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Die Frankfurter Buchmesse … um Bücher geht es dort scheinbar nur noch am Rande. Hauptsache, „woke“

🙂

Seit neustem gibt es auf der Frankfurter Buchmesse so etwas, wie einen „Code of Conduct“, einen Verhaltenskodex, der reglementiert, wie sich Besucher und Aussteller rechtlich korrekt, ethisch und sozial verhalten sollen.

Es wurde extra dafür ein sogenanntes „„Awareness-Team“ rekrutiert, sogenannte „Antidiskriminierungsberater und -Beraterinnen“ die vor Ort darüber wachen.

Nun gibt es die Buchmesse nicht erst seit gestern, bereits für das Jahr 1370 ist in Frankfurt am Main eine „Messe für Bücher“ schriftlich dokumentiert. Frankfurt war bereits im Mittelalter der führende Handelsplatz in Europa, für die nach Gutenbergs neuer Methode des Buchdrucks hergestellten Bücher. Bis heute treffen sich dort Verleger, Autoren, Buchhändler, Bibliothekare, Wissenschaftler und an bestimmten Tagen auch interessierte Besucher, um sich über die neuesten Trends zu informieren, Kontakte zu knüpfen und Geschäfte abzuschließen.

Ich persönlich fand diese schöne, internationale Veranstaltung seit jeher multikulturell, divers und im Umgang miteinander, auf hohem Niveau und bereichernd. Offensichtlich scheint nun aber „Antidiskriminierungsberatung“ und Überwachung notwendig.

Jetzt ziehen also die „Awareness-Streifen“ durch die Gänge und achten darauf, dass zum Beispiel, niemand „sexistisch belästigt“ wird. Der Verstoßkatalog gegen den neuen Messekodex ist lang und liest sich etwas verstörend, wenn man dabei nicht an ein ausuferndes Volksfest oder an bestimmte Stadtviertel in unserem Land sondern an die Frankfurter Buchmesse denkt:

Zitat

…“Belästigungen beinhalten jede Form von unangebrachten, diskriminierenden verbalen Äußerungen in Bezug auf sexuelle Orientierung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, körperliche oder mentale Beeinträchtigungen, Alter, Aussehen, Ethnie, Nationalität oder Religion.

Weiterhin fallen darunter alle Formen nicht-abgesprochenen Fotografierens oder Filmens anderer Personen, Störungen von Veranstaltungen, unangemessener Körperkontakt und unerwünschte sexuelle Annäherungen, absichtliche Einschüchterung, Nachstellen oder Stalking sowie das Zeigen unangebrachter Gesten obszöner oder politisch anstößiger Art.“

….“Wir möchten Teilnehmenden, die belästigt werden oder bemerken, dass eine andere Person belästigt wird, ermutigen, uns dies unverzüglich zu melden – dem Buchmesse-Team, dem Awareness-Team oder dem Sicherheitspersonal vor Ort“

Vermutlich wird jetzt in Frankfurt eher nicht mehr frei, angeregt und kontrovers über politische Themen diskutiert, vermutlich hält man sich nun in jeder Hinsicht zurück und redet über das Wetter oder andere unverbindliche Themen, um nirgends anzustreifen.

Vermutlich senkt man lieber einmal öfter den Blick, beschleunigt den Schritt, um nicht unangenehm aufzufallen. Vermutlich hält sich auch der Flirtfaktor in engen Grenzen, der für so manchen introvertierten Bücherwurm ein Anziehungspunkt und Extra Plus darstellte, wenn er endlich einmal unter Seinesgleichen war. Niemand möchte in den Verdacht der „sexuellen Belästigung“ geraten.

Vermutlich … denn ich werde es wohl nicht herausfinden, nicht in diesem Jahr!

Mir ist das alles mittlerweile alles zu doof. Ich fahre nicht stundenlang durch die Gegend, um mir diese „innovativen Verbesserungen“ anzusehen. Mir ging es auf der Buchmesse seit jeher um die Bücher und um die Freiheit des Geistes, die damit verbunden ist.

Seit jeher hege ich eine gewisse Abneigung gegen Gesellschaften, Länder und Veranstaltungen, wo man dazu ermuntert wird, andere und deren Fehlverhalten „zu melden“. Das mag daran liegen, dass ich seit jeher nicht nur gerne Romane und Märchen sondern auch Geschichtsbücher lese.

Chance, Seelenmarzipan, Tierschutz

Das Todes-Shelter von Almyros. Ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke

Vielleicht möchtet ihr gerne einmal nachlesen, wie der aktuelle Stand unseres Projekts „Mission impossible“ ist.

Das Todesshelter von Almyros – eine Bilanz

Februar 2021, ein Shelter mit ca. 300 Hunden in einer abgelegenen Gegend, dessen Betreiberin plötzlich verstarb, die Hunde blieben unversorgt zurück, durchweg alle krank, hungernd, ausgemergelt, schwach und dem Tode näher als dem Leben. Vermutlich fehlten schon länger die Mittel für Futter und medizinische Behandlung dieser riesigen Anzahl von Hunden, die in den Verschlägen mehr oder weniger nur verwahrt wurden. Nur ihr verzweifeltes lautes Gebell, dass von zufällig vorbeikommenden Passanten wahrgenommen wurde, sorgte dafür, dass private Tierschützer auf die dramatische Situation aufmerksam wurden. Vielleicht erinnert ihr Euch noch an das erste erschütternde Video, das Eri uns im März 2021 schickte, in dem sie mit tränenerstickter Stimme die furchtbaren Zustände dort schilderte. Die hartgesottene Eri, die sonst nichts so schnell umwirft, stand wie alle anderen Helferinnen und Helfer unter Schock und nahm einen der Hunde sofort mit nach Hause, der als mittelgroßer Hund nur noch 7 Kilo wog und die nächsten Tage nicht überlebt hätte.

