Veröffentlicht in Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil3

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen…

Nach einem zehntägigen Aufenthalt in der Klink, die Details möchte ich euch ersparen, zog ich also bei diesem Menschen ein. Ich hatte jetzt mein eigenes Zimmer, Bett, Spielsachen, frisches Wasser und Essen. ESSEN, das ich nun tatsächlich auch essen konnte!

Aber so glücklich ich auch über all diese wunderbaren Dinge war, bisher kannte ich nur Angst. Sie war in all der Zeit auf der Straße der einzige Begleiter, der immer an meiner Seite war. Und dieser Begleiter war nach wie vor da, fand immer wieder neue Gründe, in mir zu wachsen.

Daher ignorierte ich anfangs mein kuschliges Körbchen und wählte als Schlafplatz sicherheitshalber den nackten Boden unter dem Bett, man weiß ja nie! Sie stellte dann einfach noch ein anderes Körbchen für mich unter das Bett.
Ich hatte auch Angst vor den Spielsachen, die sie mir anbot. Keine Ahnung, was mir daran so Angst machte, aber spielen war mir nie in den Sinn gekommen. Ich entschuldigte mich bei Martha für mein Desinteresse, indem ich meinen Kopf zärtlich an ihr rieb und sie nonstop anschnurrte. Ich glaube, sie war mir nicht wirklich böse, weil ich nicht spielen konnte. Mein Vertrauen zu ihr wuchs. Ich fühlte mich sicher. 

Mit dem Gefühl der Sicherheit, begannen all meine „Kommunikations Kanäle“ plötzlich wieder zu funktionieren.

Plötzlich konnte ich dieses warme Gefühl wieder spüren. Ihr wisst schon, das Gefühl, das die Menschen Liebe nennen. Dieses Mal fühlte es sich aber noch ein bisschen anders an.
Diesmal fühlte es sich so an, als kam es von ganz weit her, von einem Ort, der sich Deutschland nennt. Aber die räumliche Entfernung spielte keine Rolle. Die größte Entfernung zwischen zwei Lebewesen ist Gleichgültigkeit, nicht die Anzahl der Kilometer!
Für mich fühlte es sich so an, als wären all diese Menschen gleich im Haus neben uns! Und sie mochten mich wirklich, das zeigten sie mir auf viele Weise.

Jetzt hatte ich sogar eine Patin. Ich habe sie immernoch! (Hey Patin Monika, ich liiiiebe dich ❤ ).

Mittlerweile hat man mir auch einen einzigartigen Namen geschenkt. Das wäre fast daneben gegangen, denn meine schusselige Pflegemama Martha hielt mich anfangs für ein Mädchen. Das hat sie allen tatsächlich erzählt! (Aber ich denke, irgendwann werde ich ihr das dann doch verzeihen…)
Um es kurz zu machen, ich war umgeben von unendlich viel Liebe und Glück. Leider auch von unendlich viel Krankheit. Und ehe ich mich versah, musste ich zurück in die Tierklinik.Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen…Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.Mein Name ist Valerion…

 

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanassiou/ BMS

Valerion sucht ein Zuhause!

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Veröffentlicht in Seelenmarzipan

Zeit für Veränderungen!

Es gibt immer wieder Dinge im Leben, die irgendwann nicht mehr so recht zu uns passen wollen, an die wir uns einfach gewöhnt haben. So sehr,  dass wir gar nicht mehr bemerken, wie sehr sie uns zur Last geworden sind. Wie ein enges Mieder, dass zwar nie genug Luft zum Atmen lässt, aber dessen Druck uns nach ein paar Stunden nicht mehr bewusst ist.

Oft ist dieses Mieder nur ein vages Gefühl. Vielleicht zunehmend die Unlust jemanden zu sehen, etwas zu tun, Dinge zu vertreten, hinter denen wir längst nicht mehr stehen. Das Bauchgefühl weiß in der Regel lange vor dem Kopf, was angezeigt wäre und daher ist es nie verkehrt, sich zwischendurch immer einmal zu fragen: Will ich das überhaupt noch? Brauche ich das? Passt das noch zu mir? Muss ich das wirklich?

Seit ich diese Art der Lebensweise pflege, habe ich einige Menschen losgelassen, TV, Zeitschriften, Labels, die meisten tierischen Lebensmittel, Religion, die Angst vor Falten und vieles mehr! Im Nachhinein wunderte ich mich immer, warum ich jemals glaubte, nicht „ohne“ leben zu können.

