Tierschutz

Alles was du über Tauben, Krankheiten und Lügen wissen solltest!

Kein Tag vergeht, ohne eine Schlagzeile, in der ein Journalist zum 1000 sten mal abschreibt, was er irgendwo, irgendwann einmal gelesen hat, was nach wie vor als Dogma eingebrannt scheint: Man warnt vor Tauben, die Krankheiten übertragen könnten. Das ist nicht nur eine Steilvorlage für Tierquäler und für die Städte, die Tauben gerne grausam verhungern lassen möchten sondern es ist schlicht die Unwahrheit. Es ist falsch, eine Lüge!

Diese Falschinfomationen, diese dreisten Fakenews, beziehen die Verfasser der Anti-Taubenartikel meist von den Homepages der Firmen, die mit dem Leid der Tauben ihr Geschäft machen. Schädlingsbekämpfer und Vergrämungsfirmen. Nur wenn diese ordentlich Panik schüren, läuft das Geschäft und über die Jahre wurde erfolgreich suggeriert, dass die Tauben gefährliche Krankheitsüberträger wären.

Zum Glück handeln nicht alle Journalisten so, mittlerweile haben die Tauben auch in den Journalisten viele Unterstützer gefunden. Es wird recherchiert und aufgeklärt. Leider noch viel zu wenig! Besonders das Thema Tauben und Krankheiten wird beständig überbewertet und falsch dargestellt.

Befassen wir uns nicht mit Ammenmärchen sondern mit Fakten. Was könnte eine Taube haben und wie gefährlich wäre das für den Menschen.

Vor welchen Erkrankungen wollen uns die Schädlingsbekämpfer und andere Taubenfeinde Angst einjagen?

Ich möchte die Antwort gleich vorweg nehmen… Es besteht kein Grund, die Tauben als Krankheitsüberträger zu fürchten.

SIE STELLEN KEINE GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG FÜR DEN MENSCHEN dar!

Aspergillose (Pilz) Kein Tier ist Überträger einer Aspergillose! Schimmelherde des Cryptococcus neoformans können sich einzig auf Erde und auch auf altem Taubenkot bilden.

Encephalitis (Virus) Weder das Robert-Koch-Institut (Berlin) noch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Hamburg) haben Informationen darüber, dass Tauben Enzephalitis übertragen.

Kokzidose Typische Taubenkokzidien, die mit dem Kot ausgeschieden werden, sind harmlos für den Menschen und andere Säugetiere.

Listeriose (Bakterium) Tauben können diesen Erreger zwar ausscheiden, aber die größte Bedeutung als Infektionsquelle haben kontaminierte Lebensmittel. Ein Infektionszusammenhang mit Tauben wird im Robert-Koch-Jahrbuch 2015 nicht genannt.


Myxovirose (Virus) Myxoviren ist eine veraltete Bezeichnung für Orthomyxo- und Paramyxoviren. Beide haben für den Menschen keine Bedeutung.

Ornithose Die Symptomatik dieser Krankheit ähnelt einer Grippe. Das Robert-Koch-Institut in Berlin bestätigt 2016, dass es in den letzten 10 Jahren nur zwei nachgewiesene Fälle von Ornithosen durch Tauben gab.

Bei einer Bevölkerung in Deutschland von 82.176.000 (Stand 2015) und einem Zeitraum von 10 Jahren, entsprechen 2 Erkrankungen einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 420 Millionen (also der Wahrscheinlichkeit, 5 x hintereinander den Eurojackpot zu knacken)

Salmonellose (Bakterium) Die Salmonellen, die Tauben befallen, sind taubenspezifisch (Salmonella typhimurium var. copenhagen). Sie sind keine Zoonose und daher für Menschen harmlos.

Toxoplasmose Nach dem Robert-Koch-Institut sind hauptsächlich zwei Infektionswege für die Infektion des Menschen verantwortlich: orale Aufnahme umweltresistenter Oozysten über Ausscheidungen der Katze (z. B. ungewaschenes Gemüse), sowie die Aufnahme von sogenannten Gewebszysten, durch Fleisch infizierter Tiere (z. B. Rohwurst,
Hackepeter).


Typhus (Bakterium) Typhus ist eine Erkrankung, die durch spezielle Salmonellenstämme (Salmonella typhi) verursacht wird. Diese spielen bei Tauben keine Rolle.

Trichomonasis (Einzeller) Eine Trichomoniasis ist eine Geschlechtserkrankung, die beim Geschlechtsakt von Mensch zu Mensch übertragen wird (Trichomonas vaginalis). Bei Tauben kommen Trichomonas gallinae vor. Diese haben für den Menschen keine Bedeutung und werden zudem nicht über Kot, sondern von erwachsenen Tauben auf die jungen Tauben beim Füttern übertragen, bzw. auf andere Vogelarten durch Aufnahme kontaminierten Wassers.

Solltet ihr euch bis hierher durchgearbeitet haben, sollte klar sein …wir werden für dumm verkauft! Man hetzt gegen Tauben und verbreitet Unwahrheiten, die viele Tiere das Leben kosten!

Wie sieht es mit den Parasiten aus?

Neben Krankheiten werden Tauben häufig für die Übertragung von Parasiten verantwortlich gemacht.

Richtig ist: Tauben können, besonders wenn sie geschwächt sind, zahlreiche Parasiten und Krankheitserreger aufweisen. Diese sind aber zum größten Teil tauben- oder vogelspezifisch und für den Menschen völlig harmlos.

Warum werden Stadttauben dann noch immer als Gesundheitsgefahr angesehen?

Weil die Stimmen derer, die eine Gefahr in den Stadttauben sehen wollen, greller und lauter sind, als die offiziellen Mitteilungen der Behörden.  

Also: Bitte keine Panik, wenn ihr das nächste mal eine Taube trefft. Füttert nicht eure Ängst sondern füttert die Tauben und falls ihr wieder einmal in irgendeiner Zeitung lest, dass Tauben Krankheitsüberträger sind, dann verweist bitte auf folgende Quelle und bittet die Journalisten, etwas sorgfältiger zu recherchieren:

(Erna-Graff-Stiftung)

Für jede einzelne der Behauptungen wurden in einer Studie zur Gefährdungseinstufung von Stadttauben neue Erkenntnisse ausgewertet und der Wahrheitsgehalt aller dieser Behauptung überprüft. 

(„Gefährdungseinstufung der Stadttauben? Überprüfung aktueller Aussagen aus dem Internet auf ihren Wahrheitsgehalt“. Mirja Kneidl-Fenske, Tierärztin und Michaela Dämmrich, Landesbeauftragte für den Tierschutz in Niedersachsen. Stand 29. Juli 2017.)

Tierschutz

Warum ich mich über das Tierelend in Rumänien nicht mehr so lautstark empöre…

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Warum ich mich über das Tierleid in Rumänien nicht mehr so empöre…

Erst dachte ich…so schlimm kann es ja gar nicht sein….sonst hätte ich bestimmt schon davon gehört. Hallo?! Wir leben schließlich in Europa…im 21. Jahrhundert.

Dann lernte ich alles, was es über die unvorstellbaren Grausamkeiten zu lernen gibt, die sich jeden Tag auf den Straßen von Rumänien abspielen und was besonders die Hunde dort erleiden müssen. Es ist grauenhaft sich damit zu beschäftigen und ich war dankbar in Deutschland zu leben, wo solche Dinge eher selten passieren. Zumindest den Haustieren. Tierquälerei an Bello und Minka ist gesellschaftlich geächtet.

Irgendwann erfuhr ich dann etwas mehr über das Schicksal der Tauben in diesem Land und da wusste ich:

Das Leid der Straßentiere von Rumänien ist vor meiner Haustüre. Tierquälerei an Haustieren findet mindestens genauso oft und zahlreich bei uns statt.

Es heisst nur anders und es sind eher seltener Hunde und Katzen sondern Tauben, die darunter leiden und darüber sterben.

Während man im benachbarten Ausland nach den hungrigen Hunden tritt, sie vergiftet, schlägt, misshandelt und verhungern lässt, tun wir das mit den Stadttauben. Sie fühlen und hungern und leiden kein bisschen weniger als ihre vierbeinigen Leidensgenossen.

Unter dem Gefieder sieht man nicht, wie ausgemergelt und knochig sie sind. Sie bellen nicht, sie jaulen nicht. Tauben leiden still. Aber sie leiden. Tauben sterben still. Aber sie sterben.

Genau wie in Rumänien, kann man zwar das Leid auf den Straßen lindern aber es wird beständig Nachschub produziert.

Kastriere einen Hund auf der Straße und in den Hinterhöfen werden 10 Kettenhunde gedeckt. Ihre Lebensumstände sind so hart, dass sie selten lange leben. Also wird Nachschub benötigt. Man sucht sich die stärksten aus, der Rest wird über den Zaun geworfen und die Welpen landen auf der Straße.

Füttere und rette eine Taube und hunderte werden ausgesetzt und auf Wettflüge geschickt. Die Jungtauben werden selektiert. Man setzt sie aus und testet, ob sie zurück finden und wie schnell sie zurück finden. Viele finden nicht mehr nach Hause und müssen dann in unseren Städten um Futter betteln. Viele? Unzählige!

In unseren Städten werden beständig Brieftauben ausgesetzt. Wer den Weg zurück zum Schlag nicht schafft, stirbt unterwegs an Entkräftung oder strandet als verhasste Stadttaube. Es gibt einzig Schätzungen aber wir sprechen von gewaltigen Zahlen.

In Rumänien lösen viele Kommunen das Streunerproblem mit Tötung. In Deutschland übrigens auch. Vergrämungsmassnahmen und die Tötung der Tauben sind legal und das Fütterungsverbot gleicht einem Todesurteil.

Da tun sich ein paar Tierschützer schwer, gegen diese Flut an Leid und gegen die „Tradition“ anzukämpfen… genau wie in Rumänien.

„Was soll die Aufregung?“ Es sind doch nur Hunde. “ „Wir haben das immer schon so gemacht“ „Dem Hund geht es gut…“

„Die Tauben fliegen gern.“ „Sie finden schon Futter…“ „Ich liebe meine Tiere…“

Ja, „Tierliebe“ kann für manche Tiere sehr schmerzhaft sein, wenn sie mit Ausbeutung verwechselt wird.

