Tierschutz

Gut gemeint ist oftmals nur die kleine Schwester von Scheiße. An alle Kritiker des Auslandstierschutzes…

Tierschutz ist für mich Tierschmutz. Tierschützer sind Dreck. Ich könnte kotzen, wenn ich nur das Wort Tierschützer lese. Hört auf, die Hunde nach Deutschland zu karren und euch eine goldene Nase damit zu verdienen. Ich gebe nichts, die stopfen sich alle das Geld selbst in die Tasche. Kümmert euch lieber um Menschen…

Die Auflistung der dummen, hässlichen, widerwärtigen und dreisten Kommentare, die teilweise aus den Tiefen der Gosse, teilweise auch aus Unwissenheit verfasst werden und dann unter meinen Beiträgen auftauchen, sie alle haben etwas gemeinsam: Ein großes schwarzes Loch an der Stelle im Gehirn der Verfasser, an der sich im günstigsten Fall Informationen und Erziehung befinden sollten.

Man kann darüber streiten, ob es eine so tolle Idee und notwendig ist, wenn man Menschen, die sich ehrlich und mit allem was sie an Zeit und finanziellen Mitteln besitzen und bis zur Selbstaufgabe einbringen, wenn man diese Menschen öffentlich beleidigt. Einfach mal so, weil man sich über irgendjemand, irgendwo, irgendwann geärgert hat, der auch etwas mit Tierschutz zu tun hatte. Weil es tatsächlich auch schwarze Schafe gibt, aber der Verfasser des Kommentars von seinen intellektuellen Möglichkeiten nicht in der Lage ist, zu differenzieren oder einfach, weil er einen schlechten Tag hat, von Haus aus gerne stänkert oder findet, dass Tierschutz an der Landesgrenze enden sollte. Deutscher Tierschutz den deutschen Tieren, oder so ähnlich. Sie meinen es alle „gut“ … und doch schaden sie dem Tierschutz und den Tierschützern, vor allem aber den unschuldigen Tieren mehr, als es selbst die verkommenste Tiermafia der schwarzen Schafe in der Szene je bewerkstelligen würde.

Es wird zwar wenig nutzen, denn Hater möchten hassen und Nörgler möchten nörgeln, Fakten sind dabei eher hinderlich. Trotzdem… für euch, liebe Kommentatoren:

Unser Verein und sämtliche Helfer, hier wie in allen anderen Länder unserer Partner arbeiten komplett ehrenamtlich. Kein Gewinn, keine „Aufwandsentschädigungen“ für geleistete Arbeit, nur Mühe, Sorgen und dazu unsere eigenen, nicht unerheblichen privaten Spenden, die wir beständig einbringen, damit unsere Tiere nicht verhungern.

„Unsere Tiere“, das sind all die heimat- und schutzlosen, hungrigen, verletzten Tiere auf den Straßen. Tiere, die nichts dafür können, dass sie geboren wurden, ehe ein Kastrationsprojekt die Anzahl verringert. Sie sind nun einmal da und wir geben alles, um zu verhindern, dass die nächsten nachkommen.

Kastration, die wichtigste Maßnahme und unser Hauptanliegen, kostet Geld. Erhalten wir Futterspenden, können wir andere Spenden für Kastrations- und Aufklärungsarbeit vor Ort  einsetzen. Beides ist wichtig und unverzichtbar.

Adoption aus dem Ausland  ist kein „Geschäft“, wenn sie gewissenhaft und seriös erfolgt sondern teuer und aufwändig. Wir bezuschussen die Adoptionen aus der Vereinsgemeinschaft, weil wir den Adoptanten nicht die hohen Kosten zumuten möchten, wenn tatsächlich eines unserer Tiere ein Zuhause findet. Nur die kranken, schwachen, alten, blinden, verletzten oder verstümmelten Tiere werden aufgenommen und erhalten die Chance auf eine Adoption. Alle anderen verbleiben auf der Straße, werden gefüttert und kastriert und eine lukrative Geschäftsidee würde ich mir als Unternehmerin anders vorstellen, ganz anders. Worüber ich hier schreibe ist Knochenarbeit, belastend und kostet Geld.  Dafür schenkt es den betroffenen Tieren Leben und eine Zukunft, nachdem sie bereits unendlich viel durchgemacht haben und ihr Glück gibt uns die Kraft weiter zu machen. Es gibt uns die Kraft, jeden Tag erneut gegen Dummheit, Gleichgültigkeit und Grausamkeit der Menschen anzukämpfen.

Ja, es stimmt. Tierschützer sind nicht unbedingt die pflegeleichtesten Menschen. Es wird gestritten, es wird verleumdet, es wird sich profiliert, intrigiert und es gibt auch viel zu viel unehrliche, verbrecherische Aktivitäten unter diesem Deckmantel. Vor allem anderen ist Tierschutz und sind Tierschützer jedoch Menschen, die sich mit viel Herzblut ehrenamtlich drei Beine rausreißen, damit es zumindest ein paar Seelen besser geht, damit langfristige Verbesserungen auf den Weg gebracht werden können und weil sie nach wie vor in einem kleinen Winkel ihres Herzens glauben, wegzusehen und nur klug daher zu reden ist keine Option, wenn das Elend an der Türe anklopft.

