Veröffentlicht in Lifestyle, Seelenmarzipan

Hilfe! Ich bin ein Lebensmittel Nazi!

Wer erwachsene Kinder hat, der kennt die Glücksmomente, wenn sie in den Semesterferien wieder einmal Zuhause logieren. Und neben vielen anderen Dingen, die ich nun endlich wieder mit meiner Tochter gemeinsam unternehmen kann, steht auch Kochen auf dem Plan. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ich eine lausige Köchin bin. Was bei mir auf den Tisch kommt, ist entweder noch naturbelassen und somit perfekt oder es ist zubereitet, dann fällt es meist unter die Kategorie, mäßig bis ungenießbar. Die Vorbildwirkung Erwachsener ist zum Glück nicht in allen Fällen prägend, denn mein Kind ist trotzdem eine hervorragende und kreative  Köchin geworden. Sie hat es sich selbst beigebracht, zaubert aus allem im Handumdrehen irgendetwas Leckeres und daher hatten wir einen Kochkurs vereinbart. Das wollte ich jetzt auch können 🙂 .

Während sie mir über die Schulter sah und Anweisungen gab, bereitete ich die Zutaten vor. Die erste Tomate war bereits etwas eingedellt, also entsorgte ich sie. Auch die Kokosmilch schien mir verdächtig, sie lagerte aber auch schon ewig im Schrank, also weg damit, irgendwo musste noch eine frischere Packung liegen. Als ich auch vom Salat äußerst großzügig die Blätter entfernte, die mir nicht ansprechend genug aussahen, platzte ihr der Kragen. „Mama, du bist ein echter Lebensmittel Nazi! Das ist mir vorher nie so aufgefallen. Wieso brauchst du deine Lebensmittel nicht rechtzeitig auf und überhaupt… man kann vieles noch verwenden, wenn man ein bisschen bedacht vorgeht!“.

„Container-Surfen“

Dann erzählte sie mir, dass sie und  ihr Freund an den Wochenenden immer zu den Abfallcontainern der Discounter in Innsbruck, ihres damaligen Studienortes gefahren sind. Zum „Container-Surfen“. Natürlich ist das nicht ganz legal, und ich fand die Idee zunächst sehr gewöhnungsbedürftig, mir meine Tochter auf der Suche nach Lebensmitteln in Müllcontainern herumkletternd vorzustellen. Aber ihre begeisterte Schilderung brachte mich dann doch zum Lächeln.

Die beiden suchten sich damals also die geeigneten Container, in denen die noch original verpackten Früchte der Discounter am Wochenende gelandet waren. Das gratis Angebot war überwältigend. Tadellose Muffins und tausend andere Dinge, alles noch frisch aber am Montag eben nicht mehr frisch genug für die Obst- und Gemüse Abteilung, oder das Haltbarkeitsdatum knapp überschritten. Nach der Kletteraktion (ich wollte es mir lieber nicht so genau vorstellen),  brachten sie ihre Schätze in Sicherheit und veranstalteten an den Ufern des Inns ein Picknick der Superlative, mit Unmengen Obst, Erdbeeren, Stachelbeeren, Aprikosen und vielen anderen Leckereien. Gewusst wie 🙂 . Sie war zum Glück zu keinem Zeitpunkt darauf angewiesen, sich auf diese Weise zu versorgen aber der Gedanke, all die kostbaren und noch hochwertigen Produkte sinnlos im Müll verschwinden zu lassen, erschien ihr unsinnig und sie nutzte das ersparte Geld lieber für andere Dinge. Wieder einmal gefiel mir ihre Art, die Welt zu sehen und natürlich hatte sie recht! Ich sollte sorgsamer mit den Lebensmitteln umgehen. Den „Lebensmittel Nazi“ wollte ich nicht auf mir sitzen lassen!

Ob es offizielle Zahlen darüber gab, wieviel Essen wir insgesamt verschwenden/wegwerfen? Nach unserem (sehr gelungenen) Essen googelte ich bei der Bundesverbraucherzentrale nach und wurde fündig:

Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll. Das sind 440.000 Sattelschlepper! Für die Menge der weggeworfenen Lebensmittel werden knapp 30 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen unnötig „genutzt“. Das sind selbst für eine „Wohlstandsgesellschaft“ noch irrsinnige Zahlen.

Die Gründe sind vielfältig. In der Landwirtschaft werden Erzeugnisse, die nicht marktfähig sind einfach untergepflügt, wenn sie in Form, Farbe oder Größe abweichen oder zu niedrige Preise erzielen.

Manche Lebensmittel, wie Erdbeeren, sind sehr empfindlich. Transport und Lagerung müssen fachgemäß erfolgen und alles immer bis zum Wochenende verkauft sein.

