sollten. Und jetzt das!
Ob sie im Sternengarten aus der Übung gekommen war? Sollte sie sich so geirrt haben?

Etwas besorgt stellte sie fest, dass ihr Mensch wieder einmal weinte. Sie machte gerade Hausputz und hatte beim Saubermachen ein Knäuel weißer Katzenhaare unter dem Bett gefunden. Die letzten Spuren von ihr im Haus.
Diese Heulerei musste endlich aufhören!

Luna streckte sich, dehnte genüsslich alle Muskeln, die jetzt nicht mehr schmerzten und verließ ihren Lieblingsplatz am Rande des Sternengartens.
Sie würde noch einmal gründlich nachdenken, denn wenn diese beiden Katerchen nicht für ihren Menschen bestimmt waren sondern zu einer Frau nach England reisen sollten, wer war es dann?
Wen sollte sie dann als Nachfolger bestimmen?

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Die Mission Teil IV

Wenn man als heimatloses Straßenkätzchen so richtig viel Glück hat und die ersten Wochen überlebt…wenn man dann nicht nur von der Straße gerettet wird sondern sogar auf einer liebevollen Pflegestelle auf Adoption warten darf…dann kann das Leben richtig schön sein!

„Wir haben jetzt schon Namen erhalten!“, verkündete das weiße Katerchen stolz, während es mit gewagten Sprüngen das Wohnzimmer durchquerte. Dann schubste er seinen jüngeren Brüder schwungvoll zur Seite und verschaffte sich auf diese Weise Platz am Fressnapf.

„Unser Mensch hat heute wieder geschrieben! Wir müssen nicht in ein Tierheim sondern wir werden nach England reisen.
Wir sind jetzt adoptiert! Und wir heißen Sebastian und Simon. Gefallen dir die Namen? ich weiß aber nicht, wer von uns Sebastian und wer Simon ist.“

Sein jüngerer Bruder vergaß vor Aufregung sogar, zurückzuschubsen. Er hörte auf zu Essen und fragte neugierig:

„Welcher von beiden Namen ist denn ein Heldenname? Ich möchte gerne wie ein Held heißen!“ …

Luna musste lächeln, als sie vom Sternengarten aus, die Unterhaltung der beiden verfolgte. Obwohl mittlerweile klar war, dass sie für ihren Menschen nicht in Frage kommen würden, da bereits jemand anderes die Adoption angemeldet hatte, machte es ihr einfach Freude, sie zu beobachten.
Es waren niedliche und liebevolle Jungs, … und klug waren sie auch! Luna hatte eine Schwäche für kluge Kater…
Schade, dass ihre Pläne durchkreuzt worden waren.
Ihr Mensch musste wohl noch ein wenig warten, bis zwei neue Herzenskatzen den freien Platz einnehmen würden.

Ein bisschen schmeichelte es ihr doch, dass bisher keine andere Katze ihr Herz erobern konnte.
Sie erledigte wieder ihre Arbeit, wie Luna zufrieden feststellte, aber verweilte bei keiner Katze länger, als nötig war, sie zu versorgen.
Sie schrieb keine neuen Katzengeschichten sondern arbeitete bevorzugt mit Mäusen und anderen tierischen Helden.

Neugierig reckte Luna ihr Näschen aus dem Sternengarten um genauer sehen, was ihr Mensch eigentlich gerade am PC arbeitete. Sie sass schon den ganzen Abend vor dem Rechner.
Als sie es sah, wäre sie vor Schreck fast von der Wolke gepurzelt!

Ihr Mensch druckte sich gerade einen Beitrag aus. Es war ein Beitrag, in dem man nach Adoptanten suchte… Adoptanten für die beiden Katerchen, die jetzt Sebastian und Simon hießen!
Luna war gleichermaßen verwirrt und besorgt.
Das konnte nur in einer großen Enttäuschung enden!

Ihr war schleierhaft, wie ihr Mensch gerade diese beiden unter den Tausenden von Katzen auf Facebook gefunden hatte. Vermutlich war das ewige Seelenband bereits geknüpft worden.
Und jetzt wurden sie von jemand anderem adoptiert!

Sie peitschte ärgerlich mit dem Schwanz und beschloss, Philly die Nachbarskatze zu informieren, die als ihre Vertretung öfter einmal aushalf.
Sehr bald würde vermutlich bei ihrem Menschen wieder verschärfter Seelentröster Dienst anstehen… dann sollte Philly bereit sein….spätestes, wenn die Absage käme.