Je knapper die verbleibende Zeit wird, desto öfter überprüfe ich, was mir wirklich wichtig ist, versuche den Fokus darauf zu legen und tauche dann einfach ein oder aber höre damit auf. Wenn ich etwas verändern wollte, dann tat ich es, wenn ich gerne etwas sein wollte, dann war ich es. Weltenbummlerin, Mutter, Landfrau, Unternehmerin, Nerd oder Bloggerin. Immer wieder neue Metamorphose. Mal Schmetterling, mal Motte. Manchmal auch Raupe 🙂 .

Meine neueste Leidenschaft, die so neu nun auch nicht mehr ist, immerhin versuche ich nun bereits seit zwei Jahren die Welt zu retten, hat mir meine Grenzen aufgezeigt. Ich hoffe, es ist nicht die nachlassende Kraft sondern eher das gewaltige Ausmass dieser Aufgabe, die nie zu bewältigen ist und wo auf einen Sieg 100 Niederlagen folgen oder auch einmal gar kein Sieg und nur Niederlagen. Wer sich einmal eingehend mit dem Thema Frustration befassen möchte, dem rate ich zu einem Ehrenamt im Tierschutz. Nachhaltiger kann man es nirgends lernen.

Es fühlt sich gerade wieder einmal so an, es wäre an der Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen oder zumindest wieder etwas Raum für eine zu schaffen. Denn selbst wenn diese bereits längst mit einem Vorschlaghammer an meine Türe geklopft hat, ich war einfach zu beschäftigt, sie zu hören. Aber zum Schluss war sie so laut, diese neue Herausforderung, dass ich sie endlich herein bat. Und wieder stellte sie mir die vertrauten Fragen: Willst du das überhaupt noch? Brauchst du das? Passt das noch zu dir? Musst du das wirklich?

Plötzlich hatte ich den dringlichen Wunsch, mich nicht mehr ausschließlich um die Belange anderer zu kümmern, Zwei- oder Vierbeiner, so wichtig sie mir auch sind, ich möchte mir die Zeit schenken, mein Buch zu Ende zu schreiben, mich zur Abwechslung wieder einmal um mein eigenes Bankkonto sorgen,  nicht nur Arbeitsgruppen sondern auch wieder den Garten pflegen, meine Meinung ungefiltert äußern  und mich erinnern, wie es sich anfühlt, Langweile zu haben. Das würde mir jetzt gefallen. Why not?

Keine Ahnung, wie ich es anstellen werde. Aber bisher hat jede Veränderung auch gleich ein paar Vorschläge unterbreitet, während ich noch ratlos mit den Kopf schüttelte und dann haben wir es gemeinsam durchgezogen. Ich bin schon gespannt ❤

Veröffentlicht in Tierschutz

No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil 2

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen…

Um es kurz zu machen, ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie ich mich jetzt fühlen sollte und wie man auf so einen Blick reagiert. Aber dann berührte mich diese Person, streichelte mich sanft und setzte mir leckeres Hühnchen direkt vor die Nase. Ich war wirklich am verhungern! Trotzdem, ich habe es euch ja bereits erzählt, konnte ich damals  weder essen noch trinken. Denn wisst ihr, wie vieles andere an meinem Körper war auch mein Mund eine einzige offene Wunde und tat mir sehr weh!

Ich blieb trotzdem ganz nahe bei diesem Menschen und tat höflichkeitshalber so, als würde ich ein wenig essen, nur damit ich sie immer weiter ansehen konnte. Denn wenn ich sie ansah, waren all meine Ängste verschwunden. Und dann traf ich eine wichtige Entscheidung! Ja, es war eine wichtige Entscheidung, und ich habe sie ganz allein getroffen!

Ich dachte, „Angst? Damit werde ich fertig! Krank sein? Das halte ich aus! Aber diese Wärme wieder zu verlieren, die ich zum ersten mal in meinem Leben gespürt habe, nein! Die wieder zu verlieren, das würde ich nicht ertragen!“

Wie ich bereits erwähnt habe, fand ich mittlerweile heraus, dass diese Wärme einen Namen hat. Die Menschen nennen es …Liebe. Aber damals war alles, was ich darüber wusste, dass diese Wärme mir irgendwie Kraft gab, die Kraft um mein Leben zu kämpfen und dass es mir besser geht.

Ich war eine No Name Katze, die nichts zu verlieren hatte. Jetzt war ich zwar immer noch eine No Name Katze, aber innerhalb einer Stunde hatte ich plötzlich sehr viel zu verlieren. Ich wusste, dass mein Leben sich endlich ändern würde. Und ich wusste auch, dass ich sehr krank war. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich noch nicht bei diesem Menschen einziehen würde. Aber ich war überzeugt davon, ich würde sie wiedersehen…bald. Also ließ ich es zu, dass sie und ihre Freundin Rena mich in die Tierklinik fuhren. Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen.

Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.Mein Name ist Valerion…

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanassiou/ BMS

Valerion sucht ein Zuhause!Valerion2.jpg

 

 

 

Veröffentlicht in Tierschutz

Ist das noch wichtig für dich oder kann das weg? Rama dama am Rechner!

Loslassen, Nein sagen können und Grenzen setzen  gehört nun wirklich nicht zu meinen ausgeprägtesten Charaktereigenschaften. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, meinen Kleiderschrank und auch durch die Bilddateien meines Rechners.

Er ächzte unter Last der Bilderflut, die über die letzten beiden Jahre über ihn herein gebrochen ist. Alles, was ich von ihm fordere,  dauert endlos lange. Er wurde laaangsam, warf eine Fehlermeldung nach der anderen heraus und manchmal sprang er gar nicht mehr an.  Ich glaube er hat keine Lust mehr und überlegte, dass ich ihn vielleicht überreden könnte, weiter seinen 24 h Dienst zu verrichten, wenn ich ihn ein wenig von all dem Ballast befreie, den ich ihm die letzten Monate zugemutet habe.

Um zu löschen macht es Sinn, die Bilder und Dateien vorher noch einmal anzusehen. Kostbares mischt sich mit Schrott, wichtiges mit Spam und so verbrachte ich gerade einige Stunden damit, nicht nur den Rechner sondern auch meine Gedanken zu sortieren.

Zunächst fiel mir unangenehm auf, dass  nur noch sehr wenig Urlaubsbilder, Schnappschüsse von Feten und Veranstaltungen, dass sehr wenig von mir selbst auf diesem, meinem Rechner war. Die wurden als allererstes sorgsam auf einen Stick gezogen und ich nahm mir fest vor, den Rest des Sommers dazu zu nutzen, neues Bildmaterial für diesen Stick zu sammeln. Hilfe! Wo war ich eigentlich abgeblieben?

Diese Frage war schnell  beantwortet, als ich mir den Rest der umfangreichen Bilder und Dokumente Sammlung ansah.

Da waren alle Bilder der Recherchen und Artikel für den Karma Blog. Ein Großteil davon hat seinen Zweck erfüllt. Es wird neue Geschichten geben. Weg damit!

Da waren die Bilder der einen, besonderen Katze, die ich so sehr geliebt habe, dass ich nach wie vor den Anblick nicht ertrage und daher beherzt „delete“ drückte. Nach einigem Zögern auch die Bilder seiner liebevollen Beerdigung, die nur ich erhalten habe. Das Bild in meinem Herzen ist scharf und klar und es wird niemals im Daten Nirwana verloren gehen, wie es irgendwann vielleicht die virtuellen Bilder tun werden.

Da waren die Bilder der Katzen, die keinen Namen haben. Sie sitzen an Futterstellen oder kauern an Hauswänden. Je nachdem wie erfolgreich meine Arbeit war, oder zu welchem Zeitpunkt meiner Arbeit sie aufgenommen wurden, sind sie erbarmungswürdig oder wohlgenährt. Mission completed, weg damit. Ich denke, ich habe mich bei allen Spendern angemessen bedankt und sie haben diese Bilder, die mir aus aller Welt zugesendet werden, ebenfalls gesehen. Nach dem Futterprojekt ist vor dem Futterprojekt. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Da waren die Screenshots von Unterhaltungen und Posts, von denen jemand meinte, ich sollte sie unbedingt sehen und mir deshalb sendete. Ich erhalte sie öfter, aus allen möglichen Quellen, und wahrscheinlich haben sie recht. Ich sollte es immer einmal wieder sehen. Oft von Profilen, wo ich geblockt wurde. Ich muss grimmig lächeln, als mir die teilweise unsäglich nichtigen Gründe für diese Vorfälle wieder einfallen und wieviel Ärger oder Kummer mir damit bereitet wurde. Wenn ich dann auf den Screenshots sehe, wer von meinen „Freunden“ und Mitstreitern daran Teil genommen hat, oder dort nach wie vor likt und kommentiert, werde ich traurig. Daher lösche ich schnell und mache mir nur innerlich Notizen, in Sachen Vertrauen und Loyalität und über meine Dummheit, immer wieder darauf zu setzen!

