Aufreger, Lifestyle, Tierschutz

Wo der Kindergarten endet und der Strafbestand „Cybermobbing“ beginnt…Weglächeln oder zur Anzeige bringen?

„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe ….“

Eigentlich wollte ich den Samstag Abend netter ausklingen lassen aber wie so oft, kommt etwas dazwischen. In diesem Fall war es kein Notfellchen und kein Futternotstand sondern eine Flut von Screenshots in meinem Postfach.

„Du darfst dir das nicht mehr länger gefallen lassen“ … „schau mal, was sie jetzt gerade wieder über dich verbreiten..“ … „das ist Rufmord, unternimm endlich etwas, gegen diese Unverschämtheiten“  … oder auch… „ich dachte, das solltest du wissen, aber ärgere dich nicht, sie sind einfach so“… Dann las ich, was mir zugeschickt wurde. Wow!

Aber vielleicht sollte ich erst erklären, wie es überhaupt dazu kam.

Es gibt eine Gruppe auf Facebook, eine Plaudergruppe, in der viele aus unserer Community mitwirken und dort spenden. Irgendwann, irgendwo hatte wohl jemand aus dieser Gruppe auf meinem Blog kommentiert, dass wieder gespendet wurde und ich hatte versäumt, ein Like zu diesem Kommentar zu setzen.

Neben meiner ehrenamtlichen Arbeit für den Verein, die viele Stunden jeden Tag beansprucht, betreue ich auch die Gutes Karma to go Ausgabe auf Facebook. Ich schreibe die Artikel, antworte auf Kommentare zu meinen Artikeln, like sie, wann immer ich Zeit habe, aber es sind hunderte Kommentare, der Blog läuft gut und bisher war ich der Meinung, jeder Leser hat Verständnis, sollte einmal eine Reaktion ausbleiben.

Die Verfasserin des Kommentars beschwerte sich in dieser Gruppe über dieses „Versäumnis“ und es gab im Anschluss gehässige Kommentare, die mir zwar zugetragen wurden, die  ich aber ignorierte.

„Ich habe das auch nicht mehr aboniert. War mir leider manchmal zu viel schlechtes Karma to go.“

„Ich glaube den Karma Blog Dingens..oder wie hieß das? Was war das noch mal? Lese ich nicht…daher kein like…“ 

Dieser Teil der Geschichte, wäre eher unter „Kindergarten“ einzuordnen. Nicht unbedingt höflich, solche Kommentare, nicht unbedingt notwendig, wenn man bedenkt, dass aus diesem „Dingens Blog“, der gesamte Verein, sämtliche Strukturen und auch beständig Nachschub an Unterstützern, Werbung und Spendern für sämtliche Projekte rund um den Verein entspringt, auch besagte Gruppe existiert einzig, weil Gutes Karma to go die Community dazu, einst zusammengeführt hat. Aber wie gesagt, …Kindergarten… und nicht wirklich meine Zuständigkeit.  Wer meint, eine öffentliche Diskussionvom Zaun brechen zu müssen,  wenn ich versäume einen Kommentar zu liken, oder wenn ein Kommentar zu einem Artikel gefühlt zu wenig Likes erhält, den kann ich nicht davon abhalten, sich zu beschweren. Zum Glück passiert das nur äußerst selten 🙂 . Eigentlich so gut, wie nie… es wäre ja auch schlimm, oder? Lächeln wir es einfach weg.

Aber die Geschichte ging noch weiter. Als nächstes beschwerte man sich darüber, dass ich diesen Kommentar, der die Spende erwähnte, gelöscht hätte. Hatte ich zwar nicht aber das hielt die Diskussionsteilnehmer nicht davon ab, weiter ihre Theorien zu verbreiten, Schließlich unterstellte mir jemand öffentlich eine psychische Krankheit, die als Erklärung für meine Handlungsweise dienen soll. (Also… weil ich Kommentare lösche… die ich jedoch nach wie vor nicht gelöscht hatte…wohlgemerkt. Er steht da, wo er seit Anbeginn gestanden hat, *Kopfschüttel*).  Die selbsternannten „Fachleute“ referierten:

„Schlechtes Karma gutes Karma ist doch eigentlich egal manche sind einfach nicht Kritik fähig das hat man doch nun in den letzten Monaten gespürt Reihen weise wurden gute Mitglieder rausgeschmissen weil man nicht Kritik fähig war und auch keinerlei Einsicht zeigte. Finde ich persönlich nicht so schlimm da es hier doch um eine Krankheit geht die psychisch gesehen ja direkte Auswirkungen hat auf das Handeln…“

Es gab noch einige launige Ausführungen und ich denke, dem Leser wird klar, wo Kindergarten aufhört und ein Strafbestand beginnt. Unabhängig von der Absurdität der Diskussion…fehlende Likes und ein Kommentar der angeblich gelöscht wurde, es jedoch nie war…werden Grenzen überschritten, die nach § 223 StGB zur Anzeige gebracht werden können.

