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Alles Nazi, oder was? Der leichtfertige Umgang mit einem Unwort

Offensichtlich ist über Nacht ein erschreckend großer Teil unserer Bevölkerung zum rechtsextremen Rand übergewandert und ehemals konservative oder tolerante Bürger sind zu Nazis mutiert. Jedenfalls könnte man diesen Eindruck erhalten, wenn man liest und hört, wie oft und für wen dieser Begriff neuerdings eingesetzt wird. Ich habe mir die Mühe gemacht, ein wenig zu sammeln, bei welcher Gelegenheit diese Zuordnung im Netz oder in den Medien getroffen wird. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Du vergleichst die Hühnerbatterien mit dem Holocaust? Nazi!

Du bist strikt gegen Schächten und stellst die Rechte der Tiere über eine Religion ? Nazi!

Du bist verstört und sorgst dich, über die zunehmende Gewalt in unserem Land und kritisierst dabei auch den Umgang mit Wiederholungstätern, die zwar auf dem Papier bereits offiziell ausgewiesen wurden aber nach wie vor im Land und auf freiem Fuss sind? Nazi!

Du bist für eine kontrollierte Zuwanderung und möchtest nur denen Asyl gewähren, die tatsächlich unter Krieg- und Verfolgung leiden? Nazi!

Du bist nicht generell für Multi-Kulti sondern findest, dass dieses Ideal nicht unbedingt und überall funktioniert? Nazi!

Du findest, dass nicht alle Traditionen über Nacht entsorgt werden sollten, und Kreuze zu einem Teil deiner Kultur gehören? Nazi!

Du rechnest sachlich vor, dass bestimmte Aufgaben und Unterstützungen eine Belastungsprobe für unsere Sozialsysteme darstellen und daher vorher gut bedacht werden sollten? Nazi!

Dich ärgert, dass die Mittel für soziale Aufgaben in unserer Gesellschaft erst brutal gekürzt wurden und nun mit vollen Händen ausgegeben werden und hinterfragst die soziale Gerechtigkeit? Nazi!

Du bist nicht unbedingt ein Freund der EU und stimmst für eine unabhängige Regierung, fern von einem zentral gesteuerten Brüssel? Nazi!

Du denkst, dass bestehende Gesetze, Länderabkommen, das Grundgesetz im allgemeinen, immer und in jedem Fall  Gültigkeit haben und auch angewendet werden sollten? Nazi!

Du findest, dass das Bild deines Großvaters seinen Ehrenplatz behalten sollte, auch wenn er darauf eine Uniform der Wehrmacht trägt? Nazi!

Ich lese all diese Einschätzungen und wundere mich, wie schnell man doch heute ein Nazi ist. Denn ein Nazi war für mich stets jemand,  der das menschenverachtende, brutale Unrechtssystem des 3. Reiches gut hieß, jemand, der sich diese Auswüchse wieder zurück wünschte, jemand der die Verbrechen des Holocausts leugnet, jemand der andere wegen ihrer Herkunft oder Religion als geringer einstuft und jeden verachtet, der nicht Deutsch und arisch daher kommt. Naja, so ungefähr jedenfalls. Und natürlich habe ich meine Hausaufgaben in Geschichte ordentlich gemacht und ich bin wie jeder halbwegs normale Mensch so weit weg von dieser kranken Denke, dass ich mich sicher wähnte, niemals, niemals, niemals damit in Verbindung gebracht zu werden.

Trotzdem passe ich neuerdings sehr genau auf, was und wie ich formuliere. Denn nie war es einfacher, missverstanden zu werden. Meine ausgeprägte Wahrnehmung für Ungerechtigkeit, der Drang nach Freiheit, mein Sinn für Gerechtigkeit, Toleranz und auch mein Eintreten für Frauenrechte, Tierrechte, auch für Menschenrechte, kollidiert zunehmend mit dem, was öffentlich gesagt und gedacht werden darf, wenn man nicht in die gleiche Ecke gestellt werden möchte, in der zu Recht die Menschen mit braunem Gedankengut sitzen,  und sich schämen sollten.

