Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Ein Winzling namens FAITH…weil wir einfach glauben müssen!

Gestern schrieb mir Rena. Es war eines der regelmäßigen Updates. Was gerade passiert, was alles erledigt werden muss und wer Neuzugang ist und natürlich auch ein bisschen privater Austausch. Jeden Tag kommen diese Nachrichten von vielen Stellen und sie senden mir dann meist auch Bilder mit. Manche dieser Bilder mag ich gar nicht ansehen.
Die toten Kätzchen in Eimern, Mülltüten, am Straßenrand oder in grauenhaftem Zustand, wenn man sie noch lebend auffindet…sie schneiden mir am meisten ins Herz.
Keine Ahnung warum…vielleicht weil diese Kätzchen für mich die Verkörperung der Unschuld und Wehrlosigkeit sind und der Gedanke daran, was wir ihnen antun ist unerträglich.
Ich scrollte die mitgesendeten Bilder schnell weiter.  Am besten gar nicht hinsehen. Es reicht, die Zusammenhänge zu überfliegen, denn ich weiss, das unser Team aufgreifen wird, ich muss mich nicht zwingend kümmern und überhaupt…mein Herz hatte eine Überdosis Leid die letzten Jahre. Nicht alles meine Baustelle. Es gab verschiedene Gründe, warum ich die Eingangstüre zum Wohnbereich meines Herzens erst einmal verriegelt hatte. Auch und besonders für Notfälle. 

Dann sah ich doch genauer hin, was Rena mir geschickt hatte. Ein Kätzchen aus dem Müll, das sie gefunden und an Martha weiter gegeben hat, zur Intensiv Pflege. Die Chancen sind denkbar gering. Es war nicht nur in eine Plastiktüte gestopft sondern auch noch mit einer roten, klebrigen Flüssigkeit getränkt worden. Das macht man oft, damit das Kätzchen schneller auskühlt und stirbt. Jetzt war dieses Würmchen also bei Martha in Obhut, deren Seele ungefähr genauso dünnhäutig ist , wie meine. Eigentlich sollte man uns den Umgang mit leidenden Tieren verbieten…

Oh ich wusste sofort, wie es Martha gerade gehen mag.
Sparkle und die emotionale Achterbahnfahrt, die für uns in einem Voll-crash endetet (der vorhersehbar war…aber wir wollten es einfach nicht wahrhaben) …all das war sofort wieder ganz nah. Wie sehr hatten wir gehofft, sie bringt ihn durch. Ich überlegte, ob ich Martha schreiben sollte, tat es dann aber doch nicht.

Sie würde sich melden, wenn es etwas zu erzählen gab…von bangen Stunden und langen Nächten ohne Schlaf…von der Angst, wenn die Atemzüge langsamer werden, oder aussetzen…von der akribischen Beobachtung wie viele Tröpfchen Milch getrunken wurden…von überflutender Liebe und Zärtlichkeit für ein so kleines Wesen und von Trauer…weil man genau weiss, wie gering die Chancen sind und dass gerade Unzählige in Müllcontainern, Plastiktüten und in Wassereimern ihr kleines Leben aushauchen. So ist das nun einmal und wenn kein Wunder passiert, wird es wohl noch sehr lange so sein.

Heute Morgen kam eine Nachricht von ihr.  Offensichtlich hatten wir wieder einmal die gleichen Gedanken. Manchmal benötigt man keinen Messenger, um sich zu verständigen.

„Ich weiss dass du dich das gerade fragst…aber das Kleine lebt noch.“

„Bitte schreib mir, was passiert. Ich würde gerne daran teilhaben…, schreib ein Tagebuch. Ich wäre glücklich, es übersetzen zu dürfen“ antwortete  ich ihr, entgegen aller guten Vorsätze …und  plötzlich war sie wieder einen Spalt offen, die Türe in mein Herz, die eigentlich zu bleiben sollte.

Hier ist Marthas berührendes Tagebuch:

TAG EINS

Wie lange dauert ein Moment? Eine Minute, eine Stunde, einen Tag? Er dauert eine Ewigkeit, denn dein „Für immer“ ist in meinem Herzen verankert und nicht in Zeit zu messen. Eine Ewigkeit…so lange du Liebe teilen kannst, es ist pure Liebe, wie purer Vodka, ohne Eis…

Rena fand dich im Abfall und von dort habe ich dich sofort mitten in mein Herz gesetzt, auch räumlich, unter mein T-Shirt, an meine Brust, auf der linken Seite und mit dir auch all deine Flöhe und noch irgendeine klebrige Flüssigkeit aus dem Müllcontainer. Ich fragte dich, ob du gerne bleiben würdest und du hast mir geantwortet, indem du um dein kleines Leben kämpfst, das tust du nach wie vor und dieser tiefe, viel zu tiefe Schlaf scheint deine Seele zu verlocken, für immer darin zu verweilen.

Also habe ich dir versichert, es wäre OK, zu gehen, wenn du das möchtest. Du du hast meine Frage damit beantwortet, indem du auf meine Hand gekrabbelt bist, in die du perfekt hinein gepasst hast und dort bist du geblieben.

Also habe ich dich zurück in mein Herz gesetzt, im übertragenen Sinne aber auch wörtlich und dann haben wir gemeinsam einen langen Spaziergang gemacht. Ich habe versucht, dich gut unter meinem T-Shirt zu verstecken, damit die Leute nicht zurück schrecken und uns mit Fragen aufhalten. Weisst du, die meisten fürchten den Tod, als wäre er etwas ansteckendes ( als würden wir am Ende nicht alle einmal sterben) …

TAG ZWEI

Du bist immer noch da. Ich spüre, wie du dich bewegst. Und wenn du es einmal nicht tust, dann ist meine Trauer so heftig, dass ich gar nichts mehr fühle. Und wenn ich dann doch wieder etwas von dir bemerke, dann bin ich die glücklichste Person der Welt…zumindest für einen Augenblick. Für diesen Augenblick. Denn dieser Augenblick ist unser „FÜR IMMER“…und jeder Moment, den wir teilen, wird das auch sein…Ich werde da sein, ganz gleich, was passiert, so wie ich es dir versprochen habe und ich weiß, du bist 70 Prozent Seele und 30 Prozent Fleisch…trotzdem hörte ich mich gestern sagen „Sparkle..Bist du das? Hast du mir Faith geschickt. Kann er diesmal bitte bleiben? Bitte!!!! Und mir war so, als hätte ich gehört, wie er JA sagte…

 

Es ist drei Uhr morgens und ich musste dich in dein Bettchen legen, nur für ein paar kurze Stunden, denn ich musst einfach ein wenig schlafen und ich hatte Angst, dich zu zerquetschen, wenn du weiter an meiner Brust liegen würdest. 
Also legte ich dich direkt neben mir ab und machte ein Nickerchen auf der Couch.
10 Minuten später hast du angefangen zu weinen, und die Tonlage deines Stimmchens verriet mir, dass etwas fürchterlich falsch ist.
Ich griff nach dir, du warst heiss und konntest kaum atmen.
Ich konnte auch kaum atmen, vor Sorge.
Schnell setzte ich dich zurück an den Ort, wo du mein Herz spüren konntest und schlagen hören…und ich deines.
Ich war sicher, dass ich auch dich verlieren würde…auf eine Weise, die mittlerweile vertraut war. Und ich versicherte dir, dass es OK ist, wenn du es nicht mehr aushälst und gehen möchtest.

Aber du bist nicht gegangen. Du folgtest dem Rhythmus meines Herzens und nach ein, zwei Fehlversuchen, hast du wieder regelmäßig geatmet.
Auch am Morgen warst du noch da. Viel zu heiss, krank und schwer atmend…aber lebendig…immer noch verbunden mit dieser Welt und mit meinen Herzen.

EIN PAAR TAGE SPÄTER
HEUTE 21-08-2018

Willenskraft Level 0 . Ich musste dich immer dazu zwingen, jede Stunde 1ml Milch zu trinken, damit du am Leben bleibst.

Willenskraft Level 2
Heute hast du damit begonnen, von allein zu trinken und du hast fast das ganze Fläschchen geschafft!!!
So begann dieser wunderbare Tag um 5 Uhr Morgens und seitdem hat mein Herz Party .
Ich feiere auch die Kratzer, die du mir verpasst hast, als du fandest, mein T-shirt wäre nicht länger groß genug für dich und du wolltest die Welt erkunden (zumindest meine Nase, meine Augen, meine Ohren und hoffentlich auch bald den Rest von mir)…denn jetzt hast du die Energie, das auch zu tun.

Du bist nach wie vor krank und extrem winzig, aber du schläfst jetzt weniger, sogar dein Schreien klingt jetzt anders. Es klingt eher verwöhnt als krank.
Es ist mir gelungen, deine erste Flaschen Mahlzeit zu filmen. Ich schau es mir immer und immer wieder an, du bist so friedlich und ruhig. Ich denke, das was dir erst vor einer Woche in der Tüte, übergossen mit Flüssigkeit und entsorgt in einem Abfallcontainer angetan wurde, ist für immer aus deinem Gedächtnis verschwunden.
Ich denke, du hast den Menschen inzwischen vergeben…und ich denke auch, wenn irgendwo tatsächlich ein Gott existiert…dann vor allem in den Seelen der Tiere. Vergebung ist Gottes Atem in ihren Herzen und heute war ich gesegnet, das in dir zu spüren, mein kleiner Faith (Glaube) .

 

 

Mein Baby Junge Faith…unser letzter Tagebuch Eintrag fühlte sich so komisch an.

Obwohl du mir einen Tag voller Hoffnung geschenkt hattest…in der Minute in der ich fertig geschrieben hatte und abgesendet, machte eine bedrückende Vorahnung mich schier wahnsinnig.
Angst lähmte meine Glieder wenn ich an den bevorstehenden Tag dachte. Ich dachte kurz daran, auch das mit Bettina zu teilen, sie findet immer einen Weg um meine Ängste etwas leichter zu machen. Aber dann beschloss ich, ich sollte ihr eine Pause geben anstatt die Freude über die letzten guten Nachrichten mit meinen Ängsten zu überschatten. Ich dachte, jetzt verliere ich langsam den Verstand…mit so unsinnigen Ängsten.

Aber leider zeigte der nächste Tag, dass sie nicht unbegründet waren.
Gestern bist du also aufgewacht, jedes Lebensfünkchen sickerte aus dir, und du hast über Nacht das Leben in dir genauso entsorgt, wie man dich vor einer Woche im Müll entsorgt hatte. Wieder glaubte ich…dies ist das Ende.
Ich entschied, dich nicht zum Tierarzt zu bringen, da ich nur zu gut wusste, dass du viel zu winzig für alle Behandlungsoptionen bist …
stattdessen nahm ich dich mit ans Meer. Jetzt war es deine Entscheidung.

