Seelenmarzipan, Tierschutz

SPARKLE…Marthas Geheimnis

Please scroll down for English text.

Für eine wunderbare und außergewöhnliche  Frau…für Martha ❤

Es ist still geworden in unserem Chat. Ein Chat der seit Tagen angefüllt ist, von zauberhaften Videos, Wünschen, Träumen und stündlichen Updates.

Wir warten. Martha, viele Tausend Kilometer weg und doch ganz nah bei mir. Und ich. Ich warte auf eine Nachricht, die ich nicht erhalten möchte.

Aber vielleicht sollte ich ganz am Anfang beginnen. Vor 7 Tagen erhielt ich eine Sprachnachricht, die ich anfangs missverstand. Martha sprach aufgeregt und schnell, Blut..Schock…tot…Ruby, waren die Wortfetzen, die ich übersetzen konnte.

Ruby ist eine Katze, die schwerst misshandelt wurde, Brüche, Gehirntrauma und dadurch bleibend gezeichnet. Sie ist blind, lebt in ihrer eigenen Welt aber eroberte vom ersten Tag an alle Herzen durch ihr zauberhaftes, liebevolles Wesen und ihre Engelsgeduld. Ruby ist allen sehr ans Herz gewachsen und meines krampfte sich bei dieser Nachricht zusammen, weil ich dachte, sie hätte einen Unfall gehabt, irgendetwas schreckliches wäre mit ihr passiert.

Beim zweiten Abhören hatte ich verstanden. Als Martha nach Hause kam, fand sie Ruby in einer Blutpfütze vor und mit zwei Kätzchen. Ruby war schwanger gewesen, die Schwangerschaft hatte alle Misshandlungen, den Aufenthalt in der Klinik und all die Aufregung überstanden. Ein Kätzchen war bereits tot auf die Welt gekommen, aber das zweite, …es atmete noch, auch wenn es bereits begann, auszukühlen. Ruby war leider nicht an ihren Babies interessiert. Sie war weiterhin in ihrer Welt und schien gar nicht bemerkt zu haben, was passiert war.

Martha22

Martha wusste, wie schlecht die Chancen für ein Neugeborenes ohne Mutter standen und dass ein schneller, gnädiger Tod vielleicht das Beste wäre. Aber was ist schon das Beste…und weil sie dem winzigen Wesen etwas Liebe und Wärme mit auf die Reise geben wollte, nahm sie es in ihre Hände. Das Wunder passierte. Der Winzling begann sich zu regen, wollte trinken und Martha hatte völlig unerwartet zusätzlich zu all ihren anderen Schützlingen ein weiteres Baby. Ihr Baby! Denn die Verbindung, die die beiden aufbauten, war außergewöhnlich, stark, intensiv und ich hatte sie noch nie so erlebt.

Niemand sollte davon erfahren, denn wir wollten abwarten, ob das Kätzchen es schafft, keine Hoffnungen wecken, nicht stündlich Updates geben… wir wollten abwarten. Ich war glücklich, eingeweiht worden zu sein und verfolgte die Entwicklung mit großer Skepsis aber auch Begeisterung. Martha fütterte alle 90 Minuten, rund um die Uhr, bastelte ein Wärmebettchen, widmete jede freie Minute dem kleinen Wesen, das sie als Ersatzmutter akzeptiert hatte und freundlich und hungrig nach Leben, sein Fläschchen trank, sich in ihre Hand kuschelte… zerbrechlich und winzig, kaum größer als Marthas Daumen. Das ausdrucksstarke Charaktergesichtchen war das Berührendste, was ich seit ewig gesehen hatte. Ich verliebte mich unsterblich, genau wie Martha…was sonst. Und dann zählten wir die Stunden, die Tage, die Fortschritte und jeder Tag liess uns ein wenig zuversichtlicher werden.

Martha44

Nach drei Tagen wagten wir es, über einen Namen nachzudenken. Es sollte ein Name sein, der kostbar und besonders war, wie das kleine Wesen und ich schlug „Sparkle“ vor. Funke. Martha war begeistert.  Unser Fünkchen. ❤

Martha33

Nach wie vor wussten nur ganz wenige Eingeweihte von Marthas Geheimnis. Ich freute mich über jedes Bild, jedes Video, jeden Fortschritt und sah Sparkle wachsen und gedeihen. Tag 4, Tag 5, Tag 6, …ein Meilenstein, denn die erste Woche war jeder überstandene Tag ein Wunder. Aber Sparkle verhielt sich so, als wusste er von all dem nichts, als wäre es das natürlichste der Welt, in Marthas Hand zu liegen und mittels einer winzigen Spritze die warme Milch zu nuckeln, die umgebaute Wärmeflasche war sein geborgenes Nest und der Ausdruck auf seinem winzigen Gesicht wurde immer wacher und interessierter.

Tag 7. Ein Video, zum niederknien schön und berührend, Sparkle in der Hand seiner Pflegemutter und bei der Fütterung.

 

 

 

Und vor einer halben Stunde kam wieder eine Sprachnachricht. Martha bereite mich darauf vor, dass wir Sparkle vielleicht verlieren werden. Nach so vielen Jahren als Pflegemutter kennt man die Zeichen. Auch wenn man sich verzweifelt wünscht, man irrt sich, man ist nur hysterisch und alles wird wieder gut…

Ich weiss wie sehr sie alle ihre Tiere liebt, und ich weiss auch, dass selten ein Wesen ihr Herz und ihre Seele so berührt hat, wie Sparkle, der nun seit einer Woche im 90 Minuten Rhythmus ihre Tage und Nächte taktet, den sie wie ein Baby umsorgt und wärmt und tröstet und den sie bei sich  behalten wollte…wenn er es schafft. Wir haben jeden Satz so beendet…“wenn er es schafft“. Aber geglaubt habe ich eigentlich immer…er schafft es.