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Die Mission Teil V

„Ich möchte auch etwas sehen!“,
quengelte der kleine Faith und schlüpfte an Enzo und Iron, an Fiete und Valerion vorbei, die alle gemeinsam mit Luna am Rande des Sternengartens sassen und besorgt beobachteten, was gerade passierte.
Seit Luna ihnen die neuesten Entwicklungen erzählt hatte, wollten auch sie wissen, wie es weiterging.
Der gutmütige Enzo gab Faith einen liebevollen Stups mit der Pfote und überließ ihm seinen Platz.
„Sie tun mir richtig leid“, seufzte Luna und dann sagte eine Weile niemand mehr etwas.

Das Auto hielt vor einem langgestreckten Gebäude und eine Frau nahm die Transportkiste in Empfang.
„Wir haben für sie noch ein Plätzchen in einem Abteil freimachen können, keine Sorge. Die Jungs sind aufgeweckt und verträglich, sie werden das wegstecken. Gute Reise!“

„So ein Jammer! Ich hätte es den beiden wirklich gewünscht aber die Absage der Adoption kam erst im letzten Moment.
Persönliche Umstände …da kann man nichts machen. Leider.
Wir haben sie bei uns behalten, so lange es irgend ging, aber morgen ist letzter Abreise Termin, kein weiterer Aufschub möglich.
Bitte passen Sie gut auf die kleine Racker auf, sie haben es faustdick hinter den Ohren und sie sind unglaublich liebenswürdig. Hoffen wir, sie werden gemeinsam adoptiert. Es wäre so schade, sie auseinander zu reißen!
Ich habe ihnen übrigens noch keinen neuen Namen gegeben. Dann fällt es leichter, loszulassen…“
Sie zuckte bedauernd mit den Achseln und dann stieg die Pflegemutter der Kätzchen traurig ins Auto.

Faith schniefte laut und ein paar Tränchen tropften auf die weiße Wolke unter seinen Pfötchen.
Aber auch Luna, Iron, Fiete, Enzo und Valerion hatten einen Kloß im Hals, als sie diese Szene mit verfolgten.
Sie alle wussten, wie es sich anfühlte, allein auf der Welt zu sein.
Und sie alle wussten, was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen, selbst wenn man das gar nicht möchte!

Die beiden Katerchen lugten ängstlich durch die Schlitze des Transportkäfigs.
Gestern noch, waren sie vergnügt durch die Wohnung geturnt und hatten große Pläne geschmiedet.
Ihre Mission schien fast beendet!
Sie hatten ihren Menschen gefunden und die Köfferchen waren gepackt.
Wie es im neuen Zuhause wohl aussehen würde?
Ob sie dort endlich auch einmal ins Freie dürften, all das erleben, was durch die Fensterscheiben so verlockend aussah?
Oh, wie hatten sie sich darauf gefreut!

Und heute?
Heute waren sie plötzlich wieder zwei No Name Katzen ohne Zuhause.
Niemand wollte sie, niemand konnte sie behalten und die große Mission schien unerreichbarer denn je.
Die Reise ins Glück endete im Tierheim!

„Ich hoffe, die anderen Katzen sind wenigstens nett“, flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu, als die Kiste auf dem Boden abgesetzt wurde.
Auch seinem Bruder war etwas bange aber das wollte er dann doch nicht zugeben.
„Pah, natürlich sind sie nett. Und falls nicht, dann gehen wir ihnen einfach aus dem Weg.
So wie Mama das immer gemacht hat, wenn andere Katzen im Revier für Stress gesorgt haben.“
Dann rückten sie ganz eng zusammen, holten tief Luft und wagten sich Seite an Seite, aus dem Käfig.
Das war also das gefürchtete Tierheim, in dem sie schließlich doch gelandet waren…

„Du bist nicht aus der Übung gekommen“, schnurrte Valerion.
„Deine Magie macht nur ein paar Umwege.
Wie es aussieht, hat dein Mensch ihre Bewerbung doch nicht zu spät abgeschickt. Hoffen wir, diesmal klappt alles!“

