Allgemein

Politisch korrekt …und voll daneben! Enid Blyton war rassistisch und homophob …

Erinnert sich jemand von euch noch an die Bücher von Enid Blyton? Ich habe ihre Geschichten über die Zwillinge Hanni und Nanni im Internat als Kind förmlich verschlungen und Blytons Name ist seither (zumindest bei mir) mit etwas Positivem verbunden. Sie hat mich dazu gebracht, das Lesen zu lieben. Ihre unterhaltsamen Schilderungen von Zusammenhalt und Abenteuer waren vor 50 Jahren unglaublich erfolgreich. Jetzt sind ihre Werke der Cancel Culture in die Fänge geraten.

Es käme wohl niemand auf die Idee, ein Bild zu überschmieren oder zu kritisieren, weil die zeitgenössische Darstellung nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Proportionen und Ästhetik entspricht, Bei Büchern ist man nicht so zimperlich. Jedes Buch ist ein Stück Zeitgeschichte. Wort für Wort für Wort. Ob uns diese Geschichte nun gefällt, oder nicht … Die Zensoren der neuen Sprachdiktatur sollten sich lieber einzig auf Schulbücher konzentrieren … denn wenn erst einmal damit begonnen wird, jedes Werk der Geschichte auf Political Correctness zu prüfen, dann geht weit mehr verloren, als nur die Freiheit der Kunst.

Nicht umsonst war Neusprech (englisch Newspeak) ein großes Thema in George Orwells dystopischem Roman 1984. Durch Sprachvorgaben und Umschreiben der Literatur und Geschichte, sollten in diesem Buch die sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten beschränkt und damit die Freiheit des Denkens aufgehoben werden. Läuft … mittlerweile bei uns, …besser als der gute George sich das je ausdenken konnte. Die „English Heritage“ verwaltet unter anderem die Plaketten an den Häusern bekannter Persönlichkeiten. Über Blyton schreiben sie in ihrem Online Text, laut ntv news Zitat:

„Blytons Werk wurde zu ihren Lebzeiten und darüber hinaus, für Rassismus, für seine Fremdenfeindlichkeit und für seine literarische Belanglosigkeit kritisiert. „Und dann geht es politisch korrekt weiter:

„2016 wurde es abgelehnt, sie auf einer 50-Pence Münze abzubilden, da man zu dem Schluss kam, dass sie eine „rassistische, sexistische, homophobe und nicht sehr gut angesehene Autorin war“.

Vielleicht sollte die „English Heritage“ noch ein wenig an ihrer eigenen Einstellung arbeiten, ehe sie mit dem Finger auf andere zeigt und sich über „nicht sehr gut angesehene“ Autorinnen auslässt. Vielleicht sollten wir einfach die alten Bücher in Ruhe lassen, sie ins Regal stellen, wenn sie nicht mehr in die Zeit passen. Vielleicht sollten wir nicht beständig die Autoren vergangener Zeiten diskreditieren und in jedem Werk das „Böse“ suchen, sondern stattdessen neue, schöne und bessere Bücher schreiben .. und diese dann auch lesen. Nur so eine Idee …

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Mein Name ist Zorn … eine neue Geschichte aus Lunas Sternengarten <3

Den nächsten Tritt würde er nicht mehr überleben. Panisch sah er sich um. Sein Gefängnis bot wenig Fluchtmöglichkeiten. Auch das Bett war kein sicherer Ort. Nicht für ihn. Nicht, wenn der Mensch, dessen Launen und Misshandlungen er auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, wieder einen schlechten Tag hatte. Das Bett war gewiss kein sicherer Ort, er würde ihn dort wie bei seinem letzten Fluchtversuch brutal am Schwanz packen, hervorziehen und die Bestrafung würde noch grausamer ausfallen. Trotzdem kroch er mit letzter Kraft unter das staubige Eisengestänge. Es war der einzige Schutz, den er hatte. Die gebrochenen Rippen schmerzten, eine klebrige Flüssigkeit sickerte aus dem zerstörten Auge und verdunkelte seine Sicht. Es roch nach Blut. Diesmal hatte jeder Tritt gesessen. Diesmal war er zu langsam gewesen. Er wusste nie, wofür man ihn bestrafte, er wusste nur, dass er von der einen Hölle in die andere gewechselt war und dass er dieser Hölle entkommen wollte. Die Straße war eindeutig besser, Hunger und Durst waren nicht annährend so quälend, wie die beständige Angst vor neuen Misshandlungen. Aber wie sollte er es anstellen? Niemand hörte ihn, wenn er kläglich miaute, niemand kam ihm zu Hilfe, wenn der Mensch wieder einmal beschlossen hatte, ihm weh zu tun. Panisch vor Angst lauschte er den schweren Fusstritten, die sich erst von ihm entfernten und dann wieder lauter wurden, sie schienen ganz nah, direkt vor seinem Versteck. Er wagte kaum, zu atmen. „Bitte tu mir nichts, bitte hör auf damit, ich habe nichts verbrochen … warum tust du mir weh?“

Der hölzerne Besenstiel traf ihn mit ungebremster Wucht in den Bauch. Er konnte nicht nur spüren sondern auch hören, wie etwas in seinem Inneren zerriss. Dann hörte er nichts mehr. Es wurde still und dunkel … und mit dem letzten Licht verschwanden auch die schrecklichen Schmerzen…und die Angst. Er verlor sie, auf seiner weiten Reise durch Raum und Zeit. Angst und Schmerz lösten sich in einer gewaltigen Wolke Sternenstaub auf, sie wurden blasser und kraftloser, bis sie vollständig verschwunden waren. Sein Zorn über das Unrecht und den Schmerz, sein Zorn auf die Menschen im Allgemeinen und besonders auf seinen Peiniger, der verschwand nicht. Er brachte ihn mit in den Sternengarten.

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Luna

Luna pflückte geschickt mit den Krallenspitzen die Köpfe der Gänseblümchen von der Blumenwiese und reichte sie Miss Marple.

„Gefällt es dir hier? Diese Wiese gehört jetzt dir, ich habe gehört, du magst Gänseblümchen aber falls du dir etwas anderes wünscht, sag es ruhig. Du bist die erste Schildkröte in meinem Teil des Sternengartens und wir freuen uns alle, dass du hierher gefunden hast. Wenn dir nach Schildkrötengesellschaft ist, weiss Lilly sicher, wo du noch gepanzerte Freunde findest. Sie kennt alle und alles im Sternengarten, sicher hast du sie schon getroffen. Sie hat einen weißen Pelz, so wie ich, sie ist schrecklich nett … und schrecklich vergesslich.“

Miss Marple nickte kurz, verspeiste in Seelenruhe die angebotenen Gänseblümchen und erst eine ganze Weile später, nachdem sie alles aufgegessen hatte, erhielt Luna ihre Antwort.

„Da wo ich herkomme, bei meinem Menschen, da gab es auch Katzen. Irgendwie fühle ich mich sehr wohl und aufgehoben, in kätzischer Gesellschaft, vielleicht bin ich deshalb bei euch gelandet. Aber Lilly soll sich gerne umhören, vielleicht findet sie heraus, wo meine alte Freundin Cassiopeia abgeblieben ist. Sie wollte nur im Nachbargarten etwas Salat für uns organisieren. Das ist schon sehr, sehr lange her, selbst wenn man nicht in Katzen- sondern in Schildkrötenzeit rechnet. Ich habe mich immer gefragt, was aus ihr wurde…“

Luna wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sie die dunklen Wolken bemerkte, die scheinbar aus dem Nichts plötzlich über ihnen aufgetaucht waren. Seltsam! Für das Wetter im Sternengarten zeichnete allein sie verantwortlich und für heute hatte sie Sonnenschein, milde Frühlingstemperaturen und einen Sonnenuntergang in zartlila geplant. Wo zum Teufel kamen jetzt diese dunklen Wolken her, sie waren fast schon schwarz. Ein eisiger Wind fegte über die Wiese, die Temperatur war in wenigen Sekunden um ein paar Grad gesunken und dann brach die Hölle los. Es hagelte dicke, schwarze Hagelkörner, die alles zerschmetterten, was Luna an diesem Morgen für Miss Marple gezaubert hatte.

