Tierschutz

Adventsgedanken

🎄„Warum feierst du dann überhaupt Weihnachten, wenn du nicht an die Geburt eines Erlösers glaubst?“ hat mich einmal jemand vorwurfsvoll gefragt. „Dann lass es doch einfach!“

„Weil ich das ganze Drumherum nett finde und weil der Grundgedanke von Weihnachten, von Frieden auf Erden und so, sehr ansprechend ist.“ „

Ausserdem…“, fügte ich dann noch etwas spitz hinzu … „habe ich den Eindruck, dass die meisten bibelfesten Gläubigen weitaus weniger als ich darüber nachdenken, was Weihnachten wirklich bedeutet und warum sie es feiern. Sieh dich doch einmal um…“

Das denke ich auch heute noch manchmal während ich mich auf Weihnachten vorbereite. Natürlich stehen auf der to do Liste auch Shopping Marathons, Weihnachtsfeiern und Dekorationsorgien. Aber in erster Linie versuche ich dafür zu sorgen, dass so viele Tiere, wie irgend möglich weiterhin satt werden und auf der Straße überleben können, besonders in der harten Zeit des Winters, dass ein wenig Stroh in ihren armseligen Hütten ist, oder dass sie überhaupt Hütten haben.

Ich hoffe wie jedes Jahr um diese Zeit, dass durch unsere zusätzlichen Aktionen bei Frieden für Pfoten e.V. zumindest einigen freiwilligen Helfern die größten Sorgen genommen werden können für ihre Tiere, die auf Lebenshöfen, Wildtierstationen, in Sheltern und auf Pflegestellen Unterschlupf fanden oder auf der Straße an betreuten Futterstellen versorgt werden. Es reicht nie …wie auch? Unsere Prioritäten sind auch an Weihnachten meist andere…

Während gerade viele in Weihnachtseinkäufen schwelgen und auf der zigsten Weihnachtsfeier dinieren, stapeln sich in meinem E-Mail Postfach die verzweifelten Briefe von Menschen, denen gerade der Strom abgestellt wurde, weil sie ihn nicht mehr bezahlen konnten, die ihren Straßentieren beim Sterben zusehen müssen, sie verhungern vor ihren Augen, weil es nicht für Futter und/oder einen Tierarzt reicht. Mir schreiben Menschen, die den Winter fürchten, weil bei ihnen im Land die heimatlosen Katzen und Hunde auf der Straße erfrieren und weil sie hoffen, ich könnte Adoptionen ermöglichen und auf diese Weise zumindest einige retten, die besonders Anhänglichen oder die Schwachen. Natürlich kann ich das nicht, nicht alles. Aber ein bisschen was geht immer und auf die letzten Meter des Jahres gibt unser Frieden für Pfoten e.V. Team noch einmal so richtig Gas.

Besonders um die Weihnachtszeit fällt mir die gigantische Diskrepanz zwischen dem, was religiöse Feiertage eigentlich beinhalten sollten und wie sie in den meisten Fällen tatsächlich zelebriert werden, ganz besonders auf. Weihnachten sollte mehr sein, als nur der neueste Amoreli Kalender, als die Sonderedition des neusten Smartphones, der stylische Christbaum oder das Festessen nach dem Gottesdienst.

Mir ist egal, ob wir weiße Weihnachten haben. Ich werde auch keinen Gottesdienst besuchen. Ich freue mich darauf, gemeinsame Zeit mit meinen Lieblingsmenschen zu verbringen und mit dem guten Gefühl, etwas getan zu haben, um anderen zu helfen, ein kleines bisschen mehr Glück und Licht in die Welt zu bringen … und Hoffnung.

Das Fest der Liebe und des Lichts ist ein wunderschönes Fest … Liebe und Licht sollten dabei niemals fehlen ❤

Der Geist der Weihnacht wird heute mehr denn je benötigt.

Ich wünsche euch einen wunderschönen 2. Adventssonntag ❤

Tierschutz

Das ist keine Tierliebe…das ist Tierquälerei! Warum ich mit vielen Tierfreunden aneinander gerate…

Wie erklär ich´s meinem Kinde?

Was ist so ziemlich die schlimmste Strafe, die wir für einen Menschen vorgesehen haben, der ein Verbrechen beging oder eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt? Richtig! Wir sperren in weg. Verschärft wird diese Strafe manchmal noch durch Einzelhaft und /oder lebenslänglich. Ein ganzes Leben ohne Freiheit, hinter Gittern und vielleicht noch allein. Wie kann es sein, dass unzählige Menschen ihre Haustiere zu dieser harten Strafe verdammen und das Ganze dann noch als „Tierliebe“ betrachten. Dummheit? Rücksichtslosigkeit? Tradition?

Ich schreibe hier nicht über Tiere, die aus dem Tierheim übernommen wurden, über die Ratten, Mäuse, Vögel, Schlangen, Kaninchen, Schildkröten und Bartagamen, deren Leben in Gefangenschaft leider bereits von anderen vorprogrammiert wurde. Nein, ich schreibe über das Millionenheer von „Tierfreunden“ die im Grunde für ihre Lieblinge das gleiche Schicksal vorgesehen haben, wie für die armen Wesen in der Massentierhaltung. Einzig mit mehr Platz und im günstigsten Fall mit besserer Versorgung. Ich schreibe über all die, die ein Tier vom Züchter kaufen oder bestellen, im Zoohandel erwerben, weil sie Spass daran haben, ein wehrloses Wesen gefangen zu halten. Zur eigenen Belustigung. Für mich sind das keine Tierfreunde!

Möchte sich ernsthaft jemand einreden, dass das schönste Terrarium, der größte Käfig auch nur annähernd das wäre, was sich ein Tier wünschen würde? Macht man sich niemals Gedanken darüber, wie das „wahre“ Leben für dieses Lebewesen aussehen würde? Wie es aussehen müsste? Ein Vogel ist zum Fliegen geboren, viele von ihnen leben in großen Schwärmen, millionenfach sitzt Hansi traurig vor einem Spiegel oder vor einem Plastikkameraden, manchmal hängt er auch nur einsam in seinem Käfig auf einem Balkon. Von dort kann er dann anderen Vögeln beim Fliegen zusehen. Wer Ratten, Mäuse oder Kaninchen oder auch Schildkröten in Freiheit beobachtet, der weiss, wie gerne sie sich bewegen, wie neugierig sie sind und wie sozial.

Ähnlich wie die erbarmungswürdigen Hühner in der Käfighaltung der Tierfabriken, sitzen sie nun auf den zugeteilten Quadratzentimetern, eventuell mit dem Luxus eines Laufrades oder ein paar Minuten am Tag, in denen sie ihr Gefängnis unter strenger Aufsicht verlassen dürfen. Soziale Kontakte, die auch bei Tieren so unendlich wichtig sind? Fehlanzeige! Ernsthaft? Das soll Tierliebe sein?

Ganz gleich, ob Exoten in Terrarien ihrer Freiheit beraubt werden, ob Kleintiere, Vögel in Käfigen oder Hunde in Zwingerhaltung. Warum glauben Tierfreunde, ein Gefängnis auf Lebenszeit, selbst wenn es nett ausgestaltet wird, wäre Ausdruck von Liebe? Für mich ist Käfig- und Kettenhaltung, ob im eigenen Zuhause oder in der Tierausbeutungsindustrie genau das Gegenteil davon. Es ist einzig ein Ausdruck von menschlichem Egoismus, von Dummheit und Grausamkeit.