Da waren die Bilder von manchen adoptierten Katzen oder von Zusammenführungen. Ich habe sie mir so aus dem Netzt gefischt. Oft habe ich nur über Facebook von den Resultaten meiner Arbeit erfahren. Trotzdem behalte ich das Bild von Dias, und auch die von Romeo und Julia und einigen anderen Katzen aus dieser Kategorie. Ich weiss, es waren tolle Projekte und erfolgreich! Immer wieder gern ;-).

Da waren die Bilder der Katzen, die gerettet wurden, nur um dann kurz darauf in Deutschland zu sterben, aus den unterschiedlichsten Gründen. Alle hatten wunderbare Adoptanten und für sie bin ich sehr traurig und habe jedesmal mitgeweint. Ich lösche sie liebevoll.

Da waren die Bilder der Gruppen, der unzähligen Gruppen, die ich über die Zeit erstellt habe, um das jeweilige Projekt auf den Weg zu bringen, zu informieren, zu vernetzen, die richtige Information für den richtigen Kreis, damit jeder der möchte, sich aus diesem Pool bedienen kann und das erhält was er benötigt, und wenn es nur meine Kontakte waren. Dazu zig Tabellen, Kontoauszüge, Formulare, Zusammenfassungen und Listen. Die Screenshots der Projekte, das Haus der Chancen, die Futteraktionen, die Oster und Weihnachtsprojekte mit allen Bildern sämtlicher Preise, meine Gedichte und Konzepte, die Tabellen der Sammlungen für Syrientransporte, die Dokumente, Quittungen und Zollbestimmungen aus aller Herren Länder. Mir schwirrt der Kopf! Bitte nicht mehr! Ich lösche.

Da waren die Bilder, die mir Community Mitglieder und Partner von ihren eigenen Katzen gesendet haben. Ich habe mich über jedes gefreut und so viele schöne Facebook Freundschaften begonnen. Ich lösche trotzdem, denn es sind wirklich sehr viele, mache Platz und freue mich auf neue!

Da waren die Bilder der zahllosen Kitten und Katzen von SCARS, deren Pflegestellen, von allen Posts, allen Blogs, allen Infos via Mails und PN s. Ich überschlage im Kopf die Datenmenge, kein Wunder, dass der Rechner aus dem letzten Loch pfeift. Und da ich zukünftig die Arbeit insgesamt etwas herunter fahren möchte, hole ich tief Luft und mache einen klaren Schnitt. DELETE. Aber natürlich wanderten Ornello, Abigail, Elpida, Julchen, Powder, Irina und Valerion vorher mit auf den Stick. Ihre Geschichten sind ein Teil des Karma Blogs geworden.

Da waren die grauenhaften Bilder der verstümmelten, verletzten und gequälten Katzen. Aus Syrien, aus der Türkei, aus Griechenland, eigentlich von überall. Röntgenbilder, Kostenvoranschläge, Ideen für die Geldbeschaffung. Bei einigen konnte ich mithelfen, ihre Behandlung zu ermöglichen. Trotzdem wandern sie ganz schnell in das Datennirvana. Bitte nicht mehr! Ich habe meine Dosis an Leid für dieses Jahrhundert eigentlich schon gesehen.

Da waren die Bilder all der liebevollen Aufmerksamkeiten, Karten, Geschenke, Blumen die in dieser Zeit einfach überraschend ins Haus schneiten. Ich schaue mir die Bilder an und denke an die Geschichten und die Menschen, die dahinter stehen und wie froh ich bin, sie in meinem Leben zu haben. Unwillkürlich muss ich wieder lächeln und kann mich beim besten Willen nicht trennen. Auf den Stick damit ❤ .

Da waren die Bilder der Happyends. Manche sogar mit ein paar netten Zeilen der neuen Besitzer. Mein größter Schatz! Es sind schon ganz schön viele…hinter jedem Bild steckt neben der unschönen Ausgangsgeschichte und jeder Menge Arbeit eine große Portion Liebe und Glück. Vielleicht erstelle ich einen Ordner nur damit und sehe ihn mir an, wenn ich wieder einmal das Gefühl habe, ich bin nicht eisern genug dafür gestrickt, an einer Front zu kämpfen, wo jeden Tag Tierleid so geballt ausgehalten werden muss und Loyalität und Zusammenhalt ziemlich dünn gesät sind. Es denkt nicht oft jemand daran, mir solche Bilder zu senden, und daher sind sie um so wertvoller!

