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Irons Vermächtnis …Bitte findet sie!…Irina <3

Irons Vermächtnis (Ein wahres Märchen)

Liebste Freunde,

wenn ihr diesen Brief erhaltet, werde ich nicht mehr bei euch sein sondern am anderen Ende der Regenbogenbrücke. Trotzdem findet ihr mich immer in eurer Nähe, nur anders…
Vielleicht bin ich der frische Windhauch am Fenster, der Schmetterling, der euch in der Wohnung besucht, der Stern am Firmament in einer warmen Sommernacht, eine Blume am Wegrand, oder einfach ein warmes Gefühl in eurem Herzen…

Fest steht, dass ich euch nach wie vor lieben werde und dass ihr mir nahe sein werdet. Die Liebe, die eine Seele erfährt, ist nie verloren. Sie wird nur umgewandelt und findet einen Weg sich in das Herz zu schmiegen.

Nie werde ich die Liebe und Wärme vergessen, die ich in den Händen von Katie erfahren durfte, die zärtlichen Worte, die Bettina mir zuflüsterte, als sie mich in ihren Armen hielt, dass ihr mich nie aufgeben werdet und sie mir das schönste Zuhause schenken möchte, die schönen Lieder von Rena, die sie mir für die Heilung meiner Augen vorsang, das strahlende Lächeln von Fay, wenn ich aufgegessen habe, und wie sie dabei tief in meine Seele blickte, die Küsse auf meiner Wange von Valia, jeden Donnerstag und die Leckereien, die Daniela mir immer mitbrachte.
Ich werde nie den Ausdruck auf Dionisos Gesicht vergessen, als er mich alleine am Straßenrand aufgesammelt hat.
Wie könnte ich jemals den Duft von Nafsika vergessen, als sie mich zitternd ins Auto brachte? Und natürlich werde ich auch niemals die Späßchen von Martha vergessen, wenn sie versuchte, mich aufzuheitern. Und ich werde auch niemals vergessen, wie schön ich mich trotz meiner hässlichen Erscheinung fühlte, wenn Despina mit mir sprach.

Ich war sehr traurig, während meiner letzten Tage denn ich wollte nicht, dass Katie mich so sieht. Ich wollte nicht, dass sie das Bild vor Augen hat, wie ich am Fenster zusammenbreche.
Ich wollte gern, dass sie sich an mich als einen stolzen, starken kleinen Kater erinnert, der alle Schmerzen besiegt und am Leben bleibt. Das war ich ihr schuldig! Das war ich euch allen schuldig! Ihr habt mich gerettet und mir gezeigt, was es heißt, in Würde zu leben.
So viele zärtliche Hände haben mich gestreichelt und umarmt, sie haben mich geliebt und glücklich gemacht.

Ich sass einige Tage vor dem Fenster und dachte darüber nach, wie ich gehen könnte, denn… ja, …ich wusste, meine Zeit war gekommen. Jeder in unserem Haus, jeder in der Cattery wusste das.
Powder hatte so Angst vor diesem Moment, wenn ich ihn verlasse. Aber ich habe ihm gesagt, dass ich immer bei ihm und in ihm sein würde, bis ans Ende des Universums.
Bitte passt gut auf ihn auf!

Und jetzt möchte ich euch gerne um einen Gefallen bitten.
Irgendwo da draußen ist noch ein anderer kleiner Iron, meine kleine Schwester IRINA!
Bitte sucht nach ihr und dem Rest meiner Familie! Ihr findet sie in den Straßen, ganz in der Nähe, wo auch ich gefunden wurde. Wir sehen uns sehr ähnlich. Wenn ihr sie seht, wisst ihr sofort, wer sie ist, denn auch sie trägt dieses Licht in ihrer Seele!
Als ich sie zuletzt sah, da war sie bereits fast blind und sie braucht eure Hilfe…
Ich werde vom anderen Ende der Regenbogenbrücke alles versuchen, um euch zusammen zu bringen, damit ihr sie findet und in unsere SCARS Familie holen könnt.
Ich wäre so dankbar, wenn all die Hände, die mich streichelten, auch sie mit der gleichen Liebe umsorgen würden. Bitte helft ihr!
Und bitte seid nicht mehr traurig! Unsere Liebe wird niemals verloren gehen, so lange ich in eurer Seele lebe.

PS: Und sagt bitte Katie, dass ich jeden Morgen mit ihr am Kaffeetisch sitzen werde….ich werde bei ihr sein…für immer und ewig!

Iron


Manchmal schreibt das Leben die merkwürdigsten Geschichten. Als Fay und ich wieder einmal über unseren verstorbenen kleinen Freund sprachen, kam gleichzeitig bei uns plötzlich der Gedanke auf, wo der Rest seiner kleinen Familie/Kolonie wohl sein würde.

Und wie der „Zufall“ so spielt, wurde zeitgleich ein kleines Katzenmädchen ganz in der Nähe seines Fundortes aufgesammelt. Sie war fast blind und als ich das Bild sah, hatte ich Gänsehaut , denn sie erinnerte so sehr an den Kater, dessen Abschied nach wie vor an meinem Herzen nagt, und ganz sicher nicht nur an meinem…

Aber ich behielt diese Gedanken für mich, …bis unabhängig von einander, beständig kurze Nachrichten aus Griechenland eintrudelten…“Hast du die neue Katze gesehen…denkst du, was ich denke?…. „Ist dir auch etwas aufgefallen?“….

Ich veröffentlichte ihr Bild und bat um eine Patenschaft und um einen Namen…und als ihre Patin Wiebke mir dann schrieb, sie hätte zwar einen Namen, aber die kleine erinnert sie so an Iron… hatten wir wirklich genügend Zeichen erhalten!