Und jetzt warte ich. Ich bin weit weg, aber nahe bei ihr, weiss genau, dass er in dieser Minute in ihrer Hand liegt, dass Martha gerade schreibt, um ihr Herz zu erleichtern, so wie ich, dass sie dabei weint und jeden Atemzug und jede Regung verfolgt, nach wie vor verzweifelt wünscht, sie irrt sich, es wird nicht passieren, was die Zeichen verraten.

Wir schweigen. Das Handy schweigt. Und ich schreibe diese Geschichte. Sie sollte eine völlig andere Geschichte werden. Noch ein paar Tage wollten wir das süße Geheimnis bewahren, ich freute mich schon auf den  „Sparkle Blog“,  von seiner wundersamen Rettung zu erzählen, diese verrückte Idee des Universums,  der misshandelten und gebrochenen Ruby ein gesundes kleines Kätzchen zu schenken,  und dann wollten wir Sparkles Geschichte mit liebevollen Bildern und Videos unterlegt, veröffentlichen. „Your story“, meinte Martha, und ich war dankbar und stolz, sie mit ihr teilen zu dürfen.

Seit Iron habe ich mein Herz nicht mehr vergeben, aus gutem Grund. Und auch diesmal fühlt es sich an, als würde etwas darin zerspringen und ich mag mir nicht vorstellen, wie es Martha gerade geht. Mag mir nicht zum tausendsten Mal die Frage stellen, wo dieser Gott ist, den so viele anbeten und warum niemandem auffällt, wie grausam und gemein er zu den Schwachen und Wehrlosen ist, warum nicht derjenige in der Hölle schmort, der Ruby so brutal getreten und geschlagen hat,  dass sie ihre Babies nicht mehr versorgen kann, warum unschuldige und hilflose Wesen dafür die Zeche bezahlen. Und ich wünschte, ich könnte jetzt bei Martha sitzen und ihr Herz halten. Es wird ihr schwer sein, sehr schwer. Und doch ist noch ein Funke da, ein Fünkchen Hoffnung, das sie verzweifelt versucht, am Leben zu halten, damit es nicht verlischt.

Es ist bereits weit nach Mitternacht. Ich sollte endlich ein paar Stunden schlafen. Martha wird wach bleiben.  Sparkle schläft still, er liegt direkt auf ihrem Herzen. Vielleicht schläft er mit diesem beruhigendem und vertrauten Geräusch ihres Herzschlages für immer ein. Vielleicht wird er in ein paar Stunden aufwachen und nach seinem Fläschchen verlangen.  Wir werden sehen.

Martha00

Als ich heute morgen aufwachte, fiel der erste Blick auf mein Handy, eine Nachricht blinkte.

„Sparkle verbrachte eine friedliche Nacht, keine Atemprobleme mehr. Er wachte auf als wäre nie etwas geschehen, er trank seine Milch,  und tauchte dann ab in einen erneuten Atemstillstand. Anschließend meldete er sich mit seinem Stimmchen bei mir. Ich drückte ihn fest an mein Herz und sagte ihm, es ist OK, wenn er gehen möchte. Und dann machte er sich auf die Reise…  Punkt 8:00 Uhr heute morgen. Du kannst deine Geschichte beenden…“

 

SPARKLE…FUNKE

A sparkle can become either a fire or an instant memory.But even if lives for a second, a sparkle can enlighten the darkest sides of your soul in a way that you will never be the same person again…(Martha Politis Athanassiou)

Aus einem Funken kann entweder ein Feuer oder eine sofortige Erinnerung werden. Selbst wenn er nur für eine Sekunde existiert, kann ein Funke die dunkelsten Winkel deiner Seele so erhellen, dass du nie mehr die gleiche Person sein wirst.

Martha Politis Athanassiou

 

(C) Alle Bilder Eigentum von Martha Politis Athanssiou


SPARKLE…MARTHA´S SECRET

It has become quiet in our chat. A chat that has been filled for days, with magical videos, wishes, dreams and hourly updates.

We are waiting. Martha, many thousands of miles away and yet very close to me. And me. I’m waiting for a message that I do not want to receive.

But maybe I should start at the very beginning. 7 days ago I received a voice message that I initially misunderstood. Martha spoke excitedly and quickly, „…blood … shock … dead … Ruby“… were the word fragments that I could translate.

Ruby is a cat that has been severely abused, fractures, brain trauma, and thus permanently drawn to a world only she knows.  She is blind, lives in her own world but from day one conquered all hearts through her enchanting, loving nature and her angelic patience. Ruby conquered all our hearts and my heart was cramping,  because I thought she had an accident, something terrible had happened to her.

At the second interception I had understood. When Martha came home, she found Ruby in a puddle of blood and  two kittens at her side. Ruby had been pregnant, the pregnancy had withstood all the maltreatment, the hospital stay, and all the anxieties.  One kitten had already been born dead, but the second one … it was still breathing, even though it was already starting to become hypothermic. Unfortunately, Ruby was not interested in her babies. She was still in her own world and did not seem to have realized what had happened.

Martha knew how bad the odds were for a newborn without a mother, and that a quick, merciful death might be the best. But what is the best … and because she wanted to give the tiny creature some love and warmth for the journey, she took it in her hands. The miracle happened. The little one began to move, wanted to drink, and Martha unexpectedly had another baby in addition to all her other charges. Her baby! Because the connection they set up was extraordinary, strong, intense and I had never experienced Martha behaving  like this before.

Nobody should know about it, because we wanted to wait and see if the kitten could do it, not raise hopes, not give updates every hour … we wanted to wait. I was happy to be involved and followed the development with great skepticism but also enthusiasm. Martha fed him every 90 minutes, around the clock, making a bed of warmth, devoting every spare minute to the little creature that had accepted Martha as surrogate mother and drinking his vial, friendly and hungry for life, cuddling in her hand … barely larger than Martha’s thumb. The expressive, tiny  character face was the most touching thing I’ve seen in ages. I also fell in love immortally, just like Martha … of course I did. And then we counted the hours, the days, the progress and every day made us a little more confident.