Ich schäme mich aber trotzdem nicht, dass ich selbst einem AFD Politiker, demokratisch gewählt und von einer legalen Partei, wie jedem anderen Menschen, egal welcher Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Meinung, körperliche Unversehrtheit, freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit zugestehe. Ethik im Umgang miteinander gilt für alle und immer!

Ich schäme mich nicht, dass ich manchmal auch interessiert nachfrage, warum bis zum Eintreffen der Flüchtlinge nie Geld vorhanden war, um zum Beispiel marode Schulen zu renovieren, die Renten ordentlich aufzustocken oder die Tierheime staatlich angemessen zu subventionieren, jetzt aber offensichtlich überall genügend Mittel in Umlauf sind. Diese Frage beinhaltet für mich keinesfalls, weniger für die Flüchtlinge zu sorgen sondern es geht mir darum, auch auf die Not der hier bereits länger Lebenden aufmerksam zu machen.

Ich bin strikt gegen das Schächten, auch wenn es gegen die religiösen Bedürfnisse vieler Menschen verstoßen sollte. Wir haben hier in den Schlachthöfen bereits Tierleid en gros und das Letzte, was ich mir als fortschrittliche Entwicklung auf diesem Sektor wünsche, ist die Erweiterung um eine neue perfide Variante.

Und ich habe Angst. Angst um die öffentliche Sicherheit, aber besonders um die meines Kindes, das ich nicht mehr Nachts Bahn fahren lassen möchte, das ich nur noch mit ungutem Gefühl auf einer Großveranstaltung weiß , da sich die Vorfälle und damit die Wahrscheinlichkeit häuft, irgendwo in etwas verwickelt zu werden, das keine Mutter ihrem Kind wünscht. Auch diese Angst darf ich nicht äußern, da mir sofort jemand erklären wird, wie dumm und hetzerisch oder unbegründet diese Angst ist, dass es immer schon so war, dass ich relativieren muss oder jemanden in seinen Gefühlen verletzen könnte. Aber sie ist trotzdem da. Zusätzlich habe ich noch Angst, missverstanden zu werden, also schweige ich. Meistens jedenfalls.

Die wirklichen  Nazis sind längst unter uns

Braunes Gedankengut, …Nazis…wie Eingangs beschrieben, sind mittlerweile in unserer Gesellschaft verbreitet, und ich stimme jedem zu, der sagt, sie müssen entschieden bekämpft werden.  Manchmal denke ich aber, wir spielen diesen Menschen in die Hände, wenn wir ihr perfides Denken mit Dingen und Meinungen in einen Topf werfen, die dort nicht wirklich hingehören und die Begriffe wie „Nazi“ und „Rechtes Gedankengut“ weichspülen und salonfähig machen, …das Gefährlichste, was unserer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft passieren kann.

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Tierrechtler oder nur Tierfreund? Aus der richtigen Partei? Jede Stimme zählt!

Tierschutz in der Politik ist ein Armutszeugnis. Nur wenige Parteien zeigen auch nur ansatzweise empathische Regungen, wenn es darum geht, wichtige Gesetze zum Schutz der Schwächsten umzusetzen. Warum auch? Die Lobbys sind stark und nur allzu oft eng mit den Parteien verwoben. Der Wähler ist zwar im Durchschnitt tierlieb …aber träge und wenig informiert. Ändern könnte das nur eine Partei, die nachhaltig den Finger in die Wunde legt, die sich einzig den Schwächsten widmet und ihnen eine Stimme gibt.

