Seelenmarzipan, Tierschutz

Eine Gottesanbeterin namens Joey…die bezaubernde Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft <3

Sein Name ist Joey…und auch wenn es seltsam klingen mag, dass wir einer Gottesanbeterin einen Namen gegeben haben …es gibt da eine Geschichte dahinter…

Eines Nachts ging ich auf unsere Veranda, und da lag er am Boden…komplett mit Spinnweben verschnürt, er konnte sich kaum noch bewegen.

Ich dachte zuerst, er wäre bereits tot, er sah aus, wie in einer Zwangsjacke gefangen, die Beinchen fest an seinen Körper gepresst aber als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass er noch am Leben war.

Ich kann einfach nicht wegsehen, wenn ein Tier leidet und Rettungs -Mission „Joey trat in Aktion. Ich schnappte ihn mir und ab ging es ins Haus mit ihm.

Kurz vorher hatte ich meine 5 Jahre alte Tochter ins Bett gebracht aber als ich mir den armen Joey geschnappt hatte, steuerte ich auf ihr Kinderzimmer zu, denn sie ist meine beste Assistentin, wann immer jemand gerettet werden muss. Nachdem ich Pinzetten, eine Tasse Wasser und meine Tochter um mich versammelt hatte, begannen wir an Joey zu arbeiten…

Ich hatte nie vorher ähnliches getan und daher hatte ich keinen Plan, ob wir ihn wohl retten könnten, er sah ziemlich mitgenommen aus und das Netz vorsichtig abzulösen, jagte mir Angst ein. Ich rechnete fast damit, dass seine Beinchen dabei brechen würden. Eines davon war bereits verletzt, ehe wir mit der Prozedur begannen und ich musste also besonders vorsichtig damit umgehen.

Das Wasser half ungemein dabei, die Spinnweben abzulösen aber wir benötigten zwei Stunden, bis er die Zwangsjacke schließlich komplett los war. Endlich befreit, zögerte er ein wenig und wir mussten ihn ermutigen, sich wieder auf die eigenen Füsse zu stellen aber dann machte er mit.

Die nächste Aufgabe war es, herauszufinden, wie wir am besten für ihn sorgen könnten, denn er würde etwas Zeit brauchen, bis er sich erholt hatte. Ich ging ins Netz und suchte nach „Gottesanbeter Pflege“ und fand zu meiner Freude heraus, dass Gottesanbeterinnen Katzenfutter mögen.

Yeah! Ich habe Katzen…also war Katzenfutter bei uns auf der Speisekarte. 🙂

Die nächste Woche stellte sich als eine unvergessliche Erfahrung heraus…für Joey zu sorgen und ihm dabei zuzusehen, wie er gesund wurde, berührte mein Herz in einer Weise, wie ich das niemals für möglich gehalten hätte.

Ich bastelte ihm ein Genesungszimmer aus einem Käfig und sperrte ihn darin ein, damit er in Sicherheit war. Es schien ihn in keinster Weise zu stören, denn er konnte durch die Gitterstäbe alles beobachten. Ich fütterte ihn mit einem winzigen  Babylöffel und er aß genüsslich, sobald ich ihm den Löffel hinhielt.

Nach ein paar Tagen gewann er seine Kraft zurück und wir wagten den nächsten Schritt: Lebendfutter. Ja, meine Tochter und ich waren draußen unterwegs und fingen mit einem Netz Fliegen und auch kleine Motten. Diese Dinger lebendig zu fangen war keine leichte Sache, so viel steht fest.Wenn wir sie erwischt hatten, ließen wir sie in Joeys Käfig frei und er erledigte den Rest. Diesen Teil der Fütterung wollte ich mir dann doch lieber ersparen.

Es dauerte etwas über eine Woche und unser Joey sah richtig gut aus, er bewegte sich normal, er futterte wie ein kleines Schweinchen…wir wussten, es war an der Zeit, ihn frei zu lassen. Ich stellte seinen Käfig auf die Veranda und öffnete die Tür. Er kam nicht gleich heraus, also ließ ich die Türe offen und beschäftigte mich im Garten. Alle paar Minuten sah ich nach ihm und zentimeterweise wagte er sich auf den Weg in die Freiheit. Schließlich war dann draußen, er saß auf dem Käfig aber bewegte sich nicht weg.

