Lifestyle, Seelenmarzipan

DIE EINLADUNG … einer der schönsten und wertvollsten Texte, den ich je gelesen habe. Kennt ihr ihn schon?

DIE EINLADUNG …

„Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du riskieren wirst, wie ein Idiot dazustehen, für die Liebe, für deinen Traum, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, in meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude umgehen kannst, meiner oder deiner eigenen, ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst, bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein oder an die Beschränkungen des Menschlichen Daseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du jemand anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und trotzdem nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du deine Lebenskraft aus dieser Quelle schöpfen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und dann trotzdem noch am Ufer eines Sees stehen, und dem silbernen Vollmond zurufen, „Ja„!

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wie viel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen bis auf die Knochen, um zu tun, was getan werden muss, damit unsere Kinder satt werden.

Es interessiert mich nicht, wer du bist, und aus welchem Grund du hier bist.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurück zu weichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegbricht.

Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine eigene Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich erträgst.“

  

Die englische original Version dieses wunderschönen Texts, stammt von Oriah Mountain Dreamer
http://www.oriahmountaindreamer.com/
By Oriah © Mountain Dreaming,
from the book The Invitation
published by HarperONE, San Francisco,
1999 All rights reserved

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Eine Geschichte über das Leben nach dem Leben…

 

Unter der Oberfläche eines kleinen Teiches lebte einmal eine Kolonie von Wasserlarven. Die Sonne schien zwar nicht bis auf den Grund des Teiches aber das störte sie nicht. Sie waren immer gut gelaunt und huschten geschäftig über den Schlamm.
Ab und an schien eine Larve keine Lust mehr auf diese Betätigung zu haben. Sie klammerte sich an den Stiel einer Teichpflanze und kletterte nach oben, immer weiter, bis sie aus dem Blickfeld verschwunden war. Sie blieb dann einfach weg.

Als wieder einmal eine Wasserlarve auf diese Art verschwand, wollten die anderen gerne wissen, was mit ihren Gefährten passiert, die nie mehr zurückkehren. Warum waren sie überhaupt erst gegangen? War es nicht schön hier, am Grund des Teiches?

Eine der Wasserlarven, ihr Anführer, wollte gerne selbst herausfinden, wohin die anderen für immer verschwunden waren und er versprach feierlich in die Runde, dass er, anders als alle vor ihm, wieder zurück kehren würde, um zu berichten,

Er fasste allen Mut zusammen, kletterte die Wasserpflanze hoch, immer weiter, bis er plötzlich an der Oberfläche des Teiches war und unsanft auf einer Seerose landete.

Die Wasserlarve war erschöpft von der langen Reise, die ungewohnte und angenehm warme Sonne, fühlte sich gut an und so fiel unser Abenteurer in einen tiefen Schlaf.
Während er schlief, veränderte sich sein Körper und als er wieder aufwachte, da hatte er sich in eine wunderschöne, funkelnde Libelle mit windschnittigen Flügeln verwandelt.

Die Wasserlarve konnte erst gar nicht glauben, was mit ihr passiert war. Es musste ein Traum sein, ein Traum, in dem plötzlich Flügel wuchsen. Und dann bewegten sich diese Flügel und die Libelle zog ihre eleganten Kreise über dem Wasser. Es fühlte sich einfach wunderbar an.

Nach einer Weile erinnerte sich die Libelle an ihr Versprechen, sie wollte zurück fliegen und ihren Freunden erzählen, welche wunderbaren Dinge an der Oberfläche des Teiches auf sie warten. Spontan änderte sie ihren Kurs Richtung Grund des Teiches. Aber es funktionierte nicht, jedesmal wenn sie Anlauf nahm, prallte sie an der Wasseroberfläche zurück. Ihr neuer Körper war nicht mehr für das Leben unter Wasser geeignet.