Woran könnte es liegen, dass die Tierschutzparteien so wenig Zuspruch beim Wähler finden? Neben der Tatsache, dass viele vermeiden, ihr Kreuzchen dort zu setzen, weil sie befürchten, dass die nötige Mindestanzahl/Prozentsatz sowieso nicht zustande kommt…haben viele einfach keine Lust auf das restliche Programm der Partei. Es ist schier unmöglich, alle „Tierschützer“ politisch unter einen Hut zu bringen.

Warum muss eine Tierschutzpartei eigentlich grundsätzlich auch bei anderen politischen Themen punkten, bei sämtlichen sozialen und wirtschaftlichen Kernthemen mitmischen? Die Schnittmenge an Wählerstimmen wäre ungleich größer, wenn alles außer Tierschutz außen vor wäre, wenn sich vom linken bis zum rechten politischen Spektrum alle auf einen einzigen,  gemeinsamen Nenner einigen würden: Tierleid beenden! Ich finde, eine Partei, die etwas für die Tiere bewirken möchte, sollte tunlichst ausklammern, was spaltet, einzig den Fokus und die Kraft auf Tiere und Umwelt halten, um Unterstützer aus allen politischen Lagern zu gewinnen.

Warum muss ein Tierschützer eigentlich politisch in eine bestimmte Schublade passen oder einen bestimmten Lebensstil nachweisen, damit er in einer Tierschutzpartei/bei manchen Organisationen mitwirken kann? Ich möchte eine sehr provokante Frage stellen: Warum wurde Tierschutz eine Bewegung, die fast nur in der politisch eher links orientierten Szene Zuhause ist. Können wir es uns leisten, auf alle anderen, auf die „Konservativen“ zu verzichten? Oder, viel wichtiger: Können es sich die Tiere leisten?

Ich argumentiere bei dieser Fragestellung  immer gern, dass es dem Schwein gleich ist, ob es ein Fleischesser oder ein Veganer war, der die Petition unterschrieben hat, die seine elenden Lebensbedingungen zumindest etwas erleichtern wird, dass der hungernde und kranke Hund in Serbien  dankbar jede Futterspende in seinem kargen Betonzwinger verzehrt, auch wenn sie vom Wähler einer legalen rechten Partei gespendet wurde, dass die staatlichen Subventionen für Tierheime gerne quer durch alle Parteien von ganz links bis ganz rechts gefordert werden dürfen und dass auch jemand mit Lederschuhen durchaus die Demo gegen Zirkustiere durch seine Stimme bereichern kann.

Bitte nicht missverstehen…was ich selbst politisch und ethisch lebe, …und das, was ich für „zielführend“ und akzeptabel in einer gemeinsamen Anstrengung für  Tierschutzpolitik als Ganzes, erachte, das sind zwei völlig verschiedene Paar Stiefel!

Das eine bin ich und meine Ideale. Das andere ist die Realität und die Notwendigkeit, zu handeln. Jeder, der mit beiden Beinen auf  dem Fundament des Grundgesetzes steht, und der seine Stimme, seine Kraft, seine Ressourcen für Tiere einsetzen möchte, sollte das auch dürfen und eine politische Heimat finden, die ansonsten nicht mit seinen individuellen politischen oder wirtschaftlichen Vorstellungen kollidiert. Beispiel: Nicht jeder, der für Tierrechte seine Stimme abgeben möchte, ist auch bereit, sie für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, abzugeben. Er wird sein Kreuzchen woanders setzen. Vielleicht würde es einer Partei gelingen, endlich die breite Basis zu finden, die etwas bewirken könnte, wenn man sich in einer Tierschutzpartei einzig auf Tiere und die Verbesserung deren Lebensbedingungen konzentriert.