Daher nehme ich mir die Freiheit, jeden von meinen Seiten zu blockieren, der meint, alles, was im Tierschutz verbesserungswürdig und unseriös ist, in einen Topf mit seriöser und ehrenamtlicher Arbeit werfen zu müssen, dessen einziger (gut gemeinter?) Beitrag darin besteht, das in den Schmutz zu ziehen, was andere mit viel Liebe und Einsatz aufbauen. „Gut gemeint“ ist nämlich manchmal nur die kleine Schwester von Scheiße und Verbesserung wird am besten dadurch erzielt, indem man es einfach besser macht und  andere in Ruhe arbeiten lässt, die bereits dabei sind. … hier in Deutschland und überall wo Tierleid gelindert und verhindert wir. Nur so eine Anregung…

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Aufreger, Tierschutz

Der Weihnachtskarpfen in der Badewanne

Viele der liebevollen Erinnerungen an meinen Vater haben mit Essen zu tun. Er war ein begnadeter Koch  und seine größte Freude bestand darin, die Familie mit leckerem Essen zu versorgen und zu verwöhnen. An Festtagen stand er stundenlang in der Küche und zauberte die typisch bayrischen Festtagsmenüs aus dem Ärmel. Er liebte Tiere, wie wir alle in der Familie, aber in den 60er Jahren waren „Nutztiere“ noch nicht als fühlende Lebewesen im Bewusstsein verankert und so kam es, dass am Tag vor dem heiligen Abend traditionell in der örtlichen Fischhandlung ein „Weihnachtskarpfen“ aus dem großen Bassin ausgewählt wurde. Man suchte sich den kräftigsten und damit ergiebigsten Karpfen aus der Menge heraus. Er wurde mit einem Köcher aus dem Becken geholt, in eine Plastiktüte mit Wasser gesteckt, die Tüte wurde zugeknotet, und damit der Fisch auch wirklich frisch auf den Tisch kam , wurde er anschließend Zuhause in der Badewanne „aufbewahrt“, bis ihm ein Schlag auf den Kopf den Gar aus machte, er ausgenommen wurde und dann mit Zwiebeln und leckerem Sud in der Terrine am Tisch landete.

Ich sehe die Badewanne in dem schwarz-weiß gekachelten Bad noch vor mir, den Fisch, wie er im Wasser schwamm. Ich  denke, ich versuchte sogar, ihn zu streicheln. Ich war noch sehr klein und konnte die Gefühle nicht einordnen, aber irgendwie fühlte es sich falsch an, ihn morgen aufzuessen. Offensichtlich hatten an diesem Weihnachtsfest auch meine Eltern das Gefühl, dass es sich falsch anfühlte, den Fisch zu töten. Vielleicht weil wir Kinder Bezug aufgebaut hatten, ich ihm einen Namen gegeben hatte, vielleicht weil sie selbst mehr und mehr Empathie entwickelten und begannen, Traditionen in Frage zu stellen. Vielleicht beides, ich habe es vergessen und meinen Vater kann ich leider nicht mehr fragen. Aber ich weiß, dass es an diesem Heiligabend Linsensuppe gab und der Karpfen in einem Fischweiher im nahe gelegenen Wald die Feiertage verbrachte und sehr wahrscheinlich noch viele Tage danach. Es ist mittlerweile 50 Jahre her, seit ich intuitiv, ohne jede wissenschaftliche Studie begriffen hatte, dass Karpfen fühlende Lebewesen sind, Schmerzen empfinden und leiden können. Mittlerweile belegen wissenschaftliche Studien, was eine Fünfjährige ohne Mühe erkennen konnte. Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung verfügen über dieses Wissen leider noch nicht.

Offensichtlich hat sich dieses Wissen trotz aller wissenschaftlichen Belege nach wie vor nicht überall herumgesprochen, anders kann ich mir den unsäglich empathielosen und dümmlichen Artikel nicht erklären, der kürzlich  in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war. Es ging um Karpfenzucht und zur Auflockerung wurde von der Züchterin  eine „heitere Anekdote“ zum besten gegeben. Eine Geschichte, die weder unterhaltsam noch heiter war sondern erbärmlich. Tierquälerei, Grausamkeit und Folter in ihrer reinsten Form.

„Die Fische von der Ertl-Zucht sind so frisch, die zappeln noch, wenn man sie in den Kofferraum legt. Einen Weihnachtskarpfen aus Lochhausen sollte man deshalb tunlichst mindestens fünf Stunden liegen lassen, bevor man ihn zubereitet. Sonst kann es passieren, dass er aus der Pfanne hüpft. Chefin Simone Wiesinger (Foto: A. Schellnegger) erzählt bei dieser Gelegenheit gerne die Anekdote von einem Kunden, der einen bei ihr gekauften Fisch trotz Warnung sofort in die Röhre schob. „Im Backofen zappelte der Fisch dann so herum, dass die Ofentür aufging und er auf dem Boden landete.“ Das Festessen war beendet, bevor es begann.“(Quelle: Süddeutsche Zeitung. Der Link zum vollständigen Artikel ist am Ende des Betrags eingefügt)

„Karpfen sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten“ so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Sie leiden, wenn man sie aus dem Wasser holt, wo sie sich weder bewegen noch atmen können.“ Inzwischen ist es eindeutig wissenschaftlich erwiesen, dass Fische Stress und Schmerz empfinden.
Wie wir Menschen sind auch Fische Wirbeltiere, die ihre Schmerzen äußern, wenn auch für den Menschen nur schwer verständlich. Außerhalb des Wassers schnappen sie unübersehbar nach Luft, sie winden sich und zappeln, was deutlich aufzeigt, dass sie Schmerz empfinden und unter starkem Stress stehen. Das  Schmerzempfinden von Fischen ist dem Schmerzempfinden anderer Wirbeltiere sehr ähnlich. Jeder einzelne Fisch, der aus den Tiefen des Meeres in die Atmosphäre gezogen wird, leidet unvorstellbare Qualen: Aufgrund des enormen Druckunterschieds zwischen Wasser und Land reißt seine Schwimmblase, der Magen quillt ihm aus dem Mund und die Augen aus den Höhlen, während er langsam und qualvoll über Minuten oder Stunden erstickt. Tierschutz oder Mitleid ist ein Fremdwort in der Fischerei,  viele Fische leben noch und sind bei Bewusstsein, wenn sie aufgeschnitten und ausgenommen oder gar lebend auf Eis gelegt werden.

Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]

 

[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

 

Seelenmarzipan

Für die Tage, an denen dein Herz fast zerbricht und in heftigem Schmerz pulsiert…

Als ich heute über diese wunderbaren Zeilen stolperte, hatte ich selbst einen solchen Tag.  Ich dachte zum zigsten mal, ich muss völlig verrückt sein, dieses friedliche Umfeld auf dem Blog hier und in meinen Real Life Kontakten, jeden Tag freiwillig zu verlassen und gegen ein virtuelles Schlachtfeld einzutauschen. Mich dort mit Menschen zu befassen und Benehmen zu tolerieren, das ich sonst niemals in meiner Nähe dulden würde. Ich muss völlig verrückt sein, jede Nacht aufs neue meine Blessuren zu verarzten um dann am nächsten morgen wieder anzutreten und alle anzufeuern, es mir gleich zu tun. Für die Ärmsten der Armen, die nichts dafür können, dass Menschen sind, wie sie nun einmal sind. Viele jedenfalls.

In dieser Stimmung fanden nachfolgende Zeilen zu mir. Ich habe sie übersetzt, weil sie vielleicht auch manch anderem zur rechten Zeit den Fokus wieder auf das wesentliche zurück lenken … das zu tun, was einem Freude macht … hocherhobenen Hauptes und immer mit dem Blick auf die eigenen Bedürfnisse.

Für die Tage, an denen dein Herz fast zerbricht und in heftigem Schmerz pulsiert…

 

… für die Tage, an denen wir uns auf die Lippen beißen und es einfach nicht mehr schaffen, die Tränen zu unterdrücken…

…für die Tage, wenn sich unsere Seelen so schwer anfühlen, dass sie unsere müden Schultern tief in sich zusammensinken lassen.

…für die Tage, an denen die Kraft morgens Aufzustehen sich bereits wie eine Heldentat anfühlt

…für die Tage, an denen wir vor Ärger zittern und beständig kurz davor sind, endgültig die Beherrschung zu verlieren

…für die Tage, an denen wir uns leer, nutzlos, und unsichtbar mit all unseren Bedürfnissen fühlen, wie ein hungriger Geist

Ja, diese Tage sind wirklich harte Tage.

Diese Tage zerreißen uns in Stücke, lassen uns nackt, erschöpft und zitternd im Dunkeln zurück.

Es sind die Tage, an denen wir einfach aufgeben möchten.

Die Tage, an denen wir einfach nur weit, weit weglaufen möchten.

Aber wir können es nicht.

Wir können nicht weglaufen. Uns nicht verstecken. Oder Aufgeben.

Wenn wir es täten, würden wir nur vor uns selbst weglaufen.

Wir würden uns selbst aufgeben.

Wir würden uns vor uns selbst verstecken.

Natürlich könnten wir uns der Situation entziehen und uns kopfüber unter einen schnellen Bus werfen, wenn alles zu viel wird. 

Aber die Sache ist die … an diesen Tagen brauchen wir uns selbst am allermeisten, an diesen f*cking harten, fordernden und schrecklichen Tagen.

Lasst uns bleiben.

Lasst uns durchhalten.

Wir müssen diese Gefühle nicht analysieren.

Wir müssen einfach bleiben und uns selbst unterstützen, auf Teufel komm raus.

Wie?

Was können wir tun?

Wir können verwegen sein und mitten in die Härte dieses Tages eintauchen, fühlen, wie das Eiswasser in unsere Herzen tröpfelt, es dort gefriert und sich zu wunderschönen Eisblumen wandelt.

Wir können uns entgegen stürmen, mit weit offenen Armen, einem aufmunternden Lächeln und einem köstliche Glas Rotwein .

Wir können unseren zerknitterten Seelen einen riesigen Blumenstrauß schenken.

Wir können uns einen Freiraum schaffen und dort tausend Kristalltropfen weinen, bis der Himmel sich wieder aufklärt und der Salzregen vorbei gezogen ist.

Wir können unserer Seele ein Schaumbad einlassen und in meterhohe Lavendel Schaumwölkchen eintauchen und dann tief Luft holen.

Wir können uns von der Welt zurückziehen, uns unter Kissen vergraben, seufzen, jammern und einfach verletzt sein.

Wir können uns fragen: „Was kann ich jetzt für dich tun?“

Wir können richtig mutig sein, unser Herz auf der Zunge tragen und einen lieben Freund um eine extra Portion Zuspruch bitten.

Wir können unseren heftigen Schmerz und unsere schreckliche Trauer schreiben, malen, tanzen und singen, sie kompromisslos zum Ausdruck bringen und dadurch magische Kunst erschaffen.

Wir können eine zaghafte, melancholische Playlist abspielen und schluchzen und zittern, bis sich unsere Herzen über der Musik beruhigt haben.

Wir können nach unserer eigenen Hand greifen und sie fest drücken.

Ja.

Es gibt Tausend wunderbare Dinge, die wir tun können, um uns selbst zu unterstützen.

Und jetzt lasst uns alle schwören, uns selbst niemals im Stich zu lassen.

Niemals!

Weil, Ja… manche Tage sind unglaublich hart.

Aber sie können auch unglaublich gewinnbringend sein.

Sie können umgestaltend sein.

Sie können schön sein.

Sie können vollgestopft sein, mit Inspiration.

Sie können genau das sein, was wir gerade brauchen.

Also lasst uns tapfer sein, und weiter hier bleiben.

Lasst uns knallhart sein und diesen Tagen aufrecht entgegentreten.