Aber ich denke, es hat dir dort gut gefallen. Wahrscheinlich hast du deshalb deine Meinung geändert und beschlossen, nicht zu gehen, vielleicht noch nicht. Wer weiss…
Heute war also ein besserer Tag für dich und deshalb war heute auch ein besserer Tag für mich. Aber niemand weiss, was der morgige Tag bringen wird.
Was auch immer es sein wird…ich werde bei dir sein, mein Baby Junge …

(Big hug Martha for these touching and beautiful words of love …and kisses to our little „aura diver“ Faith 

Fortsetzung folgt…

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Wenn man jemanden fürchterlich verletzt…obwohl man das niemals wollte…

Mir geht die ganze Zeit etwas nach, was jemanden fürchterlich verletzt hat…

…ich konnte nichts dafür. Es war ein absolutes Missverständnis und dazu ein gruselig schlechter Google Translator. Und wenn man jeden Tag nackte Angst ums Überleben haben muss, ob man morgen noch ein paar Brocken für seine Tiere hat und übermorgen vielleicht gar nichts mehr und sie in der Kälte verhungern….wenn man selbst im Kalten sitzt und nicht weiß, wovon die Lebensmittel bezahlt werden sollen…
wenn man daran gewöhnt ist, dass manche Spender teilweise unverfroren sind, alles anzweifeln und besser wissen, hofiert werden möchten und leicht eingeschnappt sind und jederzeit abspringen könnten…
dann hat man natürlich Angst und liest zwischen den Zeilen, bangt um jeden Kontakt und möchte um jeden Preis alles richtig machen…

Es war Winter und es gab schon einmal einen Chat, in dem um Hilfe für Slavicas Tiere angefragt wurde.
Einige waren begeistert dabei und es wurde nicht nur über Futter sondern über die vielen kranken Tiere und 1000 andere wichtige Dinge gesprochen…aber zu viel für meine Kapazitäten.
Ich wollte mich einzig auf die benötigten Gelder konzentrieren und alles andere sollte in einem eigenen Arbeitskreis passieren. Das schrieb ich in diesen Chat, wo Slavica auch las und dazu, dass wir bereits Rechnungen erhalten hätten, Slavica also zuverlässig ist und dass ich meine Zeit am PC einteilen muss, da eine Virusentzündung das Schreiben sehr schmerzhaft macht und ich daher den Chat verlassen werde, wo jetzt alles in die Wege geleitet wurde.

Google Translator und ihre tief sitzende Grundangst, jemanden zu verlieren, der so wichtig als Unterstützer ist, machte daraus… dass ich keine Lust mehr hätte, dass mit den Rechnungen irgendetwas nicht richtig war und dass ich mich zurück ziehe…. Irgendetwas in der Art …
Sie las das und verstand die Welt nicht mehr und dann weinte sie mehrere Tage. Sie war am Boden zerstört und wusste nicht, was sie falsch gemacht hatte, sie hatte schreckliche Angst, alles zu verlieren, wagte aber nicht, bei mir nachzufragen, und ich…ich wähnte alles in bester Ordnung und fragte natürlich auch nicht bei ihr nach, weil sie sich nicht mehr meldete. Das passierte ja häufig, da Internet sehr problematisch ist, und jede Minuten im Netz teuer und kostbar für sie.

Ich wusste damals auch nicht, WIE verzweifelt die Situation vor Ort ist, wie krank sie ist, wie wenig sie tatsächlich zum Leben hat (was man sich aus deutscher Sicht auch mit viel Auslandserfahrung nur schwer vorstellen kann…hey…wir sind in Europa…)
und wie schwer all das überhaupt zu bewältigen ist.
Slavica schrieb immer nur von den Tieren, das tun viele, jeden Tag und alle Berichte ähneln sich. Sie sind alle schlimm. Von überall.
Nie kam ein Wort über ihre eigene, schwere Situation.
Ich hatte nichts falsch gemacht, im Gegenteil. Ich hatte versucht, zu helfen, was ja funktioniert hat…
aber trotzdem jemandem ein paar schreckliche Tage bereitet…mit vielen Tränen, die sicher auch gesundheitlich ein super GAU waren, mit schrecklichen Existenzängsten …weil ich vielleicht doch hätte nachhaken sollen, weil ich vielleicht den Fokus zu sehr auf andere gelegt hatte…ich weiß es nicht.
Aber es fühlt sich heute noch schlimm an, obwohl ich es zum Glück aufklären konnte.

Denn irgendwann fasste sie sich dann doch ein Herz und fragte mich, was sie falsch gemacht hat, warum sie meine Freundschaft verloren hatte und was sie tun kann, um alles wieder gut zu machen.

Die ungläubige Erleichterung, nachdem ich ihr erklärte, was Google für Mist übersetzt hat und dass wir nach wie vor für sie da sind und bereits an der nächsten Überweisung arbeiten, weil wir sie und ihre Arbeit sehr schätzen und ich sie auch als Mensch sehr, sehr gern habe… und dass wir Freunde niemals aber auch niemals aufgeben oder im Stich lassen würden…die bleibt mir noch lange in Erinnerung und seither frage ich immer nach, wenn ich länger nichts von ihr gehört habe.

Diesmal habe ich zum richtigen Zeitpunkt nachgefragt und werde alles aber auch alles was in meiner Macht steht tun, damit Slavica wieder gesund wird. Und ich bin unglaublich dankbar, dass so viele dabei an ihrer Seite stehen.
Das Leben ist nicht einfach, in einem armen Land. Armut ist noch viel bitterer, wenn man ein großes Herz hat und das Leid der Tiere dort sieht und nicht helfen kann. Armut ist noch viel bedrückender, wenn man krank ist und Hilfe benötigt. Aber alles wird leichter, wenn man Freunde an der Seite hat.

Ich hoffe, sie kann das Leuchten unserer Lichterkette der Liebe und Unterstützung, die gerade entzündet wird, bis nach Serbien spüren.

Für dich, Slavica  du bist nicht allein!!!!

Auf Facebook starten wir gerade eine Lichterkette der Liebe und Unterstützung und jeder, der dabei ein Licht entzünden möchte, ist herzlich willkommen ❤

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Wir senden Licht und Hilfe ❤

 

Unsere Freundin Slavica ist in allergrößter Not. Slavica kümmert sich in Serbien rührend um die, die keine Stimme haben: um die Tiere. Sie tut dies unter unvorstellbaren Bedingungen. Sie selbst und ihre Mutter haben zum Leben gerade einmal 50 Euro im Monat, die beiden sind auch für serbische Verhältnisse bitterarm. Für alltägliches, wie Obst, Gemüse, Hygiene Artikel, Schuhe…. ist kein Geld übrig.
Jetzt hat Slavica einen Schlaganfall erlitten. Die Behandlung in Serbien ist teuer und das meiste, was sie benötigt um gesund zu werden, ist für sie nicht verfügbar, weil nicht bezahlbar.

Sie hat nicht darum gebeten, aber wir wollen helfen, Slavica braucht uns jetzt alle. Alexandra stellt deshalb ihr Paypal Konto zur Verfügung und übernimmt somit die anfallenden Gebühren:

alexgrosche@arcor.de

Die Zahlungsbestätigung kommt von Alexander Grosche, das ist ihr Mann, auf den der Paypal-Account läuft.

An Sachspenden werden dringend benötigt:
Kleidung (Slavica Grösse XL, Ihre Mutter: Grösse XXL)
Schuhe (Slavica Schuhgrösse: 41, Ihre Mutter: Schuhgröße 42)
Handtücher
Bettwäsche
Decken
Hygiene Artikel aller Art (Damenbinden, Seife, Shampoo)
Pflegeartikel für die empfindliche Haut – Slavica hat Hautprobleme (Feuchttücher, Creme usw.)
Desinfektionstücher
und auch
Süsstoff (Stevia)
Sojamilchpulver (mit und ohne Geschmack)
Vitamine

Bitte beachtet DRINGEND die Zoll- und Ländervorschriften auf der DHL-Website.

Sammelstellen für Sachspenden sind eingerichtet für Deutschland:
Alexandra Grosche
Sportplatzstraße 40
66798 Wallerfangen

für Österreich:
Carla B. Langdon
Ottensteinstrasse 102/2
2344 Maria Enzersdorf
Austria

Danke 💖an alle die mithelfen, das Leben von Slavica zu retten:

Alexandra Grosche
Carla B. Langdon

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Abigail, die dreibeinige Magierin…ein Katzen Märchen

ABIGAIL…die spannenden Abenteuer einer dreibeinigen Magierin

Kapitel 1

Obwohl ich in der magischen Welt bereits ein bisschen berühmt bin, möchte ich mich zuerst vorstellen, falls ihr doch noch nicht von mir gehört haben solltet.
Mein Name ist Abigail und einst war ich eine Streunerkatze in den Straßen von Athen, genau wie meine Mutter, die dort als Magierin für alle Fälle zauberte.
Sie gab alle Tricks und Zaubersprüche an mich weiter, die sie kannte. Die waren sehr wertvoll um gutes Futter aus dem Abfall zu fischen und um uns vor allen Feinden, den großen Hunden und bösen Menschen zu schützen!
Der letzte Winter in Athen war einfach nur grauenhaft. Es war eisig kalt, es schneite und regnete die ganze Zeit und meine Mutter wurde sehr krank. Ich habe versucht, immer in ihrer Nähe zu bleiben, ihr Sicherheit und Wärme zu schenken aber es gelang mir nicht, ihren Verfall aufzuhalten, ihr ging es mit jedem Tag schlechter.
In der Zeit, die ihr noch blieb, erzählte sie mir noch etwas mehr über die Kunst der Magie und ihre letzten Worte an mich waren:
„Abigail, Liebes, ich möchte, dass du mir versprichst, deine Magie nur für das Gute einzusetzen und niemals jemanden mit deinem Zauber zu verletzen. Tu es für mich!“
Ich versprach es ihr unter Tränen und habe ihre letzten Worte nie vergessen.
Jetzt war ich also auf mich allein gestellt. Ich war schrecklich einsam und streifte klagend durch die Straßen. Plötzlich näherte sich ein Auto. Ich habe noch versucht, seine Richtung mit einem Bannspruch zu ändern aber es war bereits zu spät. Seine Reifen zermalmten mein rechtes Hinterbein…und ich war unfähig vor Schmerzen und Schock, mich zu bewegen. Ich rollte mich am Straßenrand zusammen und bald war mein schwarzes Fell mit einer Decke aus weißen Schneeflocken umhüllt, es hatte wieder begonnen zu schneien.
Ich fühlte, wie sich die Kälte in meine Knochen schlich und alles Leben aus mir heraus wich und dachte an meine Mutter, der einzig tröstliche Gedanke, der mir einfiel…bald würde ich meine süße Mama wieder treffen, ich konnte bereits ihre sanfte Pfote spüren.
Aber es war nicht ihre Pfote, die mich berührt hatte, es war eine junge Frau, die vorsichtig nachsah, ob ich noch am Leben bin.
Ich kannte sie nicht aber eine innere Stimme flüsterte mir zu, dass ich ihr vertrauen kann. Ich leistete also keinen Widerstand als sie mich vorsichtig auf den Arm nahm und zu einem Tierarzt brachte.
Von den Erzählungen meiner Mutter wusste ich, dass auch Tierärzte über einen mächtigen Heilzauber verfügen und dass meist eine neue Ära anbricht, wenn man das Glück hat, einen besuchen zu dürfen.
Wenn man ganz großes Glück hat, erhält man dort heilende Medizin, einen Pflegeplatz oder sogar eine eigene Familie. Und all das würde ich vielleicht jetzt auch erhalten? Für einen Moment vergaß ich alle Schmerzen und mein Herz klopfte wie wild vor Freude.
„Langsam, Abigail, Kleines! Du hast noch einen langen Weg vor dir“.
Es war die Stimme meiner Mutter, die mich wieder zurück in die Realität brachte.
Sie ist nämlich immer bei mir und wacht über mich und auch darüber, dass ich mein Versprechen halte. Und das werde ich. Ich werde nur Gutes zaubern, niemals jemanden verletzen und sie wird stolz auf mich sein. Aber ehe ich ihr antworten konnte, wurde ich ohnmächtig…

