Chance, Seelenmarzipan

Verzeihen bedeutet, die Hoffnung aufgeben

Du bist verletzt…traurig…man hat dich schlecht behandelt …dir Unrecht getan?

…Lass es los…

Alles, was in der Vergangenheit passiert ist,  alles was nicht JETZT gerade passiert, …lass es los, wenn du wirklich frei sein möchtest.

Sperre dich nicht selbst ständig im Gefängnis deiner Vergangenheit ein. Du verdienst es nicht, an diesem trostlosen Ort zu sitzen. Wenn du wirklich voran kommen möchtest, wirf den Ballast endlich von deinen Schultern.

Wenn du nicht möchtest, dass SIE gewinnen, dann lass los und lebe dein Leben.

Du kannst nicht verzeihen…du willst nicht vergessen, was man dir angetan hat und wie ungerecht all das ist? Wem nutzt das???

Du würdest niemals einem Einbrecher erlauben, sich einfach in deinem Haus auszubreiten und alles zu zerstören, woran dein Herz hängt. Warum erlaubst du es dann den negativen Gedanken, die dir die Lebensfreude stehlen und sich wie ein Virus in deinem Kopf breit machen? Ist es wirklich das, was du möchtest?

Du hattest gerade eine unschöne Auseinandersetzung? Lass los! Lass sie nicht weiter in deinem Kopf wohnen, und dir die Freude am restlichen Tag nehmen.

Jemand hat dir Unrecht getan? Lass los! Die Gedanken an diesen „Jemand“ würden sich sonst immer weiter wie ein Virus in deinem Kopf  breit machen und deine Lebensfreude rauben, wie ein Dieb! Es würde einzig dir schaden. Niemandem sonst!

Die beste Revanche ist loszulassen, einfach dein Leben weiterleben und Dir und der Welt zu zeigen, dass dein Ego tapfer genug ist, um loszulassen. Meide die Menschen, die dir nicht gut tun und die es nicht gut mit dir meinen. Suche nicht nach fehlender Anerkennung und Zuspruch bei deiner Familie, auch nicht bei Freunden. Such sie bei dir selbst!

Konzentriere dich einzig darauf, was gut in deinem Leben ist und da ist eine Menge, wenn du genau hinsiehst,  …und versuche es zu stärken. Verschwende keine Zeit mit Gedanken an Rache.  Wenn du der Vergangenheit nachhängst wird deine Zukunft leiden. Wenn du nach Vergeltung suchst, wirst du immer verlieren.

Vergebung bedeutet, die Hoffnung aufzugeben, dass die Vergangenheit irgendwie anders hätte sein sollen.

Viele denken, verzeihen bedeutet, zu akzeptieren was dir widerfahren ist. Ja, es heisst, zu akzeptieren, dass es passiert ist. Es bedeutet aber nicht, dass es OK war, was dir passiert ist. Es bedeutet nur, zu akzeptieren, was passiert ist und dann zu überlegen …Was tue ich jetzt?

Verzeihen heisst,  nicht länger festhalten, und wünschen und hoffen, …dass es anders gewesen sein könnte.

Die beste Rache ist keine Rache…sondern loslassen. Vergiss sie einfach, sie existieren nicht mehr für dich!

Verurteile , was sie dir angetan haben aber verurteile nicht dich, weil du es zugelassen hast…und dann segne sie, denn sie haben dich stärker gemacht!

Verzeihe…Hol dir deine Macht zurück. …Konzentriere dich auf dich selbst … und DU gewinnst, …indem du loslässt, …und einfach weiterziehst, ohne Selbstvorwürfe. Im Fortgeschrittenen Level, vielleicht sogar mit einem Lächeln auf den Lippen. ❤

Blessed be ❤

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Lifestyle, Tierschutz

Jennifer Lopez, die Tauben und mein Schlampendetektor!