Puh, das war groß, so groß, dass die Freiwilligen vor Ort keine Chance hatten, das alleine zu schaffen. Es war auch so groß, dass ein kleiner Verein wie Frieden für Pfoten e. V. es auch nicht hätte alleine schaffen können, aber aufgeben war keine Option. Es gelang über Kontakte und Vernetzungen und eine gut koordinierte Zusammenarbeit, eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung loszutreten, die uns überwältigte und es möglich machte, sich den gigantischen Herausforderungen dieses Projektes zu stellen.

VETO – Tierschutz stellte aus seinen Beständen sofort 6 Paletten mit Futter zur Verfügung und viele Menschen spendeten über VETO zusätzlich Futter, so dass ein riesiger Truck mit 15 Paletten Futter auf den Weg gebracht wurde! Unsere Aufrufe erbrachten genug Spenden, um alle 300 Hunde mit Medikamenten für die verschiedenen Krankheiten wie Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilaria und Herzwürmer zu versorgen. Die Freiwilligen vor Ort leisteten zusammen mit den Tierärzten über Monate konstant großartige Arbeit und die Hunde erholten sich.

Die große Herausforderung war, für alle Hunde Adoptionen oder zwischenzeitliche Unterbringungen in anderen privaten Sheltern zu finden, da klar war, dass diese Tierhölle mittelfristig nur dem Erdboden gleich gemacht werden konnte. Außerdem beanspruchte der Erbe das Grundstück. Die ersten Hunde fanden Familien in Griechenland, weitere wurden von privaten Sheltern aufgenommen und später auch ins Ausland vermittelt. Jeder Hund, der diesen schrecklichen Ort verlassen konnte, machte das Herz der Freiwilligen vor Ort wieder etwas leichter. Im Sommer 2021 schien alles auf einem guten Weg. Es waren noch 110 Hunde in Almyros und es wurde weiter fleißig und erfolgreich an Adoptionen gearbeitet.

Von Anfang an war klar, dass unser kleiner Verein kein langfristiges Projekt zusätzlich zu den bestehenden Projektverpflichtungen übernehmen konnte, deshalb schauten die Freiwilligen selbst nach weiteren Unterstützern und Spendern. Der Kontakt wurde sporadisch, das letzte, was wir hörten war, dass das Shelter noch bis Juni 2022 genutzt werden dürfe, danach müssten alle nicht vermittelten Hunde zurück auf die Straße. Im Sommer 2021 schien das noch eine lange Zeit, in der viel passieren und erreicht werden könnte.

Bei einem kürzlichen Kontakt mit Akrivi, einem Mitglied aus dem Freiwilligen-Team, fragten wir nach, wie eigentlich der Stand der Dinge in Almyros ist. Waren alle Hunde vermittelt? Dieser furchtbare Ort inzwischen geschlossen? Sie gab uns einen Bericht über die Entwicklungen, die sich im letzten Jahr für uns eher hinter den Kulissen abgespielt haben. Im Oktober 2021 hatten sie durch eine Organisation die Möglichkeit, Hunde auch nach England zu vermitteln. Die Adoptionen in Griechenland waren eingebrochen, weil im Shelter zunehmend die größeren Hunde zurückblieben, über 20 Kilo, und die Menschen in Griechenland bevorzugten eher die kleineren Hunde. So war man froh, die größeren Hunde nach England vermitteln zu können. Adoptionen ins Ausland sind allerdings mit wesentlich mehr Aufwand und Kosten verbunden. Die Hunde mussten vollständige Blutuntersuchungen, Impfungen und Behandlungen, Röntgenbilder und Zahnsanierungen nachweisen, die Leinenführigkeit trainieren und lernen, mit Menschen in einem Haus zu leben, nachdem sie zum Teil jahrelang in dunklen Verschlägen und vergitterten Gehegen gehaust hatten. Die Freiwilligen nahmen diese Hunde zusätzlich zu ihren eigenen Tieren für einige Zeit bei sich zuhause auf oder bezahlten aus eigener Tasche Pflegeplätze für diesen Zweck. Dann mussten die Transportkosten nach Athen und ins Ausland gestemmt werden. Es hatte sich in diesem einen Jahr ein Schuldenberg allein für Tierarztkosten von über 1800 Euro angesammelt, der allen Beteiligten schlaflose Nächte bereitete. Und es fiel Akrivi und ihren Teamkolleginnen nicht nur ein Stein oder ein Felsen, sondern ein ganzes Gebirge vom Herzen, als Frieden für Pfoten ihr mitteilte, dass der Verein durch eine größere Spende in der Lage war, diese Kosten komplett zu begleichen.