Und dann beschlossen Fay und ich, es war Zeit der Welt mitzuteilen, was Iron sich wohl mehr als alles andere gewünscht hätte, neben gesund werden und ein Zuhause zu finden…dass wir seine Familie finden und retten! Warum waren wir nicht viel eher darauf gekommen? Und falls ihr beim Lesen „seiner“ Zeilen geweint haben solltet…Fay und ich weinten bittere Tränen,  als wir daran saßen, nicht nur um ihn sondern um all die vergessenen Seelen, um die Unzähligen da draußen, die wir nicht retten können, weil all die Liebe und all die Anstrengungen nicht ausreichen, sich gegen die Flut an Gleichgültigkeit und Grausamkeit zu stemmen.

Irina, wie wir die Kleine nannten, ist bereits in Obhut von SCARS, es gibt dort wo wir ihn fanden, mindestens noch ein Geschwisterchen mit einer schlimmen Augeninfektion, Evropi von SCARS versucht es gerade einzufangen. Sie werden in der SCARS Familie hoffentlich das erhalten können, was wir Iron nicht schenken durften…ein Happyend ❤

Wir suchen eine Familie für sie!

(Dankeschön Fay Volorou für die wundervollen Worte, die du für Iron und alle die ihn liebten, aufgeschrieben hast. Sie sind so weise wie schön…)

Irina
IRINA

Falls ihr eine Kleinigkeit senden möchtet, damit Irina Impfungen, Medikamente für ihre Augen und eventuell auch eine Reise nach Deutschland erhalten kann:

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Hat sich die Gesellschaft verändert? Die Form der Berichterstattung? Oder ich?

Früher war alles besser, hat meine Großmutter immer gesagt. Und ich nickte dann stets diplomatisch zu dieser Binsenweisheit und dachte…“Red du nur! Alles ist wunderbar, so wie es jetzt ist und es wird immer besser!“

Das war irgendwann in den 80ern und ich stelle mir in letzter Zeit öfter die Frage, woran es liegen könnte, dass ich mittlerweile nicht mehr so denke. Ist es nur mein fortgeschrittenes  Alter oder hat sich tatsächlich unmerklich irgendetwas verschoben, „verrückt“ in unserer Gesellschaft? Also dachte ich darüber nach, einfach einmal alles aufzuschreiben, von dem ich meine, es wäre seit den 80ern  schlechter geworden, neben meinem Sehvermögen und meiner Geduld…

Bei der Aufzählung all dieser Dinge, wusste ich dann gar nicht, wo anfangen und wo aufhören. Wow, da kam schon eine Menge zusammen!

Ist es der Absturz in der Rentenerwartung, eine Rente, die mir nach fast 50 Jahren ununterbrochener Anstellung (und nicht schlecht bezahlt), wenig mehr zugestehen wird, als die Grundversorgung?

Ist es der mangelnde Respekt, die Missachtung die man heute einigen Berufsgruppen entgegen bringt, die alles in allem um unser Gemeinwohl bemüht sind und die Ordnung aufrecht erhalten? Sei es ein Bahnschaffner, ein Polizist, ein Rettungshelfer,  sie sind zunehmend mit tätlichen Angriffen, Beleidigungen und Respektlosigkeit konfrontiert, die es in diesem Ausmaß nie gab.

Sind es die Lügen  seitens der Regierenden? All die gebrochenen Wahlversprechen? Die Arroganz, mit der sie die Wünsche und Nöte ihrer Wähler ignorieren und wie wir uns bereits  daran gewöhnt haben?

Sind es die Schlagzeilen, die Zeitungsartikel, die als Nachrichten daher kommen aber sehr oft Meinungen sind, und erschreckend gleichgeschaltet?

Ist es die leise Demontage unseres Grundgesetzes, dessen eindeutige Formulierungen heute nicht mehr von jedem verstanden oder angezweifelt werden?

Ist es die gesellschaftliche Verrohung, das Hetzen, das Einprügeln auf bestimmte Ethnien, Berufsgruppen, Ideologien und Meinungen, die bei mir auf vielen Ebenen die Erinnerung an den Geschichtsunterricht auffrischt? An die Zeit, wo man Menschen wegen ihres Aussehens oder religiöser Zugehörigkeit  verfolgte und verurteilte, wo man denunzierte, Häuser beschmierte, politische Gegner verprügelte und dafür Beifall erhielt?

Ist es das beklemmende Gefühl, dass Gewalt , Gesetzesbrüche en gros und Respektlosigkeit mittlerweile Normalität sind in unserem Alltag? Kavaliersdelikte, quasi, die niemand mehr groß beachtet?

Ist es allgemein die erschreckende Zunahme von Gewalt? Gegen Kinder, gegen Alte, gegen Schwache, gegen Frauen, gegen jeden, der sich nicht besonders gut wehren kann…besonders auch Tiere?

Ist es die unglaubliche Ignoranz, in der Tiere in unsere Gesellschaft weiterhin konsumiert, geschlachtet, getestet, gequält werden dürfen? Eine gesellschaft, die trotz neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Empfindungen dieser Lebewesen einfach leugnet, dass all dies ein Verbrechen ist und die eher neue Qualen hinzufügt als bestehende zu verringern?

Ist es meine Wahrnehmung, einfach immer weniger „frei“ zu sein? Dass alles, was ich äußere, wie ich lebe, was ich tue, wohin ich reise, dass so viel Wissen über mich und meine Person irgendwo offiziell gespeichert, registriert und unter Beobachtung ist wie nie zuvor, wie ich mir das in meinen kühnsten  (1984 Alb)-Träumen nicht vorstellen konnte?

Irritiert mich, dass ich meine Ausdrucksweise vermehrt kontrollieren und auf political correctness überprüfen muss, wenn ich über Tierschutzthemen referiere, ein Thema, bei dem leider sehr vieles, alles andere als „political correct “ ist?

