Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Prinzessin Lillyfee … Etwas fürs Herz <3

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Es war einmal eine kleine Prinzessin, der gute Feen die Gabe geschenkt hatten, Freude und Hoffnung in die Welt zu bringen. Das wusste die kleine Prinzessin jedoch nicht und wie hätte sie es auch ahnen können?

Denn ihr Leben war vom ersten Tag hart und sehr gefährlich, sie wurde auf der Straße geboren. Das Schlimmste Schicksal, das einer Katze, mit einem Herzen voller Liebe, passieren kann. Viel zu früh war sie ganz auf sich allein gestellt, denn ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Niemand war da, der sie liebte oder den sie lieben konnte.

Die kleine Prinzessin versuchte tapfer, sich alleine durchs Leben zu schlagen. Sie litt großen Hunger, musste ihren Durst an den schmutzigen Pfützen aus Unrat stillen und zu allem Unglück bissen wilde Tiere ihr auch noch ein Stück ihres Beinchens ab. Das Schicksal war sehr grausam zu ihr aber sie gab nicht auf.

Immer wies ihr ein Fünkchen Hoffnung den Weg, der tief in ihrem Herzen strahlend hell leuchtete, und dieser Funke war es, der ihr schließlich auch den Weg zu den Menschen zeigte, obwohl ihre Mutter sie immer gewarnt hatte, den Menschen zu vertrauen. „Was habe ich noch zu verlieren?“ , dachte sich die kleine Prinzessin und begann zu laufen, so schnell sie ihre dreieinhalb Beinchen trugen.

Als sie die Frau entdeckte, die gerade Futter für alle Streuner Katzen auf den Boden streute, humpelte sie ihr hoffnungsvoll entgegen und bat um Hilfe. Die Frau sah sie zwar aufmerksam an, streichelte sie und für einen Augenblick glaubte die Prinzessin sogar, sie wäre verstanden worden. Aber dann ging die Frau einfach weg und ließ sie wieder allein zurück. Die Prinzessin war verzweifelt. Vielleicht sollte sie einfach weiter laufen, immer weiter, bis irgendwann der gnädige Tod die Erlösung von Hunger und Schmerzen brachte, bis sie vor Erschöpfung einfach einschlafen konnte und nie mehr aufwachen. Dann machte sie sich auf den Weg.

Unsere Prinzessin konnte nicht wissen, dass die Frau nur weggegangen war, um die Feen des kleinen Königreiches um Hilfe zu bitten und als diese Feen einen Boten schickten, die kleine Prinzessin zu holen, war sie verschwunden.

Die Feen waren untröstlich. Sie wussten von der wichtigen Aufgabe, die diesem Kätzchen in die Wiege gelegt worden war und besonders eine der Feen, die der Prinzessin bereits einen Namen geschenkt hatte, wollte nicht aufgeben.
Sie fühlte, dass Lillyfee  noch lebte und irgendwo da draußen auf Rettung wartete und bat jeden um Hilfe, der ihr irgend einfiel. Auch einen tapferen Ritter, der immer zur Stelle war, wenn jemand Hilfe benötigt.
Der Ritter versprach ihr, jeden Stein im Königreich umzudrehen, bis er Lillyfee gefunden hatte, damit Lillyfee der Welt Hoffnung und Liebe schenken kann, die überall so bitter benötigt wird. Dann sattelte er sein weißes Pferd und machte sich auf den Weg …

wie die Geschichte weiter geht, seht ihr in diesem Video 

Lillyfee

 

Once upon a time there was a little princess. Good fairies gave her the gift of bringing joy and hope into the world. But the little princess did not know that and how could she have known?

Because her life was hard and very dangerous from her first day. She was born on the street. The worst fate that can happen to a cat, with a heart full of love. Far too soon she was completely on her own, because her mother died shortly after birth. No one was there who loved her and no one was there, she could love.
The little princess bravely tried to make her way through life. She was suffering from great hunger, had to quench her thirst at the dirty puddles of filth, and to make matters worse, wild beasts bit off her leg as well. Fate was very cruel to her but she did not give up.
A spark of hope always showed her the way that shone brilliantly and bright, deep in her heart, and it was this spark that finally showed her the way to the people. Even if her mother had always warned that it was dangerous and certain death to trust people. „What else have I to lose?“ , thought the little princess and started walking as fast as her three and a half legs carried her.
When she spotted the woman, who spread some food for all the strays on the floor, she limped hopefully to her and asked for help. The woman looked at her attentively and for a moment the princess even thought she had been understood. But then the woman just walked away and left her all alone again.
The princess was desperate. Maybe she should just keep walking, on and on, until at some point the merciful death brought relief from hunger and pain until she could just fall asleep from exhaustion and never wake up. She started walking.
Our princess could not know that the woman had just left to ask for help from the fairies of the little kingdom, and when those fairies sent a messenger to fetch the little princess, she was already gone.
The fairies were heartbroken. They knew of the important task that was given to this kitten in the cradle and especially one of the fairies, who had given the princess a name, did not want to give up.
She felt that her Lillyfairy was out there somewhere, waiting for rescue and she asked everyone for help that she could think of. She also asked a brave knight who was always there when someone needed help.
The knight promised to turn every stone in the kingdom upside down until he found Lilly Fairy, so that Lilly Fairy could give hope and love to the world … blessings, that are so desperately needed everywhere. Then he saddled his white horse and set off …
How the story continues, you can see in this video ❤
Happyend made by SCARS und Frieden für Pfoten ❤

 

 

Thank you to all my wonderful friends … Fairies and Knights in Greece, Nafsika, Nikos and a huge thank you to Elena, for the video ❤

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Der geheime Garten

Sie hasste Fernreisen und wehrte sich gegen jeden Urlaub, der auf einem anderen Kontinent stattfinden sollte. Es gab an den fernen Plätzen nichts mehr, was sie noch entdecken wollte. Es gab an den fernen Orten vieles, was sie nicht mehr sehen wollte.