Ehe ich mich über meine rumänischen Nachbarn aufrege, gehe ich lieber in die Fußgängerzone. Ausgehungerte, verletzte und heimatlose Haustiere gibt es dort zur Genüge. Ich füttere sie. Ich füttere die hungrigen und heimatlosen Tauben.

Das wird übrigens nicht gern gesehen. Auch das haben wir mit einem Land gemeinsam, das wir wegen seines Umgangs mit Tieren oft kritisieren. Ich mittlerweile nicht mehr, denn ich weiß, wir sind viel schlimmer!

Dort behandelt man Straßenhunde wie Ungeziefer. Bei uns die Stadttauben. Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Das macht es um so erbärmlicher!

Tierschutz

Warum ich keinen Cent mehr für die Aktion Mensch spende!

Warum ich die „Aktion Mensch “ mit keinem Cent mehr unterstütze…

Auf der Facebook Seite der „Aktion Mensch‘ macht man „gemeinsam die Welt ein wenig sozialer „, so steht es da zu lesen und man fragt dort in einem Beitrag, wofür sich die Leser sozial engagieren.
Leider habe ich eine völlig andere Vorstellung von einer sozialen Welt, als die Verantwortlichen der „Aktion Mensch“! Ich finde es nicht sehr sozial, wenn Tiere missbraucht oder in den Tod geschickt werden. Auch nicht, für den „guten Zweck“…

Was hat die Aktion Mensch mit dem Leid der Tauben zu tun?

Für die Aktion Mensch werden regelmäßig Brieftauben in den Tod geschickt. Sie sterben, verhungern, werden verletzt oder stranden in Städten, wenn sie den Anforderungen des „Wettfluges“ nicht gewachsen sind, was bei diesen „Reisen“, wie man das Aussetzen der Tauben im Taubensport nennt, leider sehr häufig vorkommt.

Ich hätte am liebsten kommentiert, wie ich mich sozial engagiere, dass ich mich für die bedauernswerten Tauben einsetze, die für Wettflüge von ihrem Partner und ihrer Brut getrennt werden und dann verzweifelt versuchen, wieder ins heimische Nest zu finden.
Eine unfreiwillige sportliche Leistung, die viele Tiere nicht überleben und elend dabei sterben.
Es gäbe sehr viele unappetitliche und unethische Details zum Thema Taubenwettflüge und Brieftauben, die sicher den meisten Unterstützern und vielleicht sogar den Verantwortliche der Aktion Mensch unbekannt sind. Das Leid der Brieftauben und die Hintergründe von Tauben „Wettflügen“ sind wenig bekannt. Wären sie es, wäre dieser „Sport“ längst verboten.

Die dehydrierten, erschöpften und verletzten Tauben werden dann von Menschen aufgesammelt, deren soziales Engagement darin besteht, etwas von dem unendlichen Leid das diesen Tieren vorsätzlich zugefügt wird, zu lindern.
So hat jeder seine eigene Vorstellung, was sozial ist und wie man die Welt ein bisschen besser macht.

„Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter ist der größte Einzelspender der Aktion Mensch in Deutschland.
Um die Förderung der tollen Projekte weiter auszubauen, hat der Prof. Dr. Kohaus Förderverein, die Aktion-Mensch-Flüge ins Leben gerufen.“

So steht es auf der Seite des Verbandes der deutschen Brieftaubenzüchter zu lesen.

Ich muss zugeben, ich war unangenehm überrascht,
… um es einmal sehr höflich zu formulieren.

Denn:

Tauben haben einen extrem ausgeprägten Familiensinn und sind überaus treue Tiere – auch ihrem Standort gegenüber. Sie verbringen in der Regel ihr ganzes Leben mit nur einem Partner und ziehen gemeinsam ihren Nachwuchs groß. Dies wird für die Wettflüge anhand der „Nest-“ oder „Witwermethode“ skrupellos ausgenutzt: Die Tiere werden bis über tausend Kilometer weit von ihrem Taubenschlag weggebracht, von wo aus sie verzweifelt versuchen, so schnell wie möglich wieder zurück zu ihrer Familie zu finden. Und da die Tauben für den Wettflug regelmäßig „trainiert“ werden, ist dieser Stress Alltag für die sensiblen Tiere.

Bei Tauben-Wettflügen wird generell mit einer sehr hohen „Verlustrate“ gerechnet. Diese liegt durchschnittlich bei 53 Prozent. Besonders verlustreich sind die sogenannten Tribünenflüge. So werden hunderttausende Tauben jedes Jahr für eine mögliche Auszeichnung oder ein Preisgeld in den Tod geschickt. Diejenigen, die nicht zurück in den Taubenschlag kommen, sterben qualvoll an Flüssigkeitsmangel, Erschöpfung oder Verletzungen oder stranden in Städten, wo sie ein leidvolles Leben führen

Das oberste Ziel der Taubenzucht ist die Leistung der Tiere und damit verbunden erfolgreiche Wettflüge. Bis zu 130 km/h schnell sollen die Tiere fliegen. Wenn eine Taube nicht schnell genug fliegt oder sich verflogen hat, ist es nicht unüblich, dass die Taube getötet wird. Ohne die Taube zu betäuben, wird ihr der Hals lang gezogen und der Kopf umgedreht.

Das Töten von Tieren ohne Betäubung und ohne vernünftigen Grund verstößt gegen das Tierschutzgesetzt. Den Haltern ist dies jedoch meist egal. Auch steht im § 3 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG), dass es verboten ist, „einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist und die offensichtlich seine Kräfte übersteigen“. Dass die meisten Tiere den Wettkämpfen nicht gewachsen sind, kann man deutlich an den hohen Verlustraten erkennen. Dennoch werden Tauben jeden Tag von Züchtern und Haltern zu anstrengenden Flügen gezwungen.

(Qelle: PETA https://www.peta.de/brieftauben-tierquaelerei )

Bitte teilt diesen Artikel und informiert andere Taubenfreunde darüber…

Tierschutz

Der Flug in den Tod…über den Taubensport…

Er hatte seit ewig nichts mehr gegessen oder getrunken.
Er war erschöpft, zu Tode erschöpft.
Seine entzündeten Gelenke und Sehnen schmerzten mehr, als die klaffende Wunde an der Brust. Blut lief an seinen Beinen entlang.
Sein Körper war Schmerz. Er war Schmerz.
Er hatte versagt und den Weg zurück nicht mehr gefunden. Diesmal war die Strecke einfach zu lang, die man von ihm forderte, wenn er das Liebste auf der Welt jemals wiedersehen wollte. Verzweifelt schloss er die Augen. Er hatte alles gegeben.
Er war geflogen, bis er wie ein Stein vom Himmel fiel.
Er war sogar noch weitergeflogen, als er sich an den Drahtseilen verletzte, die für ihn unsichtbar waren.

Er war geflogen… immer weiter und weiter…weil er sich sehnte, mit jeder Faser seines Herzens sehnte er sich nach seiner Gefährtin, der er für ein Leben verbunden war.
Die ihn jetzt mehr denn je brauchte, denn gestern erst hatte sie ein Ei gelegt. Er wurde gewaltsam zum „Witwer“ gemacht.

Man hatte sie getrennt. Im Taubensport, wo er zu Wettkämpfen verdammt wird, die er niemals freiwillig bestreiten würde, nutzt man diese Liebe um Höchstleistungen von den gewaltsam getrennten Partnern zu erhalten.
Ihre Verzweiflung ist der Gewinn des Taubenzüchters.
Die Taube verliert immer …. selbst wenn sie den Wettbewerb gewinnt. Er hatte sie noch rufen hören, als er im Korb eingesperrt und wegtransportiert wurde. Ihre Stimme hätte er aus Tausenden wiedererkannt.
Aber der Korb war fest verschlossen. Er war jetzt „Witwer“ auf einer „Reise“.

(„Witwermethode“ …

„Witwer“ … so nennt man im Taubensport die Vögel, die buchstäblich ihr Leben geben, um wieder in ihr Zuhause und zu ihrem Partner oder ihrer Brut, zurück zu finden.
Dafür werden sie „trainiert“.
Weggesperrt, im Dunkeln gehalten, zum Fliegen gescheucht, gezwungen, aussortiert, ermordet und der Willkür der Taubenzüchter überlassen, für die das Tierschutzgesetz scheinbar nicht gilt.
Tradition…
Etwa die Hälfte der unfreiwilligen „Witwer“  stirbt bei dem Versuch, wieder nach Hause zu finden.
Ein Teil der armseligen „Sportler“ wird von Greifvögeln gerissen, verletzt sich oder landet in fremden Städten, wo der Tod etwas länger dauert, denn dort gibt es kein artgerechtes Futter, einzig Verachtung und Tritte.
In meinen Augen würde diese Verachtung jemand anderem gebühren) (~Anmerkung der Verfasserin)

Er versuchte die Flügel zu bewegen. Er musste jetzt einfach fliegen, sonst würde er sie nie mehr wiedersehen.
Er öffnete mühsam die Augen und mobilisierte ein letztes Mal die lahmen und müden Flügeln.
Nach Hause. Nach Hause zu ihr, zu seinem Nest, zu seinem Ei, wo er hingehörte.
Er wollte nicht allein in dieser feindlichen Umgebung sterben.
Tauben sind treu…ein Leben lang und einem Partner.  Daher schaffte er das Unmögliche.
Irgendwann am Abend lag er kraftlos im Hof.

In der Ferne hörte er sein Täubchen nach ihm rufen.
Jetzt war er in Sicherheit. Alles war gut. Erleichtert ließ er den Kopf auf die Brust sinken.
Gleich würde er endlich in sein Nest fliegen dürfen.
Ihr Ruf war das letzte, was er hörte, als ihn sein Besitzer aufhob, die Schäden an den Flügeln prüfte und ihm dann mit einem Ruck den Kopf umdrehte.
Wertlos.
Diese Taube wird keinen Wettbewerb mehr fliegen, kein Geld und keine Urkunden einbringen.
Weg damit.
Morgen kommt eine neue Lieferung.