Beunruhigt mich, dass ich tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben vorher überlege, wohin und um welche Uhrzeit ich in diesem Land gehe und ob der Aufenthalt an diesem Ort vielleicht unangenehme Konsequenzen haben könnte?

Oder vielleicht nervt mich auch nur der Schönheitswahn? Dass sich flächendeckend gefühlt jeder mit der Frage beschäftigt, ob er zu dick zu dünn, zu unattraktiv oder zu alt aussieht  und all diese existentiell wichtigen Fragen jeden Tag von den Medien befeuert werden?

Könnte es daran liegen, dass ich zunehmend gefühlt überall nur Ungerechtigkeit wahrnehme, in unseren sozialen Systemen, in der Rechtssprechung, in der Entlohnung einzelner Berufsgruppen in der Verteilung öffentlicher Gelder?

Ob sich wirklich alles so zum Nachteil verändert hat?  Lese ich vielleicht nur die falschen Magazine, wird nur medial aufgepusht, was in Wirklichkeit gar nicht so stattfindet? Hat nicht die Gesellschaft sich verändert sondern wurde einfach nur mein Radar für Bullshit  über die Jahre leistungsfähiger??

An dieser Stelle höre ich dann meist auf zu sinnieren. Nutzt ja doch nichts. Wahrscheinlich hatte meine Oma einfach recht. Früher war alles besser! Aber Oma wußte noch mehr : „Jammer nicht rum, sondern tu was!“  Das hat sie  auch immer gesagt.  🙂

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Veröffentlicht in Tierschutz

Das Leben, das ihr einfach ignoriert!

 

Wieder einmal bist du auf dem Weg zur Arbeit, zum Laden an der Ecke oder zum Supermarkt. Du bewegst dich in einem Umfeld, das dir vertraut ist, alles wie immer!
Tausend Dinge gehen dir durch den Kopf, du achtest gar nicht auf deinen Weg, den du schon tausend mal vorher gegangen bist.
Vielleicht lenkt dich kurz etwas von deinen Gedanken ab. Es beginnt plötzlich zu regnen, ein Motorrad heult laut auf, während es vorbei fährt oder ein kleines Kind beschließt im Arm seiner Mutter zu weinen.
Alles andere in der Straße ist mehr wie eine Art Kulisse, wie die Tapete an deiner Wand. Du nimmst es nicht wirklich wahr. Und trotzdem sind da dutzende von Leben, unbemerkt um dich herum.

Am Gehsteig spielt sich ein Leben voller Schmerz und Dramen ab.

 Sie sieht deine Beine vorbei eilen, während sie sich unter einem Auto versteckt.
Die meiste Zeit ist sie schrecklich hungrig und während du deinen Regenschirm im Regenschauer aufspannst, ist sie bereits bis auf die Haut durchnässt.
Oft ist ihr kleiner Körper von frischen Wunden übersät.  Manchmal hat sie große Schmerzen, und weiß nicht, warum. Manchmal kann sie nicht besonders gut sehen, vielleicht auch nicht mehr gut hören. Oft schmerzt ihr Mund schrecklich, oder ihre Ohren,  und sie kratzt sich hilflos mit der Pfote, bis alles wund ist, mehr kann sie nicht dagegen tun.
Vielleicht hat sie auch Mitbewohner in ihrem Bauch, Parasiten, die den nagenden Hunger noch verstärken, und sie weiß nicht, womit sie ihn stillen könnte.
In der Regel ist sie den Menschen einfach egal oder sie verjagen sie.

Sie wird getreten, gebissen, überfahren…und trotzdem nähert sie sich dir vorsichtig, wenn du den Gehsteig entlang kommst. Sie weiss nicht, was sie sonst tun soll…

Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würdest du feststellen, dass ihre Augen blau sind, wie das Meer…oder goldbraun, wie Honig,  obwohl sie vor Angst groß und weit aufgerissen sind. Oder sie sind grün und blicken dich voller Hoffnung an…
Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würdest du feststellen, dass sie ein Lebewesen ist, mit Gefühlen, nicht nur Instinkten. Du würdest erfahren, dass sie in der Lage ist, innig zu lieben, sie kann aufrichtige Zuneigung schenken und immerwährende Hingabe…
Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würde sie sich auf deine Beine kuscheln, ihr Köpfchen fest an deine Hand gedrückt und du könntest hören, was sie für niedliche Geräusche macht, jedesmal andere, je nachdem, ob sie überrascht ist, oder glücklich…

Du würdest sie schnurren hören, jedesmal, wenn du nach Hause kommst oder wenn sie dir einen Ball schenkt, den sie im Mäulchen trägt, damit ihr beide spielen könnt…

Danke
Du würdest herzlich lachen über ihre Eigenheiten und Tricks, wenn sie plötzlich auf deine Schuhe aufmerksam wird,  und begeistert um die Ecke springt, um mit ihnen zu kämpfen…
Du würdest mit ihr schmusen, hören wir ihr sanftes Schnurren dich in den Schlaf begleitet…
Du würdest wissen, wie Dankbarkeit aussieht…

 

Du könntest ein Bündel purer Liebe in den Armen halten und wissen, dass Glückseligkeit sich warm und fluffig anfühlt und du würdest diese Glückseligkeit glasklar und komprimiert in diesem kleinen Leben finden, das du in den Armen hälst… 

Wenn du ihr nur eine Chance geben würdest, weg von der Straße zu kommen..

Bitte ignoriere all die Leben nicht, die täglich auf der Straße kämpfen, um zu überleben!
Bitte geh nicht einfach an den Tieren vorbei die dort so elend leben und sterben müssen!

