Tierschutz

Deutschland, deine Ställe widern mich an!

 

Verdammt dazu, ein ganzes elendes Leben lang, gegen eine verdreckte Betonwand zu starren.
Verdammt dazu, ein ganzes elendes Leben lang, in den eigenen Exkrementen zu stehen.
Verdammt dazu, durch eine schwere Eisenkette den eingeschränkten Bewegungsradius eines Käfighuhns zu erdulden. Viele Jahre lang.
Verdammt dazu, auf nacktem Beton zu liegen.
Verdammt zur Hölle auf Erden.
Dieses Bild zeigt nicht die Tierhaltung irgendwo im Ausland sondern es entstand bei dem netten Bauernhof nebenan, im Ostallgäu.

Anbindehaltung ist Tierquälerei und eine Schande für Gesellschaft und Politik. Die zuständigen Amtstierärzte und die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frau Klöckner müssen entweder blind oder ohne Gewissen sein…oder beides!

Schenkt den Wehrlosen endlich eure Stimme!!!

„Nach Angaben des Verbands hält rund die Hälfte der 30.000 Milchviehbetriebe in Bayern die Tiere in Anbindehaltung.
Und der Bauernverband, wie auf dessen Internetauftritt nachzulesen ist, ist sich in einem Punkt auch sicher:
„Die Ställe mit Anbindehaltung entsprechen dabei den gesetzlichen Anforderungen.“
Auch der Hof im Ostallgäu?“
Hier geht es zum Artikel:
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.soko-tierschutz…

Bildrechte (c) SOKO Tierschutz

stall
Die zuständigen Amtstierärzte haben wieder einmal versagt!!!
Tierschutz

Über Fliegen und wann man bei Tisch doch besser den Mund halten sollte :-)

Auch die Fliegen hatten entdeckt, was es Leckers an diesem lauschigen Spätsommerabend zu Essen gab. Höchst interessiert umsummten sie die Teller

„In diesem Sommer gab es so viele Fliegen, ich hasse diese Biester…“
„Genau!“, antwortete ihr Gegenüber.
„Besonders die mit den bunten, schillernden Hinterteilen, die sind so eklig!“

Ich sass auch mit an diesem Tisch und für einen kurzen Moment kämpfte ich mit dem Impuls, etwas über Fliegen zu sagen. Meine Gedanken zum Thema Fliegen.
Aber man handelt mich bereits sowieso schon als Sonderling und außerdem war das Essen noch in vollem Gange, so richtig hätte es wirklich nicht gepasst, besonders der Teil mit den Maden und dem Kot…von daher schwieg ich höflich und wechselte das Thema, von den Fliegen auf das leckere Schokoladen Mousse das es gleich zum Nachtisch geben würde.
Ich verkniff mir den Hinweis darauf, dass wir diese Schokolade, dass wir jede Schokolade, einzig den Fliegen verdanken!

Eine Fliegenart, die Gallmücken bestäuben nämlich die Kakaobäume in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien. Diese Insekten sind nur zwischen einem und drei Millimeter groß. Dadurch passen sie als einzige in die schmalen Blütenköpfe der Pflanze. Keine Gallmücken, keine Schokolade, so einfach ist das.

Wer für Schokolade verantwortlich zeichnet, den muss man einfach lieben aber auch unsere heimischen Fliegen leisten eine ganze Menge, außer unsere Fenster zu verschmutzen…
Das passiert übrigens, weil sie keinen Mund sondern nur einen feinen Rüssel besitzen und durch diesen Rüssel nur flüssige Nahrung aufnehmen können. Sie bilden verdauungsfördernde Säfte und erbrechen diese dann auf feste Nahrung. Die Säfte weichen die Nahrung auf und dann kann die Fliege sie wie durch einen Strohhalm schlürfen.
Aus diesem Grund funktioniert ihre Verdauung ziemlich schnell, was bedeutet, dass sie ziemlich oft zur Toilette müsste, wenn sie eine hätte. Notfalls tun es auch unsere Fenster 

Aber was sie uns an Belästigung und Schmutz bescheren machen sie tausendfach wieder gut! Fliegen sind DER Räumungstrupp schlechthin in der Natur.
Die Larven vieler Fliegen ernähren sich nämlich von toten Tieren, von Kadavern und von Kot. Die emsigen kleinen Maden sind die besten Totengräber und Müllentsorger, die sich Mutter Erde nur wünschen kann. Sie beseitigen, was sonst niemand mag.