After three days, we dared to think about a name. It should be a name that was precious and special, like the little creature and I suggested „Sparkle“. Martha liked it. And so the little one became „Sparkle“.

Still, very few initiates knew about Martha’s secret. I enjoyed every picture, every video, every progress and saw Sparkle grow and thrive. Day 4, Day 5, Day 6, … a milestone, because the first week was a miracle, every day he survived. But Sparkle acted as if he knew nothing of all this, as if it were the most natural thing in the world to lie in Martha’s hand and to suckle the warm milk through a tiny syringe, the converted hot-water bottle was his salvaged nest and the expression on his tiny face was always sirene and interested.

Day 7: A video, so heartwarming and touching, sparkle in the hand of his foster mother and feeding.

 

 

 

And half an hour ago , again a voice message. Martha is preparing me that we might lose Sparkle. After so many years as a foster mother, you know the signs. Even if you desperately want, that you are wrong, that you are just acting hysterical and everything will be fine. I know how much she loves all of her animals, and I also know that seldom a being has touched her heart and soul like Sparkle, who has been clocking her days and nights every 90 minutes for a week, for whim she has cared for like a baby which she desperately wanted to keep. … We were prepared for that moment…in a way… we ended each sentence like that … IF he will survive, ..IF he can do it. But I’ve always believed … he will survivem he can do it.

And now I’m waiting. I’m far away, but still very close to her, knowing that he’s snuggling in her hand at this minute, Martha writes down her thoughts, as I do now,  I feel that she cries and pursues every breath and every movement, that she desperately wishes, she would be wrong,  that it will not happen, what the signs reveal.

We are silent. The phone is silent. And I write this story. It should become a completely different story.  We wanted to keep our sweet secret just a few days longer and I was looking forward to write the „Sparkle Blog“, to tell of his miraculous rescue, this crazy idea of ​​the universe, to let the abused and broken Ruby give birth to a healthy kitten, and then wanted to ad all the lovely pics and videos to  Sparkle’s story. „Your story,“ Martha said,  „I want you to write it down for us“ …and I was grateful and proud to share with her our secret and the joy of watching Sparkle grow.

Since Iron, I have not given my heart to any of the cats that were rescued, for good reason. And once again, it feels like something is shattering in it and I can not imagine how Martha is doing right now. I ask myself for the thousandth time, where this god is, whom so many worship and why no one notices, how cruel and mean he is to the weak and defenseless, why not those burn  in hell who kicked Ruby so brutally, that she can no longer care for her babies, and why innocent and helpless beings pay for the bill. And I wish I could sit with Martha now and hold her heart. It’s going to be heavy, very heavy tonight. But still there is hope. A sparkle of hope and she is trying to preserve it.

It’s already  past midnight. I should finally sleep for a few hours. Martha will stay awake. Sparkle sleeps silently, he is right on her heart. Maybe he’ll fall asleep forever with that reassuring and familiar sound of her heartbeat. Maybe he’ll wake up in a few hours and ask for his vial. We will see.

 

This morning, there was a message blinking. Martha wrote:

Sparkle spent a peaceful night,no breathing crisis,woke up as if no health issue had never occurred drunk his milk, took a dive at the same breathing crisis, used his voice to call me,kept him close to my heart, told him it’s OK to go and he died… 8:00 sharp in the morning…. 

SPARKLE…

A sparkle can become either a fire or an instant memory.But even if lives for a second, a sparkle can enlighten the darkest sides of your soul in a way that you will never be the same person again…(Martha Politis Athanassiou)

Martha11

 

 

Seelenmarzipan

Was ich dir für die Zukunft wünsche… Für meine Tochter

Mein lieber Schatz,

du hast es also geschafft, Du hast alle Träume und Pläne für deine Ausbildung erfolgreich umgesetzt. Ich kann kaum in Worte fassen, wie stolz ich auf dich bin! Es war kein leichter Weg, den Du gewählt hast. Fremde Länder, fremde Sprachen, immer auf dem Sprung zwischen der Heimatbasis und der jeweiligen Universität.

Heute übergabst du mir ein Band. Es ist weiß, unbeschrieben und trägt das Wappen deiner Universität.

„Schreib mir deine Wünsche für meine Zukunft auf dieses Band. Ich werde es bei der Abschlussfeier in meine Mappe legen und anschließend gibt es eine Segnung aller Bänder der Studenten in einem Gottesdienst. Du kommst doch?“ hast du gesagt und ich hatte Tränen in den Augen, als ich dir geantwortet habe, dass ich diesen Moment um nichts in der Welt verpassen werde.

Nun sitze ich vor diesem Band und überlege, was ich dir mit auf den Weg geben möchte. Alles was es in Schulen und Universitäten zu lernen gab, hast du dir angeeignet. Jetzt ist es an dir, alles umzusetzen, deinen Weg zu finden und ihn ohne Zweifel und Zögern zu gehen und ich weiß, es wird ein spannender und schöner Weg werden.

Das Universum schickt uns zu jeder Zeit Hinweise, die richtigen Eingebungen, Gelegenheiten und Menschen. Du hast längst gelernt, deiner Intuition zu vertrauen, aufmerksam zu sein, wenn die richtigen Menschen, die richtigen Gelegenheiten, die richtigen Orte in deinem Leben erscheinen…sie alle bringen dich deinem Glück ein Stückchen näher, sei weiter offen und neugierig!

Stelle die richtigen Fragen! Bleibe neugierig auf das Leben, auf die Menschen und auf alles, was um dich herum passiert und warum es passiert. Du hast die Gabe, allein durch dein inneres Leuchten, etwas zum Positiven zu verändern, die Herzen der Menschen für dich zu erwärmen.  Ich wünsche dir, dass du dieses Leuchten niemals verlierst und es eines Tages weiterreichen wirst!

