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Der Prophet gilt nichts im eigenen Land…

Gerade habe ich aufmerksam einen Beitrag unserer örtlichen Lokalzeitung gelesen. Man lädt Tierschutzvereine aus der Region ein, sich vorzustellen. Man darf bei dieser Gelegenheit dann auch um Spenden werben.

Nun kaue ich grübelnd auf meinem imaginären Stift und überlege, ob eine Teilnahme Sinn machen würde und was ich schreiben sollte. Noch nie hat sich irgend jemand in meinem Städtchen dafür interessiert, was ich tue oder was wir tun. Bis auf ein paar enge Freunde hat mir noch nie jemand einen Cent Spenden gesendet. Während regelmäßig Interviewanfragen aus aller Herren Länder bei mir in der Post sind, weil viele Menschen gerne mehr über unsere Arbeit- und Arbeitsweise erfahren möchten, erhalte ich vor Ort nicht einmal eine Antwort, wenn ich meine Stadt freundlich um Stellungnahme zum Thema Stadttauben bitte…

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land, jedenfalls nicht, wenn seine Tätigkeit weder mit Taubenzucht, mit Obst- und Gartenbau oder mit einer Schützengesellschaft in Verbindung steht. Fand man dann noch die Mitgliedschaft in einem der ansässigen Serviceclubs wenig erstrebenswert und findet bei keiner Partei so richtig „Heimat “ , dann ist man raus und arbeitet unter dem Radar der öffentlichen lokalen Wahrnehmung.

Was mir, das gebe ich ehrlich zu, stets sehr angenehm war. Ich würde ungern in einem Lokal sitzen und alle naselang kommt jemand an den Tisch, der mir von einem schrecklichen Fall von Tierquälerei berichtet oder diskutieren möchte, ob ich mich nicht schäme, mit meinen kritischen Artikeln zur Massentierhaltung und zum Thema Milchkonsum die fleißigen Landwirte zu diskreditieren.

Nein, das muss jetzt nicht unbedingt sein 🙂

Auf der anderen Seite… wenn es um Spenden geht …

Frieden für Pfoten e.V. hat über die Jahre vielen tausend Tieren ein würdiges Leben an einer betreuten Futterstelle ermöglicht. Heerscharen von ungewolltem Nachwuchs auf der Straße verhindert, weil Kastration oberste Priorität ist. Leid lindern ist gut, Leid verhindern, ehe es entsteht, ist besser!

Frieden für Pfoten e.V. wirkt ehrenamtlich mit einem Team das über ganz Deutschland verstreut ist. Jeder ein Spezialist auf seinem Sachgebiet. Übersetzungen, Kenntnisse über Landesgesetze, Zollvorgaben, Transportwesen, Medizinisches Know How gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich. Meine Artikel, Kurzgeschichten und Ausführungen rund um das Thema Tierschutz werden von vielen großen Plattformen übernommen und haben mittlerweile Millionen Menschen erreicht.

Unsere Arbeit für Tiere findet nicht nur in Deutschland sondern quer durch Europa statt. Wir unterstützen unbürokratisch kleine Tierheime, Shelter, Gnadenhöfe, Wildtierhilfen und Privathelfer in Not. Auch für zurückgelassene Tiere im Krieg und für die Opfer der zahlreichen Waldbrände leisten wir Unterstützung.

Unsere Hauptaufgabe liegt jedoch buchstäblich auf der Straße. Die unzähligen hungrigen, kranken und vergessenen Straßentiere, für die niemand zuständig ist, um die sich niemand kümmert, für die es keinen Platz auf der Welt gibt, außer in einem der grausamen Todesshelter.

Dafür erhielt unser Verein den Europäischen Tierschutzpreis.

Jeden Tag versorgen wir durch unsere Netzwerke mittlerweile rund 2000 von ihnen mit Futter, medizinischer Versorgung und natürlich auch mit Kastrationen. Unsere Partner im Tierschutz wirken in Griechenland, in Serbien, Spanien, Italien, in Rumänien und natürlich auch in Deutschland.

Die Frieden für Pfoten Community umfasst mittlerweile rund 50.000 Menschen. Viele von ihnen spenden oder wirken aktiv mit. Jede geleistete Arbeit ist ehrenamtlich. Das war uns von Anfang an sehr wichtig. Nur so ist es möglich, die Verwaltungskosten weiterhin unter einem Prozent zu halten. Das Geld kommt dort an, wo es dringend benötigt wird, einzig bei den Tieren.

Hm … an dieser Stelle höre ich auf zu schreiben. Das klingt vielleicht für manche so, als ob wir so groß wären, dass wir kein Geld bräuchten. Auch nicht gut.

Denn nie war die Not größer, nie war Tierschutz verzweifelter. Wir bangen um jeden Cent, denn die Einbrüche durch Corona, Krieg und Krise sind dramatisch, überall.

Aber möchte ich meine/unsere Arbeit mit einem Jammer Artikel in unserer Lokalzeitung vorstellen? Da schlafe ich noch eine Nacht drüber. Vielleicht bleibt aber auch alles, wie es ist.

Denn der Prophet muss gar nichts im „eigenen Land“ gelten, wenn er bereits in „anderen Ländern“ wunderbar unterstützt und gefördert wird. Dort sagt auch niemand herablassend mir:

„Ach, du kümmerst dich also in jeder freien Minute um Tiere in Not? Du bist doch eine attraktive Frau. Da gibt es doch sicher angenehmeres! Hast du kein Leben?“

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Das Kätzchen auf dem Bild stammt aus Annas betreuter Straßen-Kolonie in Griechenland. Es benötigte medizinische Behandlung. Leider hat es nicht überlebt. Die Hilfe kam zu spät…

Tierschutz

Traue Niemandem!

Die wichtigste Regel, wenn du einen Tierschutzverein gründen und führen möchtest , von dessen Bestehen Leben abhängen:

Traue Niemandem!

Das mag sich befremdlich für jemanden anhören, der nicht mit der Szene vertraut ist, alle anderen werden zustimmend nicken oder sich wünschen, sie hätten diese Regel beherzigt. Das meiste, was in und um einen Tierschutzverein passiert, basiert auf Freiwilligkeit. Das meiste, was zwingend in einem Tierschutzverein passieren muss, ist existentiell.

Ausfälle von Spendern oder Vereinsmitgliedern, Schlammschlachten oder behördliche Probleme stellen nicht nur ein Ärgernis und eine Gefahr für das Leben der Tiere in Obhut dar, sondern auch eine existentielle Bedrohung für das Leben der Tiere, in den vom Verein unterstützten Projekten. Für die einen eine unschöne Bagatelle oder „Petitesse“, für die anderen, mit allen unguten Folgen, oftmals Hunger und Tod.

Daher lohnt es sich, im Vorfeld zu überlegen:

Wem kann ich bedingungslos vertrauen, so sehr, dass ich gemeinsam mit ihm/ihr die Haftung und Verantwortung des Vereinsvorstands übernehmen möchte?