Wie ist der Stand in Almyros heute? Im Juni sollten die noch verbleibenden Hunde, es waren noch 43, zurück auf die Straße. Akrivi traf sich mit dem Vize-Bürgermeister und dem Besitzer des Grundstücks. Diese waren sehr beeindruckt von der bisherigen Arbeit und den unermüdlichen Bemühungen der Freiwilligen und haben daraufhin die Zeit, die das Grundstück noch genutzt werden darf, um ein Jahr bis Juni 2023 verlängert. Die Gemeinde stellt inzwischen sogar Futter für das Projekt zur Verfügung und bezahlt die Mikrochips für die Hunde. Kürzlich wurden noch einmal 6 Hunde vermittelt, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch 37 Hunde in Almyros verbleiben. Das sind leider die schwierigen Fälle – groß, schon älter, Leishmaniose-krank, traumatisiert, phobisch oder auch aggressiv. Bei 20 Hunden besteht noch eine kleine Chance, dass sie mit viel Arbeit besser sozialisiert und an erfahrene Hundehalter vermittelt werden können. Eine Frau aus Österreich hat zwei Almyros-Hunde adoptiert, einer war extrem phobisch, aber sie ist eine gute Hundetrainerin und konnte mit ihm daran arbeiten. Sie hat vor, ab Ende Oktober bis Weihnachten noch einmal nach Almyros zu kommen und mit so vielen Hunden wie möglich zu trainieren, um deren Chancen auf eine Adoption zu verbessern. So gibt es in dem ganzen Elend doch immer wieder Lichtblicke und die Daumen sind gedrückt, dass für die Hunde, die jetzt noch in Almyros sind, auch noch eine Lösung gefunden wird.

Es ist unmöglich, sagte der Verstand, wegschauen geht nicht, sagte das Herz und alle krempelten sinnbildlich die Ärmel hoch und fingen einfach an. Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen! (Antonio Machado, spanischer Lyriker) Unsere Helden und Heldinnen sind all die Freiwilligen vor Ort, die Helferinnen und Helfer, die Tierärztinnen und Tierärzte, die 20 Monate lang im Dauereinsatz nicht aufgegeben haben und auch weiterhin nicht aufgeben, bis hoffentlich irgendwann der letzte Verschlag und das letzte Gehege leer ist. Wir sind dankbar für die unglaubliche Unterstützung der Community bei diesem Projekt und die schnelle Hilfe durch VETO-Tierschutz, als es galt, die Hunde vor dem Hungertod zu retten. Es ist unglaublich, was möglich ist und dass auch ein so großes Rad gedreht werden konnte, weil so viele auf so viele Arten und Weisen mitgeholfen haben.

Danke, dass wir diese scheinbare Mission Impossible und die Rettung der Hunde mit Euch zusammen angehen konnten, danke für jeden Euro, jeden Sack Futter, für jede helfende Hand, für jedes Liken, Teilen und Vernetzen für dieses einzigartige Tierschutzprojekt!

Diese Bilanz ist eine kurze Zusammenfassung, die ganze Dokumentation mit allen unglaublichen Geschichten und Aktivitäten, Bildern und Videos könnt ihr nachlesen unter https://www.friedenfuerpfoten.org/notfall-shelteralmyros

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Almyros ist überall, die Not ist überall. Wir freuen uns, wenn Ihr uns auch weiterhin unterstützt, damit wir weiter helfen können

Frieden für Pfoten e.V.

IBAN | DE41 4306 0967 1181 4659 00

BIC | GENO DEM1 GLS

Paypal | info@friedenfuerpfoten.org

Verwendungszweck: Notfalltopf

Almyros-Shelter

Dankeschön liebe Maren Haack für diese Zusammenfassung. ❤

Aufreger

Wie lange wollt ihr euch die Abwertung und Diskriminierung noch gefallen lassen, liebe „alte weiße Männer“?!

Der in Neusprech gerne zitierte „alte weiße Mann“ muss viel erdulden, seine bloße Existenz ist für manche bereits ein Ärgernis. Wer diesen Begriff verwendet, übrigens fast immer in Zusammenhang mit einer Abwertung oder um sachliche Argumente niederzubügeln, begründet seine Animosität und Diskriminierung gerne mit wohlklingende Erklärungen.

„Der Begriff steht dabei natürlich nicht für jeden einzelnen älteren hellhäutigen Mann, sondern man möchte damit auf ein jahrtausendealtes System, auf Werte und Einstellungen hinweisen, die seit jeher von „toxischen“ Männern dominiert sind. Sie stehen für das Ewiggestrige, für Überlegenheit, Macht und Privilegien.“

Da freut sich jeder Handwerker, jeder Arbeiter, der sich ein Leben lang „privilegiert“ krumm gearbeitet hat, um den heutigen Wohlstand zu begründen, um all seinen Kindern eine Ausbildung zu finanzieren, auch und besonders den Töchtern! Da zeigt jeder Verständnis, der sich durch ein Studium hungerte, eine Existenz für seine Familie aufbaute und teilweise über Jahrzehnte dafür auf Urlaub und Freizeit verzichtete.

Sie alle müssen hinnehmen, dass sie, der „alte weiße Mann“ mittlerweile ganz selbstverständlich als Symbol für das Schlechte in der Wert verwendet werden. Das wäre bei jeder anderen Hautfarbe oder Gruppierung undenkbar!

Woke Toleranzforderer und bekennende Anti-Rassisten verwenden Hautfarbe und Geschlecht als Merkmale einer angeblich bösartigen sozialen Gruppe, sprechen damit ein Pauschalurteil basierend auf ethnischer und geschlechtlicher Basis. Sie agieren nicht nur rassistisch („weiß“), sondern auch sexistisch („Mann“) und weil das offenbar noch nicht reicht, kommt auch noch Altersdiskriminierung dazu. Wer nicht in der Lage ist, zu erkennen, welche gewaltige Diskriminierung mit solchen Worten verbreitet wird, der hat ein Wahrnehmungsproblem.