Luna schnurrte freundlich zurück.
Sie liebte es, Recht zu behalten und in Gedanken bastelte sie bereits weiter an dem Traum, den sie schon längst hatte senden wollen.
Der Traum, in dem sich ihr Mensch und die beiden Katerchen zum ersten Mal begegnen…

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Die Mission Teil VI

Endlich schlief sie, tief und fest! Das Buch war ihr aus der Hand geglitten…
„Es geht los!“
Luna angelte geschickt mit dem Pfötchen nach etwas Sternenstaub, der beständig am Sternengarten vorbei schwebte.
„Psst…Ruhe jetzt! Ich muss mich konzentrieren.“
Iron, Enzo, Fiete, Valerion und der kleine Faith sahen andächtig zu, wie der Traum sich mit dem Sternenstaub vermischte und dann Richtung Erde schwebte.

Es war ein lauer Sommerabend. Die Sorte Abend, von der man sich wünschte, sie würden niemals zu Ende gehen.
Im Garten graste ein Reh. Es ließ sich weder von der Klavier Musik stören, noch von den Stimmen auf der Veranda.
Sie legte das Buch beiseite und strich Luna über den Kopf“.
„Wäre es nicht schön, wenn wir Gesellschaft hätten?“,
fragte Luna unvermittelt.
„Findest du es nicht etwas still hier?“

„Du wolltest doch nie Gesellschaft! Erinnerst du dich an den letzten Versuch? Der arme Kater war noch tagelang verstört von deinen wüsten Beschimpfungen…ich wollte immer gerne noch ein paar nette Jungs..aber dann… seit Iron…“
Sie seufzte und Luna rückte noch ein Stückchen näher an sie heran.

„Wie wäre es mit diesen beiden?“
Sie deutete mit der Pfote Richtung Garten, wo zwei weiße Katerchen über den Rasen turnten und in der Abendsonne ausgelassen nach Motten haschten.
„Wir könnten sie nach deinen Lieblingshelden Mr. Darcy und Captain Wentworth nennen und ich wäre auch nett zu ihnen, versprochen!“
Während Luna diesen Vorschlag machte, spiegelte sich die untergehende Sonne in ihren blauen Augen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob diese Augen aus funkelndem Sternenstaub bestehen würden.

Die beiden Katerchen hatten mit dem Fangspiel aufgehört und sahen aufmerksam in ihre Richtung, als ob sie wüssten, dass gerade über sie gesprochen wurde.
Die Blicke trafen sich…

„Ooohhh, das war aber ein schöner Traum“, flüsterte der kleine Faith andächtig. Woher kannst du das?
Luna schnurrte geheimnisvoll.
„Ich habe lange in einem Hexenhaushalt gelebt. Wenn du möchtest, sende ich dir auch einmal einen schönen Traum. Sag mir, was du gerne träumen möchtest und mit wem…“
Dann machten sie sich auf den Weg, zurück zu den anderen Sternengarten Katzen.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Katerchen mit unsanften Pfotenhieben geweckt.
„Hey ihr Schlafmützen! Steht endlich auf, wir möchten spielen!!
Verschlafen kletterten sie aus ihren Bettchen.
Seit sie im Tierheim angekommen waren, ging die Post ab! Hier war immer etwas los! Die kleine Katzengang aus ihrem Abteil verstand sich prächtig untereinander.

Sie alle teilten das gleiche Schicksal…sie hatten keinen Platz auf der Welt, sie hatten niemanden, um den sie sich kümmern konnten.
Jeder von ihnen wartete jeden Tag aufs neue darauf, seine Mission endlich anzutreten. Und jeder hatte schreckliche Angst, dass dieser Tag vielleicht niemals kommen würde.

Trotzdem war die Stimmung kein bisschen traurig. Das Tierheim, in dem sie gelandet waren, wurde vorbildlich und liebevoll geführt.
Sie vertrieben sich die Zeit mit wilden Fangspielen, balgten und alberten miteinander, sie kuschelten und machten sich gegenseitig sauber …

„Ich muss dir dann unbedingt etwas erzählen“,
flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu.
„Ich hatte einen ganz seltsamen Traum! Seltsam und schön.
Wir waren an einem wunderschönen Ort…und es kam mir so vor, als wären wir dort schon immer Zuhause gewesen…und ich weiß jetzt auch, wie ich heißen möchte.
„Captain“…ich habe meinen Heldennamen gefunden. Er ist mir in diesem Traum plötzlich eingefallen!…“