Dass dies tatsächlich möglich ist, erlebe ich in unserem Verein jeden Tag aufs neue. Wer bei uns mitarbeitet, lässt Politik, Religion, Vorurteile, der lässt alles außen vor, was nicht direkt mit dem Projekt zu tun hat und konzentriert sich einzig auf die Tiere und wie man helfen kann. Bei meiner Arbeit, unter anderem auch für Tiere in Syrien, für Flüchtlinge und deren Haustiere, erhielt ich bisher nicht ein einziges Mal Gegenwind, keine rassistischen Kommentare, keine Hater Posts. Ich denke, weil unsere Neutralität einen Raum schafft, der das ermöglicht. Diesen Raum würde ich mir auch in der Politik wünschen.

Man kann, man muss für seine Werte und politischen Ideale einstehen…aber man muss es nicht immer zwingend in der Verbindung mit Tierschutz tun. Nur wenn eine Partei es irgendwann schaffen sollte, alle Tierfreunde/Tierschützer/Tierrechtler aus allen politischen Lagern gemeinsam ins Boot holen, dann würde sich etwas ändern. Dann wären die gebündelten Stimmen so laut und so einflussreich, dass sie nicht mehr ignoriert werden könnten.  Alle Tierquäler Lobbys, alle Politiker, die glauben, Tierschutz in den Gesetzen wäre verzichtbarer Luxus, sie können sich also weiterhin entspannt zurück lehnen. Denn so schnell wird das wohl nicht passieren.

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Streicht endlich das Wort Mutter aus eurem Wortschatz! Mein Vorschlag zur Entnazifizierung der deutschen Sprache ^^

Als Entnazifizierung wird die ab Juli 1945 umgesetzte Politik der Vier Mächte bezeichnet, die darauf abzielte, die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Justiz und Politik von allen Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. (Wikipedia) .

Gerade in der letzten Zeit widmen sich viele wackere und aufrechte Verfechter der Meinungsfreiheit und der Toleranz dieser grundsätzlich wichtigen und notwendigen Aufgabe. Was mich ein wenig irritiert ist die Tatsache, dass ich diesen Prozess weitestgehend abgeschlossen wähnte und daher fasziniert mich das immens große, neue Feld an Handlungsbedarf und natürlich wollte auch ich gerne meinen Beitrag leisten.

Seltsam, dass es vorher nie jemandem aufgefallen ist, aber wir haben da etwas ganz Wichtiges übersehen. Das Wort „Mutter“.  Selbst wenn das jetzt nicht jedem einleuchtend erscheinen mag, (auch ich war einmal so naiv)  aber jetzt verstehe ich endlich, und möchte nicht länger schweigen.

Auch ich freute mich einst an den Büchern von Astrid Lindgren, aus denen mittlerweile radikal einige Passagen und Worte verbannt wurden, denn falls ihr es noch nicht wusstet…sie war Rassistin! Genau wie Michael Ende, der in seinem genialen Kinderbuch „Jim Knopf“ tatsächlich das Wort „Neger“ verwendete. Zwar wurde von einigen Seiten versucht, das Ganze etwas zu relativieren… aber wir wissen es doch besser, oder?

Damit keine Zweifel aufkommen: Michael Ende hat eine antirassistische, antiklassistische und antifaschistische Erzählung geschrieben, in der er dem damals vor 15 Jahren besiegten Nazideutschland noch eins mitgibt und zugleich bis in die heutige Zeit aktuell bleibt. (Quelle/ taz.de)

Mein Gott, ich war so naiv! Nie hätte ich den wunderbaren „Negerkönig“ aus Takka Tukka Land mit etwas Abwertendem in Verbindung gebracht, nie habe ich bei dem Lied „schwarz-braun ist die Haselnuss“ das gefährliche Gedankengut erkannt und niemals hätte ich bei dem Anblick des Bildes, meines viel zu früh verstorbenen Großvaters, von dem blöderweise nur ein einziges Bild existiert, und wo er eine Wehrmachtsuniform trägt, geglaubt, dass dies eine Verherrlichung der Wehrmacht darstellt.