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Übersetzung (c) BMS Quelle und englischer Original Text: Elephant Journal

Tierschutz

Lügen, Betrug und Abzocke mit Spenden im Tierschutz … ein kleiner Leitfaden

Wer fair und seriös im Tierschutz arbeitet hat eine Unzahl natürlicher Feinde … alle, die das nicht tun, denn diese Menschen beschädigen die Glaubwürdigkeit und alles, was andere in mühevoller Arbeit aufgebaut haben. Wir ehrlichen Tierschützer kämpfen beständig an verschiedenen Fronten: Wir versuchen mit allem was uns irgend zur Verfügung steht, das Elend und Leid der Tiere zu lindern während andere die  Gutwilligkeit der Spender ausnutzen, in die eigene Tasche arbeiten und  durch ihr unseriöses/kriminelles Verhalten den ehrlichen Helfern und Vereinen unglaublich schaden.

Das bereitet mir persönlich viel Kopfzerbrechen. Auch in den Medien wird überall vor dubiosen Spendensammlern und dem „Kalten Geschäft mit Tieren in Not“ gewarnt. Es hat zur Folge, dass viele Menschen verunsichert werden und gar nicht spenden. Wertvolle Hilfe, die dann auch uns an den Futterstellen fehlt. Unglaublich wertvolle Hilfe, die Leben retten könnte und Chancen schenken, die aber ausbleibt, weil sich viele durch reißerische Berichte und Blogs verunsichern lassen. Das ist ein super GAU für alle  Vereine, die ehrlich und mit unglaublichem Herzblut jeden Tag für ihre Tiere sorgen.  Mittlerweile wage ich zu behaupten, dass ich in der Szene hinreichend vernetzt bin, um beurteilen zu können, wer wie arbeitet, erkenne schwarze Schafe bereits auf zehn Meter Entfernung und würde gerne ein paar Tipps weitergeben, für alle, die gerne spenden würden aber verunsichert sind.

  • Um auf Nummer sicher zu gehen, spende nur an Privatpersonen, die dir persönlich bekannt sind oder für deren seriöses Arbeiten jemand garantiert, der vor Ort war und bezeugen kann, dass alle Mittel so eingesetzt werden, wie im Netz veröffentlicht.
  • Eine relativ sichere Nummer sind auch offizielle Vereine. Ob ein Verein eingetragen ist, kannst du daran erkennen, ob er ein e.V. im Namen trägt (z.B.  Frieden für Pfoten e.V.). Im Impressum jeder Seite im Netz findest du auch meist, ob Spendenquittungen ausgestellt werden können (können wir natürlich 🙂 ). Darf ein Verein Spendenquittungen ausstellen dann ist das ein weiteres Indiz für seriöses Arbeiten, denn alle eingetragenen Vereine werden regelmäßig geprüft und ein Jahresbericht/Kassenbericht muss dem Finanzamt vorgelegt werden und auch die Gemeinnützigkeit wird in regelmäßigen Abständen überprüft.
  • Schreibe persönlich ein paar Zeilen an die jeweilige Organisation/Person, der du spenden möchtest oder verfolge deren Arbeit über ihre Webseiten, Facebook oder Twitter.  Mach dir selbst ein Bild. Wer seriös ist und nichts zu verbergen hat, wird gerne Auskunft geben, auch Rückmeldung, was mit den Spenden passiert ist. Regelmäßige Berichte und Updates über die erfolgte Arbeit sollten eine Selbstverständlichkeit sein. (Bitte dabei beachten, dass es besonders in armen Ländern, wo die Spenden am dringlichsten benötigt werden, den Helfern dort nicht immer möglich ist, so oft im Netz zu sein, Bilder zu posten oder hochzuladen, wie sie das möchten. Manche verfügen auch nicht über das technische Equipment/Netzzugang.)
  • Am einfachsten ist es natürlich, wenn du vor Ort die Geld – und Sachspenden, Futter oder Zubehör abliefern kannst. (Manche unserer Community Mitglieder tun das und es ist immer ein Fest aber natürlich nicht jedem möglich ).
  • Wenn du diese Möglichkeit nicht hast aber trotzdem eines der armen Tierheime im Ausland  unterstützen möchtest, dann funktioniert das am einfachsten und sichersten über einen Verein, der von Deutschland aus unterstützt ( Frieden für Pfoten e.V. zum Beispiel, ist Partner von SCARS Griechenland) oder über eine offizielle Spendenplattform. Europas größte und eine sehr seriöse Futter-Spendenplattform ist der Tierschutz-Shop. Hier sind nur geprüfte Tierschutzvereine gelistet und du kannst jederzeit transparent nachvollziehen, dass deine Futter-Spende auch ankommt, wo sie hin soll.
  • Solltest du Zweifel haben, ob du die richtige Spendenplattform ausgewählt hast, dann kannst du in Bewertungsportalen oder bei Facebook mit wenigen Klicks Erfahrungen anderer Nutzer lesen. Die Bewertungen bei Facebook sollten  im Durchschnitt bei 4 von 5 Sternen liegen, nicht darunter.

Wir „ehrlichen“ Tierschützer sind alle sehr daran interessiert, dass die schwarzen Schafe keine Chance erhalten, weiter Schaden für die gute Sache zu verursachen. Wir alle werden von den negativen Medienberichten beschädigt. Es wird alles in einen Topf geworfen, auch viel Unsinn geschrieben und darunter leiden Helfer, die wahre Engel sind, genauso wie ausgezeichnete Konzepte an Hilfsportalen. Letztlich aber sind es die Tiere die darunter leiden und daher geben wir uns alle Mühe, aufzuklären, weiterhin durch transparente und faire Arbeitsweise zu überzeugen …. ehrenamtlich und mit viel Herzblut, wie die meisten meiner Kollegen.