Hersteller vernichten ihre Überproduktionen, wenn zum Beispiel bei schlechtem Wetter weniger Grillwaren gekauft werden.

Der Handel entsorgt Lebensmittel oft bereits kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum.

Bäckereien bieten Brot vom Vortag oft nicht mehr an, sondern werfen es weg.

In  allen Kantinen, bei Airlinern und co  müssen sämtliche Buffetreste aus hygienischen Gründen immer entsorgt werden.

Lebensmittel haben leider insgesamt nicht mehr den Stellenwert, den sie noch vor 50 Jahren hatten. Während in den 50er und 60er Jahren für Nahrungs- und Genussmittel noch 50 Prozent des Haushaltseinkommens ausgegeben wurde, ist dieser Anteil auf aktuell nur noch 9,5 Prozent gesunken. Lebensmittel sind immer billiger geworden und die „Geiz ist Geil“ Mentalität nach wie vor fest im Denken verwurzelt. Fast 40 Prozent der Lebensmittelausgaben erfolgen mittlerweile in der „Außer-Haus-Verpflegung“. Tendenz steigend!  Das Wissen und die Kompetenzen der Lebensmittelauswahl, Lagerung und Zubereitung bleiben auf der Strecke, denn immer weniger Menschen lernen, wie man Lebensmittel richtig lagert und zubereitet. Jeder Bundesbürger wirft durchschnittlich im Jahr ca 80 kg Lebensmittel in den Müll. Zwei Drittel davon wären vermeidbar! Nachfolgend habe ich ein paar Anregungen zusammen gestellt aber sicher gibt es noch viel mehr Optionen, etwas bewusster mit den wertvollen Lebensmitteln umzugehen.

  • Einkaufslisten erstellen, sie helfen dabei, damit nur die notwendigen Lebensmittel im Einkaufswagen landen
  • Vorräte sollten so gelagert werden, dass man den Überblick über das jeweilige Verfallsdatum behält und nichts in Vergessenheit gerät.
  • Obst und Gemüse immer schnellstmöglichst verwerten und überreifes Obst eignet sich noch sehr gut als Kompott, Smoothie, Marmelade oder zur Verarbeitung in einem Kuchen.
  • Kühlschränke und Vorratsschränke sollten peinlichst sauber sein und regelmäßig gereinigt werden, damit Bakterien und co keine Chance haben, das Verfallsdatum zu beschleunigen.
  • Reste einfach in geschlossenen Behältern einfrieren und später genießen oder kühl lagern und als Snack to go mitnehmen.
  • Frische und leicht verderbliche Lebensmittel lieber in kleinen Mengen und öfter einkaufen
  • Falls es einen Hofladen in der Nähe gibt  –  auch einmal Obst und Gemüse kaufen, das noch individuell aussieht, dort gibt es auch noch krumme Gurken und unrunde Tomaten!

 

Und wie immer gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr…und dann von guter Qualität…Bioware und fair erzeugt ❤
Veröffentlicht in Seelenmarzipan, Tierschutz

Post, die mich zum Weinen brachte…

Meinen eigenen Briefkasten leere ich bestenfalls einmal in der Woche. Sollte tatsächlich auch einmal eine Einladung oder eine Postkarte zwischen den lästigen Werbesendungen und unvermeidlichen Rechnungen sein, dann finde ich sie noch schnell genug. Wenn der Wust an Prospekten und Wochenblättchen, die kein Mensch braucht, (ich schon gar nicht), irgendwann das Volumen sprengt, dann klingelt der nette Postbote freundlich an der Tür und reicht mir mit vorwurfsvollem Blick die durchweichten Bündel Papier.

Ganz anders, die Vereinspostfächer. Morgens fällt bereits der erste Blick auf die Spendeneingänge, die dann die Optionen für den Tag diktieren und meine bange Frage beantworten, ob heute etwas an unsere Partner und Helfer vor Ort überwiesen werden kann oder ob ich wieder bedauernd vertrösten muss.  Anfragen müssen beantwortet werden, denn wer uns anschreibt, hat meist ein dringliches Problem, eine dringliche Frage und wann immer möglich, steht jemand aus unserem Team bereit, sie zu beantworten oder zu lösen. Ich leite also weiter.

Gestern war eine Mail in der Post, die mich schlucken ließ. Es ging um einen Todesfall und die Bitte der Angehörigen, anstatt Blumen, eine Geldspende an unseren Verein zu überweisen. Der Text der Traueranzeige wurde mitgesendet, in diesem Text wurde auch noch kurz erläutert, warum gerade unser Verein ausgewählt wurde. Ich schrieb sofort zurück, bedankte mich und hoffte, meine Worte konnten vermitteln, wie glücklich und dankbar wir über diese Geste sind.