Investiere nicht in Besitz sondern in schöne Erfahrungen. Am Ende des Tages sind es schöne Erinnerungen, die dich zum Lächeln bringen und nicht eine Zahl am Konto oder ein Label.

Vergiss bitte nie, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist. Schenke dir ohne schlechtes Gewissen zu jeder Zeit die Liebe und Wertschätzung, die du verdienst. Hab Mut, JA zu sagen, wenn du JA sagen möchtest, und auch NEIN, wenn dieses NEIN wichtig für dich ist.

Vertrau dir! Vertraue weiter darauf, dass das Universum, das Leben, immer einen Weg findet, die Dinge zum Guten zu wenden, wenn man abwarten kann, wenn man unbeirrt seinen Weg geht und seinem Herzen folgt. Liebe, Verlust, Freude und Traurigkeit, Krankheit und Gesundheit sind Stationen auf diesem Weg. Wenn dieser Weg hart oder unerträglich lange erscheint, dann hilft es, einfach weiter zu gehen. Folge nicht den Wegweisern anderer, nicht denen der Familie oder der Gesellschaft sondern einzig dem Kompass in deinem Herzen.

Ein so liebevolles, neugieriges, kluges und kreatives Kind wie dich auf den Weg ins Erwachsenenleben begleiten zu dürfen, war das schönste Geschenk für mich. Dir Wurzeln geben, war einfach. Loslassen, dir Flügel schenken, schon schwerer für mich. Aber diese Flügel sind stark geworden, du hast sie längst erprobt und hart dafür gearbeitet. Sie tragen dich jetzt mühelos ganz allein zu jedem Ort, den du dir erträumst. Träume groß und weit  ❤

Alles Glück der Welt für dich und herzlichen Glückwunsch zum Universitätsabschluss ❤

In Liebe

Mama

 

 

faith

Tierschutz

Gute Schleimer – Schlechte Schleimer. Ein paar interessante Fakten über Schnecken

Schnecken haben keinen allzu guten Ruf, sie gelten als eklig und vielen Gärtnern ist ihr Anblick im Garten verhasst. Besonders die Nacktschnecken haben einen eher niedrigen Kuschelfaktor und so handeln die meisten Artikel über die sanftmütigen Kriecher meist davon, wie man sie am besten vertreibt oder tötet. 
Dabei haben Schnecken viele erstaunliche Talente und einige von ihnen, wie die Weinbergschnecken, sind nicht nur streng geschützt sondern auch äußerst nützlich in unseren Gärten. 
 Gartenhelden
 Die meisten Schnecken sind Aasfresser,  das bedeutet, sie vertilgen mit Vorliebe die Überreste anderer Tiere, verrottendes Holz, welke Pflanzen, Pilze, Fallobst, sie sind emsige und wichtige Totengräber im Ökosystem, denn sie räumen den Garten auf und beschaffen dabei frischen Humus. Igel und viele Vogelarten, die wir gerne in unseren Gärten sehen, schätzen sie als besonderen Leckerbissen.
Manche von ihnen, wie der große Tigerschnegel, ernähren sich nicht nur von abgestorbenen Pflanzen. Auf ihrem Speiseplan stehen Pflanzenschädlinge wie Maden, Larven, Insekten und auch die Eier anderer Nacktschnecken, auch die der Spanischen Wegschnecke.  Wer Tigerschnegel  im Garten entdeckt, sollte sich freuen, denn er hat mit ihnen starke Verbündete gegen die ungeliebten „Schadschnecken“. Die Spanische Wegschnecke ist für 90% der Schneckenfraßschäden in unseren Gärten verantwortlich und sie schleimt so bitter, dass natürliche Feinde sie meiden.
 
schnecke3
Gartenheld und Schädlingsbekämpfer
 
Warum Schnecken schleimig sind
 Jede Schnecke hinterlässt eine Schleimspur, die unter anderem von einer großen Drüse am Kopfende produziert wird.  Schleim kann tödlich sein. Jedenfalls für Bakterien. Schnecken schützen sich mit ihrem Schleim vor Krankheiten. Dieses antibakterielles Sekret, das den ganzen Körper umgibt, dient nicht nur dem Schutz sondern erleichtert die Fortbewegung und schützt vor dem Austrocknen. Je nach Anforderung dient er als Haftmittel oder verbessert die Gleitfähigkeit. Schnecken lieben es daher warm und feucht, denn nur dann können sie genügend Schleim erzeugen, auf dem der Schneckenfuß gleiten kann. Dank dieser ausgefeilten Technik überwinden Schnecken auch glatte Wände oder scharfe Kanten.
 
schnecke2
Artisten

Schneckentempo

Weinbergschnecken sind unglaublich langsam und gemütlich unterwegs. Sie bewältigen etwa drei Meter pro Stunde. Dafür können die Tiere senkrecht oder sogar über Kopf kriechen, Exemplare ohne Gehäuse schlüpfen mühelos durch enge Fugen und in lockeren Boden. In einer Nacht legen sie ca. 25 Meter Wegstrecke zurück.