Kapitel 2

Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit verging, bis ich wieder meine Augen öffnete…aber was ich dann sah…wow!
Ich war umringt von Menschen und alle wirkten sie in keinster Weise feindlich gesinnt. Da war die junge Frau, die mich auf dem Arm getragen hatte und noch zwei weitere Ladies. Eine von ihnen hatte Augengläser auf und trug weiße Magierkleidung. Sie wirkte sehr ernst und konzentriert.
Nach dem ersten Schock versuchte ich mir zusammenzureimen, was es mit diesem großen Zimmer, in dem ich mich gerade befand und mit dem Bett, in dem ich lag, auf sich hatte.
Alles war so warm und freundlich.
Hey! Das musste wohl die sagenumwobene Tierklinik sein, von der mir meine Mutter so oft erzählt hatte.
Sollte Fortuna mir wirklich so viel Glück beschert haben?
Wie oft hatten Mama und ich darüber gesprochen, ob die vielen Geschichten, die wundersamen Heilungen und glücklichen Fügungen, die dort passieren, pure Magie oder vielleicht doch nur Zufälle sind.
Dann sprach die Lady mit den Augengläsern eine seltsame magische Formel, die ich nicht kannte. Das Wort „Bein“ kam darin vor und Begriffe wie „Paralysiert“ und „Amputation“. Was für eine Art Zauber sollte das werden? Und zu diesem seltsamen Zauber gehörte wohl auch die große Nadel, die plötzlich auf mich zu kam. „Oh Nein, das tut weh! Nicht schon wieder Schmerzen!“, dachte ich noch, ehe der Schmerz schlagartig wieder verschwand und dafür eine große Schwere und Müdigkeit über mich kam. Dann schickte der Zauber mich an einen Ort, an dem ich tief und fest schlief.
Als ich wieder erwachte, befand ich mich in einem anderen Raum.
Halt! War das ein Käfig, in dem ich mich befand? Hielt man mich jetzt als eine Gefangene? Ich bekam schreckliche Panik und schrie laut um Hilfe.
Irgendwie musste es mir gelingen, zu entkommen und ich versuchte mich an einem starken Fluchtzauber, der mich aus diesem scheußlichen Gefängnis befreien sollte.
Sofort kam eine weitere Lady und öffnete die Käfigtüre.
Haha, ich war noch immer in Form! Der Zauber hatte gewirkt!
Zeit, zu verschwinden!
Aber anstatt mich zu befreien, begann sie mit sanfter Stimme zu mir zu sprechen und reichte mir eine Schüssel mit Essen. Es duftete so unwiderstehlich aus dieser Schüssel, ich konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten und machte mich hungrig über die Leckereien. Bei allen magischen Heiligen, es war das köstlichste was ich jemals gegessen habe. So anders, als die Abfälle, die ich bisher kannte. Das wollte ich am liebsten immer essen.
Eine Woche verbrachte ich in diesem luxuriösen Gefängnis. Später lernte ich dann, dass es ein Krankenkäfig war.
Immer stand genügend magisches Essen für mich bereit und um mich herum waren noch andere Katzen in solchen Käfigen. Alle schienen ganz zufrieden zu sein und sie vertrauten auf den Zauber der Magierin in dem weißen Kittel also beschloss ich abzuwarten.
Am achten Tag kam die junge Frau, die mich hierher gebracht hatte wieder zu mir und sagte:
„Komm jetzt, kleine Abigail, es ist Zeit für dich, in deine Pflegestelle umzuziehen.“
Pflegestelle? Was meint sie damit? Wieder ein neuer Zauber, den ich noch nicht kannte? Ob es da wohl auch dieses wunderbare Essen geben würde?
Vom ersten Augenblick an wusste ich, dass mir dieser Pflegestellen Zauber gefallen würde. Ein Zimmer mit großen Fenstern, überall tolle Spielsachen, alles nur für mich!
Ich war begeistert und wollte sofort alles beschnuppern und den Raum erforschen aber irgendetwas war seltsam, als ich versuchte aufzustehen.
MEIN RECHTES HINTERBEIN WAR WEG!!!
Es tat zwar nicht weh, aber wo zum Teufel war mein Bein? Ich wollte sofort mein Bein wieder haben und beschloss, jeden magischen Trick auszuprobieren, den ich je gelernt hatte, bis es mir gelungen war!
Oh, und genau das habe ich seither versucht. Aber es scheint viel schwieriger zu sein, als ich anfangs dachte.
„Vielleicht bin ich allein nicht stark genug für diesen mächtigen Zauber, vielleicht brauche ich dafür Unterstützung. Dummerweise bin ich aber ganz allein in diesem Zimmer.“
Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, öffnete sich die Türe und meine Pflegemama stellte etwas auf den Boden, das aussah wie eine Kiste. Manchmal funktioniert meine Magie nämlich erstaunlich schnell, und neugierig nahm ich den Inhalt in Augenschein…
Kapitel 3

Ich schnupperte die geheimnisvolle Kiste auf dem Boden gründlich von allen Seiten ab, um ganz sicher zu sein. Jede Katzenmagierin lernt während ihrer Ausbildung auch, wie man Gegenstände auf Gefahren prüft und den Inhalt von Kisten errät. Es war tatsächlich eine andere Katze, yeah!
Die Magie hatte funktioniert! Bestimmt war sie auch eine Magierin, die herbei geeilt war, mir mein Beinchen zurück zu zaubern. Ich schnurrte vor Freude. Die Kiste hatte eine Türe und während Pflegemama Despina sie vorsichtig öffnete, meinte sie:
„Abigail, Kleines, darf ich dir Caramel vorstellen? Sie ist deine neue Mitbewohnerin. Bitte sei nett und höflich zu ihr! Du wirst sehen, ihr habt viel gemeinsam und werdet euch bestimmt gut verstehen!“
Meine neue Mitbewohnerin kam zögernd aus der Kiste und sah sich neugierig um. Wow, war die hübsch! Ihr Fell hatte wunderschöne Farben und ihre Augen waren riesig und braun. Für einen kurzen Moment war ich ein bisschen eifersüchtig. Ob sie hübscher war als ich? Würde meine Pflegemama sie lieber haben? Musste ich mir Sorgen machen? Und dann vergaß ich schlagartig alle dummen Gedanken, denn sie begann damit, das Zimmer zu erkunden und mein Blick fiel auf ihre Beine.
Sie hatte auch nur drei Beine! Das hatten wir also gemeinsam! Um genau zu sein, hatte sie noch vier aber ihr eines Hinterbein war deutlich kürzer als die anderen. Wir hatten beide kein rechtes Hinterpfötchen mehr. Wenn das kein Zeichen war!

Ich unterbrach ihren Erkundungsausflug und fragte sie aufgeregt: „Bist du auch eine Magierin, Caramel? Wir werden geniale Dinge zusammen zaubern wenn wir unsere Kräfte bündeln!“

Überrascht sah sie mich an und ihre großen Augen wurden noch größer. „DU bist eine Magiern? Bei allen Katzenheiligen, ich habe noch nie eine Magierin getroffen, wie aufregend!“
Das war jetzt blöd und ich dachte für mich, wenn sie keine Magierin ist, muss ich dann jetzt die Heilmagie für uns beide zaubern? Oder…ich könnte ihr natürlich auch alles beibringen, so wie meine Mutter mich alles gelehrt hat und sie könnte mir zumindest assistieren. Diese Gedanken behielt ich aber für mich und antwortete freundlich: „Ja, Caramel, ich bin eine Magierin. Aber ich zaubere nur für das Gute. So wie meine Mama, die auch eine gute Magierin war und der ich versprochen habe, immer nur segensreiche Magie anzuwenden. Zur Zeit versuche ich mit dieser Magie mein Bein zurück zu zaubern. Würdest du mir vielleicht dabei helfen wollen? Deines könnten wir natürlich auch zurück zaubern!“
Caramel antwortete mir nicht, dafür sah sie mich ganz komisch an. Was hatte sie nur? Gefiel ihr mein Plan nicht? Wollte sie ihr Bein denn nicht zurück haben? Hatte sie kein Vertrauen zu mir oder war sie vielleicht ein bisschen dumm? Und dann hörte ich zum ersten Mal ihr ruhiges, zartes Stimmchen.
„Ich helfe dir natürlich gern! Aber ich vermisse mein Bein gar nicht! Ich wurde so geboren und finde mich in Ordnung, so wie ich bin! Ich kann prima laufen, springen, klettern, spielen, genau wie Du, wie jede andere Katze auch. Ich genieße mein Leben so wie es ist. Eigentlich habe ich nur einen Wunsch. Könnten wir deine Magie auch für etwas anderes verwenden? Aber ganz gleich, was du vor hast, ich helfe dir sehr gern dabei!“
Wow! Ihre Worte hatten mich schwer beeindruckt! Ich sah ihr nachdenklich zu, wie sie freudig mit jedem neuen Spielzeug herum tobte, das sie fand und entzückt schnurrte, sobald sie ein Neues entdeckte. Dieses süße Katzenmädchen hatte eine wichtige Wahrheit entdeckt, ohne dass ihr das überhaupt bewusst war und jetzt kannte ich diese Wahrheit auch:
Mir ging es auch mit drei Beinen gut. Ich hatte köstliches Essen, Spielzeug und jetzt sogar eine neue Freundin!
Trotzdem juckte es mich im Pfötchen, etwas Magie anzuwenden. Magie ist mein Leben und was sollte ich mit all den tollen Zaubersprüchen anfangen, wenn ich sie nicht anwende? Als ob sie meine Gedanken lesen konnte, setzte sich Caramel neben mich und schlug vor:
„Lass uns doch gemeinsam ein Für-Immer-Zuhause für uns beide zaubern! Unsere Pflegestelle bei Mama Despina ist wunderschön aber da draußen warten so viele andere Katzen verzweifelt auf Hilfe. Wenn wir beide in ein Für-Immer-Zuhause ziehen, dann können zwei Neue unseren Platz und die Chance auf ein bisschen Glück erhalten.“
Caramel hatte innerhalb von ein paar Minuten schon wieder eine wichtige Wahrheit ausgesprochen. Sie ist wirklich klug! Ab jetzt würde ich alles, was ich über Magie weiß, mit ihr teilen und dann versuchen wir gemeinsam, das schönste Für-Immer -Zuhause für uns zu zaubern.
Meine neue Freundin und Magier-Gehilfin schnurrte vergnügt , als ich ihr von meinem Plan erzählte. Jetzt waren wir also ein magisches Team: …Abigail&Caramel….