Die Libelle war traurig, ihr Versprechen nicht einhalten zu können. Aber dann überlegte sie:
„Selbst wenn ich zurückgehen könnte, meine Freunde würden mich mit diesem neuen Körper gar nicht mehr erkennen. Ich muss wohl einfach abwarten, bis sie auch nach oben kommen und zu Libellen werden. Dann werden sie verstehen, was mit mir passiert ist.“
Mit diesem schönen Gedanken flog die Libelle glücklich in ihrer wundervollen neuen Welt, dem Sonnenschein entgegen.

(c) Gutes Karma to go /nach dem amerikanischen Kinderbuch von Doris Stickney:Water Bugs and Dragonflies: Explaining Death to Young Children
Bildrechte: Die Welt der Wildmäuse

leben

Chance, Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Gebet einer Streunerkatze

Ich bin so müde vom Laufen, vor Verzweiflung ganz krank und warte auf Rettung, hier unter der Bank.

Ich sitze im Regen, jeder Knochen tut weh, während ich zaghaft um Hilfe fleh. Ich such einen Menschen, für mich ganz allein, ein Zuhause, ein Bettchen, geborgen sein.

Mein letzter Besitzer, der jagte mich fort, seitdem esse ich Abfall und es gibt keinen Ort, an dem ich erwünscht bin, nicht einmal hier, sie traktieren mich mit Stöcken, werfen Steine nach mir.

Ich fühl mich so müde, hungrig und kalt und ich fürchte, ich werde nicht mehr sehr alt. Ich glaube, ich schaffe es nicht allein, es ist schwer, immer hungrig und einsam zu sein. Ich habe Würmer und Flöhe, die auf mir leben, trotzdem kann ich so viel Liebe geben.

Bitte schick´mir ein Wunder, ein Mensch, der mich sieht, jemand der nicht vor meiner Hässlichkeit flieht. Jemand, der auch an uns Streuner denkt und der Verlierern wie mir eine Chance schenkt.

Ich habe Angst, hier zu sterben, unter der Bank, ich bin verzweifelt,  so müde und krank.

Ich flehe dich an, bitte schick mir den Engel, der mich bei sich aufnimmt, trotz all meiner Mängel, der mich liebt und beschützt und für immer behält, bitte schenke mir einen Platz auf der Welt. ❤

(c) Text : Bettina Marie Schneider

 

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Geschrieben für Iron… und Luna …  für alle heimatlosen Katzen…

 

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Einschreiben für mich…weiha!

Please scroll down for English text

Es lag schon seit Freitag im Briefkasten. Ich erkenne solche Hiobsbotschaften, selbst wenn ich nur mit der Hand in den Briefkastenschlitz fasse und überlege, ob es sich lohnt , den Kasten zu öffnen, oder ob ich nicht einfach noch ein wenig länger warte, ehe ich mir den Tag damit verderbe.

Aber gestern Abend musste es dann einfach sein. Werbung, Werbung, eine Postkarte … und eine Benachrichtigung für ein Einschreiben. Weiha!

Habe ich schon erwähnt, dass ich eine Dokumenten und Rechnungs-Phobie habe und diese liebevoll pflege? Alle wichtigen und unvermeidlichen Dinge laufen via Dauerauftrag und natürlich kümmere ich mich notgedrungen auch um die ein oder andere Bürgerpflicht, wie Steuerbescheide und Strafzettel aber alle sin allem vermeide ich den Kontakt und er macht mir tagelang schlechte Laune und ein ungutes Gefühl. Was wohl diesmal hinter dem Einschreiben steht?

Ich grübelte den ganzen Abend und ein Horrorszenario nach dem Anderen ging mir durch den Kopf.

Wollte die Krankenkasse auch noch eine Biopsie am schlagenden Herzen und den rechten Augapfel, damit ich endlich die benötigte Bescheinigung erhielt?

War mein Führerschein Geschichte, weil ich irgendwo ein Schild übersehen hatte und neue Rekorde in Sachen Geschwindigkeitsübertretung errungen?