Futter können Schnecken übrigens bis auf 50 Meter Entfernung wahrnehmen.  Geruchssinn und Augen befinden sich an der Spitze der Fühler. Beobachtet man eine Weinbergschnecke, so kann man die Augen als kleinen dunklen Punkt auf der Fühlerspitze gut erkennen. Mit den unteren Fühlern tastet und schmeckt die Weinbergschnecke.

schnecke5

Weinbergschnecken sind defensiv, sie verletzen oder töten weder Artgenossen noch  andere Lebewesen. Genau wie die kleineren Schnirkelschnecken richten sie im Garten keinen nennenswerten Schaden an. Es sind die in Massen auftretenden, besonders gefräßigen, Nacktschnecken, die über Nacht ganze Beete verspeisen können und damit die Vernichtung aller Schnecken im Garten heraufbeschwören.

schnecke4

Schneckenkorn  ist schädlich für das Ökosystem im Garten

Viele Gartenbesitzer ziehen bald wieder in den Kampf gegen die ungeliebten Gäste im Gemüsebeet und die beliebteste Waffe ist Gift. Dabei ist längst nicht jeder Schleimer im Garten schädlich.  Jede Schnecke, ob sie nun auf den ersten Blick nützlich erscheint oder nicht, hat einen wichtigen Platz in einem funktionierenden Ökosystem. Wird diese Lebensgemeinschaft gestört, endet es oft damit, dass die gefräßigen Nacktschnecken Überhand nehmen. Schneckenkorn löst dieses Problem nicht. Ganz im Gegenteil, es schafft neue!  Das Gift tötet nicht nur wahllos alle Schnecken sondern stellt auch eine Gefahr für Igel, Vögel, Haustiere und nicht zuletzt, Kleinkinder dar.

Haben sich neben den Weinbergschnecken doch einmal zu viele „böse Schleimer“ im Gemüsebeet eingenistet, dann gibt es eine Umwelt- und tierfreundliche Alternative zum Schneckenkorn. Einfach Apfelschalen und anderen Biomüll neben das Beet legen und darüber einen Karton. Schnecken lieben es dunkel und sie lieben Apfelfruchtfleisch. Sie sammeln sich unter dem Brett und können dann bequem umgesiedelt werden.

 

schnecke6
Friedlich, nützlich und anmutig. Weinbergschnecken

 

Chance, Seelenmarzipan, Tierschutz

Die Geschichte von Cara Bettina…über Karma, Katzen und Glücksmomente

„Da war eine Katze…sie ist nicht wirklich krank…aber wir haben sie gerade trotzdem aufgenommen. Sie war so anhänglich und zutraulich, sie lief meinem Motorroller nach, jedesmal, wenn ich zum Füttern vorbei kam, wo sie auf der Straße lebt…es wäre nur eine Frage der Zeit, bis ihr freundliches Wesen ihr zum Verhängnis wird. Stell dir vor, sie wird die erste Katze, die wir in Irons Haus der Chancen aufnehmen werden …und du bist Ehrenpatin. Sie heißt Cara Bettina!“

carabet
Cara Bettie, das erste Bild von ihr ❤

Gerührt sah ich mir die Bilder an, die Martha zu dieser Nachricht mitgesendet hatte. Die kleine, bis auf die Knochen abgemagerte Katze, mit den großen und freundlichen Augen war nun also in Sicherheit. Das Haus der Chancen war seit heute kein Traum mehr sondern Realität! Unser kleines Tierheim in Athen hatte seine Türen für die Schwächsten und Ärmsten der Straßentiere geöffnet.

Ich schluckte, eine kunterbunte  Mixtur aus Gefühlen stieg in mir auf, eine Mischung aus Dankbarkeit, Freude, Hoffnung aber auch Angst vor der großen Verantwortung, ab jetzt dafür Sorge tragen zu müssen, dass dieses Haus der Chancen alles erhält, was zur Versorgung der Tiere benötigt wird. Eine Aufgabe, die ich von jetzt an nie mehr kurzentschlossen abgeben oder delegieren könnte, wenn der Druck zu viel wird sondern eine bindende Verpflichtung auf die sich alle verlassen.

carabettie
Martha und Cara Bettie in Irons Haus der Chancen

Aber wie so oft wachsen wir mit unseren Aufgaben und bald fand ich es völlig normal, jeden Monat dafür Sorge zu tragen, dass für das Haus genügend Mittel zur Verfügung stehen, genügend „Baumeister“  gefunden und motiviert werden,  damit Miete, Strom, Futter und Tierarztkosten für alle Bewohner bezahlt werden können, die Transportkosten und Impfungen irgendwie finanziert und auch die kostenlosen Kastrationen und Tierarztsprechstunden für die Tiere, deren Besitzer nicht das Geld dafür aufbringen können.

Nicht nur für mich bedeutet dieses Haus eine große Verantwortung. Geführt wird es von freiwilligen Helfern, die sich wie Martha die Schichten dort einteilen, die jede freie Minute dafür verwenden (meist ohne Auto) quer durch die riesige Stadt Athen zu eilen, damit die Schützlinge mit allem versorgt werden, was sie benötigen und natürlich auch mit Streicheleinheiten.

Nafsika6
Irons Haus der Chancen…der harte Kern 🙂

 

Aber als ob eine schützende Hand (oder Pfote) über uns wacht, …viele meinen, es ist unser „Iron“, der Straßenkater, den wir leider nicht retten konnten und nach dem dieses Haus benannt wurde… alles funktionierte wunderbar! Die „Baumeister“, die dieses Haus mit ihren Beiträgen, „Bausteine“ genannt, jeden Monat versorgen, werden immer zahlreicher. Die Schichten im Haus werden zuverlässig eingehalten und beständig finden neue Tiere dort Unterkunft, Heilung und eine 2. Chance, sie werden adoptiert.

Nur Cara Bettina entwickelte sich zu einem kleinen Ladenhüter. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gleichermaßen stolz wie auch ein wenig beschämt über die Ehre war, eine Katze nach mir benannt zu wissen. Werbung für eine „Cara Bettina“ fiel mir irgendwie schwer und deshalb war die Kleine zwar ständig in meinen Gedanken aber auf meiner Facebook Seite suchte man sie vergeblich. Als ich wieder einmal sah, wie selig sie auf Marthas Schoß nach Streicheleinheiten bettelte, änderte ich kurzerhand ihren Namen in „Bettie“ und startete endlich die Werbung für mein Patenkind, die sie schon so lange hätte haben sollen.