Überlegt euch bitte gut, ob ihr einem Tier das antun möchtet. Auch nicht aus eigener Einsamkeit heraus und auch nicht zur Belustigung eurer Kinder. Bringt ihnen lieber bei, andere Lebewesen zu respektieren und den Wert von Freiheit zu schätzen!

Bis alle Käfige leer sind. Alles andere ist nicht Tierliebe sondern Tierquälerei!

Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Denkt euch selbst in eine kleine Zelle. Allein oder zu zweit. Lebenslänglich … Keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit, kein Platz zum Laufen, Springen, Tanzen und niemals ein Spaziergang im Freien. Das Essen und Trinken wird zugeteilt. Wenn es dumm läuft, nicht einmal regelmäßig und niemals annähernd das, was ihr gerne essen würdet. Damit sollte alles beantwortet sein.

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Wo warst du, als die Igel starben?

Wo warst du, als überall zu lesen war, wie sie immer weniger werden, weil wir ihnen den Lebensraum stehlen, weil aufgeräumte, leergefegte und zugepflasterte Gärten, Insektizide, Pestizide und andere Gifte ihnen die Nahrungsquellen zerstören und es kaum noch Unterschlupfmöglichkeiten für sie gibt, wo sie in Ruhe überwintern können.

Wo warst du, als man dir erklärte, dass die großflächigen Monokulturen der modernen Landwirtschaft nichts mehr bieten, wovon sich ein Igel ernähren könnte, denn neben Würmern ernährt er sich hauptsächlich von Insekten, die dort auch keine Überlebenschance mehr haben.

Wo warst du, als überall zu lesen war, dass es längst nicht mehr nur die Straßen sind, auf denen Igel den Tod finden sondern dass Verletzungen und Tod mittlerweile überall lauern, auf der grünen Wiese, unter Hecken bis in den letzten Winkel des Gartens, wenn Mähroboter und andere Gartengeräte gnadenlos Beinchen absäbeln, Gesichter aufschlitzen und Leben auslöschen.

Und wo warst du, als die Wildtierstationen verzweifelt auf die Not der Igel aufmerksam machten, auf das große Sterben, das sich gerade überall abspielt, als sie um Hilfe baten, weil sie erschöpft waren, weil sie aus eigenen Mitteln nicht mehr finanzieren und stemmen konnten, was ihnen jeden Tag vor die Tür gelegt wurde. Unterernährte, verletzte, verwurmte, von Maden angefressene, kranke und sterbende Igel.

Wo warst du, als die Igel leise starben und schließlich ganz verschwanden?

War es dir egal?

Wie sah es in deinem Garten aus?

Was hast du getan?

Hast du die Wildtierstationen unterstützt?

Man sagt, die meisten Menschen lieben Igel. Die Realität sieht leider anders aus.

Wir tun gerade alles, um sie endgültig auszulöschen.

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Welttierschutztag … ein Trauertag!

Heute ist Welttierschutztag. Wie es mit dem Tierschutz weltweit aussieht, gibt wenig Grund zum feiern her. Eher zum schämen.

Auch heute noch, werden Delfine abgeschlachtet, auch in Europa, obwohl man längst weiß, wie herausragend intelligent und sozial diese Meeresbewohner sind. Der Große Tümmler ist, abgesehen von menschlichen Säugetieren, das einzige Lebewesen, von dem man sicher weiß, dass es sich selbst einen Namen gibt und andere Mitglieder seiner Sozialgemeinschaft mit deren Namen „anspricht.

Auch heute noch brüht man Schweine lebendig zu Tode, weil man ihnen nicht einmal eine ordentliche Betäubung vor dem Schlachten zugesteht. Auch in Europa und ebenfalls hochintelligente Säugetiere, weitaus intelligenter als Hunde oder Katzen.

Auch heute noch sind Pelze en vogue und überall an Kapuzen und Mänteln und Mützen zu sehen. Weil den Käufern das unsägliche Leid dahinter schlicht und ergreifend gleichgültig ist. Auch heute noch gibt es Millionen und Abermillionen hungrige und kranke und misshandelte Straßentiere, die sich beständig vermehren und deren schreckliches Leiden inmitten der Städte, vor aller Augen passiert. In Europa…

Auch heute noch werden Tauben missbraucht, ausgesetzt, verachtet, sie werden in den Städten vorsätzlich ausgehungert und ihr Leid in den Wettflügen zum „Sport“ deklariert. Genau wie das Leid der Pferde zum Sport deklariert wird, die auf Leistung gedrillt und eingeschüchtert bis zur völligen Erschöpfung rennen oder springen oder Kunststücke zeigen müssen.

Auch heute noch überbieten sich sogenannte Journalisten darin, für die Auflage Angst und Ekel vor bestimmten Tieren zu schüren, nicht zuletzt auch vor Wespen, Spinnen oder Ratten, anstatt darüber zu berichten, wie harmlos sie sind und wie nützlich für das Ökosystem.

Der Welttierschutztag müsste 365 Tage dauern, damit die Zeit ausreicht, um aufzulisten, wo es allein bei uns vor der Haustüre noch im Tierschutz krankt, welche Tiere gequält, ausgebeutet, ausgerottet, vergessen oder misshandelt werden.

Tierquälerei, Tiermord und Tierausbeutung sind fester Bestandteil unserer ach so woken Gesellschaft, die sich stets nur um den eigenen, menschlichen Nabel, um menschliche Befindlichkeiten dreht.

Wem also sollte man zu diesem Tag gratulieren? Für mich ist es ein Trauertag.

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Wer Katzen liebt, der wünscht sich weniger von ihnen…

Gestern war Welttag der Katze. Manchmal wäre es mir lieber, Katzen wären nicht ganz so beliebt, wenn sie nicht weltweit gezüchtet würden, um dann als „Deko“ ein tristes Dasein in Wohnungen führen zu müssen, die Lichtjahre von dem entfernt sind, was eine Katze zum Glücklichsein benötigt. In den USA nach wie vor oftmals sogar mit operativ entfernten Krallen, um die Einrichtung zu schonen.

Manchmal wäre es mir lieber, Katzen wären nicht so niedlich als Kitten. Dann würden sie nicht so oft als Spielzeug angeschafft und dann wieder auf die Straße gesetzt, sobald sie erwachsen und „langweilig“ sind. Ein Teil der heimatlosen Straßentiere rund um den Erdball sind gezüchtete Rassekatzen und ihre Nachkommen. Entsorgte Spielzeuge und Statussymbole, die sich recht und schlecht durchschlagen und munter weiter vermehren. Als ob wir nicht bereits genug armselige Gestalten auf den Straßen sitzen haben….

Manchmal wäre es mir lieber, Katzen wären nicht ganz so gebärfreudig, nicht ganz so widerstandsfähig, wenn es weniger von ihnen gäbe.

Die Katze, das unbekannte Wesen.

Man glaubt, sie kämen alleine klar, sie würden Einsamkeit und Frustration im Haus genauso gut ertragen, wie den Hunger und die Kämpfe auf der Straße. Man glaubt, sie wären Einzelgänger, hätten 7 Leben, sie bräuchten weder viel Platz noch Gesellschaft, sie fallen immer wieder auf die Füße und würden sich nicht so innig binden, wie zum Beispiel Hunde… was für ein Unsinn…

Manchmal wünschte ich, Katze wären nicht darauf geprägt, Schmerz und Leid zu verbergen. Man muss sehr genau hinsehen, um mitzubekommen, wenn eine Katze leidet. Sobald man es deutlich sieht, dann sind Schmerz oder Leid bereits massiv. Viele Katzen leiden, aus vielen unterschiedlichen Gründen. Wir bemerken es nur meist nicht.