Hatte ich irgendeine Rechnung versemmelt und die Inkasso Unternehmen waren mir jetzt auf den Fersen?

War irgend eine Copyright Verletzung in meinem Blog passiert und jetzt sollte ich um schwindelnde Summen verklagt werden?

Je länger ich über sämtliche Optionen nachdachte, desto seltsamer wurde mir zumute, ich drehte den Benachrichtigungsschein hin- und her, als könnte er mir verraten, worum es diesmal geht. Die Antwort musste bis zum nächsten Tag warten. Um mich abzulenken stöberte ich ein wenig im Internet, sollte ich morgen pleite sein, ohne Führerschein oder im Gefängnis, dann wollte ich heute noch eine weiße Bluse oder ein weißes T-shirt kaufen, am besten mit Spitze…das beschäftigte mich bis zum Einschlafen, auch wenn ich nichts passendes fand. Immer wieder fiel mir das mysteriöse Einschreiben ein und verdarb die Kauflaune.

Am nächsten Morgen stand ich im Postamt und lauschte angespannt, als der Beamte in dem Fach mit den Einschreiben wühlte. Es knisterte und raschelte und dann zog er einen Umschlag heraus. Ich warf einen kurzen Blick darauf und strahlte von einem Ohr bis zum anderen. DAS konnte auf jeden Fall nichts wirklich unangenehmes sein, dieser Umschlag war einfach zu groß für Rechnungen, Vorladungen oder offizielle Schreiben.

Noch im Postamt riss ich ihn auf und dann war ich für einen Augenblick wirklich sprachlos. Im Umschlag war ein weisses Shirt, mit Spitzen, genau meine Größe, genau mein Geschmack, so wie ich es gestern vergeblich gesucht hatte. Wer konnte meine Gedanken lesen und das eine Woche im Voraus??? Ich hatte niemals ein solches Shirt erwähnt!

Argyro, die als Freiwillige Helferin für SCARS Athen Pflegestelle ist, hatte mir dieses Shirt einfach so geschickt … als Einschreiben, damit es auch ganz sicher aus Athen bis nach Nordbayern findet und dazu ein paar sehr persönliche und sehr nette Zeilen.

Wow, Argyro! ❤

Die Anspannung (ich übertreibe nicht, es hatte mich wirklich ziemlich verunsichert, was da auf mich wartet), wechselte in sekundenschnelle zu Freude und Dankbarkeit über. Wie sorgsam ausgesucht das Shirt war,  wie genau es meinen Geschmack traf…wie persönlich… und unerwartet … und dazu die lieben Worte von jemandem, den ich kaum kenne.

Wenn einer von uns beiden ein Geschenk verdient hätte, dann wohl eher Argyro, für das, was sie jeden Tag ehrenamtlich für die Tiere in Athen leistet und besonders für die liebevolle Pflege ihre Schützlinge , die sie privat in der eigenen Wohnung betreut.

Heute hatte ich also das erste Einschreiben erhalten, das mich zum Strahlen brachte. Meine Phobie macht Fortschritte 🙂

Dankeschön, Tausend Dank, liebe Argyro und Grüße nach Athen!!!

 

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It had been in the mailbox since Friday. I recognize such bad news, even if I only hold by hand into the mailbox slot and wondering whether it is worth opening the box, or whether I just wait a little longer, before I spoil the day with it.

But  last night i needed to check to mailbox. I could not longer postphone it. Advertising, advertising, a postcard … and an official note to get a registered letter from the post office. Ooops!

Did I mention that I have a document and bill phobia and pamper that phobia lovingly? All important and inevitable things run via standing order and of course I take care of the one or the other civic duty, as tax bills and traffic fines but all in all I avoid the contact and paying bills and taking care of documents, causes me bad mood and a bad feeling for days. What was this time behind the registered mail in my box?

I pondered all evening and one horror thought after another came to my mind.

Did the health insurance company also want a biopsy on the beating heart and my right eyeball, so that I finally received the required certificate?