Mir wurden aber dank unserer Verteidigungsministerin, Kulturschaffenden, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten, von allen lieben Mitbürgern, die unsere Kultur und Sprache gerade ein bisschen besser machen, Gottseidank die Augen geöffnet. Jetzt habe ich das Prinzip endlich verstanden und daher meine Warnung:

Das Wort „Mutter“ weiterhin zu verwenden, sollten wir gründlich überdenken. Beispiel „Muttertag“. Er wurde zwar nicht von den Nationalsozialisten erfunden. Sie nutzten den Tag jedoch schamlos, um ihr Mutterideal zu propagieren. Das gleiche mit dem „Mutterverdienstkreuz“.  Der Begriff „Mutter“ wurde untrennbar mit dieser gefährlichen Ideologie verknüpft.

Gestiftet wurde dieses Kreuz durch Verordnung vom 16. Dezember 1938 vom Reichskanzler Adolf Hitler als äußeres, sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter. Die Auszeichnung wurde in 3 Stufen gestiftet. Die 1.Stufe wurde an Mütter mit 8 und mehr Kindern, die 2.Stufe an Mütter von 6 und 7 Kindern und die 3.Stufe an Mütter von 4 und 5 Kindern verliehen.
Voraussetzung für die Verleihung war dass die Mutter “deutschblütig und erbtüchtig” war und die Kinder lebend geboren wurden.

(Quelle/Ehrenzeichen-Orden.de)

Lasst uns also alle gemeinsam weiterhin an den wichtigen und längst anstehenden Änderungen unseres Wortschatzes arbeiten.  Streicht die Passagen, verbrennt die Bücher und prangert offen an, wo jemand das nötige Feingefühl vermissen lässt.

Das Wort „Mutter“ mag zwar für manche von uns eine völlig andere Bedeutung haben, dem ein oder anderen ist dieser Begriff vielleicht sogar ans Herz gewachsen. Otfried Preußler schrieb zwar engagiert gegen Ausbeutung und Unterdrückung, Astrid Lindgren war eine engagierte Kämpferin für die Rechte der Schwächeren, und Mark Twain war ein mutiger Kämpfer für die Freiheit und gegen Sklaverei. Aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen! Wir sollten immer im Auge behalten, wie ein Begriff, ein Lied, eine Passage, ausgelegt und missverstanden werden KÖNNTE. 

Ich werde daher ein Zeichen setzen, und nicht den „Muttertag“ feiern sondern jetzt in der Kinderbücher Sammlung meiner Bibliothek noch einmal gründlich nachsehen, ob ich vielleicht in einem der anderen, von mir so heiß geliebten Klassiker, irgendwo noch eine verfängliche Passage finde und die entsprechenden Seiten dann sofort entfernen. Gerade fiel mir ein, dass in den Ausgaben der Gebrüder Grimm, ab 1837, Rotkäppchen als „Dirne“ bezeichnet wurde. Damals eine neutrale Bezeichnung für ein junges Mädchen. Auch jegliche Zurschaustellung von Marionetten, Stichwort, Augsburger Puppenkiste, ist für mich seit kurzem nicht mehr tolerierbar. Weg damit!

Jeder kann dazu beitragen, die Welt ein bisschen toleranter und besser zu machen 😉 .

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true fruits…true love…Geständnis einer Süchtigen

Keine Ahnung, wie mir das passieren konnte. Aber seit ich das erste Mal, mehr oder weniger zufällig, eines der Fläschchen in die Hand bekam, vergeht kein Tag ohne mindestens eine Dosis von diesem Stoff.

Im Kühlschrank lagert immer ein Wochenvorrat und allein der Anblick der rot, gelb, grün oder milchig weißen Mixturen verschafft mir bereits den ersten angenehmen Kick.

Bisher war es immer ziemlich schwierig, meinen Bedarf an naturbelassenen Drogen zu decken, zumal der Eigenanbau oft umständlich, wenn nicht verboten ist. Dieses Zeug gibt es im Supermarkt um die Ecke. Einfach Richtung Obst und Gemüse Abteilung, Griff ins Kühlregal und ab damit an die Kasse. Alles legal, alles easy.