Gestern war ich im Kino. Ich liebe Kino. Kinderfilme, Fantasy, Komödien, Dokumentationen, notfalls auch Thriller. Auch gestern freute ich mich riesig, dass jemand gefragt hatte und ich einen Grund hatte, meine Arbeit liegen zu lassen und zwei entspannte Stunden zwischen lieben Freunden und kreisenden Tütchen mit Süßigkeiten und Popcorn verbrachte. Der Film ist mir mittlerweile dabei fast zweitrangig. Jeder Film hat etwas Ansprechendes, wenn nicht die Handlung, dann der Sixpack des Hauptdarstellers und wenn nicht die Dialoge dann die schönen Landschaftsaufnahmen. Daher erwartete ich mir auch von „Manhattan Queen“,  keine oscarreife Leinwandoffenbarung sondern nette Unterhaltung. So war es dann auch.

Der einzige Moment in diesem Film, der mich sehr irritierte, war offensichtlich als witzige Einlage geplant. Ein Lacher. Aber nicht nur mir blieb dabei das Lachen im Halse stecken. Ich bemerkte auch im Publikum, dass die Lacher ausblieben.

Die Szene spielt in einem Park, in dem Jennifer Lopez, die Hauptdarstellerin, ein Produkt vorstellt und zu dieser Vorstellung weiße Tauben aufsteigen lässt, die aus einem Korb geholt werden. Nun weiss nicht jeder, dass dieser Brauch, der auch gerne auf Hochzeiten stattfindet, meist den Tod der Tiere bedeutet, die nicht mehr in ihren Taubenschlag zurück finden und elend verhungern oder panisch gegen Mauern fliegen… und auch nicht, dass sie von ihrem Partner oder ihrem Nachwuchs getrennt wurden, für diesen Zweck, denn das ist die Motivation der verzweifelten Tiere, wieder zurück zu fliegen. Sie sind ihrer Familie, ihrem Partner ein Leben lang verbunden und Trennung bedeutet großen Schmerz. Unsere Städte sind voll mit „verlorenen Hochzeitstauben“ und deren Nachkommen, die Dank Fütterungsverbot vor unseren Augen verhungern. Es sind ausgesetzte Haustiere, keine Wildvögel. Aber wie gesagt, das muss weissgott nicht jeder wissen. Ich wusste es aber und runzelte bereits innerlich die Stirn. Aber es kam noch besser.

Der Lacher dieser Szene war, dass die armen Tiere panisch aufflatterten und geschlossen gegen einen LKW flogen, an ihm zerschmetterten und die weißen Federn dann über die Fahrbahn regneten. Lustig!

Wer denkt sich so einen Gag in einer eher romantischen Komödie aus, überlegte ich. Wer tickt so empathielos, dass er das für stimmig hält? Das war schließlich keine Lynch oder Cronenberg Produktion. Und wer denkt, dass so etwas witzig sein könnte? Jennifer Lopez 🙂 .

Jennifer Lopez ist auf meiner Celebrity Shit List ziemlich weit oben. Nicht, weil sie neuerdings ein ziemlich mieses Lifting hat und längst nicht mehr, wie Jennifer Lopez aussieht oder weil ihre schauspielerischen Qualitäten auf dem Niveau einer Laientruppe liegen. Das ist nicht schlimm! Sondern weil sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit im Ganzkörper Pelz erscheint, je mehr Pelz, desto besser, notfalls auch im Hochsommer, bei einer Premiere. Weil sie damit modische Statements setzt, die Unzählige nachahmen, zum Leidwesen der gepeinigten Tiere, die dafür unnötig leiden müssen.  Daher mochte ich sie nie besonders. Gerade als Star hat man die Möglichkeit, den Ruhm manchmal auch positiv für andere zu nutzen… Frau Lopez sind „die Anderen“ ganz offensichtlich gleichgültig, wenn sie Pfoten oder Flügel haben.

Verantwortlich für solche Szenen ist neben dem Regisseur auch der Produzent. Letztendlich wäre es am Produzenten zu sagen: „Hey Leute, lasst das mal mit den Tauben. Vielleicht sehen den Film ein paar Kinobesucher mit Hirn und Herz und finden das nicht ganz so komisch. Das könnte den Film Sympathien kosten… und damit Geld. Cut!“

Ob Jennifer Lopez diesen Film selbst produziert hatte? Ihr würde ich zutrauen, dass sie empathielos genug ist, über solche Szenen zu lachen…wenn ein paar Tiere in Panik gegen ein Auto fliegen und sterben. Genau das wäre wohl ihr Humor!