Die alte Schildkröte hatte in ihrem Leben bereits viele Abenteuer überstanden. Als die ersten dicken Hagelkörner neben ihr aufschlugen, blieb sie die Ruhe selbst, zog sich nur in ihren Panzer zurück und rief Luna zu:

„Lauf schnell, such dir einen sicheren Unterstand, ehe dich die Hagelkörner erwischen. Mir passiert hier schon nichts. Ich trage meinen Sicherheitsbunker immer mit mir! Ist das Wetter im Sternengarten immer so unangenehm wechselhaft?…“

Luna überlegte kurz, ob sie es wagen könnte, Miss Marple allein zurückzulassen, mitten in Sturm und Hagel. Aber dann lief sie trotzdem los, so schnell sie irgend konnte. Was zum Teufel wurde hier gespielt? Wer wagte es, in ihrem Sternengarten mit ihrem Wetter zu spielen? Wer hatte Sturm und schwarze Hagelkörner gezaubert? Das wollte sie jetzt sofort herausfinden … und dann gnade ihm Bastet …

Vor Nässe triefend und mit ein paar blauen Flecken auf dem Näschen, die von den Hagelkörnern stammten, erreichte sie den großen Festsaal.

„Valerion, Iron, Enzo, Leo… wo seid ihr? Ich brauche euch! Wir haben ein Problem! …

Der gelbe Schmetterling drehte ein paar übermütige Pirouetten in der Luft, ehe er sich wieder auf Faiths Nase niederließ. Der kleine Kater schnurrte vor Vergnügen, was für ein schönes Spiel! In diesem Teil des Sternengartens war er noch nie unterwegs gewesen, dabei gab es so viele interessante Dinge zu entdecken, sogar einen neuen Freund hatte er gefunden. Das musst er unbedingt Krümelchen erzählen, sobald er wieder zurück war. Sie sah es nicht gerne, wenn er alleine loszog, um Abenteuer zu erleben. Aber er war schließlich schon groß, fast erwachsen … und was sollte ihm schon im Sternengaren passieren?

Am Horizont leuchtete ein bunter Regenbogen, zum Greifen nah, den wollte er sich gerne noch einmal genauer ansehen. Dieses Farbenspiel kannte er bisher noch nicht, an einem Ende war der Regenbogen sogar schwarz! Luna hatte ihm einmal erzählt, dass am Ende des Regenbogens immer ein kleines Wunder wartet. Faith pustete seinen neuen Freund vorsichtig von der Nasenspitze und machte sich neugierig auf den Weg .

Argwöhnisch kniff er die Augen zusammen. Sie funktionierten wieder, wie in besten Zeiten! Alles an ihm funktionierte wieder, seit er diese Zuflucht gefunden hatte. Es schien friedlich und sicher, wo er nun war, keine Menschen, keine Hunde, nicht einmal feindliche Katzen hatte er bisher entdeckt. Er litt weder Hunger noch Schmerzen. Trotzdem musste man auf der Hut sein! Manchmal entpuppte sich eine Zuflucht als Falle. Manchmal wird Vertrauen bestraft! Diesen Fehler wollte er nie wieder machen! Der Sternenstaub, den er gerade mit seinen Pfoten aufgewirbelt hatte, sank zurück auf den Boden. Angestrengt versuchte er zu erkennen, wer oder was sich gerade näherte. Es sah aus wie eine Katze. Nicht besonders groß, nicht besonders bedrohlich. Trotzdem stellte er sicherheitshalber die Nackenhaare auf, legte die Ohren an und peitschte warnend mit dem Schwanz. „Bleib weg, sonst wirst du es bereuen!“

Faith hatte eine gute Erziehung im Sternengarten genossen. Luna und Krümelchen wachten streng darüber, dass jeder Neuankömmlingen gegenüber, stets freundlich und hilfsbereit war. Sie sollten stolz auf ihn sein! Entschlossen näherte er sich dem neuen Sternengartenbewohner, der am Ende des Regenbogens sass und ihn aus schmalen, gelben Augen wütend anfunkelte.

„Guten Tag, Herr Katze. Ich heiße Faith. Du bist neu hier, richtig? Wie heißt du? Hast du diesen tollen Regenbogen gezaubert? Wie hast du das gemacht?“

„Ganz schön viele Fragen, Kleiner… Neugier ist der Katze Tod, merk dir das!“

Als er sah, dass Faith ängstlich die Ohren anlegte und vorsichtig den Rückzug antreten wollte, fügte er noch etwas versöhnlicher hinzu:

„Ja, ich bin neu hier, wo immer wir hier auch sind! Ich habe nichts gezaubert! Ich wollte mir ein Lager bauen und sobald ich in der Erde scharre, tut dieser seltsame Staub seltsame Dinge. Er scheint das Wetter irgendwie zu beeinflussen. Vorhin hat es sogar gehagelt. Hast du das mitbekommen? Der verdammte Regenbogen hat auch mit dem Staub zu tun. Plötzlich war er da!“

Dieser Neue Sternengartenbewohner war Faith nicht ganz geheuer. Seine feinen Antennen für Gefühle und Stimmungen funkten Alarm. Hier war jemand schrecklich wütend und schrecklich traurig. „Hinter dem Zorn versteckt sich immer die Trauer… du musst sie finden und trösten, erst dann besiegst du den Zorn!“ . Das hatte Luna ihm in ihren nächtlichen Unterrichtsstunden am Rande des Sternengartens beigebracht. Wenn sie recht hatte, dann war hier jemand nicht nur unendlich zornig sondern auch schrecklich traurig.

„Wie heißt du?“, fragte er noch einmal und unterstrich die Frage mit seinem freundlichsten Schnurren.

„Mein Name? Ich brauche keinen! Namen sind Schall und Rauch und der Name, den sie mir gegeben haben, der war eine einzige Lüge, er hat mir kein Glück gebracht… Ich war „Lucky“…, er spuckte diesen Namen fast verächtlich aus. Vergiss das gleich wieder! Du willst wissen wie ich heiße? Ich bin Zorn! mein Name ist Zorn! Und wenn du mir nicht erklären kannst, wie dieser Staub hier funktioniert, dann verschwinde wieder! …

Iron tat sein Bestes, um die Stimmung in der großen Festhalle wieder etwas zu beruhigen. Während er geschickt die großen Platten mit Leckereien an die Tafel balancierte, wich er den dunklen Pfützen aus, die sich überall ausbreiteten. Fast jeder hatte etwas von dem schwarzen Hagelschauer abbekommen. Fast jeder war pudelnass und etwas verwirrt zum Essen erschienen. Niemand konnte sich erklären, warum das Wetter im Sternengarten plötzlich verrückt spielte. Die wildesten Theorien wurden diskutiert.

Leo schnappte sich ein großes Stück Sternenstaubkeule von Irons Platten und sah fragend in die Runde.

„Wenn du es nicht warst, Luna und auch nicht Lilly dann muss jemand in unserem Sternengarten angekommen sein, der ebenfalls Magie beherrscht. Ich übe jetzt schon soo lange, und bis heute schaffe ich ohne deine Hilfe gerade einmal ein paar lahme Schäfchenwölkchen aus dem Sternenstaub zu locken. Wie kann es sein, dass jemand ganz neu ist und all das fertig bringt, was wir heute gesehen haben?