Neben der Tatsache, dass wegen der Kittenschwemme jeder Euro diese Tage besonders dringend benötigt wird und einige der Helfer in den Krisengebieten gerade wieder  verzweifelt auf eine finanzielle Hilfe warten, war ich für einen Moment auch unglaublich stolz und glücklich zu lesen, dass unsere Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird. Diese Art der Hilfe ist für jeden Verein etwas Besonderes und ein Segen!

Als mein Vater  vor gut einem Jahr verstarb, wurde um Spenden für den deutschen Tierschutzbund gebeten. Eine schöne Geste, die ich dieser großen aber doch bereits recht gut situierten Organisation von Herzen gönnte. Aber ich habe nun einmal einen eigenen Verein! Jetzt stand schwarz auf weiß zu lesen, dass jemand  (meine) unsere Arbeit wahrgenommen hat und so wertvoll fand, dass er sie anderen Organisationen vorzog. Es hat mir viel bedeutet. ❤

Veröffentlicht in Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil3

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen…

Nach einem zehntägigen Aufenthalt in der Klink, die Details möchte ich euch ersparen, zog ich also bei diesem Menschen ein. Ich hatte jetzt mein eigenes Zimmer, Bett, Spielsachen, frisches Wasser und Essen. ESSEN, das ich nun tatsächlich auch essen konnte!

Aber so glücklich ich auch über all diese wunderbaren Dinge war, bisher kannte ich nur Angst. Sie war in all der Zeit auf der Straße der einzige Begleiter, der immer an meiner Seite war. Und dieser Begleiter war nach wie vor da, fand immer wieder neue Gründe, in mir zu wachsen.

Daher ignorierte ich anfangs mein kuschliges Körbchen und wählte als Schlafplatz sicherheitshalber den nackten Boden unter dem Bett, man weiß ja nie! Sie stellte dann einfach noch ein anderes Körbchen für mich unter das Bett.
Ich hatte auch Angst vor den Spielsachen, die sie mir anbot. Keine Ahnung, was mir daran so Angst machte, aber spielen war mir nie in den Sinn gekommen. Ich entschuldigte mich bei Martha für mein Desinteresse, indem ich meinen Kopf zärtlich an ihr rieb und sie nonstop anschnurrte. Ich glaube, sie war mir nicht wirklich böse, weil ich nicht spielen konnte. Mein Vertrauen zu ihr wuchs. Ich fühlte mich sicher. 

Mit dem Gefühl der Sicherheit, begannen all meine „Kommunikations Kanäle“ plötzlich wieder zu funktionieren.

Plötzlich konnte ich dieses warme Gefühl wieder spüren. Ihr wisst schon, das Gefühl, das die Menschen Liebe nennen. Dieses Mal fühlte es sich aber noch ein bisschen anders an.
Diesmal fühlte es sich so an, als kam es von ganz weit her, von einem Ort, der sich Deutschland nennt. Aber die räumliche Entfernung spielte keine Rolle. Die größte Entfernung zwischen zwei Lebewesen ist Gleichgültigkeit, nicht die Anzahl der Kilometer!
Für mich fühlte es sich so an, als wären all diese Menschen gleich im Haus neben uns! Und sie mochten mich wirklich, das zeigten sie mir auf viele Weise.

Jetzt hatte ich sogar eine Patin. Ich habe sie immernoch! (Hey Patin Monika, ich liiiiebe dich ❤ ).

Mittlerweile hat man mir auch einen einzigartigen Namen geschenkt. Das wäre fast daneben gegangen, denn meine schusselige Pflegemama Martha hielt mich anfangs für ein Mädchen. Das hat sie allen tatsächlich erzählt! (Aber ich denke, irgendwann werde ich ihr das dann doch verzeihen…)
Um es kurz zu machen, ich war umgeben von unendlich viel Liebe und Glück. Leider auch von unendlich viel Krankheit. Und ehe ich mich versah, musste ich zurück in die Tierklinik.Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen…Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.Mein Name ist Valerion…

 

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanassiou/ BMS

Valerion sucht ein Zuhause!

Wenn ihr seine /RetterinPflegestelle in Athen, Martha, gerne mit einem Carepaket, einer Patenschaft oder bei der Vermittlung unseres Val unterstützen möchtet, dann kommentiert bitte auf FB oder schreibt mir.

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Veröffentlicht in Seelenmarzipan

Zeit für Veränderungen!

Es gibt immer wieder Dinge im Leben, die irgendwann nicht mehr so recht zu uns passen wollen, an die wir uns einfach gewöhnt haben. So sehr,  dass wir gar nicht mehr bemerken, wie sehr sie uns zur Last geworden sind. Wie ein enges Mieder, dass zwar nie genug Luft zum Atmen lässt, aber dessen Druck uns nach ein paar Stunden nicht mehr bewusst ist.