Zuhause sah ich bei Google nach… und Treffer! Madame Lopez war nicht nur Hauptdarstellerin sondern auch die Produzentin des (ansonsten ganz netten) Films. Mein Schlampen Radar hatte wieder einmal richtig angeschlagen. So machte das Ganze wieder Sinn.

kino

Wenn ihr gerne mehr über weiße Tauben und die Unsitte, sie fliegen zu lassen, erfahren möchtet, dann lest bitte hier: Weisse Tauben bringen Unglück

Und wenn ihr noch einen Film Tipp von mir haben möchtet, über eine Frau, die beides hatte…Herz und Verstand: Miss Potter

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme

https://de.wikipedia.org/wiki/Miss_Potter

peter

Kurzgeschichten, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Rosa Tütchen … Seelenmarzipan, von dem man öfter naschen sollte <3

Das Rosa Tütchen …

Als ich eines Tages, wie so oft, traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte: „Warum bist Du traurig?“

„Ach“ sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

„Hmmm“ meinte das Mädchen. „Wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte gern hinein schauen.“

„Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“

Wortlos reichte ich es ihr. Vorsichtig öffnete sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak. „Es ist ja ein Albtraum, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“

„Was soll ich machen? Es ist leider so. Daran kann ich kaum etwas ändern.“

„Hier nimm!“ sagte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. „Sieh hinein!“

Mit zittrigen Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es angefüllt war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war.

„Wo ist Dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig.

„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum!“ sagte sie.

„Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein. Und immer, wenn ich Lust dazu habe oder wenn ich traurig bin, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser.

Wenn ich einmal alt bin und mein Ende naht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen,  „ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.

Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich lächeln und mir wurde warm ums Herz.

Glücklich machte ich mich auf den Heimweg,  und vergaß nicht, gleich am nächsten Papierkorb, mein schwarzes Tütchen zu entsorgen.

Also, denkt immer an das rosa Tütchen … und daran, das Schwarze regelmäßig zu entsorgen ❤

Ich wünsche uns allen ein gut gefülltes rosa Tütchen. 🛍

 

tüte(Verfasser leider unbekannt)

Tierschutz

Tierschutz?…Lieber nicht!

Es gab eine Zeit, da war mein Leben ziemlich in Ordnung. Ales was ich wollte, war endlich tun, worauf ich schon mein ganzes Leben, eigentlich viel zu lange, gewartet hatte…ich wollte gerne schreiben!

Ich hatte einen Blog erstellt, ich hatte bereits die ersten Kapitel-Entwürfe meines ersten Romans skizziert und die Bandbreite der Themen, die mich so beschäftigten, die war wirklich groß…wie die Auswahl der Bücher in meiner kleinen Bibliothek.

Wirklich, auch wenn das einige kaum glauben können aber da  ging es nicht um Tierschutz sondern angefangen von Mode über Quantenphysik, Politik,  zu den Rosenkriegen und der Geschichte Englands,  über die Charts der neuesten House Mixe aus Ibiza oder den Oscars in Hollywood,  gab es wenig, das mich nicht interessierte. Alles in allem waren es positive Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, auch wenn mir damals bereits viel durch den Kopf ging. Zum Beispiel wie man Tieren helfen könnte.

Einer der ersten Artikel in meinem Blog war sofort ein Volltreffer.  Es war ein Tierschutz Artikel. Zig tausendfach geteilt, hunderte Zuschriften, Veröffentlichungen auf großen Plattformen und daraus entwickelte sich erst eine Facebook Seite, dann eine Facebook Gruppe und dann ein Verein. Das ist erst dreieinhalb Jahre her und würde man mich heute wohl fragen, ob ich es noch einmal tun würde… Vielleicht wäre die ehrliche Antwort: Tierschutz? Nein, Danke! Bin ich wahnsinnig? Zumindest wäre das meine Antwort, an Tagen , wie heute.