——

Wer glaubt, diese Geschichte wäre übertrieben, dem lege ich diesen Link ans Herz.
Was wisst ihr eigentlich über den „Taubensport“ über „Wettflüge“ und Trainingsmethoden?
Wüssten es die Menschen, wäre es längst verboten.
Tierquälerei ist kein Sport!
Lest bitte diesen Link und sagt es weiter ❤
Gebt den Tauben eure Stimme…

https://www.peta.de/brieftaubensport

Katze, Tierschutz

August – Der Horrormonat

Sie kauern verborgen unter Fahrzeugen, verstecken sich im Gebüsch oder drücken sich gegen Hauswände.
Die schwachen, kranken und alten Straßentiere
versuchen sich meist unsichtbar zu machen.

Irgendwann hat sie das Leben auf der Straße so gezeichnet, dass ihnen die Kraft fehlt, weiter jeden Tag um einen Brocken Futter zu kämpfen.
Sie warten ergeben auf ihr Ende oder auf ein Wunder.
Lazaros hat jetzt durch die Hilfe von SCARS vielleicht sein Wunder erhalten und SCARS erhält durch eure Unterstützung beständig die Option, den Ärmsten der Armen zu helfen.
Dafür sind wir unendlich dankbar.

Es ist kein sehr schönes Bild aber so sieht Lazaros nun einmal aus. Er erinnert vielleicht den ein oder anderen an eine Katze, die uns einmal viel bedeutet hat.
Mich erinnert er sehr an unseren Iron…
Wir drücken ihm fest die Daumen, dass die Hilfe noch rechtzeitig kam und dass es hier bald ein anderes Foto von ihm geben wird.

Bald rollen wieder einige Paletten mit Futter und Ausrüstung, Richtung Athen.
Sie werden bereits sehnsüchtig erwartet, denn alle Helfer dort leisten gerade schier übermenschliches, um das Elend zu lindern.
Aber lest bitte selbst, was seine Retterin Rena dazu schrieb, ehe sie sich aufmachte, zur nächsten nächtlichen Futterrunde.

Ich fand, diese persönlichen Zeilen sollten alle lesen, die unsere Arbeit so großherzig unterstützen. Sie unterstützen damit Menschen wie Rena oder Fay oder Nafsika oder Martha oder Konstantina oder Eri… und viele andere mehr, die solchen armen Wesen beistehen…

Rena schrieb mir letzte Nacht:

„Es gibt den Spruch
“Die Fähigkeit das Wort NEIN zu sagen ist der erste Schritt zur Freiheit“….
Das hört sich gut an für jemanden wie mich, die es nicht gewohnt ist nein zu sagen und somit permanent überlastet und absolut ausgepowert ist. Wobei der Spruch für mich und Martha eigentlich so lauten sollte….
“Die Fähigkeit das Wort NEIN zu sagen ist der erste Schritt um Zeit zum Schlafen zu finden“…..

In letzter Zeit kam einfach viel zu viel zusammen, der Flughafen der abgerissen wird, ganze Nächte lang versuchten wir, dort ja Katzen zu retten…..dann der Lockdown, es war für die Tiere und uns sehr schwierig und nun wir haben wieder August, der Monat in dem so ziemlich alle Athener in ihre Dörfer gehen weil sie Urlaub haben. Ihr die uns schon seit ein paar Jahren kennt, wisst dass der Monat August für uns Tierschützer in Athen zu den Monaten gehört, der viele Tränen mit sich bringt. Das Tierleid auf den Strassen der Stadt ist noch auffälliger als sonst, denn die Strassen sind nicht zugeparkt und die Tiere sind sich selbst überlassen.

Ich hatte schon vor einigen Wochen Bekannten zugesagt dass ich wieder ihre Katzenkolonien mitfüttere wenn sie in Urlaub gehen, auch wenn das im Moment eigentlich über meine Kraft geht. Ich hatte mir jedoch geschworen endlich NEIN zu sagen wenn es um weitere Gefallen ginge…und so war es dann auch als mich ein Mann darum bat, mich um einen kranken Kater zu kümmern, den er seit einiger Zeit auf der Strasse versorgte, ich sollte ihn bitte nehmen solange bis er vom Urlaub zurück sei ….. Ich sagte ihm dass ich das nicht schaffen werde, da ich übervoll bin und er sich doch umsehen sollte, dass er jemand anders findet. Natürlich ging mir das Tier wieder mal nicht aus dem Kopf !! Dieser entfernt Bekannte rief mich jedoch wieder an um mir zu sagen dass es dem Kater in letzter Zeit nicht gut ginge und ich doch bitte helfen soll und aus dem nein wurde wie es zu erwarten war, ein Ja…

Als wir den Kater vor ca. 5 Tagen das erste mal sahen waren wir absolut schockiert, denn das war ein Tier das eigentlich im Sterben lag. Die ersten Worte der Ärztin waren, sollte er die Nacht überleben sehen wir weiter……und das ist der Grund warum ich Euch nicht schon früher über den Kater Lazaros berichtet hatte. Wir hatten erwartet dass er es nicht schafft, weil er sehr sehr schwach war und er wohl schon lange Zeit vor sich hin leiden musste. Wir schafften die ersten Tage mit Medikamenten und viel Zeit am Tropf. Die Blutuntersuchungen zeigen erhöhte weisse Blutkörperchen und wir werden ihn auf Geschwüre untersuchen lassen.

Gestern war ein sehr sehr kritischer Tag, aber wir haben auch das geschafft und seit heute geht es etwas besser. Er hat heute sogar um Futter gebettelt und sass das erste mal etwas aufrechter im Crate. Dass es ihm nun um Einiges besser geht hat er nicht zuletzt Martha zu verdanken, die 2 mal am Tag zu mir kommt und ihm seine vielen Medikamente spritzt. Wir sind sehr sehr müde, aber auch glücklich dass es ihm besser geht.

Nun brauchen wir viel gute Energie und postive Gedanken von Euch, damit er auch weiterhin kämpft und er soll seine Chance bekommen. Ihr wisst bestimmt an wen er mich erinnert wenn man sein Köpfchen betrachtet….

(Rena von SCARS )

Tierschutz

So ein Mist!

Auch der Lebensmittelhersteller Knorr ist jetzt eingeknickt und hat die Zigeunersosse in irgendetwas anderes umbenannt.
Damit wäre das nächste „unsägliche Problem“ vom Tisch und alle sind happy.
Das macht man jetzt so.
In Berlin sollte man lieber Kreidetafeln anstatt Blechschilder für Straßennamen verwenden, so engagiert und kurzlebig wird dort gerade gesäubert. Wir hatten das schon einmal…und niemand wundert sich mehr darüber…

Vielleicht wundert sich nur der ein oder andere, wie wir bis vor kurzem friedlich und
naiv, nicht-rassistisch, zusammenleben konnten ehe uns täglich erzählt wurde, wie böse und verkommen unsere Gesellschaft tickt. Alles Rassisten!
Selbst dunkelhäutige Mitbürger, die diesen Hype nicht so toll finden, der sie beständig zu Opfern stilisiert. Falls sie sich dagegen aussprechen…werden sie ebenfalls als Rassisten diffamiert. Fast schon lustig, wenn es nicht so traurig wäre…

Mir ist das mittlerweile egal, wenn Sprache, Namen, Begriffe, Denkmäler und Geschäftenamen, ja ganze Identitäten ausgelöscht und ausgetauscht werden…für den guten Zweck.
Wäre ich halt einfach in einer anderen Epoche zur Welt gekommen. Dann hätte ich vermutlich andere Gründe, um an der Vernunft der Menschen zu zweifeln …

Gerade verzweifle ich an einer Petition, die fordert, den Schutzheiligen meiner Nachbarstadt aus dem Wappen zu tilgen.
Ein Mohr!
Es war ja klar, dass das nicht mehr lange gutgehen würde.
Was die Nazis nicht schafften, damals gab es ähnliche Ansätze…nur aus anderen Gründen…das möchten jetzt zwei Frauen mit ihrer Petition bewirken.
Weg mit dem Mohren!

Seine Geschichte, die überall das Stadtbild prägt, zeugt von Verehrung und Wertschätzung und hat mit Sklaverei oder Rassismus so viel zu tun, wie die Heilsarme mit den Taliban.
Aber weder verzweifelte Vermittlungsversuche der Lokalpolitiker, noch die empörten Reaktionen der Bürger und schon gar nicht die ausführliche Erklärung eines Sachverständigen, in Sachen Schutzpatron, konnten sich bisher durchsetzen.

Man wird wohl trotzdem weiterhin den Rassismus Joker ziehen, bis die Stadt und alle, die Wappen oder Namen in ihren Geschäften verwenden, irgendwann weich geklopft wurden.
Wer will schon Rassist sein?
Was nicht einmal den Nazis gelang wird jetzt die neue politisch Correctness erledigen.
Sie werden den Schutzheiligen der Stadt, den ehrwürdigen Mohren früher oder später aus dem Wappen tilgen.
So kann man auch Geschichte schreiben…

Meines Erachtens tut man damit dem Kampf gegen sehr wohl existierenden Rassismus keinen Gefallen.
Ganz im Gegenteil.
Irgendwann denkt jeder dabei nur noch an anstößige Zigeunersosse und verbotene Schutzheilige im Wappen und vergisst, worum es eigentlich geht.
Das wäre dann wirklich Mist!

Chance, Seelenmarzipan

Gedanken über die Ehe…

Geschichten aus dem Karma Cottage 🎃
Über die Ehe…

Frida Kahlo hat viele kluge Sachen gesagt.
Mein absolutes Lieblingszitat von ihr, das ihrem Ehemann galt,
habe ich bisher noch nirgends übersetzt gefunden.
Daher habe ich das jetzt einfach mal versucht.
Die großartige Frida Kahlo sagte einst zu ihrem Ehemann Diego:

„Ich werde dich nicht darum bitten, mich zu küssen.
Ich erwarte nicht, dass du dich bei mir entschuldigst, wenn ich denke, du bist im Unrecht.
Ich bitte dich nicht einmal darum, mich zu umarmen, wenn ich es am meisten brauche.

Ich fordere dich auch nicht auf, mir zu sagen, wie schön ich bin, selbst wenn das eine Lüge wäre, oder mir etwas liebes zu schreiben.
Nicht einmal dazu, mich anzurufen und mich zu fragen, wie mein Tag war oder mir zu sagen, dass du mich vermisst.