Außerdem dienen Fliegen als wichtige Nahrung für viele andere Tiere, zum Beispiel für Vögel, Frösche und Fische.
Fliegenlarven töten Blattläuse und, ganz wichtig, sie klären unsere Abwässer. Außerdem würden viele Fische und Vögel ohne Fliegenlarven im Wasser, schlichtweg verhungern. Auch ihr wertvoller Beitrag zum Ökosystem als Blüten Bestäuber wird viel unterschätzt!
Ohne Fliegen würden wir wirklich alt aussehen…und natürlich hätten wir keine Schokolade mehr!

Vielleicht hätte ich das doch erzählen sollen … nach dem leckeren Schoko Dessert 

fliege

Lifestyle, Seelenmarzipan

DIE EINLADUNG … einer der schönsten und wertvollsten Texte, den ich je gelesen habe. Kennt ihr ihn schon?

DIE EINLADUNG …

„Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du riskieren wirst, wie ein Idiot dazustehen, für die Liebe, für deinen Traum, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, in meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude umgehen kannst, meiner oder deiner eigenen, ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst, bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein oder an die Beschränkungen des Menschlichen Daseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du jemand anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und trotzdem nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du deine Lebenskraft aus dieser Quelle schöpfen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und dann trotzdem noch am Ufer eines Sees stehen, und dem silbernen Vollmond zurufen, „Ja„!

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wie viel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen bis auf die Knochen, um zu tun, was getan werden muss, damit unsere Kinder satt werden.

Es interessiert mich nicht, wer du bist, und aus welchem Grund du hier bist.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurück zu weichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegbricht.

Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine eigene Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich erträgst.“

  

Die englische original Version dieses wunderschönen Texts, stammt von Oriah Mountain Dreamer
http://www.oriahmountaindreamer.com/
By Oriah © Mountain Dreaming,
from the book The Invitation
published by HarperONE, San Francisco,
1999 All rights reserved

 

Aufreger, Lifestyle

Xavier Naidoo – Feine Sahne Fischfilet . Vorsicht! Gefährliche Texte…

VORSICHT…GEFÄHRLICHE TEXTE!!!

Ich gebe gerne zu, dass ich in der deutschen Popszene nicht ganz so bewandert bin. Aber natürlich ist mir nicht entgangen, dass es in Gießen gerade Widerstand gegen ein Konzert von Xavier Naidoo gibt. Man argumentiert, es könne nicht im Sinne der „Kulturstadt“ Gießen sein, „eine Schuldzuweisungs- und Verfolgungskultur mit erschreckenden Hate-Speech-Elementen“ zu präsentieren, die auf solchen Konzerten die Mitte der Gesellschaft erreicht. Richtig! Und manche Textpassagen von ihm sind tatsächlich unhaltbar und könnten aufhetzen:

„Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen / Und schicken den Mob dann auf euch rauf / Die Bullenhelme – sie sollen fliegen / Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein / Und danach schicken wir euch nach Bayern / Denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.“

Im Lied „Gefällt mir“ heißt es:
„Punk heißt gegen’s Vaterland, das ist doch allen klar / Deutschland verrecke, das wäre wunderbar! / Heute wird geteilt, was das Zeug hält / Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck! / Gib mir ein ‘like’ gegen Deutschland / Günther ist scheiße, Günther ist Dreck!“

Ooops, Fehler!! Ich nehme alles zurück! Diese Textzeilen sind ja gar nicht von Xavier Naidoo sondern sie stammen von Feine Sahne Fischfilet. Ich hatte wohl gerade die „Knüppel auf Bullenhelme“ von Feine Sahne Fischfilet mit den „Forken gegen Politiker“ von Naidoo verwechselt. Kann schon einmal passieren. Obwohl es äußerst wichtig ist, sich darüber im Klaren zu sein, dass Liedtexte mit Knüppel auf Bullenhelmen politisch korrekt sind und diese Band von vielen Politikern hofiert wird und Forken gegen Staatsvertreter, wie in Naidoos Texten, natürlich nicht, und daher strikt abzulehnen sind.