Ja, sie werden geliebt. Weltweit. Aber „Liebe“ ist nicht genug. Mit ihrer Beliebtheit nimmt auch das Leid der Katzen weltweit zu. Wer Katzen wirklich liebt, der wünscht sich, dass es weniger von ihnen gäbe.

Nicht jeder Katzenversteher versteht seine Katze und deren Bedürfnisse…manchmal sind wir schwer von Begriff, was unsere Samtpfötchen angeht. Das meint auch Mr. Darcy gerade, der seit 15 Minuten versucht, mich vom Computer Richtung Küche zu lotsen. Pssst … ich habe sehr wohl verstanden, was er von mir wollte, aber wie soll ich ihm vermitteln, dass er schlicht und ergreifend viel zu viel wiegt und wir ein paar Mahlzeiten pro Tag streichen müssen,… er ist so schnell gekränkt, wenn es um sein Gewicht geht ❤

Bettina Marie Schneider- Gutes Karma to go

Aufreger, Tierschutz

Ich bin raus aus allen Gartengruppen …

Ich bin raus aus all den wunderschönen Gartengruppen, wo Blumenliebhaber stolz ihre Gärten präsentieren und wo man jede Menge über Pflanzen und deren Pflege lernt. Ich bin raus, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, bei jedem zweiten Beitrag über die Grausamkeit und Dummheit der Menschen zu stolpern. Ich weiß, wenn ich es nicht lese, ist sie trotzdem da … die Grausamkeit…aber ständig daran erinnert zu werden, wie arm und limitiert das Seelenleben mancher Zeitgenossen ist … das hebt nicht unbedingt die Stimmung, da mache ich mich doch lieber wieder bei Google schlau, wenn meine Hortensien die Blätter hängen lassen…

Nie vorher war mir bewusst, wie viele „Naturliebhaber“ es gibt, die nur ausgewählte Teile der Natur lieben. Der Rest wird grausam vergiftet, mit kochendem Wasser oder Salz überschüttet, manche zerschneiden die verhassten Nacktschnecken sogar und scheinen Befriedigung dabei zu empfinden. Von den Katzenhassern, die stolz darüber berichten, welche Tiere bereits alles in ihrem Gartenpool ertrunken sind und wie man Katzen sonst noch quälen könnte, damit sie dem eigenen, heiligen Garten fern bleiben … darüber möchte ich mich gar nicht auslassen. Widerlich, einfach nur widerlich!

Nacktschnecken sind gerade in Unmengen unterwegs … und ganz ehrlich …ich mag sie auch nicht! Ich mag es nicht, wie sie alles kurz und klein futtern, was ich mühsam angepflanzt habe. Ich grusel mich ein bisschen, wenn sich ihr klebriger Schleim auf meinen Fingern anheftet und ich ziehe ebenfalls alle Register, damit ihnen der Weg zum Buffet möglichst erschwert wird. Ansonsten sammle ich ab…jeden Tag…und jeden Abend. Es hilft tatsächlich.

Nie würde es mir in den Sinn kommen, ein wehrloses und empfindsames Lebewesen mit der Schere in zwei Teile zu schneiden, mit Salz zu überschütten, … in eine Falle aus Bier zu locken, damit sie ertrinken. Mein Leben hängt nicht davon ab, ob die Hortensien jetzt gelocht sind oder makellos dastehen, sogar meine Kürbispflanzen hat es erwischt. So what? Mache ich eben auf dem Balkon einen neuen Versuch, ehe ich das tue, was offensichtlich so vielen anderen überhaupt keine Probleme bereitet… töten…je mehr, desto besser…

Wie soll das mit der Liebe und der Verbindung zur Natur jemals funktionieren, wenn Respekt und Achtung vor dem Leben fehlen, wenn manche nur Spott übrig haben, für diejenigen, die daran erinnern, dass die Natur und auch unser Garten für alle da ist … denn auch wir haben dieses Stückchen Erde nur als Leihgabe von Mutter Natur.

Was uns von allen anderen Mitgeschöpfen unterscheidet, ist die Gabe, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich habe mich für das Leben entschieden. Auch wenn es ein Schneckenleben ist…oder eine Ameise…

In meinem tiefsten Inneren bin ich ganz sicher, dass Töten immer etwas ungutes mit der Seele und dem Charakter macht…sei es eine Ameise, eine Schnecke, ein Igel oder nur ein Wurm…

Nein, all die hübschen Blumenbilder und eindrucksvoll angelegten Gärten in den einschlägigen Gruppen machen für mich nicht wett, dass beständig Anleitungen zum besseren Töten gepostet werden. Völlig normal … ich weiß. Darf ich es trotzdem abstoßend finden?

Manche Menschen finde ich widerlich. Widerlicher als so manche schleimige Nacktschnecke…

(c) Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

So sehen Sieger aus <3

Ganz ehrlich? All die echte und gespielte Empörung, der ganze Fussballhype geht mir komplett am Allerwertesten vorbei. In dieser Woche spiele ich mit meinem wunderbaren Team von Frieden für Pfoten e.V. in einer ganz anderen sportlichen Disziplin das Endspiel um den Siegerpokal. Dieser Pokal ist gefüllt mit Hoffnung, Kraft und Liebe … Wir reichen ihn weiter an alle, die gerade jetzt so dringend darauf angewiesen sind.

Ja, heute fühlen wir uns alle als glückliche, dankbare Sieger im Kampf gegen Elend und Tod, Hunger und Resignation.

We did it!!! … mit eurer Hilfe, … ihr habt durch eure Spenden das entscheidenden Match dieses Sommers für uns gewonnen…Heute geht die Verteilung der VETO-Tierschutz Sommeraktion los!

Der erste große Schlepper vollbeladen mit Hunde- und Katzenfutter ist in Athen angekommen, wurde unter den strengen Augen von Dioniosos (Thank you, dear Dion, master of logistics ❤ ) nach unseren Vorgaben aufgeteilt und auf kleinere Laster umverladen, die auch die engen Gebirgsstraßen zu Triantafyllias und Eris Shelter bewältigen. Ein Teil füllte die SCARS Bestände in Athen auf , ein kleiner Teil geht an Einzelkämpfer, wie Theodoros und der Löwenanteil schaukelt gerade auf der Fähre nach Ägina zu den Tieren der Vrouva Farm.

Dort steht die Welt Kopf. Dort gab es noch niemals vorher solchen Futtersegen, dort kann Alexia ihr Glück immer noch nicht fassen und was sie schreibt, bringt uns alle zum Strahlen … wie Sieger ❤

„Oh mein Gott … das ist alles so aufregend! Ich habe unserem Team erzählt, dass morgen Futter kommt. Ich sagte, dass sehr viel Futter kommt. Was schätzt ihr?:

„75kg?“, fragte Daphne

Ich sagte: „Mehr!“

„10 Säcke!“ schätzte Jejos

Ich sagte: „Viel mehr!“

„500kg?“ schlug Sandy ungläubig vor.

Jetzt weinte ich ein bisschen und sagte: „Unglaublich viel mehr!

„Alle haben gelacht und waren sehr berührt.

„Eine Palette!“ meldete sich Marina zu Wort und war sich ihrer Sache ganz sicher!

„Dreizehn Paletten“ sagte ich …und alle erstarrten. Es herrschte Stille.