„Leo hat Recht, das ist wirklich seltsam!“ Ballerina schüttelte ein paar Wassertropfen aus ihrem Schweif und schlug vor:

„Wollen wir Suchtrupps bilden, und uns in alle Himmelsrichtungen umsehen? Darling und Valerion, Csipi und Giacomo, Tom und Fiete, Lilly und ich …? Wer ist dabei? Lasst uns einen Ausflug machen! Irgendwie müssen wir herausfinden, wer hier unbefugt mit dem Sternenstaub zaubert, wer weiss, was diesem Neuen als nächstes einfällt, ein Sternengartenbeben vielleicht? Und wo ist eigentlich Lilly abgeblieben, ich habe sie seit gestern nirgends gesehen, weiss irgendwer, was sie gerade wieder vor hat?“ Ballerina sah sich suchend nach ihrer Katzenfreundin um.

Ehe ihr jemand antworten konnte, meldete sich Valerion zu Wort.

„Ich glaube, ich weiß, nach wem wir suchen müssen! Da war jemand, der in großen Schwierigkeiten steckte. Ich habe ihn zufällig entdeckt, als ich meine abendliche Patrouille am Ausguck absolvierte.“

Valerion zögerte kurz, man konnte ihm deutlich ansehen, wie unangenehm ihm diese Erinnerung war.

„Ich musste hilflos mit ansehen, was man ihm angetan hat… er erinnerte mich an meine schrecklichsten Zeiten auf der Erde… es war schrecklich. Er wurde gefoltert. Ich konnte ihm nicht helfen… es war bereits zu spät. Aber ich habe ihm den Weg zum Sternengarten gezeigt. „

„Und wie kommst du darauf, dass das unser Kandidat ist?“, fragte Leo.

„Viele Sternengartenbewohner haben schreckliche Erfahrungen auf der Erde durchleben müssen, aber niemand wirft deshalb mit schwarzen Hagelkörnern um sich.“

„Weil ich noch niemals zuvor eine so zornige Katze gesehen habe. Er war so gefangen in seinem Schmerz und seiner Wut, dass ich keinen Zugang zu ihm fand. Ich wollte warten, bis der Sternengarten seine Seele etwas heilt, ehe ich ihn in unserer Runde vorstelle. Aber dann war er plötzlich verschwunden… ich hätte euch das schon viel eher erzählen sollen…“

Einen Moment lang war es still. Niemand wusste etwas zu sagen, niemand wollte Valerion kränken oder tadeln, der besser als alle anderen wusste, was es bedeutet, misshandelt und gequält zu werden. Bis heute sprach er nicht gerne über seine Zeit auf der Straße.

Das fröhliche „plitsch-platsch“ Geräusch einer Katze, die übermütig durch die Pfützen des Festsaals sprang, war eine willkommene Unterbrechung.

„Hallo Faith! Wo warst du so lange, du hast fast das Essen verpasst. Bist du auch nass geworden, hat der Hagel dir Angst gemacht?“

Krümelchen rückte beiseite und machte Platz für ihren kleinen Schützling, der sofort lossprudelte:

„Ich war auf Entdeckungsreise! Da war ein Schmetterling, der ist jetzt mein Freund und da war noch jemand, der ist jetzt auch mein Freund. Ich hoffe jedenfalls, dass er mein Freund ist. Er ist ein wenig seltsam und erst hat er mir Angst gemacht. Aber ich habe ihn freundlich begrüßt, so wie du es mir beigebracht hast und dann habe ich ihm alles über den Sternengarten erzählt. Er wollte alles genau wissen, wer hier wohnt und was wir machen und wie das mit dem Sternenstaub und den Träumen funktioniert, die wir unseren Menschen auf die Erde senden…das wollte er gleich üben…

Luna spuckte die Maus-a-chocolate, die sie sich gerade in den Mund schieben wollte, wieder zurück auf ihren Teller und unterbrach Faiths begeisterten Bericht.

„Du hast was?!! Du hast einem wütenden Fremden gezeigt, wie man Träume auf die Erde schickt? Weisst du nicht, was dieses Wissen in falschen Hände anrichten kann?“

Faiths Augen füllten sich mit Tränen. Luna machte ihm immer ein wenig Angst. Krümelchen legte tröstend eine Pfote auf seine Schulter.

„Nicht weinen, mein Kleiner, du hast nichts falsch gemacht! Wir haben hier nur ein kleines Problem, das wir lösen müssen. Dein neuer Freund spielt mit der Magie des Sternengartens obwohl er das nicht darf, verstehst du? „

Luna peitschte mit dem Schwanz und ignorierte Krümelchens vorwurfsvolle Blicke.

„Dann würde ich vorschlagen, ich statte diesem neuen Gast einen Besuch ab, ehe er damit beginnt, Träume auf die Erde zu senden. Wer möchte mich begleiten?..“

Während man in der großen Festhalle noch lebhaft darüber diskutierte, wer auf dieser Mission dabei sein sollte, …jeder wollte gerne dabei sein …., sass Lilly auf ihrem Lieblingsbaum, am Rande des Sternengartens und beobachtete interessiert, wie sich jemand abmühte, einen Traum in den Sternenstaub zu fügen und dann Richtung Erde zu senden. Es glitzerte und knallte, es funkelte und zischte, wie bei einem Feuerwerk. Aber am Ende sank der Staub jedes mal wieder zu Boden und der getigerte Kater mit den gelben Augen wurde mit jedem missglückten Versuch wütender. Lilly kicherte amüsiert.

„Nicht schlecht, …für ein Feuerwerk. Wenn das hier aber ein Traum werden soll, dann musst du noch ordentlich üben..“

Mit einem eleganten Satz sprang sie von ihrem Baum, ignorierte gesträubtes Fell und warnendes Knurren, setzte sich ganz selbstverständlich neben den sichtlich zornigen Kater und schenkte ihm ihr schönstes Lilly-Lächeln.

„Was hast du vor? Soll ich dir helfen?“

„Ich möchte jemandem den schrecklichsten Albtraum schicken, ihn Angst, Verzweiflung und Schmerz fühlen lassen, ich möchte, dass er am eigenen Leib spürt , was er mir angetan hat… aber ich schaffe es einfach nicht! Der verflixte Staub tut was er will … wenn du mir dabei helfen kannst, dann tu es, ansonsten verschwinde hier!““

Lilly neigte ihr weißes Köpfchen und sah ihm dabei tief in die Augen. Sie erzählten ihr seine ganze Geschichte in Sekundenbruchteilen. Während sie konzentriert schnurrte, erfuhr sie alles, was sie wissen musste. Es war keine schöne Geschichte. Lilly überlegt angestrengt, ihre Schwanzspitze zuckte hin und her, wie immer, wenn sie sich schwer entscheiden konnte. Schließlich antwortete sie:

„Die Magie des Sternestaubs hat ihre eigenen Gesetze, wenn man sie bricht, wenn man mit negativen Gefühlen zaubert, mit Angst, Wut oder Schmerz, dann nimmt es meist kein gutes Ende und es kommt etwas völlig anderes heraus, als das, was man sich eigentlich erhofft hat. Das hast du ja sicher schon bemerkt. Aber zufällig sitzt eine Meisterin der Magie neben dir und nachdem ich jetzt deine Geschichte kenne, würde es mir richtig Spass machen, deinem Menschen die schlimmste Nacht seines Lebens zu bereiten. Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch brechen, verstehst du?Aber das behalten wir hübsch für uns, denn wenn meine Schwester davon erfährt, muss ich für eine Weile bei den Pferden einziehen und du gleich mit, denn sie wird sehr ärgerlich sein…“

Seine gelben Augen leuchteten, diesmal nicht vor Zorn sondern vor Dankbarkeit und Freude. Er hatte wunderschöne, faszinierende Augen, wie Lilly insgeheim feststellte.

