Chance, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Todes-Shelter von Almyros. Ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke

Vielleicht möchtet ihr gerne einmal nachlesen, wie der aktuelle Stand unseres Projekts „Mission impossible“ ist.

Das Todesshelter von Almyros – eine Bilanz

Februar 2021, ein Shelter mit ca. 300 Hunden in einer abgelegenen Gegend, dessen Betreiberin plötzlich verstarb, die Hunde blieben unversorgt zurück, durchweg alle krank, hungernd, ausgemergelt, schwach und dem Tode näher als dem Leben. Vermutlich fehlten schon länger die Mittel für Futter und medizinische Behandlung dieser riesigen Anzahl von Hunden, die in den Verschlägen mehr oder weniger nur verwahrt wurden. Nur ihr verzweifeltes lautes Gebell, dass von zufällig vorbeikommenden Passanten wahrgenommen wurde, sorgte dafür, dass private Tierschützer auf die dramatische Situation aufmerksam wurden. Vielleicht erinnert ihr Euch noch an das erste erschütternde Video, das Eri uns im März 2021 schickte, in dem sie mit tränenerstickter Stimme die furchtbaren Zustände dort schilderte. Die hartgesottene Eri, die sonst nichts so schnell umwirft, stand wie alle anderen Helferinnen und Helfer unter Schock und nahm einen der Hunde sofort mit nach Hause, der als mittelgroßer Hund nur noch 7 Kilo wog und die nächsten Tage nicht überlebt hätte.

Puh, das war groß, so groß, dass die Freiwilligen vor Ort keine Chance hatten, das alleine zu schaffen. Es war auch so groß, dass ein kleiner Verein wie Frieden für Pfoten e. V. es auch nicht hätte alleine schaffen können, aber aufgeben war keine Option. Es gelang über Kontakte und Vernetzungen und eine gut koordinierte Zusammenarbeit, eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung loszutreten, die uns überwältigte und es möglich machte, sich den gigantischen Herausforderungen dieses Projektes zu stellen.

VETO – Tierschutz stellte aus seinen Beständen sofort 6 Paletten mit Futter zur Verfügung und viele Menschen spendeten über VETO zusätzlich Futter, so dass ein riesiger Truck mit 15 Paletten Futter auf den Weg gebracht wurde! Unsere Aufrufe erbrachten genug Spenden, um alle 300 Hunde mit Medikamenten für die verschiedenen Krankheiten wie Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilaria und Herzwürmer zu versorgen. Die Freiwilligen vor Ort leisteten zusammen mit den Tierärzten über Monate konstant großartige Arbeit und die Hunde erholten sich.

Die große Herausforderung war, für alle Hunde Adoptionen oder zwischenzeitliche Unterbringungen in anderen privaten Sheltern zu finden, da klar war, dass diese Tierhölle mittelfristig nur dem Erdboden gleich gemacht werden konnte. Außerdem beanspruchte der Erbe das Grundstück. Die ersten Hunde fanden Familien in Griechenland, weitere wurden von privaten Sheltern aufgenommen und später auch ins Ausland vermittelt. Jeder Hund, der diesen schrecklichen Ort verlassen konnte, machte das Herz der Freiwilligen vor Ort wieder etwas leichter. Im Sommer 2021 schien alles auf einem guten Weg. Es waren noch 110 Hunde in Almyros und es wurde weiter fleißig und erfolgreich an Adoptionen gearbeitet.

Von Anfang an war klar, dass unser kleiner Verein kein langfristiges Projekt zusätzlich zu den bestehenden Projektverpflichtungen übernehmen konnte, deshalb schauten die Freiwilligen selbst nach weiteren Unterstützern und Spendern. Der Kontakt wurde sporadisch, das letzte, was wir hörten war, dass das Shelter noch bis Juni 2022 genutzt werden dürfe, danach müssten alle nicht vermittelten Hunde zurück auf die Straße. Im Sommer 2021 schien das noch eine lange Zeit, in der viel passieren und erreicht werden könnte.

Bei einem kürzlichen Kontakt mit Akrivi, einem Mitglied aus dem Freiwilligen-Team, fragten wir nach, wie eigentlich der Stand der Dinge in Almyros ist. Waren alle Hunde vermittelt? Dieser furchtbare Ort inzwischen geschlossen? Sie gab uns einen Bericht über die Entwicklungen, die sich im letzten Jahr für uns eher hinter den Kulissen abgespielt haben. Im Oktober 2021 hatten sie durch eine Organisation die Möglichkeit, Hunde auch nach England zu vermitteln. Die Adoptionen in Griechenland waren eingebrochen, weil im Shelter zunehmend die größeren Hunde zurückblieben, über 20 Kilo, und die Menschen in Griechenland bevorzugten eher die kleineren Hunde. So war man froh, die größeren Hunde nach England vermitteln zu können. Adoptionen ins Ausland sind allerdings mit wesentlich mehr Aufwand und Kosten verbunden. Die Hunde mussten vollständige Blutuntersuchungen, Impfungen und Behandlungen, Röntgenbilder und Zahnsanierungen nachweisen, die Leinenführigkeit trainieren und lernen, mit Menschen in einem Haus zu leben, nachdem sie zum Teil jahrelang in dunklen Verschlägen und vergitterten Gehegen gehaust hatten. Die Freiwilligen nahmen diese Hunde zusätzlich zu ihren eigenen Tieren für einige Zeit bei sich zuhause auf oder bezahlten aus eigener Tasche Pflegeplätze für diesen Zweck. Dann mussten die Transportkosten nach Athen und ins Ausland gestemmt werden. Es hatte sich in diesem einen Jahr ein Schuldenberg allein für Tierarztkosten von über 1800 Euro angesammelt, der allen Beteiligten schlaflose Nächte bereitete. Und es fiel Akrivi und ihren Teamkolleginnen nicht nur ein Stein oder ein Felsen, sondern ein ganzes Gebirge vom Herzen, als Frieden für Pfoten ihr mitteilte, dass der Verein durch eine größere Spende in der Lage war, diese Kosten komplett zu begleichen.