Und da waren die Bilder der noch unbearbeiteten Fälle. Ich sehe sie mir an und in Gedanken erzählen sie mir bereits ihre traurige Geschichte. Ich höre ihnen zu und wage nicht zu antworten, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe. Aber sie erzählen weiter und ich denke an einige der wunderbaren Unterstützer an meiner Seite und in unserer Community, auf die ich immer zählen kann…und fange besser gleich damit an. Was sonst?

Vorher ziehe ich aber alle kostbaren Bilder, Berichte, Essays  und Schnappschüsse meiner Tochter auf den Stick, die stets zwischen den Katzenbildern etwas unter gegangen sind, wie so vieles.  Bald ist sie wieder für ein paar Wochen Zuhause und dann möchte ich nicht mehr den Fehler machen, unsere wertvolle gemeinsame Zeit vor dem PC zu vergeuden.

Das Internet und viele der „Freundschaften“ und Projekte dort, sind und bleiben kurzlebige Episoden, sind unter dem Strich nur kurzlebige Bits und Bytes. (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ❤ ) . Daher bin ich und meine Anliegen für die meisten Beteiligten völlig unwichtig. Es geht darum, was ich in der Lage bin, für ihre oder gemeinsame  Anliegen zu leisten, es geht um die Tiere und einzig um sie! So sehe ich das auch!

Aber grundsätzlich sollte man die Zeit mit und die Belange der Menschen als Priorität setzen, wo man auch selbst Priorität ist. Sonst brennt man aus. Mein Rechner war da deutlich schlauer als ich 😉 .

Ich lösche weiter und der Computer läuft bereits wieder schneller. Es hat offenbar funktioniert 🙂 .

Pauli et moi1
MEIN EINZIG WAHRES HERZENSPROJEKT ❤

 

 

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Ich bin eines der stärksten Tiere der Welt… Dumm, dass es kaum jemand weiß!

Nein, ich habe nicht geprahlt! Gemessen an meiner Körpergröße bin ich tatsächlich eines der stärkste Tier der Erde! Bei meiner Hauptbeschäftigung, dem Graben, stemme ich das 50 – 60 -fache meines eigenen Körpergewichts. Meistens wird mein Anblick mit einem verächtlichen „iihhh“ quittiert, dabei wäre ein bewunderndes „oohhh“  viel angebrachter.

Aber ehe ich noch ein wenig mehr über mich erzähle, würde ich mich gerne vorstellen. Ich bin ein Regenwurm, oder vornehm ausgedrückt, ein Lumbricus terrestris.

Am wohlsten fühle ich mich in Wiesen und Gärten und einen besseren Untermieter im Garten als mich, kann man sich eigentlich nicht wünschen!

Öko-Ingenieur, perfekter Dünger und Gärtnergehilfe

Ich erledige die lästigen Umgrabearbeiten, bis zu drei Meter tief in die Erde, kompostiere altes Laub und dünge mit meinem nährstoffreichen Kot den Garten. Ich belüfte den Boden und schichte Nährstoffe von unten nach oben um. Durch meine vielen Regenwurm-Gänge kann sich keine Nässe stauen sondern die Erde saugt den Regen auf. Alles wächst und gedeiht leichter, wo ich am Werk bin.

Essen und Graben sind  meine große Leidenschaft! Genau genommen grabe und esse ich eigentlich ununterbrochen! Jeden Tag fast die Hälfte meines Eigengewichts. Bis zu 20 Blätter ziehe ich jede Nacht in meine Gänge und klebe sie mit meinem Schleim fest. Ich besitze keine Zähne, daher warte ich, bis Pilze und Bakterien die Pflanzenteile mundgerecht für mich vorbereitet haben. Sobald die Pflanzenteile verrottet sind, kann ich den Brei mühelos aufnehmen und verdauen. Dabei nehme ich auch immer größere Mengen Erde mit auf. In meinem Darm wird alles mit Pilzen und Bakterien vermischt. Regenwurmhäufchen sind daher der beste und nährstoffreichste Dünger für jeden Garten!

Genial angepasst!

Mein Körperbau ist für all diese verantwortungsvollen Aufgaben perfekt angepasst.
Stellt ihn euch wie einen etwa 12 -30 cm langen, elastischen Schlauch vor, der mit Wasser gefüllt ist und dabei von Längs- und Ringmuskeln gestützt wird.

Ich besitze zwar keine Augen aber ich kann hell und dunkel unterscheiden. Lichtempfindliche Zellen, die über meinen gesamten Körper verteilt sind, leiten diese Info an mein Gehirn weiter.