Jetzt war ich doch ein bisschen besorgt, ob er denn wirklich schon so weit war. Als ich mich ihm näherte sprang er auf mich, ich hielt ihn kurz in der Hand und setzte ihn wieder auf den Käfig. Er schien OK und in Bestform 🙂 .

Nach und nach dehnte Joey seine Ausflüge auf die umliegenden Pflanzen aus, aber er behielt die Heimatbasis auf unserer Veranda und jedesmal, wenn wir nach draußen kamen, sprang er auf uns, offensichtlich erfreut darüber, Besuch zu haben.

Wir waren Freunde…und es war völlig egal, ob so etwas möglich ist oder nicht. Wir waren es einfach.

Dieses Bild entstand , nachdem Joey wieder gesund war.

Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

Diese Geschichte stammt von der Facebook Seite Mickey´s House und ich durfte mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin, die deutsche Übersetzung und Bearbeitung vornehmen. Thank you for this wonderful story dearest Jenny ❤

Alle Rechte vorbehalten.

 

 

joey
Quelle: https://www.facebook.com/mikeyshouse/posts/2848305128544959?__tn__=K-R

 

 

 

 

 

Tierschutz

PETA ist an allem schuld!

Wenn man es genau nimmt, war PETA an allem Schuld.

PETA sorgte vor vielen, vielen Jahren dafür, dass ich endlich begann, die Welt so zu sehen, wie sie tatsächlich ist:
Eine Hölle für Tiere.
Als Ingrid Newkirk mutig damit begann, den Tierschutz zu revolutionieren, da war ich noch sehr jung und verschlang ihre ersten Veröffentlichungen bei jedem Aufenthalt in den USA, verfolgte die ersten Kampagnen dort und war schier überwältigt von der Einsicht, dass Tierschutz längst nicht nur unsere geliebten Haustiere betrifft.
PETA war anders.
Fordernd! Mutig! Laut! Klug! …und das unglaublich große Herz der Gründerin bewirkte ein Erdbeben im Tierschutz, ein Umdenken und Pionierarbeit. Heute sind sie weltweit vertreten!

Ich wäre nur zu gern Teil dieser Organisation gewesen. Mein Traum, für PETA zu schreiben, selbst etwas beizutragen und dort mitzuarbeiten, wartete Jahrzehnte ungeträumt in der Schublade des Alltags, zwischen den anderen, nicht machbaren Lebensentwürfen.
Dann begann ich mit meinem Blog, fasste mir ein Herz und schickte einen Artikel an die Redaktion von PETA 50plus.
Es gab nicht nur prompt Antwort sondern es gab eine sehr freundliche Antwort.
Sylvie, die dort redaktionell verantwortlich zeichnet, überarbeitete die Story, versah sie mit Bildern und als mein erster Artikel bei PETA online erschien, kullerten die Freudentränen. Meine Story lief gut, sogar sehr gut und seither darf ich dort mit Gastbeiträgen unterstützen.

Oft schreckt ein Blick hinter die Kulissen einer Organisation ja eher ab…bei PETA war das Gegenteil der Fall. Je mehr ich auch hinter die Kulissen blicken darf, desto überzeugter bin ich. Die Liebe zu Tieren zieht sich wie ein roter Faden durch alle Abteilungen, man ist freundlich, engagiert und jeder dort hat ein großes Herz, das für Tiere brennt.

Viele verwechseln PETA mit einem Tierschutzverein. Aber PETA hat ein anderes Konzept. Diese wunderbare Organisation kann nicht die Millionen Tiere in Not aufnehmen, wohl gibt es hier und da Basis Stationen aber sie dienen mehr der tierärztlichen Versorgung oder der Kastration.
Nein, PETA ist kein Tierheim, arbeitet anders als andere Tierschutzvereine, weniger für das einzelne Tier sondern für alle…um wach zu rütteln, um zu informieren und um Tierrechte in die Köpfe der Menschen zu bringen.
Sie legen den Finger in jede Wunde des Missbrauchs und der Tierquälerei, angefangen von Pelz über Zirkus, zur Tierqualindustrie und der Milchlüge.

Das bringt nicht nur Freunde, das bringt ganze Industrien und Lobbies auf und macht sie zu erbitterten Feinden.
PETA hält eisern die Stellung, trotz aller Gerüchte, trotz aller Hetzkampagnen.

Je suis PETA!
Wer gegen diese Organisation hetzt und Unwahrheiten verbreitet, was ja neuerdings gerne getan wird, der fliegt kompromisslos aus meiner Freundesliste und von meinen Seiten!