Was my driver’s license history, because I had missed a sign somewhere and achieved new records of speeding?

Had I messed up some account and the debt collection companies were now hot on my heels?

Was there any copyright infringement on my blog and now I would be sued for huge sums?

The longer I thought about all the options, the stranger I felt.  I turned the notification slip back and forth, as if he could tell me what this time was waiting for me. The answer had to wait until the next day.

To distract myself, I rummaged a bit on the Internet, if i might be broke or without a driver’s license or in prison tomorrow, then I wanted to buy a white blouse or a white T-shirt, today…preferably with lace … that search occupied me until falling asleep, even when I found nothing suitable.

The next morning I stood in the post office and listened to the crackling noise, as the bureaucratist rummaged through the mailbox. It crackled and rustled and then he pulled out an envelope. I glanced at it, beaming from one ear to another. THAT could not be anything really unpleasant, this envelope was just too big for bills, subpoenas or official letters.

I tore it open instantly, while i was still  in the post office. I tore it open and then for a moment I was really speechless. In the envelope was a white shirt, with lace, just my size, just my taste, the shirt I had searched for in vain, yesterday evening. Who could read my thoughts and read them one week in advance? I never ever mentioned such a shirt to anybody!

Argyro, who is a volunteer helper for SCARS Athens foster care, had just sent me this shirt … as a registered letter, so that it safely found its way from Athens to northern Bavaria and with the shirt also a few very personal and very nice lines.

Wow, Argyro! ❤

The tension (I am not exaggerating, it really made me quite confused, what is waiting for me), changed in seconds to joy and gratitude. How carefully chosen the shirt was, how exactly it met my taste … how personal … and unexpectedly … and the kind words of someone, I hardly know.

If one of us deserves a gift, then it would be rather Argyro than me, for what she volunteers every day for the animals in Athens, and especially for the loving care of her foster cats, which she looks after in her private home.

So today I received the first registered letter that made me smile. My phobia is making progress 🙂

Thank you, a thousand thanks, dear Argyro and greetings to Athens !!!

Seelenmarzipan, Tierschutz

Eine Gottesanbeterin namens Joey…die bezaubernde Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft <3

Sein Name ist Joey…und auch wenn es seltsam klingen mag, dass wir einer Gottesanbeterin einen Namen gegeben haben …es gibt da eine Geschichte dahinter…

Eines Nachts ging ich auf unsere Veranda, und da lag er am Boden…komplett mit Spinnweben verschnürt, er konnte sich kaum noch bewegen.

Ich dachte zuerst, er wäre bereits tot, er sah aus, wie in einer Zwangsjacke gefangen, die Beinchen fest an seinen Körper gepresst aber als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass er noch am Leben war.

Ich kann einfach nicht wegsehen, wenn ein Tier leidet und Rettungs -Mission „Joey trat in Aktion. Ich schnappte ihn mir und ab ging es ins Haus mit ihm.

Kurz vorher hatte ich meine 5 Jahre alte Tochter ins Bett gebracht aber als ich mir den armen Joey geschnappt hatte, steuerte ich auf ihr Kinderzimmer zu, denn sie ist meine beste Assistentin, wann immer jemand gerettet werden muss. Nachdem ich Pinzetten, eine Tasse Wasser und meine Tochter um mich versammelt hatte, begannen wir an Joey zu arbeiten…

Ich hatte nie vorher ähnliches getan und daher hatte ich keinen Plan, ob wir ihn wohl retten könnten, er sah ziemlich mitgenommen aus und das Netz vorsichtig abzulösen, jagte mir Angst ein. Ich rechnete fast damit, dass seine Beinchen dabei brechen würden. Eines davon war bereits verletzt, ehe wir mit der Prozedur begannen und ich musste also besonders vorsichtig damit umgehen.