Abigail und Caramel

Kapitel 4

Ob ich irgendwo einen Fehler in unsere Zaubersprüche gebracht hatte? Caramel und ich haben fast einen Monat an ihrer intensiven Ausbildung gearbeitet, bis sie eine brauchbare Magiergehilfin war.
Ich möchte bestimmt nicht angeben, aber die Kunst der Magie weiterzugeben ist viel schwieriger, als manche das vermuten würden.
Jetzt weiß ich um so mehr zu schätzen, wie geduldig meine liebe Mama immer mit mir war, wenn sie den gleichen Trick immer und immer wieder mit mir übte, bis ich ihn im Schlaf konnte.
Nie war sie ärgerlich oder ungeduldig mit mir, nicht einmal, wenn ich faul war oder unkonzentriert, während ihrer Lektionen.
Wie gerne denke ich an ihre genialen Zaubereien zurück, zum Beispiel den Essenszauber. Ehe sie in den Müllcontainer sprang, verwendete sie immer die richtige magische Formel und fand so stets die besten Speiseabfälle für uns unter dem Müll. Wenn sich wilde Hunde oder Autos näherten, war sie in Hochform. Ihr magisches Timing war perfekt und wir versteckten uns oder kletterten auf einen rettenden Baum, so dass die Hunde und Autos uns nie verletzen konnten.
Auf unserer Pflegestelle bei Mama Despina ist alles ganz anders. Feines Futter, in kleinen, knusprigen Stückchen oder weich und mit delikater Soße, wird uns in einer Schüssel serviert. Manchmal gibt es sogar Leckerlies und Stangen, wenn die anderen von ihren Patentanten ein Paket erhalten haben und uns etwas davon abgeben. Oh, was sind die immer köstlich!
Selbst die Hunde hier sind nicht wild sondern freundlich. Sie schnuppern uns ab und wedeln dabei mit dem Schwanz, manchmal stehlen sie sogar unser Spielzeug. Naja, um ehrlich zu sein, so ganz traue ich dem Frieden noch nicht über den Weg, insgeheim fürchte ich immer noch ein bisschen, sie könnten mich angreifen, so wie die Hunde die ich mit meiner Mama auf der Straße getroffen habe. Daher halte ich meist ein wenig Sicherheitsabstand, man weiß ja nie.
Caramel ist da ganz anders! Sie findet jeden Augenblick etwas neues, worüber sie sich freuen kann und lebt so naiv und unschuldig in den Tag hinein. Trotzdem ist sie eine clevere Katze!
Sie hat jeden Zauberspruch sofort verstanden und wurde die beste Magiergehilfin, die ich mir je erträumt habe.
Als wir gerade wieder einmal mit einem Zauber herumexperimentierten, der uns endlich in ein Für-Immer-Zuhause bringen sollte, hatte ich einen seltsamen Geistesblitz! Keine Ahnung, wie ich darauf kam aber plötzlich war mir sonnenklar, dass mein schwarzes Fell der Grund dafür ist, warum auch unser stärkster Zauber nie funktioniert. Dann fiel mir auch schlagartig wieder ein, dass meine Mama mir irgendwann einmal erzählt hatte, schwarze Katzen, wie sie und ich wären immer ein wenig vom Pech verfolgt. Wie farbenfroh und kurz war dagegen Caramels wunderschönes Fell. Als ich sie so betrachtete, wurde ich sehr traurig. Mein Fell war tief schwarz, wuschlig und lang. Kein Wunder, dass mich niemand mochte und für einen kurzen Moment hasste ich mich!
Irgendwo musste es doch ein Elixir, eine magische Lösung für dieses Problem geben. Ruhelos streifte ich durch die Zimmer. Ha!…Und da war sie, meine Lösung! Sie stand auf dem obersten Regalfach im Badezimmer. Es war das Haarfärbemittel von Mama Despina und ich setzte zu einem gewaltigen Sprung an, um das Glasfläschen herunter zu holen. Auch mit drei Beinen war das kein Problem für mich, mit ausgefahrenen Krallen angelte ich geübt nach dem Objekt der Begierde und holte es sicher auf den Boden.
Haha, Zeit für einen Typwechsel, dachte ich voller Vorfreude, während ich versuchte, die Flasche zu öffnen. Irgendwie muss die Flasche dabei dann aus meinen Pfoten gerutscht sein und fiel mit lautem Krach zu Boden. Ich sah die Scherben, sah die Flecken und Farbspritzer überall und begann zu weinen.
Caramel sagte kein Wort, sie sah mich nur schweigend an. Ich konnte trotz meiner Tränen und Verzweiflung förmlich spüren, wie ihr Blick bis tief in meine Seele drang.
„Was ist, warum starrst du mich so an?“, schluchzte ich. „Du hast ja kein schwarzes Fell, du bist der Glückspilz von uns beiden!“
Caramel wartete geduldig, bis ich mich wieder etwas beruhigt hatte und sagte dann versöhnlich:
„Ich fand schwarze Katzen wie Dich, schon immer etwas ganz Besonderes!
Du siehst aus wie ein kleiner Panther und in vielen Ländern glaubt man, dass deine Fellfarbe Glück ins Heim bringt. Aber unabhängig davon, was wirklich zählt, ist die Seele, die du unter dem Mantel trägst, nicht der Mantel selbst.
Und deine Seele, liebste Abigail, ist wie ein seltener, schwarzer Diamant!
Ich habe noch niemals vorher eine Katze wie dich getroffen. Du möchtest immer jedem helfen und nur Gutes bewirken. Sei geduldig! Ich bin sicher, es wird nicht mehr so lange dauern, bis auch wir beide ein Für-Immer-Zuhause finden werden. Und jetzt lass uns zusammen diese Bescherung hier aufräumen, ehe Pflegemama Despina entdeckt, was du angestellt hast!“
Das ist Caramel wie ich sie kenne und liebe. Immer gelassen und gutmütig!
Manchmal fühlt es sich so an, als wäre ich der Schüler und sie ist mein Lehrer. Aber dann fällt mir wieder ein, dass ich eine Magierin bin und sie meine Gehilfin. Also erkläre ich ihr weiterhin, wie alles funktioniert und welcher Zauberspruch als nächstes an der Reihe ist….

Kapitel 5

Das Leben ist voller Überraschungen.
Gestern Nacht habe ich etwas seltsames geträumt, meine Mama hat mich im Traum besucht. Das macht sie öfters aber letzte Nacht sprach sie zum aller ersten mal über mein Für-immer-Zuhause.
„Abigail, mein liebes Kind, du bist kein süßes Kätzchen mehr sondern eine junge erwachsene Katzen-Magierin. Es ist eine große Freude für mich, von der Welt jenseits der Regenbogenbrücke zu beobachten, wie du dich entwickelst und aufblühst.
Von da, wo ich jetzt bin, kann ich die Zukunft sehen und deshalb wollte ich heute Nacht mit dir sprechen.
Bitte sei nicht ungeduldig in deiner Sehnsucht nach einem Für-Immer-Zuhause und gib die Hoffnung nicht auf! Dein schwarzes Fell ist weich und wunderschön, genau wie deine Augen und deine Seele.
Du bist dazu bestimmt, Glück in eine nette Familie zu bringen.
Du wirst sehen, kleine Abigail, bald träumen deine zukünftigen Lieblingsmenschen in der Nacht von dir und sie werden nach dir fragen. Sie werden einfach wissen, dass du auf sie gewartet hast und versuchen, dich in ihr Leben zu holen!
Aber ich habe noch mehr gesehen, auch deine beste Freundin und loyale magische Gehilfin Caramel wird bald adoptiert werden. Macht weiter, mit eurer Zauberei und vertraut auf eure Bestimmung. Du hast deine Aufgabe, sie mit der Magie vertraut zu machen, ausgezeichnet gemeistert. Ich bin so stolz auf euch beide!
Ach, und ehe ich es vergesse, morgen steht eine Überraschung an, ihr erwartet einen neuen Gast auf eurer Pflegestelle…“
Dann erwachte ich aus diesem wunderschönen Traum.
Es war mitten in der Nacht. Ich konnte den Sternenhimmel glitzern sehen und durch das Fenster schien der Mond. Heute Nacht war er ganz nahe, sein warmes, magisches Licht streichelte sanft über mein Fell und ich fragte mich, ob meine Mama irgendwo da oben war. War dort oben das andere Ende der Regenbogenbrücke und da sass sie jetzt immer und passte auf mich auf?
Neben mir schlief Caramel tief und selig auf ihrem weichen Kissen. Ich rührte mich nicht vom Fleck, damit ich sie nicht aufweckte und dachte intensiv über das nach, was meine Mama mir im Traum über unsere Zukunft erzählt hatte.
Würde diese nette Familie, von der sie sprach, wirklich nach mir suchen? Wie würden sie wissen, dass ich die Richtige bin? Würden sie uns vielleicht sogar beide adoptieren? Würde es dort noch mehr Katzen geben? Ich würde nämlich sehr gern in ein Zuhause mit anderen Katzen adoptiert weden, weil es mit Freunden immer lustiger und kuschliger ist. Irgendwann schlief ich dann aber doch ein, diesmal mit einem glücklichen Lächeln.

Am nächsten Morgen erzählte ich Caramel von meinem Traum.
„Deine Mama war eine Magierin, ich bin sicher, dieser Traum wird in Erfüllung gehen! Vertrau ihr, ich tu das nämlich und glaube fest dran, dass wir sehr bald adoptiert werden!“, antwortete sie aufgeregt und ihre Schnurrhaare bebten vor Begeisterung.
Unser Gespräch wurde plötzlich unterbrochen. Die Türe ging auf und Pflegemama Despina kam in unser Zimmer. Im Arm hielt sie vorsichtig ein kleines Wesen.
„Meine Damen, darf ich euch Casper vorstellen. Er ist ein Hundeopi der ab jetzt von uns mit betreut wird. Er hat viel durchmachen müssen, die letzten Jahre und braucht jetzt euer Mitgefühl und eure Liebe.“
Dann setzte sie ihn vorsichtig vor uns auf den Boden und beobachtete gespannt unsere Reaktionen.