Mein Verein Frieden für Pfoten e.V.  arbeitet seit langem mit dem Tierschutz-Shop eng zusammen. In diesem Jahr dürfen wir an einem großen Spendenmarathon teilnehmen und wir hoffen, diese tolle Aktion des Tierschutz-Shops wird wie im vergangenen Jahr ermöglichen, dass unsere über 100 schwer kranken Tiere auf den Pflegestellen, genau wie die über 600 Tiere an den Futterstellen in Athen satt werden. Es ist eine wunderbare Sache, denn das gespendete Futter wird direkt in Athen vor die Haustüre geliefert. Transport und Logistik von Futter- und Hilfsmitteln in die jeweiligen Länder sind teuer sehr aufwändig und längst nicht für jeden Verein zu bewältigen. ( Anmerkung: Die teuren Palettenpreise sind mein persönlicher Horror. Wir sitzen hier vor Ort oft auf kostbaren Hilfsmitteln und rechnen jeden Tag, wie wir es schaffen, sie dorthin zu bringen, wo sie dringlichst benötigt werden). In diesem Fall nimmt der Tierschutz-Shop uns dieses Problem komplett ab.

Der Spenden-Marathon des Tierschutz-Shops geht quer durch Europa und ermöglicht es Tierfreunden ganz einfach Tieren in 11 europäischen Ländern zu helfen. Es sind die Ärmsten der Armen, die auf diese Weise Hilfe erhalten. Über Länderwunschlisten kann man direkt für Tierheime aus einem Land Futter spenden. Ziel ist es, bis zum 22.12.2017 online insgesamt 30.000 Pakete mit Futter für Straßen- und Tierheimtiere zu packen. Wir haben ebenfalls eine Wunschliste dort. Bei dieser seriösen Spendenaktion von Tierschutzshop sorgt ein Live-Paketezähler für zusätzliche Transparenz. Sobald der Marathon gewonnen ist, wird das Ergebnis von einem offiziellen Notar beglaubigt.

Falls ihr Fragen habt, schreibt mich gern an.

Unsere Wunschliste für die hungernden Tiere in Athen

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Mein Schatten, mein Herz, … meine Katze <3

Eigentlich bist du in vieler Hinsicht so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was ich mir unter der „perfekten Katze“ vorstellen würde.  Ich wollte einen Ersatz für die Katzenliebe meines Lebens, als ich dich im Internet entdeckte. Diese Katzenliebe war weich, flauschig, immer gut gelaunt und hatte Pfötchen, wie Marshmallows … und er antwortete, wenn ich mit ihm sprach. Rückblickend denke ich, deine Retter in Spanien wollten dich unbedingt an den Mann bringen, denn deine Beschreibung im Internet wollte so gar nicht zu dem Wesen passen, das dann verstört aus dem Transportkäfig schlüpfte, an mir vorbei in die nächste Ecke flüchtete und dort unwillig die Umgebung in Augenschein nahm. Nein, unsere Liebe brauchte eine ganze Weile, bis sie sich entwickelte aber dafür wurde sie um so inniger.

Du antwortest nicht freundlich, wenn ich mit dir spreche sondern du redest den ganzen Tag. Es hört sich immer an, als ob du mit mir schimpfst oder nörgelst, und ich vermute,  das ist auch so. Dein kleiner Dickkopf hat strenge Regeln im Haus erstellt. Niemals geschlossene Türen (auch nicht im Winter), Besuche und  Telefonate nur mit vorheriger Genehmigung und längere Abwesenheit meinerseits, quittierst du eisern mit Krankheit, irgendwie schaffst du das immer. Du warst auch als Kätzchen nie weich sondern erst mager und knochig und dann muskulös und sehnig. Dein Fell war nie weich und flauschig sondern dein Haar blieb kurz, dafür hast du unglaublich viele und sie sind überall …weil auch du überall bist.

Du bist ungefähr so sozial wie Hannibal Lecter, was deine Artgenossen angeht und hast damit meinen Traum der Crazy old Cat Lady gründlich torpediert, obwohl Haus und Garten hier Raum für eine Legion Katzen bieten würden. Du brauchst den Platz unter meiner Bettdecke, wo du auch einmal mit einem Tatzenhieb dafür sorgst, dass ich die dir bequeme Position einnehme, ganz für dich allein. Du hast so viel zu erzählen, dass meine Aufmerksamkeit dir ungeteilt zur Verfügung stehen muss und Teilen war noch nie so dein Ding. Weder Zuneigung, noch Futter und schon gar nicht dein Revier, das von dem Platz in meinem Bett bis hinunter an unser Eingangstor reicht und das du erfolgreich gegen jeden Eindringling verteidigst, selbst jetzt noch, wo dich die Arthritis quält, deine Zähnchen langsam bröckeln und dein Fauchen nicht mehr ganz so überzeugend klingt. Trotzdem hat nach wie vor jeder Respekt vor dir.

Deine Krallen sind zu lang geworden, seit du es nicht mehr schaffst, die Bäume hochzuklettern und du ja den Kratzbaum im Haus  verschmähst.  Du bevorzugst seither die Ledercouch oder meine Hosen für die Krallenpflege. In Sachen Futter bist du genauso eigensinnige Diva, wie in vielen anderen Belangen. Nur eine bestimmte Sorte Trockenfutter, nur eine bestimmte Sorte Nassfutter, und während ich mit deinem Vorgänger jede Mahlzeit teilte, ihm aus der Eisdiele sogar jedesmal eine Extra Portion Sahne  mitbrachte,  kann dich keine Milch, kein Lachs, kein Ei, kein Tartar und kein Thunfisch hinter dem Ofen vor locken. Du  rührst nichts anderes an als deine beiden Lieblingssorten deiner beiden Lieblingsmarken und vor den Feiertagen breche ich regelmäßig in Panik aus, auch genügend davon auf Vorrat im Haus zu haben.