Sie liebte die verborgenen Plätze in Europa, historische Städte, und auf dem Land die verwunschenen Anwesen und Hotels, die in keinem Reise Katalog zu finden sind.

Es war schwer geworden für ihn, sie zum Mitreisen zu bewegen. Diesmal lockte er sie mit einen geheimen Garten. Ein Gut in der Toscana, bewirtschaftet von Biobauern die jetzt als Hoteliers den Lebensunterhalt verdienten.

„Du wirst es lieben! Es gibt kaum Menschen dort, dafür alte Gemäuer, einen traumhaften Garten, gute Weine  und weit und breit kein Tierleid. Ein einziger, riesiger geheimer Garten.“

Als sie dort ankamen, war sie froh, seinem Drängen nachgegeben zu haben. Das Anwesen und dazu der riesige Garten hinter den dicken Mauern war wie das Setting aus einem Jane Austen Buch, das nach Italien verlegt worden war. Es war ruhig, fernab vom Touristenrummel und die Menschen bodenständig und herzlich, die das Hotel führten.  Ein paar wohlgenährte Katzen und ein alter Jagdhund, der im Eingangsbereich mitten im Weg lag, waren weit und breit die einzigen tierischen Bewohner.  Perfekt! Ihr Herz machte einen Sprung und sie freute sich, auf das erste Abendessen und war gespannt auf die anderen Hausgäste.

Zwei Ehepaare, eines aus England und das andere aus dem Norden ihrer Heimat saßen an den Nachbartischen und nach dem zweiten Glas Wein beschloss man, die Tische zusammenzurücken. Die Unterhaltung war angeregt, das Essen liebevoll zubereitet …nicht einmal ein Moskito war zu beklagen. Der perfekte Abend. Dann machte sie den Fehler, interessiert nachzufragen, was die anderen Gäste beruflich so tun würden.

„Ich repariere alte Musikinstrumente und meine Frau stört mich dabei“…scherzte der Ehemann des englischen Paares.

„Wir führen einen großen Hühnermast Betrieb“ , antwortete ihr Tischnachbar.

Sie sah aus den Augenwinkeln, wie ihr Mann sie angespannt musterte. Er ahnte, was kommen würde und versuchte den Abend mit einem Ablenkungsmanöver zu retten. Sie ging nicht darauf ein sondern stellte eine Reihe von Fragen… wie viele Tiere dort gehalten werden, nach Details der Haltung, der Art des Schlachtvorgangs und dem Transport ins Schlachthaus. Es waren Fragen, deren Antworten sie größtenteils bereits kannte. Der Hühnerbaron, wie er sich launig selbst nannte,  freute sich zunächst über das unerwartete Interesse. Aber bald war er irritiert und verunsichert, so wie alle anderen in der Runde und mit jeder neuen Frage bewegte sich die Stimmung am Tisch in kürzester Zeit rasant gegen den Nullpunkt. Die Kerzen flackerten nach wie vor romantisch in der lauen Abendnacht, der Duft des Lavendels wehte nach wie vor durch den Garten aber die Atmosphäre hatte sich schlagartig verändert. Es lag an ihr. Wieder einmal. Obwohl sie die Schilderungen über den Ablauf in einem Hühnermastbetrieb mit keinem Wort kritisiert hatte, war ihre Abscheu nicht zu übersehen. Sie hasste quer über den Tisch, ohne ein Wort zu sagen.

Um nicht den letzten Rest Stimmung für alle anderen zu zerstören, stand sie abrupt auf, nahm ihr Glas Wein und ging eine Runde allein im Garten spazieren. Der Gemüsegarten dehnte sich endlos aus,  weiter hinter die Mauern der alten Stallungen und der Mond schien so hell, dass er als Beleuchtung ausreichte, um die schnurgeraden Linien der Tomatenpflanzen, die sorgsam geharkten Salatbeete und die riesigen Kräuterbüsche zu bewundern. Sie setzte sich auf eine kleine Steinbank und atmete tief durch, schämte sich plötzlich inmitten all der Schönheit dafür, dass sie es sich und anderen manchmal so schwer machte. Warum war sie nicht einfach zum nächsten Thema übergewechselt, warum konnte sie nicht einfach die traumhaften Stunden genießen und die Welt und die Menschen so akzeptieren, wie sie sind? Was glaubte sie, dadurch zu verändern? War der Aufenthalt im geheimen Garten jetzt schon verdorben, ehe er überhaupt richtig begonnen hatte?

Als sie zurück kam, war die Terrasse leer. Niemand hatte nach ihr gesucht.  Offensichtlich war er bereits ins Bett gegangen oder es gab irgendwo  eine Bar, die sie noch nicht entdeckt hatte. Der Tisch war abgeräumt, nur ein einziges Glas stand noch darauf.  Ihr Lieblingscocktail, frisch gemixt. Die Eiswürfel waren noch nicht geschmolzen. Sie nahm einen großen Schluck und musst unwillkürlich lächeln, denn sie wusste, was er ihr damit sagen wollte. Und dann machte sie sich auf, ihn und die Bar zu finden.

Für den Rest des Aufenthalts würde sie es versuchen! Ihm zuliebe. Einmal so zu sein, wie alle anderen Frauen.. oder zumindest ein bisschen…

 

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Last Christmas im Mai…

Es ist nicht einfach für meine Freunde. Entweder ich bin beschäftigt, immer auf dem Sprung  oder angeschlagen und müde und Verabredungen mit mir enden nicht selten mit einer Absage. Immer is was! Meistens sind es verletzte oder hungrige Tiere, ein Projekt, das gerade anläuft oder anbrennt, jemand, der dringend etwas benötigt… manchmal auch mein (richtiger) Job, die auch weit in die Freizeit…nein falsch…die meine gesamte freie Zeit beanspruchen  und ich bin unglaublich dankbar, dass ich trotzdem noch ab und an gefragt werde, ob ich etwas mit unternehmen möchte.