Ich werde dich nicht darum bitten, dass du anerkennst, was ich jeden Tag für dich tue oder dass du dich um mich sorgst, wenn ich einmal am Boden zerstört bin.
Und natürlich auch nicht darum, dass du meine Entscheidungen unterstützt.

Ich bitte dich nicht einmal darum, mir zuzuhören, wenn ich tausend Geschichten zu erzählen hätte.

Ich werde dich um nichts von alledem bitten.
Denn wenn ich dich darum bitten muss, will ich es nicht mehr.“ …(*von dir 🌠)

(c) Bild und Text: Gutes Karma to go

Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan

Die Magie der Träume – Geschichten aus dem Karma Cottage

Kapitel I

Captain tat das, was er am liebsten tat, wenn er damit fertig war, für einen Tag genügend Unsinn anzustellen.
Er lag eng an seinen großen Bruder gekuschelt auf der Couch und träumte von neuen Abenteuern. Der junge weiße Kater, liebte Abenteuer und konnte nicht genug davon erleben.Daher war er erst nicht begeistert, als mitten in der wilden Mäusejagd eine weiße Katze über ihm auftauchte und ihn am Schlafittchen packte.“Mama??? Bist du das?“,
quiekte er glücklich, als er erkannte, wer ihn da gerade gestört hatte.Sein Schwanz zuckte im Schlaf vor Aufregung und Freude wild hin und her, als seine Mutter ihm geduldig erklärte, wie man eine Maus nicht nur fängt sondern schnell und schmerzlos tötet.
Er war selig, sie nach all der Zeit wiederzusehen und als sie ihm dann noch sagte, wie stolz sie auf ihre beiden Jungs ist und vom Sternengarten immer über sie wachen würde, da vibrierten seine Schnurrhaare vor Glück im Schlaf.Luna hatte die rührende Szene von ihrem Platz, am Rand des Sternengartens ebenfalls mitverfolgt. Sie lächelte.
Also war mittlerweile auch ihre liebe Freundin darauf gekommen, wie einfach man Träume zu seinen Liebsten schicken kann, wenn man nur daran glaubt und genügend Sternenstaub mit auf die Reise sendet.Ein bisschen Erziehung würde den Austen Boys nichts schaden und wer könnte das besser, als deren Mutter, die nie dazu Gelegenheit hatte. Sie war damit beschäftigt gewesen, die beiden vor einem frühzeitigen Tod zu bewahren, sie vor Hunden und Autos und anderen Katzen zu beschützen und dabei selbst nicht zu verhungern. Es war ihr gelungen.
Ihre Jungs hatten überlebt.Luna seufzte. Es war nicht einfach gewesen, die beiden weißen Kätzchen aus einem Tierheim in Spanien, zu ihrem Menschen zu bringen.
Einige Träume waren notwendig, bis sie erkannt hatte, wo die neuen Herzenskatzen warten und noch ein paar mehr, bis sie es wagte, ihrem Herzenswunsch zu folgen.
Was würde ihr Lieblingsmensch nur ohne sie tun?Aus der Ferne hörte sie Pferde wiehern und Hunde bellen, es schepperte laut.
Vermutlich hatte der kleine Faith wieder mit Csipi und ihrer Schwester Lilly, Fangen am Tisch gespielt.
Luna fauchte ärgerlich und war kurz abgelenkt. Die rosa Wolke aus Sternenstaub, in die sie ihren Traum gehüllt hatte, fiel zurück auf den Boden und löste sich in viele keine, rosa glitzernde Staubkörnchen auf.Vielleicht war das ein Zeichen.
Luna wusste Zeichen seit jeher zu deuten und beschloss, noch einmal gründlich über den Traum nachzudenken, den sie ihrem Menschen senden wollte.
Es würde nicht einfach werden, denn wenn es im Universum jemanden gab, der genauso dickköpfig war, wie wie selbst, dann war das ihr Lieblingsmensch.
Man musste behutsam vorgehen.
Und man musste dafür sorgen, dass die tägliche Party im Sternengarten zukünftig etwas leiser stattfinden würde und ohne Scherben!Die alte Katzendame erhob sich und dehnte dabei genüsslich sämtliche Muskeln, dann putzte sie sorgfältig den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell.
Ihr Fell sollte perfekt aussehen, wenn sie gleich auf Valerion traf….schläfer

Kapitel II

Sie band die widerspenstigen Zweige der alten Kletterrose an das Holzgitter, pflückte dann spontan eine der Blüten und steckte sie sich ins Haar.
Es war ein magischer Moment.Die letzten Sonnenstrahlen streichelten über die Blumenpracht im Garten, vom Haus tönte leise Klaviermusik und zwei weiße Katzen tollten ausgelassen über den Rasen.
Ein Moment des Glücks.
Dann drehte sie sich um und ihr Blick fiel unvermittelt auf das Grab.Für einen kurzen Augenblick kam völlig unerwartet, die Trauer zu Besuch ins Paradies.
Zusammen mit Luna waren auch viele Träume hier begraben… gut verwahrt, in Rosen gebettet und bewacht von einem Kürbis, der prächtig gedieh.
Seine Blüten und Blätter waren Sinnbild für das neue Leben, das aus Vergangenem entstanden war.
Der Kreislauf des Lebens. Sie seufzte.Ein aufgebrachter Mr. Darcy unterbrach ihre Gedanken.
Er wollte seine neueste Beute unbedingt für sich behalten und Captain war entschlossen, sie ihm wieder abzujagen.
Bei ihrer wilden Verfolgungsjagd, über Gartenstühle und Fensterbänke, warf er alles um, was gerade im Weg stand.
Wie oft hatte sie sich ausgemalt, dass die Austen Jungs durch diesen Garten toben würden.
In ihren Träumen waren sie dort bereits Zuhause, ehe es überhaupt ein Karma Cottage gab, vielleicht sogar schon, ehe es die Austen Boys gab.
Manchmal ist es schwer, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Die Grenze zwischen Realität und Träumen ist ein schmaler Pfad und der Weg ändert sich täglich, weil wir ihn selbst erschaffen. Immer wieder neu.Sie zupfte die Blüte wieder aus dem Haar und legte sie dann neben die kleine Katzen Skulptur aus Sandstein, die bereits zu Lunas Lebzeiten geschaffen wurde und die mit in das Karma Cottage gezogen war.
Höchste Zeit, zurück ins Haus zu gehen.
Es wartete noch jede Menge Arbeit…grab

Kapitel III

🐾„Ist das hier jetzt der neue Partyraum? Entweder ihr seid etwas leiser oder ihr sucht euch einen anderen Ort als den Speisesaal, zum Krachmachen!“Luna peitschte ungeduldig mit dem Schwanz, während Iron und Powder, die Küchenchefs im Sternengarten, geduldig das zerbrochene Geschirr wieder einsammelten.
Lillys neueste Idee hatte für viel Erheiterung aber auch für jede Menge Bruch gesorgt.“Warum bist du in letzter Zeit so schlecht gelaunt, Schwesterherz?
Hat Captain wieder einmal auf dein Grab gepinkelt?
Verbring nicht so viel Zeit am Ausguck!
Vielleicht möchtest du auch einmal probieren, ob du mit einem einzigen Sprung über die gesamte Tafel springen kannst?
Wir stehen gegen die Pferde derzeit gut im Rennen….“Der kleine Faith schnurrte entzückt, nahm Anlauf und setzte bereits zum nächsten Sprung an.
Die Zuschauer im Speisesaal tobten vor Vergnügen, als er auf halbem Weg abrutschte, von einem verdutzten Leo aufgefangen wurde, der dann ebenfalls die Balance verlor und beide schließlich mit einem lauten Rumms, unter dem Tisch landeten.“Strafpunkt für Team Katzen“,
wieherte Ballerina und stiess dabei mit ihrem Schweif ein paar weitere Näpfe vom Tisch.
Luna verdrehte die Augen und machte sich auf den Weg zu ihrem Pavillon.
Valerion folgte ihr unauffällig.Als sie die kleine Pforte zu ihrem Aufgang erreicht hatte, dort erstaunt die frischen Zweige mit Katzenminze vorfand und sich spontan, genüsslich darin wälzte, zog Valerion sich diskret zurück.
Sie hatte sein Geschenk also gefunden und für gut befunden.
Aus sicherer Entfernung bewunderte er die anmutige Silhouette seiner heimlichen Liebe, die in der Dämmerung wilde Sprünge, fast bis in den Sternenhimmel des Sternengartens machte.
Er wartete, bis sie schließlich mit einem Zweig Katzenminze im Mäulchen, im Pavillon verschwunden war.
Dann suchte er sich ein gemütliches Plätzchen im Sternenstaub und beschloss, diese Nacht vor ihrem Haus zu wachen.
Falls Luna heute Nacht vielleicht doch noch Träume auf die Erde senden wollte, dann würde er ihr dabei helfen….
🐾