Du kennst mich in- und auswendig, weisst , dass ich nachtblind bin, wie ein Maulwurf und gibst im Dunkeln immer einen ganz speziellen Laut von dir …Vorsicht, nicht wieder über mich stolpern…es ist ein ganz anderer Laut, als wenn du von draußen kommst und nass geworden bist. Über zwei Stockwerke kann ich hören, dass du darauf wartest, abfrottiert zu werden …jetzt!…sofort!… und dein ärgerliches Miauen, wenn ich ungefragt telefoniere, das kennen fast alle meine Freunde.  Ich habe mich daran gewöhnt und liebe es, wenn du mit mir sprichst, verstehe jedes „Wort“, jede Tonlage von dir, genauso, wie du meine. Ich kann mittlerweile in deinem kleinen Gesicht lesen, wie in einem Buch und du erkennst bereits an meinen Schritten, ob ich gut oder schlecht gelaunt nach Hause komme.

Wieviel Zeit haben wir beide über die Jahre im Bett verbracht, wo du mich gewärmt, getröstet, unterhalten oder beschnurrt hast, wenn ich faul oder krank war. Wieviel innige Unterhaltungen hatten wir im Sommer im Garten, wenn du mir bei der Gartenarbeit zur Hand gingst oder nach jeder Mausejagd von deinen Heldentaten erzählt hast. Irgendwann habe ich vergessen, wie meine Traumkatze aussehen und sein sollte. Irgendwann warst du diese Traumkatze. Mit allen Launen, Macken, Eigenheiten, mit einem kurzen Fell, sehnigen Pfötchen und dem immer leicht vorwurfsvollen Blick aus klugen Augen. Ich liebe deinen Geruch,  wenn du morgens verschlafen über mein Gesicht steigst oder den nach Erde und Gras, wenn du gerade aus dem Garten kommst. Eigentlich gibt es nichts, absolut nichts, was ich nicht an dir liebe.

Wir hatten wunderschöne Jahre gemeinsam und mir kommt es immer noch wie gestern vor, als ich dich in deiner Box am Flughafen in Empfang nahm.  Aber es ist nun bereits 16 Jahre her, eine lange Zeit in Katzenjahren.  Seit du so krank warst, ist jeder Tag mit dir ein Bonus Tag. Wer weiß, vielleicht werden es trotzdem noch einige Jahre, in denen du das Exclusiv- Recht auf mich geltend machst.  Solange es dich gibt, wirst du immer meine „Einzige“ sein. Du wurdest als Diva geboren, meine süße Luna und ich werde dich bis zu deinem letzten Atemzug wie eine behandeln. Versprochen!

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Luni

 

 

Tierschutz

Denn sie wissen nicht was sie tun…

Wahrscheinlich gibt es dieses Phänomen überall, am deutlichsten kann man es jedoch auf Facebook und in den Medien beobachten. Schwarz auf weiß ist dort das who is who der menschlichen Hässlichkeiten, Lügen und fehlenden Umgangsformen festgehalten. ich weiß, wovon ich rede, denn jeder, der in der Öffentlichkeit auftritt, aus welchen Beweggründen auch immer, kann sich diesen Begleiterscheinungen nicht entziehen. Ich kann es zum Beispiel nicht oder oft nicht, weil ansonsten ein wichtiger Teil an Unterstützung wegbrechen würde, den ich durch diese Internetpräsenz ermögliche. Mit der Zeit erhält man ein dickeres Fell, wobei ich mich bei manchen Politikern und Personen des öffentlichen Lebens trotzdem frage, wie sie es ertragen, beständig und ungestraft, Zielscheibe von Häme, Hass und Lügen zu sein, ohne dabei die eigene Persönlichkeit zu zerstören. Es wurde zum Volkssport in vielen Nationen.

Was mich angeht, mein Fell ist nicht unbedingt dicker geworden. Nach wie vor wundere ich mich über das unglaubliche Ausmass an Gehässigkeit, wenn ich Diskussionen auf FB verfolge, besonders in der Tierschutz Szene. Dort bin ich zuhause, dort wird verleumdet, angeprangert, gelogen oder fahrlässig irgendetwas in die Welt geschrieben, obwohl gerade in diesem Umfeld jedesmal nicht nur Menschen dabei verletzt werden sondern die Sache selbst, Hilfe für die Tiere unweigerlich beschädigt wird. Weil es abstößt, weil die Betroffenen aufgeben, weil es spaltet oder Zeit stiehlt, die an anderen Brennpunkten dann fehlt.

Nicht jeder sieht das so wie ich: …“Das wird man doch wohl mal sagen dürfen“ …“Die Betroffenen sollen damit einfach souveräner  umgehen“ … „Das hat man doch nicht so gemeint“ …  „das ist mangelnde Kritikfähigkeit“ … „schaff dir einfach ein dickeres Fell an“…  „was soll die Aufregung, schließlich geht es ja nicht um dich sondern nur um Tiere.“  Wirklich? Ist es wirklich in Ordnung, dass dabei beständig alles auf der Strecke bleibt, was für zwischenmenschliche Beziehungen unerlässlich ist, wenn sie funktionieren sollen? Ist es OK, weil es ja um Tiere geht, beständig frei Schnauze und ohne jede Wertschätzung oder Rücksicht auf andere zu posten, in die Welt zu setzen oder zu erfinden? ist es nicht eher krank, rücksichtslos und auch dumm? Ich werde es nie verstehen!

Oft kann ich es mir mit Dummheit, fehlender Kinderstube oder Unwissenheit erklären, oft bleibt als Schlussfolgerung über die Person, die da schreibt,  aber tatsächlich nur Boshaftigkeit oder eine Persönlichkeitsstörungen übrig. Großzügig wird ausgeteilt, werden Lügen in den Raum gestellt, Fehler angeprangert und ein Umgangston gewählt, der entweder tiefste Gosse oder gespickt mit Anfeindungen, herabsetzenden Wertungen, zynisch und verletzend ist. Dafür ist die Tierschutz-Szene berühmt/berüchtigt, das ist der Grund, warum bis heute noch keine funktionierende Tierschutzpartei im Bundestag sitzt, alle Tierschutzverbände noch nicht vernetzt und gebündelt ihre Kraft einsetzen und warum auch ich bereits gefühlt 1000 Blogs darüber geschrieben habe, nur um mir am nächsten Tag die nächste öffentliche Ohrfeige abzuholen, von jemandem, der diese einfachen Ausführungen nicht verstehen will oder kann.