Das Wasser half ungemein dabei, die Spinnweben abzulösen aber wir benötigten zwei Stunden, bis er die Zwangsjacke schließlich komplett los war. Endlich befreit, zögerte er ein wenig und wir mussten ihn ermutigen, sich wieder auf die eigenen Füsse zu stellen aber dann machte er mit.

Die nächste Aufgabe war es, herauszufinden, wie wir am besten für ihn sorgen könnten, denn er würde etwas Zeit brauchen, bis er sich erholt hatte. Ich ging ins Netz und suchte nach „Gottesanbeter Pflege“ und fand zu meiner Freude heraus, dass Gottesanbeterinnen Katzenfutter mögen.

Yeah! Ich habe Katzen…also war Katzenfutter bei uns auf der Speisekarte. 🙂

Die nächste Woche stellte sich als eine unvergessliche Erfahrung heraus…für Joey zu sorgen und ihm dabei zuzusehen, wie er gesund wurde, berührte mein Herz in einer Weise, wie ich das niemals für möglich gehalten hätte.

Ich bastelte ihm ein Genesungszimmer aus einem Käfig und sperrte ihn darin ein, damit er in Sicherheit war. Es schien ihn in keinster Weise zu stören, denn er konnte durch die Gitterstäbe alles beobachten. Ich fütterte ihn mit einem winzigen  Babylöffel und er aß genüsslich, sobald ich ihm den Löffel hinhielt.

Nach ein paar Tagen gewann er seine Kraft zurück und wir wagten den nächsten Schritt: Lebendfutter. Ja, meine Tochter und ich waren draußen unterwegs und fingen mit einem Netz Fliegen und auch kleine Motten. Diese Dinger lebendig zu fangen war keine leichte Sache, so viel steht fest.Wenn wir sie erwischt hatten, ließen wir sie in Joeys Käfig frei und er erledigte den Rest. Diesen Teil der Fütterung wollte ich mir dann doch lieber ersparen.

Es dauerte etwas über eine Woche und unser Joey sah richtig gut aus, er bewegte sich normal, er futterte wie ein kleines Schweinchen…wir wussten, es war an der Zeit, ihn frei zu lassen. Ich stellte seinen Käfig auf die Veranda und öffnete die Tür. Er kam nicht gleich heraus, also ließ ich die Türe offen und beschäftigte mich im Garten. Alle paar Minuten sah ich nach ihm und zentimeterweise wagte er sich auf den Weg in die Freiheit. Schließlich war dann draußen, er saß auf dem Käfig aber bewegte sich nicht weg.

Jetzt war ich doch ein bisschen besorgt, ob er denn wirklich schon so weit war. Als ich mich ihm näherte sprang er auf mich, ich hielt ihn kurz in der Hand und setzte ihn wieder auf den Käfig. Er schien OK und in Bestform 🙂 .

Nach und nach dehnte Joey seine Ausflüge auf die umliegenden Pflanzen aus, aber er behielt die Heimatbasis auf unserer Veranda und jedesmal, wenn wir nach draußen kamen, sprang er auf uns, offensichtlich erfreut darüber, Besuch zu haben.

Wir waren Freunde…und es war völlig egal, ob so etwas möglich ist oder nicht. Wir waren es einfach.

Dieses Bild entstand , nachdem Joey wieder gesund war.

Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

Diese Geschichte stammt von der Facebook Seite Mickey´s House und ich durfte mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin, die deutsche Übersetzung und Bearbeitung vornehmen. Thank you for this wonderful story dearest Jenny ❤

Alle Rechte vorbehalten.

 

 

joey
Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

 

 

 

 

 

Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan, Tierschutz

Sag mir welches Auto du fährst und ich werde dich dann dafür verurteilen :-)

Jetzt fahre ich seit gut 40 Jahren Auto. Mein Fahrstil und Parkverhalten ist in etwa immer das Gleiche geblieben. Defensiv, etwas verpeilt und manchmal auch Gib Gas, ich will Spass. Erstaunlicherweise ist die Reaktion der anderen Autofahrer auf dieses Fahrverhalten komplett unterschiedlich, je nachdem, in welchem Fahrzeug ich sitze. Die Deutschen sind nämlich Auto-Rassisten.