Wie ist der Stand in Almyros heute? Im Juni sollten die noch verbleibenden Hunde, es waren noch 43, zurück auf die Straße. Akrivi traf sich mit dem Vize-Bürgermeister und dem Besitzer des Grundstücks. Diese waren sehr beeindruckt von der bisherigen Arbeit und den unermüdlichen Bemühungen der Freiwilligen und haben daraufhin die Zeit, die das Grundstück noch genutzt werden darf, um ein Jahr bis Juni 2023 verlängert. Die Gemeinde stellt inzwischen sogar Futter für das Projekt zur Verfügung und bezahlt die Mikrochips für die Hunde. Kürzlich wurden noch einmal 6 Hunde vermittelt, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch 37 Hunde in Almyros verbleiben. Das sind leider die schwierigen Fälle – groß, schon älter, Leishmaniose-krank, traumatisiert, phobisch oder auch aggressiv. Bei 20 Hunden besteht noch eine kleine Chance, dass sie mit viel Arbeit besser sozialisiert und an erfahrene Hundehalter vermittelt werden können. Eine Frau aus Österreich hat zwei Almyros-Hunde adoptiert, einer war extrem phobisch, aber sie ist eine gute Hundetrainerin und konnte mit ihm daran arbeiten. Sie hat vor, ab Ende Oktober bis Weihnachten noch einmal nach Almyros zu kommen und mit so vielen Hunden wie möglich zu trainieren, um deren Chancen auf eine Adoption zu verbessern. So gibt es in dem ganzen Elend doch immer wieder Lichtblicke und die Daumen sind gedrückt, dass für die Hunde, die jetzt noch in Almyros sind, auch noch eine Lösung gefunden wird.

Es ist unmöglich, sagte der Verstand, wegschauen geht nicht, sagte das Herz und alle krempelten sinnbildlich die Ärmel hoch und fingen einfach an. Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen! (Antonio Machado, spanischer Lyriker) Unsere Helden und Heldinnen sind all die Freiwilligen vor Ort, die Helferinnen und Helfer, die Tierärztinnen und Tierärzte, die 20 Monate lang im Dauereinsatz nicht aufgegeben haben und auch weiterhin nicht aufgeben, bis hoffentlich irgendwann der letzte Verschlag und das letzte Gehege leer ist. Wir sind dankbar für die unglaubliche Unterstützung der Community bei diesem Projekt und die schnelle Hilfe durch VETO-Tierschutz, als es galt, die Hunde vor dem Hungertod zu retten. Es ist unglaublich, was möglich ist und dass auch ein so großes Rad gedreht werden konnte, weil so viele auf so viele Arten und Weisen mitgeholfen haben.

Danke, dass wir diese scheinbare Mission Impossible und die Rettung der Hunde mit Euch zusammen angehen konnten, danke für jeden Euro, jeden Sack Futter, für jede helfende Hand, für jedes Liken, Teilen und Vernetzen für dieses einzigartige Tierschutzprojekt!

Diese Bilanz ist eine kurze Zusammenfassung, die ganze Dokumentation mit allen unglaublichen Geschichten und Aktivitäten, Bildern und Videos könnt ihr nachlesen unter https://www.friedenfuerpfoten.org/notfall-shelteralmyros

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Almyros ist überall, die Not ist überall. Wir freuen uns, wenn Ihr uns auch weiterhin unterstützt, damit wir weiter helfen können

Frieden für Pfoten e.V.

IBAN | DE41 4306 0967 1181 4659 00

BIC | GENO DEM1 GLS

Paypal | info@friedenfuerpfoten.org

Verwendungszweck: Notfalltopf

Almyros-Shelter

Dankeschön liebe Maren Haack für diese Zusammenfassung. ❤

Seelenmarzipan, Tierschutz

Oh ich wünschte, sie würden das alle hier lesen können!

Jemanden zu enttäuschen ist immer ein ungutes Gefühl. Man gewöhnt sich auch nicht daran, ich jedenfalls nicht. Vermutlich habe ich mittlerweile unzählige Menschen enttäuscht, die es eigentlich besser verdienen: Unsere Spender!

Natürlich wissen sie alle, zumindest hoffe ich, sie wissen es, dass jeder Handgriff, jeder Brief, jede Fahrt, jede Stunde Arbeitszeit bei uns rein ehrenamtlich geleistet wird, dass wir keinen Cent Spendengeld mehr ausgeben, als zwingend erforderlich, für Amtsgebühren, für Porto und andere unverzichtbare Aufwendungen eines Vereins. Alles andere, auch die Kosten für Webseiten, Telefon, für Fahrten, für Werbung, etc. , die tragen wir selbst und aus eigener Tasche.

Bereits bei der Gründung waren wir uns einig, es wird keine Dankesschreiben (Porto) , keine Werbegeschenke, Kulis oder andere Aufmerksamkeiten geben, jeder Cent und jede Minute soll einzig in die Tierschutzarbeit fließen. Anders wäre es ehrlich gesagt heute gar nicht mehr machbar. Unser Pensum im Team beträgt täglich einige Stunden für jeden, die zusätzlich zu Arbeit, Familie und dem „normalen Leben“ abgezwackt werden müssen. Wer das nicht leisten kann, der ist raus, sonst würde unsere mittlerweile große Maschinerie der Hilfe nicht funktionieren.

Das ist nicht immer einfach aber hat sich bewährt. Die Summe der Hilfe, die wir jeden Monat an so vielen Stellen leisten dürfen, die vielen satten Tiere, die Chancen und geretteten Leben beflügeln. Jeden Tag wieder! Was ich jedoch zunehmend schade finde, ist wie wir mit unseren Spendern umgehen.

Für sie muss es sich manchmal anfühlen, als würden wir sie ignorieren, da so gut wie kein Feedback erfolgt. Die wunderbaren Geburtstagsspenden, so viele liebevolle kleine und große Hilfsaktionen, Hilfspakete und Geldspenden …

Woher sollen sie wissen, dass wir völlig aus dem Häuschen vor Freude sind, wenn auf einmal ein dreistelliger Betrag, manchmal sogar mehr auf dem Konto erscheint, wie wir uns über jede Geburtstagsspende freuen, stolz darüber sind, dass Frieden für Pfoten e.V. ausgewählt wurde.

Woher sollen sie wissen, dass für uns oftmals gerade die kleinen Beiträge besonders berührend sind, die wir dankbar erhalten und wertschätzen, denn wir wissen, dass es den Spendern nicht leicht fiel.

Woher sollen sie wissen, dass ich oftmals gerne zumindest kurz auf die lieben Worte antworten würde, die manche Spender zu ihren Paypal Überweisungen schreiben, aber ich es mangels angezeigter Email Adresse nicht tun kann…

Woher sollen sie wissen, warum keine Weihnachtskarte oder Geburtstagskarte kommt, wie das in anderen Vereinen üblich ist, wenn sich Unterstützer langfristig einbringen?

Das fühlt sich nicht schön an und ich habe beständig ein schlechtes Gewissen deshalb. Um das zu ändern, müssten wir jedoch unsere gesamte Struktur umstellen, das ginge finanziell und auch zeitlich zu Lasten der Tiere. Wir schaffen das nicht, nicht einmal annährend… Daher versuchen wir unsere Arbeit, was mit den Spenden passiert, so transparent und nachvollziehbar wie möglich im Aussen zu kommunizieren, auf unseren Vereinsseiten, im Newsletter und ich auf meinem Blog hier.