DER SCHMERZ

Wie beschreibe ich das gigantische Ausmaß der Gräuel, der Grausamkeit, der Boshaftigkeit der Menschen, die ich seither erfahren habe? Wie kann ich die unzähligen Bilder von verstümmelten, ausgemergelten, geprügelten, verbrühten, erfrorenen, verdursteten, verhungerten, gepeinigten, bestialisch gequälten Tiere hier veranschaulichen, ohne dabei selbst den Verstand zu verlieren, wenn ich sie ins Gedächtnis rufe? Das menschliche Gehirn ist gar nicht in der Lage, das zu verarbeiten, nicht wenn es halbwegs „normal“ ,empathisch tickt, von der Seele wollen wir hier gar nicht reden.

DER HASS

Niemals, niemals in meinen schlimmsten Fantasien, hätte ich für möglich gehalten, wozu Menschen fähig sind, wie oft es passiert und was passiert…was wir Tieren jeden Tag weltweit antun. Jetzt weiss ich es…den Großteil jedenfalls, und ich habe begonnen, die Menschen dafür zu hassen und zu verachten.

DER ÄRGER

Niemals, in meinen kühnsten Albträumen, hätte ich für möglich gehalten, mit wie vielen Idioten, Wichtigtuern, krankhaften Narzissten, Lügnern, Neidern, Dummköpfen und Nervensägen ich mich jeden Tag würde befassen müssen und wie  viele es von ihnen gibt, wie unverschämt sie sind und wie rücksichtslos. In meinem privaten Leben halte ich sie mir vom Leib, aber jetzt muss ich mich den Großteil meiner Zeit mit ihnen arrangieren, um den Tieren zu helfen. Ja, ich bin immer höflich aber ich bin nicht immer nett, nicht privat! Im Tierschutz muss ich das sein !

DIE TRAUER

Niemals, in meinen dunkelsten Nächten hätte ich für möglich gehalten, wie viel Trauer ich bewältigen müsste, wenn ich diesen Weg wähle.  Ich habe die vergangenen drei Jahre öfter geweint, als die letzten 30. So viele Verluste, so viel herzzerreißendes Leid, von Mensch und Tier, die Hilflosigkeit, die Ungerechtigkeit, der Schmerz, die Wut, die unendliche Trauer, wenn man nach langem Kämpfen doch loslassen muss, wenn man den Kampf verliert, nicht wieder gut machen kann, was andere den Tieren angetan haben, wenn der Tod schneller ist… manchmal habe ich keine Tränen mehr und schalte auf Automatik:  „Oh, nein. Schrecklich! Tut mir leid. Aber so ist das Leben. Weiter zur Tagesordnung“ Und doch fühlt es sich im tiefsten Inneren an, als ob  meine Seele mit jeder schlimmen Nachricht Stück für Stück wegbröckelt, ersetzt von etwas Schwarzem, Dunklen, das sich wie ein erdrückender Mantel über mein inneres Leuchten legt.

DER ZEITAUFWAND

Niemals, in meinen ambitioniertesten Plänen hätte ich vermutet, wie zeitintensiv die Arbeit im Tierschutz ist. Acht Stunden pro Tag scheinen viel aber ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich mit so wenig Zeiteinsatz auskomme. Unter dem Strich sind es im Schnitt eher 12, 14 manchmal 16 Stunden. Der Verein sitzt immer in meiner Handtasche und im Kopf, liegt mit im Bett, fährt mit Auto, selbst bei einem Geschäftstermin oder auf einer Party bleibt er nicht Zuhause. Die endlosen Stunden am Schreibtisch haben meine Halswirbel und meine Augen übel mitgenommen, alles kommt zu kurz, wirklich alles, denn wenn es darum geht, Futter, Geld, ein Zuhause zu ermöglichen, wird alles zurück gestellt. Was ist wichtiger als Leben und Glück für die Ärmsten der Armen? Glück, dass ich ihnen durch meinen guten Willen  und mit meiner Zeit schenken kann…oder auch nicht. Wenn nicht, dann sterben sie. As simple as that. Wenn das keine Motivation ist, durchzuhalten?