Natürlich bewahrte ich erst einmal gebührenden Sicherheitsabstand. (Auch bei einem Hundeopi muss man erst einmal vorsichtig sein. Er ist schließlich keine Katze!)
Ganz anders, Caramel! Sie fing sofort an, freundlich mit ihm zu plaudern. „Hallo Casper, möchtest du gern mit uns spielen?“
Casper gab keine Antwort.
„Bitte denkt daran, dass er fast taub ist und blind“, erinnerte uns Pflegemama Despina.
Was hatte Casper da eigentlich an, fragte ich mich. Weiße Höschen? Wofür sollte das gut sein? Caramel las meine Gedanken. „Er trägt Windeln, Abigail. So wie auch Menschenbabies welche tragen. In meiner Zeit auf der Straße lebte ich in der Nähe eines Kindergartens, die Babies dort hatten sie auch an.“
Meine Augen wurden feucht. Es war das erste mal, dass ich einen Hund wie ihn sah.Taub, blind und mit einer Windel!
Langsam näherte ich mich und schnupperte an ihm, um zu zeigen, alles ist in Ordnung, ich habe keine Angst mehr. Er schnupperte zurück und wedelte zaghaft mit seinem kleinen Schwanz.
Casper war so niedlich und kleiner als wir.
Plötzlich hatte ich eine ganz verrückte Idee.

„Caramel, heute Nacht werden wir Vollmond haben! Lass uns einen ganz besonderen magischen Zauber vorbereiten, einen den wir bisher noch nie probiert haben und der bewirken wird, dass Casper sich besser fühlt!“
Caramel gab mir ein Nasenküsschen und meinte,
„ich wusste schon immer, dass du ein Herz aus Gold hast, liebste Freundin“. Und dann machten wir uns daran, die magischen Zutaten einzusammeln, die wir für diesen Zauber benötigten…

Abigail und Caramel

Kapitel 6

Vollmond und Mitternachtszauber
Bald hatten wir fast alles bereit für unseren geplanten Zauber. Diesmal wollten Caramel und ich unser Bestes geben, damit sich der Hundeopi Casper ein wenig glücklicher auf der Pflegestelle fühlen würde.
Ein bisschen nervös war ich schon, muss ich gestehen, denn ein ganz wichtiges Detail fehlte noch, und wie wir es beschaffen konnten, machte mir etwas Kopfzerbrechen. Der Zauber musste so nahe wie möglich am Licht des Vollmonds stattfinden, was bedeutete, wir mussten es irgendwie schaffen, auf das Dach des Gebäudes zu klettern.
Caramel, meine liebe Gehilfin zögerte noch und damit machte sie mich nervöser als ich sowieso schon war.

„Abigail, wir sind Hauskatzen, wie sollen wir denn auf das Dach kommen? Der Vollmond wird jeden Augenblick am Himmel erscheinen. Warum versuchen wir den Zauber nicht von hier drinnen aus?“
Für einen Moment war ich unschlüssig aber dann antwortete ich entschieden „Nein, Caramel! Der Zauberspruch funktioniert nur im Freien! Sag mir bitte nicht, was ich tun soll! Es muss einfach einen Weg nach draußen geben! Meine Mama hat immer gesagt, wo ein Wille ist, da gibt es Wege!“
Dann begann ich damit, jede nur denkbare Möglichkeit zu überprüfen, wie wir ins Freie gelangen könnten.
Plötzlich klingelte es an der Tür. Unsere Pflegemama Despina erwartete offenbar Gäste an diesem Abend.
Ha! Das war die Lösung! Zeit auszubüchsen!
Caramel, flüsterte ich aufgeregt: „Ich werde jetzt einen Instant Zauber anwenden, der uns für kurze Zeit unsichtbar macht. Sobald sich die Türe öffnet zähle ich bis drei und dann lauf, so schnell, wie du kannst! Eins…zwei…drei…!“

Die Türe öffnete sich und wir beide rannten, wir sausten auf unseren drei Beinchen, was das Zeug hielt. Ich hörte, wie unsere Pflegemama schrie, „Oh mein Gott, die Katzen sind entwischt, bitte helft mir, sie einzufangen!“
Ich wollte ihnen gerne erklären, dass wir ja nur für ein paar Stunden aufs Dach müssen, um unseren Mondschein Zauber abzuhalten und dann wollten wir sofort zurück. Aber niemand hörte mir zu. Sie packten uns einfach und brachten uns wieder zurück in die Wohnung. Der schöne Plan war Geschichte! Ich weinte und fauchte wütend: „Niemand lässt mich hier ordentlich zaubern! Ich hasse sie alle…und Casper wird es nie besser gehen, ohne unseren Mondscheinzauber!“
Caramel blieb ruhig und sagte nichts, wie so oft. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sie auf Casper zuging, der friedlich auf der Couch in seinen Windeln schlief. Von all dem Lärm, den wir veranstalteten, hatte er nichts mitbekommen. Caramel sprang elegant auf die Couch und legte sich direkt neben ihn.
„Na los, Abigail! Lass uns den Mondzauber hier versuchen, während Casper schläft. Er wird die Magie des Vollmonds in seinen Träumen spüren.“
Was für eine brilliante Idee! Direkt an Casper zu zaubern, darauf war ich noch gar nicht gekommen! Und genau das taten wir dann. Wir pumpten ihn voll mit unserer liebevollen Magie, bis wir erschöpft auf der Couch einschliefen. Da lagen wir dann alle drei. Wieder besuchte Mama mich in meinen Träumen. Diesmal war sie sehr ernst und besorgt.
„Abigail, Liebling, deine Idee, dem traurigen Hundeopi helfen zu wollen, war wirklich bemerkenswert! Aber versuch niemals, hörst du, niemals mehr aus deiner Pflegestelle zu entwischen! Deine Pflegemama hat dich sehr lieb und deine zukünftige Für-Immer-Familie hat bereits begonnen, von dir zu träumen. Wenn du hier verschwindest, dann werden sie dich nicht finden können, wenn es soweit ist und sie dich adoptieren möchten.
Es gibt so viele Gefahren, da draußen! Das Dach ist viel zu hoch und nicht gesichert. Du darfst da nicht hoch gehen. Sicher erinnerst du dich, wie schwer unser Leben auf der Straße war. Hunde, Katzen, Autos, böse Menschen, all das hat uns jeden Tag bedroht. Ich wünsche mir so sehr, dass es dir einmal besser ergeht als mir und ich weiß, dass du schlau genug bist, dein Leben nicht fahrlässig wieder in Gefahr zu bringen! Nach diesen Worten küsste sie mich zwischen den Öhrchen, so wie sie das früher immer getan hatte und dann verschwand sie. Ich schlief tief und fest weiter, und wunderte mich im nächsten Traum, warum ich immer so dumme Sachen anstelle.
Am nächsten Tag weckte uns Casper mit seinem Bellen. Er wedelte munter mit dem Schwanz und leckte uns über das Gesicht. Deutlicher hätte er uns nicht zeigen können, wie gut ihm unser Mondzauber bekommen war.
Caramel lachte glücklich und begann, mit ihm zu spielen. Während ich den beiden zusah, wie sie Spass hatten, war ich sehr stolz auf uns. Der ganze Ärger hatte sich also doch gelohnt! Wir konnten unseren Hundeopi Casper tatsächlich ein bisschen glücklicher machen. Mission erfolgreich beendet! Vergnügt schloss ich mich den beiden an und spielte eine Runde mit…

Kapitel 7

Glückliche Tage! Caramel und ich waren ganz aus dem Häuschen vor Freude über unseren großartigen, magischen Erfolg, den wir bei Casper bewirkt hatten. Seine Veränderung und neue Lebensfreude verlieh uns Hoffnung und Mut, mit unseren Zaubersprüchen weiter zu machen!
Am gleichen Abend kam Pflegemama Despina in unser Zimmer, sie war vollbepackt mit Leckereien und neuen Spielzeugen. Und dann erklärte sie uns etwas, das ich nie vorher gehört hatte:
„Ladies, ich habe tolle Neuigkeiten für euch! Ihr habt beide zwei wunderbare Patentanten in Deutschland gefunden, die euch ab jetzt ein bisschen mit unterstützen und die euch mit ihren warmen Herzen diese fantastischen Geschenke gesendet haben. Sie heißen Annett und Claudia. Und stellt euch vor, auch unser Casper hatte Glück, auch für ihn meldete sich eine Patentante, für ihn sorgt jetzt Anna mit. Heute nachmittag werde ich gleich losziehen und seine Lieblings- Kaustangen einkaufen.“
Woohoow! Ich ließ die tollen Leckereien, die sie da trug, nicht aus den Augen! So genau hatte ich zwar noch nicht verstanden, warum jemand so nett gewesen war, uns all die Schätze zu schicken, aber eines stand fest: Eine Patentante zu haben war cool! Neue Spielsachen und leckere Knabbereien? Ha! Das musste auch eine Art Zauber sein, und er gefiel mir!
Aber was würde das für unseren Traum bedeuten, ein Für-Immer-Zuhause zu finden? War das jetzt auch mit in diesem Paten-Zauber enthalten?
Caramel las meine Gedanken, wie gewöhnlich. Sie meinte:
„Eine Patentante zu haben ist etwas ganz Großartiges, solange du auf einer Pflegestelle bist. Aber es ist nicht das gleiche, wie ein Für-Immer-Zuhause. Mit einer Patenschaft möchten uns liebe Menschen sagen, dass wir nicht alleine sind und dass sie sich ein wenig um uns kümmern, bis wir unser Für-Immer-Zuhause gefunden haben.“
Ich war misstrauisch, wie immer.
„Wie kommt es nur, dass du immer alles weißt, Caramel? Du weißt nicht nur immer was ich denke sondern du hast auch stets gleich die richtige Antwort parat!“
Sie lächelte bescheiden und antwortete:
„Abigail, du hast mich gelehrt, eine gute Hexe zu sein. Deine wertvollen Lektionen haben mich zu einer gemacht. Deshalb weiß ich alles. Schau, die Sonne geht unter und es wird dunkel! Lass uns vor dem Schlafengehen ein Spiel spielen! Wir stellen uns unser Für-Immer-Zuhause vor. Ich fange an!
Oh, ich hätte am liebsten ein Zuhause mit einem Balkon oder einem Garten. Und dann wäre es schön, wenn da noch andere Katzen Freunde wären oder auch Hunde. Und du, Abigail?“
Ich schloss die Augen und versuchte mir vorzustellen, wie mein Für-Immer-Zuhause aussehen sollte. Was würde sich Mama für mich wünschen? Sie hat nämlich immer nur das Beste für mich gewünscht. Ich dachte noch eine ganze Weile darüber nach, dann öffnete ich die Augen. Ich blickte durch das Fenster in den Nachthimmel und sagte:
„Ich hätte auch sehr gern ein Zuhause mit einem Balkon oder Garten. Katzen Freunde mag ich aber lieber als Hunde. Aber das Allerwichtigste…ich möchte in diesem Für-Immer-Zuhause mit dir zusammen sein. Du bist meine beste Freundin und es wäre so wunderbar, wenn wir auch in Zukunft alles miteinander teilen könnten!“
Während ich den letzten Satz aussprach, verglühte eine Sternschnuppe am Himmel und leuchtete für kurze Zeit hell in der Dunkelheit.
“Wow! Abigail, weißt du, was es bedeutet, wenn man das Glück hat, eine Sternschnuppe zu sehen? Es bedeutet, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen! Bald wird der Sternschnuppen Zauber bewirken, dass wir einem ganz lieben Menschen im Traum erscheinen!“
Die Freudentränen schossen mir in die Augen. Plötzlich konnte ich bis in die Schwanzspitze spüren, dass wir unserem Traum von einem Für-Immer-Zuhause schon sehr nahe waren. Selbst der Nachthimmel hatte uns seine Zeichen geschickt! Caramel küsste mich sanft auf die Nasenspitze und schnurrte vergnügt:
„Lass uns heute erst später ins Bett gehen! Jetzt spielen wir erst einmal mit all den wunderschönen Spielsachen von unseren Patentanten, schlafen können wir auch noch später…“

