Aufreger, Katze, Tierschutz

Haustiere und Corona. Wenn die Presse Tiere ins Verderben schreibt!

An alle Nachrichtenportale, Redakteure und Journalisten:

Ich würde am liebsten all die toten Tiere vor eurer Haustüre ablegen!
All die ausgemergelten und gezeichneten Körper der Tiere, die euretwegen elend sterben!!!
Sie verhungern gerade irgendwo qualvoll oder irren hilflos durch die Straßen, weil sie wegen eurer sensationsgierigen und verantwortungslosen Schlagzeilen ausgesetzt wurden und täglich werden es mehr.

Corona ist immer für Auflage und Klicks gut. Aber bitte nicht auf Kosten der Wehrlosen!

Ihr habt den Besitzern von Haustieren Angst eingejagt, mit Gerüchten, Vermutungen und schlecht recherchierten Halbwahrheiten oder einer reißerischen Headline, die am Ende des Artikels dann erst relativiert wird. Die meisten lesen jedoch nur, was fett gedruckt als Titelzeile über News und Artikeln steht.

Haustiere stellen keine Gefahr dar und können ihre Menschen nach derzeitigem Kenntnisstand, nicht anstecken!!!
Darüber sind sich sämtliche Experten und Institute weltweit nach wie vor einig!

Was ist daran so schwer zu verstehen?
Könnte man diesen, für viele Haustiere, lebensrettenden Sachverhalt, nicht DEUTLICH kommunizieren,
anstatt darauf herum zu reiten, dass der Virus bei 3 (!) Haustieren, weltweit festgestellt wurde, man vermutet, sie waren kontaminiert, nicht angesteckt und Fakt ist: der Übertragungsweg war vom Menschen auf das Tier… Ein feiner aber entscheidender Unterschied, den die meisten Leser weder realisieren, noch verstehen.

Von Journalisten würde ich erwarten, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden, Sachverhalte verständlich zu vermitteln und sich zu informieren!

Könnt ihr noch in den Spiegel sehen, bei all dem unnötigen Leid, das ihr mit eurer Form der „Berichterstattung“ anrichtet, liebe Redakteure und Journalisten?
Diesen Vorwurf müssen sich alle gefallen lassen, die zum Thema „Corona-Haustiere“, gerade für unnötige Verunsicherung sorgen!

Die Tierschützer werden europaweit, niemals in der Lage sein, diese zusätzliche Flut von verhungernden Tieren zu versorgen.
Das Leiden und Sterben unzähliger Haustiere beginnt gerade erst.

Ich spucke vor euch aus!

Nachtrag:
Um weiteren Missverständnissen entgegen zu treten, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass meine Ausführungen keine Pauschal Verurteilung waren sondern sich explizit an diejenigen richten, die durch missverständliche Schlagzeilen oder Ausführungen, die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung schüren.
Zitat:
„Diesen Vorwurf müssen sich alle gefallen lassen, die zum Thema „Corona-Haustiere“, gerade für unnötige Verunsicherung sorgen!“

Mir ist durchaus bewusst, dass es auch seriöse Artikel zu diesem Thema gibt und Journalisten, die sich der Problematik bewusst sind, leider noch viel zu wenige!

Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Kurzgeschichten, Lunas Sternengarten Geschichten, Tierschutz

Lunas Sternengarten – Die Mission Teil XIII

Der kleine Holztisch kippte mit einem lauten Krachen um. Die weiße Katze und alles was sich darauf befand, landete dabei unsanft am Boden.

„Autsch, das war ihre Lieblingsvase…“, kommentierte Luna die wilde Verfolgungsjagd zwischen Captain und Mr. Darcy, die einmal quer durch das Wohnzimmer ging und wieder zurück.
Trotzdem merkte man ihr an, dass sie das eher lustig als bedauerlich fand. Die beiden Racker waren einfach zu süß.
Seit die Austen Boys in ihrem Zuhause angekommen waren, herrschte dort Ausnahmezustand, denn sie zerlegten alles, was ihnen vor die Pfötchen kam zu Kleinholz, sie waren stets hungrig, wie ein Rudel Wölfe, begnadete Diebe und sie waren dabei unerschrocken, herrlich neugierig und immer in Action… wenn sie nicht gerade schliefen. Dann waren sie einfach nur niedlich.

Lunas Lieblingsmensch versuchte tapfer, das Chaos in Zaum zu halten aber jeder konnte sehen, wie vernarrt sie in die beiden Kater war, die Lunas Platz eingenommen hatten.
Mittlerweile versammelte sich der halbe Sternengarten am Aussichtspunkt zur Erde, um nur keinen ihrer neuesten Streiche zu verpassen.

Luna platzte schier vor Stolz denn obwohl oder vielleicht gerade, weil sie niemals selbst Kitten gehabt hatte, waren die zwei längst wie ihre eigenen Söhne. Prächtige Söhne, auch wenn ihr Mensch manchmal die Augen rollte, wenn sie es wieder einmal zu bunt getrieben hatten. Da musste sie durch…

„Ihr Lieben, darf ich euch einen Neuankömmling vorstellen?“
Valerion stupste den etwas schüchtern wirkenden kleinen Hund freundlich mit der Pfote an und lud ihn auf diese Weise ein, etwas näher zu kommen. Denn Csipi war auf der Erde blind und taub gewesen und musste sich erst noch daran gewöhnen, dass er jetzt sehen und hören konnte.

„Ich dache, dass Leo ihn etwas unter die Fittiche und in seine Hundegang aufnimmt.
Das ist Csipi. Herzlich willkommen in Lunas Stenengarten!
Wir haben dich bereits erwartet.“

Während Leo zur Begrüßung aufmunternd schnupperte und Csipi begeistert mit dem Schwanz wedelte, nahm Valerion Luna zur Seite.
Wir haben noch einen weiteren Neuzugang und ich dachte, du solltest als erste davon erfahren. Es ist die Mutter von Captain und Mr Darcy. Sie hatte einen Autounfall und vielleicht wäre es schön, wenn sie sehen könnte, wie glücklich ihre Söhne geworden sind.“

Luna legte die Stirn in Falten, immer ein Zeichen, dass sie angestrengt nachdachte oder emotional aufgewühlt war.
„Du meinst, ihre Mutter ist jetzt im Sternengarten und hat bisher nie erfahren, was aus ihren Katerchen geworden ist?“
Ihre klugen blauen Augen waren plötzlich groß und feucht, vor Rührung.
„Dann werden wir heute Abend jemanden sehr glücklich machen!“…

Alle Augen waren auf die zierliche weiße Siammix Katze gerichtet, die noch etwas misstrauisch am Rande des Sternengartens sass und dabei die Hunde Leo und Csipi gut im Blick behielt.
„Was soll ich hier, ich habe mir nie etwas aus Menschen gemacht“, fauchte sie schließlich ungeduldig.
„Es gibt niemanden, dem etwas an mir liegt und auch niemanden, der mir etwas bedeutet. Ich bin eine freie Katze…immer gewesen!“

Dann verengten sich plötzlich ihre wunderschönen blauen Augen zu kleinen Schlitzen und der rot geringelte Schwanz wirbelte große Wolken Sternenstaub auf. Sie hatte Mr. Darcy und Captain entdeckt.

„Heilige Göttin Bastet, was sind sie groß geworden! Und so wunderschön!
Meine wunderbaren Babies!
Ich habe mich immer gefragt, was wohl aus ihnen geworden ist, ob sie ihre Mission erfüllen konnten!“
Sie verschluckte sich fast an ihrem Schnurren, der ganze Körper vibrierte vor Glück.

Der kleine Faith musste schon wieder weinen, so nahe ging ihm das unverhoffte und wunderschöne Wiedersehen, der tapferen Katzenmutter mit ihren Kitten, die sie einst zur Futterstelle mitgebracht hatte, damit es die Kleinen besser haben sollten, als sie.
Ihre Kinder sollten nicht als Straßenkatze enden!

„Deine Söhne haben ihre Mission mehr als erfüllt“,
schnurrte Luna freundlich,
„Du kannst sehr stolz auf sie sein! Ich wünschte, ich hätte jemals solche Prachtkerle auf die Welt gebracht!

Mr. Darcy und Captain wurden von mir als Nachfolger auserwählt, ein schwieriger Job aber sie werden ihn  großartig erfüllen!

Wir lassen dich jetzt allein, damit du in aller Ruhe genießen kannst, was du solange vermissen musstest“, und dann fügte sie noch hinzu,
„wenn du möchtest…Iron kocht heute Abend für uns, das ist immer ein Fest. Du bist herzlich eingeladen…

Fortsetzung folgt 🐾
www.lunas-sternengarten.de

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Oh Captain…mein Captain <3 Die Mission…es geht weiter…

 

Es war wirklich kein Vergnügen!
6 Stunden auf der Autobahn, mitten in der Nacht.
Bereits nach einer Stunde war mein Vorrat an Augentropfen aufgebraucht und der Nacken durch das angestrengte Sehen, wie aus Beton. Wobei dieser Vergleich hängt, denn Beton schmerzt nicht.

Aber auch für meine beiden Neuankömmlinge war diese Reise nicht wirklich schön. Keines der Tiere im Transporter bellte oder miaute während der Übergabe. Nur zwei Katzen schrien laut und kläglich.
Es waren meine.
Ich kannte dieses Jammern von Luna. Laut , ausdauernd und herzzerreißend, sobald sie im Transportkäfig sass.
Da wusste ich eigentlich schon, dass ich die Richtigen ausgesucht hatte, oder sie mich..
Ich wusste, wer da jammert, als ich es hörte. 

Sie hatten schrecklichen Durchfall, ich konnte das bereits im Freien riechen, als ich sie schließlich Nachts um drei in Empfang nahm.
Im kleinen Auto war der Geruch dann schier umwerfend, was für ein Glück, dass ich in weiser Voraussicht auf Begleitung verzichtet hatte. Uhrzeit und Gestank, wollte ich niemandem zumuten.

Sie schrien, jeden Kilometer, bis wir zuhause waren. Nicht das bekannte Miau oder Jammern, sondern dieses kehlige, verzweifelte, laute Schreien, das ich bei Luna nur kannte, wenn wirklich Land unter war. Für die beiden war Land unter, schließlich saßen sie mittlerweile seit 20 Stunden in der kleinen Box.

„Alles wird gut“…versuchte ich immer wieder zu trösten.
„Mama gibt jetzt Gas und zeigt euch, wie man einen neuen Streckenrekord aufstellt“…
Und das tat ich dann auch, ich stellte am Heimweg einen neuen Rekord auf. Die Autobahn war wie leer gefegt. Sonntag Nacht, klare Sicht und ich war beflügelt mit jedem neuen Schrei von den Rücksitzen.

Als der ersehnte Moment endlich da war, als ich die Boxen öffnete, schlüpften die schmutzigsten Katzen an mir vorbei, in die Wohnung, die ich jemals gesehen oder gerochen hatte.
Bis zu den Öhrchen waren sie mit ihrem Durchfall beschmiert , kein Wunder, dass sie so lautstark gejammert hatten.

Es war nicht der Moment für rührselige Willkommensbilder!
Stattdessen versuchte ich, sie vom gröbsten Schmutz zu befreien, zu retten, was an Textilien nicht waschbar und im Wege war und beschloss, schließlich zu warten, bis sie sich dann selbst putzen. Kein Bad, zur Begrüßung, das wollte ich ihnen nicht antun.

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Keine Sorge, wir machen uns jetzt selbst sauber …

Nachdem sie mit ordentlichem Appetit gegessen hatten, nachdem sie brav das Kistchen benutzt, die Wohnung erkundet hatten und ich die erste Putzorgie beendet, musste ich unbedingt eine Stunde schlafen.
Nach wie vor waren die zwei Süßen beim besten Willen nicht bettauglich und ich schloss die Tür zum Schlafzimmer hinter mir.

Im Halbschlaf hörte ich das Weinen, diesmal nicht laut und wütend sondern kläglich und leise. Sie wollten nicht allein sein.

„Ach, ist jetzt auch schon egal! Dann wird eben auch das Bettzeug gewaschen“…dachte ich, öffnete die Schlafzimmertüre und legte mich wieder zurück ins Bett.

Dann raschelte es neben mir…ein schmutziges Pfötchen schob sich vorsichtig unter die Bettdecke.
Luna hatte das immer gemacht.
Ganz automatisch hob ich die Bettdecke ein Stück an und genauso schlafwandlerisch schmiegte sich Captain dann unter der Decke in meinen Arm, legte das Köpfchen auf meine Hand, seufzte, schloss die Augen …und war sofort eingeschlafen…
Er hatte sich bereits eine Stunde nach der Ankunft den Platz an meinem Herzen gesichert.

Mr. Darcy folgte zwei Minuten später und legte sich ans Bettende, auch er, als hätte er nie im Leben etwas anderes getan. Er dehnte sich noch einmal genüsslich und dann schlief auch er.

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Mr. Darcy und Captain, zwei Stunden nach ihrer Ankunft bei mir ❤

Wir schliefen alle drei ein, nach dieser anstrengenden Nacht.
Als ich wieder aufwachte, lagen sie noch immer mit im Bett und bestürmten mich beide, jeder wollte zuerst gestreichelt werden.
Es roch grauenhaft im Schlafzimmer und ich war unsagbar glücklich!