Oft ist dieses Mieder nur ein vages Gefühl. Vielleicht zunehmend die Unlust jemanden zu sehen, etwas zu tun, Dinge zu vertreten, hinter denen wir längst nicht mehr stehen. Das Bauchgefühl weiß in der Regel lange vor dem Kopf, was angezeigt wäre und daher ist es nie verkehrt, sich zwischendurch immer einmal zu fragen: Will ich das überhaupt noch? Brauche ich das? Passt das noch zu mir? Muss ich das wirklich?

Seit ich diese Art der Lebensweise pflege, habe ich einige Menschen losgelassen, TV, Zeitschriften, Labels, die meisten tierischen Lebensmittel, Religion, die Angst vor Falten und vieles mehr! Im Nachhinein wunderte ich mich immer, warum ich jemals glaubte, nicht „ohne“ leben zu können.

Je knapper die verbleibende Zeit wird, desto öfter überprüfe ich, was mir wirklich wichtig ist, versuche den Fokus darauf zu legen und tauche dann einfach ein oder aber höre damit auf. Wenn ich etwas verändern wollte, dann tat ich es, wenn ich gerne etwas sein wollte, dann war ich es. Weltenbummlerin, Mutter, Landfrau, Unternehmerin, Nerd oder Bloggerin. Immer wieder neue Metamorphose. Mal Schmetterling, mal Motte. Manchmal auch Raupe 🙂 .

Meine neueste Leidenschaft, die so neu nun auch nicht mehr ist, immerhin versuche ich nun bereits seit zwei Jahren die Welt zu retten, hat mir meine Grenzen aufgezeigt. Ich hoffe, es ist nicht die nachlassende Kraft sondern eher das gewaltige Ausmass dieser Aufgabe, die nie zu bewältigen ist und wo auf einen Sieg 100 Niederlagen folgen oder auch einmal gar kein Sieg und nur Niederlagen. Wer sich einmal eingehend mit dem Thema Frustration befassen möchte, dem rate ich zu einem Ehrenamt im Tierschutz. Nachhaltiger kann man es nirgends lernen.

Es fühlt sich gerade wieder einmal so an, es wäre an der Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen oder zumindest wieder etwas Raum für eine zu schaffen. Denn selbst wenn diese bereits längst mit einem Vorschlaghammer an meine Türe geklopft hat, ich war einfach zu beschäftigt, sie zu hören. Aber zum Schluss war sie so laut, diese neue Herausforderung, dass ich sie endlich herein bat. Und wieder stellte sie mir die vertrauten Fragen: Willst du das überhaupt noch? Brauchst du das? Passt das noch zu dir? Musst du das wirklich?

Plötzlich hatte ich den dringlichen Wunsch, mich nicht mehr ausschließlich um die Belange anderer zu kümmern, Zwei- oder Vierbeiner, so wichtig sie mir auch sind, ich möchte mir die Zeit schenken, mein Buch zu Ende zu schreiben, mich zur Abwechslung wieder einmal um mein eigenes Bankkonto sorgen,  nicht nur Arbeitsgruppen sondern auch wieder den Garten pflegen, meine Meinung ungefiltert äußern  und mich erinnern, wie es sich anfühlt, Langweile zu haben. Das würde mir jetzt gefallen. Why not?

Keine Ahnung, wie ich es anstellen werde. Aber bisher hat jede Veränderung auch gleich ein paar Vorschläge unterbreitet, während ich noch ratlos mit den Kopf schüttelte und dann haben wir es gemeinsam durchgezogen. Ich bin schon gespannt ❤

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No Name Cat…Blog eines Straßenkaters Teil 2

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen…

Um es kurz zu machen, ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie ich mich jetzt fühlen sollte und wie man auf so einen Blick reagiert. Aber dann berührte mich diese Person, streichelte mich sanft und setzte mir leckeres Hühnchen direkt vor die Nase. Ich war wirklich am verhungern! Trotzdem, ich habe es euch ja bereits erzählt, konnte ich damals  weder essen noch trinken. Denn wisst ihr, wie vieles andere an meinem Körper war auch mein Mund eine einzige offene Wunde und tat mir sehr weh!

Ich blieb trotzdem ganz nahe bei diesem Menschen und tat höflichkeitshalber so, als würde ich ein wenig essen, nur damit ich sie immer weiter ansehen konnte. Denn wenn ich sie ansah, waren all meine Ängste verschwunden. Und dann traf ich eine wichtige Entscheidung! Ja, es war eine wichtige Entscheidung, und ich habe sie ganz allein getroffen!