Ich habe ihre ungläubigen Reaktionen gesehen. Das ist für uns einfach unglaublich. Ein Märchen! Endlich sichere Futtervorräte! Was für eine Erleichterung! Jetzt wird etwas Geld für andere wichtige Dinge übrig bleiben. Für Bluttests, Sägespäne für die Pferde, wir können Bäume pflanzen, für schattige Plätzchen, regelmäßige Tierarztbesuche….Das Vrouva-Team träumt schon so lange von vielen Dingen. Bis heute waren sie unerreichbar…Aber jetzt konzentriere ich mich auf die Lieferung und Lagerung der wunderbaren Fracht. Dann fange ich auch an zu träumen. Vielen, vielen Dank!😊❤️💕🙏🙏🙏🙏❤️Alexia“

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Ja, ihr Lieben, heute … für einen Tag, fühlen wir uns alle als Sieger … eine dicke Umarmung und ein herzliches Dankeschön ❤

Eure Bettina Marie

(C) Bildrechte Vrouva Farm … Futterstellen auf der Straße

Tierschutz

Mein Name ist Zorn … eine neue Geschichte aus Lunas Sternengarten <3

Den nächsten Tritt würde er nicht mehr überleben. Panisch sah er sich um. Sein Gefängnis bot wenig Fluchtmöglichkeiten. Auch das Bett war kein sicherer Ort. Nicht für ihn. Nicht, wenn der Mensch, dessen Launen und Misshandlungen er auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, wieder einen schlechten Tag hatte. Das Bett war gewiss kein sicherer Ort, er würde ihn dort wie bei seinem letzten Fluchtversuch brutal am Schwanz packen, hervorziehen und die Bestrafung würde noch grausamer ausfallen. Trotzdem kroch er mit letzter Kraft unter das staubige Eisengestänge. Es war der einzige Schutz, den er hatte. Die gebrochenen Rippen schmerzten, eine klebrige Flüssigkeit sickerte aus dem zerstörten Auge und verdunkelte seine Sicht. Es roch nach Blut. Diesmal hatte jeder Tritt gesessen. Diesmal war er zu langsam gewesen. Er wusste nie, wofür man ihn bestrafte, er wusste nur, dass er von der einen Hölle in die andere gewechselt war und dass er dieser Hölle entkommen wollte. Die Straße war eindeutig besser, Hunger und Durst waren nicht annährend so quälend, wie die beständige Angst vor neuen Misshandlungen. Aber wie sollte er es anstellen? Niemand hörte ihn, wenn er kläglich miaute, niemand kam ihm zu Hilfe, wenn der Mensch wieder einmal beschlossen hatte, ihm weh zu tun. Panisch vor Angst lauschte er den schweren Fusstritten, die sich erst von ihm entfernten und dann wieder lauter wurden, sie schienen ganz nah, direkt vor seinem Versteck. Er wagte kaum, zu atmen. „Bitte tu mir nichts, bitte hör auf damit, ich habe nichts verbrochen … warum tust du mir weh?“

Der hölzerne Besenstiel traf ihn mit ungebremster Wucht in den Bauch. Er konnte nicht nur spüren sondern auch hören, wie etwas in seinem Inneren zerriss. Dann hörte er nichts mehr. Es wurde still und dunkel … und mit dem letzten Licht verschwanden auch die schrecklichen Schmerzen…und die Angst. Er verlor sie, auf seiner weiten Reise durch Raum und Zeit. Angst und Schmerz lösten sich in einer gewaltigen Wolke Sternenstaub auf, sie wurden blasser und kraftloser, bis sie vollständig verschwunden waren. Sein Zorn über das Unrecht und den Schmerz, sein Zorn auf die Menschen im Allgemeinen und besonders auf seinen Peiniger, der verschwand nicht. Er brachte ihn mit in den Sternengarten.

🌠
Luna

Luna pflückte geschickt mit den Krallenspitzen die Köpfe der Gänseblümchen von der Blumenwiese und reichte sie Miss Marple.

„Gefällt es dir hier? Diese Wiese gehört jetzt dir, ich habe gehört, du magst Gänseblümchen aber falls du dir etwas anderes wünscht, sag es ruhig. Du bist die erste Schildkröte in meinem Teil des Sternengartens und wir freuen uns alle, dass du hierher gefunden hast. Wenn dir nach Schildkrötengesellschaft ist, weiss Lilly sicher, wo du noch gepanzerte Freunde findest. Sie kennt alle und alles im Sternengarten, sicher hast du sie schon getroffen. Sie hat einen weißen Pelz, so wie ich, sie ist schrecklich nett … und schrecklich vergesslich.“

Miss Marple nickte kurz, verspeiste in Seelenruhe die angebotenen Gänseblümchen und erst eine ganze Weile später, nachdem sie alles aufgegessen hatte, erhielt Luna ihre Antwort.

„Da wo ich herkomme, bei meinem Menschen, da gab es auch Katzen. Irgendwie fühle ich mich sehr wohl und aufgehoben, in kätzischer Gesellschaft, vielleicht bin ich deshalb bei euch gelandet. Aber Lilly soll sich gerne umhören, vielleicht findet sie heraus, wo meine alte Freundin Cassiopeia abgeblieben ist. Sie wollte nur im Nachbargarten etwas Salat für uns organisieren. Das ist schon sehr, sehr lange her, selbst wenn man nicht in Katzen- sondern in Schildkrötenzeit rechnet. Ich habe mich immer gefragt, was aus ihr wurde…“

Luna wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sie die dunklen Wolken bemerkte, die scheinbar aus dem Nichts plötzlich über ihnen aufgetaucht waren. Seltsam! Für das Wetter im Sternengarten zeichnete allein sie verantwortlich und für heute hatte sie Sonnenschein, milde Frühlingstemperaturen und einen Sonnenuntergang in zartlila geplant. Wo zum Teufel kamen jetzt diese dunklen Wolken her, sie waren fast schon schwarz. Ein eisiger Wind fegte über die Wiese, die Temperatur war in wenigen Sekunden um ein paar Grad gesunken und dann brach die Hölle los. Es hagelte dicke, schwarze Hagelkörner, die alles zerschmetterten, was Luna an diesem Morgen für Miss Marple gezaubert hatte.

Die alte Schildkröte hatte in ihrem Leben bereits viele Abenteuer überstanden. Als die ersten dicken Hagelkörner neben ihr aufschlugen, blieb sie die Ruhe selbst, zog sich nur in ihren Panzer zurück und rief Luna zu:

„Lauf schnell, such dir einen sicheren Unterstand, ehe dich die Hagelkörner erwischen. Mir passiert hier schon nichts. Ich trage meinen Sicherheitsbunker immer mit mir! Ist das Wetter im Sternengarten immer so unangenehm wechselhaft?…“

Luna überlegte kurz, ob sie es wagen könnte, Miss Marple allein zurückzulassen, mitten in Sturm und Hagel. Aber dann lief sie trotzdem los, so schnell sie irgend konnte. Was zum Teufel wurde hier gespielt? Wer wagte es, in ihrem Sternengarten mit ihrem Wetter zu spielen? Wer hatte Sturm und schwarze Hagelkörner gezaubert? Das wollte sie jetzt sofort herausfinden … und dann gnade ihm Bastet …

Vor Nässe triefend und mit ein paar blauen Flecken auf dem Näschen, die von den Hagelkörnern stammten, erreichte sie den großen Festsaal.

„Valerion, Iron, Enzo, Leo… wo seid ihr? Ich brauche euch! Wir haben ein Problem! …

Der gelbe Schmetterling drehte ein paar übermütige Pirouetten in der Luft, ehe er sich wieder auf Faiths Nase niederließ. Der kleine Kater schnurrte vor Vergnügen, was für ein schönes Spiel! In diesem Teil des Sternengartens war er noch nie unterwegs gewesen, dabei gab es so viele interessante Dinge zu entdecken, sogar einen neuen Freund hatte er gefunden. Das musst er unbedingt Krümelchen erzählen, sobald er wieder zurück war. Sie sah es nicht gerne, wenn er alleine loszog, um Abenteuer zu erleben. Aber er war schließlich schon groß, fast erwachsen … und was sollte ihm schon im Sternengaren passieren?