Wem vertraue ich so sehr, um ihm als Teammitglied wichtige Aufgaben zu übertragen? Wer ist loyal genug, den Tieren so verbunden, dass auch eventuelle interne Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen niemals in der Öffentlichkeit ausgetragen werden würden?

Jede öffentliche Schlammschlacht beschädigt den Tierschutz. Wem darf ich wertvolle Spendengelder anvertrauen?

Hält das Projekt, was es auf den ersten Blick verspricht? Werden Zusagen eingehalten, Spenden ordnungsgemäß verwendet, sind Ziele und die moralischen Vorstellungen in etwa die gleichen? Wie gehen diese eventuellen neuen Partner mit Problemen um? Es gibt immer Probleme. Tierschutz besteht eigentlich nur aus Problemen. Gibt es dann Öffentliche Posts, die unseren Namen beschädigen würden? Anfeindungen? Anstatt konstruktiven Austausch und Ehrlichkeit?

Welcher Bank schenke ich mein Vertrauen? Einer Online Bank mit nicht vorhandenem Kundenservice, die willkürlich die Konten einfrieren und eine Fehlerbehebung dauert dort Monate, ehe irgendwelche Hotlines reagieren? Zeit, in der kein Geld an Projekte weitergeleitet werden könnte? Paypal? Wo bereits ein falsches Wort in einer Spendenüberweisung die Sperrung bedeuten kann und Gelder sind teilweise Jahre eingefroren? Besser man fährt zwei- oder dreigleisig und traut niemandem.

Darf ich mich auf einige wenige Großspender verlassen, die morgen vielleicht zu einem anderen Projekt weiterziehen und damit den Fortbestand der eigenen Arbeit gefährden?

Macht es Sinn, everybody´ s Darling zu sein und auf das Beste zu hoffen oder sollten strenge Regeln im Vorfeld viele Szenarien abfedern, auch wenn strenge Regeln viele erst einmal verschrecken oder sogar abstoßen…weil es ja Tierschutz ist und alle dicke Freunde sind, die am gleichen Strang ziehen…

Sollte man jemanden vielleicht erst einige Zeit kennen- und einschätzen lernen, ehe man ihm wichtige Aufgaben anvertraut?

Darf man die Zusammenarbeit auch einfach einmal verweigern, wenn es nicht zu 100 Prozent stimmig scheint?

Ich denke, ihr kennt meine Antwort auf diese Fragen. Aktiver Tierschutz bedeutet immer eine große Verantwortung. Fast jeder im Tierschutz agiert sehr emotional. Die Charaktere der Menschen dort sind oftmals genauso wenig berechen- und vorhersehbar, wie das Spendenaufkommen.

Vertrauen ist gut … Kontrolle ist besser 🙂

Regeln und strenge Arbeitsvorgaben retten Leben!

Man muss auch einmal Nein sagen können!

Und last not least: Wahre Freunde sind unbezahlbar …

Ich habe meine Freunde im Tierschutz und in meinem Verein längst gefunden und dafür bin ich jeden Tag dankbar. Wir kämpfen bei Frieden für Pfoten e.V. mit exakt den gleichen Problemen, es „menschelt“, wie bei jedem anderen Tierschutzverein auch. Ihr erfahrt wenig davon, denn wir lösen Probleme erwachsen und intern. Der Schwerpunkt liegt bei den Tieren in Not. Niemand benötigt eine öffentliche Bühne für seine Befindlichkeiten.

Wenn sich die Falschen zusammenfinden, passieren Katastrophen, zerstörte Projekte und gebrochene Herzen.

Wenn sich die Richtigen zusammenfinden, passieren kleine Wunder ❤

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Tod und Sterben … die letzten Tabu Themen

Mittlerweile gibt es eigentlich keinen Bereich unseres Lebens, der nicht öffentlich thematisiert, diskutiert und seziert wird. Ich gebe offen zu, dass ich manchmal die Stirn runzele, welche intimen Details abgehandelt und preisgegeben werden. Vom eingewachsenen Zehennagel, über die Größe der eigenen Vulva, der günstigsten Stellung für Analverkehr bis hin zu Tipps, wie bereichernd Fremdgehen für eine Beziehung sein kann. Na dann …

Vermutlich ist es vorteilhaft, wenn bereit unsere Kleinsten über sämtliche Feinheiten der menschlichen Sexualität aufgeklärt werden, ich bin nur Mutter und keine Kinderpsychologin, daher ist mein Urteil in dieser Sache irrelevant. Ich für meinen Teil habe neben der Anleitung, sich selbst und seinen Körper und damit auch andere angemessen lieben zu lernen, auch einen anderen Bereich unseres Daseins in den erzieherischen Fokus gerückt: Den Tod.

Jeder von uns wird früher oder später damit konfrontiert. Jeder von uns durchlebt Abschied, Trauer und irgendwann das eigene Ende. Trotzdem findet dieser wichtige Teil des Lebens meist im Verborgenen, abgeschieden und abgetrennt vom restlichen Leben statt.

Wer von uns weiss schon, was beim Sterbevorgang passiert, wer von uns kann die Zeichen deuten? Wer kann beurteilen, was mit einem geliebten Menschen, einem geliebten Tier passiert, und unterscheiden, was dem Sterbenden Schmerzen bereitet, wo man eingreifen sollte und was zum natürlichen Loslassen und herunterfahren unseres irdischen Körpers dazu gehört und keine medizinischen Eingriffe benötigt?

Sterben benötigt in der Regel etwas Zeit und passiert körperlich in „Stufen“, die manchmal für den Betrachter sehr beängstigend wirken können. Es gibt viele interessante Bücher zu diesem ungeliebten Thema. Seit geraumer Zeit folge ich auch den Ausführungen und Erfahrungsberichten einiger Hospizschwestern, die ihre erworbenen Erfahrungen mit Sterbenden, ihr medizinisches Wissen unterhaltsam aufbereiten und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Es gibt so unendlich vieles, was Sterbenden das Loslassen erleichtern würde, ihnen mehr Würde schenken. Es gibt so unendlich vieles, das Angehörige wissen sollten, die früher oder später alle einmal damit konfrontiert sein werden und dann hilflos vor Sterbebetten stehen. Viele Ängste und Unsicherheiten könnten genommen werden.

Nach wie vor ist Sterben, körperlicher Verfall und Tod jedoch ein Tabuthema. In unserer vom Jugendwahn derart geprägten Gesellschaft ist Sterben sogar so tabu, dass das Alter zunehmend gefürchtet, ja geächtet wird. Niemand möchte mehr „alt “ sein.

Man kann mittlerweile auf einer Gesellschaft jederzeit über Sex in sämtlichen Varianten sprechen, Gespräche über Tod und Sterben, die dazugehörigen körperlichen Prozesse und wie man ihnen begegnet, sind nach wie vor Tabu Themen. Zufällig weiß ich das genau 😎

Ich finde es spannend, dass immer wieder berichtet wird, wie Sterbende kurz vor dem Tod ihre verstorbenen Haustiere oder Angehörige „sehen“.