„Wenn du das wirklich für mich tun möchtest … dann lass uns sofort damit beginnen. So langsam gefällt mir dieser seltsame Sternengarten…“

„Ehe wir anfangen, musst du mir aber erst noch ein bisschen mehr über ihn erzählen. Wo sind seine Schwachstellen? Welcher Verlust würde ihn am schlimmsten treffen? Wovor fürchtet er sich am meisten? …“

Und dann machten sich die beiden an die Arbeit…

Es war eine laue Sommernacht, der Sternehimmel war wolkenlos und leuchtete in den schönsten Farben. Luna hatte sich alle Mühe gegeben, die unguten Wetterkapriolen der letzten Stunden wieder wett zu machen, ehe sie sich mit Valerion in ihren Pavillon zurückzog. Gleich morgen früh wollte sie mit ihm zusammen aufbrechen.

„Was willst du ihm eigentlich sagen, wenn wir ihn gefunden haben? Denkst du, er wird sich so einfach umstimmen lassen? Was machen wir, wenn er an seinem Zorn und an seinem Schmerz festhalten möchte? Was für ein schrecklicher Gedanke, dass aus dem Sternengarten Albträume auf die Erde geschickt werden könnten, findest du nicht? …. Luna …??

Aber seine Herzenskatze antwortete ihm nicht, sie war bereits eingeschlafen. Kein Wunder, nach diesem aufregenden Tag! … Valerion rückte noch einmal alle Kissen in eine bequeme Position und dann fielen auch ihm die Augen zu. Hätte er noch einmal aus dem Fenster gesehen, wären ihm die Blitze aufgefallen, die den Rand des Sternengartens immer wieder taghell erleuchteten, denn am Ausguck braute sich gerade ein magisches Gewitter zusammen.

„So ein armseliger Feigling! Als du ihm dann noch die Riesenschlange um den Hals gelegt hast, hat er sich sogar eingenässt vor Angst, ich hab es genau gesehen…“

Lilly kicherte boshaft. Pssst … ich bin noch nicht fertig. Gleich wirst du ihm als Geist erscheinen und ihm verkünden, dass zukünftig alle seine Nächste so aussehen werden, wenn er sich jemals wieder an einem Wehrlosen vergreift…etwa so:“

„Ich kann dich sehen, ich werde dich überall finden und bestrafen, du entkommst mir nicht!“

Sie formte geschickt das Abbild einer gigantischen Katze, mit spitzen Reißzähnen, scharfen Krallen und funkelnden gelben Augen aus dem Sternenstaub, fügte noch grollenden Donner und Blitze hinzu, dann schickte sie den letzten Traum auf die Reise.

Zufrieden beobachteten die beiden, wie Zorns Peiniger aus dem Bett sprang, zitternd ein Glas Wasser trank und dann argwöhnisch die Wohnung absuchte. Die Strafpredigt hatte offensichtlich ihren Zweck erfüllt.

Der Sternenstaub sank langsam zu Boden, Gewitter und Hagel ließen augenblicklich nach und der klare Nachthimmel kam wieder zum Vorschein. Nur das Zirpen der Grillen und verschlafenes Vogelgezwitscher war zu hören. Lilly seufzte zufrieden, während sie sich den letzten Rest Sternenstaub aus dem Fell putzte.

„Das hat Spass gemacht! Ich glaube, er wird sich noch lange an diese Nacht erinnern!

“ Wie fühlst du dich jetzt? Besser? Ich fühle mich jedenfalls großartig! Hast du mir eigentlich schon deinen Namen verraten? Ich glaube, ich habe vergessen zu fragen, wie du heisst. Ich heiße Lilith aber meine Freunde nennen mich Lilly…du kannst mich gerne Lilly nennen… „

Sie versuchte erneut, in seinen Augen zu lesen. Jetzt waren diese Augen hell und klar.

Nachdenklich sah er erst Lilly an und dann über den Rand des Sternengartens, hinunter auf die Erde.

„Einst war ich „Lucky“, der Glückliche. Aber ich war nicht glücklich sondern schrecklich traurig… Und dann war ich „Zorn“. Aber ich war nicht zornig sondern immer noch schrecklich traurig, … bis vor wenigen Stunden war ich das jedenfalls.

Keine Ahnung, wer ich jetzt bin. Keiner von beiden! Irgendetwas hat sich verändert, seit du bei mir bist.“

Und dann fügte er noch hinzu:

„Lilly … was für ein wunderschöner Name, er passt zu dir …“

Lilly schnurrte geschmeichelt.

„Du hast alle Zeit der Welt, um dir einen neuen Namen zu überlegen, das ist das Schöne am Sternengarten … Zeit spielt hier keine Rolle. Gestern…Heute …Morgen … wer weiß das schon so genau? Manchmal muss ich verflixt aufpassen, damit ich mich nicht in den Zeitschleifen verlaufe. Hast du dir schon überlegt, in welchem Teil des Sternengartens du dich niederlassen möchtest? Es gibt für jeden hier den idealen Ort. Auch wenn du dir das vielleicht nicht vorstellen kannst, es gibt viele, die das Gleiche wie du erleiden mussten. Manche von ihnen leben jetzt weit ab vom Rand des Sternengartens. Sie möchten nicht mehr hinunter auf die Erde schauen, sie vermissen niemanden …vielleicht solltest du dich erst einmal in Ruhe umsehen … und lernen, wie man richtig mit der Sternenstaub Magie umgeht. Keine Hagelschauer mehr und auch keine schwarzen Regenbögen! Du brauchst das jetzt nicht mehr“ Sie lächelte, während sie ihm den Weg erklärte und dann stupste sie ihn freundlich mit der Pfote an:

Und jetzt solltest du gehen! Wenn ich mich nicht irre, wird sehr bald meine Schwester hier aufkreuzen und dann möchtest du nicht hier sein, glaub mir …“

Der getigerte Kater hatte Lilly aufmerksam zugehört.

„Ich denke, ich werde werde mich jetzt wirklich erst einmal umsehen und dann überlegen, wo, wann und unter welchem Namen ich im Sternengarten leben möchte. Vielleicht kommst du mich dann einmal dort besuchen?“

„Vielleicht …vielleicht auch nicht… Aber du findest mich immer in der großen Festhalle. Könnte ja sein, dir ist doch irgendwann danach, bei uns mitzuzaubern, denn du hast wirklich Talent! Wenn du das möchtest, …dann werde ich da sein! Und jetzt geh!“

Als Lilly, wie immer reichlich zu spät, zum Frühstück in der großen Halle erschien, waren ihre Freunde bereits fast fertig mit dem Essen. Überall türmten sich Teller mit den Resten von Sternenstaubragout, Maus-a chocolate und Hafermüsli. Sie nickte freundlich nach allen Seiten, ignorierte sämtliche Fragen nach ihrem Verbleib und setzte sich zu Faith an die Tafel.

„Schau mal Kleiner, wen ich dir mitgebracht habe!“

Lilly pustete den gelben Schmetterling sanft in Faiths Richtung. Der kleine Kater schnurrte entzückt, als sein neuester Freund sich sofort wieder auf seiner Nasenspitze niederließ.

„Er hat mich gleich wiedererkannt, Lilly. Hast du das gesehen? Wo warst du eigentlich die ganze Zeit? Du hast ganz viele spannende Dinge verpasst, du glaubst ja nicht, was hier alles in der Zwischenzeit passiert ist!“

„Ja, genau! Luna hätte deine Hilfe sicher gut gebrauchen können, sie ist gerade mit Valerion auf einer heiklen Mission. Wo warst du die ganze Zeit „, fragte auch Enzo und sah sie dabei nachdenklich an. „Gibt es etwas, das ich wissen müsste?“

Lilly schickte ihr schönstes Lilly-Lächeln in die Runde.

„Wo ich war? … Ich glaube, das habe ich längst schon wieder vergessen. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Sicher war es schrecklich langweilig… erzählt ihr mir lieber, was gestern Spannendes passiert ist!“

Sie ignorierte Enzos misstrauischen Blick, griff sich eine Maus-a-chocolate und schluckte die Delikatesse aus Irons Zauberküche an einem Stück hinunter. Dann schnurrte sie vergnügt und fragte Faith:

“ Was wollen wir heute zaubern, soll ich dir zeigen, wie man Regenbögen macht?“ …

-ENDE-

Tierschutz

Der Vogelmörder ist immer die Katze? Fehlanzeige!