DAS ist unser Dankeschön an euch.

Ich wünschte, viele der großartigen Menschen, die unsere Arbeit auf die eine oder andere Weise unterstützen, würden diese Zeilen hier lesen:

Ihr seid wunderbar!

Eure Hilfe wird sehr geschätzt!

Wir sind stolz und dankbar, dass ihr bei uns mitwirkt!

DANKE ❤

*Captain bei der Arbeit ♡

Chance, Katze, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Geschichten aus Lunas Sternengarten – Das große Sterben auf den Straßen hat begonnen…

Geschichten aus Lunas Sternengarten 🌠

Auch in Lunas Sternengarten beobachtet man besorgt, was gerade auf der Erde passiert. Corona, Krise und Krieg, wohin das Auge sieht und immer sind die Tiere die ersten, die die Folgen zu spüren bekommen.

„Ist alles in Ordnung, meine Liebe? Du wirst in der Halle erwartet, wir haben so viele Neuankömmlinge, vielleicht möchtest du ein paar Worte zur Begrüßung sagen…“

Valerion leckte seiner Gefährtin besorgt über die Ohren. Sie saß seit Stunden regungslos am Rande des Sternengartens. Einzig ihre Augen wanderten von einem Drama zum nächsten, das sich gerade irgendwo auf den Straßen oder in einem armen Shelter abspielte. Auch jetzt verzog sie keine Miene während sie antwortete.

„Gib mir noch ein paar Minuten, ich bin gleich soweit. Geh schon einmal vor… und sag Leo bitte, wir brauchen mehr Platz … viel mehr Platz! Er soll sein Rudel mit einspannen, Enzo ist bereits informiert.“

Dann richtete sie den Blick wieder konzentriert auf einen Punkt, weit entfernt, auf der Erde. Eine durchscheinende Wolke aus Sternenstaub schwebte über ihr in der Luft, bereit, auf die Reise zu gehen. Es war ein magischer Traum, der jemandem Trost und Linderung bringen sollte, während er mit dem Hungertod rang.

Valerion kannte Luna mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er sie jetzt besser allein lassen sollte. Er schnurrte noch einmal aufmunternd und dann machte er sich daran, ihre Aufträge auszuführen. Seit Wochen war im Sternengarten Hochbetrieb! So viele Neuankömmlinge, so viele, die Trost benötigten. In Lunas Sternengarten genauso, wie auf der Erde!

🌠

Das Schwarz wechselte manchmal zu Grau, dann konnte er zumindest Umrisse ausmachen. Der Regen hatte die sengende Hitze abgelöst und schluckte alle Geräusche. Es war schwer für ihn, sich zu orientieren. Er wusste nicht, warum die Mülltonne seit Wochen leer blieb, warum keine Urlauber mehr das kleine Restaurant besuchten, dessen Abfälle ihn ernährt hatten. Er rätselte wie alle anderen Katzen in seiner Straße, wo die Menschen waren, die zwar oft Tritte und Schläge verteilten, aber auch stets kostbare Abfälle.

Besonders freundliche Menschen warfen die Essensreste sogar auf den Boden oder stellten sie neben den Abfallcontainer, so dass er nicht hinein springen musste. Jeder Sprung ein Risiko, jede Mahlzeit ein kostbarer Schatz. Jede Mahlzeit ein Kampf. Er hatte sich tapfer in diesem Kampf geschlagen. Drei Winter und drei Sommer lang. Wer es schaffte, den Winter, die lange Zeit der Futterknappheit, auf der Straße zu überleben, der wurde im Frühling belohnt, wenn es endlich wieder Abfälle gab.

Warum sein Restaurant in diesem Frühling nicht mehr öffnete, warum der Platz, wo sonst Tische und Stühle standen, leer blieb, wusste niemand zu sagen. Er verlor erst seinen Futterplatz, dann die Kraft und zuletzt sein Augenlicht. Versonnen blickte er in den grauen Regenhimmel, dahin, wo er den grauen Regenhimmel vermutete. Obwohl er wusste, dass es nicht sein konnte, dass seine Augen längst zerstört waren, hatte er dort gestern Nacht eine weiße Katze gesehen, die zwischen den Wolken saß und ihm zublinzelte. „Alles wird gut…“ schien dieses Blinzeln zu sagen.

„Lass los … es gibt bessere Plätze für eine Straßenkatze, als deine schmutzige Pfütze vor einer leeren Mülltonne. Wir warten bereits auf dich… du musst keine Angst haben, komm zu uns in den Sternengarten, dort wird es dir gefallen … ich zeige dir den Weg dahin!“

Er war müde, so unendlich müde, beständig einen Kampf zu kämpfen, den er niemals gewinnen konnte. Auf dieser Welt war kein Platz für einen schmutzigen, kranken Streuner wie ihn. Der struppige Kater schloss die Augen, das undurchdringliche Grau wurde wieder zu Schwarz. Er zitterte vor Erschöpfung und Schwäche, während der Gewitterregen unbarmherzig sein Fell durchnässte. Die weiße Katze wich nicht von seiner Seite und schnurrte ihn in den ewigen Schlaf.

🌠

Auch auf der Erde beobachte jemand seit geraumer Zeit die zunehmende Not der heimatlosen Straßentiere, deren Leben bereits ohne Krise ein einziger Überlebenskampf war, und sie wollte gerne helfen.

„Bist du mein süßer Schatz oder bist du mein allersüßester Schatz?“ Sie lachte und drückte ihre Nase in flauschiges Fell, während von der anderen Seite eine dicke, weiche Pfote vorsichtig nach ihrer Hand angelte. Gruppenkuscheln mit Katzen war angesagt.

„Gleich gibt es Frühstück, Jungs … und dann brauche ich euch, geschniegelt und gebügelt und ohne Prügeleien! Fotosession steht an! Keine Ausreden! Wenn man so hübsch ist wie ihr, dann muss man sich auch fotografieren lassen … ich brauche eure hübschen Näschen für Werbung … nicht allen geht es so gut wie euch!“

Während sie auf dem Weg ins Erdgeschoss kurz am Computer Halt machte und mit gerunzelter Stirn die neuesten Hilferufe nach Futter und Geld überflog, die beständig bei ihrer Tierschutzorganisation eintrafen, sprangen die beiden jungen Kater aus dem Bett, sausten an ihr vorbei, in die Küche und stürzten sich über das Frühstück. Erst kuscheln, dann lecker Futter, so viel das Herz begehrt und dann eine Runde prügeln! Dass sie fotografiert werden sollten, hatten sie bereits wieder vergessen. Das Leben war schön…

🌠

Lunas Stimme war weich und ungewohnt zärtlich, als sie ihn in Empfang nahm.