Fortsetzung folgt…

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

 

Hier geht es weiter: Die Mission Teil 7 – 12

Und hier findet ihr die ganze Geschichte in einem Blog zusammengefasst:

Die Mission – Lunas Sternengarten

 

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Lunas Sternengarten.de  geht bald online. ❤
Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Kurzgeschichten, Lifestyle

Geschichten aus dem Karma Cottage…Shades of Pink

Heute war Streichen mit Aussicht, auf dem Programm. Die Fenster zum Garten erhielten ihren weißen Anstrich und zufrieden sah ich zwischen den schwungvollen Pinselstrichen in die Grüne Wildnis und suchte nach meinem neuen Freund, Bambi. Bisher war er jeden Tag im Garten erschienen.

Von Bambi keine Spur aber dafür plötzlich ein ungutes Geräusch. Eine Motorsäge! Wer vergreift sich hier an den schönen alten Weiden, die den kleinen Bach vor dem Haus umrahmen? Der Motor eines Traktors heulte auf, ich kniff die Augen zusammen, um auf die Distanz zu erkennen, was da genau passiert. Es waren zwar nicht meine Weiden aber trotzdem war ich mit einem Satz von der Leiter, schnappte mir die Haustürschlüssel und stapfte entschlossen durch die Moorwiesen Richtung Motorsäge. Ich könnte mich ja bei dieser Gelegenheit gleich einmal als neue Nachbarin vorstellen, überlegte ich … was ich dann sagen würde, war mir noch nicht so ganz klar…aber Bäume fällen, alte Bäume…das ging gar nicht!

Zum Glück löste sich die Situation schnell in Wohlgefallen auf. Die netten Waldarbeiter erklärten, dass sie einzig ein paar morsche Bäume abholzen würden und keine weiteren Kahlschläge geplant waren. Puh! Ich lächelte mein strahlendstes  Sonntagslächeln, verabschiedete mich freundlich und stolperte dann prompt über eine Baumwurzel. Der Tag war erst einmal gelaufen. Ich spürte bei jedem Schritt, wie der Knöchel im Turnschuh anschwoll. Leiter würde ich heute keine mehr besteigen.

Aber dafür wartete der Baumarkt mit verlockenden Aufgaben. Die Auswahl der Wandfarben. Dass es irgendetwas in Rosa werden musste, stand seit langem fest…aber wie viel Rosa verträgt ein Haus, ohne auszusehen, wie ein von Laura Ashley entworfener Puff und wenn ja, welche Schattierungen?

Ich würde einfach Musteranstriche erstellen, jede Menge davon. Die Auswahl im Laden war wirklich erstaunlich.

Alleine die Namen machten Laune. Es gibt nicht nur Pastell Rosa oder Pink. Nein, es gibt, Pfirsichsorbet-Rosa, Engels-Rosa, Rokoko-Rosa, Romantik-Rosa, Zarter Rosentau-Rosa … und Feenstaub-Rosa. Ich stand hingerissen vor dem Regal mit den Farbmustern und fragte mich, wer sich solche Namen ausdenkt.  FEENSTAUB ROSA. WOW!!!

„In welcher Farbe wirst du denn dein Haus streichen?“

Ich dann so  : „Ach … in Feenstaub -Rosa…“

Ich musste kichern, bei dieser Vorstellung. Nein! Feenstaub-Rosa und Engelsrosa wären vielleicht passend, wenn Polly Pocket gerade baut. Ich würde wohl doch mit einem weißen creme Ton an der Hausfassade besser fahren. Aber es musste sich doch irgend ein Zimmer finden lassen, das Feenstaub Rosa vertragen würde, ohne Besucher abzuschrecken?

Aber natürlich! Dass ich vorher noch nicht auf die Idee gekommen war.

Engelsrosa und Feenstaub Rosa sind die idealen Farben, um triste Kellerräume etwas freundlicher zu gestalten.Vielleicht sogar später noch mit etwas Glimmer über den Putzregalen und vor dem Heizraum. Wer sagt, dass Kellerräume weiß oder grau sein müssen? Gerade dort sind freundliche Farben und etwas Feenstaub ein MUSS.