Zu Beginn meiner Tierschutzaktivitäten war ich schier besessen von der Idee, meine Gedanken und alle Aktivitäten mit anderen und insbesondere mit Freunden zu teilen. Das hat sich längst geändert. Es ist unglaublich wohltuend, ein paar Stunden entspannt und ganz privat auch über Nebensächlichkeiten zu flachsen, eine gewisse Leichtigkeit zu spüren. Die erdrückende Mutter Teresa Rolle, immer verständnisvoll immer vorbildlich und immer einsatzbereit, abzustreifen und meine wirkliche Persönlichkeit hervor zu kramen. Ich bin jedesmal erleichtert, wenn ich diese Persönlichkeit noch finde unter all den Lasten und Pflichten, unter der großen Verantwortung, die ich mir selbst und aus freien Stücken ins Leben holte.

Gestern jedenfalls saß ich in einer lauen Sommernacht in einem wunderschönen, verwunschenen Cafe Garten, mit Menschen, die Tiere zwar auch mögen aber die sich auch noch für andere Dinge des Lebens interessieren, wir tranken Cocktails und mein Handy war aus.

Plötzlich kam aus dem Lautsprecher „Last Christmas“. Irgendwer hatte irgendwie diesen Ohrwurm unter die sommerlichen Töne gemischt, vielleicht aus Versehen, vielleicht mit viel Sinn für Humor… ich liebe diesen Song und die laue Sommernacht,  der malerische Innenhof und dazu die unerwarteten Klänge ergaben eine fast psychedelische Mischung in meinem Kopf.

Für einen Moment war mir glasklar bewusst, dass ich wieder zurück finden muss, dass es genau solche Momente sind, die das Leben lebenswert machen. Ich habe zu viel zerstörte und ausgemergelte Körper gesehen die letzten drei Jahre, zu viele Probleme anderer gelöst und gewälzt, zu viel Verantwortung auf meine Schultern geladen und unglaublich viel geleistet, das meiste davon im Hintergrund. Und alles war richtig so. Aber jetzt ist genug. Ich möchte nur noch… oder endlich wieder ohne schlechtes Gewissen das tun, was mir Freude macht, in Sachen Tierschutz.

Es ist so selbstverständlich geworden, Perfektion, Zuverlässigkeit, Verständnis und Einsatz rund um die Uhr zu liefern, immer verfügbar zu sein, mich wie ein Schulkind abzumelden, wenn ich ein paar Stunden nicht greifbar bin, auf alle Befindlichkeiten einzugehen…nur nicht auf meine eigenen.  Es ist sicher vorbildlich und zielführend, wie ich meine Persönlichkeit gebogen habe, um zu erreichen, was erreicht werden musste. Aber Mutter Teresa war nie mein Vorbild, ich mag sie nicht einmal! Es waren andere Frauen, die mich inspirierten, wilde, verrückte, unangepasste Frauen, die  aneckten und ohne Rücksicht ihr Leben lebten und ihre Meinung äußerten.

Kein guter Ansatz für die Frontfrau einer Tierschutzorganisation, die beständig unter kritischer Beobachtung steht, die Vorbildfunktion haben sollte und deren Verhalten immer Auswirkung auf das Gesamtprojekt hat, die sich beständig rechtfertigen muss…wenn nicht vor anderen dann vor sich selbst, weil niemals genug ist, was geleistet wird, weil für ein gelöstes Problem 10 Neue nachwachsen. Nicht machbar, wenn ohne Rücksicht auf Uhrzeit, Feiertage oder der für manche unvorstellbaren Tatsache, dass ich auch ein Privatleben haben könnte,  beständig Anfragen, Mails, Beschwerden, Wünsche, Rückmeldungen und Notrufe herein brechen, zusätzlich zu den täglichen Routine Aufgaben und auf Beantwortung warten.

Das Lied war längst verklungen aber die Gedanken hallten in meinem Kopf nach und ich ging sehr nachdenklich nach Hause. Normalerweise sollte am Ende eines Artikels eine stimmige Pointe erfolgen oder etwas, das die Leser motiviert, etwas mit Vorbildfunktion.

Aber stattdessen möchte ich heute lieber ehrlich schreiben, dass es sicher OK ist, wenn man manchmal mit viel Elan und Mut einen Berg erklimmt, nur um festzustellen, im Tal wäre es auch wieder ganz nett und sich fragt, was man in der zugigen Höhe eigentlich wollte.

„Wenn du es nicht mit Liebe tust, ist es Selbstverletzung“ … ein ganz wichtiger und sehr kluger Leitsatz. Zu vieles habe ich in letzter Zeit rein aus Pflichtbewusstsein getan aber auch zu viel unterlassen, …manches auch aus Angst oder aus Gewohnheit … vielleicht sollte man sich bei allen wichtigen Dingen im Leben von Zeit zu Zeit fragen, ob man sie wirklich noch mit Liebe tut und falls die Antwort „Nein“ sein sollte, hinterfragen, warum es so ist …nur so eine Idee 😉 .