„Frühstück, Captain und Mr Darcy“… rief ich später fröhlich aus der Küche.
Und dann frühstückten wir gemeinsam, als wäre es niemals anders gewesen.

Dankeschön Luna..jetzt weiß ich, warum du gerade sie ausgesucht hast!

Tierschutz

Was ist eigentlich „wahrer“ Tierschutz?

Was ist eigentlich „wahrer Tierschutz“???

Diese Frage sollte ich als Thema für die Webseite einer lieben Tierschutzfreundin ausführen.…aber gerne doch, kein Problem, dachte ich…und machte mich gleich ans Schreiben…
Sehr schnell stellte ich dann aber fest, dass das eine verflixt schwierige Frage war…ja, was ist denn jetzt eigentlich wahrer Tierschutz???

Ist es die Sorte Tierliebe, die bewegungsfreudige und soziale Wesen, wie Kaninchen, Mäuse, Ratten oder auch Vögel, in kleine Käfige sperrt und das oftmals noch in Einzelhaft? Ganz sicher nicht, obwohl deren Besitzer sich allesamt als Tierfreunde rühmen würden, sollte man sie fragen… weil sie ihre Lieblinge füttern und versorgen.

Sind es die paar Euro mehr, die man gewillt ist, für Bio Ware zu bezahlen? Blutgeld, dass den Schweinen ein paar Quadratmeter mehr Platz und bessere Haltungsbedingungen verschafft, ehe sie zum Schlachter gekarrt werden? Vielleicht aber der Aufpreis für Eier aus Freilandhaltung, von wirklich glücklichen Hühnern, mit Nestern und einem längeren Leben, als das ihrer Leidensgenossen?

Ist es der Verzicht auf Milchprodukte, damit für den eigenen Genuss kein Kälbchen von der Mutter getrennt wird, keine Kuh als Milchmaschine missbraucht und deren Herz bei jedem entrissenen Kalb aufs neue bricht…Milch…damit die eigenen, behüteten menschlichen Kinder mit dem Leid der Kinder anderer Lebewesen, genährt werden?

Oder ist es vielleicht die Rettung von Straßentieren? Also nur, falls sie wirklich gerettet werden wollen, manchmal ist das Leben auf der Straße für sie 1000 mal besser, als das, was sie in so manchen, sogenannten Sheltern des Grauens erwartet.

Ist es das Füttern der hungrigen Straßentiere, die sich dadurch immer weiter vermehren und deren Leid nur wächst, wenn dabei nicht auch umfassend kastriert wird, was gerne vergessen wird?

Ist es die Adoption eines solchen Tieres, selbst wenn man dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, wenn man bereits zu viele von ihnen hat, und keinem mehr gerecht werden kann, geschweige denn, die Kosten tragen, sollte eines krank werden?

Was ist mit den Demos für die Stimmlosen? Ja, hier hätte ich keinerlei Bedenken, es sei denn, sie werden für politische Statements missbraucht, was leider zunehmend vorkommt.

Selbst Zoos preisen sich für wahren Tierschutz, wenn sie Arten erhalten. Ich vermute stark, dass keine Art der Welt, für ein Leben in Gefangenschaft und hinter Gittern erhalten werden möchte. Diese Form von Tierschutz findet wohl eher für den Menschen statt …

Und dann wären noch die Menschen, die sich mit Herzblut und großem Einsatz für Tiere engagieren. Ist es wahrer Tierschutz, wenn sie dabei regelmäßig die Mindestanforderungen für menschlichen Umgang miteinander, großzügig ignorieren.
Wenn sie dabei das Bild nach außen tragen, als wäre die Tierschutzszene ein Haufen zänkischer und missgünstiger Gesellen, die Menschen hassen und sich deshalb den Tieren zugewendet haben. Wo endet Tierschutz und wo beginnt der Egotrip der Soziopathen?

Fragen über Fragen, die teilweise sehr einfach zu beantworten sind aber manche davon, machen mir Kopfzerbrechen. Deshalb wurde dieser Artikel bis heute nicht geschrieben.

Wahrer Tierschutz … wie auch immer er aussieht, sollte in allen Fällen menschliche Belange und Bedürfnisse hinten anstellen und sich einzig um das Wohlergehen unserer Mitgeschöpfe drehen. Ob es ihn eigentlich überhaupt gibt, den wahren Tierschutz? Sind wir Menschen überhaupt dazu fähig? Wenn es so wäre, dann wäre unsere Welt längst eine völlig andere.

(c) Bettina Marie Schneider

 

 

 

 

 

 

Katze, Kurzgeschichten, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Lunas Sternengarten – Die Mission

Die Mission

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Sie kamen auf der Straße zur Welt. Kein wirklich guter Start.
Die meisten Straßenbabies überleben ihre ersten vier Monate nicht, sie verhungern, werden von wilden Hunden gefressen, sie sterben an Infektionskrankheiten oder werden überfahren.

Doch diese beiden Katerchen hatten Glück.
Ihr Vater, der größte und schönste rothaarige Kater im Revier, wachte über seinen Nachwuchs. Alle hatten großen Respekt vor ihm.
Wenn er sich nach seiner letzten Patrouille zu ihnen ins Gebüsch legte und ihre Mutter ablöste, die Kleinen zu wärmen, dann erzählte er ihnen alles, was sie wissen mussten.
Er erzählte ihnen auch, sie hätten einen Auftrag, eine wichtige Mission zu erfüllen:

„Jede Katze kommt mit einer Mission in die Welt, müsst ihr wissen. Meine Mission ist es, unser Straßenrudel zu schützen, die eurer Mutter ist es, schön und wild zu sein… und eure Mission, die müsst ihr erst noch herausfinden.
Aber als meine Söhne erwarte ich Großes von euch. Vielleicht seid ihr sogar für einen Menschen bestimmt!
Das ist die schwierigste Aufgabe. Menschen sind seltsam, müsst ihr wissen…“
Dann schnurrte er nachdenklich. Denn wie sollten seine Jungs jemals den Menschen finden, für den sie bestimmt waren?
Der rote Kater war erfahren und wusste viele Dinge. Aber auf manche Fragen hatte auch er keine Antwort.

Dafür hatte die Mutter der beiden eine Idee.
Als das nächste Mal jemand an die Futterstelle kam, brachte sie ihre beiden Söhne einfach mit. Vielleicht würde sich jemand um sie kümmern? Vielleicht war irgendwo doch noch ein sicherer Platz in der Menschensiedlung frei?

Die beiden Katzenkinder staunten über die vielen anderen Katzen, die sich hier alle zum Festmahl versammelt hatten. Große und kleine, schwarze, weiße, alte und junge Tiere.
Es gab genügend Futter für jeden und dieses zweibeinige Wesen mit der freundlichen Stimme, das war dann wohl der Mensch, von dem ihr Vater erzählt hatte?

Fragend drehten sie sich zu ihrer Mutter um…aber die war plötzlich nicht mehr da. Menschen waren nicht so ihr Ding. Obwohl sie mittlerweile wusste, dass es auch freundliche Exemplare gab, hielt sie sich lieber fern und beobachtete aus einem sicheren Versteck heraus, ob der Plan aufgehen würde…ob der Mensch an der Futterstelle die beiden Babies in Obhut nehmen würde. Sie wünschte ihren Söhnen nur das beste Leben, auch wenn es den Abschied bedeutet.

Die beiden saßen nicht lange allein. Ehe sie begriffen hatten, was gerade passiert, wurden sie bereits von sanften Händen ergriffen und in einen Käfig gesetzt.
So begann völlig unerwartet für sie, die lange Reise, die Suche nach IHREM Menschen, nach ihrer Mission.

Mit einem halb glücklichen, halb traurigen Seufzer drehte die Katzenmutter sich noch ein letztes Mal um und sah dem Auto nach. Dann machte sie sich auf den Weg, um dem roten Kater und der Kolonie zu verkünden, dass ihre Babies es geschafft hatten…
Sie waren jetzt in sicherer Obhut und würden niemals Straßenkatzen werden, die beständig auf der Hut und im Ungewissen leben müssen, die hungern und frieren…

Diese beiden Kinder würden es einmal besser haben als sie…und sie würden mit etwas Glück vielleicht sogar ihre Bestimmung finden…einen Menschen glücklich zu machen.
Die zarte, weiße Siammix Kätzin mit den blauen Augen schnurrte zufrieden. Sie war sehr stolz auf ihre Söhne! …

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Während man in der Katzen Kolonie die Rettung der beiden Katerchen mit einem ausgiebigen Mondenspaziergang feierte, war den beiden Helden dieser Geschichte noch nicht so ganz nach Feiern zumute.
Sie waren in einem kleinen Raum, es gab ein Bettchen, es war warm, es gab Futter… aber richtig wohl war ihnen trotzdem nicht. Sie fühlten sich einsam.

Natürlich hatte ihre Mutter sie am Morgen sanft auf das große Abenteuer vorbereitet. Aber sie hatte dabei nicht erwähnt, dass sie dieses Abenteuer ohne ihr vertrautes Rudel erleben würden.

„Mama fehlt mir“, jammerte der Jüngere der beiden.
Sein älterer Bruder, drei Minuten älter, um genau zu sein, tröstete ihn.
„Sie hat gesagt, ganz gleich, was passiert, wir sollen uns keine Sorgen machen! Helden müssen tapfer sein … und wir sind ihre kleinen Helden!
Also hör auf zu jammern und warte einfach ab, was passiert.
Wenn dieser Mensch, der uns hierher gebracht hat, jetzt unsere Mission ist, dann müssen wir uns bald um ihn kümmern!
Aber erst einmal wird geschlafen. Ich habe so viel gegessen, ich bin pappsatt und müde!“
Sie kuschelten sich eng aneinander und schliefen ein.

In dieser Nacht ging auch eine andere Katze im Mondschein spazieren.
Sie setzte sich ganz an den den Rand des Sternengartens und sah nachdenklich auf die beiden Katzenbrüder.
Ob sie eine gute Wahl wären? Ob es sehr schwierig werden würde, sie zusammenzubringen?

Sie kniff die Augen zusammen und schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Wieder scharf wie ein Adler sehen zu können, war eine der schönsten Errungenschaften im Sternengarten.
Es waren ein paar Tausend Kilometer.
Aber Liebe kennt keine Entfernungen und keine Zeit.
Der Sternengarten war noch viel weiter entfernt von ihrem Menschen, als diese beiden Katzenkinder und doch waren sie sich ganz nahe.

Sie beschloss, noch eine Weile darüber nachzudenken. Sie wollte die beiden noch eine Weile beobachten und dann ihre Entscheidung treffen.
Luna kuschelte sich in eine weiche Wolke und schickte vor dem Einschlafen noch einen schönen Traum auf die Erde. Darin kamen kleine, weiße Katzen vor und sie fand ihn sehr gelungen…

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„Wann hat sie das gesagt?!!!
Der kleine weiße Kater sah seinen älteren Bruder zweifelnd an.
„Bist du sicher? Sie ist also gar nicht unsere Misssion und wir müssen weiter nach unserem Menschen suchen?“

Er war enttäuscht, denn in diesem Zuhause hätte es ihm sehr gefallen. Mittlerweile hatten sie sich gut eingewöhnt, der Mensch sprach immer nett zu ihnen. Im Haus gab es viele interessante Dinge zu entdecken und er hatte die Frau, mit dem dunklen Fell am Kopf, bereits richtig lieb gewonnen.
Seine Schnurrhaare vibrierten vor Aufregung, während er versuchte, zu verstehen.

„Was meinte sie damit, dass wir bald in ein Tierheim umsiedeln müssen, wenn sich bis zum Winter niemand findet, der uns adoptiert? Warum nimmt sie uns nicht einfach mit, wenn sie wieder zurück in ihre Heimat zieht?“
Er sprang auf die Fensterbank und sein Bruder tat es ihm nach. Auch er hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Was sollte aus ihnen werden, wenn bis dahin niemand sie adoptieren wollte?

Gemeinsam beobachteten sie durch die Fensterscheiben, wie der Herbststurm durch den Garten fegte und hingen dabei ihren düsteren Gedanken nach.
„Wie sollen wir jemanden finden, der gar nicht weiß, dass wir nach ihm suchen???“

Während die beiden Katerchen sich den restlichen Nachmittag mit Spielen vertrieben, schrieb ein paar Tausend Kilometer entfernt, eine Frau gerade eine Bewerbung. Sie hatte die heimatlosen Kätzchen auf Facebook gesehen und wollte sie gerne adoptieren.

Luna sah ihr vom Rand des Sternengartens dabei interessiert über die Schulter und zuckte ärgerlich mit der Schwanzspitze!
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, so lange zu überlegen!
Heute Nacht wollte sie doch den beiden Katerchen und ihrem Menschen den ersten Traum senden, der Traum, in dem sie sich begegnen sollten. Und jetzt das!
Ob sie im Sternengarten aus der Übung gekommen war? Sollte sie sich so geirrt haben?