Zur Fortbewegung benötige ich keinen überflüssigen Schnickschnack, wie Beine, Flossen oder Flügel. Ziehen sich meine Ringmuskeln zusammen, werde ich  dünn und lang. Aktiviere ich die Längsmuskeln werde ich dick und kurz. Das abwechselnde Strecken und Zusammenziehen meiner Körperabschnitte bringt mich vorwärts und die kurzen Borstenpaare an jedem Segment verhindern, dass ich dabei wieder zurück rutsche. Die Borsten sind bei allen Grabearbeiten äußerst praktisch, ich kann sie sogar wie Spikes in den Boden stemmen.

Viele Menschen glauben übrigens tatsächlich noch, dass sich aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm, zwei neue entwickeln würden. Aber wenn das stimmen würde, müsste ein Teil des Wurms dann mit seinem Hinterteil essen. Das ist also Unsinn! Nur das Ende mit den lebenswichtigen Organen lebt weiter, und kann nachwachsen. Aber auch das funktioniert nur selten, denn ein verletzter Regenwurm wird meist Opfer von Bakterien und Pilzen.

Regenwurm

Feucht und Dunkel!

Sonne und Trockenheit sind meine größten Feinde. Das hat mit meiner Atmung zu tun. Ich brauche immer einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt, denn die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid erfolgen bei mir durch die dünne, immer etwas feuchte und schleimige Haut. Ich bin nämlich ein Hautatmer!
Sonneneinstrahlung trocknet meine Haut aus und die Atemluft kann sie nicht mehr passieren. Ich würde qualvoll ersticken. Daher meide ich den Tag und die Sonne und fühle mich in feuchten Böden am wohlsten.

Da meine Art so aktiv und fleißig ist, nannte man uns im 16. Jahrhundert „reger Wurm“. Warum man später daraus „Regenwurm“ gemacht hat, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht weil wir bei Regen an die Erdoberfläche kommen. Wir ertrinken aber nicht gleich. Die Natur hat es so eingerichtet, dass ich notfalls auch in Böden überleben kann, die sehr lange überschwemmt sind, aber Regen irritiert und es ist die beste Art, mich außer der Zeit an die Oberfläche zu locken. Das tue ich sonst meist nur in der Nacht, da UV Licht mich umbringt, wenn es nicht eine hungrige Amsel tut, denn ich bin nicht nur begnadeter Gärtner sondern auch ein äußerst beliebtes Nahrungsmittel in der Tierwelt. Falle ich keinem dieser Unfälle zum Opfer, kann ich etwa zwei Jahre alt werden, aber auch deutlich älter.

Wir sind viele – und das ist gut so!

Praktischerweise besitzen wir Regenwürmer sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Trotzdem müssen sich immer zwei Tiere paaren, denn wir begatten uns wechselseitig. Wir sind sehr vermehrungsfreudig und wir sind viele! Man schätzt, in jedem qm Boden leben etwa hundert Regenwürmer. Genau hat es noch niemand nachgezählt, es gibt einiges, was die Menschen noch nicht so genau über uns wissen. Unter anderem, wie viele wie wirklich sind.

Aber je mehr es von uns gibt, desto besser! Wir sind nicht nur stark sondern wahre Ökosystem-Ingenieure und leisten einen wertvollen Beitrag für die Landwirtschaft, ja für alle Pflanzen auf diesem Planeten. Dumm, dass das kaum jemand zu schätzen weiß!

Falls du nach dem nächsten Regen einen Wurm siehst, der gerade hilflos austrocknet, dann nimm ihn einfach und bringe ihn wieder an einen Ort, wo er zurück in die schützende Erde kann.

Wir lieben Bio und Vielfalt!

Bitte lasst die Finger von den Pestiziden im Garten und auf den Feldern! Schon einmalige Anwendung kann mich umbringen. Die moderne Landwirtschaft bekommt uns nicht besonders gut! Ammoniak, in der Düngung mit Gülle, verätzt uns. Die intensive maschinelle Bodenbearbeitung zerstückelt uns und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vermindert unsere Fortpflanzung! Auch Monokulturen bedeuten für uns eine erschwerte Lebensgrundlage, denn werden die Äcker gesäubert, verhungern wir Würmer.

Mehr als die Hälfte der insgesamt 46 Wurmarten, die es in Deutschland gibt, werden bereits als „selten“ oder sogar „extrem selten“ eingestuft. Zum Teil ist unsere Anzahl bereits unter 30 Tiere pro Quadratmeter gesunken! Der Durchschnitt lag einmal bei rund 120 Exemplaren.

Regenwurm haufen
Regenwurmhäufchen/Turbodünger
Veröffentlicht in Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil1

Ich würde euch gern meine Geschichte erzählen.