Ich dachte, „Angst? Damit werde ich fertig! Krank sein? Das halte ich aus! Aber diese Wärme wieder zu verlieren, die ich zum ersten mal in meinem Leben gespürt habe, nein! Die wieder zu verlieren, das würde ich nicht ertragen!“

Wie ich bereits erwähnt habe, fand ich mittlerweile heraus, dass diese Wärme einen Namen hat. Die Menschen nennen es …Liebe. Aber damals war alles, was ich darüber wusste, dass diese Wärme mir irgendwie Kraft gab, die Kraft um mein Leben zu kämpfen und dass es mir besser geht.

Ich war eine No Name Katze, die nichts zu verlieren hatte. Jetzt war ich zwar immer noch eine No Name Katze, aber innerhalb einer Stunde hatte ich plötzlich sehr viel zu verlieren. Ich wusste, dass mein Leben sich endlich ändern würde. Und ich wusste auch, dass ich sehr krank war. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich noch nicht bei diesem Menschen einziehen würde. Aber ich war überzeugt davon, ich würde sie wiedersehen…bald. Also ließ ich es zu, dass sie und ihre Freundin Rena mich in die Tierklinik fuhren. Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen.

Ihr alle kennt mittlerweile meinen Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.Mein Name ist Valerion…

Fortsetzung folgt

(c) Martha Politis Athanassiou/ BMS

Valerion sucht ein Zuhause!Valerion2.jpg

 

 

 

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Ist das noch wichtig für dich oder kann das weg? Rama dama am Rechner!

Loslassen, Nein sagen können und Grenzen setzen  gehört nun wirklich nicht zu meinen ausgeprägtesten Charaktereigenschaften. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, meinen Kleiderschrank und auch durch die Bilddateien meines Rechners.

Er ächzte unter Last der Bilderflut, die über die letzten beiden Jahre über ihn herein gebrochen ist. Alles, was ich von ihm fordere,  dauert endlos lange. Er wurde laaangsam, warf eine Fehlermeldung nach der anderen heraus und manchmal sprang er gar nicht mehr an.  Ich glaube er hat keine Lust mehr und überlegte, dass ich ihn vielleicht überreden könnte, weiter seinen 24 h Dienst zu verrichten, wenn ich ihn ein wenig von all dem Ballast befreie, den ich ihm die letzten Monate zugemutet habe.

Um zu löschen macht es Sinn, die Bilder und Dateien vorher noch einmal anzusehen. Kostbares mischt sich mit Schrott, wichtiges mit Spam und so verbrachte ich gerade einige Stunden damit, nicht nur den Rechner sondern auch meine Gedanken zu sortieren.

Zunächst fiel mir unangenehm auf, dass  nur noch sehr wenig Urlaubsbilder, Schnappschüsse von Feten und Veranstaltungen, dass sehr wenig von mir selbst auf diesem, meinem Rechner war. Die wurden als allererstes sorgsam auf einen Stick gezogen und ich nahm mir fest vor, den Rest des Sommers dazu zu nutzen, neues Bildmaterial für diesen Stick zu sammeln. Hilfe! Wo war ich eigentlich abgeblieben?

Diese Frage war schnell  beantwortet, als ich mir den Rest der umfangreichen Bilder und Dokumente Sammlung ansah.

Da waren alle Bilder der Recherchen und Artikel für den Karma Blog. Ein Großteil davon hat seinen Zweck erfüllt. Es wird neue Geschichten geben. Weg damit!

Da waren die Bilder der einen, besonderen Katze, die ich so sehr geliebt habe, dass ich nach wie vor den Anblick nicht ertrage und daher beherzt „delete“ drückte. Nach einigem Zögern auch die Bilder seiner liebevollen Beerdigung, die nur ich erhalten habe. Das Bild in meinem Herzen ist scharf und klar und es wird niemals im Daten Nirwana verloren gehen, wie es irgendwann vielleicht die virtuellen Bilder tun werden.

Da waren die Bilder der Katzen, die keinen Namen haben. Sie sitzen an Futterstellen oder kauern an Hauswänden. Je nachdem wie erfolgreich meine Arbeit war, oder zu welchem Zeitpunkt meiner Arbeit sie aufgenommen wurden, sind sie erbarmungswürdig oder wohlgenährt. Mission completed, weg damit. Ich denke, ich habe mich bei allen Spendern angemessen bedankt und sie haben diese Bilder, die mir aus aller Welt zugesendet werden, ebenfalls gesehen. Nach dem Futterprojekt ist vor dem Futterprojekt. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Da waren die Screenshots von Unterhaltungen und Posts, von denen jemand meinte, ich sollte sie unbedingt sehen und mir deshalb sendete. Ich erhalte sie öfter, aus allen möglichen Quellen, und wahrscheinlich haben sie recht. Ich sollte es immer einmal wieder sehen. Oft von Profilen, wo ich geblockt wurde. Ich muss grimmig lächeln, als mir die teilweise unsäglich nichtigen Gründe für diese Vorfälle wieder einfallen und wieviel Ärger oder Kummer mir damit bereitet wurde. Wenn ich dann auf den Screenshots sehe, wer von meinen „Freunden“ und Mitstreitern daran Teil genommen hat, oder dort nach wie vor likt und kommentiert, werde ich traurig. Daher lösche ich schnell und mache mir nur innerlich Notizen, in Sachen Vertrauen und Loyalität und über meine Dummheit, immer wieder darauf zu setzen!