Ehrlich gesagt, kann ich beidem wenig abgewinnen, um es höflich zu formulieren. Nur die Unterscheidung, was jetzt gut und richtig und falsch und verwerflich ist, …die überfordert mich dann doch manchmal.
Ich streite dann lieber für Tierrechte, da weiß ich wofür und wogegen ich stehe:
Gegen Gewalt—überall—übrigens auch in Liedtexten, ganz gleich ob sie gerade vom Mainstream verdammt oder bejubelt werden.
Alles andere fände ich ziemlich gaga 

Peace ❤

crazy

Tierschutz

Über Züchter, Rassekatzen und andere Rassetiere…

Liebe Hundezüchter, Katzenzüchter, Taubenzüchter, Kaninchenzüchter…alle Züchter, die mir gerade erklären, wie wichtig und seriös ihre Arbeit ist…und zum Wohle der Tiere.

Ich möchte wirklich nicht absprechen, dass es eine kleine Minderheit an seriösen Züchtern gibt, die ihre Arbeit einzig als Arterhaltung verstehen, sicher auch viele, die gut darauf achten, wohin ihre Tiere kommen.
Aber bleiben wir doch bitte bei den Fakten. Bleiben wir bei dem Thema Tierwohl.

Jedes Jahr landen ca. 300 000 ungewollte Tiere allein in deutschen Tierheimen. Sie wurden angeschafft wie Konsumgüter und dann ebenso entsorgt, sie passten nicht mehr zu den Lebensumständen oder Wünschen ihrer Käufer.

Jedes neu auf den Markt geworfene Tier nimmt ihnen die Chance auf ein Zuhause.

Zuchttiere sehen den Tierarzt öfter, als ihnen lieb ist. Das ist Vorschrift. Wer weiss, wie gern die eigene Katze zum Tierarzt geht, oder wie toll sie Autofahrten und Ausstellungen findet, der hat eine vage Vorstellung, was mich selbst bei seriösen Zuchten stört. (Aus Katzensicht) Die Käufer möchten natürlich die dreifache Absicherung, damit sie die entsprechende Ware für ihr Geld erhalten.

Perser haben oft Atemwegsprobleme, sind Zeit ihres Lebens auf Fellpflege angewiesen, viele Katzen mögen das nicht besonders, auch baden und ähnliche Scherze für Langhaarrassen, sind nicht so der Katzenburner, aber die Tiere fügen sich dann in ihr Schicksal, genau wie Nacktkatzen, die leicht frieren oder die weißen Rassen, die so leicht Hautkrebs haben, aber die Sonne genauso lieben wie alle anderen Artgenossen, dumm gelaufen…auch für die lebhaften Bengalen, die dann oft in einer kleinen Wohnung und in Einzelhaltung landen und sich den Rest ihres Lebens zu Tode langweilen…die Liste des Elends der Rassetiere ist lang, nicht nur bei Katzen.

Neben den unseriösen Vermehrern, die gnadenlos ausbeuten und den Markt überschwemmen, die mit ihren Tieren Geld machen, weil sie sonst nichts können…gibt es also noch die seriösen Züchter, mal mehr mal weniger liebevoll.

Wie viele davon fahren wohl selbst in das zukünftige Zuhause ihrer Tiere, um es genau unter die Lupe zu nehmen? Wie viele fragen genau nach Einkommen, Zukunftsplänen für die Tiere bei Tod oder Trennung, und nach genauen Wohnverhältnissen?
Wie viele lehnen den Verkauf dann wirklich ab, wenn nicht alles 200 Prozent stimmig ist und für die Lebenszeit des Tieres gewährleistet?
Die Resultate dieser mangelnden Vorsorge sitzen in unseren Tierheimen.
Dort sitzen unzählige ausgemusterte Rassetiere.
Macht es Sinn, ist es guten Gewissens zu verantworten, trotzdem beständig neue zu produzieren?

