Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan

Burn, Baby burn…Hilfe bei autoimmun- entzündlichen Erkrankungen.

Entzündungen gehören zu fast jeder Form von chronischen Erkrankungen. Allergien, Arthritis, selbst Depression wird damit in Verbindung gebracht.

Die Schulmedizin antwortet auf chronische Entzündungen mit Medikamenten, wie zum Beispiel Cortison, die diese künstlich unterdrücken.  Die wirklichen Ursachen werden vernachlässigt. Verborgene Allergien, Infektionen, Umweltgifte, Ernährung die entzündliche Prozesse fördert, (Milch, Schweinefleisch, Zucker, Zusatzstoffe ) , und vor allem Stress sind die eigentlichen Übeltäter für unzählige Autoimmunerkrankungen.

Autoimmunerkrankungen nehmen explosionsartig zu. Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Lupus, entzündliche Darmleiden, Hauterkrankungen, Arthritis, …die Liste des Leidens ist unendlich und die schulmedizinischen Ansätze beschränken sich auf Symptombekämpfung, auf Unterdrückung des entzündlichen Prozesses, nicht auf Heilung. Das ist vereinfacht ausgedrückt etwa so, als würde man jede Menge Schmerzmittel schlucken, während man auf einem Glasscherben steht. Die Lösung ist nicht,  noch mehr Aspirin oder mehr Cortison, um die gesunde Schmerzreaktion zu unterdrücken sondern die Entfernung des Glasscherbens aus dem Fuß.

Wenn man also die Entzündungen im eigenen Körper herunterfahren möchte, dann muss man die Quelle finden. Das Feuer…nicht den Rauch 😉 .  In der Medizin werden die Behandler nach wie vor darauf geschult, Krankheiten nach ihren Symptomen zu diagnostizieren, nicht nach ihren Ursachen. Sie fragen: „Welche Krankheit hat der Patient“. Es wird selten die wichtigste Frage gestellt: Warum ist der Patient krank? 

 Ganzheitliche Medizin ist ein komplett anderer Ansatz,  Krankheiten zu sehen. Man sucht nach Gründen für die Beschwerden, weniger nach Wegen, wie man die Symptome unterdrücken kann. Man nimmt nicht die Batterie aus der Warnanzeige sondern macht sich auf die Suche nach der Störquelle.

Alle Autoimmunerkrankungen haben eines gemeinsam: Einen bestimmten biochemischen Prozess, ein entgleistes Immunsystem, eine systemische Entzündung, der Körper greift die eigenen Zellen an.

Unser Immunsystem ist das Verteidigungssystem gegen Eindringlinge. Unsere innere Armee, die Freund von Feind unterscheiden muss. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn unser Immunsystem überfordert ist und unsere eigenen Zellen irrtümlich  „beschossen“ werden. Ein Immunsystem bekämpft gerade irgendetwas…eine Infektion, ein Allergen…mit unverträglichen Nahrungsmitteln oder Stress…und irgendwie gerät der Kampf auch in die eigenen Linien, in den Darm, in die Schilddrüse, auf die Haut oder in die Gelenke.  Wenn es dumm läuft, in den gesamten Körper. Konventionelle Ansätze haben keine Methode, die Ursachen dieser Verwirrung herauszufinden. Ganzheitliche Medizin versucht sie zu finden oder das „Friendly fire“ wieder zurück auf den „Aussenfeind“ zu lenken.

Interessanterweise gibt es Autoimmunerkrankungen fast ausschließlich in wohlhabenden Ländern. Menschen in armen Regionen, ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation, wie fließendes Wasser, Waschmaschinen oder sterilen Gärten, bleiben von Autoimmunerkrankungen weitestgehend verschont. Auch wenn man mit vielen Tieren aufwächst, als Kind im Schmutz spielt, mit Insekten, Infektionskrankheiten und co Bekanntschaft gemacht hat, scheint man dem Immunsystem frühzeitig bei der Unterscheidung zu helfen, who is who …wer ist zu bekämpfen, was ist fremd im Körper und was gehört zu mir.
Neben den schulmedizinischen Versuchen der Linderung könnte man sich zusätzlich folgende Fragen stellen:
Gibt es verborgene Infekte, Toxine, Allergien, Ernährungsfehler, Defizite, Stress…die mein Immunsystem belasten?
Wie steht es um meine Darmflora, dem Hauptsitz der körpereigenen Immunabwehr?
Welchen belastenden Umweltgiften bin ich durch meine Arbeit oder mein Freizeitverhalten ausgesetzt? Genussgifte, Strahlung, Schwermetalle?
Welche Mikronährstoffe könnten mir fehlen? Stichwort : Zink, Omega3, Vitamin D, Probiotischer Darmaufbau und die Vermeidung aller industriell verarbeiteten Lebensmittel, auch und besonders Milch, Schweinefleisch und Weizen, wirken oft kleine Wunder.
Erhält mein Körper genügend Sauerstoff, Sonne und Bewegung, damit das Immunsystem richtig arbeiten kann? Bewegung ist ein natürliches Heilmittel gegen jede Art von Entzündung!
-Fehlen mir Ruhepausen und Entspannung, oder auch Schlaf? Yoga, Meditation und andere Entspannungstechniken sind nicht nur für das seelische sondern auch für das körperliche Wohlbefinden eine große Hilfe.
-Gibt es Ursachen für Stress, die ich abstellen kann. Gibt es wichtige Veränderungen in meinem Leben, die ich angehen sollte?
-Könnte ich an meinem Säure-Basen Haushalt etwas optimieren? Stichwort: Entsäuern!

-Wie steht es um meine Ernährung? Gluten? Zucker? Fructose? Tierisches Eiweiss ist sehr oft ein Trigger, besser sind z. B. Hülsenfrüchte, Getreide, Pseudogetreide, Ölsaaten, Wurzelgemüse, Blattgemüse und wenn man nicht konsequent vegan lebt, auch Bio-Eier und ab und zu Fisch.

Die ehrliche Beantwortung dieser Fragen könnte mehr Linderung für chronische Beschwerden ermöglichen, als so manches Rezept  ❤
apfel
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor. (Hippokrates)

 

 

 

 

 

 

Aufreger, Seelenmarzipan

Leben mit einer chronischen Erkrankung … ihr habt keine Ahnung!