Etwas besorgt stellte sie fest, dass ihr Mensch wieder einmal weinte. Sie machte gerade Hausputz und hatte beim Saubermachen ein Knäuel weißer Katzenhaare unter dem Bett gefunden. Die letzten Spuren von ihr im Haus.
Diese Heulerei musste endlich aufhören!

Luna streckte sich, dehnte genüsslich alle Muskeln, die jetzt nicht mehr schmerzten und verließ ihren Lieblingsplatz am Rande des Sternengartens.
Sie würde noch einmal gründlich nachdenken, denn wenn diese beiden Katerchen nicht für ihren Menschen bestimmt waren sondern zu einer Frau nach England reisen sollten, wer war es dann?
Wen sollte sie dann als Nachfolger bestimmen?

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Wenn man als heimatloses Straßenkätzchen so richtig viel Glück hat und die ersten Wochen überlebt…wenn man dann nicht nur von der Straße gerettet wird sondern sogar auf einer liebevollen Pflegestelle auf Adoption warten darf…dann kann das Leben richtig schön sein!

„Wir haben jetzt schon Namen erhalten!“, verkündete das weiße Katerchen stolz, während es mit gewagten Sprüngen das Wohnzimmer durchquerte. Dann schubste er seinen jüngeren Brüder schwungvoll zur Seite und verschaffte sich auf diese Weise Platz am Fressnapf.

„Unser Mensch hat heute wieder geschrieben! Wir müssen nicht in ein Tierheim sondern wir werden nach England reisen.
Wir sind jetzt adoptiert! Und wir heißen Sebastian und Simon. Gefallen dir die Namen? ich weiß aber nicht, wer von uns Sebastian und wer Simon ist.“

Sein jüngerer Bruder vergaß vor Aufregung sogar, zurückzuschubsen. Er hörte auf zu Essen und fragte neugierig:

„Welcher von beiden Namen ist denn ein Heldenname? Ich möchte gerne wie ein Held heißen!“ …

Luna musste lächeln, als sie vom Sternengarten aus, die Unterhaltung der beiden verfolgte. Obwohl mittlerweile klar war, dass sie für ihren Menschen nicht in Frage kommen würden, da bereits jemand anderes die Adoption angemeldet hatte, machte es ihr einfach Freude, sie zu beobachten.
Es waren niedliche und liebevolle Jungs, … und klug waren sie auch! Luna hatte eine Schwäche für kluge Kater…
Schade, dass ihre Pläne durchkreuzt worden waren.
Ihr Mensch musste wohl noch ein wenig warten, bis zwei neue Herzenskatzen den freien Platz einnehmen würden.

Ein bisschen schmeichelte es ihr doch, dass bisher keine andere Katze ihr Herz erobern konnte.
Sie erledigte wieder ihre Arbeit, wie Luna zufrieden feststellte, aber verweilte bei keiner Katze länger, als nötig war, sie zu versorgen.
Sie schrieb keine neuen Katzengeschichten sondern arbeitete bevorzugt mit Mäusen und anderen tierischen Helden.

Neugierig reckte Luna ihr Näschen aus dem Sternengarten um genauer sehen, was ihr Mensch eigentlich gerade am PC arbeitete. Sie sass schon den ganzen Abend vor dem Rechner.
Als sie es sah, wäre sie vor Schreck fast von der Wolke gepurzelt!

Ihr Mensch druckte sich gerade einen Beitrag aus. Es war ein Beitrag, in dem man nach Adoptanten suchte… Adoptanten für die beiden Katerchen, die jetzt Sebastian und Simon hießen!
Luna war gleichermaßen verwirrt und besorgt.
Das konnte nur in einer großen Enttäuschung enden!

Ihr war schleierhaft, wie ihr Mensch gerade diese beiden unter den Tausenden von Katzen auf Facebook gefunden hatte. Vermutlich war das ewige Seelenband bereits geknüpft worden.
Und jetzt wurden sie von jemand anderem adoptiert!

Sie peitschte ärgerlich mit dem Schwanz und beschloss, Philly die Nachbarskatze zu informieren, die als ihre Vertretung öfter einmal aushalf.
Sehr bald würde vermutlich bei ihrem Menschen wieder verschärfter Seelentröster Dienst anstehen… dann sollte Philly bereit sein….spätestes, wenn die Absage käme.

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„Ich möchte auch etwas sehen!“,
quengelte der kleine Faith und schlüpfte an Enzo und Iron, an Fiete und Valerion vorbei, die alle gemeinsam mit Luna am Rande des Sternengartens sassen und besorgt beobachteten, was gerade passierte.
Seit Luna ihnen die neuesten Entwicklungen erzählt hatte, wollten auch sie wissen, wie es weiterging.
Der gutmütige Enzo gab Faith einen liebevollen Stups mit der Pfote und überließ ihm seinen Platz.
„Sie tun mir richtig leid“, seufzte Luna und dann sagte eine Weile niemand mehr etwas.

Das Auto hielt vor einem langgestreckten Gebäude und eine Frau nahm die Transportkiste in Empfang.
„Wir haben für sie noch ein Plätzchen in einem Abteil freimachen können, keine Sorge. Die Jungs sind aufgeweckt und verträglich, sie werden das wegstecken. Gute Reise!“

„So ein Jammer! Ich hätte es den beiden wirklich gewünscht aber die Absage der Adoption kam erst im letzten Moment.
Persönliche Umstände …da kann man nichts machen. Leider.
Wir haben sie bei uns behalten, so lange es irgend ging, aber morgen ist letzter Abreise Termin, kein weiterer Aufschub möglich.
Bitte passen Sie gut auf die kleine Racker auf, sie haben es faustdick hinter den Ohren und sie sind unglaublich liebenswürdig. Hoffen wir, sie werden gemeinsam adoptiert. Es wäre so schade, sie auseinander zu reißen!
Ich habe ihnen übrigens noch keinen neuen Namen gegeben. Dann fällt es leichter, loszulassen…“
Sie zuckte bedauernd mit den Achseln und dann stieg die Pflegemutter der Kätzchen traurig ins Auto.

Faith schniefte laut und ein paar Tränchen tropften auf die weiße Wolke unter seinen Pfötchen.
Aber auch Luna, Iron, Fiete, Enzo und Valerion hatten einen Kloß im Hals, als sie diese Szene mit verfolgten.
Sie alle wussten, wie es sich anfühlte, allein auf der Welt zu sein.
Und sie alle wussten, was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen, selbst wenn man das gar nicht möchte!

Die beiden Katerchen lugten ängstlich durch die Schlitze des Transportkäfigs.
Gestern noch, waren sie vergnügt durch die Wohnung geturnt und hatten große Pläne geschmiedet.
Ihre Mission schien fast beendet!
Sie hatten ihren Menschen gefunden und die Köfferchen waren gepackt.
Wie es im neuen Zuhause wohl aussehen würde?
Ob sie dort endlich auch einmal ins Freie dürften, all das erleben, was durch die Fensterscheiben so verlockend aussah?
Oh, wie hatten sie sich darauf gefreut!

Und heute?
Heute waren sie plötzlich wieder zwei No Name Katzen ohne Zuhause.
Niemand wollte sie, niemand konnte sie behalten und die große Mission schien unerreichbarer denn je.
Die Reise ins Glück endete im Tierheim!

„Ich hoffe, die anderen Katzen sind wenigstens nett“, flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu, als die Kiste auf dem Boden abgesetzt wurde.
Auch seinem Bruder war etwas bange aber das wollte er dann doch nicht zugeben.
„Pah, natürlich sind sie nett. Und falls nicht, dann gehen wir ihnen einfach aus dem Weg.
So wie Mama das immer gemacht hat, wenn andere Katzen im Revier für Stress gesorgt haben.“
Dann rückten sie ganz eng zusammen, holten tief Luft und wagten sich Seite an Seite, aus dem Käfig.
Das war also das gefürchtete Tierheim, in dem sie schließlich doch gelandet waren…

„Du bist nicht aus der Übung gekommen, meine Liebe“, schnurrte Valerion.
„Deine Magie macht nur ein paar Umwege.
Wie es aussieht, hat dein Mensch ihre Bewerbung doch nicht zu spät abgeschickt. Hoffen wir, diesmal klappt alles!“

Luna schnurrte freundlich zurück.
Sie liebte es, Recht zu behalten und in Gedanken bastelte sie bereits weiter an dem Traum, den sie schon längst hatte senden wollen.
Der Traum, in dem sich ihr Mensch und die beiden Katerchen zum ersten Mal begegnen…

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Endlich schlief sie, tief und fest! Das Buch war ihr aus der Hand geglitten…
„Es geht los!“
Luna angelte geschickt mit dem Pfötchen nach etwas Sternenstaub, der beständig am Sternengarten vorbei schwebte.
„Psst…Ruhe jetzt! Ich muss mich konzentrieren.“
Iron, Enzo, Fiete, Valerion und der kleine Faith sahen andächtig zu, wie der Traum sich mit dem Sternenstaub vermischte und dann Richtung Erde schwebte.

Es war ein lauer Sommerabend. Die Sorte Abend, von der man sich wünschte, sie würden niemals zu Ende gehen.
Im Garten graste ein Reh. Es ließ sich weder von der Klavier Musik stören, noch von den Stimmen auf der Veranda.
Sie legte das Buch beiseite und strich Luna über den Kopf“.
„Wäre es nicht schön, wenn wir Gesellschaft hätten?“,
fragte Luna unvermittelt.
„Findest du es nicht etwas still hier?“

„Du wolltest doch nie Gesellschaft! Erinnerst du dich an den letzten Versuch? Der arme Kater war noch tagelang verstört von deinen wüsten Beschimpfungen…ich wollte immer gerne noch ein paar nette Jungs..aber dann… seit Iron…“
Sie seufzte und Luna rückte noch ein Stückchen näher an sie heran.

„Wie wäre es mit diesen beiden?“
Sie deutete mit der Pfote Richtung Garten, wo zwei weiße Katerchen über den Rasen turnten und in der Abendsonne ausgelassen nach Motten haschten.
„Wir könnten sie nach deinen Lieblingshelden Mr. Darcy und Captain Wentworth nennen und ich wäre auch nett zu ihnen, versprochen!“
Während Luna diesen Vorschlag machte, spiegelte sich die untergehende Sonne in ihren blauen Augen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob diese Augen aus funkelndem Sternenstaub bestehen würden.

Die beiden Katerchen hatten mit dem Fangspiel aufgehört und sahen aufmerksam in ihre Richtung, als ob sie wüssten, dass gerade über sie gesprochen wurde.
Die Blicke trafen sich…

„Ooohhh, das war aber ein schöner Traum“, flüsterte der kleine Faith andächtig. Woher kannst du das?
Luna schnurrte geheimnisvoll.
„Ich habe lange in einem Hexenhaushalt gelebt. Wenn du möchtest, sende ich dir auch einmal einen schönen Traum. Sag mir, was du gerne träumen möchtest und mit wem…“
Dann machten sie sich auf den Weg, zurück zu den anderen Sternengarten Katzen.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Katerchen mit unsanften Pfotenhieben geweckt.
„Hey ihr Schlafmützen! Steht endlich auf, wir möchten spielen!!
Verschlafen kletterten sie aus ihren Bettchen.
Seit sie im Tierheim angekommen waren, ging die Post ab! Hier war immer etwas los! Die kleine Katzengang aus ihrem Abteil verstand sich prächtig untereinander.

Sie alle teilten das gleiche Schicksal…sie hatten keinen Platz auf der Welt, sie hatten niemanden, um den sie sich kümmern konnten.
Jeder von ihnen wartete jeden Tag aufs neue darauf, seine Mission endlich anzutreten. Und jeder hatte schreckliche Angst, dass dieser Tag vielleicht niemals kommen würde.

Trotzdem war die Stimmung kein bisschen traurig. Das Tierheim, in dem sie gelandet waren, wurde vorbildlich und liebevoll geführt.
Sie vertrieben sich die Zeit mit wilden Fangspielen, balgten und alberten miteinander, sie kuschelten und machten sich gegenseitig sauber …

„Ich muss dir dann unbedingt etwas erzählen“,
flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu.
„Ich hatte einen ganz seltsamen Traum! Seltsam und schön.
Wir waren an einem wunderschönen Ort…und es kam mir so vor, als wären wir dort schon immer Zuhause gewesen…und ich weiß jetzt auch, wie ich heißen möchte.
„Captain“…ich habe meinen Heldennamen gefunden. Er ist mir in diesem Traum plötzlich eingefallen!…“

 

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Lunssternengarten.de

Die schwarze Schönheit zwinkerte den anderen Katzen im Raum amüsiert zu.
„So, so …und jetzt seid ihr beiden also Helden, weil euch das im Traum jemand geflüstert hat und ihr nennt euch ab jetzt Mr. Darcy und Captain. Habe ich das richtig verstanden?“
Großes Gelächter im Katzenzimmer. Nur zwei der Katzen lachten nicht mit.