Und noch ein letzter Gedanke:
Ich liebe Katzen, alle unsere etwa 600, allein in Athen auf Pflege- und Futterstellen. Ich liebe sie so sehr, dass jeder Abschied, jede Adoption auch großen Stress mit sich bringt, denn man weiss bei aller Vorsicht nie, wie sich die Dinge entwickeln und man schaut nicht in die Menschen hinein. Ich habe im Lauf der Zeit zu viel gesehen, jede Adoption birgt das Risiko, dass man sein Tier ins Unglück schickt, bei aller Vorsicht und Umsicht.
Mir bleibt keine andere Wahl, die Katzen sind nun einmal da und sie benötigen ein Zuhause.
Ich müsste verrückt sein, mir diesen Stress freiwillig anzutun, vorsätzlich Tiere in die Welt setzen zu lassen, nur um sie dann in fremde Hände zu übergeben. Für Geld oder als „Hobby“? Dazu habe ich zu viel Respekt vor Tieren, um Gott zu spielen!

Von daher…bitte seht mir nach, dass ich dem Thema Zucht wenig abgewinnen kann, jeder Art von Zucht, ich schreibe hier nur über Katzen, weil ich denke, viel über dieses Thema zu wissen. Zu viele Dinge, die ich eigentlich gar nicht wissen möchte. Aber meine Gedanken zu diesem Thema beinhalten jede Form von Zucht. Katzen, Hunde, Tauben, Kaninchen, Pferde, etc.

Und ja, es gibt natürlich auch seriöse und liebevolle Züchter. Etwas anderes habe ich nie behauptet.
Das ändert nichts an oben stehendem Text.

PS: Auf dem Bild ist eine Katze. Und sie braucht Liebe.. Mehr muss ich über eine Katze nicht wissen, um sie zu lieben. Wenn ich Eigenschaften und Ausstattung nach Katalog möchte, dann kaufe ich mir ein Auto.

evita1

Tierschutz

Gewissenskonflikte :-(

Ein Blog ist auch immer eine tolle Sache, wenn man sich etwas vom Herzen schreiben möchte.  Manche werden vielleicht nicht verstehen, was mich gerade sehr belastet aber ich versuche es doch, denn diese Gedanken sind auch ein Schlüssel für viele Missstände im Tierschutz, für menschliches Versagen und Ego Trips. Nichts gegen Ego Trips aber sie sollten im günstigsten Fall immer einen Vorteil für die Tiere bringen.

Vielleicht hat der ein oder andere gelesen, was ich kürzlich in einem Blog erwähnte:

Einige kennen sicher meine Tagebuch Einträge auf dem Facebook Karma Blog. Dort schreibe ich in Tagebuch Form über die aktuellen Tierschutzbelange und es wird sehr positiv aufgenommen. Einfach einmal eine andere Art und Weise, den Menschen die Thematik nahe zu bringen und mir liegt diese Art zu schreiben. Auf diese Weise erhalten wir viel Hilfe, für die Helfer, die an der Front jeden Tag ihren Mann stehen müssen und die wir beständig und nachhaltig dabei unterstützen. Soweit so gut. Kürzlich erhielt ich einen Screenshot, darauf zu sehen war, wie  ein anderer, noch sehr junger Verein auf seiner Facebook Seite, um Unterstützung warb:„…Denn ihr kennt uns ja noch nicht. Wir befragen keine Tagebücher, denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…Da ich bisher der einzige Vereinsvorstand bin, der auf Facebook für Tierschutzfragen sein Tagebuch führt, war klar, gegen wen sich dieser kleine Nadelstich richtet. Das hat mich noch nicht einmal gestört, ich war nur erstaunt, wie klein und armselig viele Menschen denken, die immer glauben, sie würden selbst größer, wenn sie versuchen, andere klein zu machen. Das Gegenteil ist der Fall aber das muss jeder selbst herausfinden. Es ist doch Platz im Tierschutz für alle, die helfen möchten..jeder auf seine Weise. Aber dann …was dann folgte, machte mich sehr nachdenklich: ….denn bei uns geht es wirklich um das nackte Überleben vor Ort“…

Aha, bei ihnen geht es also wirklich um das nackte Überleben vor Ort  und bei anderen nicht? Oder wie soll man diese Ausführung im Zusammenhang mit meinen Tagebüchern verstehen?Wir reißen uns mittlerweile seit Jahren jeden Tag drei Beine aus, um so viele Leben wie möglich zu retten und jeder Tag ist ein neuer, verzweifelter Kampf, buchstäblich um Leben oder Tod. Schon ein wenig arrogant und auch dumm, solche Sätze in die Welt zu schreiben aber auch das ist keine Ausnahme. 