„Alter weißer Mann“ ist der Prototyp einer sexistischen, rassistischen und altersdiskriminierenden Verunglimpfung denn diese Bezeichnung sind Eigenschaften die eine betroffene Person nicht ändern kann. In einer Zeit, in der um jede Endung, um jeden Punkt in der Sprache gerungen wird, in der man Bücher umschreibt, Kindern ihre Faschingsverkleidung verbietet, Gerichte von der Karte streicht, nur um niemanden zu kränken oder in die Nähe von Diskriminierung zu geraten, sind alte weiße Männer zum Abschuss freigegeben.

Sie sind Freiwild, die man beliebig diskriminieren und abwerten darf, pauschal verurteilen, ja ihnen sogar das baldige Ableben wünschen, die von vielen angestrebte, „biologische Lösung“ eines Problems. Ist das nicht nett? Und super woke? Was wäre, wenn man einer anderen Gruppe bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit, einzig aufgrund Hautfarbe und Alter negative Eigenschaften zuschreiben würde?

Undenkbar, würde man das in einem Artikel pauschal im Zusammenhang mit, zum Beispiel „schwarzen, jungen Männern“ oder „gealterten Asiaten“ tun!

Für mich ist die Hetzkampagne gegen alte weiße Männer genau das, was sie ist, eine Hetzkampagen und kein „Aufzeigen von Privilegien“!

Heute wird leider nicht weniger diskriminiert, man suchte sich nur neue Opfer.

Wäre es nicht schön und längst überfällig, wenn wir uns alle wieder mehr mit Ideen und und innovativen Erfindungen befassen würden, die unsere Probleme lösen, anstatt mit Hautfarben und Altersklassen?

Aufreger

Mein Leuchten lasse ich mir nicht auch noch stehlen!

Die Deutsche Umwelthilfe fordert wieder einmal. Angesichts der Energiekrise, sollen Städte und Privathaushalte auf Weihnachtsbeleuchtung verzichten.

„In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten als auch die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird“

Liebe Umwelthilfe, seit jeher sehnten sich die Menschen vor allem in jenen Momenten nach Licht, in denen es besonders dunkel ist. Es gibt Gründe, warum man im Winter die Straßen, Plätze und Wohnzimmer mit Lichtern schmückt, warum für die meisten von uns die festliche Weihnachtsbeleuchtung mehr ist, als nur Kommerz und Verschwendung von Energie.

Man hat uns viel genommen, über die letzten zwei Jahre. Die Freiheit, die Sicherheit, das Vertrauen und mittlerweile auch die Zuversicht, dass alles bald wieder besser werden kann.

Wer einem Weihnachten mit Existenzangst, in einer kalten Wohnung und düsteren Aussichten für die Zukunft entgegensieht, viele Menschen sind dazu auch noch einsam, dem würde ich seine kleinen Adventsfreuden gerne weiterhin gönnen. Es erscheint mir mehr als lächerlich, ja anmaßend, beständig Opfer und Verzicht zu fordern, die global gesehen, weder ins Gewicht fallen, noch notwendig wären, wenn unsere politische Führung ihre Hausaufgaben machen würde. Mein Maß an Solidarität, Toleranz und Duldsamkeit endet an diesem Punkt.

Mögen sich die Dörfer und Städte, die Weihnachtsmärkte und Läden dem Wahnsinn beugen. Bei mir zuhause wird es leuchten. Ich habe es nie übertrieben, nicht wie in Las Vegas oder den Emiraten, wo man die Energie verheizt, als gäbe es kein Morgen. Doch meine Seele tankt auf, wenn mich warm erleuchtete Fenster in einer düsteren Novembernacht begrüßen, wenn ein Lichterbäumchen am Marktplatz strahlt, wenn es bereits um 17 Uhr dunkel ist, wenn Schaufenster weihnachtlich glitzern und wenn helle Lichterketten in der Wohnung für Gemütlichkeit sorgen. Meine Seele benötigt Licht in der dunklen Zeit.

Es ist leider wie es ist.

Die Zeit der Belehrungen, des Gängelns, des Mahnens, des Bevormundens, der künstlich erzeugten Knappheit, der geschürten Ängste, …. die Zeit der neuen Ersatzreligion von Sühne und Buße scheint endgültig angebrochen. Die neuen Todsünden, Flug-Scham, Dusch-Scham, Heiz-Scham … werden jetzt noch ergänzt, durch Licht-Scham.

Ich werde mich ganz ketzerisch und ohne den Hauch eines schlechten Gewissens verweigern. Mein Leuchten werdet ihr mir nicht auch noch nehmen.

Und nebenbei bemerkt, was „eine Selbstverständlichkeit“ ist, das entscheidet zum Glück nicht ihr! Selbstverständlich wäre in meinen Augen, wenn hoch bezahlte Politiker das tun würden, wofür sie eigentlich im Amt sind:
Die angemessene Versorgung von Wirtschaft und Infrastruktur ihres Landes zu gewährleisten, zum Wohle der Bürger.


Hört auf, euch beständig in Dinge einzumischen, die euch nichts angehen!

Tierschutz

PETA und das Sexverbot … puh, sie machen es mir wirklich schwer!

Vor jeder guten Medienkampagne steht, oder sollte zumindest die Frage stehen: Was möchte ich damit erreichen?