Wenn die erste Katze im Haus der Chancen Bettina hieß, dann hatte das vielleicht seinen tieferen Sinn, denn Schließlich war es Karma, das mich zur richtigen Zeit an genau den  Ort zurück gebracht hatte, wo ich vor 35 Jahren einem verletzten Straßenkater das Versprechen gegeben hatte, wiederzukommen. Irgendwann würde ich wiederkommen, hatte ich ihm traurig versichert, und dann würde ich mehr anbieten, als ich damals anzubieten hatte, nämlich nichts.  (Diese Geschichte gibt es hier, einfach anklicken) 

Cara Bettie musste nicht lange warten. Es war eine „Baumeisterin“ die ihr Herz an unsere Kleine verlor. Carin unterstütze das Haus der Chancen bereit seit längerer Zeit und konnte sich aber nie so recht für eine neue Katze erwärmen, da ihr der Tod ihres geliebten Katers noch sehr zu schaffen machte. Dann sah sie Cara Bettie und es war Liebe auf den ersten Blick. Cara Bettie hat ihren Menschen gefunden und er war ihr die ganze Zeit schon sehr nahe.

Heute flog sie ihrem Glück entgegen. Während ich diese Zeilen schreibe, erkundet Bettie wahrscheinlich bereits ihr neues Zuhause und aus der hungrigen, kleinen Straßenkatze ohne Namen wurde eine geliebte Prinzessin.

Cara Betties Geschichte endet, wie sie begann. Mit einer Nachricht von Martha. Diesmal war es das Abschiedsvideo … der letzte Besuch bei ihr im Haus der Chancen vor der großen Reise. Und Martha schwört, dass Cara Bettie wusste, ihr Happyend wartet bereits auf sie… „sie wissen es immer“ …endete ihre Nachricht. Und dann musste ich doch ein bisschen weinen.  Freudentränen  ❤

 

 

 

Wenn ihr gerne mehr über Irons Haus der Chancen in Athen erfahren möchtet…hier geht es zu unserer Webseite ❤ . Kontakt: info@friedenfuerpfoten.org IRONS HAUS DER CHANCEN

Cara Bettie
Cara Betties erster Tag im neuen Zuhause ❤
Seelenmarzipan

Religion…weiha!

Ich bin kein Freund von Religion. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Katholizismus mit seinen Vorurteilen gegen Homosexualität, einem gewöhnungsbedürftigen Frauenbild und der ewigen Sündhaftigkeit war zum Glück keine Einbahnstraße und ein Kirchenaustritt war unkompliziert und ohne jeden Nachteil machbar.

Offen beschrieb ich in der Vergangenheit, was mich an dieser Religion stört, auch ihr  gespaltenes Verhältnis zu Tieren. Nie wäre jemand auf die Idee gekommen, mich deshalb als Nazi oder rechtslastig zu bezeichnen. Das Christentum darf kritisiert, abgelehnt und sogar verdammt werden. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Gott sei dank 🙂

Ganz anders sieht es bei der Religion des Friedens aus, dem Islam. Diese Religion mag ich persönlich noch etwas weniger als die meisten anderen Religionen und ich könnte jede Menge gute Gründe dafür nennen. Zudem ist sie urplötzlich allgegenwärtig. Deren Anhänger fordern Raum für ihre Andachten, Respekt für ihre religiösen Besonderheiten und Kleidungsordnungen, sie missachten in ihren Schriften Frauenrechte in großem Stil und trotzdem… ich halte mich zurück. Kritik oder Ablehnung dieser Religion bringt nicht nur deren Anhänger sehr schnell auf sondern wird auch in anderen Bevölkerungskreisen heftig entgegnet und abgestraft. Verständnis und freie Bahn für jede Art von religiösen Bedürfnissen ist neuerdings erste Bürgerpflicht.

Nach wie vor finde ich persönlich, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Ich möchte nicht noch mehr Religion im gesellschaftlichen Leben, nicht mehr Regeln, mehr Konflikte, mehr Streitpotential und neben Gott jetzt also auch noch Allah in unseren Kinderstuben. Wenn es sich irgend machen lässt, möchte ich am liebsten gar keinen Gott in der Nachbarschaft, dessen Weltbild vor grauer Zeit von alten Männern erdacht, mit kruden Regeln und einem verzerrten Frauenbild, in die Köpfe der nächsten Generation gehämmert wird. Ich hatte gehofft, das hätten wir hinter uns gelassen.

Aber wenn ich den Berechnungen der Demographen Glauben schenken darf…und an diese fundierte Wissenschaft glaube ich durchaus…dann werde ich mich daran gewöhnen müssen. Ich muss mich damit abfinden, dass kurz nachdem das Christentum endlich aus den Kinderschuhen der Unterdrückung gestiegen ist und nur noch auf freiwilliger Basis das kulturelle Leben bereichert, nun die nächste Religion auf dem Vormarsch ist.  Oftmals nicht ganz so duldsam gegen Abtrünnige, wie das Christentum aber dafür unter dem Schutz der Presse und fast aller Meinungsmacher.  Auf einmal ist Religion wieder überall ein Thema, scheint Religion und die Bedürfnisse ihrer Anhänger unglaublich an Bedeutung gewonnen zu haben und Kritik, das Hinterfragen dieser Entwicklung wird nicht gern gesehen. Mittlerweile ist es ein Sakrileg zu schreiben, „ich mag den Islam nicht“, dabei mag ich ihn nicht nur nicht sondern lehne ihn entschieden ab.