Ich kann über die ein oder andere Unwahrheit, über Irrtümer und Gerüchte hinwegsehen, was solls? Man schafft sich ein dickes Fell an, mit der Zeit. Wenn es jemanden glücklich macht,  solche Dinge zu verbreiten, wenn es die Gruppenmitglieder glücklich macht, ihre Zeit so auf Facebook zu verbringen und wer sich in dieser Gesellschaft wohl fühlt…nicht mein Problem…

Es gab in dieser launigen Gruppe bereits einige Male Äußerungen über meine Person  die im Sachverhalt so falsch wie in der Ausführung hässlich waren. Ich widerstand einige Male der Versuchung, die Fakten öffentlich zu machen oder haltlose Anschuldigungen gerade zu rücken.

Einmal hatte ich mir erlaubt, mein PRIVATES, ganz persönliches FB Profil für 24 h still zu legen.  Man überbot sich in besagter Gruppe mit wilden Spekulationen, Unterstellungen und Häme, man urteilte, ob ich das „darf“ und spekulierte über die Beweggründe, wer entfreundet, wer blockiert worden sei (Spoiler: Bis zu diesem Zeitpunkt NIEMAND!) über meinen Gesundheitszustand und über meine Verantwortung im Verein , der allerdings nahtlos weiter lief, genau wie meine sonstige Arbeit. Unter uns: Ich hatte einfach einmal keine Lust mehr auf Facebook, zu viele tote Katzen…und wenn man sich nur ausloggt, kann trotzdem weiter kommentiert aber dann von meiner Seite nicht reagiert werden. Das wirkt oft unhöflich, also wähle ich ab und an diesen Weg, um etwas Luft zu holen und lege das PRIVATE Profil komplett still. Neuerdings kündige ich es aber brav an und frage vorher die Community um Erlaubnis 😉 . Schließlich hat jeder ein Anrecht auf meine ehrenamtliche Bereitschaft und den Einsatz 24/7 an 365 Tagen im Jahr.  Zumindest war man dieser Meinung. Auch diese Diskussion war bereits mehr als grenzwertig…und die „Fakten“ die diskutiert und mir angekreidet wurden…sie existierten gar nicht! Aber wen interessieren schon Fakten, wenn man sich ausgiebig über jemanden auslassen kann, der sich nicht wehren kann?

Den Teilnehmern an solchen Diskussionen, die kommentieren,  geht es selten um Fakten. Es geht um etwas völlig anderes. Etwas, das sich auch durch Darlegung von Fakten und Beweise nicht unterbinden lässt: Ihre eigenen Gefühle. Daher war ich stets geduldig. Es ist ihr Problem, nicht meines. Man kann aber vielleicht nachvollziehen, dass es wenig motivierend ist, beständig „Opfer“ neuer Diskussionen zu sein, die öffentlich ausgetragen werden und den Ruf schädigen. Meist bleibe ich trotzdem zurückhaltend. Ich bin nicht auf Facebook aktiv, um beliebt zu sein oder um mir die Zeit zu vertreiben, ich bin einzig hier, um Tieren zu helfen!

Oben genanntes Zitat über eine fiktive Erkrankung ist jedoch eine eindeutige Grenzüberschreitung. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und ich denke, wir alle sollten etwas mehr darauf achten, den Cybermobbern und Hetzern das Handwerk zu legen. Ich werde das ab jetzt tun.

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Aufreger, Lifestyle

Lehrt eure Kinder, zurück zu schlagen!

Ich hatte das unglaubliche Glück in einer friedlichen Gesellschaft aufzuwachsen…

Die Gewalt, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, die gab es leider auch…aber zumindest der sogenannte „öffentliche“ Raum war eine Schutzzone, die sich über das gesamte Land erstreckte.

Mit wenigen Ausnahmen, die jedem bekannt waren, und die man mied, wenn man keine Lust auf Schlägereien, Betrunkene oder aggressive Mitmenschen hatte, konnte man sich als Frau, als Kind, als Behinderter oder Obdachloser überall in der Öffentlichkeit bewegen. Wir kannten Regeln, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Veranstaltungen, auf den Straßen, in den Pausenhöfen, eigentlich überall, wo Menschen aufeinander trafen… und das Beste daran, sie wurden weitestgehend eingehalten.

Wenn bei einer Auseinandersetzung jemand am Boden lag, trat man ihm nicht brutal gegen den Kopf, man achtete Bedienstete, in Bahn und Bussen, man hatte tatsächlich so etwas wie Respekt vor Polizeibeamten und wer es wagte, sie trotzdem vorsätzlich zu verletzen und Widerstand zu leisten, hat das schnell bereut.