Da waren die Bilder von manchen adoptierten Katzen oder von Zusammenführungen. Ich habe sie mir so aus dem Netzt gefischt. Oft habe ich nur über Facebook von den Resultaten meiner Arbeit erfahren. Trotzdem behalte ich das Bild von Dias, und auch die von Romeo und Julia und einigen anderen Katzen aus dieser Kategorie. Ich weiss, es waren tolle Projekte und erfolgreich! Immer wieder gern ;-).

Da waren die Bilder der Katzen, die gerettet wurden, nur um dann kurz darauf in Deutschland zu sterben, aus den unterschiedlichsten Gründen. Alle hatten wunderbare Adoptanten und für sie bin ich sehr traurig und habe jedesmal mitgeweint. Ich lösche sie liebevoll.

Da waren die Bilder der Gruppen, der unzähligen Gruppen, die ich über die Zeit erstellt habe, um das jeweilige Projekt auf den Weg zu bringen, zu informieren, zu vernetzen, die richtige Information für den richtigen Kreis, damit jeder der möchte, sich aus diesem Pool bedienen kann und das erhält was er benötigt, und wenn es nur meine Kontakte waren. Dazu zig Tabellen, Kontoauszüge, Formulare, Zusammenfassungen und Listen. Die Screenshots der Projekte, das Haus der Chancen, die Futteraktionen, die Oster und Weihnachtsprojekte mit allen Bildern sämtlicher Preise, meine Gedichte und Konzepte, die Tabellen der Sammlungen für Syrientransporte, die Dokumente, Quittungen und Zollbestimmungen aus aller Herren Länder. Mir schwirrt der Kopf! Bitte nicht mehr! Ich lösche.

Da waren die Bilder, die mir Community Mitglieder und Partner von ihren eigenen Katzen gesendet haben. Ich habe mich über jedes gefreut und so viele schöne Facebook Freundschaften begonnen. Ich lösche trotzdem, denn es sind wirklich sehr viele, mache Platz und freue mich auf neue!

Da waren die Bilder der zahllosen Kitten und Katzen von SCARS, deren Pflegestellen, von allen Posts, allen Blogs, allen Infos via Mails und PN s. Ich überschlage im Kopf die Datenmenge, kein Wunder, dass der Rechner aus dem letzten Loch pfeift. Und da ich zukünftig die Arbeit insgesamt etwas herunter fahren möchte, hole ich tief Luft und mache einen klaren Schnitt. DELETE. Aber natürlich wanderten Ornello, Abigail, Elpida, Julchen, Powder, Irina und Valerion vorher mit auf den Stick. Ihre Geschichten sind ein Teil des Karma Blogs geworden.

Da waren die grauenhaften Bilder der verstümmelten, verletzten und gequälten Katzen. Aus Syrien, aus der Türkei, aus Griechenland, eigentlich von überall. Röntgenbilder, Kostenvoranschläge, Ideen für die Geldbeschaffung. Bei einigen konnte ich mithelfen, ihre Behandlung zu ermöglichen. Trotzdem wandern sie ganz schnell in das Datennirvana. Bitte nicht mehr! Ich habe meine Dosis an Leid für dieses Jahrhundert eigentlich schon gesehen.

Da waren die Bilder all der liebevollen Aufmerksamkeiten, Karten, Geschenke, Blumen die in dieser Zeit einfach überraschend ins Haus schneiten. Ich schaue mir die Bilder an und denke an die Geschichten und die Menschen, die dahinter stehen und wie froh ich bin, sie in meinem Leben zu haben. Unwillkürlich muss ich wieder lächeln und kann mich beim besten Willen nicht trennen. Auf den Stick damit ❤ .

Da waren die Bilder der Happyends. Manche sogar mit ein paar netten Zeilen der neuen Besitzer. Mein größter Schatz! Es sind schon ganz schön viele…hinter jedem Bild steckt neben der unschönen Ausgangsgeschichte und jeder Menge Arbeit eine große Portion Liebe und Glück. Vielleicht erstelle ich einen Ordner nur damit und sehe ihn mir an, wenn ich wieder einmal das Gefühl habe, ich bin nicht eisern genug dafür gestrickt, an einer Front zu kämpfen, wo jeden Tag Tierleid so geballt ausgehalten werden muss und Loyalität und Zusammenhalt ziemlich dünn gesät sind. Es denkt nicht oft jemand daran, mir solche Bilder zu senden, und daher sind sie um so wertvoller!