„Ich habe auf dich gewartet! Du hast es geschafft. Jetzt machen wir dich erst einmal trocken und dann wird gegessen! Keine Sorge, deine Augen sind bald wieder OK, es dauert manchmal ein wenig, bis die Magie des Sternengartens wirkt.“

Der magere Kater öffnete zaghaft die Augen und bestaunte die schimmernde Wolke aus Sternenstaub, die ihn wie ein schützender Mantel umhüllte. Man konnte förmlich zusehen, wie die Kraft wieder in seinen gezeichneten kleinen Körper zurückströmte. Luna schnurrte beruhigend auf ihn ein, während ihre Magie wirkte.

„Und jetzt folge mir einfach, ich zeige dir den Weg! Nicht erschrecken, die Hunde hier sind manchmal ein bisschen ungehobelt und manche der Ratten sind kleine Nervensägen aber jeder hier meint es gut mit dir. Willkommen in meinem Sternengarten! Du wirst nie wieder hungern, das verspreche ich dir! Wie heißt du eigentlich, hattest du einen Namen auf der Erde?“

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Ehe sie sich mit ihrem Neuzugang auf den Weg zum großen Festsaal machte, um ihn den anderen vorzustellen, warf Luna noch einmal einen kurzen Blick über den Rand des Sternengartens. Ihre Schnurrhaare zuckten amüsiert. Fotosession mit den Austen Boys. Die beiden waren wenig begeistert aber meisterten ihre Aufgabe hervorragend!

Sie war stolz auf ihre Nachfolger auf Erden und auch auf ihren Herzensmenschen, auf jeden, der gerade mit aller Kraft versuchte, gegen diesen Strudel aus Elend und Verzweiflung anzugehen. Das große Sterben auf den Straßen hatte begonnen. Auch alle Bewohner von Lunas Sternengarten wollten gerne helfen, die Not etwas zu lindern. Jetzt wurde jede Pfote gebraucht! Es gab noch viel zu tun…

(c) Geschichten aus Lunas Sternengarten – Bettina Marie Schneider

#GeschichtenausLunasSternengarten

#guteskarmatogo

#friedenfuerpfoten

Seelenmarzipan, Tierschutz

Lunas Sternengarten und der ganze Rest. Bald ist es soweit :-)

Gut Ding will Weile haben aber jetzt ist es endlich bald soweit! Das erste Büchlein aus der Reihe „Lunas Sternengarten“ soll im Herbst erscheinen und natürlich werden neben Luna auch die Austen Boys, Mr. Darcy und Captain darin eine wichtige Rolle spielen.

Das Cover ist gemalt. ( Dankeschön, liebe June Michel, du hast den Sternengarten Spirit und meine Luna wunderbar darin eingefangen).

Der Text ist im Lektorat. (ich fürchte, jemand hat vermutlich gerade mächtig Spaß mit meiner innovativen Zeichensetzung 😉 ).

Bald werden meine Verlegerin Nici Friederichsen und ich uns treffen, um letzte Feinheiten persönlich zu besprechen, die wir bisher im Zeitraffertempo zwischen Nord- und Süddeutschland via Telefon und Mail auf den Weg gebracht haben. Die Chemie zwischen uns war von der ersten Sekunde an perfekt ❤

Und dann hoffen wir, alles klappt, damit trotz Papiermangel, der gerade die Branche in Atem hält, ein fertiges Buch auf der Buchmesse 2022 in Frankfurt vorgestellt werden kann.

Alles begann 2015 mit einem Traum und einem neuen Facebook Profil.

Hier wollte ich über Tierschutz schreiben, andere Blickwinkel aufzeigen, Aufklärung und Unterhaltung verbinden, neue Kontakte knüpfen und endlich selbst aktiv werden, anstatt auf meinen Reisen beständig nur zu bedauern, was wir unseren tierischen Mitgeschöpfen antun. Ich hatte keinen blassen Schimmer, wie ich das anstellen sollte und begann einfach damit, meine Gedanken aufzuschreiben.

Dann reihte sich ein erstaunlicher „Zufall“, ein hilfreicher neuer Kontakt an den anderen. Die Tierrechtsorganisation PETA übernahm und veröffentlichte einige meiner Tierschutz Artikel und Kurzgeschichten auf ihren Plattformen. Ja, ich bin seit jeher PETA Fan und werde es immer sein ❤ Ich reiste nach Athen, um das erste Projekt für die Straßentiere dort in Angriff zu nehmen. Ich machte erste (und was mich angeht, letzte!!!) Erfahrungen in Sachen „Tierschutz im Reality TV“ … und lernte, ich lernte jeden Tag dazu.

Der Traum nahm Fahrt auf.

Heute gibt es den Verein „Frieden für Pfoten e.V.“, der mittlerweile neben unbürokratischer Soforthilfe für Shelter, Gnadenhöfe und Wildtierhilfen in Not, für die tierischen Opfer von Krieg und Naturkatastrophen, zusätzlich europaweit jeden Tag für das Überleben, Futter, Kastration und medizinische Versorgung von weit über 1500 heimatlosen Straßentieren sorgt.
Ein riesiges, internationales Netzwerk an Tierfreunden, die sich gegenseitig unterstützen.

Heute gibt es den „Gutes Karma to go Blog“ der mit seiner bunten Mischung aus Tierschutz, Gesellschaftskritik und Märchen mittlerweile jeden Monat über die Social Media Netzwerke im Schnitt 1. 000 000 Leser erreicht und dafür sorgt, dass immer wieder neue Unterstützer, Kontakte und Spender den Weg zu uns finden und mithelfen möchten.

Heute gibt es „Lunas Sternengarten“, eine virtuelle Gedenkseite für geliebte Herzenstiere, die wir verabschieden mussten und deren Andenken mit einer kleinen Spende für den Tierschutz verbunden ist. Trauer wird auf diese Weise zu Hoffnung.

Über all diesen Aktivitäten blieb nie die Zeit für ein Buch. Als meine Katze Luna sich dann nach 18 wunderbaren gemeinsamen Jahren von mir verabschiedete, um in den Sternengarten überzuwechseln, als die Trauer über diesen Verlust so schmerzhaft war, wie ich mir das niemals hätte vorstellen können, begann ich damit, die Sternengartengeschichten zu schreiben und auf den „Gutes Karma to go“ Blog zu stellen. Märchen, die mittlerweile viele Leser getröstet haben, denen es ähnlich wie mir erging.

Lunas letztes Geschenk an mich war die Erfüllung eines alten Traumes, der jetzt endlich auf den Weg gebracht wird: Denn diese Welt braucht Märchen… zur Zeit mehr denn je.