Wer im „öffentlichen Raum“ angegriffen wurde, konnte mit Hilfe rechnen, darauf würde ich mich heute nicht mehr verlassen und, was noch schlimmer ist, ich würde es auch niemandem guten Gewissens raten, Hilfe zu leisten denn jeden Tag gibt es Berichte über Helfer, die dann selbst zum Opfer brutaler Gewalt wurden. Die Hemmschwellen sind verschwunden, die Gerichte überlastet und wenn mittlerweile selbst Polizeibeamte berechtigte Angst um Leib und Leben haben, sollte sich jeder überlegen, ob er schwerste Verletzungen oder Schlimmeres riskiert, wenn wieder einmal ein „Psychisch Kranker“ , „Tierhasser“, „Randalierer“, wenn  „Gruppen“ oder „Jugendliche“,  hemmungslos Gewalt ausüben. Früher nannte man sie einfach „Verbrecher“. Deutschland hat viele Probleme aber vor allem ein gewaltiges „Gewaltproblem“, das sich durch alle Schichten, Altersklassen und Bereiche zieht und eine neue Form der Brutalität und Hemmungslosigkeit macht sich breit, die mir Angst macht und die besonders die Schwächeren trifft.

Sie trifft Kinder, Frauen, Alte, gebrechliche Menschen, Tiere, sie trifft alle aber bevorzugt Schwächere, die ein leichtes Ziel sind und dazu die Menschen, die ihnen beistehen möchten.

Ich möchte hier nicht darauf eingehen, woher die zunehmende Gewalt kommt, sie wurde lange in Statistiken beschönigt aber mittlerweile sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache, wobei man sich darüber im Klaren sein muss, die Dunkelziffer ist ungleich höher und dabei ist Tierquälerei noch nicht einmal eingerechnet.. Da draußen tobt mittlerweile Krieg, und nur wenige, meist ländliche Bereiche, sind bisher davon verschont geblieben. Aber wir holen gerade rasant auf.

Mir wurde noch beigebracht, Konflikte friedlich zu lösen, ich lernte in der Freizeit tanzen und malen aber es wäre mir lieber gewesen, ich hätte diese Zeit mit Kampfsport, Schießen oder anderen Optionen der Selbstverteidigung verbracht. Es schien nie notwendig, unser Leben war ein anderes, ehe sich die gesellschaftlichen Werte verschoben, die Erziehung wandelte, Familie eine Randerscheinung einzig am Wochenende wurde, seit sich Grenzen öffneten (damit meine ich längst nicht nur das Jahr 2015) , seit die Justiz zur Kuscheljustiz wurde und Dinge zur Normalität, die einst zu einem Aufschrei in allen Medien geführt hätten. Gewalt ist heute eher eine Randnotiz, zu viel davon an zu vielen Stellen.

Wer also Kinder, Tiere, alte Menschen oder andere Schutzbedürftige…vielleicht auch sich selbst… schützen möchte, wer in der Lage sein möchte, sich und andere zu verteidigen, darf heute weder auf Staat auf Polizei oder auf die lieben Mitmenschen hoffen, sie können nicht überall sein und sie sind oft genauso schutzlos und fassungslos. Die Zeiten haben sich geändert, unsere Gesellschaft hat sich verändert, unser ganzes Land hat sich verändert.

Ich denke es ist an der Zeit, unseren Kindern beizubringen, sich auf diese Veränderungen einzustellen…sie müssen lernen, sich und andere zu verteidigen, wenn es darauf ankommt,  und zwar von klein auf.

Die meisten Kampfsportarten vermitteln nicht nur Disziplin und Werte sondern ermöglichen effektive Verteidigung, wenn es tatsächlich einmal zum Schlimmsten kommt. Sie ermöglichen auch Frauen, effektive Gegenwehr, lehren, wie man entwaffnet und Verletzungen bei Stürzen vermeidet. Genau das,was unsere Kinder derzeit benötigen, wenn sie alleine auf Bahnhöfen, auf dem Schulweg, in der Stadt oder am Abend unterwegs sind. An manchen Schulen benötigen sie es bereits am Pausenhof…

Peace und Love, die Botschaft meiner Generation wird leider nur noch von einer Minderheit gelebt. Schenkt euren Kindern neben Liebe und einer guten Schulbildung die Chance auf Selbstverteidigung und Schutz. Wenn sie sich und andere schützen wollen, dann müssen sie lernen, wie das geht.

Ich hätte niemals gedacht, dass wir 2019 über solche Dinge nachdenken müssten. Aber wir sollten es, wenn uns unsere Kinder am Herzen liegen ❤

Toleranz überwindet Grenzen, doch eine braucht sie selbst: Sie muss verhindern, dass die Intoleranten die tolerante Gesellschaft ausnutzen, um sie in ihr Gegenteil zu verkehren.

judo

Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan, Tierschutz

Sag mir welches Auto du fährst und ich werde dich dann dafür verurteilen :-)

Jetzt fahre ich seit gut 40 Jahren Auto. Mein Fahrstil und Parkverhalten ist in etwa immer das Gleiche geblieben. Defensiv, etwas verpeilt und manchmal auch Gib Gas, ich will Spass. Erstaunlicherweise ist die Reaktion der anderen Autofahrer auf dieses Fahrverhalten komplett unterschiedlich, je nachdem, in welchem Fahrzeug ich sitze. Die Deutschen sind nämlich Auto-Rassisten.