DIE VERBUNDENHEIT

Aber ich hätte auch niemals so viele wunderbare neue Freunde gewonnen. Richtige Freunde, nicht nur virtuell, auf die Distanz. Menschen, die mir sehr viel bedeuten und die mich wachsen ließen, von denen ich lernte und die ich im Gegenzug lehrte. Wir sind zusammen gewachsen und zusammengewachsen ❤  Heute könnte ich mir ein Leben ohne den Austausch mit ihnen, nicht mehr vorstellen. Würden wir nicht Tiere retten, würden wir wahrscheinlich viel Geld zusammen verdienen, so eingespielt und professionell ist dieses Team, das hier wie in Athen unglaublich tolle und kreative Dinge ersinnt,  das arbeitet bis zum Umfallen, damit unsere Tiere satt werden. Ja, wir wären eine richtig coole Firma. 🙂 Aber jetzt sind wir eben die Happyend Fabrik… und vieles mehr, und wenn ich daran denke, muss ich lächeln. The same kind of crazy…

Tierschutz? Lieber nicht! … manchmal wirklich ein verlockender Gedanke. Aber dafür ist es längst zu spät.  Wie kann man all das wissen, was ich mittlerweile weiss…und nicht helfen wollen? Heute ist einfach nur ein schlimmer Tag … zu viel Tod und zu wenig Lachen und zu wenig Musik. Daran muss ich wieder ein wenig arbeiten, meint Luna

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Aufreger

GLS…wir müssen reden…

Meine Geschichte fängt ganz harmlos an. Es klingelt an der Türe und ich freue mich darüber, denn der heiß ersehnte Paravent war endlich da. Heiß ersehnt, …weil man mich etwas betreten darauf aufmerksam gemacht hatte, dass mein Badezimmerfenster als Abend-Event bei einigen Herren in der Straße sehr beliebt ist und der Vorhang dort, offensichtlich nicht ganz so blickdicht, wie ich mir das dachte.

Ich beschloss, es den betreffenden Herren zu verzeihen… offensichtlich ist ihr Leben so ereignislos, dass selbst die verschwommene Silhouette einer unbekleideten Frau in 100 Metern  Entfernung, noch als Highlight gilt. Hüllte mich in Schweigen und einen zweiten Vorhang über den ersten… und überlegte, dass vielleicht etwas Sichtschutz im voll verglasten Wintergarten, auch keine schlechte Idee wäre. Also bestellte ich besagten Paravent.

Der Fahrer von GLS reichte mir das große Paket und streifte damit eine Mauerdekoration im Eingangsbereich, die prompt zu Boden ging. Das hässliche Geräusch während des Aufpralls verriet mir, dass die  große Keramikkugel es nicht heil überstanden hatte.

„Nichts passiert“ … meinte der Fahrer fröhlich und wollte gehen.

„Doch, es ist etwas passiert, haben Sie eine Versicherung?“, antwortete ich freundlich und zeigte auf die Kugel am Boden, hob sie auf und deutete auf das unübersehbare Loch, samt Sprung.

„Nein, habe ich nicht!“, war die barsche Antwort und er drehte sich um und wollte gehen.

„Aber GLS hat doch bestimmt eine Versicherung, für solche Vorfälle. Die Kugel war nicht billig und ich hätte den Schaden gerne ersetzt“, hakte ich energisch nach und fotografierte die Bescherung, man weiss ja nie…

„Wer weiss, ob die nicht vorher kaputt war“, erwiderte er und war bereits fast an seinem Wagen.

Jetzt war ich richtig sauer, über diese Dreistigkeit!

„Ich bräuchte bitte noch Ihren Namen!“.

Er gab mir keine Antwort, obwohl er es offensichtlich gehört hatte, denn er schüttelte nur mit dem Kopf, stieg ein und fuhr davon.

Ich dachte eine Weile darüber nach, was ich jetzt tun sollte und kam dann zu dem Schluss,  es ist zwar ärgerlich mit der Kugel und er war wirklich mehr als unverschämt aber dieser Verlust wird mich nicht so viel kosten, wie Ärger mit seinem Auftraggeber für ihn, falls ich richtig Terror deswegen mache.  Können könnte ich 😉 …. Aber das ist es nicht, was ich möchte.

Ich möchte einfach, dass die Menschen in diesem Land wieder anfangen würden, sich zumindest an die einfachsten Grundregeln, für den Umgang miteinander, zu halten.