„Ja, das hast du ganz richtig verstanden und da gibt es gar nichts zu lachen!“, fauchte der ältere der beiden Katzenbrüderchen, beleidigt.
„Captain und ich hatten genau den gleichen Traum … und wenn deine Mutter dir etwas über Magie und Bestimmung beigebracht hätte, dann würdest du wissen, wie man Zeichen erkennt! Anfängerin!“

Das weiße Katerchen, das sich seit heute Mr. Darcy nannte, stolzierte ungerührt an ihr vorbei, zum Fressnapf und gab deutlich zu erkennen, dass diese Unterhaltung für ihn damit beendet war. Captain folgte ihm nach, wie immer.

Luna und Valerion konnten sich das Lachen nicht verkneifen.
„Deine Schützlinge haben bereits einiges von Dir gelernt“, prustete Valerion.
„Sie sind fast schon so resolut, wie Du, meine Liebe!“
Luna schenkte ihm einen ihrer berühmten Blicke.
„Findest du, dass ich resolut bin?“
„Gibt es eigentlich irgendwelche Neuigkeiten zur Adoptionsanfrage?“,
wechselte Valerion eilig das Thema.

„Fehlanzeige! Sie checkt im Stundentakt den Posteingang. Aber es hat sich noch niemand bei ihr gemeldet. Langsam mache ich mir wirklich Sorgen.
Vielleicht hat mittlerweile doch noch jemand anderes angefragt?
Vielleicht werden sie nicht in Freigang vermittelt? Weiße Katzen …du weisst schon….
Menschen sind seltsam! Als ob wir weißen Katzen zerbrechlicher wären, als andere!
Wie ich diese Vorurteile hasse, als ob die Fellfarbe irgendetwas über den Charakter aussagen würde!
Es gibt sanfte, schwarze Prinzessinnen und wilde, weiße Kriegerinnen…es gibt kapriziöse, graue Magierinnen … einzig das Herz, das unter dem Pelz schlägt, entscheidet über unsere wahre Bestimmung!

Luna hatte sich in Rage geredet. Ihre Schwanzspitze wirbelte bei jedem Satz neuen Sternenstaub auf und Valerion wünschte, er könnte ihr etwas tröstliches sagen aber auch er fand es merkwürdig, dass bis heute keine Antwort auf die Adoptionsanfrage eingetroffen war.

Weihnachten stand vor der Tür…und wenn nicht noch ein kleines Wunder passierte, durfte keine der Katzen aus dem Abteil, in dem Mr. Darcy und Captain untergebracht waren, mit einer Familie unter dem Weihnachtsbaum feiern…nicht eine von ihnen hatte es bisher geschafft, ihre Mission zu erfüllen…

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„Lunaaaa!!!“
Iron stürmte die Marmor-Treppe zu Lunas Pavillion im Sternengarten hinauf.
„Bist du zuhause? Darf ich stören?
Es gibt wichtige Neuigkeiten, das musst du dir unbedingt ansehen!
Die anderen sind schon voraus gegangen!“

Ehe der prächtige Kater mit den gelben Augen sich versah, war Luna mit einem eleganten Satz über ihn hinweg und auf den Weg, Richtung Ausguck, gesprungen.
Seit er im Sternengarten wohnte, war sein Schwanz nachgewachsen und das kaputte Beinchen wieder stark und belastbar. Iron war in Bestform, trotzdem gelang es ihm nicht, Luna einzuholen. Die Neugierde verlieh ihr Flügel.

Zwei Frauen saßen am Tisch und tranken Kaffee.
Sie plauderten und lachten. Eine der beiden, machte sich eifrig Notizen. Schließlich meinte sie:
„Ich denke, ihr werdet gut zueinander passen! Sobald ich die Unterlagen weiter gereicht habe, wird man sich mit dir in Verbindung setzen.
Es wird aber in jedem Fall noch ein wenig dauern, denn erst wenn ein Transport komplett voll ist, schicken wir die Kleinen auf die Reise. Leider tut sich im Augenblick wenig.
Vielleicht sind die Meisten gerade mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und verschieben eine Adoption ins Neue Jahr. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass es schnell geht…“

Nachdem der Gast verabschiedet war und die Türe ins Schloss fiel, drehte sie vor Freude und Erleichterung ein paar Pirouetten durch die Wohnung. Dazwischen hielt sie immer einmal wieder inne und streichelte liebevoll über ein Bild.
„Ich weiß, dass du dahinter steckst. Und ich finde es wunderbar, meine Süße.
Und du weißt, dass du trotzdem immer die Diva meines Herzens bleiben wirst. Immer!…“

Fiete und Enzo klatschen mit ihren Pfötchen High Five und der kleine Faith hatte schon wieder Tränen in den Augen. Aber diesmal waren es Freudentränen und offensichtlich war er nicht der Einzige. Auch Luna schniefte verdächtig…

„Ich freue mich sehr für dich und deinen Menschen und natürlich auch für Darcy und Captain.
Gemütlich hast du gewohnt und dein Mensch scheint sehr nett.
Als sie mich damals in den Armen hielt, war ich sicher, sie wäre auch meine Mission. Wir wären für einander bestimmt.
Ich habe mich oft gefragt, warum es mir dann doch nicht bestimmt war, bei euch mit einzuziehen. Warum ich meine Mission nie erfüllen durfte.“
Iron sah Luna bei diesen Worten an, als hätte sie die Antworten auf all die Fragen, die er so lange schon vergeblich suchte.

„Ich bin ganz sicher, deine Mission war niemals mein Mensch!
Ihr seid euch nur begegnet, damit du deine wahre Bestimmung erfüllen kannst.
Sie sollte dich nie adoptieren. Sie sollte nur deine Geschichte schreiben.
Ich denke, ihr habt das beide missverstanden.
Du kamst mit der wertvollen Gabe auf die Welt, nicht nur ein Herz zu berühren sondern das vieler Menschen.
Jeder hat dich geliebt.

Diese Liebe hat seitdem für unzählige Katzen in und um Athen Großes bewirkt.
Siehst du die Futterstellen, unten an den Straßen?
Sie konnten eingerichtet werden, weil plötzlich genügend Spender bei Frieden für Pfoten unterstützten.
Die Menschen haben deine Geschichte gelesen und wollten helfen.
Du hast auf diese Weise viele Leben gerettet und zweite Chancen geschenkt.
Deine schwierige Mission wurde bestens erfüllt.
Du kannst sehr stolz auf dich sein, Iron … wir alle sind sehr stolz auf dich!“

Und dann tat sie etwas, was noch nie vorher jemand bei ihr gesehen hatte. Nicht auf der Erde und auch nicht im Sternengarten.
Luna schenkte Iron ein zärtliches Nasenküsschen.

 

Mr. Darcy sass in seinem Lieblingskarton und grübelte.
Sollte er auf seinen Bruder hören?
Wahrscheinlich würden die anderen Katzen wirklich wieder ihre Späßchen machen, wenn er ihnen von ihrem neuesten Traum erzählte. Auch er fand die Geschichte etwas seltsam, die ihm die wunderschöne weiße Katzendame darin zugeflüstert hatte.
Sie wirkte ein bisschen streng und unnahbar aber irgendwie hatte er das Gefühl, sie meinte es gut mit ihnen.

Er hatte noch nie einen Brief geschrieben, nicht an den Weihnachtsmann und schon gar nicht an einen großen Kürbis.
Aber wenn das wirklich helfen würde, damit auch seine Freunde aus dem Abteil im Tierheim endlich ihre Mission antreten dürften, damit auch sie endlich adoptiert werden…dann würde er das tun!
Er hatte sie alle lieb gewonnen, die energischen schwarzen Schwestern Thelma und Luise, Tigerchen Thomas, den fröhlichen Colorpoint Matty und es wäre traurig, wenn Captain und er ins Glück reisen würden und die anderen müssten zurück bleiben.

Seit ihnen Sue, die Tierheimleiterin freudig verkündet hatte, dass es in Deutschland jemanden gibt, der sie zu sich holen möchte, versuchte er sich vorzustellen, wie es dort wohl sein würde. Niemand von seinen Freunden war jemals weiter als in das Tierheim gereist. Sie wussten auch nichts darüber zu erzählen. Aber die weiße Katzendame hatte ihnen ein paar Bilder im Traum geschickt. Verlockende Bilder. Mr. Darcy schnurrte spontan, als er daran dachte und an die Motten, die er erfolgreich in diesem Traum erlegt hatte.

Während Captain die spanische Wintersonne genoss, die die kalten Fliesen am Boden wärmte und angenehm auf der Nase kitzelte, fasse Mr. Darcy in seinem Karton einen Entschluss.
Sie würden niemandem etwas davon erzählen und sie würden zwei Briefe schreiben. Einen an den großen Kürbis und einen an den Weihnachsmann, sicher ist sicher!

Im Sternengarten bereitete man sich währenddessen auf das Weihnachtfest vor.
Luna mochte einst keine Hunde, auch keine anderen Katzen, genaugenommen mochte sie niemanden, außer ihren Menschen und machte auch kein Hehl daraus.
Aber seit sie im Sternengarten war, sah sie viele Dinge anders und hatte angeregt, dass man mit den Hunden, den Kaninchen, den Pferden, mit den Mäusen und Vögeln, mit allen Bewohnern des Sternengartens gemeinsam feiern könnte.

Eine riesige Festtafel, die von einem Ende des Gartens bis zum anderen reichte, mit einem riesigen Weihnachtsbaum, der mit Lichterketten aus Sternenstaub geschmückt war. Alle waren begeistert von diesem Vorschlag.
Sie würden in alten Erinnerungen schwelgen und um Mitternacht schöne Träume an ihre Menschen senden.

Ob Mr. Darcy auf ihren Ratschlag gehört hatte? Nur noch zwei Tage, dann war Heilig Abend.
Aber jetzt musste sie erst einmal Leo begrüßen, der gerade mit seinem Hunderudel um die Ecke kam, um beim Aufbau der Tafel zu helfen. Es gab noch viel zu tun!…

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Iron

Es schepperte und klirrte! Faith kullerte mitsamt den Weihnachtskugeln von der Tafel, dabei riss er auch noch einen Teil des Tischtuchs mit sich.
„Sag mal einer dem Kleinen, er soll aufhören die Ratten zu jagen! Hier wird nicht Fangen am Tisch gespielt, wir werden sonst nie fertig!“
Luna wandte sich wieder ihren Notizen zu. Alles lief wie am Schnürchen!

Die Tischordnung war festgelegt und jeder würde dort seinen Platz finden, ganz gleich, ob klein oder groß.
Leo, der gutmütige Cocker, hatte mit seinen Hundefreunden alles so lange hin- und her gerückt, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.
Chefkatze Enzo, Fiete und Valerion befestigten gerade die letzten Girlanden unter der Decke des Sternengartens. Sie arbeiteten routiniert zusammen und turnten geschickt zwischen den schier endlos langen Strängen der Festbeleuchtung hin und her.

Iron wollte sich darum kümmern, dass für jeden die Lieblingsspeise bereit stand und seither probierte er mit Feuereifer immer neue Sternenstaub Kochrezepte. Eines köstlicher als das andere! Die ersten Platten wurden schon heran getragen.
Es war auch höchste Zeit, denn nach und nach, trafen bereits die Gäste ein.

Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen, aus jedem Winkel des Sternengartens. Da waren jede Menge Katzen und Hunde, aber auch Pferde, Ratten, Mäuse, Kaninchen, Vögel …
Die meisten schienen sich untereinander zu kennen. Von überall ertönte erfreutes Hallo, Wuff wuff und Miau und natürlich begeistertes Ahhh und Ohh, sobald sie die festlich gedeckte Tafel entdeckten. Die weihnachtliche Stimmung hatte bereits jeden angesteckt.

Plötzlich übertönte lautes Hufgeklapper das muntere Stimmengewirr. Ballerina, die weiße Stute galoppierte durch die Pforte. Sie drosselte abrupt das Tempo und wieherte freundlich zur Begrüßung. Der aufgewirbelte Sternenstaub verdeckte Luna kurz die Sicht. Als der Staub sich legte, wurde ihr rosa Näschen blass vor Schreck.

Ballerina war nicht allein zum Festmahl gekommen. Sie hatte einen Gast mitgebracht.
„Du kannst jetzt absteigen, Prinzessin, wir sind da! Aber lauf nicht weg sonst gehst du uns hier noch verloren, zwischen all den Gästen!“
Die Katze löste die Krallen behutsam aus ihrer Mähne und sprang mühelos vom Pferderücken. Für ein so kleines, weißes Kätzchen verfügte sie über erstaunliche Muskeln.

„Lillyfee? Bist Du das?
Wo warst du all die Zeit? Ich habe hier überall nach dir gesucht!
Ich…ich dachte, ich würde dich niemals wiedersehen…!“
Luna rang nach Worten und ihr Näschen war immer noch kalkweiß.

Die zierliche Katze gab keine Antwort und bestaunte gedankenverloren die wunderschöne Tafel.