Diese Aussage ist nicht rassistisch, denn ich lehne nicht die Menschen ab, die daran glauben sondern einzig die Religion. So wie ich alle Religionen ablehne. Es ist auch kein Vorurteil, denn meine Meinung stützt sich auf sorgsam recherchierte Fakten und eigene Erfahrungen. Es ist einfach eine Meinung, die ich im übrigen auch niemandem aufzwinge. Die Religion eines Menschen ist mir völlig gleichgültig. Erst wenn er sie in das gesellschaftliche Leben einbringt, mir Rücksicht und Akzeptanz aufzwingt, wo ich einzig zur Toleranz bereit bin, dann wird es lästig. Mir jedenfalls.

Aber was weiß ich schon. Ich bin bekennende Atheistin. Eine Hexe. Atheisten sind des Teufels, Frauen haben sowieso keine Ahnung und Hexen gehören auf den Scheiterhaufen, sagt(e) man in gewissen Kreisen. Zumindest in diesem Punkt sind sich Christentum und Islam im großen und ganzen einig.

Zauber1

Lifestyle, Seelenmarzipan

Essenseinladungen und Panikattacken. Hilfe ich habe Gäste!

Oh ich liebe gemütliche Runden, anregende und witzige Diskussionen mit Freunden rund um den Esstisch. Ich liebe gutes Essen, originelle Deko und anschließend vielleicht sogar ein paar Runden Spiele oder Tanzen und jeder dieser Abende ist ein kleiner Schatz im Tresor des Lebens.

Daher war ich mehr als erfreut, als ich mich unerwartet in einer Chatgruppe wiederfand. Sie hieß „Freitag Abend“ und es ging um eine Essenseinladung. Ich sagte erfreut zu, scrollte dann die Nachrichten hoch und entdeckte den Sinn dieser Gruppe. Reihum lädt jeweils ein Mitglied alle anderen ein und tischt dann einen Abend lang interessante, neue oder anspruchsvolle Gerichte auf, zaubert eine wunderschöne Tischdeko, nach einem Motto der Jahreszeit und alle verbringen einen schönen Abend gemeinsam.

Ich hatte gemischte Gefühle. Riesen Freude, in dieser Runde, in der sich sehr liebe Freunde befanden, dabei sein zu dürfen und …Panik! Ich kann nicht kochen. Ich koche nie. Bei mir gibt es seit vielen Jahren nur Gerichte, die selbst eine Fünfjährige ohne Not hinbringen würde und bei allen Einladungen mogele ich mich mit Partyservice, Fondue oder „jeder bringt etwas mit“ durch. Das schien nicht ganz das zu sein, was in dieser Gruppe erwartet wurde. Aber alle dort kannten mich seit langer Zeit. Jetzt war ich also dabei und bis ich an der Reihe wäre, würde es sicher noch etwas dauern. Man soll die Feste feiern wie sie fallen und begeistert schickte ich ein paar Herzen und Smileys in die Runde…jap, sehr gern! Ich bin dabei!

Mittlerweile sind ein paar Monate ins Land gegangen. Ich war zu Gast an wunderschönen, liebevoll gedeckten Tafeln, habe mich durch die interessantesten und leckersten Gerichte und Nachspeisen gegessen und jeder Abend war ein Genuss. Der nächste Abend wird „mein Abend“ sein und als ich Revue passieren ließ, wie hoch die Messlatte inzwischen geworden ist wurde mir ganz mau. Ich scherzte in die Runde, dass mir alle dankbar sein werden, wenn ich das hochgeschaukelte Niveau an Aufwand und Finessen bald wieder etwas herunterschraube, und alle entspannt nach mir wieder einsteigen können. Aber mein Lachen war nur halbherzig denn ich möchte natürlich nicht zurück stehen, in Sachen Mühe und Aufwand, den alle anderen vor mir eingesetzt haben. Ich habe kein Problem damit, mich zu blamieren, wohl aber zu enttäuschen. Vielleicht sollte ich einen „Ghost Cooker“ einsetzen, oder warten bis meine Tochter wieder zurück ist, sie kocht ausgezeichnet, vielleicht sollte ich einen Party Service bemühen…mit diesen Gedanken schlief ich gestern ein.

Heute Morgen waren bereits ein paar Rückmeldungen auf meinem Handy. „Soll ich den Nachtisch für dich machen?“ ..“Möchtest du vielleicht einfach wieder Fondue anbieten, ich zaubere dir leckere Soßen..“ ..“mach dir keinen Stress…“

Offensichtlich war jedem in unserer Runde bewusst, dass zwischen die begabten Hobbyköche eine absolute kulinarische Niete geraten war. Und offensichtlich war es für alle OK. Die Panik machte einem breiten Lächeln Platz. Sie waren so lieb ❤

Jap! Ich würde das Oster Thema wählen und es mit einer Heerschar von Häschen, Nestern, Eiern und Frühlingsblumen  im Haus und am Tisch zelebrieren,  als kleine Überraschung  dürfen dann alle  Osternester suchen und mit ein wenig Hilfe und einem Quentchen Mogelei könnte ich ein Frühlingsdinner zaubern, das  zwar nicht von mir gekocht wurde aber dafür allen schmecken wird. Und ich wette, jeder wird so tun, als hätte er es nicht bemerkt. Also, psst…nicht verraten ❤

 

Tierschutz

Kein Märchen…oder vielleicht doch? Es liegt an Dir!