Und da waren die Bilder der noch unbearbeiteten Fälle. Ich sehe sie mir an und in Gedanken erzählen sie mir bereits ihre traurige Geschichte. Ich höre ihnen zu und wage nicht zu antworten, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe. Aber sie erzählen weiter und ich denke an einige der wunderbaren Unterstützer an meiner Seite und in unserer Community, auf die ich immer zählen kann…und fange besser gleich damit an. Was sonst?

Vorher ziehe ich aber alle kostbaren Bilder, Berichte, Essays  und Schnappschüsse meiner Tochter auf den Stick, die stets zwischen den Katzenbildern etwas unter gegangen sind, wie so vieles.  Bald ist sie wieder für ein paar Wochen Zuhause und dann möchte ich nicht mehr den Fehler machen, unsere wertvolle gemeinsame Zeit vor dem PC zu vergeuden.

Das Internet und viele der „Freundschaften“ und Projekte dort, sind und bleiben kurzlebige Episoden, sind unter dem Strich nur kurzlebige Bits und Bytes. (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ❤ ) . Daher bin ich und meine Anliegen für die meisten Beteiligten völlig unwichtig. Es geht darum, was ich in der Lage bin, für ihre oder gemeinsame  Anliegen zu leisten, es geht um die Tiere und einzig um sie! So sehe ich das auch!

Aber grundsätzlich sollte man die Zeit mit und die Belange der Menschen als Priorität setzen, wo man auch selbst Priorität ist. Sonst brennt man aus. Mein Rechner war da deutlich schlauer als ich 😉 .

Ich lösche weiter und der Computer läuft bereits wieder schneller. Es hat offenbar funktioniert 🙂 .

Pauli et moi1
MEIN EINZIG WAHRES HERZENSPROJEKT ❤

 

 

Veröffentlicht in Tierschutz

Ich bin eines der stärksten Tiere der Welt… Dumm, dass es kaum jemand weiß!

Nein, ich habe nicht geprahlt! Gemessen an meiner Körpergröße bin ich tatsächlich eines der stärkste Tier der Erde! Bei meiner Hauptbeschäftigung, dem Graben, stemme ich das 50 – 60 -fache meines eigenen Körpergewichts. Meistens wird mein Anblick mit einem verächtlichen „iihhh“ quittiert, dabei wäre ein bewunderndes „oohhh“  viel angebrachter.

Aber ehe ich noch ein wenig mehr über mich erzähle, würde ich mich gerne vorstellen. Ich bin ein Regenwurm, oder vornehm ausgedrückt, ein Lumbricus terrestris.

Am wohlsten fühle ich mich in Wiesen und Gärten und einen besseren Untermieter im Garten als mich, kann man sich eigentlich nicht wünschen!

Öko-Ingenieur, perfekter Dünger und Gärtnergehilfe

Ich erledige die lästigen Umgrabearbeiten, bis zu drei Meter tief in die Erde, kompostiere altes Laub und dünge mit meinem nährstoffreichen Kot den Garten. Ich belüfte den Boden und schichte Nährstoffe von unten nach oben um. Durch meine vielen Regenwurm-Gänge kann sich keine Nässe stauen sondern die Erde saugt den Regen auf. Alles wächst und gedeiht leichter, wo ich am Werk bin.

Essen und Graben sind  meine große Leidenschaft! Genau genommen grabe und esse ich eigentlich ununterbrochen! Jeden Tag fast die Hälfte meines Eigengewichts. Bis zu 20 Blätter ziehe ich jede Nacht in meine Gänge und klebe sie mit meinem Schleim fest. Ich besitze keine Zähne, daher warte ich, bis Pilze und Bakterien die Pflanzenteile mundgerecht für mich vorbereitet haben. Sobald die Pflanzenteile verrottet sind, kann ich den Brei mühelos aufnehmen und verdauen. Dabei nehme ich auch immer größere Mengen Erde mit auf. In meinem Darm wird alles mit Pilzen und Bakterien vermischt. Regenwurmhäufchen sind daher der beste und nährstoffreichste Dünger für jeden Garten!

Genial angepasst!

Mein Körperbau ist für all diese verantwortungsvollen Aufgaben perfekt angepasst.
Stellt ihn euch wie einen etwa 12 -30 cm langen, elastischen Schlauch vor, der mit Wasser gefüllt ist und dabei von Längs- und Ringmuskeln gestützt wird.

Ich besitze zwar keine Augen aber ich kann hell und dunkel unterscheiden. Lichtempfindliche Zellen, die über meinen gesamten Körper verteilt sind, leiten diese Info an mein Gehirn weiter.