Fast jeder von uns kennt das unschöne Gefühl, mit heftigen Kopfschmerzen den Tag zu überstehen, die Wundschmerzen nach einer Verletzung, das elende Befinden während einer Grippe. All das sind Befindlichkeiten, die sich jemand mit einer chronischen Erkrankung herbei sehnen würde. Denn selbst wenn sie noch so unangenehm sind…sie gehen im Normalfall wieder vorbei. Mit ein bisschen Standvermögen, ein paar Helferlein und Geduld wandeln sich diese Phasen in den Zustand, den sich alle chronisch Kranken herbeisehnen, wie kaum sonst etwas auf der Welt…in normale Tage. Tage mit guten und weniger guten Ereignissen, Tage mit mehr oder weniger Energie, aber immer Tage, in denen man größtenteils ohne Beschwerden seine Kreise zieht und in der Kraft ist, im günstigsten Fall sogar schmerzfrei.

Ich weiß nicht, was mich am meisten im Umgang mit chronischen Erkrankungen stört. Neben der Tatsache, dass mein Leben wegen der dadurch erzwungenen Kompromisse nur noch ein müder Abklatsch des eigentlichen Entwurfes wurde, hasse ich mehr als alles andere, das Unverständnis aller Gesunden. Sie halten uns nämlich für schwach und wehleidig und sparen nicht mit guten, meist trivialen oder nicht umsetzbaren Ratschlägen. Sie geben mir oft das Gefühl, als wäre mir mit ein wenig mehr Anstrengung, ein wenig mehr gutem Willen doch möglich, zu tun oder zu leisten, was sie von mir erwarten… als ob ich es selbst in der Hand hätte, wieder gesund zu werden und mich nur zu dumm anstelle.  Sie wissen nicht oder ignorieren, dass jeder, der mit einer chronischen Erkrankung sein Leben meistert, jeden Tag aufs neue  kämpft, alles, aber auch alles versucht hat, um seinen quälenden Zustand zu verbessern, jeden Tag aushalten muss, was Otto Normalverbraucher nicht nachempfinden kann.

„Iss endlich wieder einmal Schweinsbraten und trink einen großen Schnaps, dann geht es dir besser…das ist alles, was dir fehlt…“

Diese, liebevoll gemeinten Worte meines Vaters schnitten mir jedesmal ins Herz. Ich vertrage das eine nur in sehr dosierten Mengen, das andere gar nicht und möchte es auch nicht mehr. Gut gemeint, aber diese Worte klangen wie Hohn in meinen Ohren, da ich ihm gefühlte 1000 Mal erklärt hatte, dass meine Leber bedingt durch einen Gendefekt mit Schadstoffen aller Art sehr zu kämpfen hat und mich ein Schnaps Tage aus der Bahn werfen kann, wenn es dumm läuft und wenn ich sowieso gerade wieder kämpfe. Ein kleiner Satz, der mir immer das Gefühl gab, wie wenig auch in der Familie verstanden wird, wie ich selbst mit den trivialsten Dingen des täglichen Lebens haushalten muss und auch und besonders…dass ich für einen Hypochonder gehalten werde.

„Mach doch einfach mal Urlaub…“

Sie wissen nicht, dass ich, genau wie jeder andere mit einer chronischen Erkrankung bis an die Grenze meiner Möglichkeiten agiere und meist darüber hinaus. Aber es ist nie genug. Es wird immer Limits geben, die zu akzeptieren eine große Herausforderung ist. Wir sind allein gelassen damit, in einer Gesellschaft, die Perfektion als höchstes Ziel gesetzt hat und in einer gnadenlosen Maschinerie des Gesundheitssystems, das eigentlich ein Krankheitssystem ist.

Wehe dem, der nicht mithalten kann oder dazu gezwungen wird, sich diesem System der kalten und oft höchst schädigenden Massenabfertigung auszuliefern. Nicht mehr die Jahreszeiten und die Urlaubsplanung bestimmen den Terminkalender sondern wochenlanges warten auf Arzt-Termine oder Untersuchungen, Hoffnung und Enttäuschung über neue Versuche der Linderung, Abfertigung im 2 Minuten Takt, Symptom-Bekämpfung mit aggressiven Medikamenten, ohne die Ursachen der Krankheit zu Hinterfragen und als Sahnehäubchen die beliebte Psychoschiene für jede, aber auch jede Erkrankung.  Mittlerweile werden Psychopharmaka, Cortison, Schmerzmittel und co verteilt, wie Drops, Sie nutzen einzig der Pharmaindustrie, den Chronisch Kranken würden nur ganzheitliche Behandlungsansätze helfen. Vorausgesetzt, der Erkrankte kann sich diese (privat finanzierte) Form der Behandlung leisten. Pech für alle anderen!

Chronische Erkrankungen sind gemeine Diebe. Sie stehlen Leistungskraft, Lebensfreude,  und Gute Laune, sie rauben wertvolle Lebenszeit, soziale Kontakte, Selbstsicherheit aber vor allem die Stabilität, wenn man nicht sehr aufpasst.   Es mag so manchen überraschen, aber für viele Schmerzen und viele Missempfindungen und Einschränkungen gibt es nicht DAS passende Medikament und wenn es existiert, darf man es nur in gewissen Dosierungen einnehmen, ohne ernste Organschäden zu riskieren. Das bedeutet im Klartext, jede Schmerzerleichterung, jede Cortisoneinnahme, jedes Medikament hinterlässt seine Spuren. Chronisch Kranke wissen das. Gesunde nicht.

„Stell dich nicht so an! Denk doch nicht immer daran! Du musst positiv denken. Es ist alles eine Sache der Einstellung!… „

Gesunde wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn jede Verabredung, jeder Urlaub, jeder Arbeitstag , manchmal die einfachsten Dinge im Haushalt zu einem Wagnis werden.

Kann ich es schaffen? Wird mein Körper mir diesmal erlauben zu tun, was ich so gerne möchte oder so dringend muss…oder wird der Schmerz, die Schwäche, das Herz, die schmerzenden Gelenke, der Durchfall, der Schwindel, die Behinderung, der Krankenhausaufenthalt…mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen? Was passiert, wenn ich schon wieder absage/nicht zur Arbeit erscheine/die einfachsten Aufgaben nicht erfüllen kann?

Wie wird es weiter gehen, mit meiner Erkrankung? Werde ich daran sterben? Mit wieviel Einschränkungen muss ich noch rechnen? Wird es wieder schmerzhafte Untersuchungen, bedrückende Krankenhausaufenthalte, angstvolles Warten auf Tests und Diagnosen geben…

„Sei doch mal locker…lenk dich mit etwas Schönem ab. „

Zusätzlich zu den mehr oder weniger großen Einschränkungen, Schmerzen und Ängsten sorgen sich fast alle chronisch Kranken auch um das finanzielle Überleben. Nicht nur der Verdienstausfall ist problematisch. Gerade bei chronischen Erkrankungen hat die Schulmedizin wenig zu bieten. Oftmals verursachen die Medikamente, die wenn schon nicht heilen dann zumindest lindern sollen…große Kollateralschäden und heftige Nebenwirkungen. Die Kassen übernehmen jedoch nur die Kosten der Schulmedizin. Alle anderen Heilverfahren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe fast alle meine Ersparnisse in die Hilfe durch natürliche Heilverfahren investiert, sonst könnte ich heute diese Zeilen nicht mehr schreiben. Die Schulmedizin hätte mich längst umgebracht. Dafür macht die Naturheilkunde mich arm. Gesund machen mich beide nicht.