Dankeschön, liebe Katja Seifert für die Starthilfe ❤

„Ihr aber seht und sagt: Warum?

Aber ich träume und sage: Warum nicht?“

(George Bernard Shaw)

Dankeschön, an all die wunderbaren Menschen, die mich dabei unterstützen. ❤️

Herzlichst

Eure

Bettina Marie Schneider

#Guteskarmatogo #Lunassternengarten #Friedenfuerpfoten

(c) Bettina Marie Schneider
Mr. Darcy und Captain. Die Austen Boys
Madame Luna ❤
Lifestyle, Seelenmarzipan

DIE EINLADUNG … einer der schönsten und wertvollsten Texte, den ich je gelesen habe. Kennt ihr ihn schon?

DIE EINLADUNG …

„Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du riskieren wirst, wie ein Idiot dazustehen, für die Liebe, für deinen Traum, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, in meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude umgehen kannst, meiner oder deiner eigenen, ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst, bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein oder an die Beschränkungen des Menschlichen Daseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du jemand anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und trotzdem nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du deine Lebenskraft aus dieser Quelle schöpfen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und dann trotzdem noch am Ufer eines Sees stehen, und dem silbernen Vollmond zurufen, „Ja„!

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wie viel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen bis auf die Knochen, um zu tun, was getan werden muss, damit unsere Kinder satt werden.

Es interessiert mich nicht, wer du bist, und aus welchem Grund du hier bist.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurück zu weichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegbricht.

Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine eigene Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich erträgst.“

  

Die englische original Version dieses wunderschönen Texts, stammt von Oriah Mountain Dreamer
http://www.oriahmountaindreamer.com/
By Oriah © Mountain Dreaming,
from the book The Invitation
published by HarperONE, San Francisco,
1999 All rights reserved

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Eine Geschichte über das Leben nach dem Leben…

 

Unter der Oberfläche eines kleinen Teiches lebte einmal eine Kolonie von Wasserlarven. Die Sonne schien zwar nicht bis auf den Grund des Teiches aber das störte sie nicht. Sie waren immer gut gelaunt und huschten geschäftig über den Schlamm.
Ab und an schien eine Larve keine Lust mehr auf diese Betätigung zu haben. Sie klammerte sich an den Stiel einer Teichpflanze und kletterte nach oben, immer weiter, bis sie aus dem Blickfeld verschwunden war. Sie blieb dann einfach weg.

Als wieder einmal eine Wasserlarve auf diese Art verschwand, wollten die anderen gerne wissen, was mit ihren Gefährten passiert, die nie mehr zurückkehren. Warum waren sie überhaupt erst gegangen? War es nicht schön hier, am Grund des Teiches?

Eine der Wasserlarven, ihr Anführer, wollte gerne selbst herausfinden, wohin die anderen für immer verschwunden waren und er versprach feierlich in die Runde, dass er, anders als alle vor ihm, wieder zurück kehren würde, um zu berichten,

Er fasste allen Mut zusammen, kletterte die Wasserpflanze hoch, immer weiter, bis er plötzlich an der Oberfläche des Teiches war und unsanft auf einer Seerose landete.

Die Wasserlarve war erschöpft von der langen Reise, die ungewohnte und angenehm warme Sonne, fühlte sich gut an und so fiel unser Abenteurer in einen tiefen Schlaf.
Während er schlief, veränderte sich sein Körper und als er wieder aufwachte, da hatte er sich in eine wunderschöne, funkelnde Libelle mit windschnittigen Flügeln verwandelt.

Die Wasserlarve konnte erst gar nicht glauben, was mit ihr passiert war. Es musste ein Traum sein, ein Traum, in dem plötzlich Flügel wuchsen. Und dann bewegten sich diese Flügel und die Libelle zog ihre eleganten Kreise über dem Wasser. Es fühlte sich einfach wunderbar an.

Nach einer Weile erinnerte sich die Libelle an ihr Versprechen, sie wollte zurück fliegen und ihren Freunden erzählen, welche wunderbaren Dinge an der Oberfläche des Teiches auf sie warten. Spontan änderte sie ihren Kurs Richtung Grund des Teiches. Aber es funktionierte nicht, jedesmal wenn sie Anlauf nahm, prallte sie an der Wasseroberfläche zurück. Ihr neuer Körper war nicht mehr für das Leben unter Wasser geeignet.

Die Libelle war traurig, ihr Versprechen nicht einhalten zu können. Aber dann überlegte sie:
„Selbst wenn ich zurückgehen könnte, meine Freunde würden mich mit diesem neuen Körper gar nicht mehr erkennen. Ich muss wohl einfach abwarten, bis sie auch nach oben kommen und zu Libellen werden. Dann werden sie verstehen, was mit mir passiert ist.“
Mit diesem schönen Gedanken flog die Libelle glücklich in ihrer wundervollen neuen Welt, dem Sonnenschein entgegen.

(c) Gutes Karma to go /nach dem amerikanischen Kinderbuch von Doris Stickney:Water Bugs and Dragonflies: Explaining Death to Young Children
Bildrechte: Die Welt der Wildmäuse

leben

Seelenmarzipan, Tierschutz

Eine Gottesanbeterin namens Joey…die bezaubernde Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft <3

Sein Name ist Joey…und auch wenn es seltsam klingen mag, dass wir einer Gottesanbeterin einen Namen gegeben haben …es gibt da eine Geschichte dahinter…

Eines Nachts ging ich auf unsere Veranda, und da lag er am Boden…komplett mit Spinnweben verschnürt, er konnte sich kaum noch bewegen.

Ich dachte zuerst, er wäre bereits tot, er sah aus, wie in einer Zwangsjacke gefangen, die Beinchen fest an seinen Körper gepresst aber als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass er noch am Leben war.

Ich kann einfach nicht wegsehen, wenn ein Tier leidet und Rettungs -Mission „Joey trat in Aktion. Ich schnappte ihn mir und ab ging es ins Haus mit ihm.

Kurz vorher hatte ich meine 5 Jahre alte Tochter ins Bett gebracht aber als ich mir den armen Joey geschnappt hatte, steuerte ich auf ihr Kinderzimmer zu, denn sie ist meine beste Assistentin, wann immer jemand gerettet werden muss. Nachdem ich Pinzetten, eine Tasse Wasser und meine Tochter um mich versammelt hatte, begannen wir an Joey zu arbeiten…

Ich hatte nie vorher ähnliches getan und daher hatte ich keinen Plan, ob wir ihn wohl retten könnten, er sah ziemlich mitgenommen aus und das Netz vorsichtig abzulösen, jagte mir Angst ein. Ich rechnete fast damit, dass seine Beinchen dabei brechen würden. Eines davon war bereits verletzt, ehe wir mit der Prozedur begannen und ich musste also besonders vorsichtig damit umgehen.