Shades of Pink im gesamten Keller  … die Idee gefällt mir ❤

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Chance, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Liebe geht manchmal seltsame Wege…

Liebe geht manchmal seltsame Wege

Philly die Nachbarskatze, die mich seit Lunas Tod jeden Tag besuchte, musste leider wieder entwöhnt werden. Bald würde eine neue Katze bei mir einziehen und dann wäre es ungut für sie, sofort mit Revier Rangeleien unter Diven, ins neue Leben hier zu starten.

Also informierte ich meine liebe Nachbarin, dass Philly ab sofort nicht mehr zu Besuch kommen und über Nacht bleiben kann und besondere Zuwendung benötigt.

Als ich aus der Stadt zurück kam, wieselte Philly von der anderen Straßenseite sofort zu mir und Richtung Haustüre.
„Nein, meine Süße, das geht heute leider nicht!“.
Ich schob sie sanft beiseite und schlüpfte an ihr vorbei ins Haus. Schnell die Türe hinter mir zu und hoffen, dass sie es bald begreift.

Eine Stunde später saß sie immer noch am gleichen Fleck und sah sehnsüchtig Richtung Türe.
Ich lenkte mich mit Arbeit ab und rief die Nachbarin an, damit sie sie ins Haus lockt.
Philly wurde mit sanfter Gewalt abgeholt.
Puh. Das war nicht einfach für mich. Aber diese Katze hat ein Zuhause und die neue Katze benötigt eines.

Als ich später im Wintergarten die Temperatur für die Blumen checkte, sass Philly dort vor der Türe und sah mich durch die Scheibe vorwurfsvoll an.
„Was ist los, siehst du mich nicht? Bitte lass mich endlich rein, mir ist kalt!!!“.
Es war schon sehr spät und eine bitterkalte Nacht.
Ich schnappte mir Philly, rannte im Schlafanzug mit ihr über die Straße und klingelte bei den Nachbarn.
„Hier, sie ist ausgebüxt. Nicht dass sie heute Nacht draußen schlafen muss…“
Dann war endlich Ruhe und ich ging mit schlechtem Gewissen schlafen.
Ihre Anhänglichkeit und Hartnäckigkeit rührte mich und überhaupt…so eine süße und dickköpfige Maus!
Aber eben nicht MEINE Maus und daher war die Konsequenz zwar leider spät aber wichtig!

Ich erwachte von einem Geräusch, es war Philly, die sich energisch gegen die Türe warf und dabei jammerte.
Auch früh am Morgen führte ihr erster Weg zu mir. Ich informierte meine Nachbarin.
Sie wurde abgeholt und mit Wurst bestochen.
Das weiß ich, weil ich ein Video davon erhielt 😉.
Dabei erfuhr ich auch, dass Philly so lange Randale gemacht hatte, gestern Abend, bis sie wieder hinaus durfte.

Mittlerweile haben wir uns unterhalten, Phillys Familie und ich und dann sprach ich auch mit der Familie der neuen Katze, die bald einziehen sollte.

Als Philly heute Nachmittag wieder wie ein Blitz über die Straße sauste und schneller an der Haustüre war als ich aus dem Auto gestiegen…
da ließ ich sie mit hinein.
Es muss einfach so sein.

Sie wird im Sommer dann endgültig entscheiden, wo sie gerne bleiben möchte und ob sie dann mit mir umziehen will.
Bis dahin warte ich und bis dahin wird die kleine, eigensinnige Dickmamsell stereo und im Wechsel auf beiden Straßen Seiten verwöhnt. Und dann sehen wir weiter.
Heute schläft sie bei mir. Schon vereinbart 😉
Liebe geht manchmal seltsame Wege…

 

Philly
Philly…<3
Katze, Kurzgeschichten, Tierschutz

Hinter der Regenbogenbrücke

Eine wunderschöne Geschichte von Michael Rother
HINTER DER REGENBOGEN BRÜCKE 🐈🌈

„Geht da nach hinten“ sagte der Wächter auf der Regenbogenbrücke, „hier vorne ist nur für die Katzen, die auf ihre Menschen warten!“
„Warum sollte man auf einen Menschen warten?“ murmelte der graue Kater mit dem weißen Fleck auf der Nase.
Seine gebrochene Vorderpfote war augenblicklich geheilt, als er über die Regenbogenbrücke ging. Und so trottete er mit der anderen Katze, der braungescheckten, deren ausgeschlagenes Auge wieder einem gesunden gewichen war, und den vier Kätzchen, die ihre Augen soeben geöffnet hatten und zusammen mit ihm angekommen waren, vorbei an den spielenden, freudig maunzenden Katzen, die sich immer in der Nähe des Eingangs zum Katzenparadies aufhielten und auf etwas zu warten schienen. Sie gingen dorthin, wohin man sie wie die meisten Neuankömmlinge im Regenbogenland schickte, nach hinten, weil vorne der Platz für die wartenden Katzen war.