Wenn die Antwort darauf lautet, zu provozieren, zu verstören und jede Menge Ablehnung und Unverständnis auf mich und damit auch auf das Thema zu ziehen, das ich vertreten möchte, dann halte ich die neueste PETA Kampagne für gelungen. Falls damit etwas anderes beabsichtigt war, dann wohl eher nicht.

Ich bin PETA Fan der ersten Stunde und habe dafür in der Vergangenheit gerne die ein oder andere dumme Bemerkung eingesteckt. Weil ich es besser wusste, weil mir die gigantische Aufklärungsarbeit, die Erfolge für Tiere und Tierrechte über Jahrzehnte und auch der persönliche Einsatz und die Liebe zum Tier an der Mitarbeiterfront geläufig war. Es gibt keine vergleichbare Organisation die so viel für Tiere bewirkt hat.

Nur mittlerweile… tue ich mich zunehmend schwer, zu erklären, was mit den neuesten Kampagnen gemeint sein soll. Weil ich sie selbst nicht mag, weil ich sie kontraproduktiv und abstoßend finde, denn sie bewirken in meinen Auen genau das Gegenteil dessen, was sie sollten.

Was genau sie eigentlich bewirken sollen … das verstehe ich auch nicht wirklich. Die unguten Ergebnisse der letzten PR Arbeit kann man jedoch in zig Artikeln und zu tausenden in den Kommentarspalten nachlesen. Ob man den Tieren und der Glaubwürdigkeit damit wirklich einen Gefallen getan hat?

Mir geht es persönlich gegen den Strich, wenn Kinder auf ihren CO2 Verbrauch heruntergerechnet werden, wenn plakativ Sexverbote für Fleischesser gefordert oder vorgeschlagen werden, wohlwissend, dass nun selbst die wohlgesonnensten Medien am Rad drehen werden und mit ihnen Millionen von Menschen, die dicht machen für sämtliche PETA Botschaften…. auch für die Kampagnen, die eigentlich jeder verstehen sollte und deren Inhalten grundsätzlich zustimmt, selbst wenn er selbst noch nicht so weit ist, sie umzusetzen.

Tja, jetzt liegt es an mir, an allen Tierschützern, immer wieder zu erklären, was PETA sich wohl bei solchen Äußerungen denkt und ob sie wirklich so abgehoben und radikal sind, wie sie sich im Außen geben. Keine Ahnung, wie man das erklären soll.

Das Ganze lässt mich etwas ratlos zurück, so wie vermutlich viele PETA Supporter und Fans, die mit „toxischer Männlichkeit“, „Sexverboten“ und co für den Klimaschutz wenig am Hut haben, die PETA stets für ihre konstruktive Arbeit für Tierrechte mochten … Was alle anderen über diese Statements denken, die bereits vorher PETA gegenüber kritisch waren, das kann ich mir ungefähr ausmalen. Steht ja überall nachzulesen.

Ja, PETA macht es mir und vielen anderen wirklich schwer mit solchen Äußerungen. Denn jedes mal, wenn ich ab jetzt einen Missstand mit den gut recherchierten Fakten von PETA unterlegen möchte, wird sich jemand berufen fühlen, etwas zum Thema Sexverbot zu kommentieren, darüber, wie ernst man PETA allgemein noch nehmen kann, … und ich würde es ihnen nicht einmal verübeln.

Vielleicht bin ich einfach nur zu alt für diese Sorte provokativer PR, die heute angezeigt ist. Natürlich bleibe ich weiterhin PETA Fan, so viele wunderbare Dinge für Tiere gehen auf das Konto dieser Tierrechtsorganisation.

Aber geht es bitte wieder eine Nummer kleiner in Sachen Provokations-PR?

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Wenn der Hass feige wird, geht er maskiert und nennt sich Gerechtigkeit.

Wenn der Hass feige wird, geht er maskiert in Gesellschaft und nennt sich Gerechtigkeit.

(Arthur Schnitzler)

Ein kluges Zitat, das mir gerade die letzten Tage wieder einmal in den Sinn kam, nicht nur bei manchen Kommentaren zum Tod der Queen. Vieles, was Menschen von sich geben, ist bei genauerem Hinsehen nicht gerecht, nicht wahr, sondern einzig maskierter Hass oder Neid, die anderen Themen aufgestülpt werden.

Ich wünschte, ich könnte die menschenverachtenden (und größtenteils auch noch sachlich falschen) Statements aus der Politik und von sogenannten „Promis“ vergessen, die sie während der Corona Zeit von sich gaben.

Ich wünschte, ich hätte manche Kommentare nie gelesen, die sich am Leid anderer freuen, ihnen Schlechtes, oder gar den Tod wünschen, die der Meinung sind, wenn sich ihr Hass auf die „richtige Zielperson“ richtet, wäre er angemessen und begründet.

Nein, Hass bleibt Hass … und er wird in den meisten Fällen gezielt und bewusst geschürt, er wird missbraucht, um die Massen in die gewünschte Richtung zu lenken, von Missständen abzulenken … und er ist immer hässlich und zerstörerisch. Seit in manchen Bereichen auf jede feine Nuance geachtet wird, fällt mir besonders unangenehm auf, wie heuchlerisch all das woke Getue wirkt, wenn gleichzeitig andere Bereiche (und Menschen) gnadenlos verrissen und angegriffen werden dürfen.