Wenn du ihnen die Chance schenken würdest, weg von der Straße zu kommen, dann könntest du herausfinden, dass diese Entscheidung ein Segen war. Für die Katze…aber vor allem für dich ❤

(c) Vassia Chrysanthopoulou/ BMS


An diesem Wochenende fand in Athen wieder einmal TNR statt.
Trap-Neuter-Return. Einfangen-Kastrieren-Zurücksetzen.
Keine spektakluären Bilder, stets relativ wenig beachtet, eine sehr fordernde und nicht immer angenehme Aufgabe…und wichtig, ungemein wichtig!
Nichts vermag das unsägliche Leid der Straßentiere besser zu verhindern als konsequente Kastratsionsaktionen.
Dankeschön Fay Volorou und Argyro Stavroulaki, von SCARS, die diese Aktion gemeinsam bewältigten. 15 Katzen wurden kastriert und ihrer Kolonie somit das Überleben gewährleistet. 

 

Wenn ihr helfen möchtet: Kennwort SCARS
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Wenn ich Dir einen Namen gebe, dann muss ich noch mehr weinen…

Ich würde mich ja gerne vorstellen, denn ich weiß, dass sich das so gehört…aber leider habe ich keinen Namen bekommen. Nicht dass ihr jetzt denkt, meine Mama hätte mich nicht gern gehabt, ganz im Gegenteil. Sie nannte mich immer Kleines oder Schätzelein…. aber das sind wohl keine richtigen Namen, oder?
Einmal hat sie jemand gefragt, warum sie mich immer nur so anspricht und dann hörte ich, wie sie sagte, dass sie mir keinen richtigen Namen geben kann, denn dann muss sie noch viel mehr weinen, wenn sie mich hergeben muss.
Als es dann soweit war, musste sie trotzdem ganz furchtbar weinen. Aber ihr blieb keine andere Wahl, hat sie mir versichert. Das Leben ist nicht einfach in Griechenland, nicht für Katzen, auch nicht für viele Menschen! Keine Ahnung, wie sie das gemeint hat, aber sie fehlte mir am Anfang sehr. Oh, ich vergaß euch zu erzählen, dass ich blind bin. Manchmal frage ich mich, ob das vielleicht der Grund dafür gewesen sein könnte, warum ich gehen musste?
Aber so schlimm war es dann gottseidank doch nicht. Meine neue Pflegemama Martha sagt auch ständig Schätzelein zu mir. Ich kann sie zwar nicht sehen, aber sie riecht sehr gut und ich schmiege mich immer ganz fest an sie und schnuppere den Duft ihrer Haare wenn ich auf ihrem Arm kuscheln darf.
Martha ist cool , und sie erzählt spannende Geschichten. Zum Beispiel dass es in Deutschland so tolle Dinge wie eine Namensfabrik gibt. Dort finden sie die schönsten Namen für Kätzchen und dazu erhält man manchmal soetwas wie eine Patentante, die Überraschungspakete mit Leckerlies und Spielzeug schickt und aus der Ferne aufpasst, dass es ihrem Kätzchen gut geht.
Wenn man ganz brav ist und immer aufisst und seine Medizin nimmt, sagt Martha, dann erhält man aus der Happyendfabrik dort vielleicht sogar eine Für-Immer-Familie…
an dieser Stelle unterbreche ich sie immer, weil ich so aufgeregt bin und nicht abwarten kann, bis sie den schönsten Teil der Geschichte erzählt, nämlich dass auch blinde und alte und dreibeinige und keinohrige Katzen so eine Familie erhalten…
und dann lacht Martha und sagt, ich werde Rena sagen, dass sie an die Fabrik schreibt, höchste Zeit dass du einen Namen bekommst…
Ich weiß nicht genau, ob ich hübsch bin, ehrlich gesagt, kenne ich nicht einmal die Farbe meines Fells, ich konnte nie mehr als Schatten sehen. Aber trotzdem hätte ich gern einen zauberhaften Namen, einen auf den ich stolz bin, ein Zuhause… und hoffe, der Brief kommt bald in der Fabrik an…
Ohne namen
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Diese Nachricht schrieb mir Rena Gatospito, eine der freiwilligen Helfer von SCARS aus Athen:
Mit einigen Katzen meint es das Schicksal gut, auch wenn ihr kleines Leben mit großen Schwierigkeiten beginnt.
Die Geschichte dieses 3 Monate alten, blinden Mädchens hat uns sehr berührt und deshalb zögerten wir keine Sekunde, die kleine NoName in unsere Obhut zu nehmen. Sie wurde im Alter von 1,5 Monaten halbtot auf der Strasse gefunden und zum Arzt gebracht.
Sie fand schließlich eine Familie mit Mutter, Tochter, 2 weiteren Katzen und einem blinden Hund. Der Familie geht es finanziell extrem schlecht, der Vater hat sich vor langer Zeit aus dem Staub gemacht.
Die Mutter hat nun für 3 Monate auf einer Insel Arbeit gefunden und kann alles bis auf die blinde Katze mitnehmen, denn sie wohnt bei einer Bekannten, die nicht so viele Tiere akzeptiert. Nach ihrer Rückkehr nach Athen werden sie eine neue Wohnung suchen, denn sie müssen aus der jetzigen ausziehen.
Vor ein paar Tagen hat mir die Mutter die Kleine gebracht und ich konnte sie gar nicht beruhigen so sehr hat sie geweint. Auch ihre Tochter ist untröstlich.Sie haben der Kleinen keinen Namen gegeben, damit es nicht noch mehr weh tut, sie weggeben zu müssen.
Sie hat mir Geld gegeben für die zukünftige OP der Katze, die vielleicht das Augenlicht retten wird, und hat sich geweigert es zurück zu nehmen, denn ich wollte von ihr kein Geld und werde einen Weg finden, es zurück zu schicken.
Sie sagte, dass sie das von ihrer Schwester geliehen hat und lief schluchzend weg…..
Wieder einmal trifft es die Schwachen und das alles tut mir im Herz weh. Aber sie ist bei uns in guten Händen und sie wird ein wunderbares Zuhause finden. Stell Dir vor Bettina, der Arzt meinte nur, am besten einschläfern….eine zweite Tierärztin sagte, dass beide Augen sofort operiert werden müssen. Die Frau, die das Kitten gefunden hatte, war am Boden zerstört und rief mich weinend an. Ich fuhr mit ihr zu unserer Augenärztin, die uns sagte, dass mit entsprechender Behandlung alles gut wird….
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Jetzt suche ich für diese Maus eine Patin, die sich für 15 (Teilpatenschaft) oder 30 (Vollpatenschaft) Euro im Monat an den Kosten beteiligen möchte, bis sie adoptiert ist. Eine Patin, die ihr den tollen Namen schenkt, den sie sich wünscht und am allerwichtigsten…jemand der sie adoptieren möchte, sobald die Augen OP erfolgen konnte.
Bitte scheibt mir oder kommentiert unter dem Beitrag
info@friedenfuerpfoten.org
Danke ❤
Bettina Marie
Und falls ihr eine Kleinigkeit für die OP Kosten senden möchtet, die auch noch finanziert werden müssen, denn wir haben ihrer Retterin den Betrag zurück erstattet ❤ :
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UPDATE: Die Kleine hat gerade Post erhalten und die erste Patenschaft:
„Ich würde sie gerne Sunny nennen…..
In der Hoffnung, dass sie die Sonne vielleicht doch irgendwann sehen kann.“
Dankeschön liebe Marina ❤ Und jetzt hoffen wir, die kleine Sunny erhält noch weitere Unterstützung und findet auf diesem Weg
vielleicht bald ein Zuhause!
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Wer hat heute wieder die Kiste mit den Idioten offen gelassen?