Ingrid Newkirk ist für mich nach wie vor die Heldin meiner Jugend geblieben.
Ihre Organisation hat so vielen Tieren eine Stimme gegeben, die vorher keine hatten.
Ihre Organisation war Vorbild für viele andere…und…wenn ich das sagen darf:
PETA hat auch mein Leben verändert, PETA war schuld daran, dass ich ein klein bisschen mehr Mensch geworden bin und nicht nur Konsument auf dieser Erde.
DANKE!!!

peta

Aufreger, Lifestyle

Lehrt eure Kinder, zurück zu schlagen!

Ich hatte das unglaubliche Glück in einer friedlichen Gesellschaft aufzuwachsen…

Die Gewalt, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, die gab es leider auch…aber zumindest der sogenannte „öffentliche“ Raum war eine Schutzzone, die sich über das gesamte Land erstreckte.

Mit wenigen Ausnahmen, die jedem bekannt waren, und die man mied, wenn man keine Lust auf Schlägereien, Betrunkene oder aggressive Mitmenschen hatte, konnte man sich als Frau, als Kind, als Behinderter oder Obdachloser überall in der Öffentlichkeit bewegen. Wir kannten Regeln, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Veranstaltungen, auf den Straßen, in den Pausenhöfen, eigentlich überall, wo Menschen aufeinander trafen… und das Beste daran, sie wurden weitestgehend eingehalten.

Wenn bei einer Auseinandersetzung jemand am Boden lag, trat man ihm nicht brutal gegen den Kopf, man achtete Bedienstete, in Bahn und Bussen, man hatte tatsächlich so etwas wie Respekt vor Polizeibeamten und wer es wagte, sie trotzdem vorsätzlich zu verletzen und Widerstand zu leisten, hat das schnell bereut.

Wer im „öffentlichen Raum“ angegriffen wurde, konnte mit Hilfe rechnen, darauf würde ich mich heute nicht mehr verlassen und, was noch schlimmer ist, ich würde es auch niemandem guten Gewissens raten, Hilfe zu leisten denn jeden Tag gibt es Berichte über Helfer, die dann selbst zum Opfer brutaler Gewalt wurden. Die Hemmschwellen sind verschwunden, die Gerichte überlastet und wenn mittlerweile selbst Polizeibeamte berechtigte Angst um Leib und Leben haben, sollte sich jeder überlegen, ob er schwerste Verletzungen oder Schlimmeres riskiert, wenn wieder einmal ein „Psychisch Kranker“ , „Tierhasser“, „Randalierer“, wenn  „Gruppen“ oder „Jugendliche“,  hemmungslos Gewalt ausüben. Früher nannte man sie einfach „Verbrecher“. Deutschland hat viele Probleme aber vor allem ein gewaltiges „Gewaltproblem“, das sich durch alle Schichten, Altersklassen und Bereiche zieht und eine neue Form der Brutalität und Hemmungslosigkeit macht sich breit, die mir Angst macht und die besonders die Schwächeren trifft.

Sie trifft Kinder, Frauen, Alte, gebrechliche Menschen, Tiere, sie trifft alle aber bevorzugt Schwächere, die ein leichtes Ziel sind und dazu die Menschen, die ihnen beistehen möchten.

Ich möchte hier nicht darauf eingehen, woher die zunehmende Gewalt kommt, sie wurde lange in Statistiken beschönigt aber mittlerweile sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache, wobei man sich darüber im Klaren sein muss, die Dunkelziffer ist ungleich höher und dabei ist Tierquälerei noch nicht einmal eingerechnet.. Da draußen tobt mittlerweile Krieg, und nur wenige, meist ländliche Bereiche, sind bisher davon verschont geblieben. Aber wir holen gerade rasant auf.

Mir wurde noch beigebracht, Konflikte friedlich zu lösen, ich lernte in der Freizeit tanzen und malen aber es wäre mir lieber gewesen, ich hätte diese Zeit mit Kampfsport, Schießen oder anderen Optionen der Selbstverteidigung verbracht. Es schien nie notwendig, unser Leben war ein anderes, ehe sich die gesellschaftlichen Werte verschoben, die Erziehung wandelte, Familie eine Randerscheinung einzig am Wochenende wurde, seit sich Grenzen öffneten (damit meine ich längst nicht nur das Jahr 2015) , seit die Justiz zur Kuscheljustiz wurde und Dinge zur Normalität, die einst zu einem Aufschrei in allen Medien geführt hätten. Gewalt ist heute eher eine Randnotiz, zu viel davon an zu vielen Stellen.