Der Vogelmörder ist immer die Katze … behauptet der Mensch, während er selbst ca. 100 Millionen Vögel jedes Jahr… allein in Deutschland… tötet. Er tötet sie durch Glasfronten und Fensterscheiben! Glasscheiben sind millionenfache Killer!

Der von Menschenhand millionenfach verschuldete Vogelmord durch Insektizide und Pestizide und durch die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes ist bei dieser gewaltigen Zahl nicht mit eingerechnet. Diese Vogelopfer dürft ihr gerne noch dazu addieren.

Jeder kennt das ungute, dumpfe Geräusch, wenn ein Vogel gegen die Fensterscheibe fliegt. Oft sind die Tiere sofort tot, meist sterben sie später an ihren Verletzungen und an inneren Blutungen. Wer glaubt, das wäre eine seltene Ausnahme, der übersieht, dass auf diese Weise jährlich weit über 100 Millionen Vögel in Deutschland umkommen. Die Kollision der heimischen Vogelwelt mit Glasscheiben an Wohnhausfenstern, Glasfassaden, an Bushaltestellen und Bürogebäuden, Wintergärten und Panoramascheiben findet beständig und überall statt.

Vögel erkennen Glasflächen oft nicht als Hindernis, sie prallen mit hoher Geschwindigkeit gegen die gläsernen Fronten, brechen sich das Genick, verbluten innerlich oder erleiden eine tödliche Gehirnerschütterung. Die spiegelnden Gasflächen der modernen Fabrik- und Bürogebäude sind effektive Vogelkillermaschinen. Je größer die entsprechenden Glasflächen, desto größer das damit verbundene Risiko.

Unter allen menschgemachten Todesursachen für Vögel in Deutschland steht damit nach absoluten Zahlen der Glastod an der Spitze.

Im Gegensatz zu den Katzen, die beständig für das Vogelsterben verantwortlich gemacht werden, sind wir Menschen in der Lage, den Sachverhalt zu begreifen und abzustellen. Tun wir aber nicht. Verglaste Gebäudefronten, Bushaltestellen, öffentliche Gebäude und co sind beliebter denn je. Etwa 100 Millionen Vögel sterben jedes Jahr dadurch , allein in Deutschland. Tendenz steigend …

Man sollte sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen, ehe man wieder einmal den dramatischen Rückgang der Vogelpopulation beklagt und einzig den Freigängerkatzen in die Schuhe schiebt. Könnte es nicht doch eher mit dem zunehmenden Boom von Glasfronten an Gebäuden, Wohnhäusern und Unterstellflächen, mit Windrädern, mit dem großflächigen Einsatz von Pestiziden und Insektiziden und der Verwandlung von Gärten in Schotterwüsten zu tun haben? Stattdessen wird beständig gegen Freigängerkatzen gehetzt.

Die Katze ist immer der Vogelmörder? Fehlanzeige! Wir Menschen morden uns ungleich brachialer und effektiver durch die heimische Vogelwelt!

Was die Katzen angeht: Es gibt eindeutig zu viele davon! Kastrationspflicht für Freigänger würde den Bestand deutlich verringern. Weniger Katzen = weniger Vogelmord! Eine einfache Massnahme, auf die Tierschützer seit Jahren vergeblich warten. Nicht hetzen… handeln!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Quellen: https://www.nabu.de/tiere…/voegel/gefaehrdungen/11932.html

Tierschutz

Warum ich nicht gendern werde …

Liebe LeserINNEN

Liebe Leser*innen

Liebe Leser&innen

Liebe Leser:innen

Liebe Leser_innen

Liebe Lesende

Liebe alle ❤

Nach gründlicher Überlegung habe ich mich entschlossen, auch weiterhin nicht zu gendern. Sollte ich (warum auch immer???) nur ein bestimmtes Geschlecht ansprechen wollen, dann greife ich auf die altbekannte Anrede zurück, dann wende ich mich an Leserinnen oder an Spenderinnen oder schreibe über Helferinnen… aber wann immer das möglich ist, möchte ich gerne mir und euch und auch dem Google Translator, willkürlich eingefügte Punkte, Sternchen, Unterstriche und Wortsalat ersparen.

Hier lesen auch viele mit, die auf Übersetzung angewiesen sind. Noch zwingt mich niemand dazu, ihnen das Lesen zu erschweren.

Meine Follower sind seit jeher männlich, weiblich, trans und alles dazwischen, sie sind hetero, homo, lesbisch, sie sind schwarz, weiss, bunt, jung und alt … eine wunderbare Mischung aus wunderbaren Menschen und für alle findet sich genügend Platz in nur einem einzigen Wort:

Ist das nicht einfach? Ist das nicht schön?

Daher werde ich es dabei belassen. Ich hoffe auf euer Verständnis, liebe Leser ❤

Eure Bettina Marie Schneider-Gutes Karma to go

Tierschutz

Framing tötet! nennt die Dinge beim Namen!

Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft – bei gleichem Inhalt – das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen. Die Politik macht sich das seit langem zunutze. Hässliche Botschaften werden in freundliche Euphemismen verpackt, aus Mülldeponien werden Entsorgungsparks, Staatliche Überwachung wird als Innere Sicherheit angepriesen und Wachstumspause klingt deutlich beruhigender, als Rezession.

Auch für die Grausamkeiten, die wir Tieren jeden Tag antun, hat man wohlklingende Umschreibungen erfunden. Auf diese Weise wird Tierleid verheimlicht, beschönigt und bagatellisiert.

„Künstliche Besamung“ ist eine Vergewaltigung mittles medizinischer Instrumente, die dem zwangsfixiertem Tier gewaltsam in die Geschlechtsteile eingeführt werden.

„Dressurreiten“ ist eine Form der Machtdemonstration, da das Pferd zum absoluten Gehorsam erzogen wird. Die Bewegungsabläufe sind unnatürlich für die Tiere und in der Regel auch kompliziert. Die umstrittenen Methoden, die angewandt werden dürfen, um Pferde zum „absoluten Gehorsam“ zu bewegen, lassen jeden Tierfreund fassungslos an unserer Gesetzgebung zweifeln.

„Nutztiere“ ist ein Begriff, den es eigentlich nicht gibt. Wenn wir ein Tier zum „Nutztier“ degradieren und damit dessen Recht auf Leben und Unversehrtheit aushebeln, bleibt ein Schwein ein Schwein, ein Rind ein Rind und ein Huhn ein Huhn, es wird nicht durch eine Worthülse zum gefühllosen Gegenstand, auch wenn wir sie als solche behandeln. Das Wort „Nutztiere“ dient einzig unserem Gewissen, damit Tierquälerei, Ausbeutung und Töten im großen Stil ethisch vertretbar sind.

Selbst das harmlose Wort „Streuner“ für die heimatlosen Straßentiere beinhaltet einen großen Irrglauben. „Streuner“ klingt nach Freiheit und Abenteuer. Um Streuner muss man sich nicht sorgen, sie haben ihr freies Leben selbst gewählt…Wer das unsägliche Leid der heimatlosen Straßentiere kennt, Hunger, Misshandlungen, Überleben in eisiger Kälte ohne eine Zuflucht, immer auf der verzweifelten Suche nach Futter, gezeichnet von Entbehrung, Parasiten und Krankheiten … der wird diese romantische Sichtweise schnell ändern. Nennt die heimatlosen Straßentiere nicht „Streuner“ … sie sind einzig die Opfer unserer Vernachlässigung und Gleichgültigkeit und werden vielerorts wie Abfall behandelt, verjagt, getreten, misshandelt, vergiftet und getötet.