Bloggen ist meine Leidenschaft und wäre da nicht die Idee quer gekommen, neben den Beiträgen auch unbedingt  aktiv für die Tierrettung arbeiten zu wollen, würde ich vermutlich nach wie vor munter und entspannt vor mich hinschreiben, was mir durch den Kopf geht, würde mich höchstens wundern, nie ärgern, was da draußen für eigenartige Meinungen unterwegs sind, ich würde einfach jeden löschen, der mir mit unfreundlichen, hetzerischen oder dumm/dreist/sachlich falschen Kommentaren quer kommt und ansonsten mein Ding durchziehen. Schließlich muss niemand lesen, was ich schreibe und wenn jemand zu einem vernünftigen und sachlichen Meinungsaustausch nicht in der Lage ist…not my zoo, not my monkeys. Soll er/sie doch jemand anderem auf die Nerven gehen! Und ab dann existieren diese Menschen nicht mehr für mich, ich entferne sie von meinem Profil und gut ist 🙂 .

Blöd ist nur, dass ich das seit langem nicht mehr tun kann. Ich blogge zwar trotzdem munter, was mir durch den Kopf geht, alles andere wäre ja sinnfrei und daraus ergeben sich viele tolle Diskussionen. Ich lerne dazu, es werden Ansichten und Meinungen ausgetauscht und revidiert und oft gibt es neben konstruktiver Kritik auch tolles Feedback. Was aber gar nicht mehr gut funktioniert, seit ich für meinen Verein arbeite, ist die Abgrenzung von all dem, was ich eigentlich nicht in meinem Leben brauche. Besonders von all den zwischenmenschlichen Kontakten, die ich eigentlich nicht in meinem Leben brauche!

Ich nehme es trotzdem in Kauf, … Jeden Tag aufs neue verbiege ich mich für die Gute Sache. Das bedeutet neben einigen anderen unfreiwilligen Kompromissen im Klartext auch:

Jeder, der meint, mich öffentlich (immer öffentlich, denn sonst macht es diesem Typ Mensch ja keinen Spaß), angreifen oder kritisieren zu müssen, und sich so ein wenig auf der Bühne der allgemeinen Aufmerksamkeit zu sonnen, der darf das. Ganz gleich, wie wahr oder unwahr seine Behauptungen sind. Egal, ob er sachlich argumentiert oder ob seine Kinderstube Mängel aufweist oder komplett fehlt. Wer jemals 5 Euro für die Projekte des  Vereins ausgegeben hat, für den ich mich einsetze, der darf sich dieses Recht herausnehmen. Irgendwie muss ich dann eben sehen, wie ich damit klar komme, wie ich Lügen und Unwahrheiten wieder richtig stelle, Unverschämtheiten ignoriere oder versuche sachlich ins Gespräch zu kommen.

Mein Problem! Offensichtlich meinen nach wie vor viele, die etwas dazu beitragen, hungernde, sterbende und heimatlose Tiere zu retten, sie  tun das für mich. Und dafür müsste ich eine Leistung erbringen, so sein, so denken, mich so verhalten, wie sie das erwarten. (Was schon allein deshalb etwas schwierig ist, weil so ziemlich jeder, der mitwirkt, eine andere Vorstellung davon hat, wie ich mich wozu äußern und verhalten soll, oder auch nicht) . Also bleibe ich lieber mir selbst treu und gebe allen auf den Weg, die deshalb ihre Unterstützung zurückziehen:

Auch mein Einsatz ist nicht gottgegeben. Alles, was ich tue, ist freiwillig, unbezahlt und auch ich kann jederzeit sagen: Ich höre jetzt auf, das war es! Sucht euch einen anderen Idioten, der all das mit sich machen lässt!

Manchmal denke ich, das vergessen die meisten, um deren Engagement, Mitarbeit, Solidarität, Loyalität und Spenden ich täglich aufs Neue bitte. Manchmal wundere ich mich, welche Erwartungshaltung an mich allgemein vorherrscht, damit Unterstützung/Zusammenarbeit/Spenden geschenkt werden.