Chronisch Kranke sind anstrengend, sie sind unzuverlässig, oftmals nicht heiter und unbeschwert, sie sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, weil sie Dinge gesehen und erfahren haben, die niemand erfahren möchte und die meisten Menschen zum Glück auch niemals erfahren werden. Chronisch Kranke werden oft als schwach wahrgenommen, dabei sind sie stärker, mutiger und ausdauernder als jeder Gesunde.

Leben mit einer chronischen Erkrankung ist für jeden Betroffenen anders. Im Alltag versuchen die meisten, ihre Erkrankung und deren Folgen zu verbergen – sofern dies möglich ist.

Immer hilft eine positive Einstellung, Mut und der Wille, aktiv daran zu arbeiten, den Status Quo zu verbessern, Lebensqualität erhalten oder vielleicht auch durch Änderungen der Lebensführung irgendwann Heilung zu erfahren.

Irgendwann morgens aufwachen und sich ganz normal fühlen…ein frommer Wunsch für die meisten chronisch kranken Menschen. Trotzdem versuchen wir es jeden Tag wieder.

Solltet ihr diese Zeilen lesen und selbst nicht davon betroffen sein:

Es ist nicht euer Verdienst. Ihr habt einfach Glück! Seid dankbar dafür und ein wenig verständnisvoller allen gegenüber, die dieses Glück nicht hatten!

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Gibt es ein Leben ohne Facebook?

Ich las den ersten Kommentar unter meinem Beitrag, war genervt und setzte zu einer Antwort an. Noch während ich die Antwort schrieb, ploppten die nächsten Kommentare auf. Sinnlos! Es ist sinnlos zu versuchen, jemandem etwas zu erklären, wenn er nicht den Hauch einer Ahnung hat, was ich tue, warum ich es tue und wie es auf mich wirkt, was da gerade wieder passierte. Ich löschte den Beitrag auf Facebook, wechselte zu meinem Privaten Profil und schrieb :

Ich bin zur Zeit nicht auf Facebook erreichbar.

Dann loggte ich mich aus all meinen Accounts aus, fuhr den Rechner herunter, deaktivierte auch den Messenger und  die Facebook App auf meinem Handy. So einfach war es also. Ich war frei. Zum ersten mal seit…ja seit meine Tochter begann, im Ausland zu studieren und Facebook unsere Nabelschnur war. Es ist also bereits eine Weile her. Seit 5 Jahren bin ich 24h am Tag online. Erst ihretwegen, um immer greifbar zu sein, wenn gerade nicht die passende Telefonkarte aufgeladen war, dann in Sachen Tierschutz. Wie praktisch das für alle war, denn dadurch gibt es jemanden, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche ansprechbar ist. Ganz gleich, wo er sich aufhält und ganz gleich was er tut.

Wie spaßfrei die Arbeit auf meinem Privatprofil Bettina Marie oftmals sein kann, das habe ich in der Vergangenheit bereits einige Male geschildert. Es gibt einerseits den Druck, beständig in Kontakt zu bleiben…so ziemlich mit gefühlt jedem Menschen auf der Welt, der etwas mit Tierschutz zu tun hat, dann gibt es die lästige „Aufsichtspflicht“ der Vereinsarbeit, ob in jedem Resort alles rund läuft, ob jemand aus der Reihe tanzt, abgetaucht ist, etwas missverstanden hat, ob ein Dankeschön fällig ist oder eine Geburtstags Gratulation… und dann natürlich die Vielzahl meiner Veröffentlichungen und Übersetzungen, die ich alle nebenher erstelle. Ein paar Stunden abwesend und im Schnitt warten ein paar Hundert unerledigte Benachrichtigungen und Nachrichten auf mich. Aber das ist völlig Ok so.

Im Grunde mag ich es, wenn sich etwas dreht, ich selbst habe mir das Ganze so eingerichtet und die Resultate sind durchaus erfreulich, auch wenn es verdammt anstrengend ist. Die letzte Zeit ganz besonders, …wir wachsen enorm im Verein und das hat seinen Preis in Sachen Aufwand und Zeit. Ich zahle in gern. Auch mit dem Verlust der Freiheit, denn längst ist mein privates Profil kein privates Profil mehr. Ganz gleich was ich schreibe oder poste…mittlerweile wird alles argwöhnisch beobachtet, kommentiert, verbessert, ergänzt, hinterfragt…und wenn es nicht bei mir passiert, dann bei einem Mitstreiter oder Teamkollegen und auch dort ist Eingreifen gefragt.

Eine letzte kleine Insel war mir verblieben. Immer wenn ich all dem entgehen möchte, wenn ich gern für kurze Zeit etwas tun möchte, was mir richtig Freude macht auf Facebook, wo ich noch ein Stückchen Freiheit habe, dann beschäftige ich mich mit dem Karma Blog.  Ganz bewusst habe ich den Facebook Auftritt dieses Blogs frei gehalten von dramatischen Aufrufen, den übliche Tierleid Pics, frei von politischen Diskussionen…es sollten einzig positive Dinge dort erscheinen. Manchmal auch außergewöhnliche Rezept Ideen.

Es war diese Rezept Idee, unter der sich dann die Veganer Fraktion wie gewohnt zu Wort meldete und sich nicht nehmen ließ, wieder einmal auf Knochen und totes Fleisch im Zusammenhang mit Gelatine hinzuweisen, mich zu belehren, dass Gelatine nicht pflanzlich ist, kein gutes Karma, etc, etc. Ich möchte niemandem widersprechen denn niemand weiß besser als ich, wie Gelatine hergestellt wird, ich habe sogar einen Artikel darüber geschrieben.  Ich finde es widerlich. Und natürlich ist mir auch bekannt, dass Agar Agar unter anderem ein super Ersatz für Gelatine ist. Es war mein Versäumnis zu dem leckeren und ansprechenden Früchterezept nur die Original Grundzutat zu nennen, wie sie dort vermerkt war: Gelatine.