Mich macht es nachdenklich, dass Sterbende auffällig oft den Todeszeitpunkt „selbst wählen“ indem sie entweder warten, bis derjenige kurz aus dem Zimmer geht, der vorher Tage und Nächste nonstop anwesend war, oder bis ein geliebter Mensch (oder ein Tier) es geschafft hat, sich zu verabschieden.

Ich bin fasziniert von den Berichten, die den „verklärten Blick“ vieler Sterbenden vor dem Tod beschreiben … genau wie von vielen anderen Dingen, die wir uns nach wie vor nur unbefriedigend wissenschaftlich erklären können.

Und ja, ich sehe den Tod in vielen Fällen nicht als unseren Feind sondern als unseren Freund, der Leid beendet, ein erfülltes Leben vollendet und zum Zyklus des „Seins“ einfach dazu gehört, wie ein unliebsamer Verwandter, den man am liebsten auslädt, die 13. Fee, der jeder von uns irgendwann begegnet. Sie wird sich irgendwann immer Zutritt verschaffen. Gut, wenn man dann vorbereitet ist.

Nach wie vor kenne ich nicht die Vorteile für eine Partnerschaft, die sich ergeben sollen, wenn man seinen Ehepartner betrügt. Diese Sorte Artikel hatte ich mangels Interesse nie gelesen. Aber ich weiss mittlerweile, wie man die Atmung, das gurgelnde Röcheln eines Sterbenden deutet, was da gerade passiert, warum man Sterbenden oftmals keinen Gefallen tut, wenn man sie intravenös mit Flüssigkeit versorgt, die der Körper in dieser Phase aus gutem Grund verweigert, und viele andere Details, wertvolles Wissen und faszinierende Phänomene, die mir persönlich viele Ängste nahmen. Wissen darüber, wie man den Sterbeprozess und das Abschiednehmen erleichtert, nicht verlängert!

Vielleicht sollte es mehr Artikel darüber geben?

Aber was weiß ich schon ? ❤

Bildrechte (c) Gutes Karma to go

Chance, Katze, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Geschichten aus Lunas Sternengarten – Das große Sterben auf den Straßen hat begonnen…

Geschichten aus Lunas Sternengarten 🌠

Auch in Lunas Sternengarten beobachtet man besorgt, was gerade auf der Erde passiert. Corona, Krise und Krieg, wohin das Auge sieht und immer sind die Tiere die ersten, die die Folgen zu spüren bekommen.

„Ist alles in Ordnung, meine Liebe? Du wirst in der Halle erwartet, wir haben so viele Neuankömmlinge, vielleicht möchtest du ein paar Worte zur Begrüßung sagen…“

Valerion leckte seiner Gefährtin besorgt über die Ohren. Sie saß seit Stunden regungslos am Rande des Sternengartens. Einzig ihre Augen wanderten von einem Drama zum nächsten, das sich gerade irgendwo auf den Straßen oder in einem armen Shelter abspielte. Auch jetzt verzog sie keine Miene während sie antwortete.

„Gib mir noch ein paar Minuten, ich bin gleich soweit. Geh schon einmal vor… und sag Leo bitte, wir brauchen mehr Platz … viel mehr Platz! Er soll sein Rudel mit einspannen, Enzo ist bereits informiert.“

Dann richtete sie den Blick wieder konzentriert auf einen Punkt, weit entfernt, auf der Erde. Eine durchscheinende Wolke aus Sternenstaub schwebte über ihr in der Luft, bereit, auf die Reise zu gehen. Es war ein magischer Traum, der jemandem Trost und Linderung bringen sollte, während er mit dem Hungertod rang.

Valerion kannte Luna mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er sie jetzt besser allein lassen sollte. Er schnurrte noch einmal aufmunternd und dann machte er sich daran, ihre Aufträge auszuführen. Seit Wochen war im Sternengarten Hochbetrieb! So viele Neuankömmlinge, so viele, die Trost benötigten. In Lunas Sternengarten genauso, wie auf der Erde!

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Das Schwarz wechselte manchmal zu Grau, dann konnte er zumindest Umrisse ausmachen. Der Regen hatte die sengende Hitze abgelöst und schluckte alle Geräusche. Es war schwer für ihn, sich zu orientieren. Er wusste nicht, warum die Mülltonne seit Wochen leer blieb, warum keine Urlauber mehr das kleine Restaurant besuchten, dessen Abfälle ihn ernährt hatten. Er rätselte wie alle anderen Katzen in seiner Straße, wo die Menschen waren, die zwar oft Tritte und Schläge verteilten, aber auch stets kostbare Abfälle.

Besonders freundliche Menschen warfen die Essensreste sogar auf den Boden oder stellten sie neben den Abfallcontainer, so dass er nicht hinein springen musste. Jeder Sprung ein Risiko, jede Mahlzeit ein kostbarer Schatz. Jede Mahlzeit ein Kampf. Er hatte sich tapfer in diesem Kampf geschlagen. Drei Winter und drei Sommer lang. Wer es schaffte, den Winter, die lange Zeit der Futterknappheit, auf der Straße zu überleben, der wurde im Frühling belohnt, wenn es endlich wieder Abfälle gab.

Warum sein Restaurant in diesem Frühling nicht mehr öffnete, warum der Platz, wo sonst Tische und Stühle standen, leer blieb, wusste niemand zu sagen. Er verlor erst seinen Futterplatz, dann die Kraft und zuletzt sein Augenlicht. Versonnen blickte er in den grauen Regenhimmel, dahin, wo er den grauen Regenhimmel vermutete. Obwohl er wusste, dass es nicht sein konnte, dass seine Augen längst zerstört waren, hatte er dort gestern Nacht eine weiße Katze gesehen, die zwischen den Wolken saß und ihm zublinzelte. „Alles wird gut…“ schien dieses Blinzeln zu sagen.

„Lass los … es gibt bessere Plätze für eine Straßenkatze, als deine schmutzige Pfütze vor einer leeren Mülltonne. Wir warten bereits auf dich… du musst keine Angst haben, komm zu uns in den Sternengarten, dort wird es dir gefallen … ich zeige dir den Weg dahin!“

Er war müde, so unendlich müde, beständig einen Kampf zu kämpfen, den er niemals gewinnen konnte. Auf dieser Welt war kein Platz für einen schmutzigen, kranken Streuner wie ihn. Der struppige Kater schloss die Augen, das undurchdringliche Grau wurde wieder zu Schwarz. Er zitterte vor Erschöpfung und Schwäche, während der Gewitterregen unbarmherzig sein Fell durchnässte. Die weiße Katze wich nicht von seiner Seite und schnurrte ihn in den ewigen Schlaf.

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Auch auf der Erde beobachte jemand seit geraumer Zeit die zunehmende Not der heimatlosen Straßentiere, deren Leben bereits ohne Krise ein einziger Überlebenskampf war, und sie wollte gerne helfen.

„Bist du mein süßer Schatz oder bist du mein allersüßester Schatz?“ Sie lachte und drückte ihre Nase in flauschiges Fell, während von der anderen Seite eine dicke, weiche Pfote vorsichtig nach ihrer Hand angelte. Gruppenkuscheln mit Katzen war angesagt.