Am Horizont leuchtete ein bunter Regenbogen, zum Greifen nah, den wollte er sich gerne noch einmal genauer ansehen. Dieses Farbenspiel kannte er bisher noch nicht, an einem Ende war der Regenbogen sogar schwarz! Luna hatte ihm einmal erzählt, dass am Ende des Regenbogens immer ein kleines Wunder wartet. Faith pustete seinen neuen Freund vorsichtig von der Nasenspitze und machte sich neugierig auf den Weg .

Argwöhnisch kniff er die Augen zusammen. Sie funktionierten wieder, wie in besten Zeiten! Alles an ihm funktionierte wieder, seit er diese Zuflucht gefunden hatte. Es schien friedlich und sicher, wo er nun war, keine Menschen, keine Hunde, nicht einmal feindliche Katzen hatte er bisher entdeckt. Er litt weder Hunger noch Schmerzen. Trotzdem musste man auf der Hut sein! Manchmal entpuppte sich eine Zuflucht als Falle. Manchmal wird Vertrauen bestraft! Diesen Fehler wollte er nie wieder machen! Der Sternenstaub, den er gerade mit seinen Pfoten aufgewirbelt hatte, sank zurück auf den Boden. Angestrengt versuchte er zu erkennen, wer oder was sich gerade näherte. Es sah aus wie eine Katze. Nicht besonders groß, nicht besonders bedrohlich. Trotzdem stellte er sicherheitshalber die Nackenhaare auf, legte die Ohren an und peitschte warnend mit dem Schwanz. „Bleib weg, sonst wirst du es bereuen!“

Faith hatte eine gute Erziehung im Sternengarten genossen. Luna und Krümelchen wachten streng darüber, dass jeder Neuankömmlingen gegenüber, stets freundlich und hilfsbereit war. Sie sollten stolz auf ihn sein! Entschlossen näherte er sich dem neuen Sternengartenbewohner, der am Ende des Regenbogens sass und ihn aus schmalen, gelben Augen wütend anfunkelte.

„Guten Tag, Herr Katze. Ich heiße Faith. Du bist neu hier, richtig? Wie heißt du? Hast du diesen tollen Regenbogen gezaubert? Wie hast du das gemacht?“

„Ganz schön viele Fragen, Kleiner… Neugier ist der Katze Tod, merk dir das!“

Als er sah, dass Faith ängstlich die Ohren anlegte und vorsichtig den Rückzug antreten wollte, fügte er noch etwas versöhnlicher hinzu:

„Ja, ich bin neu hier, wo immer wir hier auch sind! Ich habe nichts gezaubert! Ich wollte mir ein Lager bauen und sobald ich in der Erde scharre, tut dieser seltsame Staub seltsame Dinge. Er scheint das Wetter irgendwie zu beeinflussen. Vorhin hat es sogar gehagelt. Hast du das mitbekommen? Der verdammte Regenbogen hat auch mit dem Staub zu tun. Plötzlich war er da!“

Dieser Neue Sternengartenbewohner war Faith nicht ganz geheuer. Seine feinen Antennen für Gefühle und Stimmungen funkten Alarm. Hier war jemand schrecklich wütend und schrecklich traurig. „Hinter dem Zorn versteckt sich immer die Trauer… du musst sie finden und trösten, erst dann besiegst du den Zorn!“ . Das hatte Luna ihm in ihren nächtlichen Unterrichtsstunden am Rande des Sternengartens beigebracht. Wenn sie recht hatte, dann war hier jemand nicht nur unendlich zornig sondern auch schrecklich traurig.

„Wie heißt du?“, fragte er noch einmal und unterstrich die Frage mit seinem freundlichsten Schnurren.

„Mein Name? Ich brauche keinen! Namen sind Schall und Rauch und der Name, den sie mir gegeben haben, der war eine einzige Lüge, er hat mir kein Glück gebracht… Ich war „Lucky“…, er spuckte diesen Namen fast verächtlich aus. Vergiss das gleich wieder! Du willst wissen wie ich heiße? Ich bin Zorn! mein Name ist Zorn! Und wenn du mir nicht erklären kannst, wie dieser Staub hier funktioniert, dann verschwinde wieder! …

Iron tat sein Bestes, um die Stimmung in der großen Festhalle wieder etwas zu beruhigen. Während er geschickt die großen Platten mit Leckereien an die Tafel balancierte, wich er den dunklen Pfützen aus, die sich überall ausbreiteten. Fast jeder hatte etwas von dem schwarzen Hagelschauer abbekommen. Fast jeder war pudelnass und etwas verwirrt zum Essen erschienen. Niemand konnte sich erklären, warum das Wetter im Sternengarten plötzlich verrückt spielte. Die wildesten Theorien wurden diskutiert.

Leo schnappte sich ein großes Stück Sternenstaubkeule von Irons Platten und sah fragend in die Runde.

„Wenn du es nicht warst, Luna und auch nicht Lilly dann muss jemand in unserem Sternengarten angekommen sein, der ebenfalls Magie beherrscht. Ich übe jetzt schon soo lange, und bis heute schaffe ich ohne deine Hilfe gerade einmal ein paar lahme Schäfchenwölkchen aus dem Sternenstaub zu locken. Wie kann es sein, dass jemand ganz neu ist und all das fertig bringt, was wir heute gesehen haben?

„Leo hat Recht, das ist wirklich seltsam!“ Ballerina schüttelte ein paar Wassertropfen aus ihrem Schweif und schlug vor:

„Wollen wir Suchtrupps bilden, und uns in alle Himmelsrichtungen umsehen? Darling und Valerion, Csipi und Giacomo, Tom und Fiete, Lilly und ich …? Wer ist dabei? Lasst uns einen Ausflug machen! Irgendwie müssen wir herausfinden, wer hier unbefugt mit dem Sternenstaub zaubert, wer weiss, was diesem Neuen als nächstes einfällt, ein Sternengartenbeben vielleicht? Und wo ist eigentlich Lilly abgeblieben, ich habe sie seit gestern nirgends gesehen, weiss irgendwer, was sie gerade wieder vor hat?“ Ballerina sah sich suchend nach ihrer Katzenfreundin um.

Ehe ihr jemand antworten konnte, meldete sich Valerion zu Wort.

„Ich glaube, ich weiß, nach wem wir suchen müssen! Da war jemand, der in großen Schwierigkeiten steckte. Ich habe ihn zufällig entdeckt, als ich meine abendliche Patrouille am Ausguck absolvierte.“

Valerion zögerte kurz, man konnte ihm deutlich ansehen, wie unangenehm ihm diese Erinnerung war.

„Ich musste hilflos mit ansehen, was man ihm angetan hat… er erinnerte mich an meine schrecklichsten Zeiten auf der Erde… es war schrecklich. Er wurde gefoltert. Ich konnte ihm nicht helfen… es war bereits zu spät. Aber ich habe ihm den Weg zum Sternengarten gezeigt. „

„Und wie kommst du darauf, dass das unser Kandidat ist?“, fragte Leo.