Dieser Vorfall ist so banal wie typisch, wie das, was gerade an so vielen Orten passiert und es ist der Stoff, der unsere Gesellschaft, unser gesamtes Wertesystem subtil aber fortschreitend aushöhlt und zerstört. Im kleinen wie im Großen. Die Palette reicht von Unverschämtheiten bis hin zu brutaler Gewalt, Aber immer setzt sich jemand ganz selbstverständlich über Regeln hinweg, die eine Gemeinschaft benötigt, um zu überleben und sich sicher zu fühlen.

Die alte Grundregel : „Wenn ich etwas zerstöre, bin ich dafür verantwortlich“ wurde abgelöst durch das Denken:

1.Wenn ich etwas zerstöre und niemand hat es gesehen, dann ist es nicht mein Problem. 2. Wenn ich etwas zerstöre und es gibt Zeugen, dann soll man das Ganze erst einmal nachweisen, einfordern und einklagen.

Der Fahrer von GLS, dessen Nummer ich notiert habe und dessen Arbeitgeber das Ganze sicher nicht so lustig fände, er hat Glück gehabt. Eine Abmahnung würde seine Akte dauerhaft belasten und man kann davon ausgehen, dass er den Job braucht, sonst würde er nicht diesen aufreibenden Job machen. Aber ein schlecht bezahlter und anstrengender Job ist trotzdem noch keine Entschuldigung, das Eigentum anderer zu zerstören und dann seines Weges zu gehen. Das hätte ich ihm gerne noch erklärt…

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Tierschutz

Faith Tagebuch… wir haben den Glauben verloren…

Eigentlich sollte ich jetzt mit ein paar einfühlsamen Worten in der Community erklären, dass wir Faith verloren haben. Er ist tot. Sinnlos und völlig überraschend an einem Virus verstorben, der ihn innerhalb weniger Tage von einem kleinen Energiebündel, das vor Freude und Liebe nur so sprühte, in ein müdes, erbarmungswürdiges Bündel Elend verwandelte. Einfach so. Weil das Schicksal wieder einmal andere Pläne hatte. Was ja nicht wirklich neu ist.

Nur diesmal war es besonders schmerzhaft. Für Martha und Irene, die ihn vom ersten Tag an behütet und geliebt haben, wie ein Baby, die ihn dem Tod entrissen und dann doch verloren, als wir uns alle in trügerischer Sicherheit wägten. Aber auch für mich ist es schwer auszuhalten. Faith war mein Patenkätzchen, dessen herzzerreißenden Kampf ins Leben ich täglich hautnah verfolgen durfte. Mein Blog ist vollgestopft mit Bildern von Faith in jeder nur denkbaren Situation…eines niedlicher als das andere.

Selbst in der Klinik war er noch das süßeste Katzenkind weit und breit, zwischen Infusionskanülen und den Krankenkäfigen. Aber ich werde kein Bild von ihm hier als Titelbild des Blogs einstellen. Diese Bilder ploppen dann zur Unzeit irgendwo in Facebook auf, wenn man gerade nicht mehr daran denken möchte, wenn man Abstand gewinnen möchte…und ich wüsste auch nicht, welches Bild ich nehmen sollte?

Faith als Baby, in Marthas Händen? Faith, keck auf ihrem Kopf, oder ihrer Schulter, seinem erklärten Lieblingsplatz, denn sie war für ihn Mama, Spielkamerad, Turngerät und Kuscheldecke? Faith, als unser Weihnachtsmaskottchen, zwischen Kugeln und Dekoration, mit blitzenden Äuglein und zum niederknien süß? Oder Faith in der Klinik, im Käfig, die Augen etwas müde aber ansonsten nicht so, als würde er gleich sterben…unser Faith doch nicht!

Aber mir fällt nichts ein, was auch nur annähernd tröstlich und einfühlsam zum Ausdruck bringen könnte, was Martha gerade durchmacht und was ich bei dem Gedanken daran, empfinde.