„Last Christmas“ hat manchmal ganz seltsame Begleiterscheinungen, besonders, wenn man es in einer warmen Sommernacht hört…

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Meine „Adoptanten“ und ich :-)

Wer diesen Blog bereits länger verfolgt, der weiss, dass ich vor über zwei Jahren damit begann, Geld zu sammeln und Kontakte zu finden, die es kranken und verletzten Tieren ermöglichen, aus dem Ausland adoptiert zu werden. Teilweise waren es sehr dramatische Fälle und teilweise waren es abenteuerliche Aktionen. Gott, was habe ich schon alles angestellt, wie viele Stunden, Tage, Wochen, Monate meines Lebens habe ich damit verbracht, verstümmelten, blinden oder traumatisierten Tieren die Reise ins Glück zu ermöglichen. Das Gefühl, wenn die ersten Bilder und Berichte eintreffen, zu wissen, sie sind jetzt endlich sicher, geborgen und geliebt…das ist unbeschreiblich schön und all die Mühe wert.

Als Begleiterscheinung dieser Aktivitäten sind wunderbare Kontakte und teilweise sogar Freundschaften entstanden. Noor, die endlich wieder zu ihrer Mimi fand, Nicole, die Ornello ein Zuhause gab, Wiebke mit ihrer Claire, Luisa, unzertrennlich mit der alten Hündin Tina, …Elvira, Melanie, Udo…die Liste der „besonderen Adoptionen“ und der besonderen Menschen, die ich dadurch kennen lernen durfte, ist lang und jeder Name weckt Emotionen. Jede Rettung war mit einem kleinen Abenteuer verbunden. Sei es, weil die Reise gefährlich und exorbitant teuer war, weil das Tier verängstigt, sehr alt oder angeschlagen …viele Zitterpartien und Tränen, Hoffen und Bangen steht hinter all den Katzennamen. Mittlerweile sind es verdammt viele geworden und kein Ende in Sicht. So viele Tiere, die mir ans Herz gewachsen sind und so viele wunderbare Menschen, die dadurch in mein Leben fanden, die vor und hinter den Kulissen an diesen Abenteuern beteiligt sind…

Wie immer gibt es natürlich auch Schattenseiten. Nach wie vor greife ich mir an den Kopf, wenn ich sehe, wie sich manche Menschen mir gegenüber verhalten. Es sind Menschen, deren Tiere ihr Leben nicht zuletzt meinen Aktivitäten verdanken, für deren Tiere ich gebettelt, teilweise sogar gelogen habe, damit sie aus der Hölle ins Paradies reisen durften. Damit sie Grenzen passieren durften, damit OP s möglich wurden und vieles mehr.  Für deren Tiere ich viele Stunden Einsatz geleistet habe, blinde Tiere aus Syrien oder auch ein Tier aus Griechenland, das viele kostspielige Operationen benötigte, … es war jedesmal großes Kino, bis endlich alles geregelt war…das hält ihre Besitzer trotzdem nicht davon ab, bei jeder  Gelegenheit zu betonen, wie  wenig sie mich schätzen, sie sparen nicht mit abfälligen Bemerkungen über meine Organisation, wann immer sich die Gelegenheit bietet.  Zum Glück sind sie zu ihren Tieren freundlicher  und liebevoll und haben nur Menschen gegenüber schlechte Kinderstube und ein schlechtes Gedächtnis 😉  Daher freue ich mich auch über diese Happyends, würde alles wieder ganz genauso machen aber halte Abstand, wenn sie sich und ihre Katzen im Netz feiern. Interessant ist es allemal … man lernt viel über die Menschen, bei der Arbeit mit Tieren…über sich und über andere.  Es würde einige Blogs füllen.

Von einer Adoptanten Familie habe ich ganz besonders viel gelernt: Hoffnung, Vertrauen und auch den Glauben an Wunder. Es sind Valerions Adoptanten.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser an Valerion, der misshandelt und schwer krank in Athen auf ein Wunder wartete, der nur noch sterben wollte und den selbst Spezialisten in Deutschland aufgegeben hatten… und der bei Petra und Peter aus Berlin nicht nur ein Zuhause fand sondern heute dort lebt, wie ein gesunder Kater. Nach wie vor weiß ich nicht, wie diese wunderbaren Menschen es geschafft haben…aber Valerion frisst und putzt sich mittlerweile, alleine, sein Fell glänzt, die Wunden sind abgeheilt und jedes Bild, jedes Video ist Glück pur.

Bald reisen Valerions Menschen nach Athen, um all die Menschen von SCARS und natürlich besonders um Martha, Valerions Pflegemutter endlich persönlich zu treffen. Ein Highlight…nicht nur für sie sondern auch für mich. Wieder einmal treffen sich ein paar „Engel“ und lernen sich endlich kennen. Wieder ein weiterer, dicker und stabiler Knoten im Frieden für Pfoten/SCARS Netzwerk. Wieder einmal wurden aus Adoptanten Freunde und Verbündete…und wir sind schon alle sehr gespannt auf die ersten Bilder aus Athen ❤

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Valerion bei seiner Ankunft bei SCARS

 

Valerion heute, mit seiner großen Liebe ❤

 

Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan

Burn, Baby burn…Hilfe bei autoimmun- entzündlichen Erkrankungen.

Entzündungen gehören zu fast jeder Form von chronischen Erkrankungen. Allergien, Arthritis, selbst Depression wird damit in Verbindung gebracht.

Die Schulmedizin antwortet auf chronische Entzündungen mit Medikamenten, wie zum Beispiel Cortison, die diese künstlich unterdrücken.  Die wirklichen Ursachen werden vernachlässigt. Verborgene Allergien, Infektionen, Umweltgifte, Ernährung die entzündliche Prozesse fördert, (Milch, Schweinefleisch, Zucker, Zusatzstoffe ) , und vor allem Stress sind die eigentlichen Übeltäter für unzählige Autoimmunerkrankungen.