Bedingt durch meine berufliche und private Situation, reichte die Palette meiner fahrbahren Untersätze vom verbeulten kleinen Transporter bis hin zum Bentley, ich war im gemütlichen Kastenwagen, mit überzogenem TÜV genauso unterwegs, wie mit dem Porsche Cabrio. Mit allen Fahrzeugen verbummelte ich grüne Ampeln, wenn ich gerade nach der Schokolade angeln musste, parkte ich vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig oder blockierte unabsichtlich die linke Spur auf der Autobahn, weil ich während des Überholvorgangs nicht schneller fahren wollte, als mein Schutzengel fliegen kann.

Die Menschen verzeihen großzügig all diese kleinen und größeren Sünden, wenn man in einem billigen Fahrzeug sitzt. Ganz ehrlich! So gut wie nie, hat jemand gehupt, äußerst selten gab es eine Ermahnung durch Gesten oder Hupen, wenn ich in einem alten Fahrzeug, oder mit einem der unteren Preiskategorie meine kleinen Fahrsünden verzapfte.

Ganz anders, wenn das Lenkrad in meinen Händen zu einem Modell der oberen Preisklasse oder gar Luxusklasse gehörte. Der Hass und der Neid entlud sich regelmäßig in Hupen, dicht auffahren, abwertenden Gesten bis hin zum Stinkefinger und ein paar Mal sogar in Zetteln am Auto, die witzig sein sollten aber eigentlich nur hässlich waren. Es ging dabei nämlich nicht um das Parken sondern um den Autotyp, der auf der weißen Linie stand und nicht ordnungsgemäß 2 cm daneben. Grundsätzlich wird man mit einem Kleinwagen auch deutlich schneller zum Einfädeln an Engstellen vorgelassen. Ich habe es oft genug erfahren …

Warum eigentlich sind wir so neidisch? Warum können wir nicht, wie zum Beispiel in USA, auch einmal anerkennend nicken, wenn ein besonders schönes Automodell an uns vorbei fährt?

Ich selbst, ganz privat…ich liebe meinen kleinen Mini, der alles hat, was mich an einem Auto glücklich macht. Sitzheizung, Klimaanlage, handlich, praktisch, klassisch. Ein guter Sound IM Auto, schöne Musik beim Fahren, das ist mir wichtiger als der Sound aus dem Auspuff und von vielen Pferdestärken. Aber ich gönne jedem sein Gefährt und denke manchmal eher sogar insgeheim mitleidig…

-mit wem muss sie wohl schlafen, damit sie dieses Auto fahren darf?

-wie viel Zeit ihres Lebens musste sie opfern und worauf hat sie alles für ihre Karriere verzichtet, damit sie sich dieses Auto leisten kann?

-was für ein gruseliger Gedanke, jetzt im Hochsommer, Anzug und Krawatte tragen zu müssen, dafür würde ich den dicksten Geschäftswagen nicht eintauschen wollen!

-ob es noch viele Leasing-Raten sind, die er bezahlen muss, damit er weiter leihweise über seine Verhältnisse fahren kann?

Manchmal denke ich auch einfach…wow…tolles Auto…und freue mich an dem Anblick, wie an dem einer Blume, an schöner Architektur oder anderen optischen Bereicherungen.

Aber zu jedem Zeitpunkt sehe ich den Menschen IM Auto, beurteile ihn nicht nach PS und Listenpreisen, schätze ihn weder gering noch überschätze ich ihn.

Es ist doch nur Blech, … einmal teurer, einmal billiger und in jedem Auto sitzt jemand, der wie du und ich Kummer, Sorgen und Nöte hat, der sich freut, wenn man nett zu ihm ist.