Mittlerweile kennt ihr mich alle bei meinem Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.

Wisst ihr, ich war nämlich eine dieser namenlosen Katzen und die Straßen waren mein Zuhause. Nachdem ich nicht gerade der Typ Katze war, in den sich jeder sofort verliebt, war alles, was ich mir erhoffen konnte, ab und zu ein Plätzchen in der Sonne.

Oder vielleicht auch nur einen Platz, an dem man mich in Ruhe lässt. Selbst wenn dort nicht die Sonne schien, sondern es nur Regen und Schnee gab. Ich war auch krank, sehr krank aber ich habe gelernt, es zu ertragen.

Ich war nie niedlich und der strenge Geruch, den ich durch meine Krankheit ausströmte, stieß jeden ab. Aber auch damit habe ich gelernt zu leben.

Ich fühlte mich elend, so elend, und hatte mich daran gewöhnt. Und ich war bereit, zu sterben…

In gewisser Weise war ich fast überzeugt davon, dass ich unsichtbar oder vielleicht schon tot war.  Denn die Menschen, die an mir vorüber gingen, ignorierten mich komplett.

Und dann…eines kalten Tages, hielt ein Fahrrad neben mir an, jemand wandte sich mir zu, und irgendwie musste es ihr gelungen sein, mich doch zu sehen, denn sie sprach mit mir.  Sie sprach mit mir auf eine Weise, wie das niemand jemals zuvor getan hat. Und obwohl es immer noch Winter war, wurde mir plötzlich irgendwie warm, nicht von der Umgebung sondern wegen der Art, wie mich diese Person ansah. (Später habe ich herausgefunden, dass diese Art einen Namen hat, man nennt es „Liebe“.)

Seitdem hat sich ALLES verändert!

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Mittlerweile kennt ihr mich alle bei meinem Namen. Aber das war nicht immer so. Mein Name ist …Valerion

 

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanasiou/BMS

Veröffentlicht in Tierschutz

Irons Vermächtnis …Bitte findet sie!…Irina <3

Irons Vermächtnis (Ein wahres Märchen)

Liebste Freunde,

wenn ihr diesen Brief erhaltet, werde ich nicht mehr bei euch sein sondern am anderen Ende der Regenbogenbrücke. Trotzdem findet ihr mich immer in eurer Nähe, nur anders…
Vielleicht bin ich der frische Windhauch am Fenster, der Schmetterling, der euch in der Wohnung besucht, der Stern am Firmament in einer warmen Sommernacht, eine Blume am Wegrand, oder einfach ein warmes Gefühl in eurem Herzen…

Fest steht, dass ich euch nach wie vor lieben werde und dass ihr mir nahe sein werdet. Die Liebe, die eine Seele erfährt, ist nie verloren. Sie wird nur umgewandelt und findet einen Weg sich in das Herz zu schmiegen.

Nie werde ich die Liebe und Wärme vergessen, die ich in den Händen von Katie erfahren durfte, die zärtlichen Worte, die Bettina mir zuflüsterte, als sie mich in ihren Armen hielt, dass ihr mich nie aufgeben werdet und sie mir das schönste Zuhause schenken möchte, die schönen Lieder von Rena, die sie mir für die Heilung meiner Augen vorsang, das strahlende Lächeln von Fay, wenn ich aufgegessen habe, und wie sie dabei tief in meine Seele blickte, die Küsse auf meiner Wange von Valia, jeden Donnerstag und die Leckereien, die Daniela mir immer mitbrachte.
Ich werde nie den Ausdruck auf Dionisos Gesicht vergessen, als er mich alleine am Straßenrand aufgesammelt hat.
Wie könnte ich jemals den Duft von Nafsika vergessen, als sie mich zitternd ins Auto brachte? Und natürlich werde ich auch niemals die Späßchen von Martha vergessen, wenn sie versuchte, mich aufzuheitern. Und ich werde auch niemals vergessen, wie schön ich mich trotz meiner hässlichen Erscheinung fühlte, wenn Despina mit mir sprach.

Ich war sehr traurig, während meiner letzten Tage denn ich wollte nicht, dass Katie mich so sieht. Ich wollte nicht, dass sie das Bild vor Augen hat, wie ich am Fenster zusammenbreche.
Ich wollte gern, dass sie sich an mich als einen stolzen, starken kleinen Kater erinnert, der alle Schmerzen besiegt und am Leben bleibt. Das war ich ihr schuldig! Das war ich euch allen schuldig! Ihr habt mich gerettet und mir gezeigt, was es heißt, in Würde zu leben.
So viele zärtliche Hände haben mich gestreichelt und umarmt, sie haben mich geliebt und glücklich gemacht.