Autoimmunerkrankungen nehmen explosionsartig zu. Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Lupus, entzündliche Darmleiden, Hauterkrankungen, Arthritis, …die Liste des Leidens ist unendlich und die schulmedizinischen Ansätze beschränken sich auf Symptombekämpfung, auf Unterdrückung des entzündlichen Prozesses, nicht auf Heilung. Das ist vereinfacht ausgedrückt etwa so, als würde man jede Menge Schmerzmittel schlucken, während man auf einem Glasscherben steht. Die Lösung ist nicht,  noch mehr Aspirin oder mehr Cortison, um die gesunde Schmerzreaktion zu unterdrücken sondern die Entfernung des Glasscherbens aus dem Fuß.

Wenn man also die Entzündungen im eigenen Körper herunterfahren möchte, dann muss man die Quelle finden. Das Feuer…nicht den Rauch 😉 .  In der Medizin werden die Behandler nach wie vor darauf geschult, Krankheiten nach ihren Symptomen zu diagnostizieren, nicht nach ihren Ursachen. Sie fragen: „Welche Krankheit hat der Patient“. Es wird selten die wichtigste Frage gestellt: Warum ist der Patient krank? 

 Ganzheitliche Medizin ist ein komplett anderer Ansatz,  Krankheiten zu sehen. Man sucht nach Gründen für die Beschwerden, weniger nach Wegen, wie man die Symptome unterdrücken kann. Man nimmt nicht die Batterie aus der Warnanzeige sondern macht sich auf die Suche nach der Störquelle.

Alle Autoimmunerkrankungen haben eines gemeinsam: Einen bestimmten biochemischen Prozess, ein entgleistes Immunsystem, eine systemische Entzündung, der Körper greift die eigenen Zellen an.

Unser Immunsystem ist das Verteidigungssystem gegen Eindringlinge. Unsere innere Armee, die Freund von Feind unterscheiden muss. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn unser Immunsystem überfordert ist und unsere eigenen Zellen irrtümlich  „beschossen“ werden. Ein Immunsystem bekämpft gerade irgendetwas…eine Infektion, ein Allergen…mit unverträglichen Nahrungsmitteln oder Stress…und irgendwie gerät der Kampf auch in die eigenen Linien, in den Darm, in die Schilddrüse, auf die Haut oder in die Gelenke.  Wenn es dumm läuft, in den gesamten Körper. Konventionelle Ansätze haben keine Methode, die Ursachen dieser Verwirrung herauszufinden. Ganzheitliche Medizin versucht sie zu finden oder das „Friendly fire“ wieder zurück auf den „Aussenfeind“ zu lenken.

Interessanterweise gibt es Autoimmunerkrankungen fast ausschließlich in wohlhabenden Ländern. Menschen in armen Regionen, ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation, wie fließendes Wasser, Waschmaschinen oder sterilen Gärten, bleiben von Autoimmunerkrankungen weitestgehend verschont. Auch wenn man mit vielen Tieren aufwächst, als Kind im Schmutz spielt, mit Insekten, Infektionskrankheiten und co Bekanntschaft gemacht hat, scheint man dem Immunsystem frühzeitig bei der Unterscheidung zu helfen, who is who …wer ist zu bekämpfen, was ist fremd im Körper und was gehört zu mir.
Neben den schulmedizinischen Versuchen der Linderung könnte man sich zusätzlich folgende Fragen stellen:
Gibt es verborgene Infekte, Toxine, Allergien, Ernährungsfehler, Defizite, Stress…die mein Immunsystem belasten?
Wie steht es um meine Darmflora, dem Hauptsitz der körpereigenen Immunabwehr?
Welchen belastenden Umweltgiften bin ich durch meine Arbeit oder mein Freizeitverhalten ausgesetzt? Genussgifte, Strahlung, Schwermetalle?
Welche Mikronährstoffe könnten mir fehlen? Stichwort : Zink, Omega3, Vitamin D, Probiotischer Darmaufbau und die Vermeidung aller industriell verarbeiteten Lebensmittel, auch und besonders Milch, Schweinefleisch und Weizen, wirken oft kleine Wunder.
Erhält mein Körper genügend Sauerstoff, Sonne und Bewegung, damit das Immunsystem richtig arbeiten kann? Bewegung ist ein natürliches Heilmittel gegen jede Art von Entzündung!
-Fehlen mir Ruhepausen und Entspannung, oder auch Schlaf? Yoga, Meditation und andere Entspannungstechniken sind nicht nur für das seelische sondern auch für das körperliche Wohlbefinden eine große Hilfe.
-Gibt es Ursachen für Stress, die ich abstellen kann. Gibt es wichtige Veränderungen in meinem Leben, die ich angehen sollte?
-Könnte ich an meinem Säure-Basen Haushalt etwas optimieren? Stichwort: Entsäuern!

-Wie steht es um meine Ernährung? Gluten? Zucker? Fructose? Tierisches Eiweiss ist sehr oft ein Trigger, besser sind z. B. Hülsenfrüchte, Getreide, Pseudogetreide, Ölsaaten, Wurzelgemüse, Blattgemüse und wenn man nicht konsequent vegan lebt, auch Bio-Eier und ab und zu Fisch.

Die ehrliche Beantwortung dieser Fragen könnte mehr Linderung für chronische Beschwerden ermöglichen, als so manches Rezept  ❤
apfel
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor. (Hippokrates)

 

 

 

 

 

 

Aufreger, Seelenmarzipan

Leben mit einer chronischen Erkrankung … ihr habt keine Ahnung!