Der Graue konnte nicht verstehen, warum man auf einen Menschen warten konnte. Nie hatte er etwas Gutes von ihnen erfahren. Auch die Braungescheckte war fassungslos. Was mochte in den anderen Katzen wohl vorgehen?

Wussten sie denn nicht, dass es gefährlich war, in der Nähe von Menschen zu sein? Die Kleinen drückten sich ängstlich zusammen und blieben dicht bei den beiden erwachsenen Katzen, mit denen sie zusammen die Regenbogenbrücke passiert hatten.
Nachdem man sie kurzerhand ersäuft hatte, wussten sie so gar nichts von dem, was die beiden großen Katzen da erzählten. Und so schien es ihnen am sichersten, einfach bei ihnen zu bleiben.
Bald hatten die kleine Gruppe den Platz erreicht, den man ihnen zugewiesen hatte, und freuten sich über die bereitstehenden Futternäpfe. „Wenigstens werden wir nicht mehr hungern müssen“ maunzte der Graue und machte sich über das leckere Futter her.

„Was ist Hunger“ piepste eines der Kleinen, ein dreifarbiges Glückskätzchen.
„Sei froh, dass Du es nicht weißt “ sagte eine goldgestreifte Kätzin, die in der Nähe lag. „Wenigstens das hast Du mit denen da vorne gemeinsam. Die haben auch nie erfahren, was Hunger ist. Ich meine, richtigen Hunger, wo Dir der Magen weh tut.“ Und sie legte sich auf die Seite, um die Kleinen an ihre Zitzen zu lassen.

„Kommt nur und trinkt euch satt. Ich habe so viele Kleine auf diese hässliche Welt gebracht und so viele sind so schnell hier gelandet, wie ihr. Wir halten hier zusammen, jetzt wo wir in Ruhe leben können. Bald werdet ihr meine Hilfe nicht mehr brauchen, aber bis dahin bin ich für Euch Eure Mamakatze!“ Und so wurden auch die vier Kätzchen zum ersten Mal satt und tretelten zufrieden mit den kleinen Pfoten am Bauch ihrer neuen Ziehmutter.

So verging die Zeit, und von all den Neuankömmlingen im Regenbogenland war es nur der viel kleinere Teil, der an der Regenbogenbrücke wartete. Die meisten wurden nach hinten weitergeschickt. Und doch waren sie alle zufrieden und glücklich, weil sie von den irdischen Qualen, die sie erduldet hatten, endlich befreit waren, und ihre Augen glänzten.

Immer wieder beobachteten sie ungläubig, wie Menschen über die Brücke kamen und von den Katzen „da vorne“ freudig begrüßt wurden. Wenn sie dann zusammen offensichtlich sehr glücklich weggingen, schüttelte der graue Kater bedächtig seinen Kopf.
„Es scheint mehrere Arten von Menschen zu geben“ sagte er zu der braun gescheckten Katze und den 4 quirligen Kätzchen, die mit ihm gekommen waren. Aber so wie er nicht verstand, warum bei „denen da vorn“ immer wieder große Freude ausbrach, wenn bestimmte Menschen im ewigen Reich ankamen, so verstanden die Katzen am Eingang nicht, warum „die da hinten“ keinen Platz in der Nähe der Regenbogenbrücke haben wollten.

Eines Tages lief eine ganz weiße Katze das kurze Stück nach hinten und legte sich leise schnurrend vor dem Grauen in das weiche Gras. „Warum seid ihr eigentlich nicht vorne bei uns?“ fragte sie.
„Was sollten wir dort wohl tun?“ erwiderte der Graue leise. „Niemand hat uns vermisst, als wir gegangen sind, und wir vermissen auch niemand!“
„Ach, wie schade!“ sagte die Weiße. „Hat Euch denn niemand lieb gehabt? Habt Ihr denn niemand lieb gehabt?“
„Nein, niemand. Die meisten von uns hatten genug damit zu tun, nicht zu verhungern. Da war für Liebe keine Zeit“ maunzte die Braungescheckte.