Niemand ist mehr davor sicher … denn Hass lässt sich nicht in Bahnen lenken, sobald man ihn einmal von der Leine gelassen hat. Das könnte der Grund sein, warum eine Revolution, die auf Hass basiert, früher oder später immer auch die eigenen Kinder frisst. Ja, es ist so eine Sache mit der sogenannten „Gerechtigkeit“.

Ich sehe wenig davon, dafür jede Menge Aktionismus, Neid, Bösartigkeit und Zerstörung, ganz gleich, welches Thema gerade en vogue ist, wer gerade demontiert wird und was man gerade abschaffen möchte… für den guten Zweck, versteht sich … Man ist bereits „umstritten“ wenn man sich dem jeweils vorgegebenen Hass auf eine bestimmte Person, Handlungsweise oder Sache nicht anschließen möchte.

Möchte ich nach wie vor nicht. Mögen sich die Medien und die meisten Politiker auch noch so viel Mühe geben. Hass ist nicht mein Talent. Ich setze weiter auf gesunden Menschenverstand, Respekt, Konsequenz und wo es mir angezeigt scheint, auch auf Toleranz, Verständnis und Vertrauen … und auf ein gutes Gedächtnis.

Wer einmal fähig ist, etwas böses oder menschenverachtendes zu sagen oder zu tun, der wird es wiederholen. In anderem Zusammenhang und bei anderen Personen. Daher halte ich mir solche Menschen, Medien und Politiker grundsätzlich vom Hals und auf Abstand. Ich halte sie für gefährlich, mögen sie ihren Hass noch so geschickt mit der „guten Sache“ verweben.

Hätten das nur einmal ein paar mehr getan. Dann hätten wir die meisten Probleme nicht, die uns gerade überrollen und deren ungute Folgen jeden Tag heftiger aufschlagen….

Aufreger, Tierschutz

Von charakterlosen Pissnelken und von Engeln …

Stellt euch vor, ihr hättet unzählige Stunden in der Küche gestanden, gemischt, gebacken, dekoriert, um dann hunderte von Keksen für einen guten Zweck zu versenden.

Ihr packt alles liebevoll und vorsichtig in Schachteln, wieder eine enorme Arbeit, und möchtet die Päckchen anschließend stolz zur Post bringen. Der Erlös soll hungrigen Tieren helfen. Ihr habt aber noch etwas vergessen und geht kurz zurück ins Haus … nur zwei, drei Minuten … und als ihr wieder vor die Türe kommt, sind die Päckchen gestohlen, weg!

Irgend ein mieser Charakter hat alles zerstört, was ihr mit viel Mühe und Einsatz geleistet habt. Ihr seid untröstlich, müsst nun alle anschreiben, die nun umsonst auf ihre Keks-Kreationen warten und die schöne Spende, die ihr damit tätigen wolltet, ist in weite Ferne gerückt.

So ist das kürzlich unserer lieben Ellen passiert und natürlich tat uns das allen von Herzen leid. Die Spende wäre für Frieden für Pfoten e.V. gewesen. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen und wird demnächst wieder einen Anlauf starten. Das ist der Unterschied zwischen Pissnelken und Engeln. Die einen stehlen skrupellos und die anderen schenken von Herzen!

Apropos schenken, da gestern eine unglaublich tolle Spende bei uns ankam, werden wir demnächst sicher auch die verbliebenen Hunde des ehemaligen Todesshelters von Almyros wieder ein wenig unterstützen können. Ich hab mich soo gefreut… 1000 Dank, liebe Ute ❤

Und da die liebe Kerstin und die liebe Gabi von der Tierhilfe Niederrhein gerade zugesagt haben, eine Palette mit Weihnachtsgeschenken für die Tiere und Menschen der Vrouva Farm zu packen, wird es heuer an Weihnachten nicht nur für SCARS und alle Helfer sondern auch für die Vrouva Fram eine zauberhafte Überraschung geben. Beides hätten wir nicht allein geschafft…

Ja, es gibt leider viel zu viele Pissnelken überall … ich verstehe jeden, der die Nase voll hat und verzweifelt. Aber es gibt auch Engel, jede Menge davon … und sehr viele tummeln sich hier. Das ist einfach nur schön ❤

Falls ihr also gerne an Weihnachten ein kleines Päckchen packen würdet, für die Helfer von SCARS, für die Helfer der Vrouva Farm, mit Futter für die Tiere , mit Wolle für die alte Dame , die für die Babys der Flüchtlinge warme Jäckchen strickt, dann haltet euch bereit…

Wir werden die jeweiligen Wunschlisten rechtzeitig verbreiten, wobei sich eigentlich jeder über alles freut, das ist ja das schöne an solchen Aktionen.

Habt einen schönen Tag!

und liebe Ellen, liebe Keks-Fee, nicht traurig sein … alle verstehen das Missgeschick und warten gern ❤

PS: Falls ihr euch fragt, wo es solche zauberhafte Kekskreationen zugunsten notleidender Tiere gibt? In unserem Frieden für Pfoten ~ Charity Market auf Facebook… wir freuen uns immer über neue Besucher ❤

Tierschutz

Bin ich ein guter Mensch? Habe ich gutes Karma?

Diese Frage mögen sich manche stellen und die Antworten darauf sind so unterschiedlich, wie wir Menschen.

Während die einen „Reiche Menschen“ grundsätzlich vehement ablehnen und ihnen am liebsten alles abnehmen würden, schätzen andere deren großzügige Spenden, deren Beiträge für eine florierende Wirtschaft und sind dankbar für beides.