Nein Leute, ihr tut das nicht für mich!

Ich habe lediglich die Entscheidung getroffen, meine Zeit, meine Fähigkeiten und alles, was mir an finanziellen Mitteln möglich ist, für die Ärmsten der Armen einzusetzen,…

jeden Morgen aufs neue, wenn mein erster Blick nach dem Aufwachen auf das Handy fällt, auf die Nachrichten, für die ich um halb zwei Uhr Nachts dann doch zu müde war, sie zu beantworten. Weil ich Tieren helfen möchte! Möglichst umfangreich und möglichst vielen.  Übrigens zusätzlich zu meinem humanitären Engagement, diese Geschichten eigenen sich aber meist nicht für die Öffentlichkeit, da ich die Privatsphäre der Betroffenen immer schützen möchte. Ich tue das, weil ich dem Elend da draußen nicht mehr tatenlos zusehen möchte und weil ich nicht anders kann. Es ist immer ein Kompromiss und nie genug, aber mehr, als das, was so mancher selbst auf die Beine stellt, der meint, mich angehen zu müssen.

Ab und an reicht dieses Engagement trotzdem nicht aus, damit respektiert wird, wo auch meine zumutbaren Grenzen sind und einmal vorher darüber nachgedacht, wem jetzt die Äußerungen schaden, mit denen meine Gruppen oder mein Profil durch öffentliche Kommentare und Posts  „bereichert“ werden, die ich als Privatperson niemals tolerieren würde… aber für meine Arbeit muss ich es dann eben doch, … denn als Fundraiser  MUSS ich in der Öffentlichkeit sein, muss ich mich mit allem und jedem auseinandersetzen und biete damit natürlich eine prima Plattform für jeden, der die Funktion von Privatnachrichten noch nicht begriffen hat, wenn er etwas persönliches mitzuteilen hat oder Schwierigkeiten, einen Text zu lesen und zu deuten. Das macht nicht nur keinen Spaß sondern ist der GAU für jede Motivation und Fortschritte bei der Tierschutzarbeit und meine persönliche (und geheime)  „Fuck You“ Liste wird jeden Tag länger! Schade eigentlich, und wirklich überflüssig, wenn man einmal gründlich darüber nachdenkt.

Sollte ich jemals einmal zu richtig viel Geld kommen, dann werde ich mich auch im Tierschutz garantiert nur noch mit den Menschen befassen, die mir gut tun und einfach selbst spenden und auf die Beine stellen, was immer für meine Herzensprojekte benötigt wird. Mein großer Traum! Einfach einmal die gesamte „Fuck YOU“ Liste ausrollen und abarbeiten.

Einmal ohne den PR Filter und den selbstauferlegten Maulkorb offen aussprechen, welches gewaltige Ausmaß an Wahnsinnigen im Tierschutz unterwegs ist, mich endlich zur Wehr setzen, gegen das geballte Spektrum an Unverschämtheiten, Illoyalität, Schadenfreude, Missgunst und Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber, gegen all die rufschädigenden, boshaften, meist völlig grotesken Vorwürfe, die nicht alle an mir abprallten, da ich mich nicht öffentlich zur Wehr setzen konnte, ohne der Sache zu schaden, alles, von dem jeder es als selbstverständlich erachtet und meint, das müsste ich eben aushalten. Muss ich nicht! Ich möchte es, weil es derzeit meine einzige Option ist,  möglichst umfangreich zu helfen. Bis ich eine Alternative zu helfen gefunden habe, findet ihr mich also weiterhin auf meiner Seite… 🙂

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PS: An dieser Stelle auch einmal ein dickes Danke an alle, die kontroverse Meinungen  tolerieren, hinterfragen und diskutieren  … schön, dass es euch gibt und dass ich von euch und euren Beitragen lernen und mein Horizont wachsen darf. ❤

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Und sie haben sich nicht einmal bedankt! Über Dankbarkeit, Zeitmangel und Missverständnisse

„Und sie haben sich nicht einmal bei mir bedankt“, beendete meine Freundin ihre Erzählung über die große Spende ihrer Firma an einen Tierschutzverein, und wartete gespannt auf meine Reaktion. Ich widerstand dem Drang, sie zu fragen, warum sie nicht bei meinem Verein, Frieden für Pfoten e.V.  gespendet hatte, denn natürlich freuen sich auch die örtlichen Orgas über Unterstützung und dann versuchte ich, zu erklären, warum sich da vielleicht „nicht einmal jemand bedankt hatte“, obwohl ich sicher bin, sie waren im Verein drei Tage aus dem Häuschen vor Freude, über den unerwarteten Segen.

„Nach wie vor haben Manche eine etwas unrealistische Vorstellung über die Möglichkeiten und Abläufe in einer Orga, einem Tierschutzverein. Oft selbst die, die dort mitwirken oder Mitglied sind.

Ein Tierschutzverein besteht meist nur aus einer Handvoll Menschen, die neben ihrem Job und ihrem „normalen“ Leben, konstant zusätzlich jede freie Minute dafür arbeiten, damit es ein paar Tieren besser geht, damit zumindest ein paar Notfellchen aus dem Heer der Namenlosen eine Chance erhalten. Diese Menschen verfügen in der Regel nicht über Unmengen Geld, denn ganz gleich, wie viel sie verdienen, sie stecken jeden verfügbaren Cent unweigerlich in diese Arbeit. Neben den eigenen Barspenden auch in Telefon, Sprit, Drucker, Bürobedarf, (für Spendenquittungen), PC oder Porto. Zusätzlich schenken sie den Tieren ihre Zeit. Viel Zeit, Unmengen Zeit… und trotzdem reicht es nie.