Naiverweise ging ich davon aus, jeder Veganer der das liest, weiß sofort, was zu tun ist, ihm ist geläufig, womit er Gelatine austauschen kann. Alle anderen Leser interessieren sich eher für die wunderschönen Bilder und die coole Rezeptidee. Ich hatte diesmal und besonders an diesem Ort keine Lust, ständig mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs zu sein, wollte einfach einmal nur entspannt ein leckeres Rezept posten und jedem überlassen, wie er es umsetzt. Was dann aus meinem Post wurde, fand ich einfach nur traurig. Anstatt schlicht zu kommentieren: Man kann Gelatine auch mit Agar Agar ersetzen, wurde die volle Breitseite aufgefahren. Ich hätte mich also sofort einbringen müssen, erklären, (für alle Nicht-Veganer), nachbessern etc. Die Freude an der schönen Rezept-Idee, einem harmlosen Beitrag, der vielleicht neue Leser und Unterstützer bringen sollte,  war gründlich verdorben.

Hat also  nicht so gut geklappt, mit der netten Auszeit  und war wohl der letzte Anstoß den ich benötigte, um zu tun, was ich mir schon so lange einmal vorgenommen hatte, und mir  immer wieder verwehrt, weil ich auf so viele und so vieles Rücksicht nehme: Abstand von Facebook.

Diese Entscheidung wurde so einfach, als ich darüber nachdachte, wie gedankenlos eigentlich die Mehrheit der Leser  und so mancher meiner Teamkollegen mit mir umgeht, wie gedankenlos und rücksichtslos im Allgemeinen dort agiert wird. Warum ich immer diejenige sein soll, die sich um alles und jeden Gedanken macht, voraus denkt, abwägt…während der Rest der Welt seinen Gefühlen und Gedanken unplugged seinen Lauf lässt.  Und jetzt bin ich also frei.

Keine Tierquälervideos zum Frühstück. Keine verzweifelten Anfragen, während ich mich anziehe. Keine Teamnachrichten, die beantwortet werden sollten, ehe ich ins Büro fahre. Keine Meldungen, über seltsame Kontobewegungen, die nachzuprüfen sind, während ein wichtiger Kunde anruft. Keine giftigen Kommentare unter einem meiner Posts, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe. Kein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht an einer Spendenaktion beteilige, während ich gerade die eigenen Kontoauszüge checke. Kein Grübeln, ob ich dies oder jenes, schreiben, denken, kommentieren darf, während ich mich tierisch über einen politischen Artikel aufrege. Keine Tränen während einer Einladung bei Freunden, weil der Tod eines Pflegetieres berichtet wurde. Kein Eiertanz zwischen zerstrittenen Teamkollegen, während ich eigentlich längst in einem wichtigen Meeting sein sollte. Keine Seelsorge für alle Befindlichkeiten sämtlicher Mitwirkenden, während ich versuche endlich in Ruhe etwas zu essen. Keine Horrorbilder vor dem Einschlafen, und Grübeln, wie dort schnell Hilfe möglich wäre…

…nur die Vorfreude, endlich einmal wie alle anderen, ohne ständige Unterbrechungen meinem Leben nachzugehen, in Ruhe auf dem Blog hier aufzuräumen und zu überlegen, wie der ganze Wahnsinn eigentlich weitergehen soll…Es gibt unendlich viele Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und der Spendenbeschaffung. Ich werde sie finden und entdecken. Es gibt ein Leben ohne Facebook. Zumindest ohne einen Dauerwohnsitz auf Facebook.

Allen die gestern unter mein Rezept für Früchte in Melonen kommentiert haben…Danke! Ohne euch wäre mir nie aufgefallen, wie verrückt es eigentlich ist, was ich jeden Tag tue. Ich tue nämlich wirklich enorm viel für unsere Mitgeschöpfe, selbst wenn ich einmal nicht erwähnt habe, das man Gelatine pflanzlich ersetzen, kann/soll/muss.  Aber viel wichtiger als dieser Hinweis war die Erinnerung daran, dass es ein Leben ohne Facebook gibt…geben muss 🙂

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

SPARKLE…Marthas Geheimnis

Please scroll down for English text.

Für eine wunderbare und außergewöhnliche  Frau…für Martha ❤

Es ist still geworden in unserem Chat. Ein Chat der seit Tagen angefüllt ist, von zauberhaften Videos, Wünschen, Träumen und stündlichen Updates.

Wir warten. Martha, viele Tausend Kilometer weg und doch ganz nah bei mir. Und ich. Ich warte auf eine Nachricht, die ich nicht erhalten möchte.

Aber vielleicht sollte ich ganz am Anfang beginnen. Vor 7 Tagen erhielt ich eine Sprachnachricht, die ich anfangs missverstand. Martha sprach aufgeregt und schnell, Blut..Schock…tot…Ruby, waren die Wortfetzen, die ich übersetzen konnte.

Ruby ist eine Katze, die schwerst misshandelt wurde, Brüche, Gehirntrauma und dadurch bleibend gezeichnet. Sie ist blind, lebt in ihrer eigenen Welt aber eroberte vom ersten Tag an alle Herzen durch ihr zauberhaftes, liebevolles Wesen und ihre Engelsgeduld. Ruby ist allen sehr ans Herz gewachsen und meines krampfte sich bei dieser Nachricht zusammen, weil ich dachte, sie hätte einen Unfall gehabt, irgendetwas schreckliches wäre mit ihr passiert.

Beim zweiten Abhören hatte ich verstanden. Als Martha nach Hause kam, fand sie Ruby in einer Blutpfütze vor und mit zwei Kätzchen. Ruby war schwanger gewesen, die Schwangerschaft hatte alle Misshandlungen, den Aufenthalt in der Klinik und all die Aufregung überstanden. Ein Kätzchen war bereits tot auf die Welt gekommen, aber das zweite, …es atmete noch, auch wenn es bereits begann, auszukühlen. Ruby war leider nicht an ihren Babies interessiert. Sie war weiterhin in ihrer Welt und schien gar nicht bemerkt zu haben, was passiert war.

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Martha wusste, wie schlecht die Chancen für ein Neugeborenes ohne Mutter standen und dass ein schneller, gnädiger Tod vielleicht das Beste wäre. Aber was ist schon das Beste…und weil sie dem winzigen Wesen etwas Liebe und Wärme mit auf die Reise geben wollte, nahm sie es in ihre Hände. Das Wunder passierte. Der Winzling begann sich zu regen, wollte trinken und Martha hatte völlig unerwartet zusätzlich zu all ihren anderen Schützlingen ein weiteres Baby. Ihr Baby! Denn die Verbindung, die die beiden aufbauten, war außergewöhnlich, stark, intensiv und ich hatte sie noch nie so erlebt.