Während die einen jeden Polizisten, der von seiner Dienstwaffe Gebrauch macht, am liebsten hinter Gittern sehen würden, sind andere dankbar, dass man sie schützte und weitere schwere Körperverletzungen oder gar Tote verhinderte.

Und während die einen sagen, ich könnte mit meiner Zeit besseres anfangen, als Tropfen auf den heißen Stein zu verteilen, dass Hilfe vor der eigenen Haustüre wichtiger wäre, freuen sich andere über die Hilfe, die auf diesem Weg zu ihnen fand.

Nach wie vor habe ich keinen Plan, wie das Punktesystem des Karmas funktioniert aber dafür einen inneren Kompass, der mir anzeigt, was zu tun ist und was ich persönlich für recht und gerecht halte. Sollten sich am Ende beide einig sein, wenn abgerechnet wird, … tschakkah! Falls nicht, Pech gehabt aber dafür auf dem langen Weg zur wahren Erleuchtung und Erlösung, einiges an schönen Dingen erlebt und bewirkt.

Viele von euch senden gerade in den letzten Wochen großzügige Spenden und Beträge, damit wir bei möglichst vielen Helfern die Läger für den kommenden, um nicht zu sagen, den drohenden Winter füllen können. Wir vernetzen und schreiben, wir rechnen und verteilen wie die Irren, die Zeit sitzt im Nacken, drohende Einbrüche an Spenden und Warenverfügbarkeit, die sich bereits überall bemerkbar macht. Und beständig neu Notfälle, es explodiert schier.

Diese Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit ist wirklich berührend, in jedem einzelnen Fall. Wir sind gesegnet, was unsere Spender angeht … und trotzdem ertappe ich mich in letzter Zeit oft dabei, dass ich mich am liebsten herausnehmen würde, nicht mehr gefühlt die Last der ganzen Welt auf den Schultern tragen… aber breche ich, bricht das System. As simple as that.

Im Gegensatz zu unseren Politikern denke ich einen Gedanken bis zum Ende und halte mein Wort … Ich habe keinen Eid geleistet aber dafür ein Versprechen gegeben, vor einigen Jahren in Athen, angesichts der dramatischen Not der Straßentiere und mit mir andere, die sich der Sache gerne anschlossen. Dass es einmal so umfangreich werden würde, dass wir einmal so dringend gebraucht werden würden, konnte ja niemand ahnen.

Karma wirkt auf wundersame Weise.

Auf dem Bild, das ihr hier seht, sind warme Babykleidchen, die eine ältere Dame für die Kinder der Flüchtlinge auf einer griechischen Insel anfertigt. Sie ist nach einem Unfall ans Bett gefesselt und möchte trotzdem ihren Teil beitragen. Die Wolle dazu habt ihr geschickt und gespendet.

Letztes Jahr gab es hier einen Aufruf, dass in die Weihnachts-Hilfspakete an die Vrouva Farm, die Frieden für Pfoten e.V. auf eine Palette packt und versendet, auch gerne Wolle beigefügt werden kann, für neue Babykleidchen, Decken und co. Alexia wollte dann an besagte Dame weiterreichen.

Mittlerweile haben viele Babys und Kleinkinder in den Flüchtlingsunterkünften wärmende (und auch hübsche) Bekleidung aus euren Wollresten und Wollspenden erhalten. Die Mütter sind jedes mal wieder zu Tränen gerührt und dankbar über die kostbaren Geschenk, deren Spender sie nie kennenlernen werden. Müssen sie auch nicht.

Karma sieht alles 🙂

Danke, dass ihr immer wieder beitragt, helft, spendet … danke für euer großes Herz ❤

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Die Würde und das Pflichtbewusstsein machen eine Königin erst aus …

Sie war nie eine Fashion Queen. Mode war ihr gleichgültig, sie trug Uniform, Gummistiefel und Kopftuch, Hüte und Kleider, wie es die jeweilige Aufgabe erforderte und immer die gleiche Frisur. Sie fiel nie durch Skandale auf, die sie selbst verursachte sondern war stets darauf bedacht, die der anderen in Grenzen zu halten.

Ihre politischen Eingriffe und Statements waren stets subtil und auf Gesten beschränkt aber dabei nicht weniger eindrucksvoll. Sie ignorierte den Zeitgeist und lebte Tradition, Familie und Pflichtbewusstsein, durch alle Krisen, gegen jede Modeströmung und unter jeder Regierung. Sie war humorvoll, klug und diszipliniert wie keine Zweite.

Sie liebte Autos, denn ihre Ausbildung beinhaltete auch die Fertigkeiten einer Automechanikerin. Sie hatte sich ihr Amt nicht ausgesucht sondern es als Geburtsrecht und als Pflicht erhalten und ein Leben lang mit Hingabe ausgefüllt. Der Eid, den sie anlässlich ihrer Krönung am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey in London leistete, war ihr heilig.

Die Queen war in vieler Hinsicht aus der Zeit gefallen, eine Zeit in der solche Eigenschaften nicht mehr gefragt sind, in der Tradition und Vaterlandsliebe auf Misstrauen stoßen, Begriffe wie Disziplin, Beständigkeit und Moral fast schon zu Schimpfwörtern mutieren. Und trotzdem, vielleicht gerade deshalb wird sie nun überall in der Welt betrauert und vermisst.