Bedingt durch meine berufliche und private Situation, reichte die Palette meiner fahrbahren Untersätze vom verbeulten kleinen Transporter bis hin zum Bentley, ich war im gemütlichen Kastenwagen, mit überzogenem TÜV genauso unterwegs, wie mit dem Porsche Cabrio. Mit allen Fahrzeugen verbummelte ich grüne Ampeln, wenn ich gerade nach der Schokolade angeln musste, parkte ich vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig oder blockierte unabsichtlich die linke Spur auf der Autobahn, weil ich während des Überholvorgangs nicht schneller fahren wollte, als mein Schutzengel fliegen kann.

Die Menschen verzeihen großzügig all diese kleinen und größeren Sünden, wenn man in einem billigen Fahrzeug sitzt. Ganz ehrlich! So gut wie nie, hat jemand gehupt, äußerst selten gab es eine Ermahnung durch Gesten oder Hupen, wenn ich in einem alten Fahrzeug, oder mit einem der unteren Preiskategorie meine kleinen Fahrsünden verzapfte.

Ganz anders, wenn das Lenkrad in meinen Händen zu einem Modell der oberen Preisklasse oder gar Luxusklasse gehörte. Der Hass und der Neid entlud sich regelmäßig in Hupen, dicht auffahren, abwertenden Gesten bis hin zum Stinkefinger und ein paar Mal sogar in Zetteln am Auto, die witzig sein sollten aber eigentlich nur hässlich waren. Es ging dabei nämlich nicht um das Parken sondern um den Autotyp, der auf der weißen Linie stand und nicht ordnungsgemäß 2 cm daneben. Grundsätzlich wird man mit einem Kleinwagen auch deutlich schneller zum Einfädeln an Engstellen vorgelassen. Ich habe es oft genug erfahren …

Warum eigentlich sind wir so neidisch? Warum können wir nicht, wie zum Beispiel in USA, auch einmal anerkennend nicken, wenn ein besonders schönes Automodell an uns vorbei fährt?

Ich selbst, ganz privat…ich liebe meinen kleinen Mini, der alles hat, was mich an einem Auto glücklich macht. Sitzheizung, Klimaanlage, handlich, praktisch, klassisch. Ein guter Sound IM Auto, schöne Musik beim Fahren, das ist mir wichtiger als der Sound aus dem Auspuff und von vielen Pferdestärken. Aber ich gönne jedem sein Gefährt und denke manchmal eher sogar insgeheim mitleidig…

-mit wem muss sie wohl schlafen, damit sie dieses Auto fahren darf?

-wie viel Zeit ihres Lebens musste sie opfern und worauf hat sie alles für ihre Karriere verzichtet, damit sie sich dieses Auto leisten kann?

-was für ein gruseliger Gedanke, jetzt im Hochsommer, Anzug und Krawatte tragen zu müssen, dafür würde ich den dicksten Geschäftswagen nicht eintauschen wollen!

-ob es noch viele Leasing-Raten sind, die er bezahlen muss, damit er weiter leihweise über seine Verhältnisse fahren kann?

Manchmal denke ich auch einfach…wow…tolles Auto…und freue mich an dem Anblick, wie an dem einer Blume, an schöner Architektur oder anderen optischen Bereicherungen.

Aber zu jedem Zeitpunkt sehe ich den Menschen IM Auto, beurteile ihn nicht nach PS und Listenpreisen, schätze ihn weder gering noch überschätze ich ihn.

Es ist doch nur Blech, … einmal teurer, einmal billiger und in jedem Auto sitzt jemand, der wie du und ich Kummer, Sorgen und Nöte hat, der sich freut, wenn man nett zu ihm ist.

Ich war in jedem Auto stets der gleiche Mensch und erhielt so unterschiedliche Reaktionen. Das tolerante, bunte Deutschland, ist ein Volk der Autorassisten. Schade, eigentlich ❤

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Lifestyle, Tierschutz

Jennifer Lopez, die Tauben und mein Schlampendetektor!

Gestern war ich im Kino. Ich liebe Kino. Kinderfilme, Fantasy, Komödien, Dokumentationen, notfalls auch Thriller. Auch gestern freute ich mich riesig, dass jemand gefragt hatte und ich einen Grund hatte, meine Arbeit liegen zu lassen und zwei entspannte Stunden zwischen lieben Freunden und kreisenden Tütchen mit Süßigkeiten und Popcorn verbrachte. Der Film ist mir mittlerweile dabei fast zweitrangig. Jeder Film hat etwas Ansprechendes, wenn nicht die Handlung, dann der Sixpack des Hauptdarstellers und wenn nicht die Dialoge dann die schönen Landschaftsaufnahmen. Daher erwartete ich mir auch von „Manhattan Queen“,  keine oscarreife Leinwandoffenbarung sondern nette Unterhaltung. So war es dann auch.