Ich sass einige Tage vor dem Fenster und dachte darüber nach, wie ich gehen könnte, denn… ja, …ich wusste, meine Zeit war gekommen. Jeder in unserem Haus, jeder in der Cattery wusste das.
Powder hatte so Angst vor diesem Moment, wenn ich ihn verlasse. Aber ich habe ihm gesagt, dass ich immer bei ihm und in ihm sein würde, bis ans Ende des Universums.
Bitte passt gut auf ihn auf!

Und jetzt möchte ich euch gerne um einen Gefallen bitten.
Irgendwo da draußen ist noch ein anderer kleiner Iron, meine kleine Schwester IRINA!
Bitte sucht nach ihr und dem Rest meiner Familie! Ihr findet sie in den Straßen, ganz in der Nähe, wo auch ich gefunden wurde. Wir sehen uns sehr ähnlich. Wenn ihr sie seht, wisst ihr sofort, wer sie ist, denn auch sie trägt dieses Licht in ihrer Seele!
Als ich sie zuletzt sah, da war sie bereits fast blind und sie braucht eure Hilfe…
Ich werde vom anderen Ende der Regenbogenbrücke alles versuchen, um euch zusammen zu bringen, damit ihr sie findet und in unsere SCARS Familie holen könnt.
Ich wäre so dankbar, wenn all die Hände, die mich streichelten, auch sie mit der gleichen Liebe umsorgen würden. Bitte helft ihr!
Und bitte seid nicht mehr traurig! Unsere Liebe wird niemals verloren gehen, so lange ich in eurer Seele lebe.

PS: Und sagt bitte Katie, dass ich jeden Morgen mit ihr am Kaffeetisch sitzen werde….ich werde bei ihr sein…für immer und ewig!

Iron


Manchmal schreibt das Leben die merkwürdigsten Geschichten. Als Fay und ich wieder einmal über unseren verstorbenen kleinen Freund sprachen, kam gleichzeitig bei uns plötzlich der Gedanke auf, wo der Rest seiner kleinen Familie/Kolonie wohl sein würde.

Und wie der „Zufall“ so spielt, wurde zeitgleich ein kleines Katzenmädchen ganz in der Nähe seines Fundortes aufgesammelt. Sie war fast blind und als ich das Bild sah, hatte ich Gänsehaut , denn sie erinnerte so sehr an den Kater, dessen Abschied nach wie vor an meinem Herzen nagt, und ganz sicher nicht nur an meinem…

Aber ich behielt diese Gedanken für mich, …bis unabhängig von einander, beständig kurze Nachrichten aus Griechenland eintrudelten…“Hast du die neue Katze gesehen…denkst du, was ich denke?…. „Ist dir auch etwas aufgefallen?“….

Ich veröffentlichte ihr Bild und bat um eine Patenschaft und um einen Namen…und als ihre Patin Wiebke mir dann schrieb, sie hätte zwar einen Namen, aber die kleine erinnert sie so an Iron… hatten wir wirklich genügend Zeichen erhalten!

Und dann beschlossen Fay und ich, es war Zeit der Welt mitzuteilen, was Iron sich wohl mehr als alles andere gewünscht hätte, neben gesund werden und ein Zuhause zu finden…dass wir seine Familie finden und retten! Warum waren wir nicht viel eher darauf gekommen? Und falls ihr beim Lesen „seiner“ Zeilen geweint haben solltet…Fay und ich weinten bittere Tränen,  als wir daran saßen, nicht nur um ihn sondern um all die vergessenen Seelen, um die Unzähligen da draußen, die wir nicht retten können, weil all die Liebe und all die Anstrengungen nicht ausreichen, sich gegen die Flut an Gleichgültigkeit und Grausamkeit zu stemmen.

Irina, wie wir die Kleine nannten, ist bereits in Obhut von SCARS, es gibt dort wo wir ihn fanden, mindestens noch ein Geschwisterchen mit einer schlimmen Augeninfektion, Evropi von SCARS versucht es gerade einzufangen. Sie werden in der SCARS Familie hoffentlich das erhalten können, was wir Iron nicht schenken durften…ein Happyend ❤

Wir suchen eine Familie für sie!

(Dankeschön Fay Volorou für die wundervollen Worte, die du für Iron und alle die ihn liebten, aufgeschrieben hast. Sie sind so weise wie schön…)

Irina
IRINA

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