„Sie hat damals aus Versehen den falschen Eingang zum Sternengarten genommen und ist schließlich bei den Pferden gelandet. Ihr gefiel es so gut bei uns, dass sie bleiben wollte und seither kümmern wir uns um sie.
Sie ist ein bisschen verpeilt…“
Ballerina wieherte amüsiert.
„Aber das weißt du ja sicher besser, als wir.
Deine kleine Schwester ist wirklich besonders. Wie eine süße Elfe, die nie erwachsen wurde und die in keiner Welt Zuhause ist, einzig in ihrer eigenen.
Wir nennen sie unsere „Prinzessin“.
Als sie hörte, dass heute gefeiert wird, wollte sie gerne mitkommen und dich treffen. Ich fürchte, das hat sie mittlerweile schon wieder vergessen.
Ihr Gedächtnis ist auch im Sternengarten nicht wirklich besser geworden. Aber deine Schwester stört das nicht…und uns auch nicht. Wir Pferde lieben sie, genau so, wie sie ist!“

„Ich habe Lillyfee auch immer geliebt, genau so, wie sie ist…“
Lunas Schnurrhaare bebten vor Rührung bei diesen Worten.
„Sie sitzt beim Festessen neben mir und dann werde ich ihrem Gedächtnis etwas auf die Sprünge helfen! “
Luna verschluckte sich fast, so intensiv und glücklich war ihr Schnurren, während sie ihre kleine Schwester zärtlich begrüßte.
Dann fiel ihr plötzlich wieder ein, dass sie ja die Organisatorin dieses Festessens war.

„Die Pferde sitzen übrigens ganz an Ende der Tafel, Leo zeigt dir den Weg …“

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Lillyfee

Captain trippelte nervös von einem Pfötchen auf das andere. Die Spannung war schier nicht zu ertragen!
Während Mr. Darcy und die anderen in und um den kleinen Weihnachtsbaum herum tollten, den Sue in ihrem Abteil für sie aufgestellt hatte,
während um ihn herum Kugeln durch die Luft sausten und klirrend zu Boden fielen, wartete er ungeduldig auf den großen Moment, auf die großartige Überraschung.
Sue machte es aber auch spannend!

Als schließlich alle Kugeln erfolgreich zerstört worden waren und der kleine Weihnachtsbaum windschief in seinem Ständer hing, klatschte sie in die Hände und setzte sie sich zu ihren Schützlingen auf den Boden.
„Jetzt habt ihr also gelernt, wie man einen Weihnachtsbaum dekoriert“.
Sie warf einen Blick auf den Scherbenhaufen und lachte.
„Kommen wir jetzt zu der versprochenen Überraschung.
Ich muss euch etwas wichtiges mitteilen und ich glaube, es wird das schönste Weihnachtsgeschenk von allen!“.

„Noch besser, als dieser Baum, die Kugeln und die Leckerlies?“,
fragte die schwarze Thelma ungläubig.

„Noch viel besser!“
Nicht nur Mr. Darcy und Captain werden bald die Reise ins Glück antreten.
Ihr alle werdet bald eure Mission erfüllen können!.
Thelma, Luise … ihr seid für den nächsten Transport nach England vorgemerkt. Und ihr bleibt natürlich zusammen!
Matty und Thomas haben ebenfalls ein schönes Zuhause gefunden, sie werden ihre Mission auf einer der Kanal Inseln erfüllen, dort warten zwei nette Familien und neue Freunde bereits sehnsüchtig auf Familienzuwachs…
Es hat eine Weile gedauert aber das Warten hat sich gelohnt!
Pünktlich zum Weihnachtsfest waren die guten Nachrichten in der Post. Ich kann es selbst noch kaum glauben! Es kommt mir vor, wie ein kleines Wunder! “
Sues Augen glänzten vor Freude, aber nicht nur ihre.

Für einen kurzen Moment war es still im Abteil. Dann brach die Hölle los.
Thelma und Luise sausten quer über sämtliche Kratzbäume vor Begeisterung, Mr. Darcy und Captain gleich hinterher.
Thomas erklomm noch einmal den Weihnachtsbaum und rief seinen Katzenfreunden übermütig von oben zu:
„Ich bin der König der Welt!“,
und Matty kuschelte sich selig in Sues Schoss.

Luna und Lillyfee hatten die Festtafel für eine Weile verlassen. Sie saßen eng aneinander geschmiegt am Rande des Sternengartens und verfolgten glücklich die kleine Weihnachtsfeier im spanischen Tierheim.
„Du hast wieder gezaubert, Schwesterherz, oder?“
Lillyfees Köpfchen wackelte hin und her, immer ein Zeichen, dass sie hochkonzentriert war und über etwas nachdachte.
.
„Naja, …ich oder der große Kürbis, wer weiß das schon so genau…?“
Luna schnurrte vergnügt.
„Wie gefallen dir die beiden, die ich für unseren Menschen ausgesucht habe? Ich denke, sie werden ihre Mission bestens erfüllen. Wenn du magst, stelle ich dich ihnen heute Nacht im Traum vor.
Jetzt lass uns zurück zu den anderen gehen.
Iron hat einen unglaublich leckeren Nachtisch vorbereitet, den möchte ich um nichts in der Welt verpassen!“

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Der Ausguck am Rand des Sternengartens war bis auf den letzten Platz gefüllt. Niemand wollte den großen Moment verpassen!
Mittlerweile waren die zauberhaften Katzenschwestern, Luna und Lillyfee, kleine Berühmtheiten im Sternengarten.
Jeder kannte sie. Die drollige und sanfte Lillyfee und die weise und resolute Luna.
Wenn heute ihre Nachfolger endlich auf die große Reise gingen, um ihre Bestimmung zu erfüllen, um endlich den Platz einzunehmen, den Lillyfee und Luna so viele Jahre, mit so viel Hingabe ausgefüllt hatten … dann wollten alle dabei sein!

Sue stand vor dem Eingang des Tierheims und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge. Heute war also Reisetag! Immer ein wunderschöner aber auch ergreifender Moment.
Würde während des langen und anstrengenden Transportes, alles gut gehen?
Würden ihre Schützlinge im neuen Zuhause bald eingewöhnt sein?
Würden die neuen Besitzer gut auf sie acht geben und ihnen die Liebe schenken, die sie verdienen?
Sie winkte ein letztes Mal, ehe sie die Tore schloss und zurück an die Arbeit ging. Heute würden neue Notfellchen die begehrten Plätze einnehmen. Es gab noch jede Menge vorzubreiten.

„Hört doch auf zu jammern!“
ermahnte Mr. Darcy seine Katzenfreunde, die Käfig an Käfig neben ihm im Transporter gestapelt waren!
Mir macht es auch keinen Spaß, hier endlos eingesperrt zu sitzen und ich muss auch aufs Klo!
Aber ich weiß aus sicherer Quelle, dass jede Katze auf der Reise ins Glück da durch muss und hinterher wird es dann um so schöner. Noch ein paar Stunden, und wir sind endlich am Ziel!
Stellt euch lieber vor, wie schön es dann im neuen Zuhause sein wird, oder schlaft ein bisschen. Ich möchte jetzt ein wenig schlafen! Also Ruhe jetzt, du auch Captain! Uns wird schon nichts passieren.
Macht es euch so bequem, wie irgend möglich! Mit jedem Kilometer kommen wir unserer Bestimmung ein Stückchen näher….!“

Luna blickte stolz über ihre Schulter zu den anderen.
„Der Kleine gefällt mir! Ich war damals nicht so mutig wie er und habe mir den ganzen langen Weg der Reise, die Seele aus dem Leib geschrien. Wir hatten schreckliche Angst!
Lillyfee nickte zustimmend.
Erfreut registrierte Luna, dass sie sich wieder daran erinnerte. Ihr Gedächtnis wurde mit jedem Tag ein bisschen besser, seit sie mit im Pavillion eingezogen war.

„Was macht denn euer Mensch gerade?
Ist sie schon sehr aufgeregt?“
fragte Valerion neugierig.
„Meine Menschen waren damals mindestens so aufgeregt wie ich, als ich aus Athen eingeflogen wurde!“

Luna lächelte glücklich in die Runde und zeigte auf ein kleines, schwarzes Auto, das Richtung Süden über die Autobahn sauste.
Ihre strahlend blauen Augen waren groß und voller Liebe, als sie sagte:
Sie fährt gerade dem Glück ein Stückchen entgegen…und ja…sie ist schrecklich aufgeregt.
Es ist ihr erstes Blind Date, seit vielen,vielen Jahren…seit sie Lillyfee und mich damals vom Flughafen abholte…

♡ENDE♡

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Lunassternengarten.de

#Lunassternengarten #Luna

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Mr. Darcy und Captain

 

Ein ganz herzliches Dankeschön an die wunderbaren Menschen der Organisation AHE – Animal Help Espania und an Sue, von SCAN, die die beiden Helden bis zur Adoption liebevoll in ihrem Tierheim umsorgt ❤

 

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Luna und ich  ❤ 
Chance, Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Die Mission Teil VII – XII – Geschrieben für alle, die ein geliebtes Tier verloren haben <3

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Die schwarze Schönheit zwinkerte den anderen Katzen im Raum amüsiert zu.
„So, so …und jetzt seid ihr beiden also Helden, weil euch das im Traum jemand geflüstert hat und ihr nennt euch ab jetzt Mr. Darcy und Captain. Habe ich das richtig verstanden?“
Großes Gelächter im Katzenzimmer. Nur zwei der Katzen lachten nicht mit.

„Ja, das hast du ganz richtig verstanden und da gibt es gar nichts zu lachen!“, fauchte der ältere der beiden Katzenbrüderchen, beleidigt.
„Captain und ich hatten genau den gleichen Traum … und wenn deine Mutter dir etwas über Magie und Bestimmung beigebracht hätte, dann würdest du wissen, wie man Zeichen erkennt! Anfängerin!“

Das weiße Katerchen, das sich seit heute Mr. Darcy nannte, stolzierte ungerührt an ihr vorbei, zum Fressnapf und gab deutlich zu erkennen, dass diese Unterhaltung für ihn damit beendet war. Captain folgte ihm nach, wie immer.

Luna und Valerion konnten sich das Lachen nicht verkneifen.
„Deine Schützlinge haben bereits einiges von Dir gelernt“, prustete Valerion.
„Sie sind fast schon so dickköpfig, wie Du, meine Liebe!“
Luna schenkte ihm einen ihrer berühmten Blicke.
„Findest du, dass ich dickköpfig bin?“
„Gibt es eigentlich irgendwelche Neuigkeiten zur Adoptionsanfrage?“,
wechselte Valerion eilig das Thema.

„Fehlanzeige! Sie checkt im Stundentakt den Posteingang. Aber es hat sich noch niemand bei ihr gemeldet. Langsam mache ich mir wirklich Sorgen.
Vielleicht hat mittlerweile doch noch jemand anderes angefragt?
Vielleicht werden sie nicht in Freigang vermittelt? Weiße Katzen …du weisst schon….
Menschen sind seltsam! Als ob wir weißen Katzen zerbrechlicher wären, als andere!
Wie ich diese Vorurteile hasse, als ob die Fellfarbe irgendetwas über den Charakter aussagen würde!
Es gibt sanfte, schwarze Prinzessinnen und wilde, weiße Kriegerinnen…es gibt kapriziöse, graue Magierinnen … einzig das Herz, das unter dem Pelz schlägt, entscheidet über unsere wahre Bestimmung!

Luna hatte sich in Rage geredet. Ihre Schwanzspitze wirbelte bei jedem Satz neuen Sternenstaub auf und Valerion wünschte, er könnte ihr etwas tröstliches sagen aber auch er fand es merkwürdig, dass bis heute keine Antwort auf die Adoptionsanfrage eingetroffen war.

Weihnachten stand vor der Tür…und wenn nicht noch ein kleines Wunder passierte, durfte keine der Katzen aus dem Abteil, in dem Mr. Darcy und Captain untergebracht waren, mit einer Familie unter dem Weihnachtsbaum feiern…nicht eine von ihnen hatte es bisher geschafft, ihre Mission zu erfüllen…

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„Lunaaaa!!!“
Iron stürmte die Marmor-Treppe zu Lunas Pavillion im Sternengarten hinauf.
„Bist du zuhause? Darf ich stören?
Es gibt wichtige Neuigkeiten, das musst du dir unbedingt ansehen!
Die anderen sind schon voraus gegangen!“

Ehe der prächtige Kater mit den gelben Augen sich versah, war Luna mit einem eleganten Satz über ihn hinweg und auf den Weg, Richtung Ausguck, gesprungen.
Seit er im Sternengarten wohnte, war sein Schwanz nachgewachsen und das kaputte Beinchen wieder stark und belastbar. Iron war in Bestform, trotzdem gelang es ihm nicht, Luna einzuholen. Die Neugierde verlieh ihr Flügel.