Der einzige Moment in diesem Film, der mich sehr irritierte, war offensichtlich als witzige Einlage geplant. Ein Lacher. Aber nicht nur mir blieb dabei das Lachen im Halse stecken. Ich bemerkte auch im Publikum, dass die Lacher ausblieben.

Die Szene spielt in einem Park, in dem Jennifer Lopez, die Hauptdarstellerin, ein Produkt vorstellt und zu dieser Vorstellung weiße Tauben aufsteigen lässt, die aus einem Korb geholt werden. Nun weiss nicht jeder, dass dieser Brauch, der auch gerne auf Hochzeiten stattfindet, meist den Tod der Tiere bedeutet, die nicht mehr in ihren Taubenschlag zurück finden und elend verhungern oder panisch gegen Mauern fliegen… und auch nicht, dass sie von ihrem Partner oder ihrem Nachwuchs getrennt wurden, für diesen Zweck, denn das ist die Motivation der verzweifelten Tiere, wieder zurück zu fliegen. Sie sind ihrer Familie, ihrem Partner ein Leben lang verbunden und Trennung bedeutet großen Schmerz. Unsere Städte sind voll mit „verlorenen Hochzeitstauben“ und deren Nachkommen, die Dank Fütterungsverbot vor unseren Augen verhungern. Es sind ausgesetzte Haustiere, keine Wildvögel. Aber wie gesagt, das muss weissgott nicht jeder wissen. Ich wusste es aber und runzelte bereits innerlich die Stirn. Aber es kam noch besser.

Der Lacher dieser Szene war, dass die armen Tiere panisch aufflatterten und geschlossen gegen einen LKW flogen, an ihm zerschmetterten und die weißen Federn dann über die Fahrbahn regneten. Lustig!

Wer denkt sich so einen Gag in einer eher romantischen Komödie aus, überlegte ich. Wer tickt so empathielos, dass er das für stimmig hält? Das war schließlich keine Lynch oder Cronenberg Produktion. Und wer denkt, dass so etwas witzig sein könnte? Jennifer Lopez 🙂 .

Jennifer Lopez ist auf meiner Celebrity Shit List ziemlich weit oben. Nicht, weil sie neuerdings ein ziemlich mieses Lifting hat und längst nicht mehr, wie Jennifer Lopez aussieht oder weil ihre schauspielerischen Qualitäten auf dem Niveau einer Laientruppe liegen. Das ist nicht schlimm! Sondern weil sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit im Ganzkörper Pelz erscheint, je mehr Pelz, desto besser, notfalls auch im Hochsommer, bei einer Premiere. Weil sie damit modische Statements setzt, die Unzählige nachahmen, zum Leidwesen der gepeinigten Tiere, die dafür unnötig leiden müssen.  Daher mochte ich sie nie besonders. Gerade als Star hat man die Möglichkeit, den Ruhm manchmal auch positiv für andere zu nutzen… Frau Lopez sind „die Anderen“ ganz offensichtlich gleichgültig, wenn sie Pfoten oder Flügel haben.

Verantwortlich für solche Szenen ist neben dem Regisseur auch der Produzent. Letztendlich wäre es am Produzenten zu sagen: „Hey Leute, lasst das mal mit den Tauben. Vielleicht sehen den Film ein paar Kinobesucher mit Hirn und Herz und finden das nicht ganz so komisch. Das könnte den Film Sympathien kosten… und damit Geld. Cut!“

Ob Jennifer Lopez diesen Film selbst produziert hatte? Ihr würde ich zutrauen, dass sie empathielos genug ist, über solche Szenen zu lachen…wenn ein paar Tiere in Panik gegen ein Auto fliegen und sterben. Genau das wäre wohl ihr Humor!

Zuhause sah ich bei Google nach… und Treffer! Madame Lopez war nicht nur Hauptdarstellerin sondern auch die Produzentin des (ansonsten ganz netten) Films. Mein Schlampen Radar hatte wieder einmal richtig angeschlagen. So machte das Ganze wieder Sinn.

kino

Wenn ihr gerne mehr über weiße Tauben und die Unsitte, sie fliegen zu lassen, erfahren möchtet, dann lest bitte hier: Weisse Tauben bringen Unglück

Und wenn ihr noch einen Film Tipp von mir haben möchtet, über eine Frau, die beides hatte…Herz und Verstand: Miss Potter

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme

https://de.wikipedia.org/wiki/Miss_Potter

peter

Aufreger, Lifestyle, Seelenmarzipan

Warum ich keinen erotischen Adventskalender möchte…

Ob ich auch schon einen „Amorelli“ Erotik Kalender habe, wurde ich kürzlich gefragt. Da ich kaum Fernsehen sehe und daher auch erfreulich wenig Werbung, musste ich mir erst erklären lassen, was es mit diesem Kalender auf sich hat, der derzeit offensichtlich in jeder Gesprächsrunde und auf vielen Nachttischen zu finden ist. Ein Erotik Adventskalender, wurde ich belehrt, ein Adventskalender, gefüllt mit „hochwertigen erotischen Geschenken, für SIE und IHN. Als ich den Preis hörte, war ich neugierig, was Frau für dieses Sümmchen wohl hinter den Türchen verborgen findet und googelte mich durch das bunte Angebot der Adventskalender „für Erwachsene“… sie scheinen derzeit sehr beliebt zu sein.