„Gleich gibt es Frühstück, Jungs … und dann brauche ich euch, geschniegelt und gebügelt und ohne Prügeleien! Fotosession steht an! Keine Ausreden! Wenn man so hübsch ist wie ihr, dann muss man sich auch fotografieren lassen … ich brauche eure hübschen Näschen für Werbung … nicht allen geht es so gut wie euch!“

Während sie auf dem Weg ins Erdgeschoss kurz am Computer Halt machte und mit gerunzelter Stirn die neuesten Hilferufe nach Futter und Geld überflog, die beständig bei ihrer Tierschutzorganisation eintrafen, sprangen die beiden jungen Kater aus dem Bett, sausten an ihr vorbei, in die Küche und stürzten sich über das Frühstück. Erst kuscheln, dann lecker Futter, so viel das Herz begehrt und dann eine Runde prügeln! Dass sie fotografiert werden sollten, hatten sie bereits wieder vergessen. Das Leben war schön…

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Lunas Stimme war weich und ungewohnt zärtlich, als sie ihn in Empfang nahm.

„Ich habe auf dich gewartet! Du hast es geschafft. Jetzt machen wir dich erst einmal trocken und dann wird gegessen! Keine Sorge, deine Augen sind bald wieder OK, es dauert manchmal ein wenig, bis die Magie des Sternengartens wirkt.“

Der magere Kater öffnete zaghaft die Augen und bestaunte die schimmernde Wolke aus Sternenstaub, die ihn wie ein schützender Mantel umhüllte. Man konnte förmlich zusehen, wie die Kraft wieder in seinen gezeichneten kleinen Körper zurückströmte. Luna schnurrte beruhigend auf ihn ein, während ihre Magie wirkte.

„Und jetzt folge mir einfach, ich zeige dir den Weg! Nicht erschrecken, die Hunde hier sind manchmal ein bisschen ungehobelt und manche der Ratten sind kleine Nervensägen aber jeder hier meint es gut mit dir. Willkommen in meinem Sternengarten! Du wirst nie wieder hungern, das verspreche ich dir! Wie heißt du eigentlich, hattest du einen Namen auf der Erde?“

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Ehe sie sich mit ihrem Neuzugang auf den Weg zum großen Festsaal machte, um ihn den anderen vorzustellen, warf Luna noch einmal einen kurzen Blick über den Rand des Sternengartens. Ihre Schnurrhaare zuckten amüsiert. Fotosession mit den Austen Boys. Die beiden waren wenig begeistert aber meisterten ihre Aufgabe hervorragend!

Sie war stolz auf ihre Nachfolger auf Erden und auch auf ihren Herzensmenschen, auf jeden, der gerade mit aller Kraft versuchte, gegen diesen Strudel aus Elend und Verzweiflung anzugehen. Das große Sterben auf den Straßen hatte begonnen. Auch alle Bewohner von Lunas Sternengarten wollten gerne helfen, die Not etwas zu lindern. Jetzt wurde jede Pfote gebraucht! Es gab noch viel zu tun…

(c) Geschichten aus Lunas Sternengarten – Bettina Marie Schneider

#GeschichtenausLunasSternengarten

#guteskarmatogo

#friedenfuerpfoten

Seelenmarzipan, Tierschutz

Lunas Sternengarten und der ganze Rest. Bald ist es soweit :-)

Gut Ding will Weile haben aber jetzt ist es endlich bald soweit! Das erste Büchlein aus der Reihe „Lunas Sternengarten“ soll im Herbst erscheinen und natürlich werden neben Luna auch die Austen Boys, Mr. Darcy und Captain darin eine wichtige Rolle spielen.

Das Cover ist gemalt. ( Dankeschön, liebe June Michel, du hast den Sternengarten Spirit und meine Luna wunderbar darin eingefangen).

Der Text ist im Lektorat. (ich fürchte, jemand hat vermutlich gerade mächtig Spaß mit meiner innovativen Zeichensetzung 😉 ).

Bald werden meine Verlegerin Nici Friederichsen und ich uns treffen, um letzte Feinheiten persönlich zu besprechen, die wir bisher im Zeitraffertempo zwischen Nord- und Süddeutschland via Telefon und Mail auf den Weg gebracht haben. Die Chemie zwischen uns war von der ersten Sekunde an perfekt ❤

Und dann hoffen wir, alles klappt, damit trotz Papiermangel, der gerade die Branche in Atem hält, ein fertiges Buch auf der Buchmesse 2022 in Frankfurt vorgestellt werden kann.

Alles begann 2015 mit einem Traum und einem neuen Facebook Profil.

Hier wollte ich über Tierschutz schreiben, andere Blickwinkel aufzeigen, Aufklärung und Unterhaltung verbinden, neue Kontakte knüpfen und endlich selbst aktiv werden, anstatt auf meinen Reisen beständig nur zu bedauern, was wir unseren tierischen Mitgeschöpfen antun. Ich hatte keinen blassen Schimmer, wie ich das anstellen sollte und begann einfach damit, meine Gedanken aufzuschreiben.

Dann reihte sich ein erstaunlicher „Zufall“, ein hilfreicher neuer Kontakt an den anderen. Die Tierrechtsorganisation PETA übernahm und veröffentlichte einige meiner Tierschutz Artikel und Kurzgeschichten auf ihren Plattformen. Ja, ich bin seit jeher PETA Fan und werde es immer sein ❤ Ich reiste nach Athen, um das erste Projekt für die Straßentiere dort in Angriff zu nehmen. Ich machte erste (und was mich angeht, letzte!!!) Erfahrungen in Sachen „Tierschutz im Reality TV“ … und lernte, ich lernte jeden Tag dazu.

Der Traum nahm Fahrt auf.

Heute gibt es den Verein „Frieden für Pfoten e.V.“, der mittlerweile neben unbürokratischer Soforthilfe für Shelter, Gnadenhöfe und Wildtierhilfen in Not, für die tierischen Opfer von Krieg und Naturkatastrophen, zusätzlich europaweit jeden Tag für das Überleben, Futter, Kastration und medizinische Versorgung von weit über 1500 heimatlosen Straßentieren sorgt.
Ein riesiges, internationales Netzwerk an Tierfreunden, die sich gegenseitig unterstützen.

Heute gibt es den „Gutes Karma to go Blog“ der mit seiner bunten Mischung aus Tierschutz, Gesellschaftskritik und Märchen mittlerweile jeden Monat über die Social Media Netzwerke im Schnitt 1. 000 000 Leser erreicht und dafür sorgt, dass immer wieder neue Unterstützer, Kontakte und Spender den Weg zu uns finden und mithelfen möchten.

Heute gibt es „Lunas Sternengarten“, eine virtuelle Gedenkseite für geliebte Herzenstiere, die wir verabschieden mussten und deren Andenken mit einer kleinen Spende für den Tierschutz verbunden ist. Trauer wird auf diese Weise zu Hoffnung.