Wer also Kinder, Tiere, alte Menschen oder andere Schutzbedürftige…vielleicht auch sich selbst… schützen möchte, wer in der Lage sein möchte, sich und andere zu verteidigen, darf heute weder auf Staat auf Polizei oder auf die lieben Mitmenschen hoffen, sie können nicht überall sein und sie sind oft genauso schutzlos und fassungslos. Die Zeiten haben sich geändert, unsere Gesellschaft hat sich verändert, unser ganzes Land hat sich verändert.

Ich denke es ist an der Zeit, unseren Kindern beizubringen, sich auf diese Veränderungen einzustellen…sie müssen lernen, sich und andere zu verteidigen, wenn es darauf ankommt,  und zwar von klein auf.

Die meisten Kampfsportarten vermitteln nicht nur Disziplin und Werte sondern ermöglichen effektive Verteidigung, wenn es tatsächlich einmal zum Schlimmsten kommt. Sie ermöglichen auch Frauen, effektive Gegenwehr, lehren, wie man entwaffnet und Verletzungen bei Stürzen vermeidet. Genau das,was unsere Kinder derzeit benötigen, wenn sie alleine auf Bahnhöfen, auf dem Schulweg, in der Stadt oder am Abend unterwegs sind. An manchen Schulen benötigen sie es bereits am Pausenhof…

Peace und Love, die Botschaft meiner Generation wird leider nur noch von einer Minderheit gelebt. Schenkt euren Kindern neben Liebe und einer guten Schulbildung die Chance auf Selbstverteidigung und Schutz. Wenn sie sich und andere schützen wollen, dann müssen sie lernen, wie das geht.

Ich hätte niemals gedacht, dass wir 2019 über solche Dinge nachdenken müssten. Aber wir sollten es, wenn uns unsere Kinder am Herzen liegen ❤

Toleranz überwindet Grenzen, doch eine braucht sie selbst: Sie muss verhindern, dass die Intoleranten die tolerante Gesellschaft ausnutzen, um sie in ihr Gegenteil zu verkehren.

judo

Aufreger, Tierschutz

Aber bitte nichts mit Tieren… ich mag nichts von Tieren sehen und hören!

Um diese Überschrift zu verstehen, die ich tatsächlich ernst meine, würde ich gerne versuchen, euch auf eine Reise in meinen Kopf mitzunehmen.

Dort ist es in vieler Hinsicht ziemlich unsortiert. Eigentlich unsortierter, je älter ich werde und je mehr ich erkennen muss, dass es nichts und niemanden gibt, auf den man sich wirklich verlassen kann, außer auf sich selbst, dass nichts beständig ist, einzig der Wandel und dass Werte verhandelbar sind … zumindest für die meisten Menschen. Was aber mittlerweile deutlich und unverrückbar in meinem Kopf sortiert ist, ….  das ist mein Erwachen in Sachen Tiere.

Ich habe fast 60 Jahre dazu gebraucht, traurig genug. Aber jetzt, wo es passiert, wurde meine Welt über Nacht zu Dantes Inferno. Ich bin wacher, lebendiger aber nicht unbedingt glücklicher. Ich lebe zwischen Sadismus, Grausamkeit und Bösartigkeit in unvorstellbarem Ausmass, bin manchmal sogar Teil davon und mein Verstand bebt in den Fugen, weil ich mich fremd, unwohl und was am schlimmsten ist…hilflos fühle, in einer Welt, die für die meisten ihrer Bewohner die Hölle ist. Wir haben sie dazu gemacht.

Es geht nicht nur um die hungernden Straßentiere, um Menschen, die Tiere vorsätzlich quälen, es geht nicht nur um die geschundenen Pferde, verhungerten Hunde und Katzen, misshandelten Stadttauben… großer Gott, wenn es das „nur“ wäre, ich wüsste Lösungen!

Aber die Liste ist unendlich, weltweit, quer durch alle Nationen, Religionen und Klassen…überall, wo Menschen auf Tiere treffen, auf Haustiere, Nutztiere, auf gedrillte Polizeihunde, Zirkusbären, Fische in Fischfarmen, Schweine in Schweinemastbetrieben, Kühe und Kälber in Milchbetrieben und dann auf ihren Leidens-Transporten in den Tod.