Das Wasser half ungemein dabei, die Spinnweben abzulösen aber wir benötigten zwei Stunden, bis er die Zwangsjacke schließlich komplett los war. Endlich befreit, zögerte er ein wenig und wir mussten ihn ermutigen, sich wieder auf die eigenen Füsse zu stellen aber dann machte er mit.

Die nächste Aufgabe war es, herauszufinden, wie wir am besten für ihn sorgen könnten, denn er würde etwas Zeit brauchen, bis er sich erholt hatte. Ich ging ins Netz und suchte nach „Gottesanbeter Pflege“ und fand zu meiner Freude heraus, dass Gottesanbeterinnen Katzenfutter mögen.

Yeah! Ich habe Katzen…also war Katzenfutter bei uns auf der Speisekarte. 🙂

Die nächste Woche stellte sich als eine unvergessliche Erfahrung heraus…für Joey zu sorgen und ihm dabei zuzusehen, wie er gesund wurde, berührte mein Herz in einer Weise, wie ich das niemals für möglich gehalten hätte.

Ich bastelte ihm ein Genesungszimmer aus einem Käfig und sperrte ihn darin ein, damit er in Sicherheit war. Es schien ihn in keinster Weise zu stören, denn er konnte durch die Gitterstäbe alles beobachten. Ich fütterte ihn mit einem winzigen  Babylöffel und er aß genüsslich, sobald ich ihm den Löffel hinhielt.

Nach ein paar Tagen gewann er seine Kraft zurück und wir wagten den nächsten Schritt: Lebendfutter. Ja, meine Tochter und ich waren draußen unterwegs und fingen mit einem Netz Fliegen und auch kleine Motten. Diese Dinger lebendig zu fangen war keine leichte Sache, so viel steht fest.Wenn wir sie erwischt hatten, ließen wir sie in Joeys Käfig frei und er erledigte den Rest. Diesen Teil der Fütterung wollte ich mir dann doch lieber ersparen.

Es dauerte etwas über eine Woche und unser Joey sah richtig gut aus, er bewegte sich normal, er futterte wie ein kleines Schweinchen…wir wussten, es war an der Zeit, ihn frei zu lassen. Ich stellte seinen Käfig auf die Veranda und öffnete die Tür. Er kam nicht gleich heraus, also ließ ich die Türe offen und beschäftigte mich im Garten. Alle paar Minuten sah ich nach ihm und zentimeterweise wagte er sich auf den Weg in die Freiheit. Schließlich war dann draußen, er saß auf dem Käfig aber bewegte sich nicht weg.

Jetzt war ich doch ein bisschen besorgt, ob er denn wirklich schon so weit war. Als ich mich ihm näherte sprang er auf mich, ich hielt ihn kurz in der Hand und setzte ihn wieder auf den Käfig. Er schien OK und in Bestform 🙂 .

Nach und nach dehnte Joey seine Ausflüge auf die umliegenden Pflanzen aus, aber er behielt die Heimatbasis auf unserer Veranda und jedesmal, wenn wir nach draußen kamen, sprang er auf uns, offensichtlich erfreut darüber, Besuch zu haben.

Wir waren Freunde…und es war völlig egal, ob so etwas möglich ist oder nicht. Wir waren es einfach.

Dieses Bild entstand , nachdem Joey wieder gesund war.

Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

Diese Geschichte stammt von der Facebook Seite Mickey´s House und ich durfte mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin, die deutsche Übersetzung und Bearbeitung vornehmen. Thank you for this wonderful story dearest Jenny ❤

Alle Rechte vorbehalten.

 

 

joey
Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

 

 

 

 

 

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Wenn meine Katze alt wird…für Luna <3

Was mache ich jetzt mit Dir, wenn deine Pfötchen müde sind, dein Gang wackelig und das Fell zerrupft?

Wenn dich meine Rufe nicht mehr erreichen, weil du fast nichts mehr hören kannst und wenn deine wachen Augen müde und trübe geworden sind?

Was mache ich jetzt mit Dir, wenn dein Fell nicht mehr glänzt und dein Gesichtchen grau geworden ist?

Ich liebe Dich! Ich liebe Dich, mehr denn je!

Ich liebkose deine Pfötchen, die mir immer um die Beine getrippelt sind und zeige Dir den Weg, wenn Du ihn vergessen hast.

Ich spreche lauter und berühre dich dabei, damit du mich weiterhin hören kannst.

Ich küsse deine grauen Schnurrhaare und bestaune die Weisheit in deinem kleinen Greisengesicht.

Ich kämme sanft dein Fell, das Du jetzt nicht mehr alleine pflegen kannst.

Du bist jetzt alt und ich liebe Dich, mehr denn je!

Und wenn die Zeit kommt, …wenn wir uns verabschieden müssen… Du und ich…

und ich weiss, dass du einen Teil meines Herzens mitnehmen wirst, …dann werde ich dir beim Abschied zuflüstern…

In einem anderen Leben, treffen wir uns wieder…wenn wir beide Katzen sind. Warte auf mich  ❤

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Seelenmarzipan, Tierschutz

Mama, wo gehöre ich hin? Meine Gedanken zum Spendenmarathon des Tierschutz-Shops

Es ist kuschlig warm in der Küche. Ich habe Kerzen angezündet und Musik angemacht und während ich gedankenverloren auf einem Keks kaue, lese ich immer und immer wieder ein paar Zeilen durch… ich sollte sie vielleicht übersetzen… meine Freundin Martha von SCARS, Athen, hat sie mir geschrieben. Ich fühle mich plötzlich schlecht, weil ich trotz der Wärme die Kälte bis auf die Knochen spüre, die jetzt an so vielen Orten den Tieren auf der Straße in die Glieder schleicht. Wenn es Abend wird, wenn sie den ganzen Tag noch nichts Essbares gefunden haben und die Feuchte und Kälte ihnen die letzten Kräfte raubt…die Hoffnung und den Lebenswillen. Ich weiss, dass sie auch heute keinen Unterschlupf finden werden und zitternd in einer dunklen Ecke, unter einem Busch oder in einem Hauseingang kauern…bis vielleicht eine Fee vorbei kommt, die etwas Futter verteilt.

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Mavropigi…nur zwei haben überlebt…sie waren bereits halb verhungert, ehe wir sie fanden.