Über all diesen Aktivitäten blieb nie die Zeit für ein Buch. Als meine Katze Luna sich dann nach 18 wunderbaren gemeinsamen Jahren von mir verabschiedete, um in den Sternengarten überzuwechseln, als die Trauer über diesen Verlust so schmerzhaft war, wie ich mir das niemals hätte vorstellen können, begann ich damit, die Sternengartengeschichten zu schreiben und auf den „Gutes Karma to go“ Blog zu stellen. Märchen, die mittlerweile viele Leser getröstet haben, denen es ähnlich wie mir erging.

Lunas letztes Geschenk an mich war die Erfüllung eines alten Traumes, der jetzt endlich auf den Weg gebracht wird: Denn diese Welt braucht Märchen… zur Zeit mehr denn je.

Dankeschön, liebe Katja Seifert für die Starthilfe ❤

„Ihr aber seht und sagt: Warum?

Aber ich träume und sage: Warum nicht?“

(George Bernard Shaw)

Dankeschön, an all die wunderbaren Menschen, die mich dabei unterstützen. ❤️

Herzlichst

Eure

Bettina Marie Schneider

#Guteskarmatogo #Lunassternengarten #Friedenfuerpfoten

(c) Bettina Marie Schneider
Mr. Darcy und Captain. Die Austen Boys
Madame Luna ❤
Aufreger, Tierschutz

Manchmal würde ich gerne sterben

Jeder ist gerade auf seine Weise damit beschäftigt, sich selbst, seine Liebsten, seine Wohnung, sein Haus, sein Unternehmen so gut wie irgend möglich zu wappnen, vor dem, was kommt. Das ist längst nicht nur abhängig von dem jeweiligen Einkommen. Jeder kämpft. Es war nicht so, als ob man vorher nicht wusste, wohin mit dem Geld, auch wenn die allgegenwärtigen Spartipps das suggerieren.

Ich habe für mich an Vorsorge getroffen, was im Rahmen meiner Möglichkeiten machbar war. Ob es ausreichend sein wird, für das, was nun kommt? Ich weiss es nicht. Mehr war nicht möglich. Nun lehne ich mich aber nicht zurück sondern jetzt versuche ich, andere über Wasser zu halten.

Manche von ihnen schreiben mir:

„Manchmal würde ich gerne sterben.“

Es sind Menschen, die für ganz besonders schutzbedürftige Wesen Herz, Haus und Geldbeutel geöffnet haben.

Für ein ausgemergeltes Kutschenpferd, das bisher nur Schläge kannte.

Für ein kleines Kaninchen, das die Besitzer in seinem engen Käfig fast verhungern und verdursten liessen, ehe sich jemand erbarmte.

Für den Hund, der so geprügelt wurde, dass sein Bauch fast auf der Erde schleift, wenn er wagt, sich zu bewegen.

Für das Täubchen, das mit gebrochenen Flügeln auf der Straße kauerte.

Für das Schwein, das tapfer vom Transporter in den Tod auf die Straße in die Freiheit sprang.

Für die blinde Katze, der man Säure ins Gesicht gespritzt hatte.

Für das Huhn, das federlos und wie ein Geisterschatten seiner selbst aus der Massentierhaltung ausgemustert wurde.

Für das Eichhörnchen, das mutterlos umher irrte.

Für den Igel, der mit abgefrästem Gesicht im Garten lag.

Tierheime, Wildtierstationen und Gnadenhöfe werden überwiegend privat geführt und finanziert. Hier in Deutschland genau wie im benachbarten Ausland.

Wer die Tiere aufnimmt, ganz gleich ob es heimatlose Straßentiere im Süden oder verletzte Wildtiere und ausgemusterte „Nutztiere“ in unseren Breitengraden sind … der ist für sie verantwortlich. Der ist beseelt von dem Wunsch, irgendwie wieder gut zu machen, was ihnen angetan wurde.

Der ist finanziell komplett auf sich allein gestellt!

Was glaubt ihr, was gerade los ist, landauf, landab, hier im Land genau wie bei vielen unserer europäischen Nachbarn. Während täglich die wunderschöne Bilder von Tierrettungen in der Ukraine das Herz der Leser erfreuen, treffen bei mir ganz andere Bilder und Nachrichten ein.

„Was soll ich nur mit meinen Tieren machen?“

„Wir müssen schliessen“

„Wir sind am Ende!“

„Wir haben kein Futter mehr, kein Geld für den Tierarzt“

„Wir haben Aufnahmestopp“

Und ja, immer öfter auch der Wunsch, sich all dem für immer zu entziehen.

Einfach die Augen zu schliessen, für immer.

Keine Existenzsorgen mehr, die jeden Tag gravierender werden.

Das hungrige Bellen, das Jammern verletzter Tiere nicht mehr zu hören, denen man nicht mehr helfen kann, weil das Geld fehlt. Keine schlaflosen Nächte mehr, in denen man verzweifelt überlegt, was mit den Tieren in Obhut passieren soll, wenn man aufgeben muss, schutzlose Lebewesen, die man liebt, die bereits so viel durchgemacht haben und die nun bald wieder zurück auf die Straße gesetzt werden müssen, die man abholen, einschläfern in irgendein Todesshelter oder zum Pferdemetzger bringen wird.

Das große Sterben des Tierschutzes in Europa hat begonnen.

Diejenigen, die nicht zuletzt auch für Tierschutz gewählt wurden, sind zynischerweise seine Totengräber.

Wohin man sieht, herrscht Angst und Verzweiflung. Von behördlicher Seite kommt keine Hilfe, einzig mehr Bürokratie. Und die Spender, die bisher alles notdürftig über Wasser hielten, müssen jetzt selbst kämpfen.

Ich hatte Tränen in den Augen, als ich die Nachricht abhörte, die immer wieder von Schluchzen unterbrochen war und mit den Worten endete:

„Manchmal würde ich gerne sterben. ich schaffe es einfach nicht mehr, meine Hunde zu versorgen, aber sie haben doch nur mich!“.

Zu oft hatte ich das in ähnlicher Form in den letzten Tagen und Wochen lesen oder hören müssen.

Mein Verein Frieden für Pfoten e.V. hat heute dorthin 800 Euro gesendet. 800 Euro sind viel Geld aber für 110 hungrige Hunde wird es leider nicht lange reichen, bis zum nächsten Futternotstand.

Viele Patenschaften sind dort weggebrochen, viele Spender haben die Überweisungen eingestellt, nachdem sie ihre Nebenkostenabrechnungen erhalten haben und nun selbst kämpfen. Zeitgleich explodieren Futterkosten, Energiepreise und Tierarztrechnungen.

Manche Leser schreiben mir erbost, warum ich oftmals so zornig bin, warum ich so oft unsere derzeitige Politik anprangere und auf deren desaströse Folgen hinweise. Nun, ich habe gute Gründe dafür und viele der Folgen schlagen bei mir oftmals schon ein wenig eher auf, bevor andere es schmerzhaft spüren. Ich spreche nicht nur mit Tierschützern sondern auch mit Unternehmern. Same Story.

Dann schreibe ich über Dinge und Zukunftsszenarien, die mir anfangs niemand so recht glauben will. Das tat ich auch zu Beginn des Krieges, ich wies daraufhin, dass darüber der restliche Tierschutz in Europa crashen wird.