Kapitel IV

„…und was hat Mama noch gesagt? Warum ist sie überhaupt zu dir gekommen und nicht zu mir? „
Mr Darcys Näschen legte sich kummervoll in tiefe Falten, während er aufmerksam Captains Schilderungen lauschte. Immer wurde sein kleiner Bruder bevorzugt! Sogar im Traum!“…weil du schon Mäuse fangen kannst und mir musste sie es erst erklären…sie hat doch aber gesagt, dass sie stolz auf uns beide ist!“
antwortete Captain ungewohnt einfühlsam und fügte dann schnell noch hinzu,
„oder sie kam zu mir, weil du gerade wieder einmal so laut geschnarcht hast, dass du sie in deinem Traum gar nicht hören konntest. ..“
Er wich geschickt einem heftigen Prankenhieb aus und sprang vom Bett.“Bestimmt besucht sie uns bald wieder einmal.
Jetzt lass uns zu den Teichen gehen!
Ich habe da etwas entdeckt, das musst du dir unbedingt ansehen!
Es ist grün und nackt, ohne ein einziges Haar!
Es hat vier Pfoten, so wie wir und es macht lustige Geräusche, wenn man es herum trägt.
Wenn wir das unserer neuen Mama zum Geschenk machen, wird sie begeistert sein…“Damit war die Eintracht wieder hergestellt und bald ragten nur noch zwei weiße Schwanzspitzen aus dem hohen Gras, die sich einträchtig nebeneinander, Richtung Teiche bewegten…
🐾„Wie hast du eigentlich den Vater der Austen Jungs kennengelernt? Vermisst du ihn manchmal?“
Die zierliche weiße Siamkatze ließ sich ihre Überraschung über Lunas Frage nicht anmerken. Auch wenn sie dieses plötzliche Interesse etwas seltsam fand.
Sie schleckte genüsslich den letzten Tropfen Rahm von ihrem Frühstücksnapf und nickte Iron dafür anerkennend zu, ehe sie antwortete.“Er biss mir in den Nacken.
Nicht so schmerzhaft, wie die anderen Kater, die ihr Glück bei mir versuchten sondern eher sanft.
Ich hätte ihm leicht die Nase zerkratzen können und ihm eine Lektion erteilen.
Aber irgend etwas an ihm war anders.
Mr Darcy hat viel von seiner Kraft und tollpatschigen Art geerbt.
Auch den sanften Charakter hat er von seinem Vater. Er war nie aggressiv obwohl er mit Abstand der größte und stärkste Kater im Revier war.
Also bin ich bei ihm geblieben.
Und er war bis zum Schluss an meiner Seite, bis zu meinem letzten Atemzug unter den Rädern eines Autos.
Er war ein Streuner und Gentleman…“
Verträumt strich sie mit der Pfote den letzten Rest Rahm aus ihren Schnurrhaaren.
‚Warum fragst du das?“Ihr vertrauliches Gespräch wurde unsanft unterbrochen.
Lilly galoppierte auf Ballerinas Rücken in den Speisesaal, gefolgt von einem Rudel Hunde.
Schnitzeljagd war die neue Lieblingsbeschäftigung aller Sternengartenhunde.
Nicht nur Leo sondern auch Csipi und Bingo machten begeistert dabei mit und suchten den nächsten Hinweis, den Lilly im Speisesaal versteckt hatte. Mitterweile hatte Lilly offensichtlich längst wieder vergessen, wo ihr Hinweis war und der Lärm wurde immer ohrenbetäubender.“Hast du Lust auf einen kleinen Ausflug zum Ausguck, meine Liebe?“
Inmitten des Trubels war Valerion, zwischen den Hunden hindurch, zu ihnen an die Tafel geschlüpft .
Luna antwortete ihm mit einem freundlichen Schnurren und damit war das Gespräch mit der weißen Katze vorerst beendet.“Ich muss dir unbedingt etwas erzählen!
Letzte Nacht hat mir Lilly Katzenminze vor die Türe gelegt. Meine kleine, vergessliche Schwester hat sich tatsächlich gemerkt, wie sehr ich Katzenminze liebe!
Luna schniefte gerührt und bemerkte daher nicht, wie das Leuchten in Valerions Augen für einen kurzen Moment, ein klein wenig verblasste…“Willst du mir nicht endlich verraten, was du deinem Menschen für einen Traum senden wirst?“
fragte er schließlich.
Und dann begann Luna damit, ihm zu erklären, was sie vorhatte…

Kapitel V

Captain zuckte im Schlaf nervös mit den Schnurrhaaren.
Die resolute Katzendame machte ihm fast ein wenig Angst, während sie entschlossen ihre Anweisungen vortrug und immer wieder streng nachfragte, ob er auch alles verstanden hätte.“Ich soll also dafür sorgen, dass unsere Mama endlich doch noch ihr Buch schreibt und dass sie nicht nur Katzengeschichten verfasst sondern eine der romantischen Erzählungen veröffentlicht, die irgendwo bei uns im Keller in einem Karton herum liegen?“Die weiße Katzendame nickte und sah ihm dabei prüfend in die Augen.
‚Du weißt, was du zu tun hast?“Captain hatte keinen Plan, was genau sie eigentlich erwartete aber er wagte nicht zu fragen, was „romantisch“ bedeuten sollte.
Sicher war das etwas gefährliches, wenn es in einer verschlossenen Kiste im Keller verborgen war.
Und warum jetzt plötzlich ein Buch?
Was war gegen Katzengeschichten einzuwenden?
Er fand es immer toll, wenn Mr. Darcy und er die Helden in einer Geschichte sein durften.
Es machte Spass, der Held einer Geschichte zu sein!
Aber ehe er weitere Fragen stellen konnte, war die weiße Katzendame bereits wieder verschwunden.
Etwas verwirrt kuschelte er sich an seinen großen Bruder und als er am nächsten Morgen aufwachte, beschloss er, diesen seltsamen Traum einfach wieder zu vergessen.
🐾„Ich bin mir nicht sicher, ob es geklappt hat!“
Luna blickte Valerion fragend an.
Verlegen wich er ihrem intensiven Blick aus.
Nach wie vor störte ihn seine unförmige Nase, die zwar im Sternengarten auf wundersame Weise abgeheilt war, aber hier genau wie auf der Erde, nur noch aus einzelnen Knochentrümmern bestand, die niemals wieder an ihren richtigen Platz fanden.
Anfangs war er jeden Tag nach seiner Ankunft an den kleinen See gegangen, um sein Spiegelbild zu prüfen.
Eigentlich störte sie ihn nicht wirklich. Nicht mehr! Hier war jeder richtig, genau so, wie er war. Auch seine Herzensmenschen hatten ihn stets liebevoll angesehen…
Aber seit Luna im Sternengarten wohnte, fühlte er sich unwohl.
Was sie wohl denken mochte, wenn sie ihn so ansah? Ob sie sich abgestoßen fühlte? Sie war so vollkommen…Luna stellte enttäuscht fest, dass Valerion gar nicht richtig bei der Sache war.
Offensichtlich interessierte ihn gar nicht, was ihr so am Herzen lag.
Seltsam, als sie ihm von ihrem Vorhaben erzählt hatte, schien es, als wären sie verbundener denn je.Von ihm stammte der Rat, die Idee mit dem Buch doch lieber den Austen Boys zu überlassen. Sie wussten am besten, wann sich eine günstige Gelegenheit bot und bei ihnen würde sie nicht sofort in Abwehrhaltung gehen. Sie tat alles, was die kleinen Racker wollten.
Valerion war so klug. Und ein echter Gentleman!
Und nur halb so alt, wie sie! Und kein bisschen interessiert!
Luna legte ärgerlich die Ohren an.
Er würde sie immer nur als alte Freundin sehen.“Lass uns zu den anderen gehen. Ich denke, fürs erste haben wir genug getan. Wir werden sehen, was die Austen Boys daraus machen…“Sie wartete nicht auf eine Antwort sondern stolzierte mit hoch erhobenem Schwanz an Valerion vorbei, Richtung Speisesaal.

Kapitel VI

cropped-generation-botox2.jpg„Wenn du an einem wunderschönen Strand bist …
die Sonne scheint, der Sand rieselt warm durch deine Zehen und das Meer lädt zum baden ein… dann ist es ein schöner Tag.Wenn du an dem gleichen Strand bist…
die Sonne scheint genauso freundlich, der Sand rieselt immer noch warm durch deine Zehen, das Meer ist nach wie vor einladend… aber du siehst all das nicht, weil du stattdessen einzig den Horizont nach einem Schiff absuchst, das auch an diesem Tag nicht eintrifft…dann ist es ein trauriger Tag.Genauso ist es mit der Liebe.
Wenn du einzig nach der großen
Liebe Ausschau hältst und dabei übersiehst, was das Leben dir sonst noch jeden Tag zum Geschenk macht, dann wirst du vielleicht niemals glücklich werden…“Sie las noch einmal, was sie ihrer Heldin vor langer Zeit in den Mund gelegt hatte, schüttelte mit dem Kopf und drückte dann entschlossen auf DELETE, Datei Löschen.
Diese Geschichte funktionierte einfach nicht, sie würde niemals fertig werden und die Heldin klang von Kapitel zu Kapitel düsterer.
Weg damit! Sie hätte diesen Unsinn bereits längst von der Festplatte werfen sollen. Es war reine Zeitverschwendung!
🐾Enzo legte seine Ordner beiseite als Valerion anklopfte.
Auch im Sternengarten hielt er an seiner Lieblingsbeschäftigung fest und führte dort akribisch Buch über alle Vorgänge.
Der alte Kater wusste, wer neu eingetroffen war, welchen Teil des Sternengartens sich der neue Gast für seinen Aufenthalt ausgesucht hatte, er wusste sogar, wieviel Geschirr pro Woche, im Speisesaal zu Bruch ging, wenn ihn jemand danach gefragt hätte.
Aber auch sonst wusste Enzo vieles. Besonders die jungen Katzen liebten den weißen Kater für seine Geduld und Güte.“Was ist mit dir, Valerion. Du wirkst bedrückt. Ist etwas passiert?“Enzos kluge Augen verengten sich besorgt zu schmalen Schlitzen, während Valerion sein Herz ausschüttete,
Er lauschte seinem Freund aufmerksam und verzog keine Miene, einzig die Schwanzspitze zuckte etwas, als Valerion seine Geschichte mit den Worten beendete:“Sie wird sich niemals in einen Straßenkater wie mich verlieben, sieh mich doch an… das ist mir heute klar geworden.
Ich glaube, ich werde in einen anderen Teil des Sternengartens umsiedeln.
Weisst du vielleicht, wo noch ein paar alte Freunde,von meiner Zeit auf der Straße, im Sternengarten wohnen?
Dort würde ich gerne hingehen…““Du weisst es nicht, oder?“
fragte Enzo, nachdem er eine Weile überlegt hatte, ob er diese Information überhaupt weitergeben dürfte.“Ich weiß was nicht?““Die Briefe, all die Briefe an dich, während deines Aufenthalts in Krankenkäfigen und Kliniken, als du dich aufgeben wolltest…“Was haben diese Briefe damit zu tun?“,
unterbrach Valerion ihn ungewohnt schroff.“Es war das Schönste, was mir bis dahin jemals, jemand gesagt hat. Wort für Wort für Wort. Ich weiss bis heute nicht, wer sie verfasst hat aber ich habe sie tausend mal gelesen.
Sie haben mir Hoffnung geschenkt und den Willen, durchzuhalten.
Was hat das damit zu tun, dass ich es nicht ertrage, von Luna beständig übersehen zu werden?“Luna hat diese Briefe an dich geschrieben. Sie waren von ihr. Du warst immer etwas Besonderes für sie.
Ich weiß es sicher, weil wir zusammen gearbeitet haben.
Nicht viele Kater haben solche Zeilen von ihr erhalten. Wenn ich mich richtig erinnere, gar keiner, außer dir….“Enzo schnurrte belustigt und widmete sich dann wieder seinen Aktenordnern.
So schnell hatte er seinen alten Freund noch nie laufen sehen … ein bisschen tat Valerion ihm auch leid. Luna würde es ihm nicht einfach machen. ….