Ich war in jedem Auto stets der gleiche Mensch und erhielt so unterschiedliche Reaktionen. Das tolerante, bunte Deutschland, ist ein Volk der Autorassisten. Schade, eigentlich ❤

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Kurzgeschichten, Seelenmarzipan

Eine Nacht mit Bischof Tutu…

Ich werde oft gefragt, welchen interessanten Persönlichkeiten ich während meiner Arbeit als Stewardess bei der Deutschen Lufthansa begegnet bin und es gäbe tatsächlich einiges zu erzählen, was mich auch heute noch zum Lächeln bringt. Menschen verändern sich, sobald sie ein Flugzeug betreten, jedenfalls viele von ihnen und in der First Class war während eines langen Nachtfluges oft reichlich Gelegenheit, Facetten einer Persönlichkeit oder eines VIPs kennen zu lernen, die es nicht in die Yellow Press geschafft hatten. Unvergessen der Auftritt von Pinochet, dem Diktator aus Chile.

Er hatte die gesamte Firstclass im Upperdeck für sich und seinen Hofstaat exklusiv gebucht und lehnte die von Lufthansa bereitgestellten Mahlzeiten ab. Es wurde in Chile selbst gecatert, denn er hatte Angst, vergiftet zu werden. Ein riesen Aufriss, bis er dann endlich  an Bord war und seine Bodyguards klärten mich vor dem Abflug darüber auf, dass ich ihn nur ansprechen dürfte, wenn ich von ihm dazu aufgefordert werde und dann die Anrede „Admirante“ verwenden sollte. Diese Anweisung erwies sich als überflüssig, denn der Admirante ignorierte mich während des langen Fluges, verweigerte die angebotenen Speisen und arbeitete mit seinem Sekretär stundenlang an irgendwelchen Dokumenten, die sie über die leeren Sitze ausgebreitet hatten. Da er nichts aß, wagte auch keiner seiner Untergeben zu essen. Mir war es Recht und ich vertrieb mir die Zeit in der kleinen Bordküche, im Upperdeck der 747, mit den Bordillustrierten.

Kurz vor der Landung winkte er mich zu sich und ich befürchtete bereits, er war mit dem Service unzufrieden. Aber offensichtlich war das Gegenteil der Fall. Sein Sekretär öffnete einen kleinen Koffer und in dem Koffer lagen auf schwarzem  Samt ausgebreitet, verschiedene Jadeketten und Anhänger. Ich sollte mir etwas aussuchen. Es kommt nicht alle Tage vor, dass man von einem Diktator mit Schmuck bedacht wird. Ich wählte einen kleinen Anhänger aus, bedankte mich artig… erhielt erneut nur ein abwesendes Kopfnicken als Antwort und dann war ich in Gnaden entlassen. Es fühlte sich vom ersten bis zum letzten Moment ungut an, und als ich später die Liste seiner Verbrechen las, wusste ich, warum!

2011 schrieb  eine Regierungskommission von 40.018 Toten. Darunter sind auch Opfer, die gefoltert oder wegen ihrer politischen Einstellung verhaftet wurden.

„Wie Müll wurden die geschundenen Opfer auf ihre letzte Reise geschickt. Verschnürt in einen alten Sack, rollten die Leichen über Schienen bis an die Küste, und schließlich warfen Helfer sie ins Meer.“ So in etwa dürften sich die grausamen Szenen abgespielt haben, die chilenische Ermittler Jahre später aufdeckten.

Die subtile Atmosphäre der Angst, die dieser Machthaber verbreitete, war auch für mich damals in jedem Augenblick spürbar.

Wie anders war dagegen die Begegnung mit Bischof Tutu.

1984  wurde Desmond Tutu für sein Engagement gegen die Apartheid der Friedensnobelpreis verliehen, im Jahr darauf wurde er Bischof von Johannesburg und er war bereits damals eine Art Superstar der Friedensbewegung und weltbekannt.