Fast jeder von uns kennt das unschöne Gefühl, mit heftigen Kopfschmerzen den Tag zu überstehen, die Wundschmerzen nach einer Verletzung, das elende Befinden während einer Grippe. All das sind Befindlichkeiten, die sich jemand mit einer chronischen Erkrankung herbei sehnen würde. Denn selbst wenn sie noch so unangenehm sind…sie gehen im Normalfall wieder vorbei. Mit ein bisschen Standvermögen, ein paar Helferlein und Geduld wandeln sich diese Phasen in den Zustand, den sich alle chronisch Kranken herbeisehnen, wie kaum sonst etwas auf der Welt…in normale Tage. Tage mit guten und weniger guten Ereignissen, Tage mit mehr oder weniger Energie, aber immer Tage, in denen man größtenteils ohne Beschwerden seine Kreise zieht und in der Kraft ist, im günstigsten Fall sogar schmerzfrei.

Ich weiß nicht, was mich am meisten im Umgang mit chronischen Erkrankungen stört. Neben der Tatsache, dass mein Leben wegen der dadurch erzwungenen Kompromisse nur noch ein müder Abklatsch des eigentlichen Entwurfes wurde, hasse ich mehr als alles andere, das Unverständnis aller Gesunden. Sie halten uns nämlich für schwach und wehleidig und sparen nicht mit guten, meist trivialen oder nicht umsetzbaren Ratschlägen. Sie geben mir oft das Gefühl, als wäre mir mit ein wenig mehr Anstrengung, ein wenig mehr gutem Willen doch möglich, zu tun oder zu leisten, was sie von mir erwarten… als ob ich es selbst in der Hand hätte, wieder gesund zu werden und mich nur zu dumm anstelle.  Sie wissen nicht oder ignorieren, dass jeder, der mit einer chronischen Erkrankung sein Leben meistert, jeden Tag aufs neue  kämpft, alles, aber auch alles versucht hat, um seinen quälenden Zustand zu verbessern, jeden Tag aushalten muss, was Otto Normalverbraucher nicht nachempfinden kann.

„Iss endlich wieder einmal Schweinsbraten und trink einen großen Schnaps, dann geht es dir besser…das ist alles, was dir fehlt…“

Diese, liebevoll gemeinten Worte meines Vaters schnitten mir jedesmal ins Herz. Ich vertrage das eine nur in sehr dosierten Mengen, das andere gar nicht und möchte es auch nicht mehr. Gut gemeint, aber diese Worte klangen wie Hohn in meinen Ohren, da ich ihm gefühlte 1000 Mal erklärt hatte, dass meine Leber bedingt durch einen Gendefekt mit Schadstoffen aller Art sehr zu kämpfen hat und mich ein Schnaps Tage aus der Bahn werfen kann, wenn es dumm läuft und wenn ich sowieso gerade wieder kämpfe. Ein kleiner Satz, der mir immer das Gefühl gab, wie wenig auch in der Familie verstanden wird, wie ich selbst mit den trivialsten Dingen des täglichen Lebens haushalten muss und auch und besonders…dass ich für einen Hypochonder gehalten werde.

„Mach doch einfach mal Urlaub…“

Sie wissen nicht, dass ich, genau wie jeder andere mit einer chronischen Erkrankung bis an die Grenze meiner Möglichkeiten agiere und meist darüber hinaus. Aber es ist nie genug. Es wird immer Limits geben, die zu akzeptieren eine große Herausforderung ist. Wir sind allein gelassen damit, in einer Gesellschaft, die Perfektion als höchstes Ziel gesetzt hat und in einer gnadenlosen Maschinerie des Gesundheitssystems, das eigentlich ein Krankheitssystem ist.

Wehe dem, der nicht mithalten kann oder dazu gezwungen wird, sich diesem System der kalten und oft höchst schädigenden Massenabfertigung auszuliefern. Nicht mehr die Jahreszeiten und die Urlaubsplanung bestimmen den Terminkalender sondern wochenlanges warten auf Arzt-Termine oder Untersuchungen, Hoffnung und Enttäuschung über neue Versuche der Linderung, Abfertigung im 2 Minuten Takt, Symptom-Bekämpfung mit aggressiven Medikamenten, ohne die Ursachen der Krankheit zu Hinterfragen und als Sahnehäubchen die beliebte Psychoschiene für jede, aber auch jede Erkrankung.  Mittlerweile werden Psychopharmaka, Cortison, Schmerzmittel und co verteilt, wie Drops, Sie nutzen einzig der Pharmaindustrie, den Chronisch Kranken würden nur ganzheitliche Behandlungsansätze helfen. Vorausgesetzt, der Erkrankte kann sich diese (privat finanzierte) Form der Behandlung leisten. Pech für alle anderen!

Chronische Erkrankungen sind gemeine Diebe. Sie stehlen Leistungskraft, Lebensfreude,  und Gute Laune, sie rauben wertvolle Lebenszeit, soziale Kontakte, Selbstsicherheit aber vor allem die Stabilität, wenn man nicht sehr aufpasst.   Es mag so manchen überraschen, aber für viele Schmerzen und viele Missempfindungen und Einschränkungen gibt es nicht DAS passende Medikament und wenn es existiert, darf man es nur in gewissen Dosierungen einnehmen, ohne ernste Organschäden zu riskieren. Das bedeutet im Klartext, jede Schmerzerleichterung, jede Cortisoneinnahme, jedes Medikament hinterlässt seine Spuren. Chronisch Kranke wissen das. Gesunde nicht.

„Stell dich nicht so an! Denk doch nicht immer daran! Du musst positiv denken. Es ist alles eine Sache der Einstellung!… „

Gesunde wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn jede Verabredung, jeder Urlaub, jeder Arbeitstag , manchmal die einfachsten Dinge im Haushalt zu einem Wagnis werden.

Kann ich es schaffen? Wird mein Körper mir diesmal erlauben zu tun, was ich so gerne möchte oder so dringend muss…oder wird der Schmerz, die Schwäche, das Herz, die schmerzenden Gelenke, der Durchfall, der Schwindel, die Behinderung, der Krankenhausaufenthalt…mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen? Was passiert, wenn ich schon wieder absage/nicht zur Arbeit erscheine/die einfachsten Aufgaben nicht erfüllen kann?