„Viele Sternengartenbewohner haben schreckliche Erfahrungen auf der Erde durchleben müssen, aber niemand wirft deshalb mit schwarzen Hagelkörnern um sich.“

„Weil ich noch niemals zuvor eine so zornige Katze gesehen habe. Er war so gefangen in seinem Schmerz und seiner Wut, dass ich keinen Zugang zu ihm fand. Ich wollte warten, bis der Sternengarten seine Seele etwas heilt, ehe ich ihn in unserer Runde vorstelle. Aber dann war er plötzlich verschwunden… ich hätte euch das schon viel eher erzählen sollen…“

Einen Moment lang war es still. Niemand wusste etwas zu sagen, niemand wollte Valerion kränken oder tadeln, der besser als alle anderen wusste, was es bedeutet, misshandelt und gequält zu werden. Bis heute sprach er nicht gerne über seine Zeit auf der Straße.

Das fröhliche „plitsch-platsch“ Geräusch einer Katze, die übermütig durch die Pfützen des Festsaals sprang, war eine willkommene Unterbrechung.

„Hallo Faith! Wo warst du so lange, du hast fast das Essen verpasst. Bist du auch nass geworden, hat der Hagel dir Angst gemacht?“

Krümelchen rückte beiseite und machte Platz für ihren kleinen Schützling, der sofort lossprudelte:

„Ich war auf Entdeckungsreise! Da war ein Schmetterling, der ist jetzt mein Freund und da war noch jemand, der ist jetzt auch mein Freund. Ich hoffe jedenfalls, dass er mein Freund ist. Er ist ein wenig seltsam und erst hat er mir Angst gemacht. Aber ich habe ihn freundlich begrüßt, so wie du es mir beigebracht hast und dann habe ich ihm alles über den Sternengarten erzählt. Er wollte alles genau wissen, wer hier wohnt und was wir machen und wie das mit dem Sternenstaub und den Träumen funktioniert, die wir unseren Menschen auf die Erde senden…das wollte er gleich üben…

Luna spuckte die Maus-a-chocolate, die sie sich gerade in den Mund schieben wollte, wieder zurück auf ihren Teller und unterbrach Faiths begeisterten Bericht.

„Du hast was?!! Du hast einem wütenden Fremden gezeigt, wie man Träume auf die Erde schickt? Weisst du nicht, was dieses Wissen in falschen Hände anrichten kann?“

Faiths Augen füllten sich mit Tränen. Luna machte ihm immer ein wenig Angst. Krümelchen legte tröstend eine Pfote auf seine Schulter.

„Nicht weinen, mein Kleiner, du hast nichts falsch gemacht! Wir haben hier nur ein kleines Problem, das wir lösen müssen. Dein neuer Freund spielt mit der Magie des Sternengartens obwohl er das nicht darf, verstehst du? „

Luna peitschte mit dem Schwanz und ignorierte Krümelchens vorwurfsvolle Blicke.

„Dann würde ich vorschlagen, ich statte diesem neuen Gast einen Besuch ab, ehe er damit beginnt, Träume auf die Erde zu senden. Wer möchte mich begleiten?..“

Während man in der großen Festhalle noch lebhaft darüber diskutierte, wer auf dieser Mission dabei sein sollte, …jeder wollte gerne dabei sein …., sass Lilly auf ihrem Lieblingsbaum, am Rande des Sternengartens und beobachtete interessiert, wie sich jemand abmühte, einen Traum in den Sternenstaub zu fügen und dann Richtung Erde zu senden. Es glitzerte und knallte, es funkelte und zischte, wie bei einem Feuerwerk. Aber am Ende sank der Staub jedes mal wieder zu Boden und der getigerte Kater mit den gelben Augen wurde mit jedem missglückten Versuch wütender. Lilly kicherte amüsiert.

„Nicht schlecht, …für ein Feuerwerk. Wenn das hier aber ein Traum werden soll, dann musst du noch ordentlich üben..“

Mit einem eleganten Satz sprang sie von ihrem Baum, ignorierte gesträubtes Fell und warnendes Knurren, setzte sich ganz selbstverständlich neben den sichtlich zornigen Kater und schenkte ihm ihr schönstes Lilly-Lächeln.

„Was hast du vor? Soll ich dir helfen?“

„Ich möchte jemandem den schrecklichsten Albtraum schicken, ihn Angst, Verzweiflung und Schmerz fühlen lassen, ich möchte, dass er am eigenen Leib spürt , was er mir angetan hat… aber ich schaffe es einfach nicht! Der verflixte Staub tut was er will … wenn du mir dabei helfen kannst, dann tu es, ansonsten verschwinde hier!““

Lilly neigte ihr weißes Köpfchen und sah ihm dabei tief in die Augen. Sie erzählten ihr seine ganze Geschichte in Sekundenbruchteilen. Während sie konzentriert schnurrte, erfuhr sie alles, was sie wissen musste. Es war keine schöne Geschichte. Lilly überlegt angestrengt, ihre Schwanzspitze zuckte hin und her, wie immer, wenn sie sich schwer entscheiden konnte. Schließlich antwortete sie:

„Die Magie des Sternestaubs hat ihre eigenen Gesetze, wenn man sie bricht, wenn man mit negativen Gefühlen zaubert, mit Angst, Wut oder Schmerz, dann nimmt es meist kein gutes Ende und es kommt etwas völlig anderes heraus, als das, was man sich eigentlich erhofft hat. Das hast du ja sicher schon bemerkt. Aber zufällig sitzt eine Meisterin der Magie neben dir und nachdem ich jetzt deine Geschichte kenne, würde es mir richtig Spass machen, deinem Menschen die schlimmste Nacht seines Lebens zu bereiten. Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch brechen, verstehst du?Aber das behalten wir hübsch für uns, denn wenn meine Schwester davon erfährt, muss ich für eine Weile bei den Pferden einziehen und du gleich mit, denn sie wird sehr ärgerlich sein…“

Seine gelben Augen leuchteten, diesmal nicht vor Zorn sondern vor Dankbarkeit und Freude. Er hatte wunderschöne, faszinierende Augen, wie Lilly insgeheim feststellte.

„Wenn du das wirklich für mich tun möchtest … dann lass uns sofort damit beginnen. So langsam gefällt mir dieser seltsame Sternengarten…“

„Ehe wir anfangen, musst du mir aber erst noch ein bisschen mehr über ihn erzählen. Wo sind seine Schwachstellen? Welcher Verlust würde ihn am schlimmsten treffen? Wovor fürchtet er sich am meisten? …“

Und dann machten sich die beiden an die Arbeit…

Es war eine laue Sommernacht, der Sternehimmel war wolkenlos und leuchtete in den schönsten Farben. Luna hatte sich alle Mühe gegeben, die unguten Wetterkapriolen der letzten Stunden wieder wett zu machen, ehe sie sich mit Valerion in ihren Pavillon zurückzog. Gleich morgen früh wollte sie mit ihm zusammen aufbrechen.

„Was willst du ihm eigentlich sagen, wenn wir ihn gefunden haben? Denkst du, er wird sich so einfach umstimmen lassen? Was machen wir, wenn er an seinem Zorn und an seinem Schmerz festhalten möchte? Was für ein schrecklicher Gedanke, dass aus dem Sternengarten Albträume auf die Erde geschickt werden könnten, findest du nicht? …. Luna …??

Aber seine Herzenskatze antwortete ihm nicht, sie war bereits eingeschlafen. Kein Wunder, nach diesem aufregenden Tag! … Valerion rückte noch einmal alle Kissen in eine bequeme Position und dann fielen auch ihm die Augen zu. Hätte er noch einmal aus dem Fenster gesehen, wären ihm die Blitze aufgefallen, die den Rand des Sternengartens immer wieder taghell erleuchteten, denn am Ausguck braute sich gerade ein magisches Gewitter zusammen.