Sobald einer dieser Menschen vielleicht doch einmal das Undenkbare wagt, ein paar Tage Urlaub, krank, …sobald sie selbst privat mit dem ein oder anderen zu kämpfen haben, sobald aus diesem kleinen Team jemand aussteigt, sobald Notfälle dazwischen kommen, die zusätzlich Zeit fressen, dann wankt dieses zerbrechliche Gefüge einer Organisation ganz schnell und Strukturen brechen weg. Dinge müssen aufgeschoben werden, sie werden übersehen, vergessen, ja, auch einmal nachlässig gehandhabt, denn hier sind Menschen am Werk, die bereits zu normalen Zeiten kaum schultern können, was zu bewältigen ist und die bei allem Wollen manchmal einfach nicht können oder nicht mehr können. Vernachlässigt werden als allerletztes die laufenden Aufgaben rund um die Versorgung der Tiere. Was aber leider sehr oft liegen bleibt oder hinten angestellt werden muss, dass sind die Nachbearbeitungen von Spenden. Die Bilder, das Feedback, das Danke.

Ich denke, jeder Spender hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit seiner Spende passiert ist und auch auf ein freundliches Wort der Anerkennung. Es fühlt sich so wunderbar an, wenn man auf das Konto sieht und einen Spendeneingang entdeckt. Die Freude! Die Dankbarkeit! Und ich weiß aber leider auch, wie oft ich mir vornehme, schnell die Adresse des Spenders herauszusuchen, dessen E-mail, um endlich einmal persönlich zu schreiben, wie wertvoll diese Spende für uns ist und wie glücklich wir darüber sind… und irgendetwas kommt immer dazwischen!

Ich weiß von vielen genau, wie großherzig ihr Beitrag ist, dass es ihnen nicht leicht fällt, zu spenden, und doch zeigen sie immer wieder Herz für unsere Notfellchen. Die meisten von ihnen haben trotzdem noch nie Post von mir erhalten. Auch einige der großen Spender nicht. Immer liegt etwas an, das gerade dringlicher  bearbeitet werden muss…das tut mir sehr leid und ich hoffe inständig auf deren Verständnis.

Das Gleiche gilt auch für die Sachspenden und tollen Pakete an unsere Partnerorganisationen. Vor Ort ist die Zeitnot noch gravierender, und nicht jeder dort verfügt über ein Handy, Internet, die Zeit, die Fremdsprachenkenntnisse und die Möglichkeit, sich angemessen zu bedanken. Für sie versuche ich das zu übernehmen. Mal klappt es gut, mal weniger…aber die Freude vor Ort und die Dankbarkeit  ist immer die Gleiche. Ich wünschte, ich könnte das noch nachhaltiger vermitteln, aber wir geben alle unser Bestes! Manchmal denke ich auch, dass wir uns eher bei den Helfern vor Ort bedanken sollten als umgekehrt. Was an vielen Stellen von ihnen geleistet wird, worauf sie verzichten, um helfen zu können, übersteigt oft das Vorstellungsvermögen und ich ziehe den Hut vor diesen Menschen, ja schäme mich manchmal, ihnen ein „Danke“ abzunötigen, weil die Spender es erwarten. Ich weiß, wie dankbar sie sind!

Und dann wäre da auch noch die Dankbarkeit im Team. Auch da bedanke und würdige ich garantiert viel zu selten. Dabei bin ich dankbar, jeden verdammten Tag glücklich und erleichtert über jeden, der wieder dabei ist, der ehrenamtlich leistet, der Verantwortung übernimmt, zuverlässig ist, sich ärgert, einsteckt, einsetzt …und der dabei trotzdem happy darüber ist, so wie ich, unserem eingeschworenen, „verrückten Haufen“ anzugehören. Manchmal bin ich zutiefst gerührt über deren Einsatz und die Großzügigkeit und wünschte mir, ich könnte sie alle öfter würdigen, sie noch öfter öffentlich in meinen Beiträgen über die Arbeit des Vereins erwähnen.  Aber das würde mittlerweile jeden Rahmen sprengen. Sie wissen jedoch, dass sie all das nicht für mich tun. Auch ich bin nur eine „Spenderin“, ein weiteres Rädchen in der Maschinerie der Hilfsaktionen und das, ohne selbst ein Danke zu erwarten.

Zum Glück arbeiten in unserem Team alle nach der Devise : Im Tierschutz geht es nicht um Dankbarkeit und Anerkennung…die findet man wohl eher woanders…sondern es geht einzig um die Freude und die Notwendigkeit, zu helfen.

Weil wir es können. Das muss als Danke reichen und uns reicht das!“

Meine Freundin hatte sich meinen leidenschaftlichen Vortrag still angehört, nur ein paar Mal genickt und meinte dann: „Du bist sauer, weil die Spende nicht an deinen Verein ging!“  „Wir haben sogar Urkunden für die Spender“, antwortete ich diplomatisch und zwinkerte ihr zu…

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Alles Nazi, oder was? Der leichtfertige Umgang mit einem Unwort

Offensichtlich ist über Nacht ein erschreckend großer Teil unserer Bevölkerung zum rechtsextremen Rand übergewandert und ehemals konservative oder tolerante Bürger sind zu Nazis mutiert. Jedenfalls könnte man diesen Eindruck erhalten, wenn man liest und hört, wie oft und für wen dieser Begriff neuerdings eingesetzt wird. Ich habe mir die Mühe gemacht, ein wenig zu sammeln, bei welcher Gelegenheit diese Zuordnung im Netz oder in den Medien getroffen wird. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Du vergleichst die Hühnerbatterien mit dem Holocaust? Nazi!

Du bist strikt gegen Schächten und stellst die Rechte der Tiere über eine Religion ? Nazi!

Du bist verstört und sorgst dich, über die zunehmende Gewalt in unserem Land und kritisierst dabei auch den Umgang mit Wiederholungstätern, die zwar auf dem Papier bereits offiziell ausgewiesen wurden aber nach wie vor im Land und auf freiem Fuss sind? Nazi!