Ich glaube, ich wäre fürchterlich verärgert, würde mir ein Mann dieses Sammelsurium aus Kondomen,  Plastik Sex Toys, Vibratoren, Batterien, Ladekabel, unpersönlicher Dessous und Gleitcreme, samt  „Bondage-Set für Anfänger“ als Geschenk offerieren. Dazu noch die online Anleitungen, wie das Ganze perfekt (und korrekt) eingesetzt werden kann  … unter dem Motto:, „wertvolle Anregungen“, um mein Sexleben zu optimieren…Geht´s noch etwas peinlicher??? Ist so ein Kalender nicht eher eine Bankrotterklärung für das aktuelle Sexualleben der Käufer?

Dessous… um mit dem Artikel zu beginnen, der mich noch am ehesten angesprochen hat …Dessous werden individuell ausgesucht und gekauft, wenn man auch der Trägerin eine Freude damit bereiten möchte. Irgendwelche No – name, „fit for all“ Teile hinter einem Türchen entsprechen eher nicht meiner Vorstellung von individuell und liebevoll aussuchen, zumal das gemeinsame Einkaufen auch bereits ein Teil der Freude ist…

Vibratoren, dazu eine Wagenladung Netzteile und Batterien, samt Gebrauchsanleitung … kann man mögen… ich denke nach wie vor, dass es nichts gibt, was ein Apparat besser könnte, als gefühlvolle Lippen, Zungen oder Finger … kommt das Ganze noch in Knallfarben daher und benötigt erst ausgiebiges Studium  einer Gebrauchsanleitung …sinkt mein erotisches Level alleine bei dem Gedanken daran in ungeahnte Tiefen… und Kondome mit Fruchtgeschmack hinter den Türchen eines Adventskalenders, tausche ich jederzeit gerne gegen Marzipan Pralinen 😉 .

Auch alle anderen Gimmicks in diesen Kalendern, wie Gleitgel, Massageöl und Duftkerzen kauft man meiner Ansicht nach, wenn man es kauft, doch lieber ganz nach dem individuellen Geschmack, gerne auch etwas hochwertiger und zu einem anderen Anlass. Ob die Anfänger Variante für Bondage Fans unbedingt in einem Adventskalender so optimal aufgehoben ist, sei dahin gestellt. Besinnliche und vorweihnachtliche Gefühle verbinde ich jetzt nicht gerade damit aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Sinn der Sache ist, mit billigen Artikeln für einen überhöhten Preis, dem Käufer dieser Kalender die Illusion zu vermitteln, sie wären wahnsinnig trendy, hip und begehrenswert. So gesehen, sind 150 Euro eigentlich ein kleiner Preis für so viel Illusion…

Liest man die Produkt Bewertungen, scheinen auch einige Käufer dieser Meinung zu sein. Es war sicher sehr „weihnachtlich“ in den jeweiligen Schlafzimmern 😉

Voll enttäuscht, habe viel mehr erwartet. Warenwert ist bestimmt nicht mal die Hälfte vom Preis… Womanizer mit nicht aufladbaren/ersetzbaren Batterien und einem Gutschein für Premium Produkt… WTF?

Eine sehr schöne Idee, wie man seine Liebe auf andere Weise, 24 Tage und Türchen lang zelebrieren könnte,  habe ich dann bei meiner Recherche auch noch gefunden:

Einen Adventskalender  mit 24 Liebesbotschaften, die vom Schenkenden individuell von Hand ausgefüllt und ergänzt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das Öffnen solcher Türchen und das Lesen solcher Liebesbotschaften, aphrodisierender und  anregender für erotische Stunden wirkt, als jeder Plastik „Womanizer Premium“, mit einem extra Satz Batterien“ … nur so eine Idee 🙂

ich liebe dich

 

Kurzgeschichten, Lifestyle, Seelenmarzipan

Der Friedhof der wertlosen Träume

Meine Leidenschaft für Vintage, für Kostbarkeiten aus vergangenen Dekaden, führt mich immer wieder an interessante Orte. Das kann ein verlassener Friedhof sein, dessen Grabsteine spannende Geschichten erzählen, Trödelmärkte oder Second Hand Boutiquen. Heute war ich an einem Ort, den ich trotz aller Schätze, die dort in den Regalen standen, trauriger und bedrückender empfand, als jeden Friedhof, den ich bisher besuchte. Es war der Gebrauchtwarenmarkt der Diakonie, wo in erster Linie die Erben den Hausrat ihrer Eltern und Großeltern entsorgen, eine Fundgrube für schönes Geschirr, alte Schränke, Vasen, Bilder  … alles was das Herz eines Vintage Freaks  begehrt und was heute gar nicht mehr hergestellt wird.