Auch die „Stadttauben“ sind keine „Freien Vögel“ , die zufällig in der Stadt leben sondern heimatlose Tiere, die auf die Versorgung des Menschen angewiesen sind. Sie verhungern qualvoll vor unser aller Augen. Viele von ihnen sind die Opfer des „Taubensports“ . Ein „Sport“ bei dem die Tiere gewaltsam von ihrem Partner und ihrem Nest getrennt werden, dann ausgesetzt und ihr verzweifeltes Bestreben, schnell wieder zurückzufinden, dient einzig der Belustigung der Taubensportler und deren „sportlichem Ehrgeiz“. Die Tauben, die bei diesem Versuch an Entkräftung sterben, verletzt werden oder in fremden Städten stranden, finden das sicher wenig „sportlich“. Es sind Unzählige, doch niemand denkt an sie, wenn der wohlklingende Name „Brieftaubensport“ fällt.

Framing ist allgegenwärtig, wenn es um die Bagatellisierung oder Vertuschung von Tierleid und Tierquälerei geht. Da gerade an vielen Stellen großer Wert auf korrekte Anrede und Begrifflichkeit gelegt wird, würde ich mir die gleiche Sensibilisierung und Aufmerksamkeit auch für den sprachlichen Umgang mit unseren tierischen Mitgeschöpfe wünschen. Hier würde ich es mir ganz besonders wünschen!

Nennt die Dinge beim Namen! Nur dann kann sich etwas ändern, denn Framing tötet!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Der Flug in den Tod … was viele über den sogenannten „Brieftaubensport nicht wissen!

Er hatte seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen oder getrunken. Er war erschöpft, zu Tode erschöpft. Seine entzündeten Gelenke und Sehnen schmerzten mehr als die klaffende Wunde an der Brust. Blut lief an seinen Beinen herunter.

Sein Körper war Schmerz. Er war Schmerz. Er hatte versagt und den Weg zurück nicht mehr gefunden. Diesmal war die Strecke einfach zu lang, die man von ihm forderte, wenn er das Liebste auf der Welt jemals wiedersehen wollte. Verzweifelt schloss er die Augen. Er hatte alles gegeben.

Er war geflogen, bis er wie ein Stein vom Himmel fiel. Er war sogar noch weitergeflogen, als er sich an den Drahtseilen verletzte, die für ihn unsichtbar waren. Er war geflogen … immer weiter und weiter … weil er sich sehnte. Mit jeder Faser seines Herzens sehnte er sich nach seiner Gefährtin, der er lebenslang verbunden war, die ihn jetzt mehr denn je brauchte, denn gestern erst hatte sie ein Ei gelegt. Er wurde gewaltsam zum „Witwer“ gemacht. Man hatte sie getrennt.

Im Taubensport, wo er zu Wettkämpfen verdammt wird, die er niemals freiwillig bestreiten würde, nutzt man diese Liebe, um Höchstleistungen von den gewaltsam getrennten Partnern zu erhalten.

Ihre Verzweiflung ist der Gewinn des Taubenzüchters. Die Taube verliert immer … selbst, wenn sie den Wettbewerb gewinnt.

Er hatte sie noch rufen hören, als er im Korb eingesperrt und wegtransportiert wurde. Ihre Stimme hätte er aus Tausenden wiedererkannt. Aber der Korb war fest verschlossen. Es gab kein Entkommen. Er war jetzt Witwer auf einer Reise.

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„Witwermethode“

Witwer, so nennt man im Taubensport die Vögel, die buchstäblich ihr Leben geben, um wieder zu ihrem Zuhause, ihrem Partner oder ihren Kindern zurück zu finden. Dafür werden sie „trainiert“. Weggesperrt, im Dunkeln gehalten, zum Fliegen gescheucht, gezwungen, aussortiert, ermordet und der Willkür der Taubenzüchter überlassen, für die das Tierschutzgesetz scheinbar nicht gilt.

Tradition

…30 bis 50 Prozent der der unfreiwilligen „Witwer“ stirbt bei dem Versuch, wieder nach Hause zu finden oder strandet auf der Straße. Ein Teil der armseligen „Sportler“ wird von Greifvögeln gerissen, verletzt sich oder landet in fremden Städten, wo der Tod etwas länger dauert, denn dort gibt es kein artgerechtes Futter, sondern nur Verachtung und Tritte.

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Er versuchte die Flügel zu bewegen. Er musste jetzt einfach fliegen, sonst würde er sie nie mehr wiedersehen. Er öffnete mühsam die Augen und mobilisierte ein letztes Mal die lahmen und müden Flügel. Nach Hause. Nach Hause zu ihr, zu seinem Nest, zu seinem Ei, wo er hingehörte. Er wollte nicht allein in dieser feindlichen Umgebung sterben.

Tauben sind treu … ein Leben lang und einem Partner. Daher schaffte er das Unmögliche. Irgendwann am Abend lag er kraftlos im Hof. In der Ferne hörte er sein Täubchen sehnsüchtig nach ihm rufen. Jetzt war er in Sicherheit. Alles war gut. Erleichtert ließ er den Kopf auf die Brust sinken. Gleich würde er endlich in sein Nest fliegen dürfen. Ihr Ruf war das Letzte, was er hörte, als ihn sein Besitzer aufhob, die Schäden an den Flügeln prüfte und ihm dann mit einem Ruck den Kopf umdrehte.

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Wertlos

Diese Taube wird keinen Wettbewerb mehr fliegen, kein Geld und keine Urkunden einbringen. Weg damit. Morgen kommt eine neue Lieferung.

Wer glaubt, diese Geschichte wäre übertrieben, dem lege ich diesen Artikel über Brieftauben ans Herz: https://peta50plus.de/brieftauben

Was wisst ihr eigentlich über den Taubensport, über Wettflüge und Trainingsmethoden?

Morgen (Samstag 8. Mai) gibt es allein in Deutschland wieder rund 300 gemeldete „Brieftaubenauflässe“. Man trennt die Tauben von ihren Partnern oder ihrem Nachwuchs, fährt sie an einen weit entfernten Ort und wartet ab, ob es ihnen gelingt, zurück zu finden oder ob sie unterwegs an Erschöpfung sterben oder irgendwo stranden.

Sie werden alles geben, denn ihr einziger Wunsch ist, zurück zu dem vertrauten Nest und dem Partner zu gelangen.

Einzig auf diese Weise funktionieren „Wettflüge“!

Keine Taube würde sich jemals freiwillig so weit entfernen!

170.900 Tauben sind in Deutschland allein am kommenden Samstag für diese Prozedur offiziell gemeldet .Man nennt es „Sport“.

Ist das wirklich „sportlich“? Entscheidet selbst!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Katzeklo…Katzeklo…Wenn Tierschutz zum Himmel stinkt!

Katzenbesitzer kennen die unverwechselbare Duftnote, die einem Katzenklo entströmt. Bei kranken Katzen mit Durchfall wird es richtig unangenehm. Versorgt man mehrere Katzen, der Großteil davon krank oder angeschlagen, wenn diese Tiere sich eine Toilette teilen, ist häufiges Wechseln der Katzenstreu Pflichtprogramm! Allein schon aus hygienischen Gründen.

Wenn es Tierschützern an einem mangelt, dann an Geld, das macht auch vor der Katzenstreu nicht Halt! Wir lesen sehr oft, dass in einem Shelter, für Pflegestellen und co, dringend Futter benötigt wird. Über die anderen anfallenden Kosten, die Unmengen Katzenstreu, die jeden Monat benötigt werden, macht sich kaum jemand Gedanken. Aber es ist ein großes Problem für viele Pflegestellen, ihre Schützlinge in dieser Hinsicht angemessen zu versorgen.