Kapitel VII

„Geht es dir gut, da wo du jetzt bist?
Bist du glücklich im Sternengarten?“

Sie streckte die Hand aus und strich ihr zärtlich über den Rücken.“Ich dachte schon, du besuchst mich gar nicht mehr in meinen Träumen.
So schön, dich zu sehen…“Luna antwortete mit einem zufriedenen Schnurren und drückte spontan ihr Köpfchen der Hand entgegen.Mit diesem Traum wollte sie ausnahmsweise keine Mission voran bringen.
Dieser Traum gehörte ihr ganz allein.
Sie war glücklich im Sternengarten… aber an manchen Tagen, fehlte ihr Mensch ganz besonders…und heute war so ein Tag gewesen.Für eine Weile betrachteten sie schweigend den Sternenhimmel.
Es war dieses besondere Schweigen, das sich vertraut und friedlich anfühlt und das man nur mit jemandem teilen kann, dem man im Herzen ganz nahe ist.
So unterhielten sie sich die ganze Nacht, ohne ein weiteres Wort zu sagen.FB_IMG_1573059105572.jpg🐾Iron und Powder blickten zufrieden auf ihre neueste Kreation.
„Mäuseragout an Sahnesoße.
Sie werden es lieben!
Hast du dir das Rezept gemerkt?“Iron antwortete seinem besten Freund Powder, mit einem Pfötchen High Five.“Natürlich habe ich mir das Rezept gemerkt!
Wir werden es für das Hunderudel noch etwas abwandeln.
Sie kommen neuerdings fast jeden Abend am Katzentisch vorbei, weil ihnen unsere Küche am besten schmeckt…“Das verbliebene Auge des kleinen Katers funkelte förmlich vor Stolz und Freude, während sie die Sternenstaub Mäuse appetitlich anrichteten.“Möchtest Du einmal kosten, Valerion?“Aber Valerion war nicht nach Mäuseragout.
Suchend sah er sich in der Küche um.“Habt ihr Luna heute schon irgendwo gesehen?
Ich habe sie beim Frühstück vermisst und am Ausguck war sie auch nicht!
Seit gestern Abend ist sie wie vom Erdboden verschluckt!“Sie wird schon wieder auftauchen. Du weißt doch, dass sie manchmal ganz gerne alleine für sich ist.
Komm, probier mal die Sahnesoße. Iron hat sich heute selbst übertroffen.“Powder portionierte geschickt einen Löffel aus dem riesigen Topf und reichte ihn an Valerion weiter.
🐾„Gehst du mit in den Keller, Spinnen jagen?“Captain ließ sich nicht lange bitten und folgte seinem großen Bruder eilig die steile Treppe hinunter.
Der alte Keller war der ideale Abenteuerspielplatz für Katzen.
Alles roch interessant nach Moder und alten Geschichten.
Es krabbelte und raschelte an jeder Ecke und kein Tag verging, ohne eine spannende Entdeckung. Nicht jede schmeckte gut aber die dicken, schwarzen Spinnen, die hier unten lebten, waren zu köstlich!Während Mr. Darcy sofort damit begann, die dunklen Ecken nach Beute abzusuchen, war Captain nicht ganz bei der Sache.
Sein Traum war ihm plötzlich wieder eingefallen und er hatte ein schlechtes Gewissen…

Kapitel VIII

🐾„Ich soll dich ganz lieb von ihr grüßen“,
hat sie gesagt.“Sie denkt oft an dich und ich habe ihr dann erzählt, wie du hier im Sternengarten mit den Pferden und Hunden durch die Wiesen tollst.Es ist schön, in ihrem neuen Zuhause, es hätte dir sehr gefallen.
Ich habe viele Schlangen am Weiher gesehen und ganz in der Nähe ist ein Pferdehof.
In lauen Nächten kann man sie von der Weide wiehern hören…“Luna blickte sich neugierig in Lillys Behausung um, während sie von ihrem Traum erzählte.
Jeder baute sich im Sternengarten ein Haus nach seinen Wunschvorstellungen und Lillys Wunschvorstellung war offensichtlich, eine wilde Mischung aus der Villa Kunterbunt und einem Hobbit Haus.
Luna rümpfte das Näschen, als ihr Blick auf die Unordnung im Raum fiel.
Typisch ihre kleine Schwester!
Und welche Katze, die etwas auf sich hielt, hatte schon Pferdeposter an der Wand?Trotzdem war sie letzte Nacht sehr froh gewesen, hier Unterschlupf zu finden.
Ihr Pavillon schien auf einmal viel zu groß, für eine Katze allein und bei Lilly brannte noch Licht…“Es ist schön, dass du dich endlich entschlossen hast, mit uns in diesem Teil des Sternengartens zu wohnen.
Als du damals auf Ballerina in den Speisesaal eingallopiert bist, war ich fast ein bisschen stolz auf dich.
Aber nur fast…ich wusste, dass zusammen mit dir, das Chaos bei uns einziehen würde…
Luna zwinkerte Lilly zu.“Danke, übrigens, für die Katzenminze, die du mir vor die Pforte gelegt hattest. Wo hast du sie gepflückt?
Es ist ausgezeichneter Stoff…ich habe geschlafen, wie ein Baby-Kätzchen….“Lilly schnurrte abwesend und begann mit der Morgenwäsche.“Ich mag Pferde. Vielleicht werde ich im nächsten Leben eines sein…“Katzenminze? Welche Katzenminze???“Sie legte die kleine Stirn in Falten und dachte angestrengt nach.“Warum hätte ich dir Katzenminze vor die Türe legen sollen? Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.
Vielleicht solltest du den gefleckten Kater mit der großen Nase fragen, der immer vor deiner Pforte herumlungert. Wie war noch einmal sein Name?““Valerion. Sein Name ist Valerion!
Und seine Nase ist nicht groß. Sie ist genau richtig, so wie sie ist!…
Und jetzt muss ich gehen…ich muss etwas dringendes erledigen. Du entschuldigst mich, Schwesterherz…“Lilly sah ihrer Schwester verwundert nach, die mit einem kühnen Sprung aus dem Fenster verschwunden war und widmete sich dann wieder seelenruhig ihrer Katzenwäsche.
🐾Wirklich gefährlich sahen die Kartons nicht aus, überlegte Captain.
Er schnüffelte vorsichtig an den Ecken, ehe er sich in den schmalen Spalt zwängte und den Inhalt des ersten Kartons begutachtete.
Auch für Katzenaugen war es ziemlich dunkel aber er konnte viele Blätter ausmachen.Papier! Knisterbällchen! Jede Menge davon!
Captain vergaß sofort, was er eigentlich vorgehabt hatte und begann begeistert damit, das Papier im Inneren des Kartons in Fetzen zu reißen und sich aus den zerkauten Schnipseln eines seiner geliebten Raschelbällchen zu formen.
Er war ein echter Glückskater! Er hatte im Keller sein Knisterbällchen Paradies entdeckt…Laut miaute er die frohe Botschaft aus dem Karton, damit Mr. Darcy auch mitspielen konnte.
🐾Enzo war nicht wirklich überrascht, als Luna ohne vorher anzuklopfen, in sein Sternengarten Büro stürmte.
Gelassen legte er den Ordner beiseite und machte sich für einen ihrer berüchtigten Wutausbrüche bereit.“‚Du hast Valerion erzählt, von wem die Briefe waren?
Hat dir schon einmal jemand erklärt, was „anonym“ bedeutet?
A–N-O-N-Y-M!!!!“Sie lief aufgebracht vor seinem kleinen Schreibtisch auf und ab und ihre blauen Augen sahen ihn dabei vorwurfsvoll an.“Gerade habe ich eine Nachricht von ihm in meinem Briefkasten gefunden.
Er hat sich bei mir bedankt und geschrieben, dass dieser „wunderbare Hinweis „, wie er es nannte, von dir stammte.Was hast du dir dabei gedacht, Enzo?
Wir beide waren uns damals darüber einig, dass niemand davon erfährt!
Er wird mich jetzt für eine sentimentale Spinnerin halten.
Heilige Bastet!
Wenn ich daran denke, was ich ihm alles geschrieben habe, damit er endlich um sein Leben kämpft und weiß, dass er geliebt wird!
Du hättest es ihm nicht sagen dürfen!
Wenn das die Runde macht, wird mich niemand mehr ernst nehmen und ich kann mich nirgends mehr blicken lassen…“Lunas erste Wut war verpufft und Enzo nutzte diese Pause, um seiner lieben aber etwas anstrengenden Freundin, etwas zu erklären…Das letzte Kapitel dieser Geschichte …
🐾Leo. Krümelchen. Apollo. Bonnie. Miezi. Mona. Rübe. Ninja. Bruno. Suchota. Ballerina. Rodriguez. Faith. Fiete…Für Faith und die anderen kleinen Racker würde man wohl einen extra stabilen Kinderkatzen Tisch aufstellen müssen. Sonst würde das Geschirr keine 5 Minuten überleben. „Lilly unbedingt an den Kitten-Tisch setzen“, notierte er gewissenhaft am Rande der Tabelle.Enzo hatte Luna nach ihrem Gespräch noch auf einem kleinen Spaziergang Gesellschaft geleistet und listete jetzt konzentriert die Namen all der Sternengarten Bewohner, die eine Einladung erhalten sollten. Niemand sollte vergessen werden!
Gut, dass die große Tafel unendlich erweitert werden konnte!
Das hätte er sich für seine Arbeit auf der Erde auch sehr gewünscht! Futter und Köstlichkeiten für jeden der Hunger litt, in Hülle und Fülle!Iron und Powder würden alle Hände voll zu tun haben, die Gäste satt zu bekommen.
Aber sie würden begeistert sein, jeder würde begeistert sein, über diese Einladung.
Es war immer gut, vorbereitet zu sein!Daher machte Enzo sich bereits jetzt Gedanken über ein Fest, dessen Gastgeber noch nicht die leiseste Ahnung hatten, dass es stattfinden würde.
Der alte Kater schnurrte zufrieden und strich sein weißes Fell glatt, als er schließlich die Liste in die Schreibtisch Schublade ablegte.
Immer einen Schritt voraus zu denken, hatte sich stets bewährt.Wenn Lunas Stolz und Valerions Schüchternheit, dem großen Kürbis nicht einen Strich durch die Rechnung machten, würde man ihn bald mit den Vorbereitungen für ein großes Ereignis betrauen.
Er war bereit!
🐾Als sie in den Keller hinab stieg, um nachzusehen, wo ihre Jungs so lange steckten und was sie wieder angestellt hatten, sah sie die Bescherung bereits auf der Treppe!Papierfetzen! Überall verstreut lagen Papierfetzen am Boden und dazwischen die Scherben des Kaffee Services, das sie auf den Stufen abgestellt hatte, um es später zu säubern und nach oben zu bringen.
Das hatte sich jetzt wohl erledigt!
Sie versuchte, nicht in die Scherben zu treten und bahnte sich kopfschüttelnd einen Weg durch das Papiergestöber.
Zumindest wusste sie jetzt, warum die beiden seit Stunden nicht mehr aufgetaucht waren.Captain? Darcy? Wo seid ihr?!!!
Während sie vorsichtig die verwinkelten Kellerräume durchsuchte, immer auf der Hut, keiner Spinne am Lichtschalter zu begegnen, rollte eine Papierkugel genau vor ihre Füße.
Nach wie vor gab es keine Katze dazu.
Aber Captain konnte nicht sehr weit sein und wo Captain war, da war auch Mr Darcy zu finden.
Was hatten sie hier eigentlich auseinander genommen? Doch nicht etwa den Karton mit ihren Steuerunterlagen?Sie hob die Papierkugel auf und entfaltete den zerknitterten Text. Dann
setzte sich auf einen der herum stehenden Kartons und las immer und immer wieder, die wenigen Sätze, die Captain aus ihrem längst vergessenen Manuskript gerissen hatte.
Irgendwo musste der Karton also noch sein, in dem der gesamte Text gelagert war. Sie hatte längst vergessen, dass dieser Entwurf noch existierte.
Mit ein paar Verbesserungen und Switches hier und da, könnte diese Story funktionieren. Captains Papierkugel war ein wahrer Schatz!Mr. Darcy und Captain beobachteten erleichtert aus ihrem sicheren Versteck, dass es diesmal scheinbar kein Donnerwetter für ihre Schnitzeljagd gab und schlichen sich an ihr vorbei, um im Garten Motten zu jagen.
Im Keller waren sie für heute fertig!
🐾Luna verfolgte fasziniert, wie Captain und Darcy ihre Mission eher versehentlich erfüllten und schnurrte gerührt.
Die beiden Lausejungs waren einfach zauberhaft und würden ab jetzt sicher ohne ihre Hilfe dafür sorgen, dass ihr Mensch endlich damit begann, den großen Traum von einem Buch nicht nur zu träumen sondern endlich in die Tat umzusetzen.
Es war an der Zeit, sich wieder um ihre eigenen Probleme zu kümmern.
Vermutlich lachte gerade der gesamte Sternengarten über sie.Sie wischte mit der Pfote ärgerlich einige Krümel Sternenstaub von ihrem Rücken und blickte dabei unvermittelt in ein Paar Augen, die sie liebevoll ansahen.
Es waren Valerions Augen.
Es war nicht Sternenstaub, was sie auf ihrem Rücken gespürt hatte.
Valerions Pfote streichelte sanft über ihr Fell.Lunas Nackenhaare stellten sich auf. Erst vor Schreck und dann vor Wohlbehagen. Diese kräftige und doch sanfte Pfote auf ihrem Fell, fühlte sich noch viel besser an, als in ihren schönsten Träumen.Es gilt in Katzenkreisen als sehr unhöflich, sich tief in die Augen zu sehen, wenn man sich nicht gerade innig liebt.
Einzig dann ist es erlaubt und dann gilt es als ewiges Versprechen.Valerion und Luna sahen sich endlos lange,
endlos tief in die Augen.
Ihre Augen sprachen schließlich aus, was keiner der beiden zu gestehen wagte.
Und dann funkelte der Sternenhimmel über dem Sternengarten noch ein wenig heller, als sonst, während die beiden eng aneinander gekuschelt, Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedeten…
Denn es ist die Liebe, einzig unsere Liebe, die das Universum zum Leuchten bringt.
🐾 ENDE 🐾(c) Bettina Marie Schneiderwww. Lunas-sternengarten.de