Niemand sollte davon erfahren, denn wir wollten abwarten, ob das Kätzchen es schafft, keine Hoffnungen wecken, nicht stündlich Updates geben… wir wollten abwarten. Ich war glücklich, eingeweiht worden zu sein und verfolgte die Entwicklung mit großer Skepsis aber auch Begeisterung. Martha fütterte alle 90 Minuten, rund um die Uhr, bastelte ein Wärmebettchen, widmete jede freie Minute dem kleinen Wesen, das sie als Ersatzmutter akzeptiert hatte und freundlich und hungrig nach Leben, sein Fläschchen trank, sich in ihre Hand kuschelte… zerbrechlich und winzig, kaum größer als Marthas Daumen. Das ausdrucksstarke Charaktergesichtchen war das Berührendste, was ich seit ewig gesehen hatte. Ich verliebte mich unsterblich, genau wie Martha…was sonst. Und dann zählten wir die Stunden, die Tage, die Fortschritte und jeder Tag liess uns ein wenig zuversichtlicher werden.

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Nach drei Tagen wagten wir es, über einen Namen nachzudenken. Es sollte ein Name sein, der kostbar und besonders war, wie das kleine Wesen und ich schlug „Sparkle“ vor. Funke. Martha war begeistert.  Unser Fünkchen. ❤

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Nach wie vor wussten nur ganz wenige Eingeweihte von Marthas Geheimnis. Ich freute mich über jedes Bild, jedes Video, jeden Fortschritt und sah Sparkle wachsen und gedeihen. Tag 4, Tag 5, Tag 6, …ein Meilenstein, denn die erste Woche war jeder überstandene Tag ein Wunder. Aber Sparkle verhielt sich so, als wusste er von all dem nichts, als wäre es das natürlichste der Welt, in Marthas Hand zu liegen und mittels einer winzigen Spritze die warme Milch zu nuckeln, die umgebaute Wärmeflasche war sein geborgenes Nest und der Ausdruck auf seinem winzigen Gesicht wurde immer wacher und interessierter.

Tag 7. Ein Video, zum niederknien schön und berührend, Sparkle in der Hand seiner Pflegemutter und bei der Fütterung.

 

 

 

Und vor einer halben Stunde kam wieder eine Sprachnachricht. Martha bereite mich darauf vor, dass wir Sparkle vielleicht verlieren werden. Nach so vielen Jahren als Pflegemutter kennt man die Zeichen. Auch wenn man sich verzweifelt wünscht, man irrt sich, man ist nur hysterisch und alles wird wieder gut…

Ich weiss wie sehr sie alle ihre Tiere liebt, und ich weiss auch, dass selten ein Wesen ihr Herz und ihre Seele so berührt hat, wie Sparkle, der nun seit einer Woche im 90 Minuten Rhythmus ihre Tage und Nächte taktet, den sie wie ein Baby umsorgt und wärmt und tröstet und den sie bei sich  behalten wollte…wenn er es schafft. Wir haben jeden Satz so beendet…“wenn er es schafft“. Aber geglaubt habe ich eigentlich immer…er schafft es.

Und jetzt warte ich. Ich bin weit weg, aber nahe bei ihr, weiss genau, dass er in dieser Minute in ihrer Hand liegt, dass Martha gerade schreibt, um ihr Herz zu erleichtern, so wie ich, dass sie dabei weint und jeden Atemzug und jede Regung verfolgt, nach wie vor verzweifelt wünscht, sie irrt sich, es wird nicht passieren, was die Zeichen verraten.

Wir schweigen. Das Handy schweigt. Und ich schreibe diese Geschichte. Sie sollte eine völlig andere Geschichte werden. Noch ein paar Tage wollten wir das süße Geheimnis bewahren, ich freute mich schon auf den  „Sparkle Blog“,  von seiner wundersamen Rettung zu erzählen, diese verrückte Idee des Universums,  der misshandelten und gebrochenen Ruby ein gesundes kleines Kätzchen zu schenken,  und dann wollten wir Sparkles Geschichte mit liebevollen Bildern und Videos unterlegt, veröffentlichen. „Your story“, meinte Martha, und ich war dankbar und stolz, sie mit ihr teilen zu dürfen.

Seit Iron habe ich mein Herz nicht mehr vergeben, aus gutem Grund. Und auch diesmal fühlt es sich an, als würde etwas darin zerspringen und ich mag mir nicht vorstellen, wie es Martha gerade geht. Mag mir nicht zum tausendsten Mal die Frage stellen, wo dieser Gott ist, den so viele anbeten und warum niemandem auffällt, wie grausam und gemein er zu den Schwachen und Wehrlosen ist, warum nicht derjenige in der Hölle schmort, der Ruby so brutal getreten und geschlagen hat,  dass sie ihre Babies nicht mehr versorgen kann, warum unschuldige und hilflose Wesen dafür die Zeche bezahlen. Und ich wünschte, ich könnte jetzt bei Martha sitzen und ihr Herz halten. Es wird ihr schwer sein, sehr schwer. Und doch ist noch ein Funke da, ein Fünkchen Hoffnung, das sie verzweifelt versucht, am Leben zu halten, damit es nicht verlischt.

Es ist bereits weit nach Mitternacht. Ich sollte endlich ein paar Stunden schlafen. Martha wird wach bleiben.  Sparkle schläft still, er liegt direkt auf ihrem Herzen. Vielleicht schläft er mit diesem beruhigendem und vertrauten Geräusch ihres Herzschlages für immer ein. Vielleicht wird er in ein paar Stunden aufwachen und nach seinem Fläschchen verlangen.  Wir werden sehen.

Martha00

Als ich heute morgen aufwachte, fiel der erste Blick auf mein Handy, eine Nachricht blinkte.

„Sparkle verbrachte eine friedliche Nacht, keine Atemprobleme mehr. Er wachte auf als wäre nie etwas geschehen, er trank seine Milch,  und tauchte dann ab in einen erneuten Atemstillstand. Anschließend meldete er sich mit seinem Stimmchen bei mir. Ich drückte ihn fest an mein Herz und sagte ihm, es ist OK, wenn er gehen möchte. Und dann machte er sich auf die Reise…  Punkt 8:00 Uhr heute morgen. Du kannst deine Geschichte beenden…“

 

SPARKLE…FUNKE

A sparkle can become either a fire or an instant memory.But even if lives for a second, a sparkle can enlighten the darkest sides of your soul in a way that you will never be the same person again…(Martha Politis Athanassiou)

Aus einem Funken kann entweder ein Feuer oder eine sofortige Erinnerung werden. Selbst wenn er nur für eine Sekunde existiert, kann ein Funke die dunkelsten Winkel deiner Seele so erhellen, dass du nie mehr die gleiche Person sein wirst.

Martha Politis Athanassiou

 

(C) Alle Bilder Eigentum von Martha Politis Athanssiou


SPARKLE…MARTHA´S SECRET

It has become quiet in our chat. A chat that has been filled for days, with magical videos, wishes, dreams and hourly updates.

We are waiting. Martha, many thousands of miles away and yet very close to me. And me. I’m waiting for a message that I do not want to receive.