Es wird wohl immer diejenigen in der Szene geben, die sich von all dem abgestoßen fühlen und dann einfach still gehen.

Es wird immer auch die geben, die irgendwann selbst so abgebrüht oder verbittert sind, dass sie irgendwann beginnen mit den gleichen Mitteln zu arbeiten (schrecklicher Gedanke!).

Es wird aber auch immer die geben, die versuchen, sich in einem Team zusammenzufinden, in dem gearbeitet, sehr wohl auch intern aber immer wertschätzend diskutiert wird, gestritten und wieder versöhnt, und die dabei trotzdem nie aus den Augen verlieren, dass hier Menschen zusammenkommen, die verletzlich sind, die freiwillig und ehrenamtlich für Tiere eintreten und dass jeder von ihnen ein Mindestmaß an Respekt und Wertschätzung verdient hat, im Umgang miteinander.

Ich erhalte oft lieb gemeinte Ratschläge, nicht auf jede Lüge und jeden Angriff einzugehen. Der Ratschlag ist richtig, wenn auch schwer umzusetzen. Es fällt schwer, wenn die eigene Arbeit oder Person durch den Schmutz gezogen wird, durch Lügen, Halbwahrheiten, Unterstellungen und Anspielungen, noch schwerer fällt es, wenn die Arbeit von Team-Mitgliedern oder Spendern öffentlich kritisiert wird, weil ich Angst habe, sie deshalb zu verlieren und dann alles zusammenbrechen würde. Ich sitze so oft wütend oder traurig vor dem Rechner, kenne genau die FAKTEN, lese die öffentlich geposteten Unterstellungen, Gemeinheiten oder Lügen (nicht nur was unseren Verein oder mich angeht) und würde die Verfasser am liebsten schütteln, damit sie zur Besinnung kommen, damit sie begreifen, wie dumm und zerstörerisch ihre Handlungsweise ist. Sie finden sich oftmals in Grüppchen zusammen und klopfen sich gegenseitig noch auf die Schulter für ihre Boshaftigkeit und Häme. Sie finden sich „gut“ aber sind unter dem Strich nicht besser, als diejenigen, die kein Herz für Tiere haben und gar nichts tun. Vielleicht sogar schlimmer, denn sie zerstören, Ideen, Motivation, Menschen … und geben der Tierschutz Szene ein hässliches Gesicht.  Sie wissen nicht, was sie tun!

Es fällt mir schwer, jeden Tag wieder den Menschen auf Facebook zu begegnen, mit Menschen neutral und sachlich weiter zu arbeiten, die mir durch ihre Worte deutlich gezeigt haben, wie wenig sie mich schätzen (Vorsicht, Untertreibung! 😉 ) , wenn zwar deren Lügen und Hässlichkeiten  über mich oder unsere Arbeit auf Facebook kursieren, nirgends aber eine Richtigstellung oder Entgegnung dazu. Manchmal muss ich das trotzdem, damit die Hilfe weiter funktioniert. Meine traurige Sammlung an Hater und Lügen Screenshots würde so manchen verstören, der mir freundlich rät, nicht so empfindlich zu reagieren…

Jede Entgegnung oder Richtigstellung schadet mehr als sie nutzt. Auch das habe ich mittlerweile gelernt. Manche Richtigstellungen sind unverzichtbar, der Rest bleibt Schweigen. Wer viele Freunde und Unterstützer hat, wer beständig in der Öffentlichkeit steht, erhält zwangsläufig auch die andere Seite der Medaille. Das ist natürlich richtig. Aber warum das flächendeckend in dieser Form ablaufen muss, warum so wenig bedacht wird, WAS genau man mit seinen Worten, Kommentaren, Posts und Behauptungen an Schaden für die TIERSCHUTZIDEE hinterlässt,  ….und auch bei den Menschen, die sich dort mit viel Herzblut und Engagement einsetzen, ….das konnte mir bisher noch niemand beantworten.

Wahrscheinlich, … nein, ganz sicher… wäre es professioneller, zielführender und weniger aufreibend, wenn ich anders auf all das reagieren würde … ich erlaube mir trotzdem, weiterhin NICHT so souverän, konsequent und tough zu sein, wie es für diesen Job erforderlich wäre und wie das viele von mir erwarten.  Ich halte meine Befähigung für tiefe Emotionen, mein Gespür für Zwischentöne und Empathie, meine Spontanität und Verletzlichkeit, und auch den Mut, all das nach Außen zu bringen,  meinen Radar für Menschen, die mir (und auch anderen) nicht gut tun, … nicht für eine Schwäche sondern für ein Geschenk, nicht für einen Makel sondern für einen Bonus … es ist nichts, wofür ich mich rechtfertigen müsste. Eher werde ich zukünftig vielleicht  noch ein Stück mehr darauf achten, mir all das zu bewahren…

Tierschutz

Einer blinden Katze die Farben schenken… Ein wahres Märchen <3

 

Es gibt Millionen von Streuner Katzen in Griechenland. In jeder Straße, in jeder Nachbarschaft, in jeder Stadt und in jedem Dorf leben die Katzenkolonien. Die meisten Menschen betrachten sie nicht als Lebewesen, die leiden und hungern sondern eher als Bestandteil der Landschaft.

Was die Tierschützer und Organisationen dagegen tun nennt sich TNR. Trap-Neuter-Return. Einfangen, Kastrieren, Freisetzen! Es sind zu viele, um alle zu retten. Daher werden nur die Katze von der Straße geholt, die entweder Gefahr laufen, getötet zu werden, weil sie zu freundlich und vertrauensvoll den Menschen gegenüber sind, oder weil sie Verletzungen oder eine lebensbedrohliche Behinderung aufweisen, oder beides. In ihrem Fall war es beides.