Kapitel 8

Die letzten Wochen vergingen sehr schleppend.
Keine Ahnung, warum es so war, aber meine Mama hat aufgehört mir zu erscheinen und das machte mich sehr traurig. Ob auch sie mich vergessen hatte?
Aber gestern Nacht dann, oh heiliges Schnurrhaar, da überquerte sie tatsächlich wieder die Regenbogenbrücke und kam mir mit einem breiten Lächeln im Gesicht entgegen. Sie erzählte mir, sie sei gekommen, um mir ein großes Geheimnis anzuvertrauen! Ich platzte fast vor Ungeduld, dieses Geheimnis zu erfahren aber alles, was sie mir dann verriet, war:
„Meine süße Kleine, eines kann ich dir versichern, sobald du es erfährst, wirst du überglücklich sein. Sei noch ein klein wenig geduldig und vertraue der Magie!“
Als ich aus meinem Traum erwachte, schien die Sommersonne durch das Fenster und neben mir spielte Caramel friedlich mit ihrem Spielzeug. Sie sah, dass ich wach war, unterbrach ihr Spiel und meinte:
„Deine Mama ist wunderschön, Abigail und ihr seht euch sehr ähnlich!“
„Woher weißt du das?“, fragte ich überrascht. „Du hast sie doch nie kennengelernt!“
Caramel lächelte und antwortete:
„Heute Nacht ist sie auch mir zum allerersten Mal im Traum erschienen, weil sie uns sehr bald ein großes Geheimnis verraten möchte. Ihr Fell ist lang und weich, genau wie deines. Und ihre Stimme ist die sanfteste Stimme, die ich je vernommen habe.“
Plötzlich hatte ich Gänsehaut und wir sahen uns wortlos an. Irgendetwas ging gerade vor sich, mir war nur noch nicht ganz klar, was all das zu bedeuten hatte.
Dann öffnete sich die Türe zu unserem Zimmer und Pflegemama Despina kam in den Raum. In der Hand hielt sie unsere Lieblings-Leckereien und während sie uns die köstlichen Stangen reichte, summte sie vergnügt ein Lied. Es war sehr schön und handelte von zwei kleinen Hexen, von Magie, Sehnsucht und Liebe und einem Geheimnis, das sehr bald enthüllt werden soll…

Kapitel 9

UND AM ENDE SIEGT IMMER DIE MAGIE DER LIEBE…
Das schöne Lied, das unsere Pflegemutter Despina fröhlich trällerte, handelte von zwei kleinen Waisenkätzchen, die auf wundersame Weise magische Fähigkeiten erlernten, Zaubersprüche und Rituale, die sie jeden Tag übten, um anderen Tieren und sich selbst helfen zu können.
Ihr größter Wunsch war es, ein Für-Immer-Zuhause zu finden, einen Ort mit einem freundlichen Menschen, bei dem sie bis ans Ende ihrer Tage bleiben dürfen, mit anderen Katzenfreunden und vielleicht sogar einem kleinen Balkon, um dort die Sterne in der Nacht und am Tag die Sonne genießen zu dürfen.
Es war ein steiniger Weg, bis zur Erfüllung dieses Wunsches und er gestaltete sich viel länger als sonst üblich. Sie mussten ihre Vergangenheit als Streuner hinter sich lassen und sich als das akzeptieren, was sie waren. Erwachsene, dreibeinige Katzen, aber nach wie vor wunderschön und jede von ihnen mit einem zauberhaften Charakter.
Eine der Katzen in diesem Lied hatte das Schildpatt Muster in ihrem Fell und ihr rechtes Hinterbein war ein Stückchen kürzer als die anderen drei. Sie war sehr verspielt, dabei aber ruhig und überaus klug! Die andere Katze war schwarz, sie hatte langes, weiches Fell und ihr fehlte das rechte Hinterbein. Sie war ein wenig zurückhaltend, liebt am meisten die Gesellschaft anderer Katzen und beobachtet gerne die Menschen. Ihre Für-Immer-Familie wird einmal sehr glücklich sein, mit ihnen zusammen zu leben, denn sie sind etwas ganz Besonderes!
An dieser Stelle stoppte das Lied abrupt, denn unserer Pflegemama Despina brach die Stimme. Ihre Augen waren voller Tränen. Sie nahm uns beide in die Arme, drückte uns fest an sich und während sie noch schluchzte, zog sie einen Brief aus ihrer Tasche. „Es ist ein magischer Brief aus Deutschland für euch angekommen“.
Zum Glück lächelte sie bereits wieder, trocknete ihre Tränen und begann, ihn uns vorzulesen.
Während Mama Despina uns den Brief vorlas, waren wir so selig, dass Caramel ihr die Hände abschleckte und ich gab unentwegt Köpfchen, um meine Freude zum Ausdruck zu bringen. Als sie fertig war, brauchte ich eine Weile, um zu begreifen, was dieser Brief für uns bedeutet!
Unsere lieben Freunde in Deutschland, Bettina, Micaela und deren wunderbares Team hatten es wieder einmal geschafft, ein Märchen wahr werden zu lassen!
Ihre starke Magie hatte für Caramel und mich das denkbar schönste Zuhause gefunden!
Caramel und ich würden zusammen bleiben dürfen! Niemand würde uns trennen, wir werden andere Katzenfreunde zum Spielen haben, ein warmherziges und schönes Zuhause mit der besten Für-Immer-Mama, die man sich nur wünschen kann!
Die Nacht brach herein aber ich war so glücklich, dass ich nicht einschlafen konnte. Ich schloss die Augen und plötzlich sah ich meine Mama wieder. Sie lächelte glücklich und sagte:
„Abigail, mein Schatz, du bist jetzt bereit, um mit Caramel zusammen deine Pflegestelle zu verlassen. Ihr werdet damit zwei anderen Katzen einen Platz ermöglichen, die bald eintreffen werden und auch gerne Mitglieder der SCARS und Frieden für Pfoten Familie sein möchten. Mein Auftrag ist nun erfüllt. Aber du wirst mich immer finden, schau in den Sternenhimmel und ich werde da sein! Von dort oben werde ich weiter mitverfolgen, was du tust und gut auf dich aufpassen!
Bitte versprich mir eines, zaubere mit Caramel weiter, um auch den nächsten Tieren nach euch zu helfen. Sie brauchen dich!“
Ich sah sie glücklich an und antwortete:
„Ja, Mama. Das verspreche ich dir! Wir werden mit unserer Magie so vielen Tieren helfen, wie irgend möglich!“
Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich Caramel am Fenster sitzen. Sie betrachtete den Sternenhimmel.
„Schau dir diesen leuchtenden Stern an, Abigail. Ist er nicht wunderschön? Ich habe ihn nie vorher bemerkt.“
Meine Augen füllten sich mit Tränen und ein warmes, vertrautes Gefühl breitete sich in meinem Herzen aus und ich flüsterte:
„Ja, Caramel, dieser Stern ist etwas ganz besonderes….“
-ENDE-

 

Diese Geschichte wurde von Despina Rapti und mir erdacht, weil die beiden Dreibeinchen ewig bei ihr in Athen auf der Pflegestelle darauf warteten, adoptiert zu werden… leider vergeblich. Ich wollte gerne eine Prise Magie versuchen und wir hatten nicht nur viel Spaß an dieser Geschichte, die beiden Magierinnen fanden dadurch auch ein zauberhaftes Zuhause bei Marina. ❤

 

Alle Rechte an Bild und Text:  Despina Rapti/ Bettina Marie Schneider

 

Abigail und Caramel

Seelenmarzipan, Tierschutz

Wenn du jemandem in Not helfen könntest…würdest du es tun? Gutes Karma to go <3

Manchmal möchte man nichts mehr hören und sehen und sich auf andere Dinge konzentrieren. So geht es mir seit vielen Wochen und obwohl nie der richtige Zeitpunkt dafür ist, habe ich mir kurz entschlossen „Urlaub“ vom Verein genommen. Naja…Urlaub bedeutet in diesem Fall, ich bin nicht 16 sondern vielleicht zwei Stunden pro Tag in Sachen Tierschutz aktiv und ich beantworte nicht 10001 Anfragen sondern vielleicht nur 10. Aber es fühlt sich befreiend an. Man kann nicht beständig die ganze Welt retten. Das war der Plan…
Manchmal sind es jedoch nicht die Tiere die dringend Hilfe brauchen sondern die Helfer. Die Menschen, die Tag und Nacht und Nacht und Tag jeden Cent, ihre gesamte Kraft, ihr Leben für die Ärmsten der Armen einsetzen. Meist haben diese Menschen selbst kaum das Nötigste zum leben, sie haben das Pech mit einem fühlenden Herzen in Ländern zu leben, in denen es nicht nur kein Geld, kaum Infrastruktur und soziale Netze gibt sondern auch keine Arbeit, dafür Tierleid und Grausamkeit in unvorstellbarem Ausmaß. Was sie leisten, worauf sie verzichten und wie sie all das bewältigen ist unbeschreiblich. Jeder von ihnen, ein Held ❤

Slavica ist so ein Mensch. Leider können wir sie über den Verein nur sehr selten unterstützen, mehr gibt das System nicht her, obwohl sie wunderbare Arbeit leistet. Sie schreibt und sendet immer Berichte über alle Aktivitäten und seit Wochen hatte ich nichts von ihr gehört. Ungewöhnlich… sie ist sehr zuverlässig… ich machte mir Sorgen und war daher  trotz Urlaub sofort am Rechner, als eine Nachricht aufblinkte, in der ihr Name vor kam.