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Neben jeder Menge billigem Tand und Scheusslichkeiten, der Stilrichtung „Gelsenkirchener Barock“ sah ich auch kostbare Kristallgläser, mit handgemaltem Goldrand, Teeservice aus feinstem China Porzellan oder kunstvoll gefertigte Vitrinen aus der Gründerzeit, die in billigen Regalen oder achtlos auf dem nackten Betonboden aufgereiht standen und zum Spottpreis verscherbelt wurden.

Unvermittelt musste ich an meine Großmutter denken, wie sie zu feierlichen Anlässen die „feinen“ Gläser aus der Vitrine nahm und mit Argusaugen darüber wachte, dass kein Rand, kein Tropfen Flüssigkeit auf ihren auf Hochglanz polierten Wohnzimmertisch kam. So wie sie müssen wohl auch die ehemaligen Besitzer über ihre Schätze gewacht haben, die teilweise wie neu aussahen, obwohl sie viele Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Jedes dieser Teile war einmal sehr kostbar für jemanden gewesen, vielleicht musste er lange darauf sparen, vielleicht waren es wertvolle Erinnerungen, wie die Silberpokale und Bierkrüge mit Widmung, die es in dieser Lagerhalle dutzendweise und fast geschenkt zu kaufen gab.

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Ich fragte mich, wie die ehemaligen Besitzer sich wohl fühlen würden, wenn sie sehen könnten, wie ihr behütetes Klavier zwischen billigen Pappbildern und vergilbten Stofflampen feil geboten wird, wie jetzt  ihre mit viel Liebe zusammengetragenen Sammeltassen zu Pfennigspreisen den Besitzer wechseln und an ihrer Prachtvitrine die Türe aus den Angeln hängt, weil jemand unachtsam damit umging, während sie in die Lagerhalle transportiert wurde.

Ob sie all die wunderschönen Dinge vielleicht öfter benutzt hätten? Ob sie vielleicht nicht lieber bereits zu Lebzeiten einen guten Verkauf arrangiert hätten und das Geld dann gespendet? Ob sie sich ärgern, dass sie sich über jeden Fleck und jeden Kratzer unnötig aufgeregt haben?  Ich weiss es nicht aber ich konnte die Atmosphäre des Bedauerns fast sichtbar zwischen den alten Möbeln und Gläsern wabern sehen, die Gegenstände erzählten mir ihre Geschichten, während ich von Regal zu Regal schlenderte und überlegte, wen ich „retten“ könnte, wer zu mir passt und noch einmal sein großes Comeback als wertgeschätzter und oft benutzter Gegenstand feiern sollte.

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Ich entschied mich heute für eine Lampe aus Gusseisen und ziseliertem Glas. Sie sah so aus, als wäre sie einst in einem Wohnzimmer zuhause gewesen, wo jemand Freude an verspielten Details und Qualität hatte. Das Eisen war auf Hochglanz poliert. selbst die Schrauben waren sorgsam gefertigt und die  Glasschirmchen versprachen angenehmes Licht. Sie kostete trotzdem kaum mehr als die dazu passenden Glühbirnen oder ein Plastikteil aus Fernost. Der Wert vieler Dinge ist sehr relativ, heutzutage ganz besonders…

Fast schon am Ausgang fiel mein Blick auf einen Karton mit Kakteen, viele Kakteen. Sie waren mir bereits vorher aufgefallen. Irgendjemand musste sie einmal liebevoll gesammelt und gepflegt haben. Jetzt standen sie viel zu eng aneinander gereiht in einem Pappkarton auf dem Fussboden und überall in der Lagerhalle verteilt, in der eisigen Zugluft und warteten darauf, zu verdorren oder vielleicht doch … mitgenommen zu werden.

Eigentlich mag ich keine Kakteen, mein rechter Mittelfinger ist jetzt noch geschwollen, von der letzten Umtopfaktion mit einem besonders widerspenstigen Exemplar, voller scharfer Stacheln  … aber sie gingen mir nicht aus dem Kopf. Sie waren einst einmal sicher sehr wertvoll für jemanden … der Traum einer eigenen kleinen Kakteen Sammlung, die hübsch aufgereiht auf der Fensterbank steht, die Töpfchen liebevoll mit Ziersteinen bestückt…und von einem Tag auf den anderen, mehr oder weniger Abfall…

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Ich glaube, morgen werde ich nachsehen, ob die Pflanzen noch dort stehen…

Lifestyle, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das rote Kleid…

Wer meinen Beitrag über chronische Erkrankungen kennt, der ahnt, dass ich auf diesem Gebiet mitreden kann.  Mal gewinnt der chronifizierte Virus, mal gewinne ich aber in Zeiten von Stress hat er einfach die besseren Waffen und seit geraumer Zeit verliere ich eine Schlacht nach der anderen… wann wäre schon einmal kein Stress ? Das war übrigens auch der  Grund, warum es mir nicht möglich war, diesen Sommer zu Dreharbeiten nach Griechenland zu reisen. Hätte ich es mal getan, insgesamt wäre der Stress dann wohl geringer ausgefallen, aber das ist eine andere Geschichte..,

In dieser Geschichte geht es um eine Feier…auch nicht ganz unwichtig, wenn man manchmal den Kopf frei tanzen muss, um wieder Platz zu machen, für das nächste Elend, das herein drängt und für seine Freunde, die nicht ganz das Gefühl haben sollen, einzig mit einer verbitterten Version von „Mutter Teresa reloaded“, Kontakt zu pflegen.