Das Zeug schmeckt nicht nur überirdisch gut, es enthält neben dem, was drin sein sollte absolut nichts anderes. Null Konservierung, Null Farbstoff, Null Aromen und Null extra Zucker. Die aufgedruckte Zutaten Liste liest sich wie das „Who is Who“ der Beauty- und Health Food Stars und die teilweise auf den ersten Blick ziemlich gewagten Zusammenstellungen, da noch ein bisschen Ingwer, dort etwas Pfefferminz und Matcha, ergeben in der Gesamtheit immer einen genialen Mix. Und auf einmal stehen so Lebensmittel wie Grünkohl und Spinat, Chiasamen und Cashewkerne auf meinem täglichen Speiseplan. Lebensmittel, die ich zwar schon immer gerne öfter essen wollte, einfach weil sie irre gesund sind, …aber unter uns…es war dann meistens doch die Semmel beim Bäcker um die Ecke…

Seit ich also entdeckt habe, dass ich für den perfekten Smoothie, der natürlich auch vegan ist, weder schälen, schnippeln oder spülen muss, seit ich herausgefunden habe, wie gut sich Chiasamen als Ersatz für ein mieses Fastfood Mittagessen machen, wenn man sie nur mit den richtigen Früchtchen zusammenbringt und dass man von dem Zeug eigentlich nur positive Nebenwirkungen hat, seitdem sind alle Hemmungen gefallen. Dann bin ich eben süchtig. Na und? Außerdem wird im Kleingedruckten des Kokos-Cashew-Erdbeer-Vanille Samttraum- Smoothies sogar ausdrücklich auf die Suchtgefahr hingewiesen. Vielleicht rufe ich rein aus Neugierde einmal bei der Suchtberatungs-Hotline dort an. Die Nummer steht auf jeder Flasche 🙂 .

Kürzlich recherchierte ich ein wenig im Netz über die Smoothie Dealer meines Herzens und was ich über sie herausfand, hat mir fast so gut gefallen, wie das Produkt selbst. Sie sind ein bisschen anders, frech, innovativ, selbstbewusst, straight und sie haben Humor. Falls ihr mir nicht glaubt, schaut euch mal an, was so auf ihren Verpackungen steht.

Da, wo sonst die endlos Liste der E-Nummern und Zusatzstoffe aufgedruckt ist, …da steht bei true fruits immer nur ein Text, der mich zum Lächeln bringt. Zum Beispiel auf dem Smoothie mit Spinat, dass Schokolade mehr bringt als Spinat, in Sachen Eisengehalt und man daher lieber den Kauf von Schokolade empfiehlt… was ich auf dem Weg zur Kasse dann prompt noch getan habe, denn Schokoladen Junkie bin ich ja auch 🙂

PS: Das ist kein Produktplacing und auch keine Werbung…ehrlich! Ich finde die Idee und das Produkt einfach nur so gut, dass ich gern (freiwillig) davon erzählen wollte. Wir essen und trinken heute aus Zeitmangel und 1000 anderen Gründen so viel Mist. Es ist eine tolle Sache, im Supermarkt auf die Schnelle auch einmal Fertigprodukte zu finden, die alles erfüllen, was ich mir von einem Lebensmittel wünsche. Plus Lächeln ❤

true fruit2

Wer mehr wissen möchte, der klickt einfach hier   http://www.true-fruits.com/

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Bla, bla, bla…die Realität sieht meist ganz anders aus!

Nach den Kommentaren zu urteilen, die unter meinen Posts stehen, ist die Welt super in Ordnung. Da liebt jeder auch Tiere, die nicht den gängigen Beuteschemen der meisten Adoptanten entsprechen. Das glaube ich sogar. Aber wenn man sich die Vermittlungsstatistik näher betrachtet, dann sieht die Realität doch ein bisschen anders aus.