„So ein armseliger Feigling! Als du ihm dann noch die Riesenschlange um den Hals gelegt hast, hat er sich sogar eingenässt vor Angst, ich hab es genau gesehen…“

Lilly kicherte boshaft. Pssst … ich bin noch nicht fertig. Gleich wirst du ihm als Geist erscheinen und ihm verkünden, dass zukünftig alle seine Nächste so aussehen werden, wenn er sich jemals wieder an einem Wehrlosen vergreift…etwa so:“

„Ich kann dich sehen, ich werde dich überall finden und bestrafen, du entkommst mir nicht!“

Sie formte geschickt das Abbild einer gigantischen Katze, mit spitzen Reißzähnen, scharfen Krallen und funkelnden gelben Augen aus dem Sternenstaub, fügte noch grollenden Donner und Blitze hinzu, dann schickte sie den letzten Traum auf die Reise.

Zufrieden beobachteten die beiden, wie Zorns Peiniger aus dem Bett sprang, zitternd ein Glas Wasser trank und dann argwöhnisch die Wohnung absuchte. Die Strafpredigt hatte offensichtlich ihren Zweck erfüllt.

Der Sternenstaub sank langsam zu Boden, Gewitter und Hagel ließen augenblicklich nach und der klare Nachthimmel kam wieder zum Vorschein. Nur das Zirpen der Grillen und verschlafenes Vogelgezwitscher war zu hören. Lilly seufzte zufrieden, während sie sich den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell putzte.

„Das hat Spass gemacht! Ich glaube, er wird sich noch lange an diese Nacht erinnern!

“ Wie fühlst du dich jetzt? Besser? Ich fühle mich jedenfalls großartig! Hast du mir eigentlich schon deinen Namen verraten? Ich glaube, ich habe vergessen zu fragen, wie du heisst. Ich heiße Lilith aber meine Freunde nennen mich Lilly…du kannst mich gerne Lilly nennen… „

Sie versuchte erneut, in seinen Augen zu lesen. Jetzt waren diese Augen hell und klar.

Nachdenklich sah er erst Lilly an und dann über den Rand des Sternengartens, hinunter auf die Erde.

„Einst war ich „Lucky“, der Glückliche. Aber ich war nicht glücklich sondern schrecklich traurig… Und dann war ich „Zorn“. Aber ich war nicht zornig sondern immer noch schrecklich traurig, … bis vor wenigen Stunden war ich das jedenfalls.

Keine Ahnung, wer ich jetzt bin. Keiner von beiden! Irgendetwas hat sich verändert, seit du bei mir bist.“

Und dann fügte er noch hinzu:

„Lilly … was für ein wunderschöner Name, er passt zu dir …“

Lilly schnurrte geschmeichelt.

„Du hast alle Zeit der Welt, um dir einen neuen Namen zu überlegen, das ist das Schöne am Sternengarten … Zeit spielt hier keine Rolle. Gestern…Heute …Morgen … wer weiß das schon so genau? Manchmal muss ich verflixt aufpassen, damit ich mich nicht in den Zeitschleifen verlaufe. Hast du dir schon überlegt, in welchem Teil des Sternengartens du dich niederlassen möchtest? Es gibt für jeden hier den idealen Ort. Auch wenn du dir das vielleicht nicht vorstellen kannst, es gibt viele, die das Gleiche wie du erleiden mussten. Manche von ihnen leben jetzt weit ab vom Rand des Sternengartens. Sie möchten nicht mehr hinunter auf die Erde schauen, sie vermissen niemanden …vielleicht solltest du dich erst einmal in Ruhe umsehen … und lernen, wie man richtig mit der Sternenstaub Magie umgeht. Keine Hagelschauer mehr und auch keine schwarzen Regenbögen! Du brauchst das jetzt nicht mehr“ Sie lächelte, während sie ihm den Weg erklärte und dann stupste sie ihn freundlich mit der Pfote an:

Und jetzt solltest du gehen! Wenn ich mich nicht irre, wird sehr bald meine Schwester hier aufkreuzen und dann möchtest du nicht hier sein, glaub mir …“

Der getigerte Kater hatte Lilly aufmerksam zugehört.

„Ich denke, ich werde werde mich jetzt wirklich erst einmal umsehen und dann überlegen, wo, wann und unter welchem Namen ich im Sternengarten leben möchte. Vielleicht kommst du mich dann einmal dort besuchen?“

„Vielleicht …vielleicht auch nicht… Aber du findest mich immer in der großen Festhalle. Könnte ja sein, dir ist doch irgendwann danach, bei uns mitzuzaubern, denn du hast wirklich Talent! Wenn du das möchtest, …dann werde ich da sein! Und jetzt geh!“

Als Lilly, wie immer reichlich zu spät, zum Frühstück in der großen Halle erschien, waren ihre Freunde bereits fast fertig mit dem Essen. Überall türmten sich Teller mit den Resten von Sternenstaubragout, Maus-a chocolate und Hafermüsli. Sie nickte freundlich nach allen Seiten, ignorierte sämtliche Fragen nach ihrem Verbleib und setzte sich zu Faith an die Tafel.

„Schau mal Kleiner, wen ich dir mitgebracht habe!“

Lilly pustete den gelben Schmetterling sanft in Faiths Richtung. Der kleine Kater schnurrte entzückt, als sein neuester Freund sich sofort wieder auf seiner Nasenspitze niederließ.

„Er hat mich gleich wiedererkannt, Lilly. Hast du das gesehen? Wo warst du eigentlich die ganze Zeit? Du hast ganz viele spannende Dinge verpasst, du glaubst ja nicht, was hier alles in der Zwischenzeit passiert ist!“

„Ja, genau! Luna hätte deine Hilfe sicher gut gebrauchen können, sie ist gerade mit Valerion auf einer heiklen Mission. Wo warst du die ganze Zeit „, fragte auch Enzo und sah sie dabei nachdenklich an. „Gibt es etwas, das ich wissen müsste?“

Lilly schickte ihr schönstes Lilly-Lächeln in die Runde.

„Wo ich war? … Ich glaube, das habe ich längst schon wieder vergessen. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Sicher war es schrecklich langweilig… erzählt ihr mir lieber, was gestern Spannendes passiert ist!“

Sie ignorierte Enzos misstrauischen Blick, griff sich eine Maus-a-chocolate und schluckte die Delikatesse aus Irons Zauberküche an einem Stück hinunter. Dann schnurrte sie vergnügt und fragte Faith:

“ Was wollen wir heute zaubern, soll ich dir zeigen, wie man Regenbögen macht?“ …

-ENDE-

Tierschutz

Der Vogelmörder ist immer die Katze? Fehlanzeige!

Der Vogelmörder ist immer die Katze … behauptet der Mensch, während er selbst ca. 100 Millionen Vögel jedes Jahr… allein in Deutschland… tötet. Er tötet sie durch Glasfronten und Fensterscheiben! Glasscheiben sind millionenfache Killer!

Der von Menschenhand millionenfach verschuldete Vogelmord durch Insektizide und Pestizide und durch die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes ist bei dieser gewaltigen Zahl nicht mit eingerechnet. Diese Vogelopfer dürft ihr gerne noch dazu addieren.

Jeder kennt das ungute, dumpfe Geräusch, wenn ein Vogel gegen die Fensterscheibe fliegt. Oft sind die Tiere sofort tot, meist sterben sie später an ihren Verletzungen und an inneren Blutungen. Wer glaubt, das wäre eine seltene Ausnahme, der übersieht, dass auf diese Weise jährlich weit über 100 Millionen Vögel in Deutschland umkommen. Die Kollision der heimischen Vogelwelt mit Glasscheiben an Wohnhausfenstern, Glasfassaden, an Bushaltestellen und Bürogebäuden, Wintergärten und Panoramascheiben findet beständig und überall statt.