But maybe I should start at the very beginning. 7 days ago I received a voice message that I initially misunderstood. Martha spoke excitedly and quickly, „…blood … shock … dead … Ruby“… were the word fragments that I could translate.

Ruby is a cat that has been severely abused, fractures, brain trauma, and thus permanently drawn to a world only she knows.  She is blind, lives in her own world but from day one conquered all hearts through her enchanting, loving nature and her angelic patience. Ruby conquered all our hearts and my heart was cramping,  because I thought she had an accident, something terrible had happened to her.

At the second interception I had understood. When Martha came home, she found Ruby in a puddle of blood and  two kittens at her side. Ruby had been pregnant, the pregnancy had withstood all the maltreatment, the hospital stay, and all the anxieties.  One kitten had already been born dead, but the second one … it was still breathing, even though it was already starting to become hypothermic. Unfortunately, Ruby was not interested in her babies. She was still in her own world and did not seem to have realized what had happened.

Martha knew how bad the odds were for a newborn without a mother, and that a quick, merciful death might be the best. But what is the best … and because she wanted to give the tiny creature some love and warmth for the journey, she took it in her hands. The miracle happened. The little one began to move, wanted to drink, and Martha unexpectedly had another baby in addition to all her other charges. Her baby! Because the connection they set up was extraordinary, strong, intense and I had never experienced Martha behaving  like this before.

Nobody should know about it, because we wanted to wait and see if the kitten could do it, not raise hopes, not give updates every hour … we wanted to wait. I was happy to be involved and followed the development with great skepticism but also enthusiasm. Martha fed him every 90 minutes, around the clock, making a bed of warmth, devoting every spare minute to the little creature that had accepted Martha as surrogate mother and drinking his vial, friendly and hungry for life, cuddling in her hand … barely larger than Martha’s thumb. The expressive, tiny  character face was the most touching thing I’ve seen in ages. I also fell in love immortally, just like Martha … of course I did. And then we counted the hours, the days, the progress and every day made us a little more confident.

After three days, we dared to think about a name. It should be a name that was precious and special, like the little creature and I suggested „Sparkle“. Martha liked it. And so the little one became „Sparkle“.

Still, very few initiates knew about Martha’s secret. I enjoyed every picture, every video, every progress and saw Sparkle grow and thrive. Day 4, Day 5, Day 6, … a milestone, because the first week was a miracle, every day he survived. But Sparkle acted as if he knew nothing of all this, as if it were the most natural thing in the world to lie in Martha’s hand and to suckle the warm milk through a tiny syringe, the converted hot-water bottle was his salvaged nest and the expression on his tiny face was always sirene and interested.

Day 7: A video, so heartwarming and touching, sparkle in the hand of his foster mother and feeding.

 

 

 

And half an hour ago , again a voice message. Martha is preparing me that we might lose Sparkle. After so many years as a foster mother, you know the signs. Even if you desperately want, that you are wrong, that you are just acting hysterical and everything will be fine. I know how much she loves all of her animals, and I also know that seldom a being has touched her heart and soul like Sparkle, who has been clocking her days and nights every 90 minutes for a week, for whim she has cared for like a baby which she desperately wanted to keep. … We were prepared for that moment…in a way… we ended each sentence like that … IF he will survive, ..IF he can do it. But I’ve always believed … he will survivem he can do it.

And now I’m waiting. I’m far away, but still very close to her, knowing that he’s snuggling in her hand at this minute, Martha writes down her thoughts, as I do now,  I feel that she cries and pursues every breath and every movement, that she desperately wishes, she would be wrong,  that it will not happen, what the signs reveal.

We are silent. The phone is silent. And I write this story. It should become a completely different story.  We wanted to keep our sweet secret just a few days longer and I was looking forward to write the „Sparkle Blog“, to tell of his miraculous rescue, this crazy idea of ​​the universe, to let the abused and broken Ruby give birth to a healthy kitten, and then wanted to ad all the lovely pics and videos to  Sparkle’s story. „Your story,“ Martha said,  „I want you to write it down for us“ …and I was grateful and proud to share with her our secret and the joy of watching Sparkle grow.

Since Iron, I have not given my heart to any of the cats that were rescued, for good reason. And once again, it feels like something is shattering in it and I can not imagine how Martha is doing right now. I ask myself for the thousandth time, where this god is, whom so many worship and why no one notices, how cruel and mean he is to the weak and defenseless, why not those burn  in hell who kicked Ruby so brutally, that she can no longer care for her babies, and why innocent and helpless beings pay for the bill. And I wish I could sit with Martha now and hold her heart. It’s going to be heavy, very heavy tonight. But still there is hope. A sparkle of hope and she is trying to preserve it.

It’s already  past midnight. I should finally sleep for a few hours. Martha will stay awake. Sparkle sleeps silently, he is right on her heart. Maybe he’ll fall asleep forever with that reassuring and familiar sound of her heartbeat. Maybe he’ll wake up in a few hours and ask for his vial. We will see.

 

This morning, there was a message blinking. Martha wrote:

Sparkle spent a peaceful night,no breathing crisis,woke up as if no health issue had never occurred drunk his milk, took a dive at the same breathing crisis, used his voice to call me,kept him close to my heart, told him it’s OK to go and he died… 8:00 sharp in the morning…. 

SPARKLE…

A sparkle can become either a fire or an instant memory.But even if lives for a second, a sparkle can enlighten the darkest sides of your soul in a way that you will never be the same person again…(Martha Politis Athanassiou)

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Seelenmarzipan

Was ich dir für die Zukunft wünsche… Für meine Tochter

Mein lieber Schatz,

du hast es also geschafft, Du hast alle Träume und Pläne für deine Ausbildung erfolgreich umgesetzt. Ich kann kaum in Worte fassen, wie stolz ich auf dich bin! Es war kein leichter Weg, den Du gewählt hast. Fremde Länder, fremde Sprachen, immer auf dem Sprung zwischen der Heimatbasis und der jeweiligen Universität.

Heute übergabst du mir ein Band. Es ist weiß, unbeschrieben und trägt das Wappen deiner Universität.

„Schreib mir deine Wünsche für meine Zukunft auf dieses Band. Ich werde es bei der Abschlussfeier in meine Mappe legen und anschließend gibt es eine Segnung aller Bänder der Studenten in einem Gottesdienst. Du kommst doch?“ hast du gesagt und ich hatte Tränen in den Augen, als ich dir geantwortet habe, dass ich diesen Moment um nichts in der Welt verpassen werde.

Nun sitze ich vor diesem Band und überlege, was ich dir mit auf den Weg geben möchte. Alles was es in Schulen und Universitäten zu lernen gab, hast du dir angeeignet. Jetzt ist es an dir, alles umzusetzen, deinen Weg zu finden und ihn ohne Zweifel und Zögern zu gehen und ich weiß, es wird ein spannender und schöner Weg werden.