Eines Morgens erhielt ich einen Anruf. Jemand hatte eine blinde Katze in einem Straßencafe´gefunden. Blinde Tiere gelten immer als Notfall, dachte ich mir und hörte weiter zu, was sie mir am Telefon erzählte. „Wir trinken gerade Kaffee zusammen“, und ehe ich verstand, was sie damit meinte, erschien ein Video, mit einem kleinen Kätzchen, das sich auf dem Schoß eines Gastes eingekuschelt hatte. Es sah so friedlich aus, genoß die Sicherheit und die Streicheleinheiten und ich fragte mich traurig, „was passiert mit ihr, wenn die Gäste gegangen sind?“

Noch am gleichen Nachmittag tauchten wir dort auf und suchten nach ihr. Die Sonne war mittlerweile verschwunden und mit ihr auch alle Gäste des Cafes. Schließlich fanden wir sie. Allein unter leeren Tischen und verlassenen Stühlen, auf der Suche nach einem sicheren Platz und der Wärme einer menschlichen Berührung. Sie suchte nach beidem vergebens und sah verloren aus in der ewigen Dunkelheit, die sie umgab und der verlassenen Stille des Ortes. In dem Moment, in dem sie meinen Fuß bemerkte, dass sie nicht mehr allein war, schien es, als füllte sich ihr Leben wieder mit Farben!

Ganz allein fand sie den Weg in den Transportkorb, den ich mitgebracht hatte, als ob sie erkannte, wozu er diente und dass er nur für sie bereit stand. Also nahm ich sie mit und gab ihr das Versprechen, dass sie sich ab jetzt nie mehr angstvoll oder unsicher fühlen würde. Ich nannte sie Tarta und fuhr mit ihr zu einer unserer Pflegestellen. Ihr Bedürfnis nach Berührung war so offensichtlich, dass ich sie aus ihrer Box nahm und den Rest des Weges verbrachte sie in meinen Armen vor dem Lenkrad. Sobald ich sie im Arm hatte, blieb sie dort und rührte sich nicht vom Fleck, als ob sie schon immer dorthin gehört hätte.

Und sie hatte ja recht! Sie wusste genau, wo sie hingehörte und geniesst den Aufenthalt dort in vollen Zügen. Auf ihrer Pflegestelle teilt sie sich ein Zimmer mit anderen Katzen wie sie eine ist, alle von der Straße gerettet, alle mit Handicaps, blind oder taub. Sobald jemand diesen Raum betritt, kann er keinen Schritt mehr tun, denn Tarta ist sofort bei ihm, schnurrt an den Füßen entlang, klettert die Beine hoch um dann selig in deinem Arm zu schnurren. Als ob sie zum Überleben und glücklich sein nicht so sehr Futter oder Wasser benötigt sondern eine menschliche Berührung.

Blinde Katzen können keine Farben sehen, aber sie können sie fühlen. Sie spüren das Grau der Gleichgültigkeit, der Angst und Ungewissheit, genauso wie sie auch alle fröhlichen Farben des Regenbogens fühlen. Das warme Rot eines menschlichen Kontakts, das Blau der Geborgenheit und das Gelb der Wärme. Ihre Welt wechselt von Schwarz zu Weiß zu Farbenfroh und dann wieder zurück zu Schwarz und Weiß, immer wenn sie zwischen Unbekanntem und Vertrautem wechselt, zwischen  Verloren sein und Geborgenheit.

Tarta wurde blind geboren und sie weiß nicht, wie die Welt für uns aussieht, also glaubt sie, dass sie so ist, wie alle anderen. Sie glaubt, Leben wäre dieses beängstigende Ding, das seine Farben ständig von einem Moment zum anderen verändert, das innerhalb weniger Sekunden grau und kalt werden kann, wenn diese sanfte Hand, die streichelt, dich wieder allein in der Dunkelheit zurück lässt. Weil die Dunkelheit ihr Angst macht, versucht sie die Farben zurück zu holen, sie findet sie in einer warmen Hand, die ihr weiches, wunderschönes Fell  streichelt. Sie schnurrt so hingebungsvoll, reibt sich an dir und leckt dich mit ihrer kleinen Zunge ab, als ob sie versucht, mit ihren verbliebenen Sinnen, alle Farben aufzusaugen, die Farben, die nur sie spüren kann und von denen nur sie weiß, wie wunderschön sie sind.

Also versuchen wir, ihr Farben zu schenken. Ihre Welt ist längst nicht mehr schwarz-weiß. Ihr Zimmer nahm in ihrem Herzen die Farbe Blau an, sobald sie jeden Zentimeter darin abgespeichert hatte. Sie schläft jetzt warm und geborgen in einer Hängematte aus Gelb vor dem Fenster und genießt die Morgensonne. Und wenn man sie berührt dann erstrahlt ihre ganze Welt in kräftigem Rot, die Sorte Rot, die nur sie sehen kann, das ihr kleines Herz beruhigt und ihre Seele wärmt. Für all die Farben, die wir ihr schenken, schenkt Tarta uns Sanftmut und Zärtlichkeit zurück, sie lehrt uns die Essenz der Farben, die man nicht sehen aber im Herzen fühlen kann… immer dann, wenn man die Augen schließt und sich seinen Gefühlen hingibt.

(frei übersetzt nach einer Vorlage von Valia Orfanidou, die auch dieses wunderbare Video über Tartas Rettung erstellt hat)

Tarta wurde bei SCARS Athen aufgenommen und darf bald ihre Reise ins Glück nach Deutschland antreten, zu einer  liebevollen Familie, die der kleinen blinden Katze, die Farben des Glücks schenken möchte.