Lebendig verbrüht, abgestochen oder lebendig aufgeschlitzt, gehäutet, wenn geschächtet wird, als Jagdtrophäe, Kampfhund, Batteriehuhn, geschreddertes Küken, zerschmetterte Greifvögel an Windkrafträdern, als missbrauchte Brieftauben, zur Isolationshaft verdammte Hamster, gequälte Zirkusbären, Kaninchen und Vögel in ihren kleinen Käfigen, vergiftete Insekten, in Netzen gefangene Singvögel, gemarterte Stiere und dazu die gepeinigten Corrida Pferde, die abgeschlachteten Wale, die vergifteten Schwäne, vertriebenen Störche, zwangs-gestopften Gänse, verstümmelten Wollschafe, gepeinigten Lastentieren, gefolterten Versuchstiere, die  abgeschossene Wölfe… die Liste ist schier endlos und hässlich, so beschämend. Beschämend für uns Menschen!

Missbraucht…misshandelt…gefoltert…ausgebeutet…getötet.

Unser Leben, unsere gesamte Zivilisation basiert auf Folter, Ausbeutung , Raub und Gewalt an Schwächeren und Wehrlosen.

Ich sehe sie! Ich sehe sie alle, und ich kann sie sogar hören, wenn ich an Tiertransporten vorbei fahre, an  Zwingern und Schlachthöfen…ich fühle mit jedem Bild mit jeder Information, was sie fühlen … und niemand hört, was ich höre und niemand sieht, was ich sehe.

Seit ich zum Beispiel weiß, dass Schweine in etwa die Intelligenz und Empfindungsfähigkeit, damit auch das Schmerzempfinden und die Fähigkeit für Angst und Verzweiflung, eines dreijährigen Kindes haben… nicht nur vermute, denn es ist unumstritten wissenschaftlich belegt…seit ich das also weiß, und sehe, was sie erdulden müssen, wie unsäglich sie gehalten werden, wie bestialisch gequält bis zur Schlachtung… wie ihnen ohne Betäubung die Hoden abgeschnitten werden… bin ich nicht mehr die gleiche Frau, ist meine heile Welt nicht mehr dieselbe und alle meine Werte wurden aus den Angeln gehoben.

Wo steht geschrieben, Menschen wären wertvoller als andere Lebewesen, nur weil sie Menschen sind? Diese Überzeugung stammt einzig von Menschen, die diesen Hochmut auf Aussagen ihrer Götter zurück führen, Götter…die vielleicht gar nicht existieren. Sicher ist einzig: Das von uns verursachte Tierleid existiert, genau wie ihre Würde und ihre Rechte. Und jetzt???

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Sieh mir in die Augen und sag mir womit ich dieses Leid verdiene?

Meine Werte und wie ich Tiere bisher sah, basierten einzig auf Illusionen,  auf schönen Lügen und ich denke beständig: Mein Gott, was tun wir da? Was um alles in der Welt, tun wir diesen wehrlosen Mitgeschöpfen an und warum???

Meist behalte ich es für mich. Es gibt viele Menschen, die liegen mir am Herzen, sie können trotzdem nicht sehen, was ich sehe, vielleicht benötigen sie mehr Zeit, vielleicht werden sie die Welt und unsere Mitgeschöpfe darin, niemals mit meinen Augen sehen.  Wer bin ich, es ihnen vorzuhalten? Mir ging es schließlich bis vor kurzem nicht anders und nach wie vor bin auch ich Teil dieses Infernos…

Ich versuche mich zu arrangieren und das Thema Tiere zu vermeiden. Wenn ich es Fremden erzähle, wird es oft herunter gespielt, lächerlich gemacht…ich bin lästig…oder verrückt…oder beides? Fakten und Forschungsergebnisse über Leidensfähigkeit und Intelligenz, soziale Bindungsfähigkeit und Bedürfnisse der Tiere werden ignoriert.

Ich weiß genau, dass nicht ich es bin, die verrückt ist. Es sind die anderen, die Blinden, die Tauben, die vorgeben, all das nicht zu bemerken … die ausblenden, was wir an den Tieren verbrechen. Die nur deshalb noch Morgens in den Spiegel sehen können, weil sie den anderen Lebewesen, den NICHT-Menschen, Leidensfähigkeit, Würde und Intelligenz …die Seele absprechen. Nur wenn sie das erfolgreich verleugnen, können sie weiterhin mit ruhigem Gewissen, ihr Leben ohne Rücksicht weiterleben. Sie tun genau das und sie werden mir jeden Tag fremder.