Ich hatte die Sache längst längst ad acta gelegt und alle, die dort mitwirken einfach von meiner Liste gestrichen, auch die wirklich vorbildlichen Helfer dort an der Front, denn ich kann nicht allen helfen und wenn ich schon jeden Tag so viele Stunden ehrenamtlich einsetze, dann rette und unterstütze ich da, wo man zumindest nett zu mir ist…gebraucht wird es überall…

Jetzt sah ich, dass einer dieser Helfer auf deren Vereins Seite verzweifelt um Hilfe bat.Es wurde dringend Geld für einen akuten Notfall benötigt und bisher gelang es nicht, die Mittel aufzutreiben.

Hätte es diese hässlichen, öffentlichen Seitenhiebe des anderen Vereins nicht gegeben, hätte ich vermutlich irgendetwas auf die Beine gestellt. Die Helfer und Tiere dieses  Notfalls sind mir bekannt und liegen mir sehr am Herzen und a bisserl was, geht immer….  Weil wir im eigenen Verein leider nicht einmal genügend Kapazitäten für alle unsere laufenden Projekte haben, greife ich in solchen Fällen dann auf meine privaten Netzwerke zurück, außerhalb von FB oder über diesen Blog hier oder bei der Hilfsbereitschaft von guten Freunden, letztendlich finde ich dann immer jemanden, der hier oder da oder dort das bereit stellen möchte, was benötigt wird.

Es ist ein großer zusätzlicher Aufwand, es kostet auch mich immer Überwindung, zusätzlich zu den Vereinsbelangen noch um mehr zu betteln und es ist auch nicht soo gut für unsere laufenden Projekte, der Kuchen ist leider nicht beliebig oft teilbar, was der eine erhält, fehlt dem anderen…wir achten im Team streng darauf…aber unter Freunden oder bei Helfern, die ich wirklich unterstützenswert finde oder die mich berühren, war es mir trotzdem stets ein Herzensanliegen. (Das waren dann meine Egotrips, die ich bei anderen Teammitgliedern ungern sehen würde  😉 )

Es sind jedoch keine Freunde, die diesen Notfall und die dazu gehörigen Helfer betreuen. Ich möchte mit ihnen nichts zu tun haben und werde mit meinen Möglichkeiten lieber anderen Tieren das Leben retten, menschlich sicher nachvollziehbar. Zu all dem Tierelend, dem Stress und der Arbeit jeden Tag, sind solche persönlichen Seitenhiebe das Letzte, was im Tierschutz benötigt wird. Sie tun mir nicht gut , sie tun niemandem gut!

Die Helfer können für all das nichts, sind aber darauf angewiesen, dass ihre Unterstützer- Vereine nicht ohne Not Brücken verbrennen, wichtige Hilfe verhindern und auf diese Weise Nachteile für die vierbeinigen Schützlinge in Kauf nehmen. Ohne triftigen Grund und selbst dann ungern, würde ich niemals jemanden im Tierschutz öffentlich angehen. Und selbst dann überlege ich drei mal vorher, wie klug es ist und welche Konsequenzen es für die bitter benötigte Hilfe hat. Andere tun es einfach. Und jetzt?

Ich drücke den Helfern ohne Hilfe fest die Daumen, dass diese Hilfe doch noch kommt. Die Liste der Hilferufe auf meinem Schreibtisch ist so lang, so viele Tierleben stehen überall auf dem Spiel, ich kann nicht allen helfen und werde mich daher weiterhin dort einbringen, wo man wertschätzend miteinander umgeht und meine Art zu Arbeiten nicht öffentlich abwertet.  Aber es tut mir unendlich leid für die Menschen, die Spielball solcher Egotrips werden und noch mehr leid für ihre Tiere.  Deshalb habe ich es trotzdem aufgeschrieben auch wenn es nicht jeder verstehen mag. Es passiert so oft und an so vielen Stellen. Man sollte im Tierschutz überlegen, welche Konsequenzen das eigene Handeln für die Menschen an der Front hat, deren Belange man vertritt und ob es das wert ist…

hexe