Alle unsere Helfer tun das jeden Abend, wenn sie sich auf den schweren Weg machen, den Ärmsten der Armen das Leben auf der Straße etwas zu erleichtern und sie tun das mit dem Futter, das wir ihnen senden. Sonst wäre auch das nicht möglich. Der Spenden Marathon des Tierschutz-Shops, der gerade läuft ist, unsere einzige Chance, als teilnehmender Verein so viel Futter zu erhalten, wie benötigt wird, um alle unsere Tiere  an den Futterstellen in Griechenland über den Winter zu bringen. 30 Vereine dürfen an diesem Marathon teilnehmen und für jeden Verein bedeutet diese Teilnahme …Futter…mit etwas Glück so viel, dass keines der Tiere in Obhut, diesen Winter hungern muss…nicht in den Sheltern und auch nicht auf der Straße an den Futterstellen.

Trotzdem  bleibt die bange Frage: Wird es reichen? Werden die Menschen auch diesmal vertrauen, dass ihre Spenden ankommen? Wissen sie, wie dringend wir auf diese Spenden angewiesen sind und dass tatsächlich jedes Gramm jeder Euro ankommt und bald viele Leben retten wird? Ich hoffe es so sehr, denn obwohl wir in unserem Verein unglaublich viel auf die Beine stellen…ohne die Aktionen des Tierschutz-Shops, die Werbung für unsere Anliegen, Logistik und vor allem Transportkosten ermöglichen, müssten wir an allen wichtigen Stellen einsparen.

Haben wir genügend Futter, können wir die restlichen Spendengelder für Kastration, medizinische Behandlung, für Unterkünfte, Hütten, Futterspender, Adoptionsvorbereitungen, Impfungen und andere wichtige Dinge verwenden. Haben wir genügend Futter, können wir immer wieder noch armen Einzelkämpfern, verzweifelten Rentnern, engagierten Helfern, zusätzlich zu unseren laufenden Projekten unter die Arme greifen, können wir ihren Tieren Leben und ihnen, Hoffnung schenken.

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Faith… in einem Beutel mit Flüssigkeit im Müll  entsorgt…er hat überlebt ❤

Ich öffne den Link zu unserer Spenden-Wunschliste und stelle erleichtert fest, dass sich langsam aber sicher, der Zähler der benötigten Menge annähert und bin so unendlich dankbar, dass wir dabei sein dürfen. Wir werden es schaffen…bald werden wieder voll beladene Trucks Richtung Griechenland rollen und dort von den ehrenamtlichen Helfern mit Tränen in den Augen in Empfang genommen werden. Tränen der Dankbarkeit, die die Spender selten zu sehen bekommen. Oh, ich wünschte, sie wüssten, wie kostbar ihre Geschenke sind… Sack für Sack, Dose für Dose…nicht nur für die Tiere sondern auch für die Menschen, die ihr Leben den Straßentieren widmen. So wie ich ❤

Dann übersetze ich doch Marthas Zeilen, schreibe ihr, dass alles gut wird und hoffe, auch für  den armen Spiro wird alles gut…irgendwann…irgendwie…und es war noch nicht zu spät, ihn von der Straße zu holen…

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Spiro…er kämpft noch ❤

 

„Mama…wo gehöre ich hin? Sie sagen, Zuhause ist da, wo man willkommen ist. Aber ich war niemals irgendwo willkommen. Mama, wo ist mein Zuhause? Ist es dort, wo ich ich hingehe, wenn ich meine Augen schließe, der ferne Ort, wo ich keinen Hunger und keine Schmerzen mehr spüre und auch nicht mehr einsam bin? Oder ist mein Zuhause da, wo meine Augen von Eiter verklebt sind, wo ich Druck auf den Lungen habe und kaum noch atmen kann, auch nicht mehr essen, weil mein Mund so weh tut und wo alle Menschen mich verachten?

Gestern brachte man mich von der Straße weg an einen Ort, der sich „Pflegestelle“ nennt. Überall gab es Futter und ich wusste gar nicht, was ich davon essen sollte…also aß ich gar nichts. Es gab ein Bettchen für mich, so groß und weich, dass ich gar nicht wusste, wohin ich mich legen sollte…also schlief ich am Boden und selbst da gab es überall Kissen für mich. Aber ich bin immer noch verwirrt. 

Mama…wenn du mich hören kannst, wo auch immer du jetzt bist…Wo ist mein Zuhause? Ist es da, wo ich bin, wenn ich die Augen öffne oder sollte ich an den friedlichen Ort gehen, den ich nur erreiche, wenn ich meine Augen für immer schließe? Wohin soll ich gehen, Mama…wohin?“

(Martha Politis Athanassiou von SCARS, für Spiro) 

 

Falls ihr ein Päckchen für Spiro und alle anderen Fellchen unserer Partner in Griechenland packen möchtet…hier geht es zum Link. Dankeschön!!!!

https://www.tierschutz-shop.de/wunschliste/frieden-fuer-pfoten-peace-for-paws-e-v/

 

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Dankeschön an alle lieben Spender und an das wunderbare Team des Tierschutz-Shops für den Spendenmarathon 2018, der so viele Leben retten wird ❤

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Herzlichst

Bettina

Ein Päckchen packen von unserer Wunschliste, einfach hier klicken ❤

Seelenmarzipan, Tierschutz

Weil Du es mir wert bist …

Liebe Lotta,

als ich das erste Mal mehr über Dich erfuhr, war ich erstaunt…Hübsch und anmutig fand ich euch Gänse schon immer aber ich hatte keine Ahnung, wie liebenswert und intelligent ihr seid. Ihr bleibt eurem Partner ein Leben lang treu, ihr trauert, wenn euer Partner oder ein Mitglied eurer Gänsefamilie stirbt,  eure soziale Intelligenz ist erstaunlich und wenn ein Mensch sich die Zeit nimmt, euch etwas Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird er feststellen, wie ihr durch unterschiedliche Laute und Bewegungen miteinander kommuniziert, wie fürsorglich ihr euch um Schwächere in der Gruppe kümmert, wie liebevoll ihr den Nachwuchs groß zieht und wie gerne ihr badet, die meiste Zeit im Wasser verbringt und frisches Gras auf der Wiese zupft …wenn man euch lässt.

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Seit Gänsebraten, Daunen, Gänsestopfleber und Co das Einzige sind, was die meisten Menschen mit euch verbinden und dabei völlig außer Acht lassen, wer ihr seid und wie ihr eigentlich leben möchtet, seit ihr eigentlich nur noch in Massenhaltung vegetiert, gibt es die Gänsemama, die schützend ihre Flügel über den Nachwuchs ausbreitet, nur noch im Märchenbuch.

Etwa eine Million Gänseküken schlüpfen jedes Jahr in Deutschland aber das sind nur ca 15 Prozent des „produzierten Gänsefleisches“.  Der Löwenanteil kommt aus Ungarn, Polen und 95 Prozent der weltweiten Gänse leiden und sterben in China unter Bedingungen, die so grauenhaft wie unfassbar sind.