Ich gebe noch nicht auf. Aber ich möchte von Tieren nichts mehr hören und sehen, zumindest wenn Menschen dabei involviert sind. Denn Tiere und Menschen…das endet fast immer mit einer Geschichte , die ich nicht hören möchte.

Wir sind den Tieren nicht wirklich überlegen. Wir sind alle Tiere! Was uns Menschen so besonders macht:

Wir sind einfach bösartiger als jede andere Spezies!

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Betäubungslose Kastration: Legal in Deutschland!

 

Tierschutz

Ich hab keine Zeit für solchen Scheiß!

Es gibt oft eine große Diskrepanz zwischen dem, was man im Außen sieht und dem, was dann tatsächlich passiert. Das ist nicht nur bei Parteien so sondern auch in Organisationen, Vereinen, wahrscheinlich überall, wo Öffentlichkeit eine Rolle spielt. Man sollte genauer hinsehen. Die wenigsten tun es.

Während ich heute also den gesamten Nachmittag wieder einmal damit zubrachte, die Scherben zu kehren und die Knäule zu entwirren, die andere zerbrochen oder verstrickt hatten, während meine Vorstandskollegen Nicole und Claudia zwischen Bergen von Papierkram, Rechnungen, Screenshots, Satzung und co überlegten, …wieder einmal überlegten,… wie wir es schaffen könnten, die allgemeine Aufmerksamkeit zurück auf Sinn und Zweck unserer kleinen Organisation zu lenken, auf Ziele und Möglichkeiten und weg von der allseits beliebten „ich verwirkliche mich selbst“ Manie, die gerade überall ausgelebt wird…und während ich insgeheim eigentlich nur noch an Ausstieg dachte…denn wer lässt sich schon gerne für harte und erfolgreiche und zudem gratis Arbeit, pausenlos dumm anmachen…

…währenddessen war Facebook ein paar Stunden ohne unsere Anwesenheit und als endlich wieder Zeit war, die Post zu checken, da waren sie, die neuen Notfälle. Ein angefahrener Welpe, für den es heute nicht einmal einen Tierarzt gab, alle haben geschlossen, der dringend eine Behandlung benötigt…ein paar Kastrationen, die wunderbar sind und wichtig, aber auch dokumentiert und bezahlt werden wollen, ein Fellchen, das trotz aller Bemühungen gerade sterben will und das hier…Martha schickte mir glücklich ein Vorher-Nachher Bild. Wir hatten vor kurzem eine große Summe für die Klinik Rechnungen an SCARS Athen gesendet und mit Geld sind manchmal kleine Wunder möglich. Mit Geld und viel Liebe…

Es gibt so vieles, was mich gerade ärgert oder stört und was falsch läuft…in meinem Verein, ja in unserem gesamten Land. Aber ich möchte meine Zeit nicht mehr für solchen Scheiß vergeuden, nicht für die Lügen der Politiker und auch nicht für die ständigen Erklärungen an manche Menschen im Tierschutz, die nicht verstehen wollen. Martha hat wohl, wie so oft, meine Gedanken und Absichten aus ein paar Tausend Kilometer Entfernung gelesen, denn sie schrieb diesen Text zu den Bildern…

„Am Anfang waren wir uns nicht sicher, was mehr schmerzte…die Furcht in seinen Augen oder der Teil, der einmal sein Bein gewesen war. Aber wenn Menschen sich darüber einig sind, dass das was uns zusammen bringt, stärker ist, als das, was uns auseinander reißt, dann können Wunder passieren.“

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„…Also trafen sich ganz zufällig ein paar Menschen in einer Welt, in der nichts zufällig passiert, in einer Tierklinik und kümmerten sich um den kleinen Dreibein. Das verletzte Bein wurde sofort amputiert, diese Kosten trugen noch die Retter und dann übernahm SCARS die weitere Versorgung. Seine erste Schlacht hatte unser Dreibein also gewonnen.Wir sind den Rettern sehr dankbar, dass sie sich so rührend gekümmert haben und ab jetzt werden wir alles daran setzen, damit es von nun an nur noch schöne Erinnerungen für den tapferen Patienten gibt und die Angst aus seinen Augen irgendwann verschwindet…“