Es ist gerade die traurige Realität, sie ist nur nicht in den Medien zu finden.

Bei Krieg, in Katastrophenfällen und bei Geldnot sind es immer die Tiere, die als erste leiden. Dann sind die Menschen an der Reihe.

Und jetzt versuche ich weiter, zu retten, was zu retten ist.

Sie alle tun mir so unendlich leid. Die allein gelassenen Menschen genau so, wie die Tiere ❤

Aufreger

Endstation Supermarktkasse

Woran könnte es nur liegen, wenn viele junge Menschen Berufe verschmähen, die zwar einen wertvollen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten aber wenig Anerkennung finden?Nicht zuletzt auch an unseren Medien. Ein Beispiel, das ich kürzlich im „Stern“ (Rubrik Lifestyle vom 5.7.22) fand:

In diesem Artikel ging es um ein ehemaliges Model, das nun im Alter keine Aufträge mehr hat und sich den Lebensunterhalt als Kassiererin verdienen möchte.

Folgende Überschrift:

„Supermodel Marie Helvin ist so pleite, dass sie nun als Kassiererin arbeiten muss.“

Was lernen wir daraus? Nur wer pleite ist und keine andere Option hat, wird sich für diesen Job bewerben.

Zitat aus dem Artikel:

„Doch nun ist Marie Helvin am Ende. Sie will in ihre Heimat Hawaii zurückkehren, um dort in einem Supermarkt zu arbeiten.“

Was lernen wir daraus: Nur wer am Ende ist, erwägt in einem Supermarkt zu arbeiten.

Zitat aus dem Artikel:

„Der Artikel (*über Marie Helvin) in der „Daily Mail“ liest sich wie ein letzter Hilferuf, um doch noch eine Romanze zu finden, die sie vor der Endstation Supermarktkasse bewahrt.“

Was lernen wir daraus? Besser einen reichen Sponsor an Land ziehen, ehe man an der „Endstation Supermarktkasse“ landet.

Viele Kassiererinnen hatten zu diesem Artikel kommentiert, die sich in meinen Augen zu Recht diskriminiert fühlten und über die mangelnde Wertschätzung ihres Berufes gekränkt waren. Aber auch anderen fiel auf, wie herablassend über die Frauen und Männer geschrieben wurde, die ihren Lebensunterhalt an einer Supermarktkasse verdienen.

Woran könnte es nur liegen, wenn beständig mehr Fachkräfte fehlen und immer weniger junge Menschen an einem Dienstleistungsberuf oder einer Ausbildung interessiert sind?

Arroganz und mangelnde Wertschätzung unserer Gesellschaft könnte mit ein Grund dafür sein.

Es wird so viel über Diskriminierung und Respekt geschrieben, auch beim „Stern“. Ich würde vorschlagen, fangt in euren eigenen Redaktionen damit an!

Last not least:

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Kassiererinnen und Kassierer, die unser Leben an einer Supermarktkasse oder an anderen Verkaufsstellen am Laufen halten, es ein wenig einfacher und angenehmer machen. Oftmals sogar mit einem Lächeln ❤

Lasst euch bitte nicht einreden, euer Job wäre weniger wert, als andere.

Das denken nur dumme Menschen!

Tierschutz

Lunas Sternengarten Buch… Hinter den Kulissen <3

Heute war es also soweit. Heute wollte ich die Endfassung der ersten Sternengartengeschichte an das Lektorat weiterreichen. Je öfter man seine eigenen Worte liest, desto seltsamer und unpassender erscheinen sie. Man ändert immer wieder, streicht etwas weg, fügt hinzu und überlegt angestrengt, wie sich das Ganze für Leser darstellt, die noch nie von Lunas Sternengarten gehört haben.

Wie würde jemand den Namen „Faith“ lesen und aussprechen, der nicht wusste, dass das winzige Kätzchen diesen englischen Namen erhalten hatte, weil es seiner Retterin Martha den Glauben wiedergegeben hatte, den sie über all dem Tierelend kurzzeitig verloren hatte. Faith=Glaube. Irgendwie war das Ganze nicht rund und so wurde aus dem kleinen „Faith“ der kleine „Elliot“ in meiner Story. Jetzt war der Text endlich fertig und stimmig.

Was heute auch noch passierte:

Martha schrieb mir eine Nachricht. Sie hatte erfahren, dass es bald ein Buch geben würde und auf ihrem Profil etwas über den Sternengarten gepostet.

„Lunas Sternengarten ist viel mehr als nur eine schöne Geschichte, vollgepackt mit Emotionen …

Er ist ein Ticket in das Land, jenseits der Zeit, wo wir jeden Verlust annehmen können, den wir erleiden mussten…

Es ist ein Verfahren zur Wiederherstellung des Lebens, das unseren Schmerz gelindert hat, als wir es so sehr brauchten ….

Es ist ein Heilungsweg durch Weinen und Lächeln …

Lunas Sternengarten ist ein Ort, an dem all unsere Gefühle und all unsere Lieben sicher sind…

Lunas Sternengarten wird nun mit Tinte veredelt, es wird ein Buch.

Also wollte jetzt auch ich Faiths Wunde etwas Farbe geben, sie mit neuer Tinte verschönern, es war das erste, was ich tun wollte, als ich davon hörte….

Kein Schwarz mehr….

Jetzt blühen da Rosen und sie sind leuchtend rot, genau wie Lunas Sternengarten Buch, das bald blühen wird….

PS:

Danke Luna und Mama, dass unsere kleinen Sterne so hell am Himmel und in unseren Herzen bleiben…“

Martha

….

Martha hatte ihr schwarzes Tattoo zur Erinnerung an Faith mit roten Rosen verziert… sie schickte mir ein Bild davon mit. Ich war sehr berührt, ihre Zeilen zu lesen und bestaunte das neue Tattoo. Hier war etwas passiert, der Schmerz begann zu verblassen und Raum für etwas anderes zu schaffen.

Manchmal vergesse ich, wie viel meine Geschichten für manche Menschen in Trauer bedeuten, wie wichtig es ist, den Glauben zu bewahren und einen schönen Traum an die Stelle der Trauer zu legen.

Dann fiel mir ein, dass es jetzt ja gar keinen Faith mehr in der Geschichte gab sondern einen Elliot. Martha wäre sicher enttäuscht. Das ging gar nicht! Schwer verständliche Namen hin oder her. Der kleine Faith durfte nicht einfach so ersetzt werden.

Es hatte sich zu keinem Zeitpunkt wirklich gut angefühlt, … nur passend. Aber „passend“ und „stimmig“ sind manchmal die Todfeinde der Träume … 🙂 .

Es war noch nicht zu spät. Heute konnte ich den Text noch nach Belieben und ohne großen Aufwand ändern.