Slavica lebt mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus in Serbien. Ihre Lebensbedingungen als „arm“ zu bezeichnen ist wohl eher untertrieben. Es gibt weder ausreichend frisches Essen, Obst oder Gemüse sind Mangelware, Medikamente Luxus und für uns nichtige Dinge, eine Kostbarkeit. Schuhe, zum Beispiel. Jeder Cent den sie hat, wird für kranke, verletzte, heimatlose und misshandelte Tiere aufgewendet, die dort überall die Straßen bevölkern, an Ketten vegetieren oder vor ihrer Türe abgesetzt werden.


Sie leidet an Diabetes aber hat nicht die Mittel, um angemessen behandelt zu werden. Sie hatten ja nicht einmal genügend Heizmaterial für den letzten Winter. Trotzdem hilft sie kranken und alten Nachbarn, trotzdem schickt sie von Zeit zu Zeit ein paar liebe Zeilen auf einer bunten Karte, eine Kette, kleine Geschenke, die mich fast zornig machen, denn ich weiss, dass  Porto und Geschenke buchstäblich vom Mund abgespart wurden und sie sollte eigentlich wissen, dass meine Hilfe…es ist wenig genug…von Herzen kommt.

Ich denke, sie hat Angst, es könnte Hilfe ausbleiben. Ein beschämender Gedanke, denn jeder, der mit ihr zu tun hat, schließt sie  sofort ins Herz. Ich bewundere, was und unter welchen Umständen sie leistet, ihre Bescheidenheit, ihre Freundlichkeit und ihre lieben Worte sind immer herzerwärmend, genau wie ihre Hilfe für Menschen und Tiere in Not. Seit Wochen gab es kein Lebenszeichen und jetzt weiss ich also warum: 

Slavica ist selbst in großer Not und ich würde gerne helfen.  Diese Zeilen schickte mir eine Freundin von ihr:

„Guten Morgen Bettina!

Slavica hat nicht vergessen sich für die Überweisung zu bedanken, sie ist leider sehr oft im Spital und kaum online. Nachdem ein Spezialist aus Belgrad zugezogen wurde, verdichten sich die Anzeichen, daß Slavica in Folge Ihrer Diabetes Erkrankung einen Schlaganfall erlitten hat. Derzeit liegt eine partielle Lähmung vor; in wie weit diese reversibel ist hängt einerseits vom weitern Verlauf, wie auch von den Therapiemöglichkeiten ab zu denen Slavica Zugang erhält. Die weitere Behandlung muß in einem Spital in Belgrad erfolgen. Die Fahrten dorthin sind privat zu bezahlen, ebenso wie natürlich all die verordneten Medikamente, wie auch diverse medizinische Leistungen…
Unnötig zu erwähnen, daß sich Slavica all das ohne Unterstützung nicht leisten kann..
Ich hoffe, daß ihr die Mitglieder der Gemeinschaft in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen und sie durch die harte Zeit, die nun vor ihr liegt, stützend begleiten.

Danke, Dir!
Liebe Grüße, Carla“

Ich habe hier noch nie für einen Menschen um Hilfe gebeten. Aber in diesem Fall möchte ich es gerne tun. Viele Tropfen ergeben einen Strom und 5 Euro für uns sind für Slavica in der Summe die Chance, wieder gesund zu werden. Sie hätte es so verdient.  ❤

P.S.

Sie hat mich nicht um Hilfe gebeten, weil sie das sicher beschämen würde. Sie war immer stolz und hat nur für ihre geliebten Tiere gebettelt, damit sie leben können. Aber jetzt ist keine Zeit für Stolz, sie benötigt unseren Beistand ❤ Eine Chance für euch, ein wenig „Gutes karma to go“ auf den Weg zu bringen. Nicht nur für Slavica…sondern auch für euch ❤

Bitte teilt diesen Beitrag, wenn ihr selbst nicht helfen könnt ❤

 

Hier ist ihre Paypal.

friends.help.animals@gmail.com

Slavica Gavrilovic
IBAN : RS35160583020038677029
BIC: DBDBRSBG
Banca Intesa ad Beograd
Milentija Popovica 7b
11070 Novi Beograd Republic of Serbia

Hier findet ihr Slavica und ihre Arbeit für Tiere auf Facebook…leider hat sie wenig Gelegenheit Online zu sein, Antworten können also dauern. Auch über Päckchen freut sie sich sehr, ihre Adresse gebe ich gerne weiter, schreibt mir einfach eine Nachricht. ❤

https://www.facebook.com/nektarijevic

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Bettina ❤

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Prinzessin Lillyfee … Etwas fürs Herz <3

Plese scroll down for English text.

Es war einmal eine kleine Prinzessin, der gute Feen die Gabe geschenkt hatten, Freude und Hoffnung in die Welt zu bringen. Das wusste die kleine Prinzessin jedoch nicht und wie hätte sie es auch ahnen können?

Denn ihr Leben war vom ersten Tag hart und sehr gefährlich, sie wurde auf der Straße geboren. Das Schlimmste Schicksal, das einer Katze, mit einem Herzen voller Liebe, passieren kann. Viel zu früh war sie ganz auf sich allein gestellt, denn ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Niemand war da, der sie liebte oder den sie lieben konnte.

Die kleine Prinzessin versuchte tapfer, sich alleine durchs Leben zu schlagen. Sie litt großen Hunger, musste ihren Durst an den schmutzigen Pfützen aus Unrat stillen und zu allem Unglück bissen wilde Tiere ihr auch noch ein Stück ihres Beinchens ab. Das Schicksal war sehr grausam zu ihr aber sie gab nicht auf.

Immer wies ihr ein Fünkchen Hoffnung den Weg, der tief in ihrem Herzen strahlend hell leuchtete, und dieser Funke war es, der ihr schließlich auch den Weg zu den Menschen zeigte, obwohl ihre Mutter sie immer gewarnt hatte, den Menschen zu vertrauen. „Was habe ich noch zu verlieren?“ , dachte sich die kleine Prinzessin und begann zu laufen, so schnell sie ihre dreieinhalb Beinchen trugen.

Als sie die Frau entdeckte, die gerade Futter für alle Streuner Katzen auf den Boden streute, humpelte sie ihr hoffnungsvoll entgegen und bat um Hilfe. Die Frau sah sie zwar aufmerksam an, streichelte sie und für einen Augenblick glaubte die Prinzessin sogar, sie wäre verstanden worden. Aber dann ging die Frau einfach weg und ließ sie wieder allein zurück. Die Prinzessin war verzweifelt. Vielleicht sollte sie einfach weiter laufen, immer weiter, bis irgendwann der gnädige Tod die Erlösung von Hunger und Schmerzen brachte, bis sie vor Erschöpfung einfach einschlafen konnte und nie mehr aufwachen. Dann machte sie sich auf den Weg.

Unsere Prinzessin konnte nicht wissen, dass die Frau nur weggegangen war, um die Feen des kleinen Königreiches um Hilfe zu bitten und als diese Feen einen Boten schickten, die kleine Prinzessin zu holen, war sie verschwunden.

Die Feen waren untröstlich. Sie wussten von der wichtigen Aufgabe, die diesem Kätzchen in die Wiege gelegt worden war und besonders eine der Feen, die der Prinzessin bereits einen Namen geschenkt hatte, wollte nicht aufgeben.
Sie fühlte, dass Lillyfee  noch lebte und irgendwo da draußen auf Rettung wartete und bat jeden um Hilfe, der ihr irgend einfiel. Auch einen tapferen Ritter, der immer zur Stelle war, wenn jemand Hilfe benötigt.
Der Ritter versprach ihr, jeden Stein im Königreich umzudrehen, bis er Lillyfee gefunden hatte, damit Lillyfee der Welt Hoffnung und Liebe schenken kann, die überall so bitter benötigt wird. Dann sattelte er sein weißes Pferd und machte sich auf den Weg …

wie die Geschichte weiter geht, seht ihr in diesem Video 

Lillyfee

 

Once upon a time there was a little princess. Good fairies gave her the gift of bringing joy and hope into the world. But the little princess did not know that and how could she have known?

Because her life was hard and very dangerous from her first day. She was born on the street. The worst fate that can happen to a cat, with a heart full of love. Far too soon she was completely on her own, because her mother died shortly after birth. No one was there who loved her and no one was there, she could love.
The little princess bravely tried to make her way through life. She was suffering from great hunger, had to quench her thirst at the dirty puddles of filth, and to make matters worse, wild beasts bit off her leg as well. Fate was very cruel to her but she did not give up.
A spark of hope always showed her the way that shone brilliantly and bright, deep in her heart, and it was this spark that finally showed her the way to the people. Even if her mother had always warned that it was dangerous and certain death to trust people. „What else have I to lose?“ , thought the little princess and started walking as fast as her three and a half legs carried her.
When she spotted the woman, who spread some food for all the strays on the floor, she limped hopefully to her and asked for help. The woman looked at her attentively and for a moment the princess even thought she had been understood. But then the woman just walked away and left her all alone again.
The princess was desperate. Maybe she should just keep walking, on and on, until at some point the merciful death brought relief from hunger and pain until she could just fall asleep from exhaustion and never wake up. She started walking.
Our princess could not know that the woman had just left to ask for help from the fairies of the little kingdom, and when those fairies sent a messenger to fetch the little princess, she was already gone.
The fairies were heartbroken. They knew of the important task that was given to this kitten in the cradle and especially one of the fairies, who had given the princess a name, did not want to give up.
She felt that her Lillyfairy was out there somewhere, waiting for rescue and she asked everyone for help that she could think of. She also asked a brave knight who was always there when someone needed help.
The knight promised to turn every stone in the kingdom upside down until he found Lilly Fairy, so that Lilly Fairy could give hope and love to the world … blessings, that are so desperately needed everywhere. Then he saddled his white horse and set off …
How the story continues, you can see in this video ❤
Happyend made by SCARS und Frieden für Pfoten ❤

 

 

Thank you to all my wonderful friends … Fairies and Knights in Greece, Nafsika, Nikos and a huge thank you to Elena, for the video ❤

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Der geheime Garten

Sie hasste Fernreisen und wehrte sich gegen jeden Urlaub, der auf einem anderen Kontinent stattfinden sollte. Es gab an den fernen Plätzen nichts mehr, was sie noch entdecken wollte. Es gab an den fernen Orten vieles, was sie nicht mehr sehen wollte.