„Intensive Gänsehaltung“ nennt sich das Ganze, wenn Tausende Tiere in geschlossenen Ställen niemals Tageslicht oder gar das geliebte Wasser zu sehen bekommen. Auch Käfige mit Spalten und Gitterböden sind üblich und eure schmerzhaften Beinverletzungen werden dabei gerne in Kauf genommen, der Verbraucher weiss das nicht…und selbst wenn er es wüsste… wie bei allen wirtschaftlich genutzten Tieren steht einzig der Gewinn im Vordergrund, Geiz ist geil…

Da sich unter solchen Bedingungen auch Tiere nicht unbedingt wie gewünscht vermehren, wird künstliche Besamung eingesetzt. Ihr werdet an Flügeln, Kopf und Hals fixiert, eure Angstschreie hört niemand. Der »Inseminator« führt das Besamungswerkzeug entlang seines Fingers in die Kloake ein. Auch wenn die Geschlechtsteile bei eurer Gattung „Kloake“ genannt werden, sie bleiben trotzdem verletzlich und empfindsam und daher wehrt ihr euch gegen den Schmerz. Daher gibt es noch ein „verbessertes Verfahren“ wo ihr auf den Rücken gedreht und fixiert werdet.  Züchter wissen, dass ihr dann aus Angst regelmäßig Kot absetzt, was die Gefahr für Infektionen erhöht aber dafür gibt es schließlich Antibiotika. Ausbrüten dürfen die Gänsemütter ihre Eier natürlich auch nicht, das übernehmen Automaten.

Um noch mehr Bruteier zu erhalten, verdunkeln einige Gänsezuchtbetriebe die Ställe für einen ganzen Monat. Ihr lebt einen ganzen Monat in völliger Dunkelheit. So versuchen sie, eine zusätzliche Legeperiode zu stimulieren. Man schreibt dazu, es wird vermutet, dass diese „Massnahme“ euer Wohlbefinden als „Augentiere“ beeinträchtigt. Ja, das vermute ich auch, 30 Tage im engen Stall in der Dunkelheit…was soll man dazu sagen?

Gänsestopfleberproduktion ist in Deutschland zwar verboten aber für den Gaumenkitzel wird eure krankhaft vergrößerte Leber einfach importiert und schon ist das Problem gelöst. Gleich über der Landesgrenze darf dann deinen Leidensgenossen mittels eines Rohrs jeden Tag so viel Nährbrühe in den Magen gepumpt werden, bis der Magen platzt oder die Schnäbel brechen oder bis sie einfach vor Angst schier wahnsinnig werden, wenn sie jeden Tag in dem engen Käfig, bewegungsunfähig am Hals eingezwängt, auf die nächste Folter warten müssen, bis der Tod sie erlöst. Viele Tiere sterben lange vor der eigentlichen „Schlachtreife“ und dieser Tod ist eine Gnade, wenn man bedenkt, welche Torturen sie erdulden müssen, bis die Leber so verfettet und aufgeschwollen ist, dass sie den Ansprüchen des Gourmets auf dem Teller genügt.  Fast jeder weiss, wie Gänsestopfleber produziert wird…aber …so leid es mir tut…den meisten ist das gleichgültig. Sie finden, ihr Genuss ist euer Leiden wert.

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Die „Delikatesse der Verzweiflung“ :Gänsestopfleber Bildquelle: PETA

Als ich dann noch lernte, dass Federn und Daunen auch lebenden Gänsen ausgerupft werden, war ich erst einmal sprachlos. Gänse in der Stopfleberproduktion werden meist vor Beginn der Zwangsfütterungsphase und Zuchtgänse insgesamt sogar bis zu 15 Mal in ihrem Leben zu diesem Zweck genutzt.

Werden euch noch durchblutete Federn aus der Haut gerissen, entstehen blutige Verletzungen der Haut und große Schmerzen. Das Ganze erfolgt im Akkord und man kann sich vorstellen, wie dabei mit euch umgegangen wird, wenn ihr vor Angst und Schmerzen kreischt,  sechs bis zwölf Minuten pro Gans… da kann schon einmal ein Flügel brechen…oder ein Beinchen… es läuft als Kollateralschaden mit.

Aber noch schlimmer ist das maschinelle Rupfen. Es führt zu schlimmen Hautverletzungen und Schmerzen. Das Ausrupfen der Rückenfedern ist besonders schmerzhaft, denn dafür ist ein größerer Kraftaufwand, ein gewisses Maß an Brutalität nötig. Anschließend werden die klaffenden Fleischwunden meist ohne tierärztliche Kontrolle und Schmerzmittel grob genäht.  Das ist in der EU eigentlich verboten. Dennoch ist diese Praktik in einigen europäischen Ländern Europas, Ungarn, Polen…immer noch üblich.

Aber die Menschen sorgen sich auch um euch, oder besser gesagt, um euer kostbares Gefieder. Am Abend vor dem Rupfen gibt es kein Futter mehr. Das soll verhindern, dass ihr vor Angst und Schmerz erbrecht oder unkontrolliert Kot absetzt und das Gefieder verschmutzt.

Es ist…wie so vieles,… eigentlich verboten, euch für diese schlimmen Prozeduren an Hals oder Flügel zu tragen aber passiert ständig und ihr verbringt dann den Rest eurer Tage mit schmerzhaften Fehlstellungen, ausgerenkten Gliedern und herunter hängenden Flügeln. Denn wenn ihr euch aus Angst und Panik wehrt, biegt man euch brutal den Kopf unter den Körper. So seid ihr wehrlos. Das führt bereits vor dem eigentlichen Rupfen zu  Stress, schweren Verletzungen und Knochenbrüchen.

All das tut mir wahnsinnig leid, liebe Lotta. Und ich denke, ich muss Dir nicht extra versichern, dass ich seither…seit ich all das erfahren habe, …weder Gänsebraten noch Daunen und schon gar keine Stopfleber konsumiere… weil Du es mir wert bist!

Ich versuche den Menschen nahe zu bringen, welches unendliche Leid das „Ganserl Essen“,  die  „Martinsgans“, die Daunenjacke und vor allem die Gänsestopfleber bedeutet …und ich schäme mich dafür…was wir Dir und deinen wunderschönen, intelligenten und liebenswerten Artgenossen antun… „Weil wir es uns wert“ sind und weil ihr keine Stimme habt. Lass mich Deine Stimme sein, Lotta… vielleicht hört uns jemand  ❤

 

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Weil DU es mir wert bist ❤

Info/Quelle:  PETA, Albert Schweizer Stiftung

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Quelle. PETA Stopfen für Gänsestopfleber

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Quelle: PETA :  Daunen

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Quelle: Vier Pfoten/Greenpeace ( Martinsgänse)