Aus Elliot wurde wieder Faith und ich wäre gern dabei, wenn irgendwann das Büchlein, in dem unser kleiner Faith verewigt wurde, seinen Weg zu Martha findet. Sie trug ihn lange Zeit auf ihrem Herzen, damit er leben konnte, jetzt lebt er in ihrem Herzen weiter … das langsam wieder heilt ❤

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Unterwegs in der Servicewüste Deutschland. Wie schlimm ist es wirklich?

Vorsichtig strich ich mit dem Finger über das Display meines Handys. Diesmal war wohl nichts mehr zu machen. Die Scheibe war ein Totalschaden. Fliesen und Glas sind eine ungute Kombi. Ohne eine zeitnahe Reparatur würde ich nicht mehr weit damit kommen. Konnte ja nicht soo aufwändig sein, das Teil auszutauschen. Mein Handy war zwar nicht mehr der Burner aber voll funktionsfähig. Viel zu schade, um es einfach zu verschrotten.

Im Internet wurde ich schnell fündig. Ein neues Display würde rund 200 Euro kosten. WTF!!! Kein Wunder, dass wir so viel Elektroschrott produzieren. Reparieren lohnt nicht mehr, ist auch gar nicht gewollt. Morgen wollte ich mein Glück noch einmal in einem der großen Elektronikläden in der Stadt versuchen. Vielleicht war die Abzocke in Sachen Ersatzteilen ja nur im Internet üblich.

Der Laden war riesig und ähnlich wie in jedem guten Baumarkt, fühlte sich zunächst niemand zuständig, auch nicht, als ich nach einigen Minuten Herumstehen demonstrativ Blickkontakt suchte. Schliesslich fand ich die zuständige Abteilung allein heraus.

„Ich suche ein neues Display für mein Handy, bin ich hier richtig?

Meine Spider App auf dem Glas wurde begutachtet, man tippte die Bestellnummer ein und eröffnete mir dann, dass ich etwa mit 200 Euro plus Zeitaufwand rechnen müsste. Sie hätten das Teil vorrätig, ich könnte darauf warten, wenn ich wollte.

Gut, dann eben nicht, dachte ich. Es war eigentlich sowieso längst Zeit für einen Austausch.

„Angenommen, ich würde hier jetzt ein neues Handy kaufen und angenommen ich könnte mich nicht an mein Google Passwort erinnern und vermutlich auch nicht an so manch andere Infos, die man eigentlich zum Einrichten benötigt. Könnten Sie es mir dann trotzdem einrichten und wie lange würde das dauern?“ fragte ich und schickte sicherheitshalber noch ein strahlendes Lächeln hinterher. Es wurde prompt erwidert.

„Ja, schätze das können wir. Das kriegen wir schon hin. Eine komplette Einrichtung mit Datentransfer dauert etwa 40 Minuten. Da vorn ist unser Kollege, der ist für Ihre bevorzugte Marke zuständig. Kommen Sie dann einfach mit dem neuen Handy wieder zu uns.“

Das klang gut. Ehe ich mich tagelang mit Passwörtern, Einstellungen und einer Gebrauchsanleitung herumplagen wollte, schien diese Lösung ideal. Ich machte mich auf die Suche nach dem zuständigen Verkäufer.

„Entschuldigung, könnten Sie mir vielleicht helfen? Ich habe dieses Samsung immer wieder durch den gleichen Typ ersetzt, weil ich mich nicht umgewöhnen wollte. Ich schätze, mittlerweile sind einige neue Handygenerationen ins Land gezogen. Welcher Nachfolger ist meinem alten in Funktion und Kameraleistung am ähnlichsten und preislich im Rahmen meiner Vorstellungen?“

Ich nannte die Summe und zeigte mein geschrottetes Handy vor.

„Ach, und etwas größer dürfte es auch sein. Alles andere ist mir völlig Banane. Hauptsache es tut, was es soll, der Akku hält lange und es macht schöne Bilder.“

Der Verkäufer, er war noch sehr jung, wie alle in diesem Laden, verzog keine Miene, als ich meine technisches Desinteresse offenbarte.

„Sie haben sich immer wieder das gleiche Hand gekauft, ohne Neuerungen? War ein solides Teil und nicht ganz billig damals, das gute S8. Heute gibt es da super Angebote. Das hier zum Beispiel, es kann alles, was Ihr altes Handy kann, plus bessere Kamera, plus längere Akkulaufzeit, plus größeres Display und ausserdem ist es gerade in der Aktion. Fünfzig Euro billiger.

Ich sah mir den Preis an und nickte ungläubig.

„Aber das ist ja nur unwesentlich teurer, als ein neues Display für meinen Handy Dinosaurier. Super! Nehme ich. Die Farbe ist mir egal. Wobei…Moment! Schwarz sieht denke ich besser aus, als weiss. Und wo findet der Datentransfer statt? Ich habe nur wenig Zeit.“

„Gleich um die Ecke ist die Kasse. Erst bezahlen, dann mit dem Teil nach hinten zur Reparaturwerkstatt.“

„Oh, stimmt. Da war ich schon! Vielen Dank für die tolle Beratung. Ich habe genau, was ich wollte…“

5 Minuten später reichte ich meine beiden Handys über den Tresen der Reparaturwerkstatt.

„Hier sind die wichtigsten Passwörter. Was nicht an Passwörtern auf dem Zettel steht, kenne ich leider selbst nicht. Wäre toll, wenn kein Bild verloren geht. Und was ist mit dem Whats App verlauf? Kriegen wir den sicher mit rüber? Das ist mein Arbeitsplatz, der sollte wieder vollständig sein.“

„Keine Sorge, wir kriegen das hin. Kommen Sie einfach in einer halben Stunde wieder hier vorbei, dann dürften wir schon sehen, ob es funktioniert hat.“

In dieser halben Stunde fiel mir wieder einmal auf, wie abhängig wir mittlerweile von unseren Handy sind. Wann war sie überhaupt um? Ohne Handy, keine Uhrzeit. ich suchte nach öffentlichen Uhren. Im Cafe´ wollte ich gewohnheitsmässig die Nachrichten checken und griff ins Leere. Mist!

Also beobachte ich das Treiben auf der Straße. Es gab einiges, was ich gerne fotografiert hätte. Kein Handy, keine Kamera. Nicht einmal telefonieren konnte ich, um zu fragen, ob jemand Zeit auf einen schnellen Kaffee in der Stadt hätte. Und ein fremdes Handy würde mir nicht helfen, ich wusste die Nummern nicht. Keine Einzige mehr! Ich war wirklich abhängig von diesem Teil, mehr als mir lieb war. Mein ganzes Leben steckte in diesem Minicomputer.

Ob sie sich meine privaten Fotos ansehen würden, den Browser Verlauf oder vielleicht Nachrichten lesen, während die Handys ausgetauscht werden? Ach, egal! Sollten sie denken, was sie wollten. Hauptsache ich hätte bald wieder ein Handy.

Es lag schon bereit, als ich wieder an der Reparaturwerkstatt aufschlug.