Tierschutz

Es ist schon ein bisschen gruselig…

Es ist schon ein bisschen gruselig.
Mein Artikel, ein Gedankenspiel über den (vielleicht existenten) Todeswunsch der Schweine,
die lange Wochen in Kastenständen ihr armseliges Dasein fristen,
hat sich im Netz verbreitet, wie ein Flächenbrand.
Allein auf diesem Blog hier war die Reichweite bisher über eine halbe Million Leser.
Dazu kommen die unautorisierten Kopien (diesmal ausnahmsweise OK  ), die auf anderen Plattformen und Webseiten erscheinen und die Veröffentlichungen in mehreren News Portalen, allen voran, Focus.

Wow…Ziel erreicht.
Diesen Beitrag haben wohl oder übel auch manche Menschen gelesen, die sich bisher nur sehr am Rande mit der Herkunft ihres Schnitzels beschäftigt hatten. Nach dem Motto:
„Wenn es erlaubt ist, wird es schon seine Richtigkeit haben“….
Ich dachte das ja auch lange Zeit, bis mir die Abgründe der deutschen „Lebensmittelerzeugung“ geläufig waren.
Nicht Ausnahmen, sondern die Regel, wenn Tiere vor dem Tod noch vermeidbares, zusätzliches und vor allem, schreckliches Leid erfahren.
Weil Geiz geil ist und so ziemlich alles andere wichtiger erscheint, als Rücksicht oder Gnade. Ja, Gnade!…

Neben der unglaublich positiven Resonanz, schlägt mir jedoch für diesen Blog auch ein Hass entgegen, den ich bemerkenswert finde.
Ich bin manches gewohnt aber den Vorwurf der „Volksverhetzung“,
den Vergleich mit einer „Nazisau“, die Empfehlung, einen Psychiater zu konsultieren, die Unterstellung, ich würde Lust am Leiden der Tiere empfinden…das war dann doch neu.

Natürlich ist man sich in bestimmten Kreisen auch darüber einig, dass ich keine Ahnung von Schweinen und von Schweinemast habe.
Glaubt man diesen Kommentatoren, dann wäre jede Mastanlage kuschliger als ein Streichelzoo, naja…

Offensichtlich habe ich einen empfindlichen Nerv getroffen.

Den Menschen ist vielleicht doch nicht ganz egal, wenn Tiere vermeidbares Leid erfahren.
Es war kein reines „Veganer Thema“ sondern es erreichte auch den überzeugten Ich-kaufe-nur-Bio-Fleisch-beim-Metzger-meines-Vertrauens, Verbraucher.
Wenn er es denn dann nur einmal wirklich und konsequent tun würde…

Gruselig, plötzlich so viel Hass auf sich vereinigt zu sehen, obwohl man einzig die Wahrheit schreibt.
Ich hätte das auch noch viel drastischer formulieren können und es wäre dem wirklichen Leid immer noch nicht wirklich gerecht geworden.

Gruselig … aber auch wunderschön, dass meine Stimme gehört wird.
Ich hatte versprochen, dass ich ihnen meine Stimme schenken würde.
Bitte tut ihr das auch 

Bild1

Bildrechte (c) PETA

Geschichten, die der große Kürbis schrieb, Katze, Kurzgeschichten, Lunas Sternengarten Geschichten, Seelenmarzipan

Die Magie der Träume Teil I – III

Die Magie der Träume – Teil I

Captain tat das, was er am liebsten tat, wenn er damit fertig war, für einen Tag genügend Unsinn anzustellen.
Er lag eng an seinen großen Bruder gekuschelt auf der Couch und träumte von neuen Abenteuern. Der junge weiße Kater, liebte Abenteuer und konnte nicht genug davon erleben.

Daher war er erst nicht begeistert, als mitten in der wilden Mäusejagd eine weiße Katze über ihm auftauchte und ihn am Schlafittchen packte.

„Mama??? Bist du das?“,
quiekte er glücklich, als er erkannte, wer ihn da gerade gestört hatte.

Sein Schwanz zuckte im Schlaf vor Aufregung und Freude wild hin und her, als seine Mutter ihm geduldig erklärte, wie man eine Maus nicht nur fängt sondern schnell und schmerzlos tötet.
Er war selig, sie nach all der Zeit wiederzusehen und als sie ihm dann noch sagte, wie stolz sie auf ihre beiden Jungs ist und vom Sternengarten immer über sie wachen würde, da vibrierten seine Schnurrhaare vor Glück im Schlaf.

Luna hatte die rührende Szene von ihrem Platz, am Rand des Sternengartens ebenfalls mitverfolgt. Sie lächelte.
Also war mittlerweile auch ihre liebe Freundin darauf gekommen, wie einfach man Träume zu seinen Liebsten schicken kann, wenn man nur daran glaubt und genügend Sternenstaub mit auf die Reise sendet.

Ein bisschen Erziehung würde den Austen Boys nichts schaden und wer könnte das besser, als deren Mutter, die nie dazu Gelegenheit hatte. Sie war damit beschäftigt gewesen, die beiden vor einem frühzeitigen Tod zu bewahren, sie vor Hunden und Autos und anderen Katzen zu beschützen und dabei selbst nicht zu verhungern. Es war ihr gelungen.
Ihre Jungs hatten überlebt.

Luna seufzte. Es war nicht einfach gewesen, die beiden weißen Kätzchen aus einem Tierheim in Spanien, zu ihrem Menschen zu bringen.
Einige Träume waren notwendig, bis sie erkannt hatte, wo die neuen Herzenskatzen warten und noch ein paar mehr, bis sie es wagte, ihrem Herzenswunsch zu folgen.
Was würde ihr Lieblingsmensch nur ohne sie tun?