Die Grande Dame der Monarchie, wie wir sie seit Jahrzehnten kannten und als selbstverständlich hinnahmen, ja für verzichtbar hielten, wie so vieles, ist nun tot. Damit endet erneut ein Elisabethanisches Zeitalter, eine Epoche, die unsere Nachfahren rückblickend vielleicht ebenfalls als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnen werden.

Queen Elizabeth ist zusammen mit einem alten Europa gestorben, das gerade wie die Queen, dem neuen Zeitgeist Platz macht.

Ich trauere heute um beide.

Aufreger

Sonntag Abend an der Tankstelle…Ich schäme mich!

Besonders auf dem Land und wenn man ein Schokoholic ist, sind 24 Stunden Tankstellen mit einem umfangreichen Warensortiment ein wahrer Segen. Es war bereits nach zehn Uhr Abends, als ich das dringend Bedürfnis verspürte, die schwindenden Schokoladenvorräte schnell wieder aufzufüllen und die nächste Tankstelle ansteuerte. Normalerweise herrscht Sonntag Nacht dort gähnende Leere, diesmal war es anders, ganz anders.

Zu meinem Erstaunen waren sämtliche Zapfsäulen belegt, die Schlangen reichten bis zur Einfahrt. Was war hier passiert? Wollten heute Nacht alle in Urlaub fahren? Aber warum dann die Traktoren? Nun, das sollte nicht mein Problem sein, ich wollte ja nur Schokolade, daher quetschte ich mich an der Warteschlange vorbei, parkte am Rand der Fahrzeugansammlung und betrat den Verkaufsraum der Tankstelle, Destination, Süssigkeiten-Regal. In der Warteschlang vor der Kasse wurde aufgebracht diskutiert.

„Wie stellen die sich das vor? Die machen uns kaputt! Wenn die Preise nächste Woche wieder weit über zwei Euro schießen, können wir dicht machen! Der trockene Sommer, die hohen Energiekosten und jetzt noch der teure Sprit. Sollen sie doch sehen, was sie essen, wer ihre Häuser baut, wenn wir nicht mehr können!“

Es waren Menschen in Arbeitskleidung, die ihrem Unmut Luft machten. Für unsere Bauern und auch für viele Handwerksbetriebe gibt es keinen Sonntag, sie arbeiten, wenn Arbeit ansteht und das Wetter günstig ist, nicht wenn die Stechuhr sagt, es ist Feierabend. Sie haben keine staatlich garantierten Bezüge sondern müssen Monat für Monat ihre Lebensgrundlage neu erarbeiten, wenn sie nicht leisten, gehen schnell die Lichter aus in den kleinen Betrieben.

Jetzt war mir klar, was hier passierte: Jeder versuchte vor dem Ende des Tankrabatts noch seinen kleinen Fuhrpark, das Arbeitswerkzeug, die Traktoren und Lieferwagen mit günstigem Sprit zu füllen. Während ich in der Schlange wartete, hörte ich einige Gespräche mit, sie alle stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und wissen nicht mehr, wie es bei diesen exorbitanten Energiekosten weiter gehen soll. Mein Unmut über unsere Regierung, mein Bedauern für all die Menschen, die hart arbeiten, die dieses Land am laufen halten und dafür beständig bestraft werden, wuchs mit jeder Minute. Jeder Einzelne bangt um seine wirtschaftliche Existenz und er hat gute Gründe dafür.

Als ich wieder nach draußen ging, betrachtete ich die kleinen Zugmaschinen, die Traktoren und Lieferwagen, die in der Dunkelheit aufgereiht in der Warteschlange parkten. Alte, solide Fahrzeuge mit Rost und Dellen, denen man die Jahre ansah, die sie bereits im Einsatz waren. Ich betrachtete deren Besitzer, meist nicht mehr jung, meist in einfacher Arbeitskleidung, die geduldig darauf warteten ,an der Reihe zu sein. Sie sahen müde aus. Wie ich erfahren hatte, war an anderen Tankstellen im Landkreis bereits kein Sprit mehr erhältlich.

Sie waren hierher ausgewichen und warteten in ihrer wohlverdienten Freizeit, an einem Sonntag Abend darauf, ihre Arbeitswerkzeuge noch einmal günstig zu betanken, ehe die Regierung wieder künstlich verteuert, ehe unsere Politik ehrliche Arbeit wieder mit Sondersteuern erschwert. Morgen früh würden sie alle wieder spätestens um 5 Uhr auf der Matte stehen, um zu tun, wofür viele andere sich zu fein sind, um unser Land zu ernähren und instand zu halten.

Wir danken es ihnen auf unschöne Weise.

Der Appetit auf Schokolade war mir vergangen. Die Lust auf Tanken ebenfalls. Sollten diejenigen heute bedient werden, die es dringender benötigen, als ich. Einige Säulen waren bereits deaktiviert, weil leer getankt.

Sonntag Abend in Deutschland. Bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen! Nur ein Land, dessen arbeitende Bevölkerung gerade wirtschaftlich systematisch demontiert wird. Ein bisschen schäme ich mich dafür mit, obwohl ich nicht zu denen gehöre, die solche Zustände befürworten, wählen und somit beständig verschärfen.

Ich sollte vermutlich etwas dagegen tun, da es unter dem Strich uns alle treffen wird, auch diejenigen, die jetzt noch klatschen. Aber ich habe keinen Plan, was ich tun könnte.

Die Schokolade schmeckt heute irgendwie bitter.