Zur Fortbewegung benötige ich keinen überflüssigen Schnickschnack, wie Beine, Flossen oder Flügel. Ziehen sich meine Ringmuskeln zusammen, werde ich  dünn und lang. Aktiviere ich die Längsmuskeln werde ich dick und kurz. Das abwechselnde Strecken und Zusammenziehen meiner Körperabschnitte bringt mich vorwärts und die kurzen Borstenpaare an jedem Segment verhindern, dass ich dabei wieder zurück rutsche. Die Borsten sind bei allen Grabearbeiten äußerst praktisch, ich kann sie sogar wie Spikes in den Boden stemmen.

Viele Menschen glauben übrigens tatsächlich noch, dass sich aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm, zwei neue entwickeln würden. Aber wenn das stimmen würde, müsste ein Teil des Wurms dann mit seinem Hinterteil essen. Das ist also Unsinn! Nur das Ende mit den lebenswichtigen Organen lebt weiter, und kann nachwachsen. Aber auch das funktioniert nur selten, denn ein verletzter Regenwurm wird meist Opfer von Bakterien und Pilzen.

Regenwurm

Feucht und Dunkel!

Sonne und Trockenheit sind meine größten Feinde. Das hat mit meiner Atmung zu tun. Ich brauche immer einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt, denn die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid erfolgen bei mir durch die dünne, immer etwas feuchte und schleimige Haut. Ich bin nämlich ein Hautatmer!
Sonneneinstrahlung trocknet meine Haut aus und die Atemluft kann sie nicht mehr passieren. Ich würde qualvoll ersticken. Daher meide ich den Tag und die Sonne und fühle mich in feuchten Böden am wohlsten.

Da meine Art so aktiv und fleißig ist, nannte man uns im 16. Jahrhundert „reger Wurm“. Warum man später daraus „Regenwurm“ gemacht hat, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht weil wir bei Regen an die Erdoberfläche kommen. Wir ertrinken aber nicht gleich. Die Natur hat es so eingerichtet, dass ich notfalls auch in Böden überleben kann, die sehr lange überschwemmt sind, aber Regen irritiert und es ist die beste Art, mich außer der Zeit an die Oberfläche zu locken. Das tue ich sonst meist nur in der Nacht, da UV Licht mich umbringt, wenn es nicht eine hungrige Amsel tut, denn ich bin nicht nur begnadeter Gärtner sondern auch ein äußerst beliebtes Nahrungsmittel in der Tierwelt. Falle ich keinem dieser Unfälle zum Opfer, kann ich etwa zwei Jahre alt werden, aber auch deutlich älter.

Wir sind viele – und das ist gut so!

Praktischerweise besitzen wir Regenwürmer sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Trotzdem müssen sich immer zwei Tiere paaren, denn wir begatten uns wechselseitig. Wir sind sehr vermehrungsfreudig und wir sind viele! Man schätzt, in jedem qm Boden leben etwa hundert Regenwürmer. Genau hat es noch niemand nachgezählt, es gibt einiges, was die Menschen noch nicht so genau über uns wissen. Unter anderem, wie viele wie wirklich sind.

Aber je mehr es von uns gibt, desto besser! Wir sind nicht nur stark sondern wahre Ökosystem-Ingenieure und leisten einen wertvollen Beitrag für die Landwirtschaft, ja für alle Pflanzen auf diesem Planeten. Dumm, dass das kaum jemand zu schätzen weiß!

Falls du nach dem nächsten Regen einen Wurm siehst, der gerade hilflos austrocknet, dann nimm ihn einfach und bringe ihn wieder an einen Ort, wo er zurück in die schützende Erde kann.

Wir lieben Bio und Vielfalt!

Bitte lasst die Finger von den Pestiziden im Garten und auf den Feldern! Schon einmalige Anwendung kann mich umbringen. Die moderne Landwirtschaft bekommt uns nicht besonders gut! Ammoniak, in der Düngung mit Gülle, verätzt uns. Die intensive maschinelle Bodenbearbeitung zerstückelt uns und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vermindert unsere Fortpflanzung! Auch Monokulturen bedeuten für uns eine erschwerte Lebensgrundlage, denn werden die Äcker gesäubert, verhungern wir Würmer.

Mehr als die Hälfte der insgesamt 46 Wurmarten, die es in Deutschland gibt, werden bereits als „selten“ oder sogar „extrem selten“ eingestuft. Zum Teil ist unsere Anzahl bereits unter 30 Tiere pro Quadratmeter gesunken! Der Durchschnitt lag einmal bei rund 120 Exemplaren.

Regenwurm haufen
Regenwurmhäufchen/Turbodünger