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Ja, ja … you got me, mit diesen Bildern… liebe Martha. Aber sie wären nicht notwendig gewesen. Nein, keine Sorge! Ich könnte und möchte nicht aufhören, diesen armen Wesen zu helfen. Sie brauchen uns und solange ich Menschen wie Claudi und Nicole, Nedde, Claudia, Stefanie, Wiebke und einige andere an meiner Seite weiß, werden wir das auch weiter gemeinsam tun. Ich habe zukünftig keine Zeit mehr für viele Dinge, die bisher für jeden selbstverständlich waren … aber immer für meine Notfellchen ❤

 

Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan, Tierschutz

Sag mir welches Auto du fährst und ich werde dich dann dafür verurteilen :-)

Jetzt fahre ich seit gut 40 Jahren Auto. Mein Fahrstil und Parkverhalten ist in etwa immer das Gleiche geblieben. Defensiv, etwas verpeilt und manchmal auch Gib Gas, ich will Spass. Erstaunlicherweise ist die Reaktion der anderen Autofahrer auf dieses Fahrverhalten komplett unterschiedlich, je nachdem, in welchem Fahrzeug ich sitze. Die Deutschen sind nämlich Auto-Rassisten.

Bedingt durch meine berufliche und private Situation, reichte die Palette meiner fahrbahren Untersätze vom verbeulten kleinen Transporter bis hin zum Bentley, ich war im gemütlichen Kastenwagen, mit überzogenem TÜV genauso unterwegs, wie mit dem Porsche Cabrio. Mit allen Fahrzeugen verbummelte ich grüne Ampeln, wenn ich gerade nach der Schokolade angeln musste, parkte ich vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig oder blockierte unabsichtlich die linke Spur auf der Autobahn, weil ich während des Überholvorgangs nicht schneller fahren wollte, als mein Schutzengel fliegen kann.

Die Menschen verzeihen großzügig all diese kleinen und größeren Sünden, wenn man in einem billigen Fahrzeug sitzt. Ganz ehrlich! So gut wie nie, hat jemand gehupt, äußerst selten gab es eine Ermahnung durch Gesten oder Hupen, wenn ich in einem alten Fahrzeug, oder mit einem der unteren Preiskategorie meine kleinen Fahrsünden verzapfte.

Ganz anders, wenn das Lenkrad in meinen Händen zu einem Modell der oberen Preisklasse oder gar Luxusklasse gehörte. Der Hass und der Neid entlud sich regelmäßig in Hupen, dicht auffahren, abwertenden Gesten bis hin zum Stinkefinger und ein paar Mal sogar in Zetteln am Auto, die witzig sein sollten aber eigentlich nur hässlich waren. Es ging dabei nämlich nicht um das Parken sondern um den Autotyp, der auf der weißen Linie stand und nicht ordnungsgemäß 2 cm daneben. Grundsätzlich wird man mit einem Kleinwagen auch deutlich schneller zum Einfädeln an Engstellen vorgelassen. Ich habe es oft genug erfahren …

Warum eigentlich sind wir so neidisch? Warum können wir nicht, wie zum Beispiel in USA, auch einmal anerkennend nicken, wenn ein besonders schönes Automodell an uns vorbei fährt?

Ich selbst, ganz privat…ich liebe meinen kleinen Mini, der alles hat, was mich an einem Auto glücklich macht. Sitzheizung, Klimaanlage, handlich, praktisch, klassisch. Ein guter Sound IM Auto, schöne Musik beim Fahren, das ist mir wichtiger als der Sound aus dem Auspuff und von vielen Pferdestärken. Aber ich gönne jedem sein Gefährt und denke manchmal eher sogar insgeheim mitleidig…

-mit wem muss sie wohl schlafen, damit sie dieses Auto fahren darf?

-wie viel Zeit ihres Lebens musste sie opfern und worauf hat sie alles für ihre Karriere verzichtet, damit sie sich dieses Auto leisten kann?

-was für ein gruseliger Gedanke, jetzt im Hochsommer, Anzug und Krawatte tragen zu müssen, dafür würde ich den dicksten Geschäftswagen nicht eintauschen wollen!

-ob es noch viele Leasing-Raten sind, die er bezahlen muss, damit er weiter leihweise über seine Verhältnisse fahren kann?