Nachrufe sind meine verhasste Pflicht. Es ist jetzt auch nicht so völlig neu. Besonders meine Paten und Herzenskatzen sterben weg wie die Fliegen oder werden schwer krank. Iron, Valerion, Faith… wir haben sie alle verloren und Lillyfee war sehr krank und Pax ebenfalls. Ich glaube, ich werde das zukünftig lassen. Es bringt den Tieren kein Glück.

Übrigens gibt es aus diesem  Grund auch keinen Luna Blog, obwohl ich oft gefragt werde, einen zu erstellen.

Sobald ich damit beginne würde, würde ich sie verlieren. Ich bin im tiefsten Inneren fest davon überzeugt. Wir betrügen die neidischen Götter seit Monaten, indem wir so tun als würde sie bald sterben. Denn sobald sie mitbekämen, dass wir Hoffnung und Glauben haben, würden sie unbarmherzig zuschlagen.

Es ist so eine Sache, mit dem Glauben. Ich habe meinen längst verloren. An die Menschen, an die Welt an das Gute… Es ist verführerisch, sich manchmal auf das dünne Eis der Zuversicht und Hoffnung zu begeben. Aber es ist gefährlich.

Als Faith so winzig und mit schweren Atemwegsproblemen zu Martha kam (man hatte ihn in einer Plastiktüte, mit Flüssigkeit gefüllt, entsorgt, als er einen Tag alt war) , da gab es Stimmen, die warnten. „Tu es nicht Martha. Lass den Kleinen einschläfern. Er kann es einfach nicht schaffen. Es wird dir das Herz brechen, denn du wirst ihn sicher verlieren“.

Martha ging das Risiko ein. Faith und sie entwickelten eine Liebe, wie ich sie selten erlebt habe. Und Faith überlebte. Er wurde gesund und stark und wuchs heran.

Ob es das wert war, den Schmerz jetzt? Ich denke, sie würde JA sagen. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätte, sich zu entscheiden…denn auch wenn wir den Glauben längst verloren haben…die Liebe zu den Geschöpfen ist uns geblieben. ❤

 

Alles Gute, mein Sternenkind Faith. Jedes Bild und jedes Tagebuch von Dir, hat mich sehr glücklich gemacht. Du warst mein letztes und süßestes Patenkind ❤

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Eines der ersten Bilder von Faith ❤
Tierschutz

Das Kineta Projekt- Hilfe für die Tiere, nach den Waldbränden um Athen…

 

Kineta und die umliegenden Gebiete waren im Juli 2018 von den massiven Waldbränden schwer getroffen. Wie überall in den betroffenen Gebieten, waren die Tiere die ersten Opfer. In Kineta boten nur sehr wenige Menschen Hilfe an, denn wegen der großen Entfernung war es für Freiwillige schwieriger, dorthin zu gelangen, um Hilfsgüter zu transportieren und den Tieren beizustehen.

Einige Monate nach den Bränden war die Situation vor Ort mehr als dramatisch. Von den Behörden wurden nur halbherzig ein paar Kastrationen für Hunde ermöglicht, Futter gab es nirgends und die überlebenden Katzen hatten sich vervielfacht. Zusätzlich zu den Katzen vor Ort, waren jetzt auch die aus den umliegenden, verbrannten Gegenden, dazu gekommen, die zur Nahrungssuche in die Küstengegenden kamen. Ihre angestammten Reviere waren entweder durch das Feuer  zerstört oder von Menschen verlassen. Sie fanden nirgends mehr Nahrung.

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Aristea, die während der Brände dort bereits enormes für die Tiere geleistet hatte,  kontaktierte Alex von SCARS und schilderte die dramatische Situation. Wie allein gelassen sie war und wie sie sich ganz allein um Hunderte (buchstäblich!) Tiere kümmerte. Tiere mit Brandwunden, Tiere die verzweifelt auf der Suche nach Nahrung waren. Tiere die hungerten und litten. Sie erklärte, das größte Problem sei die außer Kontrolle geratene Katzenpopulation.  Es müsste dringend kastriert werden aber sie sei erschöpft und überfordert. Selbst wenn jemand ein paar Kastrationen finanzieren würde, wäre sie nicht in der Lage, die Katzen einzufangen, zum Tierarzt zu transportieren und das Ganze zu koordinieren.