Wer schon einmal versucht hat, eine „unspektakuläre“ Katze zu vermitteln, der weiß, was ich meine. Als ich einmal provokativ ein Notfellchen mit der Intro bewarb, sie wäre nichts Besonderes…oh, da war die Empörung groß. Jeder überschlug sich damit, mir zu verdeutlichen, wie falsch ich mit dieser Einschätzung liege. Abgesehen davon, dass ich sie selbst wunderbar fand und diese Beschreibung bewusst verwendet habe, um zumindest auf diese Weise etwas Aufmerksamkeit für sie zu erhalten… meine Befürchtung war richtig. Sternchen wartet nach wie vor auf einen Platz, denn sie war offensichtlich doch nichts „Besonderes“ für die meisten Interessenten.

Aber es war zumindest nett, die anderen Meinungen zu lesen. Nach wie vor verbringt sie ihr Leben gemeinsam mit anderen Katzen in einem Zimmer, das eigentlich nur als vorübergehende Unterkunft gedacht war, denn wir holten sie von der Straße, weil Sternchen sich nach Zuneigung sehnte und baldmöglichst eine eigene Familie finden sollte. Das ist immer etwas schwieriger, wenn man so aussieht, wie sie.  Ich habe ihr das bei meinem Besuch versucht, zu erklären, als sie wie alle anderen, um ein paar Sekunden Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten bettelte. Ob sie es wohl verstanden hat? 😉

Schwarze Katzen sind unbeliebt und schwer zu vermitteln? Da wurde energisch widersprochen.  Nach den Kommentaren zu urteilen, müssten sie eigentlich weggehen, wie warme Semmeln. Nun, nicht ganz…Es hat viel, viel Engagement gekostet, zumindest eine unserer Black Beauties endlich in ein tolles Zuhause zu bringen, wo man tatsächlich ihre Schönheit erkannte und schätzte. Alle anderen warten noch, und warten und warten…

Was also tun, wenn zwar immer wieder schöne Worte aber leider keine ernsthaften Adoptionswünsche eintreffen, wenn man den grau getigerten, den „unspektakulären“,  den langweilig gefleckten, den schwarzen Katzen, die gleichen Chancen schenken möchte, die ihre besonders niedlichen, flauschigen, interessant gezeichneten Konkurrenten um ein Zuhause  wesentlich leichter erhalten? Wenn sie neben den schwer gezeichneten Notfällen, den wunderschönen Beauties und den niedlichen Kitten einfach immer übersehen werden? Wenn sie zwar oft Zuspruch aber seltenst tatsächlich ein Zuhause finden, weil der Kreis ihrer Interessenten unter dem Strich doch sehr überschaubar ist ?

Manchmal hilft es, sie immer und immer wieder sanft ins Gedächtnis zu bringen, ihre Geschichte zu erzählen, sie als den kleinen Star zu präsentieren, die jede von ihnen ist…und weiter darauf zu hoffen, so interessant oder berührend zu berichten, dass wieder einmal jemand auf meine Seite findet, der mit dem Herzen sieht…dann erhalten auch die ein Zuhause, die bereits ewig warten, die nur das Pech hatten, nicht nur am falschen Ort sondern auch noch mit der falschen Fellfarbe geboren worden zu sein.

Vielleicht auch unser „Sternchen“ …die wirklich etwas ganz Besonderes ist und der ich diese Zeilen gewidmet habe. Denn als sie bei mir im Arm selig kuschelte, gab ich ihr das Versprechen, dass ich sie nicht vergessen werde.  Viel Glück Sternchen…

Sternchens Postadresse ist übrigens info@friedenfuerpfoten.org

(Teilen wäre sehr nett)

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„Naked Attraction“…RTL2, ihr habt den Knall nicht gehört !