Manche sind gezwungen, mit Zeitungspapier zu arbeiten, die Resultate kann man sich vorstellen. Unsere Partner in Griechenland haben es da etwas besser, trotzdem wird jeder Sack gezählt, jede Pflegestelle rechnet akribisch mit jedem Körnchen, damit die monatliche Zuteilung reicht. Wenn sie nicht reicht, muss aus eigenen Mitteln nachgekauft werden. Da die Menschen, besonders in Griechenland, bedingt durch die Coronakrise, alle enorme finanzielle Einbußen haben, schmerzen die zusätzlichen Ausgaben noch ein wenig mehr als sonst.

Niemand möchte seine Pflegetiere in den Exkrementen anderer Katzen wühlen sehen, niemand möchte zusätzliche gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen … also wird man den letzten Cent dafür hergeben, den Tieren zu ermöglichen, was dringend gebraucht wird. Katzenstreu! Ein Sack kostet 5 Euro. Er muss möglichst lange reichen und trotzdem soll die Hygiene und das Wohlbefinden der Tiere nicht leiden. Jeden Monat aufs neue ein Dilemma!

Das gehört auch zum Alltag der freiwilligen Helfer, für den sich kaum jemand interessiert. Berge von Katzentoiletten müssen gesäubert werden und die knappen Zuteilungen sind oftmals bereits Anfang der Woche aufgebraucht, wenn ein paar der Pfleglinge an Durchfall leiden. Was tut man dann? SCARS Athen zum Beispiel, hat Schulden gemacht, um den freiwilligen Helfern für die SCARS-Katzen auf den Pflegestellen halbwegs genügend Katzenstreu zur Verfügung stellen zu können. 600 Euro im Monat werden dafür benötigt. Jeden Monat.

Für den Weg ins Happyend verbraucht eine Katze auch einiges an Katzenstreu. Es sind viele Katzen bei unserer Partnerorganisation, die auf ihr Happyend warten. Daher hat Frieden für Pfoten e.V. 600 Euro für Katzenstreu von euren Spenden weitergeleitet. Ganz unspektakulär, denn wer möchte schon einen Post über Katzenstreu und volle Katzentoiletten lesen? Dabei sind gerade diese Spenden so unglaublich wertvoll.

Daher wollte ich es euch doch einmal erzählen. Danke ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Das Bild stammt übrigens aus der Frieden für Pfoten Patengruppe. Ich glaube, da hat sich jemand gefreut, dass sein Schützling endlich auf dem Weg vom Durchfall zu wohlgeformten Häufchen ist 🙂 (Das verstehen aber nur Katzenfreunde ❤ )

Tierschutz

Mähroboter …auf, auf… zum fröhlichen Igelmetzeln!

Einst waren die Autos der einzige übermächtige Feind der Igel. Da die kleinen Stachler sich bei Gefahr zusammenrollen, waren sie seit jeher leichte Beute für die Fressfeinde aus Stahl und Blech! Doch jetzt haben wir einen neuen und noch viel effektiveren Weg gefunden, um die Igel auch noch in ihren letzten Rückzugsplätzen bei lebendigem Leib zu schreddern: Mähroboter!

Selbst in unseren Gärten sind sie nicht mehr sicher. Mähroboter, Motorsensen und co, trennen Beinchen ab, rasieren Gesichter weg und lassen verletzte und sterbende Tiere zurück. Ordnung muss sein: Unkraut weg, Insektennahrung weg, Igel weg und dafür die schöne Ansicht von eintönig grünem Rasen, ohne Kräuter, saubere Heckenabschlüsse, Schotter und Beton.

Wenn das nicht Gartenfreude pur ist, was dann?

Regelmäßig werden Igel und andere Tiere durch die elektrischen Geräte verletzt. Gleichzeitig vermindern besonders Mähroboter die Entwicklung von Artenvielfalt im Garten, indem sie den gepflegten „englischen Rasen“ fördern. Da die Mähroboter wegen ihrer gefährlichen Messer nicht ohne Aufsicht im Garten ihre Kreise ziehen sollen, werden sie einfach nachts zum Arbeiten eingesetzt, was sehr oft für Igel, Kröten und kleine Säugetiere mit abgetrennten Gliedmaßen oder dem Tod endet. Aber „who cares?“ Hauptsache der Rasen ist schön grün.

Jetzt im Frühjahr, wo nach dem Winterschlaf ausgehungerte Igel auch am Tag unterwegs sind, weil sie jede Minute nutzen, um Nahrung zu finden, passieren besonders viele Unfälle. Kleine Igel passen oft auch noch unter das Schneidewerk eines Mähroboters, selbst wenn diese, laut Hersteller abgesichert sind.

Die Hersteller und Käufer der Mähroboter argumentieren gerne, dass nur sehr wenige Unfälle passieren. Wer das besser weiss, das sind die örtlichen Igelstationen, die beständig durch Mähroboter und co verletzte, verstümmelte oder sterbende Tiere erhalten und gesund pflegen. Die zitierten Unfall Statistiken sehen nur deshalb so harmlos aus, weil verletzte und tote Tiere nicht gemeldet sondern einfach entsorgt werden und weil verletzte und sterbende Tiere sich still zurückziehen, in Hecken und Gräben und ins Dickicht. Sie belästigen uns nicht mit ihrem Todeskampf. Auch Igel sterben leise.

Ein gleichmässiger, grüner Rasen, immer frisch gemäht und ohne Unkräuter mag vieles sein, insektenfreundlich ist er ganz sicher nicht! Ein „gepflegter“ Rasen bietet den Blüten keine Chance sich zwischen den Mähpausen zu entwickeln .

Keine Blüten, keine Nahrung für die Insekten, keine Nahrung für Igel und Kleintiere und Vögel. Dazu noch ein wenig Schneckenkorn, Unkrautvernichtungsmittel und ein Mähroboter, voila …fertig ist „schöner Wohnen im Grünen“, wie es viele Menschen mittlerweile lieben …

Auch wenn einige ihren Mährobotern schöne Namen geben, … es macht für die Betroffenen Tiere keinen Unterschied, wenn ein „Mortimer“ durch den Garten rollt und Beinchen abtrennt. Das auf dem Bild ist einer der vielen Neuzugänge bei der private Igelhilfe Eichsfeld bei Sandra Reichmann. Man kann den Stumpf des abgetrennten Beinchens gut erkennen. Who cares? Der Mähroboter rollt lustig weiter.

Vielleicht hat der Roboter sogar einen netten Namen, ich kenne einige, die heißen „Mortimer“ . Der verletzte Igel hat übrigens bei Sandra auch einen Namen erhalten. Sie heißt jetzt „Magda“. Auch wenn sie für viele Besitzer eines Mähroboters nur ein wertloser Igel ist, sollte sie auch einen Namen verdient haben. Finde den Fehler!

Bettina Marie Schneider- Gutes Karma to go

(c) Bild: Sandra Reichmann, Private Igelhilfe Eivchsfeld
Tierschutz

Nur ein Regenwurm? Ihr habt ja keine Ahnung!

Es gab eine Zeit, da machte ich mir wenig Gedanken, was mit den Bewohnern unter der Erde passiert, sobald im Garten Pickel und Schaufel zum Einsatz kommen. Eigentlich machte ich mir gar keine Gedanken, so wie die Arbeiter, die gerade nach meinen Wünschen Pflanzlöcher gruben und Rasenkanten stachen. Sie waren sichtlich irritiert, als ich hartnäckig darauf bestand, nach jedem Arbeitsschritt die Regenwürmer vor dem Zerstückeln zu retten. Immer wieder fischte ich noch heil gebliebene Exemplare aus dem Erdreich und setzte sie in ungefährliches Areal.

„Haha…lustig…“ wenn man sich sogar noch um Regenwümer sorgt…

Aber warum sollte man sich eigentlich nicht um sie sorgen? Es sind beeindruckende Lebewesen, deren wichtiger Beitrag zum Ökosystem gerne unterschätzt wird.

Regenwürmer sind gemessen an ihrer Körpergröße das stärkste Tier auf der Erde!