Zwei Frauen saßen am Tisch und tranken Kaffee.
Sie plauderten und lachten. Eine der beiden, machte sich eifrig Notizen. Schließlich meinte sie:
„Ich denke, ihr werdet gut zueinander passen! Sobald ich die Unterlagen weiter gereicht habe, wird man sich mit dir in Verbindung setzen.
Es wird aber in jedem Fall noch ein wenig dauern, denn erst wenn ein Transport komplett voll ist, schicken wir die Kleinen auf die Reise. Leider tut sich im Augenblick wenig.
Vielleicht sind die Meisten gerade mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und verschieben eine Adoption ins Neue Jahr. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass es schnell geht…“

Nachdem der Gast verabschiedet war und die Türe ins Schloss fiel, drehte sie vor Freude und Erleichterung ein paar Pirouetten durch die Wohnung. Dazwischen hielt sie immer einmal wieder inne und streichelte liebevoll über ein Bild.
„Ich weiß, dass du dahinter steckst. Und ich finde es wunderbar, meine Süße.
Und du weißt, dass du trotzdem immer die Diva meines Herzens bleiben wirst. Immer!…“

Fiete und Enzo klatschen mit ihren Pfötchen High Five und der kleine Faith hatte schon wieder Tränen in den Augen. Aber diesmal waren es Freudentränen und offensichtlich war er nicht der Einzige. Auch Luna schniefte verdächtig…

„Ich freue mich sehr für dich und deinen Menschen und natürlich auch für Darcy und Captain.
Gemütlich hast du gewohnt und dein Mensch scheint sehr nett.
Als sie mich damals in den Armen hielt, war ich sicher, sie wäre auch meine Mission. Wir wären für einander bestimmt.
Ich habe mich oft gefragt, warum es mir dann doch nicht bestimmt war, bei euch mit einzuziehen. Warum ich meine Mission nie erfüllen durfte.“
Iron sah Luna bei diesen Worten an, als hätte sie die Antworten auf all die Fragen, die er so lange schon vergeblich suchte.

„Ich bin ganz sicher, deine Mission war niemals mein Mensch!
Ihr seid euch nur begegnet, damit du deine wahre Bestimmung erfüllen kannst.
Sie sollte dich nie adoptieren. Sie sollte nur deine Geschichte schreiben.
Ich denke, ihr habt das beide missverstanden.
Du kamst mit der wertvollen Gabe auf die Welt, nicht nur ein Herz zu berühren sondern das vieler Menschen.
Jeder hat dich geliebt.

Diese Liebe hat seitdem für unzählige Katzen in und um Athen Großes bewirkt.
Siehst du die Futterstellen, unten an den Straßen?
Sie konnten eingerichtet werden, weil plötzlich genügend Spender bei Frieden für Pfoten unterstützten.
Die Menschen haben deine Geschichte gelesen und wollten helfen.
Du hast auf diese Weise viele Leben gerettet und zweite Chancen geschenkt.
Deine schwierige Mission wurde bestens erfüllt.
Du kannst sehr stolz auf dich sein, Iron … wir alle sind sehr stolz auf dich!“

Und dann tat sie etwas, was noch nie vorher jemand bei ihr gesehen hatte. Nicht auf der Erde und auch nicht im Sternengarten.
Luna schenkte Iron ein zärtliches Nasenküsschen.

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Mr. Darcy sass in seinem Lieblingskarton und grübelte.
Sollte er auf seinen Bruder hören?
Wahrscheinlich würden die anderen Katzen wirklich wieder ihre Späßchen machen, wenn er ihnen von ihrem neuesten Traum erzählte. Auch er fand die Geschichte etwas seltsam, die ihm die wunderschöne weiße Katzendame darin zugeflüstert hatte.
Sie wirkte ein bisschen streng und unnahbar aber irgendwie hatte er das Gefühl, sie meinte es gut mit ihnen.

Er hatte noch nie einen Brief geschrieben, nicht an den Weihnachtsmann und schon gar nicht an einen großen Kürbis.
Aber wenn das wirklich helfen würde, damit auch seine Freunde aus dem Abteil im Tierheim endlich ihre Mission antreten dürften, damit auch sie endlich adoptiert werden…dann würde er das tun!
Er hatte sie alle lieb gewonnen, die energischen schwarzen Schwestern Thelma und Luise, Tigerchen Thomas, den fröhlichen Colorpoint Matty und es wäre traurig, wenn Captain und er ins Glück reisen würden und die anderen müssten zurück bleiben.

Seit ihnen Sue, die Tierheimleiterin freudig verkündet hatte, dass es in Deutschland jemanden gibt, der sie zu sich holen möchte, versuchte er sich vorzustellen, wie es dort wohl sein würde. Niemand von seinen Freunden war jemals weiter als in das Tierheim gereist. Sie wussten auch nichts darüber zu erzählen. Aber die weiße Katzendame hatte ihnen ein paar Bilder im Traum geschickt. Verlockende Bilder. Mr. Darcy schnurrte spontan, als er daran dachte und an die Motten, die er erfolgreich in diesem Traum erlegt hatte.

Während Captain die spanische Wintersonne genoss, die die kalten Fliesen am Boden wärmte und angenehm auf der Nase kitzelte, fasse Mr. Darcy in seinem Karton einen Entschluss.
Sie würden niemandem etwas davon erzählen und sie würden zwei Briefe schreiben. Einen an den großen Kürbis und einen an den Weihnachsmann, sicher ist sicher!

Im Sternengarten bereitete man sich währenddessen auf das Weihnachtfest vor.
Luna mochte einst keine Hunde, auch keine anderen Katzen, genaugenommen mochte sie niemanden, außer ihren Menschen und machte auch kein Hehl daraus.
Aber seit sie im Sternengarten war, sah sie viele Dinge anders und hatte angeregt, dass man mit den Hunden, den Kaninchen, den Pferden, mit den Mäusen und Vögeln, mit allen Bewohnern des Sternengartens gemeinsam feiern könnte.

Eine riesige Festtafel, die von einem Ende des Gartens bis zum anderen reichte, mit einem riesigen Weihnachtsbaum, der mit Lichterketten aus Sternenstaub geschmückt war. Alle waren begeistert von diesem Vorschlag.
Sie würden in alten Erinnerungen schwelgen und um Mitternacht schöne Träume an ihre Menschen senden.

Ob Mr. Darcy auf ihren Ratschlag gehört hatte? Nur noch zwei Tage, dann war Heilig Abend.
Aber jetzt musste sie erst einmal Leo begrüßen, der gerade mit seinem Hunderudel um die Ecke kam, um beim Aufbau der Tafel zu helfen. Es gab noch viel zu tun!…

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Es schepperte und klirrte! Faith kullerte mitsamt den Weihnachtskugeln von der Tafel, dabei riss er auch noch einen Teil des Tischtuchs mit sich.
„Sag mal einer dem Kleinen, er soll aufhören die Ratten zu jagen! Hier wird nicht Fangen am Tisch gespielt, wir werden sonst nie fertig!“
Luna wandte sich wieder ihren Notizen zu. Alles lief wie am Schnürchen!

Die Tischordnung war festgelegt und jeder würde dort seinen Platz finden, ganz gleich, ob klein oder groß.
Leo, der gutmütige Cocker, hatte mit seinen Hundefreunden alles so lange hin- und her gerückt, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.
Chefkatze Enzo, Fiete und Valerion befestigten gerade die letzten Girlanden unter der Decke des Sternengartens. Sie arbeiteten routiniert zusammen und turnten geschickt zwischen den schier endlos langen Strängen der Festbeleuchtung hin und her.

Iron wollte sich darum kümmern, dass für jeden die Lieblingsspeise bereit stand und seither probierte er mit Feuereifer immer neue Sternenstaub Kochrezepte. Eines köstlicher als das andere! Die ersten Platten wurden schon heran getragen.
Es war auch höchste Zeit, denn nach und nach, trafen bereits die Gäste ein.

Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen, aus jedem Winkel des Sternengartens. Da waren jede Menge Katzen und Hunde, aber auch Pferde, Ratten, Mäuse, Kaninchen, Vögel …
Die meisten schienen sich untereinander zu kennen. Von überall ertönte erfreutes Hallo, Wuff wuff und Miau und natürlich begeistertes Ahhh und Ohh, sobald sie die festlich gedeckte Tafel entdeckten. Die weihnachtliche Stimmung hatte bereits jeden angesteckt.

Plötzlich übertönte lautes Hufgeklapper das muntere Stimmengewirr. Ballerina, die weiße Stute galoppierte durch die Pforte. Sie drosselte abrupt das Tempo und wieherte freundlich zur Begrüßung. Der aufgewirbelte Sternenstaub verdeckte Luna kurz die Sicht. Als der Staub sich legte, wurde ihr rosa Näschen blass vor Schreck.

Ballerina war nicht allein zum Festmahl gekommen. Sie hatte einen Gast mitgebracht.
„Du kannst jetzt absteigen, Prinzessin, wir sind da! Aber lauf nicht weg sonst gehst du uns hier noch verloren, zwischen all den Gästen!“
Die Katze löste die Krallen behutsam aus ihrer Mähne und sprang mühelos vom Pferderücken. Für ein so kleines, weißes Kätzchen verfügte sie über erstaunliche Muskeln.

„Lillyfee? Bist Du das?
Wo warst du all die Zeit? Ich habe hier überall nach dir gesucht!
Ich…ich dachte, ich würde dich niemals wiedersehen…!“
Luna rang nach Worten und ihr Näschen war immer noch kalkweiß.

Die zierliche Katze gab keine Antwort und bestaunte gedankenverloren die wunderschöne Tafel.

„Sie hat damals aus Versehen den falschen Eingang zum Sternengarten genommen und ist schließlich bei den Pferden gelandet. Ihr gefiel es so gut bei uns, dass sie bleiben wollte und seither kümmern wir uns um sie.
Sie ist ein bisschen verpeilt…“
Ballerina wieherte amüsiert.
„Aber das weißt du ja sicher besser, als wir.
Deine kleine Schwester ist wirklich besonders. Wie eine süße Elfe, die nie erwachsen wurde und die in keiner Welt Zuhause ist, einzig in ihrer eigenen.
Wir nennen sie unsere „Prinzessin“.
Als sie hörte, dass heute gefeiert wird, wollte sie gerne mitkommen und dich treffen. Ich fürchte, das hat sie mittlerweile schon wieder vergessen.
Ihr Gedächtnis ist auch im Sternengarten nicht wirklich besser geworden. Aber deine Schwester stört das nicht…und uns auch nicht. Wir Pferde lieben sie, genau so, wie sie ist!“

„Ich habe Lillyfee auch immer geliebt, genau so, wie sie ist…“
Lunas Schnurrhaare bebten vor Rührung bei diesen Worten.
„Sie sitzt beim Festessen neben mir und dann werde ich ihrem Gedächtnis etwas auf die Sprünge helfen! “
Luna verschluckte sich fast, so intensiv und glücklich war ihr Schnurren, während sie ihre kleine Schwester zärtlich begrüßte.
Dann fiel ihr plötzlich wieder ein, dass sie ja die Organisatorin dieses Festessens war.

„Die Pferde sitzen übrigens ganz an Ende der Tafel, Leo zeigt dir den Weg …“photocollage_20202522548428.jpg

Captain trippelte nervös von einem Pfötchen auf das andere. Die Spannung war schier nicht zu ertragen!
Während Mr. Darcy und die anderen in und um den kleinen Weihnachtsbaum herum tollten, den Sue in ihrem Abteil für sie aufgestellt hatte,
während um ihn herum Kugeln durch die Luft sausten und klirrend zu Boden fielen, wartete er ungeduldig auf den großen Moment, auf die großartige Überraschung.
Sue machte es aber auch spannend!

Als schließlich alle Kugeln erfolgreich zerstört worden waren und der kleine Weihnachtsbaum windschief in seinem Ständer hing, klatschte sie in die Hände und setzte sie sich zu ihren Schützlingen auf den Boden.
„Jetzt habt ihr also gelernt, wie man einen Weihnachtsbaum dekoriert“.
Sie warf einen Blick auf den Scherbenhaufen und lachte.
„Kommen wir jetzt zu der versprochenen Überraschung.
Ich muss euch etwas wichtiges mitteilen und ich glaube, es wird das schönste Weihnachtsgeschenk von allen!“.

„Noch besser, als dieser Baum, die Kugeln und die Leckerlies?“,
fragte die schwarze Thelma ungläubig.

„Noch viel besser!“
Nicht nur Mr. Darcy und Captain werden bald die Reise ins Glück antreten.
Ihr alle werdet bald eure Mission erfüllen können!.
Thelma, Luise … ihr seid für den nächsten Transport nach England vorgemerkt. Und ihr bleibt natürlich zusammen!
Matty und Thomas haben ebenfalls ein schönes Zuhause gefunden, sie werden ihre Mission auf einer der Kanal Inseln erfüllen, dort warten zwei nette Familien und neue Freunde bereits sehnsüchtig auf Familienzuwachs…
Es hat eine Weile gedauert aber das Warten hat sich gelohnt!
Pünktlich zum Weihnachtsfest waren die guten Nachrichten in der Post. Ich kann es selbst noch kaum glauben! Es kommt mir vor, wie ein kleines Wunder! “
Sues Augen glänzten vor Freude, aber nicht nur ihre.

Für einen kurzen Moment war es still im Abteil. Dann brach die Hölle los.
Thelma und Luise sausten quer über sämtliche Kratzbäume vor Begeisterung, Mr. Darcy und Captain gleich hinterher.
Thomas erklomm noch einmal den Weihnachtsbaum und rief seinen Katzenfreunden übermütig von oben zu:
„Ich bin der König der Welt!“,
und Matty kuschelte sich selig in Sues Schoss.