Alexis bot ihr an, zu helfen. Er erzählte mir von diesem Projekt und fragte, ob Frieden für Pfoten finanziell unterstützen könnte. Wir wollten und wir konnten! Alex und ich hatten bereits des öfteren von Aristea und ihrer segensreichen Arbeit während der schweren Brände gesprochen und es war noch etwas Geld da, von den Spenden für die Brandopfer im Sommer. Den Rest würden wir irgendwie auftreiben. Es war ein extrem wichtiges und hilfreiches Projekt, das Unterstützung verdiente!

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Dann begann der Marathon, dieses Vorhaben zu koordinieren. Zunächst mussten alle Aktivitäten am Wochenende durchgeführt werden, da während der Woche keine  Freiwilligen zur Verfügung standen, sie müssen alle arbeiten. Dann musste das Equipment irgendwie besorgt, geliehen, gekauft werden… Katzenkäfige, Fallen, etc.  Auch das Zurücksetzen der Katzen war ein  logistisches Desaster,  da jede Katze zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einen bestimmten Ort zurück gesetzt werden musste. Einige Katzen benötigten zusätzliche tierärztliche Betreuung und Behandlung, was die Sache nicht einfacher machte.

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Dann hatte Alexis einen Motorradunfall und brach sich ein Bein. Damit schien das Projekt gescheitert, ehe es begonnen hatte.  Er beschloss, trotz der Einschränkung nach Kineta zu fahren und bei der Koordination zu helfen und stellte sein Auto für die Transporte zur Verfügung.  Mit der Hilfe einiger Freiwilliger aus Athen und einigen Helfern vor Ort brachten sie das ganze Unternehmen dann doch über die Bühne.

Mehr als 80 Katzen wurden eingefangen, kastriert, teilweise medizinisch versorgt, wenn sie verletzt oder krank waren und dann wieder zurück gesetzt. Eine großartige Leistung, auf die Alexis und alle Beteiligten sehr stolz sein können! Aristea und ihr Partner Alexis, ,Maria und Freddy, Alexis und Evi von SCARS, alle wirkten zusammen, arbeiteten bis zur völligen Erschöpfung, ohne Schlaf und Pausen durch, bis das Mammutprogramm bewältigt war!

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Leider ist  das nur ein Teil der Lösung. Der Winter macht den  heimatlosen Tieren schwer zu schaffen, die Gegend ist jetzt verlassen, da die meisten Häuser Ferien-Sommerresidenzen waren und die Katzen finden weder Abfälle noch gibt es Anwohner, die füttern.  Die wenigen Freiwilligen vor Ort stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe, denn es fehlt an allem…an Händen die helfen aber besonders natürlich an Geld für Futter.

Ich muss gestehen, dass die Ressourcen von  Frieden für Pfoten nicht ausreichen, um auch dort genügend bereit zu stellen. Wir sind mit den Projekten für unsere Schwesterorganisation SCARS, Athen bereits ständig am Limit. Sie helfen  nach wie vor den vierbeinigen Brandopfern, die im näheren Umland von Athen betroffen waren und es ist eine Herkulesaufgabe…denn auch dort fühlt sich sonst niemand zuständig…

Aber ich hoffe inständig, wir finden noch Spender, die etwas unterstützen möchten. Aristea und ihre Mitstreiter hätten es verdient, nicht allein gelassen zu werden, wenn sie zupacken, wo alle anderen wegsehen. Die Brände sind längst keine Schlagzeile mehr wert, kaum jemand interessiert sich noch dafür. Aber für die Tiere halten die schrecklichen Folgen nach wie vor an!

Wir haben heute noch eine Soforthilfe auf den Weg gebracht und Geld an den örtlichen Futterhändler gesendet. Ein weiteres, kleines Weihnachtswunder für Tiere in Not. Aber es ist nur der berühmte Tropfen, wir benötigen mehr…viel mehr ❤

 

Dankeschön, lieber Alexis Mantzoros für diese beherzte Aktion ❤

alexcat
Nuriel, eines der Brandopfer ist mittlerweile in Deutschland adoptiert und bis auf ein paar Narben gesund ❤

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