Sie liebte die verborgenen Plätze in Europa, historische Städte, und auf dem Land die verwunschenen Anwesen und Hotels, die in keinem Reise Katalog zu finden sind.

Es war schwer geworden für ihn, sie zum Mitreisen zu bewegen. Diesmal lockte er sie mit einen geheimen Garten. Ein Gut in der Toscana, bewirtschaftet von Biobauern die jetzt als Hoteliers den Lebensunterhalt verdienten.

„Du wirst es lieben! Es gibt kaum Menschen dort, dafür alte Gemäuer, einen traumhaften Garten, gute Weine  und weit und breit kein Tierleid. Ein einziger, riesiger geheimer Garten.“

Als sie dort ankamen, war sie froh, seinem Drängen nachgegeben zu haben. Das Anwesen und dazu der riesige Garten hinter den dicken Mauern war wie das Setting aus einem Jane Austen Buch, das nach Italien verlegt worden war. Es war ruhig, fernab vom Touristenrummel und die Menschen bodenständig und herzlich, die das Hotel führten.  Ein paar wohlgenährte Katzen und ein alter Jagdhund, der im Eingangsbereich mitten im Weg lag, waren weit und breit die einzigen tierischen Bewohner.  Perfekt! Ihr Herz machte einen Sprung und sie freute sich, auf das erste Abendessen und war gespannt auf die anderen Hausgäste.

Zwei Ehepaare, eines aus England und das andere aus dem Norden ihrer Heimat saßen an den Nachbartischen und nach dem zweiten Glas Wein beschloss man, die Tische zusammenzurücken. Die Unterhaltung war angeregt, das Essen liebevoll zubereitet …nicht einmal ein Moskito war zu beklagen. Der perfekte Abend. Dann machte sie den Fehler, interessiert nachzufragen, was die anderen Gäste beruflich so tun würden.

„Ich repariere alte Musikinstrumente und meine Frau stört mich dabei“…scherzte der Ehemann des englischen Paares.

„Wir führen einen großen Hühnermast Betrieb“ , antwortete ihr Tischnachbar.

Sie sah aus den Augenwinkeln, wie ihr Mann sie angespannt musterte. Er ahnte, was kommen würde und versuchte den Abend mit einem Ablenkungsmanöver zu retten. Sie ging nicht darauf ein sondern stellte eine Reihe von Fragen… wie viele Tiere dort gehalten werden, nach Details der Haltung, der Art des Schlachtvorgangs und dem Transport ins Schlachthaus. Es waren Fragen, deren Antworten sie größtenteils bereits kannte. Der Hühnerbaron, wie er sich launig selbst nannte,  freute sich zunächst über das unerwartete Interesse. Aber bald war er irritiert und verunsichert, so wie alle anderen in der Runde und mit jeder neuen Frage bewegte sich die Stimmung am Tisch in kürzester Zeit rasant gegen den Nullpunkt. Die Kerzen flackerten nach wie vor romantisch in der lauen Abendnacht, der Duft des Lavendels wehte nach wie vor durch den Garten aber die Atmosphäre hatte sich schlagartig verändert. Es lag an ihr. Wieder einmal. Obwohl sie die Schilderungen über den Ablauf in einem Hühnermastbetrieb mit keinem Wort kritisiert hatte, war ihre Abscheu nicht zu übersehen. Sie hasste quer über den Tisch, ohne ein Wort zu sagen.

Um nicht den letzten Rest Stimmung für alle anderen zu zerstören, stand sie abrupt auf, nahm ihr Glas Wein und ging eine Runde allein im Garten spazieren. Der Gemüsegarten dehnte sich endlos aus,  weiter hinter die Mauern der alten Stallungen und der Mond schien so hell, dass er als Beleuchtung ausreichte, um die schnurgeraden Linien der Tomatenpflanzen, die sorgsam geharkten Salatbeete und die riesigen Kräuterbüsche zu bewundern. Sie setzte sich auf eine kleine Steinbank und atmete tief durch, schämte sich plötzlich inmitten all der Schönheit dafür, dass sie es sich und anderen manchmal so schwer machte. Warum war sie nicht einfach zum nächsten Thema übergewechselt, warum konnte sie nicht einfach die traumhaften Stunden genießen und die Welt und die Menschen so akzeptieren, wie sie sind? Was glaubte sie, dadurch zu verändern? War der Aufenthalt im geheimen Garten jetzt schon verdorben, ehe er überhaupt richtig begonnen hatte?

Als sie zurück kam, war die Terrasse leer. Niemand hatte nach ihr gesucht.  Offensichtlich war er bereits ins Bett gegangen oder es gab irgendwo  eine Bar, die sie noch nicht entdeckt hatte. Der Tisch war abgeräumt, nur ein einziges Glas stand noch darauf.  Ihr Lieblingscocktail, frisch gemixt. Die Eiswürfel waren noch nicht geschmolzen. Sie nahm einen großen Schluck und musst unwillkürlich lächeln, denn sie wusste, was er ihr damit sagen wollte. Und dann machte sie sich auf, ihn und die Bar zu finden.

Für den Rest des Aufenthalts würde sie es versuchen! Ihm zuliebe. Einmal so zu sein, wie alle anderen Frauen.. oder zumindest ein bisschen…

 

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Last Christmas im Mai…

Es ist nicht einfach für meine Freunde. Entweder ich bin beschäftigt, immer auf dem Sprung  oder angeschlagen und müde und Verabredungen mit mir enden nicht selten mit einer Absage. Immer is was! Meistens sind es verletzte oder hungrige Tiere, ein Projekt, das gerade anläuft oder anbrennt, jemand, der dringend etwas benötigt… manchmal auch mein (richtiger) Job, die auch weit in die Freizeit…nein falsch…die meine gesamte freie Zeit beanspruchen  und ich bin unglaublich dankbar, dass ich trotzdem noch ab und an gefragt werde, ob ich etwas mit unternehmen möchte.

Zu Beginn meiner Tierschutzaktivitäten war ich schier besessen von der Idee, meine Gedanken und alle Aktivitäten mit anderen und insbesondere mit Freunden zu teilen. Das hat sich längst geändert. Es ist unglaublich wohltuend, ein paar Stunden entspannt und ganz privat auch über Nebensächlichkeiten zu flachsen, eine gewisse Leichtigkeit zu spüren. Die erdrückende Mutter Teresa Rolle, immer verständnisvoll immer vorbildlich und immer einsatzbereit, abzustreifen und meine wirkliche Persönlichkeit hervor zu kramen. Ich bin jedesmal erleichtert, wenn ich diese Persönlichkeit noch finde unter all den Lasten und Pflichten, unter der großen Verantwortung, die ich mir selbst und aus freien Stücken ins Leben holte.

Gestern jedenfalls saß ich in einer lauen Sommernacht in einem wunderschönen, verwunschenen Cafe Garten, mit Menschen, die Tiere zwar auch mögen aber die sich auch noch für andere Dinge des Lebens interessieren, wir tranken Cocktails und mein Handy war aus.

Plötzlich kam aus dem Lautsprecher „Last Christmas“. Irgendwer hatte irgendwie diesen Ohrwurm unter die sommerlichen Töne gemischt, vielleicht aus Versehen, vielleicht mit viel Sinn für Humor… ich liebe diesen Song und die laue Sommernacht,  der malerische Innenhof und dazu die unerwarteten Klänge ergaben eine fast psychedelische Mischung in meinem Kopf.

Für einen Moment war mir glasklar bewusst, dass ich wieder zurück finden muss, dass es genau solche Momente sind, die das Leben lebenswert machen. Ich habe zu viel zerstörte und ausgemergelte Körper gesehen die letzten drei Jahre, zu viele Probleme anderer gelöst und gewälzt, zu viel Verantwortung auf meine Schultern geladen und unglaublich viel geleistet, das meiste davon im Hintergrund. Und alles war richtig so. Aber jetzt ist genug. Ich möchte nur noch… oder endlich wieder ohne schlechtes Gewissen das tun, was mir Freude macht, in Sachen Tierschutz.

Es ist so selbstverständlich geworden, Perfektion, Zuverlässigkeit, Verständnis und Einsatz rund um die Uhr zu liefern, immer verfügbar zu sein, mich wie ein Schulkind abzumelden, wenn ich ein paar Stunden nicht greifbar bin, auf alle Befindlichkeiten einzugehen…nur nicht auf meine eigenen.  Es ist sicher vorbildlich und zielführend, wie ich meine Persönlichkeit gebogen habe, um zu erreichen, was erreicht werden musste. Aber Mutter Teresa war nie mein Vorbild, ich mag sie nicht einmal! Es waren andere Frauen, die mich inspirierten, wilde, verrückte, unangepasste Frauen, die  aneckten und ohne Rücksicht ihr Leben lebten und ihre Meinung äußerten.

Kein guter Ansatz für die Frontfrau einer Tierschutzorganisation, die beständig unter kritischer Beobachtung steht, die Vorbildfunktion haben sollte und deren Verhalten immer Auswirkung auf das Gesamtprojekt hat, die sich beständig rechtfertigen muss…wenn nicht vor anderen dann vor sich selbst, weil niemals genug ist, was geleistet wird, weil für ein gelöstes Problem 10 Neue nachwachsen. Nicht machbar, wenn ohne Rücksicht auf Uhrzeit, Feiertage oder der für manche unvorstellbaren Tatsache, dass ich auch ein Privatleben haben könnte,  beständig Anfragen, Mails, Beschwerden, Wünsche, Rückmeldungen und Notrufe herein brechen, zusätzlich zu den täglichen Routine Aufgaben und auf Beantwortung warten.

Das Lied war längst verklungen aber die Gedanken hallten in meinem Kopf nach und ich ging sehr nachdenklich nach Hause. Normalerweise sollte am Ende eines Artikels eine stimmige Pointe erfolgen oder etwas, das die Leser motiviert, etwas mit Vorbildfunktion.

Aber stattdessen möchte ich heute lieber ehrlich schreiben, dass es sicher OK ist, wenn man manchmal mit viel Elan und Mut einen Berg erklimmt, nur um festzustellen, im Tal wäre es auch wieder ganz nett und sich fragt, was man in der zugigen Höhe eigentlich wollte.

„Wenn du es nicht mit Liebe tust, ist es Selbstverletzung“ … ein ganz wichtiger und sehr kluger Leitsatz. Zu vieles habe ich in letzter Zeit rein aus Pflichtbewusstsein getan aber auch zu viel unterlassen, …manches auch aus Angst oder aus Gewohnheit … vielleicht sollte man sich bei allen wichtigen Dingen im Leben von Zeit zu Zeit fragen, ob man sie wirklich noch mit Liebe tut und falls die Antwort „Nein“ sein sollte, hinterfragen, warum es so ist …nur so eine Idee 😉 .

„Last Christmas“ hat manchmal ganz seltsame Begleiterscheinungen, besonders, wenn man es in einer warmen Sommernacht hört…