Luna und Lillyfee hatten die Festtafel für eine Weile verlassen. Sie saßen eng aneinander geschmiegt am Rande des Sternengartens und verfolgten glücklich die kleine Weihnachtsfeier im spanischen Tierheim.
„Du hast wieder gezaubert, Schwesterherz, oder?“
Lillyfees Köpfchen wackelte hin und her, immer ein Zeichen, dass sie hochkonzentriert war und über etwas nachdachte.
.
„Naja, …ich oder der große Kürbis, wer weiß das schon so genau…?“
Luna schnurrte vergnügt.
„Wie gefallen dir die beiden, die ich für unseren Menschen ausgesucht habe? Ich denke, sie werden ihre Mission bestens erfüllen. Wenn du magst, stelle ich dich ihnen heute Nacht im Traum vor.
Jetzt lass uns zurück zu den anderen gehen.
Iron hat einen unglaublich leckeren Nachtisch vorbereitet, den möchte ich um nichts in der Welt verpassen!“photocollage_202026133234555.jpg

Der Ausguck am Rand des Sternengartens war bis auf den letzten Platz gefüllt. Niemand wollte den großen Moment verpassen!
Mittlerweile waren die zauberhaften Katzenschwestern, Luna und Lillyfee, kleine Berühmtheiten im Sternengarten.
Jeder kannte sie. Die drollige und sanfte Lillyfee und die weise und resolute Luna.
Wenn heute ihre Nachfolger endlich auf die große Reise gingen, um ihre Bestimmung zu erfüllen, um endlich den Platz einzunehmen, den Lillyfee und Luna so viele Jahre, mit so viel Hingabe ausgefüllt hatten … dann wollten alle dabei sein!

Sue stand vor dem Eingang des Tierheims und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge. Heute war also Reisetag! Immer ein wunderschöner aber auch ergreifender Moment.
Würde während des langen und anstrengenden Transportes, alles gut gehen?
Würden ihre Schützlinge im neuen Zuhause bald eingewöhnt sein?
Würden die neuen Besitzer gut auf sie acht geben und ihnen die Liebe schenken, die sie verdienen?
Sie winkte ein letztes Mal, ehe sie die Tore schloss und zurück an die Arbeit ging. Heute würden neue Notfellchen die begehrten Plätze einnehmen. Es gab noch jede Menge vorzubreiten.

„Hört doch auf zu jammern!“
ermahnte Mr. Darcy seine Katzenfreunde, die Käfig an Käfig neben ihm im Transporter gestapelt waren!
Mir macht es auch keinen Spaß, hier endlos eingesperrt zu sitzen und ich muss auch aufs Klo!
Aber ich weiß aus sicherer Quelle, dass jede Katze auf der Reise ins Glück da durch muss und hinterher wird es dann um so schöner. Noch ein paar Stunden, und wir sind endlich am Ziel!
Stellt euch lieber vor, wie schön es dann im neuen Zuhause sein wird, oder schlaft ein bisschen. Ich möchte jetzt ein wenig schlafen! Also Ruhe jetzt, du auch Captain! Uns wird schon nichts passieren.
Macht es euch so bequem, wie irgend möglich! Mit jedem Kilometer kommen wir unserer Bestimmung ein Stückchen näher….!“

Luna blickte stolz über ihre Schulter zu den anderen.
„Der Kleine gefällt mir! Ich war damals nicht so mutig wie er und habe mir den ganzen langen Weg der Reise, die Seele aus dem Leib geschrien. Wir hatten schreckliche Angst!
Lillyfee nickte zustimmend.
Erfreut registrierte Luna, dass sie sich wieder daran erinnerte. Ihr Gedächtnis wurde mit jedem Tag ein bisschen besser, seit sie mit im Pavillion eingezogen war.

„Was macht denn euer Mensch gerade?
Ist sie schon sehr aufgeregt?“
fragte Valerion neugierig.
„Meine Menschen waren damals mindestens so aufgeregt wie ich, als ich aus Athen eingeflogen wurde!“

Luna lächelte glücklich in die Runde und zeigte auf ein kleines, schwarzes Auto, das Richtung Süden über die Autobahn flitzte.
Ihre strahlend blauen Augen waren groß und voller Liebe, als sie sagte:
Sie fährt gerade dem Glück ein Stückchen entgegen…und ja…sie ist schrecklich aufgeregt.
Es ist ihr erstes Blind Date, seit vielen,vielen Jahren…seit sie Lillyfee und mich damals vom Flughafen abholte…

♡ENDE♡

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

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Ein ganz herzliches Dankeschön an die wunderbaren Menschen der Organisation AHE – Animal Help Espania und an Sue, von SCAN, die die beiden Helden bis zur Adoption liebevoll in ihrem Tierheim umsorgt ❤

Wenn ihr die ersten 6 Teile gerne lesen möchtet, findet ihr sie unter diesem Link:

Die Mission Teil 1-6

Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Geschichten aus dem Karma Cottage – Die Mission Teil I – VI

Für unsere Sternenkinder … und für alle, die irgendwo gerade sehnsüchtig darauf warten, ihren Platz einzunehmen ❤

Sie kamen auf der Straße zur Welt. Kein wirklich guter Start.
Die meisten Straßenbabies überleben ihre ersten vier Monate nicht, sie verhungern, werden von wilden Hunden gefressen, sie sterben an Infektionskrankheiten oder werden überfahren.

Doch diese beiden Katerchen hatten Glück.
Ihr Vater, der größte und schönste rothaarige Kater im Revier, wachte über seinen Nachwuchs. Alle hatten großen Respekt vor ihm.
Wenn er sich nach seiner letzten Patrouille zu ihnen ins Gebüsch legte und ihre Mutter ablöste, die Kleinen zu wärmen, dann erzählte er ihnen alles, was sie wissen mussten.
Er erzählte ihnen auch, sie hätten einen Auftrag, eine wichtige Mission zu erfüllen:

„Jede Katze kommt mit einer Mission in die Welt, müsst ihr wissen. Meine Mission ist es, unser Straßenrudel zu schützen, die eurer Mutter ist es, schön und wild zu sein… und eure Mission, die müsst ihr erst noch herausfinden.
Aber als meine Söhne erwarte ich Großes von euch. Vielleicht seid ihr sogar für einen Menschen bestimmt!
Das ist die schwierigste Aufgabe. Menschen sind seltsam, müsst ihr wissen…“
Dann schnurrte er nachdenklich. Denn wie sollten diese beiden Katerchen jemals den Menschen finden, für den sie bestimmt waren?
Der rote Kater war erfahren und wusste viele Dinge. Aber auf manche Fragen hatte auch er keine Antwort.

Dafür hatte die Mutter der beiden eine Idee.
Als das nächste Mal jemand an die Futterstelle kam, brachte sie ihre beiden Söhne einfach mit. Vielleicht würde sich jemand um sie kümmern? Vielleicht war irgendwo doch noch ein sicherer Platz in der Menschensiedlung frei?

Die beiden Katzenkinder staunten über die vielen anderen Katzen, die sich hier alle zum Festmahl versammelt hatten. Große und kleine, schwarze, weiße, alte und junge Tiere.
Es gab genügend Futter für jeden und dieses zweibeinige Wesen mit der freundlichen Stimme, das war dann wohl der Mensch, von dem ihr Vater erzählt hatte?

Fragend drehten sie sich zu ihrer Mutter um…aber die war plötzlich nicht mehr da. Menschen waren nicht so ihr Ding. Obwohl sie mittlerweile wusste, dass es auch freundliche Exemplare gab, hielt sie sich lieber fern und beobachtete aus einem sicheren Versteck heraus, ob der Plan aufgehen würde…ob der Mensch an der Futterstelle die beiden Babies in Obhut nehmen würde. Sie wünschte ihren Söhnen nur das beste Leben, auch wenn es den Abschied bedeutet.

Die beiden saßen nicht lange allein. Ehe sie begriffen hatten, was gerade passiert, wurden sie bereits von sanften Händen ergriffen und in einen Käfig gesetzt.
So begann völlig unerwartet für sie, die lange Reise, die Suche nach IHREM Menschen, nach ihrer Mission.

Mit einem halb glücklichen, halb traurigen Seufzer drehte die Katzenmutter sich noch ein letztes Mal um und sah dem Auto nach. Dann machte sie sich auf den Weg, um dem roten Kater und der Kolonie zu verkünden, dass ihre Babies es geschafft hatten…
Sie waren jetzt in sicherer Obhut und würden niemals Straßenkatzen werden, die beständig auf der Hut und im Ungewissen leben müssen, die hungern und frieren…

Diese beiden Kinder würden es einmal besser haben als sie…und sie würden mit etwas Glück vielleicht sogar ihre Bestimmung finden…einen Menschen glücklich zu machen.
Die zarte, weiße Siammix Kätzin mit den blauen Augen schnurrte zufrieden. Sie war sehr stolz auf ihre Söhne! …

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Während man in der Katzen Kolonie die Rettung der beiden Katerchen mit einem ausgiebigen Mondenspaziergang feierte, war den beiden Helden dieser Geschichte noch nicht so ganz nach Feiern zumute.
Sie waren in einem kleinen Raum, es gab ein Bettchen, es war warm, es gab Futter… aber richtig wohl war ihnen trotzdem nicht. Sie fühlten sich einsam.

Natürlich hatte ihre Mutter sie am Morgen sanft auf das große Abenteuer vorbereitet. Aber sie hatte dabei nicht erwähnt, dass sie dieses Abenteuer ohne ihr vertrautes Rudel erleben würden.

„Mama fehlt mir“, jammerte der Jüngere der beiden.
Sein älterer Bruder, drei Minuten älter, um genau zu sein, tröstete ihn.
„Sie hat gesagt, ganz gleich, was passiert, wir sollen uns keine Sorgen machen! Helden müssen tapfer sein … und wir sind ihre kleinen Helden!
Also hör auf zu jammern und warte einfach ab, was passiert.
Wenn dieser Mensch, der uns hierher gebracht hat, jetzt unsere Mission ist, dann müssen wir uns bald um ihn kümmern!
Aber erst einmal wird geschlafen. Ich habe so viel gegessen, ich bin pappsatt und müde!“
Sie kuschelten sich eng aneinander und schliefen ein.

In dieser Nacht ging auch eine andere Katze im Mondschein spazieren.
Sie setzte sich ganz an den den Rand des Sternengartens und sah nachdenklich auf die beiden Katzenbrüder.
Ob sie eine gute Wahl wären? Ob es sehr schwierig werden würde, sie zusammenzubringen?

Sie kniff die Augen zusammen und schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Wieder scharf wie ein Adler sehen zu können, war eine der schönsten Errungenschaften im Sternengarten.
Es waren ein paar Tausend Kilometer.
Aber Liebe kennt keine Entfernungen und keine Zeit.
Der Sternengarten war noch viel weiter entfernt von ihrem Menschen, als diese beiden Katzenkinder und doch waren sie sich ganz nahe.

Sie beschloss, noch eine Weile darüber nachzudenken. Sie wollte die beiden noch eine Weile beobachten und dann ihre Entscheidung treffen.
Luna kuschelte sich in eine weiche Wolke und schickte vor dem Einschlafen noch einen schönen Traum auf die Erde. Darin kamen kleine, weiße Katzen vor und sie fand ihn sehr gelungen…

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Die Mission Teil III

„Wann hat sie das gesagt?!!!
Der kleine weiße Kater sah seinen älteren Bruder zweifelnd an.
„Bist du sicher? Sie ist also gar nicht unsere Misssion und wir müssen weiter nach unserem Menschen suchen?“

Er war enttäuscht, denn in diesem Zuhause hätte es ihm sehr gefallen. Mittlerweile hatten sie sich gut eingewöhnt, der Mensch sprach immer nett zu ihnen. Im Haus gab es viele interessante Dinge zu entdecken und er hatte die Frau, mit dem dunklen Fell am Kopf, bereits richtig lieb gewonnen.
Seine Schnurrhaare vibrierten vor Aufregung, während er versuchte, zu verstehen.

„Was meinte sie damit, dass wir bald in ein Tierheim umsiedeln müssen, wenn sich bis zum Winter niemand findet, der uns adoptiert? Warum nimmt sie uns nicht einfach mit, wenn sie wieder zurück in ihre Heimat zieht?“
Er sprang auf die Fensterbank und sein Bruder tat es ihm nach. Auch er hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Was sollte aus ihnen werden, wenn bis dahin niemand sie adoptieren wollte?

Gemeinsam beobachteten sie durch die Fensterscheiben, wie der Herbststurm durch den Garten fegte und hingen dabei ihren düsteren Gedanken nach.
„Wie sollen wir jemanden finden, der gar nicht weiß, dass wir nach ihm suchen???“

Während die beiden Katerchen sich den restlichen Nachmittag mit Spielen vertrieben, schrieb ein paar Tausend Kilometer entfernt, eine Frau gerade eine Bewerbung. Sie hatte die heimatlosen Kätzchen auf Facebook gesehen und wollte sie gerne adoptieren.

Luna sah ihr vom Rand des Sternengartens dabei interessiert über die Schulter und zuckte ärgerlich mit der Schwanzspitze!
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, so lange zu überlegen!
Heute Nacht wollte sie den beiden Katerchen und ihrem Menschen den ersten Traum senden, der Traum, in dem sie sich begegnen sollten. Und jetzt das!
Ob sie im Sternengarten aus der Übung gekommen war? Sollte sie sich so geirrt haben?