Trotzdem hatte er nur einen Sitz für sich gebucht, bevorzugt im stillen Upperdeck der First Class, weil er die langen Nachtflüge gerne verschläft, wurde mir erzählt. In dieser Nacht gab es keinen weiteren Passagier in meinem abgeschlossenen Arbeitsbereich, außer ihm. Ich bereitete mich innerlich auf eine lange und langweilige Nacht, mit wenig Arbeit vor und begrüßte ihn freundlich an Bord, als er in Johannesburg zustieg.

Was für ein angenehmer Gast und keinerlei VIP Allüren! Der Bischof und Friedensnobelpreisträger lächelte mich an, suchte sich einen Platz am Fenster aus und verfolgte interessiert meine Vorbereitungen für den Start. Er studierte die Speisekarte,  genoss die kulinarischen Köstlichkeiten, die ich ihm im Laufe des Abends servierte und nach dem Essen lehnte er entspannt in seinem Sitz und sah hinaus, in die Dunkelheit. Keinerlei Extrawünsche. Ich machte es mir ebenfalls bequem, in der Bordküche und checkte nur von Zeit zu Zeit die Kabine, bereit für weitere Wünsche meines einzigen Gastes.

„Come here, sit down and let´s talk a little“ … forderte er mich bei einem dieser Kontrollgänge freundlich auf. Er konnte nicht schlafen und wollte gerne ein wenig Unterhaltung. Ich hatte keine anderen Pflichten, holte mir einen Tee, setzte mich neben ihn, und dann begann eines der intensivsten und wertvollsten Gespräche, die ich je im Leben führte.

Wir redeten buchstäblich über Gott und die Welt. Angefangen von meinen Fragen zur Apartheid und seinen politischen Aktivitäten in Südafrika bis hin zu Liebeskummer, Tod  und Gott. Er hatte Kinder in meinem Alter und war keinesfalls weltfremd sondern wusste genau, was meine Generation bewegte und er hatte Antworten…richtig gute Antworten, die mir bis heute im Gedächtnis sind. So verging die Zeit, Stunden, wie im Flug, seine Weisheit und Gelassenheit, aber auch der kluge Humor seiner Erzählungen und Ratschläge, waren bemerkenswert. Heute weiss ich, dass er seiner Zeit im Denken weit voraus war, nicht nur zum Thema Apartheid, deren Auswirkungen mich jedesmal wieder schockierte, wenn ich in Südafrika unterwegs war.

Er nannte mich „Child“, wie Geistliche das wohl tun, aber für ein paar Stunden fühlte ich mich in seiner Gegenwart wirklich wie ein Kind, das wie ein Schwamm, Wissen aufsaugt und aufsieht, zu einer großen Seele und einem großen Geist. Selten hat ein Friedensnobelpreisträger diesen Preis mehr verdient. In jedem Satz und in jedem Gedanken, den er in dieser Nacht mit mir teilte, war geballte Lebensweisheit, Weitsicht und Empathie, die er humorvoll und geduldig vermittelte.

„Die meisten von uns erhalten erst durch die eigene Schwäche und Verletzlichkeit Zugang zu ihrer Seele und entdecken so ihre Fähigkeit für  Empathie und Mitgefühl. Lasse sie zu!“

Dieses Zitat von ihm, hat mich bei so manchem Schmerz getröstet und wenn ich eines bedauere, dann dass ich nicht damals sofort aufgeschrieben habe, was er mir ganz persönlich mit auf den Weg gegeben hat, es waren so viele kluge Gedanken und Ratschläge.

Güte, Liebe, Mitgefühl, Sanftheit sind keine Dinge für Weicheier. Sie sind Dinge, nach denen die Welt sich letztlich sehnt.“

Er bedankte sich am Ende des Fluges, segnete mich zum Abschied und sagte mir dann, ich wäre wirklich eine „extraordinary soul“… eine außergewöhnliche Seele. Bis heute, eines der schönsten Komplimente, das mir je ein Mann gemacht hat ❤

 

hexe