„Alle Apps, alle Konten alle Bilder sind übertragen. Sie müssen nur noch ein paar davon neu einloggen. Hat super geklappt. Viel Spass mit dem neuen Teil. Es hat sich nicht viel an der Bedienung geändert, Sie werden sicher gut zurechtkommen.“

Ich bedankte mich strahlend bei den netten Jungs im Service und probierte bereits im Hinausgehen die ersten Funktionen aus. Wow! Vielleicht hätte ich viel eher schon upgraden sollen.

Und das alte Handy würde ich behalten. Für Notfälle. Hier wird nichts weggeworfen, was noch funktioniert! Auch wenn wir förmlich dazu genötigt werden, verschwenderisch mit unseren Ressourcen umzugehen. Größer, Neuer, Schneller…Mehr! Ohne mich 😊

Ach ja, … ganz großes Kino, wie ihr mit Kunden umgeht, liebe Saturn Mitarbeiter.

Hat Spass gemacht, bei euch einzukaufen. Danke ❤

Aufreger

Blick nach vorn im Zorn…das AUS für den Verbrenner in der EU

Die EU hat nun also das endgültige AUS der Verbrenner auf unseren Straßen beschlossen, wohlwissend, dass so viel erneuerbare Energie, wie wir dann brauchen werden, gar nicht hergestellt werden kann. Jedenfalls nicht in Europa. Während die Bevölkerung auf anderen Kontinenten zahlenmässig schier explodiert und damit sämtliche Bemühungen um eine insgesamt bessere CO2 Bilanz zunichte macht, wird Europa mit einem Federstrich zurück auf Vorkriegsniveau geschossen.

Natürlich betrifft das nicht alle.

Ein Teil , diejenigen die finanziell mithalten können, werden weiterhin mobil bleiben, sich exorbitant teure Elektro Autos leisten können, ihre Autos bequem und planbar an der privaten Ladestation auftanken und weite Strecken zeitsparend im Flugzeug zurücklegen. Das Ganze sauber, hochtechnisiert und mit einem persilweissen Ökogewissen.

Alle anderen… und das sind verdammt viele, haben Pech gehabt. Sie mutieren von selbständigen Bürgern, die sich bis vor kurzem ihren Lebensunterhalt und auch ihre Mobilität selbst erwirtschaften konnten zu staatlichen Almosenempfängern, sie bangen und bitten dann um „Subventionen“, um „Erleichterungen“, damit sie weiterhin das Privileg erhalten, ihren Arbeitsplatz erreichen zu dürfen, bei Wind und Wetter, bei der Nachtschicht und auch an Feiertagen, immer dann, wenn das Lastenfahrrad und der öffentliche Nahverkehr den Transport von Kindern und Tieren, von alten Menschen und Behinderten, von schweren Einkäufen oder eiligen Erledigungen unmöglich macht.

Was diese Neuerung europaweit an immensen Einbussen, Arbeitsplätzen und Wohlstand kosten wird ist leicht auszurechnen. Was sie unter dem Strich global gesehen für das Klima bringt, daran scheiden sich die Geister. Denn neben der Bevölkerungszunahme wäre da noch die Massentierindustrie, die Ausbeutung, Vermüllung und Zerstörung der Weltmeere (neben den Wäldern der wichtigste Puffer in unserem Klimasystem) und die Zunahme der Exporte und Warentransporte quer über den Globus … kaum jemand spricht davon. Lieber hetzte man jahrelang gegen SUVs, pries Lastenfahrräder an und den (flächendeckend) nicht vorhandenen öffentlichen Nahverkehr.

Herzlichen Glückwunsch, liebe EU Politiker … jetzt ist es also vollbracht.

Der Verzicht auf bezahlbare Autos, auf Mobilität, Freiheit und Wohlstand, auf Arbeitsplätze und Planungssicherheit in der Industrie für alle EU Bürger, ist für das Klima gobal gesehen nur eine nette Geste, nicht der Rede wert… zig Millionen Menschen wird es in Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von staatlichen Almosen und Armut katapultieren.

Es gibt eine Untersuchung, wie stark die Fleisch- und Milchindustrie zur Erderwärmung beiträgt. Das Ergebnis:

Die fünf weltgrößten Fleisch- und Molkereikonzerne sind zusammen für mehr Treibhausgas-Emissionen verantwortlich als jeweils die drei größten Ölkonzerne, ExxonMobil, Shell und BP.

(Quelle: https://www.iatp.org/emissions-impossible )

Meiner Ansicht nach drehen wir gerade an der falschen Stellschraube und anderen, ungleich wichtigeren Stellschrauben schenken wir gar keine Beachtung. Stichwort weltweites Bevölkerungswachstum, Zerstörung der Weltmeere…

Stattdessen wird nun also Mobilität in der EU bald wieder unbezahlbar, mit allen unguten Begleiterscheinungen, nicht nur für Geringverdiener, Rentner und Alleinerziehende sondern für den gesamten Mittelstand. Ein neues Gesetz mit schier unvorstellbaren Konsequenzen… nicht für das Klima, wohl aber für Wirtschaft, Mobilität und Lebensqualität der Bürger in Europa…

Mich wird es nicht mehr betreffen. Ich bin jeden Tag erneut dankbar, dass ich in einer Zeit leben und arbeiten und reisen durfte, in der totalitäre und völlig planlose Klima Ideologien noch nicht salonfähig waren und mediale Gehirnwäsche den Verbrenner zum Hassobjekt mutieren liess. Ich bin überzeugt davon, dass wir auf diese Weise den Klimawandel weder aufhalten noch stoppen werden… wir aufgeblasenen Europäer dachten seit jeher, wir bringen das Heil und die Zivilisation in die Welt.

Doch die Musik spielt mittlerweile längst woanders. Dort schert man sich wenig um Klima, Umwelt und co und sieht lächelnd zu, wie wir unsere Wirtschaft, den Wohlstand und soziale Systeme vorsätzlich zerstören … und eröffnet derweil das nächste Kohlekraftwerk, die nächste XXL-Zuchtanlage, fackelt den nächsten Regenwald ab und pumpt das nächste Gewässer leer oder leitet Gifte ein…

Ich glaube an den Klimawandel und daher hätte ich mir gewünscht, wir würden uns darauf vorbereiten, unsere Infrastrukturen stärken und sichern…neue Technologien fördern und zumindest in Europa auf Massentierhaltung verzichten. Stattdessen spielen wir bald Armenhaus, machen uns beständig abhängiger und haben den bevorstehenden klimatischen Veränderungen weniger denn je entgegenzusetzen.

Nur ein Tag ohne Strom … und die Lichter gehen aus… im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein paar Tage ohne Strom… und wir sind einer humanitären Katastrophe unvorstellbaren Ausmasses ungeschützt und ungerüstet ausgeliefert.

Manchmal frage ich mich, in welcher Welt Abgeordnete leben, die solche Gesetze auf den Weg bringen und ob sie vielleicht insgeheim die Menschen in Europa hassen, genau wie Tiere… und Freude daran haben, Macht auszuüben und den Bürgern Lebensqualität zu nehmen. Denn wäre es anders, gäbe es andere Gesetze.

Jetzt wird also der Verbrenner in der EU verboten und die Massentierhaltung nach wie vor subventioniert.

Schöne neue Welt…