Etwas besorgt stellte sie fest, dass ihr Mensch wieder einmal weinte. Sie machte gerade Hausputz und hatte beim Saubermachen ein Knäuel weißer Katzenhaare unter dem Bett gefunden. Die letzten Spuren von ihr im Haus.
Diese Heulerei musste endlich aufhören!

Luna streckte sich, dehnte genüsslich alle Muskeln, die jetzt nicht mehr schmerzten und verließ ihren Lieblingsplatz am Rande des Sternengartens.
Sie würde noch einmal gründlich nachdenken, denn wenn diese beiden Katerchen nicht für ihren Menschen bestimmt waren sondern zu einer Frau nach England reisen sollten, wer war es dann?
Wen sollte sie dann als Nachfolger bestimmen?

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Die Mission Teil IV

Wenn man als heimatloses Straßenkätzchen so richtig viel Glück hat und die ersten Wochen überlebt…wenn man dann nicht nur von der Straße gerettet wird sondern sogar auf einer liebevollen Pflegestelle auf Adoption warten darf…dann kann das Leben richtig schön sein!

„Wir haben jetzt schon Namen erhalten!“, verkündete das weiße Katerchen stolz, während es mit gewagten Sprüngen das Wohnzimmer durchquerte. Dann schubste er seinen jüngeren Brüder schwungvoll zur Seite und verschaffte sich auf diese Weise Platz am Fressnapf.

„Unser Mensch hat heute wieder geschrieben! Wir müssen nicht in ein Tierheim sondern wir werden nach England reisen.
Wir sind jetzt adoptiert! Und wir heißen Sebastian und Simon. Gefallen dir die Namen? ich weiß aber nicht, wer von uns Sebastian und wer Simon ist.“

Sein jüngerer Bruder vergaß vor Aufregung sogar, zurückzuschubsen. Er hörte auf zu Essen und fragte neugierig:

„Welcher von beiden Namen ist denn ein Heldenname? Ich möchte gerne wie ein Held heißen!“ …

Luna musste lächeln, als sie vom Sternengarten aus, die Unterhaltung der beiden verfolgte. Obwohl mittlerweile klar war, dass sie für ihren Menschen nicht in Frage kommen würden, da bereits jemand anderes die Adoption angemeldet hatte, machte es ihr einfach Freude, sie zu beobachten.
Es waren niedliche und liebevolle Jungs, … und klug waren sie auch! Luna hatte eine Schwäche für kluge Kater…
Schade, dass ihre Pläne durchkreuzt worden waren.
Ihr Mensch musste wohl noch ein wenig warten, bis zwei neue Herzenskatzen den freien Platz einnehmen würden.

Ein bisschen schmeichelte es ihr doch, dass bisher keine andere Katze ihr Herz erobern konnte.
Sie erledigte wieder ihre Arbeit, wie Luna zufrieden feststellte, aber verweilte bei keiner Katze länger, als nötig war, sie zu versorgen.
Sie schrieb keine neuen Katzengeschichten sondern arbeitete bevorzugt mit Mäusen und anderen tierischen Helden.

Neugierig reckte Luna ihr Näschen aus dem Sternengarten um genauer sehen, was ihr Mensch eigentlich gerade am PC arbeitete. Sie sass schon den ganzen Abend vor dem Rechner.
Als sie es sah, wäre sie vor Schreck fast von der Wolke gepurzelt!

Ihr Mensch druckte sich gerade einen Beitrag aus. Es war ein Beitrag, in dem man nach Adoptanten suchte… Adoptanten für die beiden Katerchen, die jetzt Sebastian und Simon hießen!
Luna war gleichermaßen verwirrt und besorgt.
Das konnte nur in einer großen Enttäuschung enden!

Ihr war schleierhaft, wie ihr Mensch gerade diese beiden unter den Tausenden von Katzen auf Facebook gefunden hatte. Vermutlich war das ewige Seelenband bereits geknüpft worden.
Und jetzt wurden sie von jemand anderem adoptiert!

Sie peitschte ärgerlich mit dem Schwanz und beschloss, Philly die Nachbarskatze zu informieren, die als ihre Vertretung öfter einmal aushalf.
Sehr bald würde vermutlich bei ihrem Menschen wieder verschärfter Seelentröster Dienst anstehen… dann sollte Philly bereit sein….spätestes, wenn die Absage käme.

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Die Mission Teil V

„Ich möchte auch etwas sehen!“,
quengelte der kleine Faith und schlüpfte an Enzo und Iron, an Fiete und Valerion vorbei, die alle gemeinsam mit Luna am Rande des Sternengartens sassen und besorgt beobachteten, was gerade passierte.
Seit Luna ihnen die neuesten Entwicklungen erzählt hatte, wollten auch sie wissen, wie es weiterging.
Der gutmütige Enzo gab Faith einen liebevollen Stups mit der Pfote und überließ ihm seinen Platz.
„Sie tun mir richtig leid“, seufzte Luna und dann sagte eine Weile niemand mehr etwas.

Das Auto hielt vor einem langgestreckten Gebäude und eine Frau nahm die Transportkiste in Empfang.
„Wir haben für sie noch ein Plätzchen in einem Abteil freimachen können, keine Sorge. Die Jungs sind aufgeweckt und verträglich, sie werden das wegstecken. Gute Reise!“

„So ein Jammer! Ich hätte es den beiden wirklich gewünscht aber die Absage der Adoption kam erst im letzten Moment.
Persönliche Umstände …da kann man nichts machen. Leider.
Wir haben sie bei uns behalten, so lange es irgend ging, aber morgen ist letzter Abreise Termin, kein weiterer Aufschub möglich.
Bitte passen Sie gut auf die kleine Racker auf, sie haben es faustdick hinter den Ohren und sie sind unglaublich liebenswürdig. Hoffen wir, sie werden gemeinsam adoptiert. Es wäre so schade, sie auseinander zu reißen!
Ich habe ihnen übrigens noch keinen neuen Namen gegeben. Dann fällt es leichter, loszulassen…“
Sie zuckte bedauernd mit den Achseln und dann stieg die Pflegemutter der Kätzchen traurig ins Auto.

Faith schniefte laut und ein paar Tränchen tropften auf die weiße Wolke unter seinen Pfötchen.
Aber auch Luna, Iron, Fiete, Enzo und Valerion hatten einen Kloß im Hals, als sie diese Szene mit verfolgten.
Sie alle wussten, wie es sich anfühlte, allein auf der Welt zu sein.
Und sie alle wussten, was es bedeutet, Abschied nehmen zu müssen, selbst wenn man das gar nicht möchte!

Die beiden Katerchen lugten ängstlich durch die Schlitze des Transportkäfigs.
Gestern noch, waren sie vergnügt durch die Wohnung geturnt und hatten große Pläne geschmiedet.
Ihre Mission schien fast beendet!
Sie hatten ihren Menschen gefunden und die Köfferchen waren gepackt.
Wie es im neuen Zuhause wohl aussehen würde?
Ob sie dort endlich auch einmal ins Freie dürften, all das erleben, was durch die Fensterscheiben so verlockend aussah?
Oh, wie hatten sie sich darauf gefreut!

Und heute?
Heute waren sie plötzlich wieder zwei No Name Katzen ohne Zuhause.
Niemand wollte sie, niemand konnte sie behalten und die große Mission schien unerreichbarer denn je.
Die Reise ins Glück endete im Tierheim!

„Ich hoffe, die anderen Katzen sind wenigstens nett“, flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu, als die Kiste auf dem Boden abgesetzt wurde.
Auch seinem Bruder war etwas bange aber das wollte er dann doch nicht zugeben.
„Pah, natürlich sind sie nett. Und falls nicht, dann gehen wir ihnen einfach aus dem Weg.
So wie Mama das immer gemacht hat, wenn andere Katzen im Revier für Stress gesorgt haben.“
Dann rückten sie ganz eng zusammen, holten tief Luft und wagten sich Seite an Seite, aus dem Käfig.
Das war also das gefürchtete Tierheim, in dem sie schließlich doch gelandet waren…

„Du bist nicht aus der Übung gekommen“, schnurrte Valerion.
„Deine Magie macht nur ein paar Umwege.
Wie es aussieht, hat dein Mensch ihre Bewerbung doch nicht zu spät abgeschickt. Hoffen wir, diesmal klappt alles!“

Luna schnurrte freundlich zurück.
Sie liebte es, Recht zu behalten und in Gedanken bastelte sie bereits weiter an dem Traum, den sie schon längst hatte senden wollen.
Der Traum, in dem sich ihr Mensch und die beiden Katerchen zum ersten Mal begegnen…

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Die Mission Teil VI

Endlich schlief sie, tief und fest! Das Buch war ihr aus der Hand geglitten…
„Es geht los!“
Luna angelte geschickt mit dem Pfötchen nach etwas Sternenstaub, der beständig am Sternengarten vorbei schwebte.
„Psst…Ruhe jetzt! Ich muss mich konzentrieren.“
Iron, Enzo, Fiete, Valerion und der kleine Faith sahen andächtig zu, wie der Traum sich mit dem Sternenstaub vermischte und dann Richtung Erde schwebte.

Es war ein lauer Sommerabend. Die Sorte Abend, von der man sich wünschte, sie würden niemals zu Ende gehen.
Im Garten graste ein Reh. Es ließ sich weder von der Klavier Musik stören, noch von den Stimmen auf der Veranda.
Sie legte das Buch beiseite und strich Luna über den Kopf“.
„Wäre es nicht schön, wenn wir Gesellschaft hätten?“,
fragte Luna unvermittelt.
„Findest du es nicht etwas still hier?“

„Du wolltest doch nie Gesellschaft! Erinnerst du dich an den letzten Versuch? Der arme Kater war noch tagelang verstört von deinen wüsten Beschimpfungen…ich wollte immer gerne noch ein paar nette Jungs..aber dann… seit Iron…“
Sie seufzte und Luna rückte noch ein Stückchen näher an sie heran.

„Wie wäre es mit diesen beiden?“
Sie deutete mit der Pfote Richtung Garten, wo zwei weiße Katerchen über den Rasen turnten und in der Abendsonne ausgelassen nach Motten haschten.
„Wir könnten sie nach deinen Lieblingshelden Mr. Darcy und Captain Wentworth nennen und ich wäre auch nett zu ihnen, versprochen!“
Während Luna diesen Vorschlag machte, spiegelte sich die untergehende Sonne in ihren blauen Augen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob diese Augen aus funkelndem Sternenstaub bestehen würden.

Die beiden Katerchen hatten mit dem Fangspiel aufgehört und sahen aufmerksam in ihre Richtung, als ob sie wüssten, dass gerade über sie gesprochen wurde.
Die Blicke trafen sich…

„Ooohhh, das war aber ein schöner Traum“, flüsterte der kleine Faith andächtig. Woher kannst du das?
Luna schnurrte geheimnisvoll.
„Ich habe lange in einem Hexenhaushalt gelebt. Wenn du möchtest, sende ich dir auch einmal einen schönen Traum. Sag mir, was du gerne träumen möchtest und mit wem…“
Dann machten sie sich auf den Weg, zurück zu den anderen Sternengarten Katzen.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Katerchen mit unsanften Pfotenhieben geweckt.
„Hey ihr Schlafmützen! Steht endlich auf, wir möchten spielen!!
Verschlafen kletterten sie aus ihren Bettchen.
Seit sie im Tierheim angekommen waren, ging die Post ab! Hier war immer etwas los! Die kleine Katzengang aus ihrem Abteil verstand sich prächtig untereinander.

Sie alle teilten das gleiche Schicksal…sie hatten keinen Platz auf der Welt, sie hatten niemanden, um den sie sich kümmern konnten.
Jeder von ihnen wartete jeden Tag aufs neue darauf, seine Mission endlich anzutreten. Und jeder hatte schreckliche Angst, dass dieser Tag vielleicht niemals kommen würde.

Trotzdem war die Stimmung kein bisschen traurig. Das Tierheim, in dem sie gelandet waren, wurde vorbildlich und liebevoll geführt.
Sie vertrieben sich die Zeit mit wilden Fangspielen, balgten und alberten miteinander, sie kuschelten und machten sich gegenseitig sauber …

„Ich muss dir dann unbedingt etwas erzählen“,
flüsterte der jüngere der beiden Katerchen seinem Bruder zu.
„Ich hatte einen ganz seltsamen Traum! Seltsam und schön.
Wir waren an einem wunderschönen Ort…und es kam mir so vor, als wären wir dort schon immer Zuhause gewesen…und ich weiß jetzt auch, wie ich heißen möchte.
„Captain“…ich habe meinen Heldennamen gefunden. Er ist mir in diesem Traum plötzlich eingefallen!…“

Fortsetzung folgt…

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

 

Hier geht es weiter: Die Mission Teil 7 – 12

Und hier findet ihr die ganze Geschichte in einem Blog zusammengefasst:

Die Mission – Lunas Sternengarten

 

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Lunas Sternengarten.de  geht bald online. ❤