Wie wird es weiter gehen, mit meiner Erkrankung? Werde ich daran sterben? Mit wieviel Einschränkungen muss ich noch rechnen? Wird es wieder schmerzhafte Untersuchungen, bedrückende Krankenhausaufenthalte, angstvolles Warten auf Tests und Diagnosen geben…

„Sei doch mal locker…lenk dich mit etwas Schönem ab. „

Zusätzlich zu den mehr oder weniger großen Einschränkungen, Schmerzen und Ängsten sorgen sich fast alle chronisch Kranken auch um das finanzielle Überleben. Nicht nur der Verdienstausfall ist problematisch. Gerade bei chronischen Erkrankungen hat die Schulmedizin wenig zu bieten. Oftmals verursachen die Medikamente, die wenn schon nicht heilen dann zumindest lindern sollen…große Kollateralschäden und heftige Nebenwirkungen. Die Kassen übernehmen jedoch nur die Kosten der Schulmedizin. Alle anderen Heilverfahren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe fast alle meine Ersparnisse in die Hilfe durch natürliche Heilverfahren investiert, sonst könnte ich heute diese Zeilen nicht mehr schreiben. Die Schulmedizin hätte mich längst umgebracht. Dafür macht die Naturheilkunde mich arm. Gesund machen mich beide nicht.

Chronisch Kranke sind anstrengend, sie sind unzuverlässig, oftmals nicht heiter und unbeschwert, sie sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, weil sie Dinge gesehen und erfahren haben, die niemand erfahren möchte und die meisten Menschen zum Glück auch niemals erfahren werden. Chronisch Kranke werden oft als schwach wahrgenommen, dabei sind sie stärker, mutiger und ausdauernder als jeder Gesunde.

Leben mit einer chronischen Erkrankung ist für jeden Betroffenen anders. Im Alltag versuchen die meisten, ihre Erkrankung und deren Folgen zu verbergen – sofern dies möglich ist.

Immer hilft eine positive Einstellung, Mut und der Wille, aktiv daran zu arbeiten, den Status Quo zu verbessern, Lebensqualität erhalten oder vielleicht auch durch Änderungen der Lebensführung irgendwann Heilung zu erfahren.

Irgendwann morgens aufwachen und sich ganz normal fühlen…ein frommer Wunsch für die meisten chronisch kranken Menschen. Trotzdem versuchen wir es jeden Tag wieder.

Solltet ihr diese Zeilen lesen und selbst nicht davon betroffen sein:

Es ist nicht euer Verdienst. Ihr habt einfach Glück! Seid dankbar dafür und ein wenig verständnisvoller allen gegenüber, die dieses Glück nicht hatten!

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Gibt es ein Leben ohne Facebook?

Ich las den ersten Kommentar unter meinem Beitrag, war genervt und setzte zu einer Antwort an. Noch während ich die Antwort schrieb, ploppten die nächsten Kommentare auf. Sinnlos! Es ist sinnlos zu versuchen, jemandem etwas zu erklären, wenn er nicht den Hauch einer Ahnung hat, was ich tue, warum ich es tue und wie es auf mich wirkt, was da gerade wieder passierte. Ich löschte den Beitrag auf Facebook, wechselte zu meinem Privaten Profil und schrieb :

Ich bin zur Zeit nicht auf Facebook erreichbar.

Dann loggte ich mich aus all meinen Accounts aus, fuhr den Rechner herunter, deaktivierte auch den Messenger und  die Facebook App auf meinem Handy. So einfach war es also. Ich war frei. Zum ersten mal seit…ja seit meine Tochter begann, im Ausland zu studieren und Facebook unsere Nabelschnur war. Es ist also bereits eine Weile her. Seit 5 Jahren bin ich 24h am Tag online. Erst ihretwegen, um immer greifbar zu sein, wenn gerade nicht die passende Telefonkarte aufgeladen war, dann in Sachen Tierschutz. Wie praktisch das für alle war, denn dadurch gibt es jemanden, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche ansprechbar ist. Ganz gleich, wo er sich aufhält und ganz gleich was er tut.

Wie spaßfrei die Arbeit auf meinem Privatprofil Bettina Marie oftmals sein kann, das habe ich in der Vergangenheit bereits einige Male geschildert. Es gibt einerseits den Druck, beständig in Kontakt zu bleiben…so ziemlich mit gefühlt jedem Menschen auf der Welt, der etwas mit Tierschutz zu tun hat, dann gibt es die lästige „Aufsichtspflicht“ der Vereinsarbeit, ob in jedem Resort alles rund läuft, ob jemand aus der Reihe tanzt, abgetaucht ist, etwas missverstanden hat, ob ein Dankeschön fällig ist oder eine Geburtstags Gratulation… und dann natürlich die Vielzahl meiner Veröffentlichungen und Übersetzungen, die ich alle nebenher erstelle. Ein paar Stunden abwesend und im Schnitt warten ein paar Hundert unerledigte Benachrichtigungen und Nachrichten auf mich. Aber das ist völlig Ok so.

Im Grunde mag ich es, wenn sich etwas dreht, ich selbst habe mir das Ganze so eingerichtet und die Resultate sind durchaus erfreulich, auch wenn es verdammt anstrengend ist. Die letzte Zeit ganz besonders, …wir wachsen enorm im Verein und das hat seinen Preis in Sachen Aufwand und Zeit. Ich zahle in gern. Auch mit dem Verlust der Freiheit, denn längst ist mein privates Profil kein privates Profil mehr. Ganz gleich was ich schreibe oder poste…mittlerweile wird alles argwöhnisch beobachtet, kommentiert, verbessert, ergänzt, hinterfragt…und wenn es nicht bei mir passiert, dann bei einem Mitstreiter oder Teamkollegen und auch dort ist Eingreifen gefragt.