Aus der Ferne hörte sie Pferde wiehern und Hunde bellen, es schepperte laut.
Vermutlich hatte der kleine Faith wieder mit Csipi und ihrer Schwester Lilly, Fangen am Tisch gespielt.
Luna fauchte ärgerlich und war kurz abgelenkt. Die rosa Wolke aus Sternenstaub, in die sie ihren Traum gehüllt hatte, fiel zurück auf den Boden und löste sich in viele keine, rosa glitzernde Staubkörnchen auf.

Vielleicht war das ein Zeichen.
Luna wusste Zeichen seit jeher zu deuten und beschloss, noch einmal gründlich über den Traum nachzudenken, den sie ihrem Menschen senden wollte.
Es würde nicht einfach werden, denn wenn es im Universum jemanden gab, der genauso dickköpfig war, wie wie selbst, dann war das ihr Lieblingsmensch.
Man musste behutsam vorgehen.
Und man musste dafür sorgen, dass die tägliche Party im Sternengarten zukünftig etwas leiser stattfinden würde und ohne Scherben!

Die alte Katzendame erhob sich und dehnte dabei genüsslich sämtliche Muskeln, dann putzte sie sorgfältig den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell.
Ihr Fell sollte perfekt aussehen, wenn sie gleich auf Valerion traf….

Die Magie der Träume Teil II

Sie band die widerspenstigen Zweige der alten Kletterrose an das Holzgitter, pflückte dann spontan eine der Blüten und steckte sie sich ins Haar.
Es war ein magischer Moment.

Die letzten Sonnenstrahlen streichelten über die Blumenpracht im Garten, vom Haus tönte leise Klaviermusik und zwei weiße Katzen tollten ausgelassen über den Rasen.
Ein Moment des Glücks.
Dann drehte sie sich um und ihr Blick fiel unvermittelt auf das Grab.

Für einen kurzen Augenblick kam völlig unerwartet, die Trauer zu Besuch ins Paradies.
Zusammen mit Luna waren auch viele Träume hier begraben… gut verwahrt, in Rosen gebettet und bewacht von einem Kürbis, der prächtig gedieh.
Seine Blüten und Blätter waren Sinnbild für das neue Leben, das aus Vergangenem entstanden war.
Der Kreislauf des Lebens. Sie seufzte.

Ein aufgebrachter Mr. Darcy unterbrach ihre Gedanken.
Er wollte seine neueste Beute unbedingt für sich behalten und Captain war entschlossen, sie ihm wieder abzujagen.
Bei ihrer wilden Verfolgungsjagd, über Gartenstühle und Fensterbänke, warf er alles um, was gerade im Weg stand.
Wie oft hatte sie sich ausgemalt, dass die Austen Jungs durch diesen Garten toben würden.
In ihren Träumen waren sie dort bereits Zuhause, ehe es überhaupt ein Karma Cottage gab, vielleicht sogar schon, ehe es die Austen Boys gab.
Manchmal ist es schwer, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Die Grenze zwischen Realität und Träumen ist ein schmaler Pfad und der Weg ändert sich täglich, weil wir ihn selbst erschaffen. Immer wieder neu.

Sie zupfte die Blüte wieder aus dem Haar und legte sie dann neben die kleine Katzen Skulptur aus Sandstein, die bereits zu Lunas Lebzeiten geschaffen wurde und die mit in das Karma Cottage gezogen war.
Höchste Zeit, zurück ins Haus zu gehen.
Es wartete noch jede Menge Arbeit…

„Ist das hier jetzt der neue Partyraum? Entweder ihr seid etwas leiser oder ihr sucht euch einen anderen Ort als den Speisesaal, zum Krachmachen!“

Luna peitschte ungeduldig mit dem Schwanz, während Iron und Powder, die Küchenchefs im Sternengarten, geduldig das zerbrochene Geschirr wieder einsammelten.
Lillys neueste Idee hatte für viel Erheiterung aber auch für jede Menge Bruch gesorgt.

„Warum bist du in letzter Zeit so schlecht gelaunt, Schwesterherz?
Hat Captain wieder einmal auf dein Grab gepinkelt?
Verbring nicht so viel Zeit am Ausguck!
Vielleicht möchtest du auch einmal probieren, ob du mit einem einzigen Sprung über die gesamte Tafel springen kannst?
Wir stehen gegen die Pferde derzeit gut im Rennen….“

Der kleine Faith schnurrte entzückt, nahm Anlauf und setzte bereits zum nächsten Sprung an.
Die Zuschauer im Speisesaal tobten vor Vergnügen, als er auf halbem Weg abrutschte, von einem verdutzten Leo aufgefangen wurde, der dann ebenfalls die Balance verlor und beide schließlich mit einem lauten Rumms, unter dem Tisch landeten.

„Strafpunkt für Team Katzen“,
wieherte Ballerina und stiess dabei mit ihrem Schweif ein paar weitere Näpfe vom Tisch.
Luna verdrehte die Augen und machte sich auf den Weg zu ihrem Pavillon.
Valerion folgte ihr unauffällig.

Als sie die kleine Pforte zu ihrem Aufgang erreicht hatte, dort erstaunt die frischen Zweige mit Katzenminze vorfand und sich spontan, genüsslich darin wälzte, zog Valerion sich diskret zurück.
Sie hatte sein Geschenk also gefunden und für gut befunden.
Aus sicherer Entfernung bewunderte er die anmutige Silhouette seiner heimlichen Liebe, die in der Dämmerung wilde Sprünge, fast bis in den Sternenhimmel des Sternengartens machte.
Er wartete, bis sie schließlich mit einem Zweig Katzenminze im Mäulchen, im Pavillon verschwunden war.
Dann suchte er sich ein gemütliches Plätzchen im Sternenstaub und beschloss, diese Nacht vor ihrem Haus zu wachen.
Falls Luna heute Nacht vielleicht doch noch Träume auf die Erde senden wollte, dann würde er ihr dabei helfen….
Die Magie der Träume- Teil III

„…und was hat Mama noch gesagt? Warum ist sie überhaupt zu dir gekommen und nicht zu mir? “
Mr Darcys Näschen legte sich kummervoll in tiefe Falten, während er aufmerksam Captains Schilderungen lauschte. Immer wurde sein kleiner Bruder bevorzugt! Sogar im Traum!

„…weil du schon Mäuse fangen kannst und mir musste sie es erst erklären…sie hat doch aber gesagt, dass sie stolz auf uns beide ist!“
antwortete Captain ungewohnt einfühlsam und fügte dann schnell noch hinzu,
„oder sie kam zu mir, weil du gerade wieder einmal so laut geschnarcht hast, dass du sie in deinem Traum gar nicht hören konntest. ..“
Er wich geschickt einem heftigen Prankenhieb aus und sprang vom Bett.

„Bestimmt besucht sie uns bald wieder einmal.
Jetzt lass uns zu den Teichen gehen!
Ich habe da etwas entdeckt, das musst du dir unbedingt ansehen!
Es ist grün und nackt, ohne ein einziges Haar!
Es hat vier Pfoten, so wie wir und es macht lustige Geräusche, wenn man es herum trägt.
Wenn wir das unserer neuen Mama zum Geschenk machen, wird sie begeistert sein…“

Damit war die Eintracht wieder hergestellt und bald ragten nur noch zwei weiße Schwanzspitzen aus dem hohen Gras, die sich einträchtig nebeneinander, Richtung Teiche bewegten…

🐾

„Wie hast du eigentlich den Vater der Austen Jungs kennengelernt? Vermisst du ihn manchmal?“
Die zierliche weiße Siamkatze ließ sich ihre Überraschung über Lunas Frage nicht anmerken. Auch wenn sie dieses plötzliche Interesse etwas seltsam fand.
Sie schleckte genüsslich den letzten Tropfen Rahm von ihrem Frühstücksnapf und nickte Iron dafür anerkennend zu, ehe sie antwortete.

„Er biss mir in den Nacken.
Nicht so schmerzhaft, wie die anderen Kater, die ihr Glück bei mir versuchten sondern eher sanft.
Ich hätte ihm leicht die Nase zerkratzen können und ihm eine Lektion erteilen.
Aber irgend etwas an ihm war anders.
Mr. Darcy hat viel von seiner Kraft und tollpatschigen Art geerbt.
Auch den sanften Charakter hat er von seinem Vater. Er war nie aggressiv obwohl er mit Abstand der größte und stärkste Kater im Revier war.
Also bin ich bei ihm geblieben.
Und er war bis zum Schluss an meiner Seite, bis zu meinem letzten Atemzug unter den Rädern eines Autos.
Er war ein Streuner und Gentleman…“
Verträumt strich sie mit der Pfote den letzten Rest Rahm aus ihren Schnurrhaaren.
‚Warum fragst du das?“

Ihr vertrauliches Gespräch wurde unsanft unterbrochen.
Lilly galoppierte auf Ballerinas Rücken in den Speisesaal, gefolgt von einem Rudel Hunde.
Schnitzeljagd war die neue Lieblingsbeschäftigung aller Sternengarten Hunde.
Nicht nur Leo sondern auch Csipi und Bingo machten begeistert dabei mit und suchten den nächsten Hinweis, den Lilly im Speisesaal versteckt hatte. Mittlerweile hatte Lilly offensichtlich längst wieder vergessen, wo ihr Hinweis war und der Lärm wurde immer ohrenbetäubender.

„Hast du Lust auf einen kleinen Ausflug zum Ausguck, meine Liebe?“
Inmitten des Trubels war Valerion, zwischen den Hunden hindurch, zu ihnen an die Tafel geschlüpft .
Luna antwortete ihm mit einem freundlichen Schnurren und damit war das Gespräch mit der weißen Katze vorerst beendet.

„Ich muss dir unbedingt etwas erzählen!
Letzte Nacht hat mir Lilly Katzenminze vor die Türe gelegt. Meine kleine, vergessliche Schwester hat sich tatsächlich gemerkt, wie sehr ich Katzenminze liebe!
Luna schniefte gerührt und bemerkte daher nicht, wie das Leuchten in Valerions Augen für einen kurzen Moment, ein klein wenig verblasste…

„Willst du mir nicht endlich verraten, was du deinem Menschen für einen Traum senden wirst?“
fragte er schließlich.
Und dann begann Luna damit, ihm zu erklären, was sie vorhatte…

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Fortsetzung folgt…

(c) Urheberrechte: Bettina Marie Schneider