Vögel erkennen Glasflächen oft nicht als Hindernis, sie prallen mit hoher Geschwindigkeit gegen die gläsernen Fronten, brechen sich das Genick, verbluten innerlich oder erleiden eine tödliche Gehirnerschütterung. Die spiegelnden Gasflächen der modernen Fabrik- und Bürogebäude sind effektive Vogelkillermaschinen. Je größer die entsprechenden Glasflächen, desto größer das damit verbundene Risiko.

Unter allen menschgemachten Todesursachen für Vögel in Deutschland steht damit nach absoluten Zahlen der Glastod an der Spitze.

Im Gegensatz zu den Katzen, die beständig für das Vogelsterben verantwortlich gemacht werden, sind wir Menschen in der Lage, den Sachverhalt zu begreifen und abzustellen. Tun wir aber nicht. Verglaste Gebäudefronten, Bushaltestellen, öffentliche Gebäude und co sind beliebter denn je. Etwa 100 Millionen Vögel sterben jedes Jahr dadurch , allein in Deutschland. Tendenz steigend …

Man sollte sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen, ehe man wieder einmal den dramatischen Rückgang der Vogelpopulation beklagt und einzig den Freigängerkatzen in die Schuhe schiebt. Könnte es nicht doch eher mit dem zunehmenden Boom von Glasfronten an Gebäuden, Wohnhäusern und Unterstellflächen, mit Windrädern, mit dem großflächigen Einsatz von Pestiziden und Insektiziden und der Verwandlung von Gärten in Schotterwüsten zu tun haben? Stattdessen wird beständig gegen Freigängerkatzen gehetzt.

Die Katze ist immer der Vogelmörder? Fehlanzeige! Wir Menschen morden uns ungleich brachialer und effektiver durch die heimische Vogelwelt!

Was die Katzen angeht: Es gibt eindeutig zu viele davon! Kastrationspflicht für Freigänger würde den Bestand deutlich verringern. Weniger Katzen = weniger Vogelmord! Eine einfache Massnahme, auf die Tierschützer seit Jahren vergeblich warten. Nicht hetzen… handeln!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Quellen: https://www.nabu.de/tiere…/voegel/gefaehrdungen/11932.html

Tierschutz

Der Flug in den Tod … was viele über den sogenannten „Brieftaubensport nicht wissen!

Er hatte seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen oder getrunken. Er war erschöpft, zu Tode erschöpft. Seine entzündeten Gelenke und Sehnen schmerzten mehr als die klaffende Wunde an der Brust. Blut lief an seinen Beinen herunter.

Sein Körper war Schmerz. Er war Schmerz. Er hatte versagt und den Weg zurück nicht mehr gefunden. Diesmal war die Strecke einfach zu lang, die man von ihm forderte, wenn er das Liebste auf der Welt jemals wiedersehen wollte. Verzweifelt schloss er die Augen. Er hatte alles gegeben.

Er war geflogen, bis er wie ein Stein vom Himmel fiel. Er war sogar noch weitergeflogen, als er sich an den Drahtseilen verletzte, die für ihn unsichtbar waren. Er war geflogen … immer weiter und weiter … weil er sich sehnte. Mit jeder Faser seines Herzens sehnte er sich nach seiner Gefährtin, der er lebenslang verbunden war, die ihn jetzt mehr denn je brauchte, denn gestern erst hatte sie ein Ei gelegt. Er wurde gewaltsam zum „Witwer“ gemacht. Man hatte sie getrennt.

Im Taubensport, wo er zu Wettkämpfen verdammt wird, die er niemals freiwillig bestreiten würde, nutzt man diese Liebe, um Höchstleistungen von den gewaltsam getrennten Partnern zu erhalten.

Ihre Verzweiflung ist der Gewinn des Taubenzüchters. Die Taube verliert immer … selbst, wenn sie den Wettbewerb gewinnt.

Er hatte sie noch rufen hören, als er im Korb eingesperrt und wegtransportiert wurde. Ihre Stimme hätte er aus Tausenden wiedererkannt. Aber der Korb war fest verschlossen. Es gab kein Entkommen. Er war jetzt Witwer auf einer Reise.

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„Witwermethode“

Witwer, so nennt man im Taubensport die Vögel, die buchstäblich ihr Leben geben, um wieder zu ihrem Zuhause, ihrem Partner oder ihren Kindern zurück zu finden. Dafür werden sie „trainiert“. Weggesperrt, im Dunkeln gehalten, zum Fliegen gescheucht, gezwungen, aussortiert, ermordet und der Willkür der Taubenzüchter überlassen, für die das Tierschutzgesetz scheinbar nicht gilt.

Tradition

…30 bis 50 Prozent der der unfreiwilligen „Witwer“ stirbt bei dem Versuch, wieder nach Hause zu finden oder strandet auf der Straße. Ein Teil der armseligen „Sportler“ wird von Greifvögeln gerissen, verletzt sich oder landet in fremden Städten, wo der Tod etwas länger dauert, denn dort gibt es kein artgerechtes Futter, sondern nur Verachtung und Tritte.

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Er versuchte die Flügel zu bewegen. Er musste jetzt einfach fliegen, sonst würde er sie nie mehr wiedersehen. Er öffnete mühsam die Augen und mobilisierte ein letztes Mal die lahmen und müden Flügel. Nach Hause. Nach Hause zu ihr, zu seinem Nest, zu seinem Ei, wo er hingehörte. Er wollte nicht allein in dieser feindlichen Umgebung sterben.

Tauben sind treu … ein Leben lang und einem Partner. Daher schaffte er das Unmögliche. Irgendwann am Abend lag er kraftlos im Hof. In der Ferne hörte er sein Täubchen sehnsüchtig nach ihm rufen. Jetzt war er in Sicherheit. Alles war gut. Erleichtert ließ er den Kopf auf die Brust sinken. Gleich würde er endlich in sein Nest fliegen dürfen. Ihr Ruf war das Letzte, was er hörte, als ihn sein Besitzer aufhob, die Schäden an den Flügeln prüfte und ihm dann mit einem Ruck den Kopf umdrehte.

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Wertlos

Diese Taube wird keinen Wettbewerb mehr fliegen, kein Geld und keine Urkunden einbringen. Weg damit. Morgen kommt eine neue Lieferung.

Wer glaubt, diese Geschichte wäre übertrieben, dem lege ich diesen Artikel über Brieftauben ans Herz: https://peta50plus.de/brieftauben

Was wisst ihr eigentlich über den Taubensport, über Wettflüge und Trainingsmethoden?

Morgen (Samstag 8. Mai) gibt es allein in Deutschland wieder rund 300 gemeldete „Brieftaubenauflässe“. Man trennt die Tauben von ihren Partnern oder ihrem Nachwuchs, fährt sie an einen weit entfernten Ort und wartet ab, ob es ihnen gelingt, zurück zu finden oder ob sie unterwegs an Erschöpfung sterben oder irgendwo stranden.

Sie werden alles geben, denn ihr einziger Wunsch ist, zurück zu dem vertrauten Nest und dem Partner zu gelangen.

Einzig auf diese Weise funktionieren „Wettflüge“!

Keine Taube würde sich jemals freiwillig so weit entfernen!

170.900 Tauben sind in Deutschland allein am kommenden Samstag für diese Prozedur offiziell gemeldet .Man nennt es „Sport“.

Ist das wirklich „sportlich“? Entscheidet selbst!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go