Das Universum schickt uns zu jeder Zeit Hinweise, die richtigen Eingebungen, Gelegenheiten und Menschen. Du hast längst gelernt, deiner Intuition zu vertrauen, aufmerksam zu sein, wenn die richtigen Menschen, die richtigen Gelegenheiten, die richtigen Orte in deinem Leben erscheinen…sie alle bringen dich deinem Glück ein Stückchen näher, sei weiter offen und neugierig!

Stelle die richtigen Fragen! Bleibe neugierig auf das Leben, auf die Menschen und auf alles, was um dich herum passiert und warum es passiert. Du hast die Gabe, allein durch dein inneres Leuchten, etwas zum Positiven zu verändern, die Herzen der Menschen für dich zu erwärmen.  Ich wünsche dir, dass du dieses Leuchten niemals verlierst und es eines Tages weiterreichen wirst!

Investiere nicht in Besitz sondern in schöne Erfahrungen. Am Ende des Tages sind es schöne Erinnerungen, die dich zum Lächeln bringen und nicht eine Zahl am Konto oder ein Label.

Vergiss bitte nie, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist. Schenke dir ohne schlechtes Gewissen zu jeder Zeit die Liebe und Wertschätzung, die du verdienst. Hab Mut, JA zu sagen, wenn du JA sagen möchtest, und auch NEIN, wenn dieses NEIN wichtig für dich ist.

Vertrau dir! Vertraue weiter darauf, dass das Universum, das Leben, immer einen Weg findet, die Dinge zum Guten zu wenden, wenn man abwarten kann, wenn man unbeirrt seinen Weg geht und seinem Herzen folgt. Liebe, Verlust, Freude und Traurigkeit, Krankheit und Gesundheit sind Stationen auf diesem Weg. Wenn dieser Weg hart oder unerträglich lange erscheint, dann hilft es, einfach weiter zu gehen. Folge nicht den Wegweisern anderer, nicht denen der Familie oder der Gesellschaft sondern einzig dem Kompass in deinem Herzen.

Ein so liebevolles, neugieriges, kluges und kreatives Kind wie dich auf den Weg ins Erwachsenenleben begleiten zu dürfen, war das schönste Geschenk für mich. Dir Wurzeln geben, war einfach. Loslassen, dir Flügel schenken, schon schwerer für mich. Aber diese Flügel sind stark geworden, du hast sie längst erprobt und hart dafür gearbeitet. Sie tragen dich jetzt mühelos ganz allein zu jedem Ort, den du dir erträumst. Träume groß und weit  ❤

Alles Glück der Welt für dich und herzlichen Glückwunsch zum Universitätsabschluss ❤

In Liebe

Mama

 

 

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Chance, Seelenmarzipan, Tierschutz

Die Geschichte von Cara Bettina…über Karma, Katzen und Glücksmomente

„Da war eine Katze…sie ist nicht wirklich krank…aber wir haben sie gerade trotzdem aufgenommen. Sie war so anhänglich und zutraulich, sie lief meinem Motorroller nach, jedesmal, wenn ich zum Füttern vorbei kam, wo sie auf der Straße lebt…es wäre nur eine Frage der Zeit, bis ihr freundliches Wesen ihr zum Verhängnis wird. Stell dir vor, sie wird die erste Katze, die wir in Irons Haus der Chancen aufnehmen werden …und du bist Ehrenpatin. Sie heißt Cara Bettina!“

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Cara Bettie, das erste Bild von ihr ❤

Gerührt sah ich mir die Bilder an, die Martha zu dieser Nachricht mitgesendet hatte. Die kleine, bis auf die Knochen abgemagerte Katze, mit den großen und freundlichen Augen war nun also in Sicherheit. Das Haus der Chancen war seit heute kein Traum mehr sondern Realität! Unser kleines Tierheim in Athen hatte seine Türen für die Schwächsten und Ärmsten der Straßentiere geöffnet.

Ich schluckte, eine kunterbunte  Mixtur aus Gefühlen stieg in mir auf, eine Mischung aus Dankbarkeit, Freude, Hoffnung aber auch Angst vor der großen Verantwortung, ab jetzt dafür Sorge tragen zu müssen, dass dieses Haus der Chancen alles erhält, was zur Versorgung der Tiere benötigt wird. Eine Aufgabe, die ich von jetzt an nie mehr kurzentschlossen abgeben oder delegieren könnte, wenn der Druck zu viel wird sondern eine bindende Verpflichtung auf die sich alle verlassen.

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Martha und Cara Bettie in Irons Haus der Chancen

Aber wie so oft wachsen wir mit unseren Aufgaben und bald fand ich es völlig normal, jeden Monat dafür Sorge zu tragen, dass für das Haus genügend Mittel zur Verfügung stehen, genügend „Baumeister“  gefunden und motiviert werden,  damit Miete, Strom, Futter und Tierarztkosten für alle Bewohner bezahlt werden können, die Transportkosten und Impfungen irgendwie finanziert und auch die kostenlosen Kastrationen und Tierarztsprechstunden für die Tiere, deren Besitzer nicht das Geld dafür aufbringen können.

Nicht nur für mich bedeutet dieses Haus eine große Verantwortung. Geführt wird es von freiwilligen Helfern, die sich wie Martha die Schichten dort einteilen, die jede freie Minute dafür verwenden (meist ohne Auto) quer durch die riesige Stadt Athen zu eilen, damit die Schützlinge mit allem versorgt werden, was sie benötigen und natürlich auch mit Streicheleinheiten.

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Irons Haus der Chancen…der harte Kern 🙂

 

Aber als ob eine schützende Hand (oder Pfote) über uns wacht, …viele meinen, es ist unser „Iron“, der Straßenkater, den wir leider nicht retten konnten und nach dem dieses Haus benannt wurde… alles funktionierte wunderbar! Die „Baumeister“, die dieses Haus mit ihren Beiträgen, „Bausteine“ genannt, jeden Monat versorgen, werden immer zahlreicher. Die Schichten im Haus werden zuverlässig eingehalten und beständig finden neue Tiere dort Unterkunft, Heilung und eine 2. Chance, sie werden adoptiert.

Nur Cara Bettina entwickelte sich zu einem kleinen Ladenhüter. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gleichermaßen stolz wie auch ein wenig beschämt über die Ehre war, eine Katze nach mir benannt zu wissen. Werbung für eine „Cara Bettina“ fiel mir irgendwie schwer und deshalb war die Kleine zwar ständig in meinen Gedanken aber auf meiner Facebook Seite suchte man sie vergeblich. Als ich wieder einmal sah, wie selig sie auf Marthas Schoß nach Streicheleinheiten bettelte, änderte ich kurzerhand ihren Namen in „Bettie“ und startete endlich die Werbung für mein Patenkind, die sie schon so lange hätte haben sollen.