Manchmal denke ich auch einfach…wow…tolles Auto…und freue mich an dem Anblick, wie an dem einer Blume, an schöner Architektur oder anderen optischen Bereicherungen.

Aber zu jedem Zeitpunkt sehe ich den Menschen IM Auto, beurteile ihn nicht nach PS und Listenpreisen, schätze ihn weder gering noch überschätze ich ihn.

Es ist doch nur Blech, … einmal teurer, einmal billiger und in jedem Auto sitzt jemand, der wie du und ich Kummer, Sorgen und Nöte hat, der sich freut, wenn man nett zu ihm ist.

Ich war in jedem Auto stets der gleiche Mensch und erhielt so unterschiedliche Reaktionen. Das tolerante, bunte Deutschland, ist ein Volk der Autorassisten. Schade, eigentlich ❤

karma1

 

Tierschutz

Ich habe Gewaltphantasien…und Frau Klöckner CDU, hat die Haare schön!

Liebes Tagebuch,

gerade weiß ich nicht, wem ich mich sonst anvertrauen könnte, denn meine Gedanken sind böse, ich bin zornig, frustriert und … mittlerweile zum äußersten bereit. Ich habe Gewaltphantasien …aber lassen wir das. Ich erzähle dir jetzt, warum.

Wir beide wissen, dass Schweine intelligent und empfindsam sind, vergleichbar mit dreijährigen Kindern. Sie sind keine empfindungslosen Maschinen sondern hochintelligente und somit auch hoch leidensfähige Lebewesen. Wir schlachten sie. Soweit so schlecht. Aber warum müssen wir sie vorher noch foltern? Legal foltern? Im Land der Tierfreunde und Humanisten?

Warum werden sie in Eisengestänge eingezwängt, in Metallkäfige, in denen sie sich nicht einmal drehen können, nicht aufstehen, nicht bewegen? Nicht einmal Kot absetzen oder urinieren ist in dieser Fixierung angemessen möglich.
Ihre Muskulatur verkümmert, sie haben schmerzhafte Geschwüre und offene Wunden. Sie werden schier wahnsinnig, in der erzwungenen Zwangshaltung über so lange Zeit. Sie erleben diese Folter bei vollem Bewusstsein und jetzt möchte ihnen Frau Klöckner von der CDU sogar die Möglichkeit nehmen, ihre Gliedmaßen und den Kopf in der Liegeposition auszustrecken. Es war die einzige Bewegungsoption, die diese bedauernswerten Kreaturen hatten. Die Verordnung, die zumindest diese kleine Gnade vorschrieb, soll ersatzlos gestrichen werden.

Das passiert einzig aus wirtschaftlichen Interessen.

Liebes Tagebuch, du weißt, ich selbst rühre kein Schweinefleisch an. Das ist der einzige Beitrag, den ich gegen diesen Wahnsinn tun kann. Ich muss in dieser Gesellschaft irgendwie klar kommen, die so grauenhaft grausam, so dumm und blind gegen Leid ist.

Ich muss jeden Tag damit leben, dass eine Frau Klöckner, die sogar ihre Visagisten von Steuergeldern bezahlen lässt, damit sie die Haare schön hat, wenn sie wieder einmal publikumswirksam Kälber in den Tod küsst, dass so eine Person, eine solche Partei von der Mehrheit gewählt wird.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat ….aber warum…warum sind so viele meiner Mitbürger einverstanden, gleichgültig…selbst mit den schlimmsten Foltermethoden, mit der verachtenswertesten Tierquälerei, ehe ein Tier auf ihrem Teller landet?
Warum müssen sie die Tiere noch quälen, ehe sie sie töten?
Warum? Warum tut niemand etwas dagegen?

„Kastenstand“ heißt diese Tierquälerei in deutschen Ställen übrigens.
Legal. Weit verbreitet. Günstig.

Weil wir es uns wert sind?
Mir wird übel! Und ich gestehe, ich würde gerne die ein oder andere Person auf die gleiche Weise fixieren und dann lächelnd erläutern, dass man Opfer bringen muss, wenn Fleisch weiter billig bleiben soll.
Aber das bleibt unter uns, bitte. Denn Gewalt hilft niemandem.
Was wir bräuchten, wäre Herz und Hirn und eine andere Politik!
Bald ist Europawahl. Meine letzte Hoffnung!

(Bildrechte: Kastenstand PETA)

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