Damit solche Auszeiten auch Spass machen, benötige ich vorher eine osteopathische Behandlung, das Einzige was mir wirklich hilft, ohne Schmerzmittel über die Runden zu kommen und was als extra Bonus auch immer einen wunderbar entspannten Ausdruck in meine Gesichtszüge zaubert…es hält leider nur  für ein paar Stunden an aber es funktioniert.. und ich liebe diese Sessions.  Sie finden in der Praxis meiner Freundin statt, die nicht nur begnadete Hände und jede Menge Fachwissen ihr eigen nennt sondern auch einen exquisiten Geschmack.

„Was wirst du anziehen, heute Abend?“, fragte sie mich, als wir fast fertig waren.

„Hm, keine Ahnung“ Ich betrachtete nachdenklich meine abgebrochenen und von den Malerarbeiten noch verklebten Fingernägel… „der Großteil meiner Kleidung ist sowieso noch irgendwo unter den Kartons mit Halloween und Weihnachtsdeko verpackt…Jeans, vielleicht und einen Blazer… und Schuhe habe ich derzeit nur in schwarz, die passen würden, für den Anlass. Blöd, der Blazer ist dunkelblau…“, sinnierte ich laut.

„Du wirst heute Abend ganz sicher nicht wieder in Jeans gehen! Zieh ein Kleid an, du kannst jedes Kleid tragen, andere würden dich darum beneiden. Irgendein kleines Schwarzes hat doch jede Frau.“

„Ich aber nicht! Ich besitze kein einziges Kleid, und außerdem bin ich nicht „jede Frau“, antwortete ich fast schon beleidigt.

Sie dachte erst, ich scherze, sah mich abschätzend an und dann unterbrach sie die Behandlung und griff zum Telefon.“Sei so lieb und bring aus meinem Kleiderschrank das Rote Kleid, es ist knielang, mit Trompetenärmeln und hochgeschlossen, du findest es ganz leicht“ bat sie ihre Tochter und 5 Minuten später hatte ich ein knallrotes Kleid unter dem Arm und verließ damit die Praxis.

Noch war  ich nicht so ganz überzeugt und nach der ersten Anprobe, fühlte ich mich  eher wie für Fasching als für eine Abendveranstaltung gekleidet, zu auffällig…fremd…aber irgendwie…auf den zweiten Blick…besser als das, was ich derzeit aufzubieten hätte und außerdem wäre sie sicher gekränkt, wenn ich es nicht trage…Kleinstadt, …sie würde es ganz sicher erfahren 🙂 . Also kramte ich in den Kartons nach dem passenden Schmuck, Nagellack und was Frau sonst so benötigt und machte mich an die Arbeit.

An diesem Abend erhielt ich mehr Komplimente als die letzten Jahre zusammen genommen…, an diesem Abend war mir plötzlich seit langem wieder bewusst, dass es  Spass macht, sich auch einmal weiblich zu kleiden und sich manchmal (ok, nicht zu oft 🙂 ) völlig unwichtigen und überflüssigen Dingen zu widmen, auf diese Weise neue Kraft zu tanken… Noch in derselben Nacht schickte ich meiner Freundin eine Whats App  mit vielen Herzen und der Ankündigung, …dass sie dieses Kleid nie mehr wiedersehen wird,  ❤

Hier lesen so viele Tierschützer(INNEN) mit, die teilweise völlig vergessen haben, wie es ist, sich Auszeiten zu gönnen, sich selbst etwas zu gönnen, und wenn es ein leckeres Essen, ein Museumsbesuch, ein Konzert oder einfach Blumen sind, just for fun…es muss nicht unbedingt ein Kleid sein…aber es ist unglaublich wichtig, zwischen den täglichen Gängen durch die Hölle, kleine, luxuriöse  Inseln einzubauen, sonst wird man Opfer der Glut und verbrennt viel zu schnell. Falls ihr keine so tolle Freundin habt, wie ich, dann erinnere ich euch hiermit daran ❤

Natürlich war auch während der Feier mein Handy nicht aus und mittlerweile gibt es auch in meiner kleinen Stadt eine Frieden für Pfoten Community auf jeder Veranstaltung, wo die aktuellen Geschehnisse in und um unsere Oganisation für Gesprächsstoff sorgen…aber alles in allem, waren es wunderschöne und sorgenfreie Stunden und ich denke, morgen werde ich mich einmal umsehen, wo es schöne Kleider in unserer Region zu kaufen gibt. Der letzte Versuch dieser Art endete mit einer Katzen Rettung (Robinson) und ohne Kleid. Wir werden sehen ❤

Kleid