Wenn die erste Katze im Haus der Chancen Bettina hieß, dann hatte das vielleicht seinen tieferen Sinn, denn Schließlich war es Karma, das mich zur richtigen Zeit an genau den  Ort zurück gebracht hatte, wo ich vor 35 Jahren einem verletzten Straßenkater das Versprechen gegeben hatte, wiederzukommen. Irgendwann würde ich wiederkommen, hatte ich ihm traurig versichert, und dann würde ich mehr anbieten, als ich damals anzubieten hatte, nämlich nichts.  (Diese Geschichte gibt es hier, einfach anklicken) 

Cara Bettie musste nicht lange warten. Es war eine „Baumeisterin“ die ihr Herz an unsere Kleine verlor. Carin unterstütze das Haus der Chancen bereit seit längerer Zeit und konnte sich aber nie so recht für eine neue Katze erwärmen, da ihr der Tod ihres geliebten Katers noch sehr zu schaffen machte. Dann sah sie Cara Bettie und es war Liebe auf den ersten Blick. Cara Bettie hat ihren Menschen gefunden und er war ihr die ganze Zeit schon sehr nahe.

Heute flog sie ihrem Glück entgegen. Während ich diese Zeilen schreibe, erkundet Bettie wahrscheinlich bereits ihr neues Zuhause und aus der hungrigen, kleinen Straßenkatze ohne Namen wurde eine geliebte Prinzessin.

Cara Betties Geschichte endet, wie sie begann. Mit einer Nachricht von Martha. Diesmal war es das Abschiedsvideo … der letzte Besuch bei ihr im Haus der Chancen vor der großen Reise. Und Martha schwört, dass Cara Bettie wusste, ihr Happyend wartet bereits auf sie… „sie wissen es immer“ …endete ihre Nachricht. Und dann musste ich doch ein bisschen weinen.  Freudentränen  ❤

 

 

 

Wenn ihr gerne mehr über Irons Haus der Chancen in Athen erfahren möchtet…hier geht es zu unserer Webseite ❤ . Kontakt: info@friedenfuerpfoten.org IRONS HAUS DER CHANCEN

Cara Bettie
Cara Betties erster Tag im neuen Zuhause ❤
Seelenmarzipan

Religion…weiha!

Ich bin kein Freund von Religion. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Katholizismus mit seinen Vorurteilen gegen Homosexualität, einem gewöhnungsbedürftigen Frauenbild und der ewigen Sündhaftigkeit war zum Glück keine Einbahnstraße und ein Kirchenaustritt war unkompliziert und ohne jeden Nachteil machbar.

Offen beschrieb ich in der Vergangenheit, was mich an dieser Religion stört, auch ihr  gespaltenes Verhältnis zu Tieren. Nie wäre jemand auf die Idee gekommen, mich deshalb als Nazi oder rechtslastig zu bezeichnen. Das Christentum darf kritisiert, abgelehnt und sogar verdammt werden. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Gott sei dank 🙂

Ganz anders sieht es bei der Religion des Friedens aus, dem Islam. Diese Religion mag ich persönlich noch etwas weniger als die meisten anderen Religionen und ich könnte jede Menge gute Gründe dafür nennen. Zudem ist sie urplötzlich allgegenwärtig. Deren Anhänger fordern Raum für ihre Andachten, Respekt für ihre religiösen Besonderheiten und Kleidungsordnungen, sie missachten in ihren Schriften Frauenrechte in großem Stil und trotzdem… ich halte mich zurück. Kritik oder Ablehnung dieser Religion bringt nicht nur deren Anhänger sehr schnell auf sondern wird auch in anderen Bevölkerungskreisen heftig entgegnet und abgestraft. Verständnis und freie Bahn für jede Art von religiösen Bedürfnissen ist neuerdings erste Bürgerpflicht.

Nach wie vor finde ich persönlich, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Ich möchte nicht noch mehr Religion im gesellschaftlichen Leben, nicht mehr Regeln, mehr Konflikte, mehr Streitpotential und neben Gott jetzt also auch noch Allah in unseren Kinderstuben. Wenn es sich irgend machen lässt, möchte ich am liebsten gar keinen Gott in der Nachbarschaft, dessen Weltbild vor grauer Zeit von alten Männern erdacht, mit kruden Regeln und einem verzerrten Frauenbild, in die Köpfe der nächsten Generation gehämmert wird. Ich hatte gehofft, das hätten wir hinter uns gelassen.

Aber wenn ich den Berechnungen der Demographen Glauben schenken darf…und an diese fundierte Wissenschaft glaube ich durchaus…dann werde ich mich daran gewöhnen müssen. Ich muss mich damit abfinden, dass kurz nachdem das Christentum endlich aus den Kinderschuhen der Unterdrückung gestiegen ist und nur noch auf freiwilliger Basis das kulturelle Leben bereichert, nun die nächste Religion auf dem Vormarsch ist.  Oftmals nicht ganz so duldsam gegen Abtrünnige, wie das Christentum aber dafür unter dem Schutz der Presse und fast aller Meinungsmacher.  Auf einmal ist Religion wieder überall ein Thema, scheint Religion und die Bedürfnisse ihrer Anhänger unglaublich an Bedeutung gewonnen zu haben und Kritik, das Hinterfragen dieser Entwicklung wird nicht gern gesehen. Mittlerweile ist es ein Sakrileg zu schreiben, „ich mag den Islam nicht“, dabei mag ich ihn nicht nur nicht sondern lehne ihn entschieden ab.

Diese Aussage ist nicht rassistisch, denn ich lehne nicht die Menschen ab, die daran glauben sondern einzig die Religion. So wie ich alle Religionen ablehne. Es ist auch kein Vorurteil, denn meine Meinung stützt sich auf sorgsam recherchierte Fakten und eigene Erfahrungen. Es ist einfach eine Meinung, die ich im übrigen auch niemandem aufzwinge. Die Religion eines Menschen ist mir völlig gleichgültig. Erst wenn er sie in das gesellschaftliche Leben einbringt, mir Rücksicht und Akzeptanz aufzwingt, wo ich einzig zur Toleranz bereit bin, dann wird es lästig. Mir jedenfalls.

Aber was weiß ich schon. Ich bin bekennende Atheistin. Eine Hexe. Atheisten sind des Teufels, Frauen haben sowieso keine Ahnung und Hexen gehören auf den Scheiterhaufen, sagt(e) man in gewissen Kreisen. Zumindest in diesem Punkt sind sich Christentum und Islam im großen und ganzen einig.

Zauber1