Eine letzte kleine Insel war mir verblieben. Immer wenn ich all dem entgehen möchte, wenn ich gern für kurze Zeit etwas tun möchte, was mir richtig Freude macht auf Facebook, wo ich noch ein Stückchen Freiheit habe, dann beschäftige ich mich mit dem Karma Blog.  Ganz bewusst habe ich den Facebook Auftritt dieses Blogs frei gehalten von dramatischen Aufrufen, den übliche Tierleid Pics, frei von politischen Diskussionen…es sollten einzig positive Dinge dort erscheinen. Manchmal auch außergewöhnliche Rezept Ideen.

Es war diese Rezept Idee, unter der sich dann die Veganer Fraktion wie gewohnt zu Wort meldete und sich nicht nehmen ließ, wieder einmal auf Knochen und totes Fleisch im Zusammenhang mit Gelatine hinzuweisen, mich zu belehren, dass Gelatine nicht pflanzlich ist, kein gutes Karma, etc, etc. Ich möchte niemandem widersprechen denn niemand weiß besser als ich, wie Gelatine hergestellt wird, ich habe sogar einen Artikel darüber geschrieben.  Ich finde es widerlich. Und natürlich ist mir auch bekannt, dass Agar Agar unter anderem ein super Ersatz für Gelatine ist. Es war mein Versäumnis zu dem leckeren und ansprechenden Früchterezept nur die Original Grundzutat zu nennen, wie sie dort vermerkt war: Gelatine.

Naiverweise ging ich davon aus, jeder Veganer der das liest, weiß sofort, was zu tun ist, ihm ist geläufig, womit er Gelatine austauschen kann. Alle anderen Leser interessieren sich eher für die wunderschönen Bilder und die coole Rezeptidee. Ich hatte diesmal und besonders an diesem Ort keine Lust, ständig mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs zu sein, wollte einfach einmal nur entspannt ein leckeres Rezept posten und jedem überlassen, wie er es umsetzt. Was dann aus meinem Post wurde, fand ich einfach nur traurig. Anstatt schlicht zu kommentieren: Man kann Gelatine auch mit Agar Agar ersetzen, wurde die volle Breitseite aufgefahren. Ich hätte mich also sofort einbringen müssen, erklären, (für alle Nicht-Veganer), nachbessern etc. Die Freude an der schönen Rezept-Idee, einem harmlosen Beitrag, der vielleicht neue Leser und Unterstützer bringen sollte,  war gründlich verdorben.

Hat also  nicht so gut geklappt, mit der netten Auszeit  und war wohl der letzte Anstoß den ich benötigte, um zu tun, was ich mir schon so lange einmal vorgenommen hatte, und mir  immer wieder verwehrt, weil ich auf so viele und so vieles Rücksicht nehme: Abstand von Facebook.

Diese Entscheidung wurde so einfach, als ich darüber nachdachte, wie gedankenlos eigentlich die Mehrheit der Leser  und so mancher meiner Teamkollegen mit mir umgeht, wie gedankenlos und rücksichtslos im Allgemeinen dort agiert wird. Warum ich immer diejenige sein soll, die sich um alles und jeden Gedanken macht, voraus denkt, abwägt…während der Rest der Welt seinen Gefühlen und Gedanken unplugged seinen Lauf lässt.  Und jetzt bin ich also frei.

Keine Tierquälervideos zum Frühstück. Keine verzweifelten Anfragen, während ich mich anziehe. Keine Teamnachrichten, die beantwortet werden sollten, ehe ich ins Büro fahre. Keine Meldungen, über seltsame Kontobewegungen, die nachzuprüfen sind, während ein wichtiger Kunde anruft. Keine giftigen Kommentare unter einem meiner Posts, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe. Kein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht an einer Spendenaktion beteilige, während ich gerade die eigenen Kontoauszüge checke. Kein Grübeln, ob ich dies oder jenes, schreiben, denken, kommentieren darf, während ich mich tierisch über einen politischen Artikel aufrege. Keine Tränen während einer Einladung bei Freunden, weil der Tod eines Pflegetieres berichtet wurde. Kein Eiertanz zwischen zerstrittenen Teamkollegen, während ich eigentlich längst in einem wichtigen Meeting sein sollte. Keine Seelsorge für alle Befindlichkeiten sämtlicher Mitwirkenden, während ich versuche endlich in Ruhe etwas zu essen. Keine Horrorbilder vor dem Einschlafen, und Grübeln, wie dort schnell Hilfe möglich wäre…

…nur die Vorfreude, endlich einmal wie alle anderen, ohne ständige Unterbrechungen meinem Leben nachzugehen, in Ruhe auf dem Blog hier aufzuräumen und zu überlegen, wie der ganze Wahnsinn eigentlich weitergehen soll…Es gibt unendlich viele Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und der Spendenbeschaffung. Ich werde sie finden und entdecken. Es gibt ein Leben ohne Facebook. Zumindest ohne einen Dauerwohnsitz auf Facebook.

Allen die gestern unter mein Rezept für Früchte in Melonen kommentiert haben…Danke! Ohne euch wäre mir nie aufgefallen, wie verrückt es eigentlich ist, was ich jeden Tag tue. Ich tue nämlich wirklich enorm viel für unsere Mitgeschöpfe, selbst wenn ich einmal nicht erwähnt habe, das man Gelatine pflanzlich ersetzen, kann/soll/muss.  Aber viel wichtiger als dieser Hinweis war die Erinnerung daran, dass es ein Leben ohne Facebook gibt…geben muss 🙂