Beim Graben stemmen sie das 50 – 60 -fache ihres eigenen eigenen Körpergewichts. Sie sind die heimlichen Multitalente in unseren Gärten. Ohne sie läuft gar nichts! Regenwürmer erledigen für uns die lästigen Umgrabearbeiten, denn bis zu drei Meter tief in die Erde lockern sie den Boden auf und düngen ihn praktischerweise gleich mit ihren nährstoffreichen Ausscheidungen, während sie umschichten.

Regenwürmer kompostieren das alte Laub und belüften die Böden. Durch viele Regenwurmgänge unter der Erde, staut sich nämlich die Nässe nicht sondern kann gleichmässig aufgesaugt werden. Alles wächst und gedeiht leichter, wo sie am Werk sind. Oder anders ausgedrückt:

Wo sie fehlen, leidet das Ökosystem!

Bis zu 20 Blätter zieht so ein Wurm jede Nacht in seine Gänge und klebe sie dann dort mit seinem Schleim fest. Da Regenwürmer keine Zähne besitzen, warten sie, bis Pilze und Bakterien die Pflanzenteile mundgerecht vorbereitet haben. Sobald die Pflanzenteile verrottet sind, kann der Brei mühelos aufgenommen und verdaut werden. In ihrem Darm wird Erde, Pflanzenreste und co wieder mit Pilzen und Bakterien vermischt. Regenwurmhäufchen sind deshalb der beste und nährstoffreichste Dünger für jeden Garten! Für jeden Boden! Und das ganz umsonst!

Ich versuche die Würmer bei der Gartenarbeit nicht aus Tierliebe zu verschonen, eher aus …Respekt… und aus Eigennutz! Je mehr Würmer, desto besser… 🙂

Natürlich spreche ich auch mit ihnen, wenn ich sie vorsichtig von der Straße sammle oder wenn sie meiner Schaufel im Wege sind. Die Gartenwürmer haben zwar weder Augen noch Ohren, nur lichtempfindliche Zellen, über den gesamten Körper verteilt …aber es schadet nie, nett zu sein…

Von der Straße sammle ich sie übrigens deshalb, weil Sonne und Trockenheit schnell zum Tod durch Ersticken führen. Regenwürmer benötigen stets einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt, denn die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid erfolgen durch die dünne, immer etwas feuchte und schleimige Haut. Sie sind Hautatmer!

Viele Menschen glauben tatsächlich, dass sich aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm, zwei neue entwickeln würden. Das ist natürlich Blödsinn! Wenn das stimmen würde, müsste ein Teil des Wurms dann mit seinem Hinterteil essen. Einzig das Ende mit den lebenswichtigen Organen lebt weiter, und kann nachwachsen. Aber auch das funktioniert nur selten, denn ein verletzter Regenwurm wird meist Opfer von Bakterien und Pilzen. Also Vorsicht bei der Gartenarbeit.

Regenwürmer stehen für Leben im Garten, für Bio und Vielfalt! Aber wie allen Lebewesen, machen wir auch den Würmern das Leben schwer oder wir tun unser Bestes, sie zu dezimieren oder auszurotten. Pestizide im Garten und auf den Feldern sind des Wurmes Tod. Bereits eine Anwendung genügt.

Der Ammoniak, in der Düngung mit Gülle, verätzt ihre Haut. Die intensive maschinelle Bodenbearbeitung zerstückelt sie und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vermindert ihre Fortpflanzung! Auch Monokulturen bedeuten eine erschwerte Lebensgrundlage, denn werden die Äcker gesäubert, verhungern die Würmer.

Mehr als die Hälfte der insgesamt 46 Wurmarten, die es in Deutschland gibt, werden bereits als „selten“ oder sogar „extrem selten“ eingestuft. Zum Teil ist die Anzahl bereits unter 30 Tiere pro Quadratmeter gesunken! Der Durchschnitt lag einmal bei rund 120 Exemplaren.

Leider kann ich allein wenig gegen die Dummheit anderer Menschen ausrichten, die mutwillig eine wichtige Lebensgrundlage für unser Ökosystem vernichten … Aber zumindest in meinem Garten gibt es kein Gift, hier legt niemand Hand an die Würmer … und nach meinem kleinen Vortrag, hat das auch jeder verstanden. Am Ende des Tages fischten alle erst nach den Regenwürmern in den Pflanzlöchern, ehe Spaten und Schaufel zum Einsatz kamen und wir freuten uns über jedes gerettete Exemplar. Na also …geht doch 😉

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Geh sterben, Boomer! Wenn Altersbashing zum neuen Volkssport wird…

Es gibt eine neue Generation, die hat sich der Chancengleichheit und Toleranz verschrieben, die streng darauf achtet, dass niemand sich gekränkt fühlen könnte, aufgrund seiner Hautfarbe, seines Geschlechts oder seiner sexuellen Orientierung… oder seiner ethnischen Zugehörigkeit. Dafür wird selbst Zensur in Kauf genommen, dafür werden Kunstwerke und Literatur verändert oder geächtet … selbst die Sprache wird angepasst, denn nichts steht über diesen schönen neuen Grundsätzen der Multikulti Gesellschaft und Genderphilosophie.

In welchem Ausmass solche Zwangsmassnahmen schnell ins Gegenteil abdriften können, sei an dieser Stelle einmal außen vor. Jede Generation möchte die Welt auf ihre Weise verändern und verbessern. Notfalls mit Gewalt…

Interessanterweise ist eine Bevölkerungsgruppe jedoch von all diesen Bemühungen um Toleranz und Rücksicht, ausgenommen. Die verhassten Boomer! Die Alten! Der einst neutrale Begriff “ Babyboomer“ für die Geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre mutierte zum Schimpfwort und wird als solches überall verwendet.

Boomer-Bashing ist überall. In der Politik, in Zeitungsartikeln und in den Kommentarspalten und Memes der Social Media. Wir sind tolerant gegen alles und jeden. Einzig alte Menschen darf man ungeniert und pauschal verunglimpfen und verurteilen. Man darf sich über sie lustig machen, mit Häme überschütten und ihnen Dinge unterstellen, für die sich vielleicht andere an die eigene Nase fassen sollten.

Unsere Gesellschaft ist nicht wirklich toleranter geworden. Es werden heute nur andere diskriminiert. Die Alten!

Es passiert ständig und überall. Allein auf „Twitterperlen“ waren diese Woche zwei Beiträge, die sich abwertend gegen Boomer richteten. Ich bin Boomer, oder besser gesagt, Boomerin und habe an den meisten Neuerungen selbst mitgewirkt, die ein tolerantes und chancengleiches Miteinander ermöglichen sollen. Ich stand bereits für Chancengleichheit und Toleranz, für Umwelt, Artenschutz und Homoehe, da sind die arroganten Anti- Boomer Schreihälse noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gelaufen. Ich habe ein Leben lang an eine umweltfreundlichere und gerechtere Welt geglaubt und dafür gearbeitet …und werde jetzt von allen Seiten abschätzig für mein Alter angegangen.

Die gleichen Menschen, die entschieden gegen Vorurteile und Pauschalisierungen, gegen abwertender Sprachgebrauch, gegen Minderheiten-Bashing und Stereotype eintreten, haben keinerlei Probleme damit, pauschal eine gesamte Generation zur Zielscheibe dümmlicher Vorurteile und Anschuldigungen zu machen.

Geht´s noch ein bisschen dümmer und verlogener?

Wäre es nicht nett, uns die verbliebenen Jahre die gleiche Toleranz und Rücksichtnahme entgegenzubringen, die ( absolut zu Recht!) für alle anderen eingefordert wird?

Hilfe, liebe Babyboomer! Was haben einige von euch, offensichtlich viele von euch, ihren Kindern beigebracht? Respekt und Toleranz kann es nicht gewesen sein … DAS muss sich unsere Generation tatsächlich eingestehen. DAS haben wir verbockt!

Schöne neue Welt …Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go