Kein Märchen…oder vielleicht doch? Es liegt an Dir!
Es war eine Nacht wie alle anderen. Der Streunerkater schlich sich heimlich in einen weiteren Müllcontainer und suchte verzweifelt nach etwas Essbarem. Drei Behälter später hatte er Glück, eine vergammelte Salami endete in seinem Magen. Dann setzte wieder der schreckliche Schmerz ein und er sprang schreiend vor Qual aus dem Müllcontainer und hörte dabei eine Frau rufen: „Vorsicht vor dieser Katze, mein Junge! Nicht anfassen! Wer weiß, welche Krankheiten sie in sich trägt! „
Der Streunerkater war an solche Reaktionen gewöhnt. Menschen, die sich von ihm abwandten, schnell an ihm vorbei gingen … andere Katzen fauchten ihn an, um den Kontakt zu vermeiden… Er erinnerte sich an eine Zeit, als alles anders war. Die Menschen hatten ihn berührt, freundlich zu ihm gesprochen, manchmal sogar gefüttert.
Seitdem hatten sich die Dinge so sehr verändert. Das schwarz-weiße Fell des Streunerkaters war überall von Eiter verklebt, Speichel tropfte von seinem Mund bis zu seinen Pfoten … er wollte sich so gern reinigen, aber er konnte nicht, der unerträgliche Schmerz, jedes Mal, wenn er seinen Mund öffnete, stoppte ihn.
Eines Tages hörte die Katze das vertraute Rufen, das die Nachbarkatzen zum Abendessen lockte. Er wusste, dass er nichts davon bekommen würde, da die Leute Angst hatten, wenn er sich zu den anderen Katzen gesellte, die sich dann möglicherweise auch all die schrecklichen Krankheiten einfangen würden, an denen er zu leiden schien. Trotzdem folgte er der Stimme. Er setzte sich auf einem Vorsprung, blieb dort zaghaft sitzen und betrachtete eine Frau, die die anderen streunenden Katzen fütterte. Er wäre auch sehr gern zu ihr gegangen aber er erinnerte sich an das scharfe „Schhhhhh“, das dann immer nach dem freundlichen „miezmiez“ kam, und das nur ihm galt. Er war nie erwünscht.
Die Frau richtete ihren Blick auf ihn, und zu seinem Erstaunen gab es diesmal kein „Schhhhh“. Im Gegenteil, die Frau kam auf ihn zu, blieb eine Weile stehen und dann nahm sie eine Schüssel mit Essen und stellte sie in seine Nähe. Er witterte eine Falle, es machte ihm auf einmal Angst und er lief schnell weg.
Die gleiche Szene spielte sich am nächsten Tag und am nächsten Tag ab. Und dann kam der Tag, an dem der Streunerkater sich der Schüssel mit Essen näherte, ausgehungert seine Nase hinein steckte und ein paar Sekunden später schreiend vor Schmerzen zurück wich. Sein Mund war in einem schrecklichen Zustand. Alles wund und offen, die Zähne verfault und die Infektion hatte sich ausgebreitet.
eiter
Der Streunerkater besuchte die Frau seitdem bei jeder Fütterung. Er konnte zwar nichts essen aber er hörte, wie sie mit ihm sprach und liebte es, wenn sie ihm Aufmerksamkeit schenkte, und das war ihm völlig neu. Eines Tages fühlte er ihre Hand auf seinem Köpfchen. Der Frau war es gelungen, eine Berührung zu stehlen. Ein paar Tage später saß der gleiche Streunerkater zutraulich wie ein treuer Hund an seinem Platz und bettelte um jede Liebkosung, die sie ihm schenken würde. Und er fragte sich verwundert, wie es sein konnte, dass sie sich nicht vor ihm ekelte, warum sein Anblick sie nicht auch anwidert, wie alle anderen vor ihr.
Eines Tages ging es dann ganz schnell. Die Frau fing ihn ein, steckte ihn in eine Kiste, dann in das Auto und sie fuhren einem unbekannten Ziel entgegen. Tausend Gedanken kamen ihm in den Sinn. Sie würde ihn wahrscheinlich verletzen. Sein elendes Leben würde wahrscheinlich nicht mehr lange dauern … was nicht wirklich schlimm war. Über kurz oder lang würde er sowieso nichts mehr essen können und er würde einen langsamen und qualvollen Tod sterben. Es war besser, wenn das schnell passieren sollte … Die Frau brachte ihn aus dem Auto zu einem Platz mit vielen Käfigen. Er sah eine Nadel näher kommen und dann schlief er ein.
Bite2
Als er aufwachte, war er immer noch am selben Ort. Aber er hatte jetzt keine Schmerzen mehr. Die Operation war erfolgreich und die streunende Katze wurde gesund. Zwei Tage später erhielt er das erste Futter. Er schnupperte begeistert und beugte sich über die Schüssel. Er konnte essen …. Er aß mehr, als er sich erinnern konnte, jemals gegessen zu haben. Und ein paar Tage später sah er sein vertrautes Revier wieder.
Der Streunerkater begriff schließlich, was passiert war. Zum ersten Mal hatte ihn jemand akzeptiert, wie er war, ihn gestreichelt, ihn geheilt … der Streunerkater war kein Streunerkater mehr. Er hatte jetzt einen Namen… Bite…(Bissen.)
Er wartet jeden Tag auf die Frau, geduldig auf seinem Platz auf der Straße, in der Nähe ihrer Wohnung und genießt es, ihr um die Beine zu schnurren und ihre Hände zu spüren. Er isst mit gesundem Appetit und sein Fell ist jetzt nicht mehr gelb von Eiter. Er ist dankbar, gutmütig, sanft, und wartet auf jemanden der ihm ein Zuhause schenkt.
Bite lernte, das er eigentlich eine Schmusekatze ist und dass Menschen gut sein können, und dabei zeigt er uns den wunderbarsten Charakter, den man jemals bei einer Katze finden konnte. Vielleicht, weil er all das schätzte, was ihm so viele Jahre vorenthalten wurde. Er ist immer noch vorsichtig im Umgang mit anderen Katzen aber er fasst jeden Tag mehr Vertrauen.
Bite ist ungefähr fünf Jahre alt und er braucht einen Menschen.
Vielleicht bringt ihn diese Geschichte, seine Geschichte, ein Stück näher zu der Person, die ihn für den Rest seines Lebens begleiten wird…für die er schon immer bestimmt war.
Bite1
(c) (Elena Kastrinou)/Gutes karma to go
Bei Fragen zu Bite bitte Mail an info@friedenfuerpfoten.org