„Wir sind jetzt zufrieden hier. Wir haben immer leckeres Fressen und es gibt niemanden, der uns wegjagt. Das ist das Paradies!“
Der graue Kater nickte zustimmend.
„Wo wir herkommen, da gab es nichts. Ich habe gehört, dass es auch eine andere Welt gegeben hätte. Aber ich habe sie nie gesehen, und ich kann es auch nicht glauben!“
„Aber“ sagte die weiße Katze und rollte sich auf dem Rücken wohlig hin und her,
„hat Euch denn niemand einmal den Bauch gekrault?“
„Was ist denn gekrault?“ piepste eines der kleinen Kätzchen. „Das ist genauso, wie wenn ich Dir Dein Fell putze“ sagte die goldgestreifte Mieze, die sich der Kleinen angenommen hatte, und leckte ihr mit ihrer rauen Zunge über das Fell zwischen den Ohren.

„Wie heißt ihr eigentlich“ fragte die Weiße. „Wie heißen“ fragte die Goldgestreifte zurück.
„Ihr müsst doch Namen haben“ schnurrte die Weiße.
„Was ist *Namen*?“, piepste das Kätzchen wieder.
„Kann man das fressen? Ist es lecker?“
„Nein, ich meine, wie man Euch gerufen hat“ sagte die weiße Katze.
„Ach so, das meinst Du“, erwiderte der graue Kater.
„Also, ich bin blödes Mistvieh, die goldfarbige heißt Dreckstück, und die Kleinen heißen alle zusammen Vermaledeites Kroppzeug.“
„Oh“. Die weiße Katze machte ein erschrockenes Gesicht.
„Solche Namen habe ich noch nie gehört!“

„Ich habe, glaube ich, gar keinen Namen“ wisperte die Braungescheckte und stellte ihre Ohren auf, „wir waren zu dritt und waren immer „Scheissviecher“ Ich weiß nicht, ob das ein Name ist“.
„Nein, ich glaube nicht“ murmelte die Weiße und schüttelte sich. „Wir da vorne haben alle sogar mehrere Namen. Ich bin Berta und heiße außerdem noch Süße, Schnuckelchen und Herzchen.“
„Wozu soll das nur gut sein“. Der graue Kater machte ein nachdenkliches Gesicht. Ob man mit so vielen Namen besser gelebt hätte?

„Ich gehe jetzt wieder nach vorne. Ich glaube, mein Mensch kommt bald! Da will ich da sein, um ihn zu begrüßen. Ich freue mich schon so auf ihn!“ rief Berta und erhob sich.
„Ja, geh ruhig, und besuch uns mal wieder. Vielleicht kannst Du uns dann auch mal einen anderen Menschen zeigen als die, die wir kennengelernt haben. Seit wir hier sind, fange ich wirklich an zu glauben, dass es sie gibt“. Die Augen der Goldgestreiften blinzelten in die Sonne.
„Ganz bestimmt“.
Berta, die auch Schnuckelchen und Süße hieß, lief davon.

„Sieh mal“ sagte die Braungescheckte, „da vorn haben die Engelchen Päckchen verteilt. Sie haben uns auch welche gebracht. Sie sagen, es wäre jetzt Weihnachten. Was da wohl drin sein mag?“
„Keine Ahnung“. Der graue Kater reckte sich und fing an, die vier Kätzchen zu putzen. „Vielleicht mache ich es später auf. Wir haben doch schon alles, was wir brauchen. Wir haben unser Fressen und jeden Tag ein leckeres Teilchen extra. Wir haben ein weiches Plätzchen zum Schlafen. Und uns schlägt und tritt niemand mehr.“

Sprachs, streckte sich, gähnte ausgiebig, rollte sich zusammen und legte seinen Schwanz elegant über seine Nase. Die Kätzchen schmiegten sich aneinander und schliefen ebenfalls leise schnurrend ein. Die Braungescheckte näselte liebevoll die Goldgestreifte an und nachdem sie noch einen Happen aus ihren Näpfen gefressen hatten, schliefen auch sie satt und zufrieden ein.

Sie wussten nicht, was Weihnachten war. Aber dies war das schönste Weihnachten, das sie sich vorstellen konnten. 🎄🎄🎄🐈

Autor/(c) : Michael Rother

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