Du bist für eine kontrollierte Zuwanderung und möchtest nur denen Asyl gewähren, die tatsächlich unter Krieg- und Verfolgung leiden? Nazi!

Du bist nicht generell für Multi-Kulti sondern findest, dass dieses Ideal nicht unbedingt und überall funktioniert? Nazi!

Du findest, dass nicht alle Traditionen über Nacht entsorgt werden sollten, und Kreuze zu einem Teil deiner Kultur gehören? Nazi!

Du rechnest sachlich vor, dass bestimmte Aufgaben und Unterstützungen eine Belastungsprobe für unsere Sozialsysteme darstellen und daher vorher gut bedacht werden sollten? Nazi!

Dich ärgert, dass die Mittel für soziale Aufgaben in unserer Gesellschaft erst brutal gekürzt wurden und nun mit vollen Händen ausgegeben werden und hinterfragst die soziale Gerechtigkeit? Nazi!

Du bist nicht unbedingt ein Freund der EU und stimmst für eine unabhängige Regierung, fern von einem zentral gesteuerten Brüssel? Nazi!

Du denkst, dass bestehende Gesetze, Länderabkommen, das Grundgesetz im allgemeinen, immer und in jedem Fall  Gültigkeit haben und auch angewendet werden sollten? Nazi!

Du findest, dass das Bild deines Großvaters seinen Ehrenplatz behalten sollte, auch wenn er darauf eine Uniform der Wehrmacht trägt? Nazi!

Ich lese all diese Einschätzungen und wundere mich, wie schnell man doch heute ein Nazi ist. Denn ein Nazi war für mich stets jemand,  der das menschenverachtende, brutale Unrechtssystem des 3. Reiches gut hieß, jemand, der sich diese Auswüchse wieder zurück wünschte, jemand der die Verbrechen des Holocausts leugnet, jemand der andere wegen ihrer Herkunft oder Religion als geringer einstuft und jeden verachtet, der nicht Deutsch und arisch daher kommt. Naja, so ungefähr jedenfalls. Und natürlich habe ich meine Hausaufgaben in Geschichte ordentlich gemacht und ich bin wie jeder halbwegs normale Mensch so weit weg von dieser kranken Denke, dass ich mich sicher wähnte, niemals, niemals, niemals damit in Verbindung gebracht zu werden.

Trotzdem passe ich neuerdings sehr genau auf, was und wie ich formuliere. Denn nie war es einfacher, missverstanden zu werden. Meine ausgeprägte Wahrnehmung für Ungerechtigkeit, der Drang nach Freiheit, mein Sinn für Gerechtigkeit, Toleranz und auch mein Eintreten für Frauenrechte, Tierrechte, auch für Menschenrechte, kollidiert zunehmend mit dem, was öffentlich gesagt und gedacht werden darf, wenn man nicht in die gleiche Ecke gestellt werden möchte, in der zu Recht die Menschen mit braunem Gedankengut sitzen,  und sich schämen sollten.

Ich schäme mich aber trotzdem nicht, dass ich selbst einem AFD Politiker, demokratisch gewählt und von einer legalen Partei, wie jedem anderen Menschen, egal welcher Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Meinung, körperliche Unversehrtheit, freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit zugestehe. Ethik im Umgang miteinander gilt für alle und immer!

Ich schäme mich nicht, dass ich manchmal auch interessiert nachfrage, warum bis zum Eintreffen der Flüchtlinge nie Geld vorhanden war, um zum Beispiel marode Schulen zu renovieren, die Renten ordentlich aufzustocken oder die Tierheime staatlich angemessen zu subventionieren, jetzt aber offensichtlich überall genügend Mittel in Umlauf sind. Diese Frage beinhaltet für mich keinesfalls, weniger für die Flüchtlinge zu sorgen sondern es geht mir darum, auch auf die Not der hier bereits länger Lebenden aufmerksam zu machen.

Ich bin strikt gegen das Schächten, auch wenn es gegen die religiösen Bedürfnisse vieler Menschen verstoßen sollte. Wir haben hier in den Schlachthöfen bereits Tierleid en gros und das Letzte, was ich mir als fortschrittliche Entwicklung auf diesem Sektor wünsche, ist die Erweiterung um eine neue perfide Variante.

Und ich habe Angst. Angst um die öffentliche Sicherheit, aber besonders um die meines Kindes, das ich nicht mehr Nachts Bahn fahren lassen möchte, das ich nur noch mit ungutem Gefühl auf einer Großveranstaltung weiß , da sich die Vorfälle und damit die Wahrscheinlichkeit häuft, irgendwo in etwas verwickelt zu werden, das keine Mutter ihrem Kind wünscht. Auch diese Angst darf ich nicht äußern, da mir sofort jemand erklären wird, wie dumm und hetzerisch oder unbegründet diese Angst ist, dass es immer schon so war, dass ich relativieren muss oder jemanden in seinen Gefühlen verletzen könnte. Aber sie ist trotzdem da. Zusätzlich habe ich noch Angst, missverstanden zu werden, also schweige ich. Meistens jedenfalls.

Die wirklichen  Nazis sind längst unter uns

Braunes Gedankengut, …Nazis…wie Eingangs beschrieben, sind mittlerweile in unserer Gesellschaft verbreitet, und ich stimme jedem zu, der sagt, sie müssen entschieden bekämpft werden.  Manchmal denke ich aber, wir spielen diesen Menschen in die Hände, wenn wir ihr perfides Denken mit Dingen und Meinungen in einen Topf werfen, die dort nicht wirklich hingehören und die Begriffe wie „Nazi“ und „Rechtes Gedankengut“ weichspülen und salonfähig machen, …das Gefährlichste, was unserer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft passieren kann.