Ob man jetzt wollte oder nicht, ob man den Mist nun gesehen hat oder nicht…zwangsläufig stolperte man bei sämtlichen Nachrichtenmagazinen heute über Artikel, die von Blutpenissen handelten, von nackten Tatsachen, mit akribischen und langatmigen Beschreibungen diverser männlicher Genitalien und auch wenn sich so ziemlich jeder darüber aufregte, mokierte oder fremdschämte…es ist Realität.

Es gibt jetzt also endlich eine Dating Show im TV, wo man sich anhand der Genitalien verabredet. Die ist nicht nur so peinlich, dass mir allein die Beschreibung der „Spielregeln“ die Schamesröte des Fremdschämens Stufe 10 ins Gesicht trieb, nein, sie ist auch geschmacklos, erniedrigend und im Niveau vielleicht nur noch durch ein Format  namens „Let s Fuck“ zu unterbieten, wo Preisrichter die benötigte Zeit bis zum Orgasmus messen und das Ejakulat  anschließend zur Begutachtung in die Kamera gehalten wird. Aber wer weiß, vielleicht bastelt bereits jemand an dieser Show, wundern würde es mich nicht. 

Liebe Programmchefs von RTL2, Ihr habt den Knall nicht gehört! 

Fernsehen, hat jemand einmal geschrieben, ist so schlau oder so dumm, wie die Leute, die es ansehen. Jeder kann frei zwischen den Programmen auswählen. Anscheinend hat diese geschmackvolle Unterhaltung auf Schmuddelniveau am Fremdschäm- Oplymp trotzdem ihre Zielgruppe gefunden, es gab 1,45 Millionen Dumpfbacken (oder verirrte Zapper?) , die sich den Mist angesehen haben. Selber schuld 🙂

Was mir übrigens am besten von allen Artikeln über die neueste Errungenschaft  des Kloaken TVs gefallen hat, war der Artikel von Nicola Erdmann, die in der Welt das fiktive Szenario beschrieb, wie die Präsentation zu „Naked Attraction“ gelaufen sein könnte, als diese neue „Dating Show“ vorgestellt wurde.

„…, mal was ganz anderes. Dating ist der Trend, alle wollen daten, ihr kennt ja Tinder und so. Und Herzblatt! Aber wir machen Herzblatt und Tinder für Nackte. Ja, die Frauen finden es eigentlich scheiße, wenn man ihnen Nacktfotos auf Tinder schickt, aber wir verkaufen das ganz anders. ….

…Dann kommt der Single, am besten zuerst eine Frau, die nackte Männer anschaut, damit keiner sagen kann, dass das frauenfeindliche Fleischbeschau ist. Das kommt dann erst danach. Also, männerfeindliche Fleischbeschau zuerst…..

 ….. Da stehen also ein paar bunte Boxen mit Beinen und Penissen. Die Singlefrau und die Moderatorin gehen von Box zu Box und schauen sich die Penisse an. Das wird cool, da fallen dann Sätze wie ‚Oh schau mal, ganz symmetrisch hängt er da!’, oder ‚Ob das ein Blutpenis ist?’ oder ‚Der ist ja auch dick! Da käme ich mit einer Hand gar nicht rum.’ Aber das ist kein Trash, wir nutzen das auch total pädagogisch, echt. …

…nach den Penissen dürfen die Männer in den Boxen sich umdrehen, dann besprechen die Singlefrau und die Moderatorin die Pos. Mit ‚Oh, schau mal, da kann man nach vorne durchgucken‘, und so. Dann die Oberkörper, dann die Köpfe. Nach jeder Runde schickt die Frau eine Box nach Hause…

….und dann schickt sie halt den dicksten Typen weg. Den zeigen wir aber anschließend nochmal rundum nackt, damit alle schön erniedrigt sind…..

Der vollständige WELT Artikel ist hier zu finden Naked Attraktion auf RTL2…ob das ein Blutpenis ist?