Tierschutz

Der Flug in den Tod … was viele über den sogenannten „Brieftaubensport nicht wissen!

Er hatte seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen oder getrunken. Er war erschöpft, zu Tode erschöpft. Seine entzündeten Gelenke und Sehnen schmerzten mehr als die klaffende Wunde an der Brust. Blut lief an seinen Beinen herunter.

Sein Körper war Schmerz. Er war Schmerz. Er hatte versagt und den Weg zurück nicht mehr gefunden. Diesmal war die Strecke einfach zu lang, die man von ihm forderte, wenn er das Liebste auf der Welt jemals wiedersehen wollte. Verzweifelt schloss er die Augen. Er hatte alles gegeben.

Er war geflogen, bis er wie ein Stein vom Himmel fiel. Er war sogar noch weitergeflogen, als er sich an den Drahtseilen verletzte, die für ihn unsichtbar waren. Er war geflogen … immer weiter und weiter … weil er sich sehnte. Mit jeder Faser seines Herzens sehnte er sich nach seiner Gefährtin, der er lebenslang verbunden war, die ihn jetzt mehr denn je brauchte, denn gestern erst hatte sie ein Ei gelegt. Er wurde gewaltsam zum „Witwer“ gemacht. Man hatte sie getrennt.

Im Taubensport, wo er zu Wettkämpfen verdammt wird, die er niemals freiwillig bestreiten würde, nutzt man diese Liebe, um Höchstleistungen von den gewaltsam getrennten Partnern zu erhalten.

Ihre Verzweiflung ist der Gewinn des Taubenzüchters. Die Taube verliert immer … selbst, wenn sie den Wettbewerb gewinnt.

Er hatte sie noch rufen hören, als er im Korb eingesperrt und wegtransportiert wurde. Ihre Stimme hätte er aus Tausenden wiedererkannt. Aber der Korb war fest verschlossen. Es gab kein Entkommen. Er war jetzt Witwer auf einer Reise.

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„Witwermethode“

Witwer, so nennt man im Taubensport die Vögel, die buchstäblich ihr Leben geben, um wieder zu ihrem Zuhause, ihrem Partner oder ihren Kindern zurück zu finden. Dafür werden sie „trainiert“. Weggesperrt, im Dunkeln gehalten, zum Fliegen gescheucht, gezwungen, aussortiert, ermordet und der Willkür der Taubenzüchter überlassen, für die das Tierschutzgesetz scheinbar nicht gilt.

Tradition

…30 bis 50 Prozent der der unfreiwilligen „Witwer“ stirbt bei dem Versuch, wieder nach Hause zu finden oder strandet auf der Straße. Ein Teil der armseligen „Sportler“ wird von Greifvögeln gerissen, verletzt sich oder landet in fremden Städten, wo der Tod etwas länger dauert, denn dort gibt es kein artgerechtes Futter, sondern nur Verachtung und Tritte.

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Er versuchte die Flügel zu bewegen. Er musste jetzt einfach fliegen, sonst würde er sie nie mehr wiedersehen. Er öffnete mühsam die Augen und mobilisierte ein letztes Mal die lahmen und müden Flügel. Nach Hause. Nach Hause zu ihr, zu seinem Nest, zu seinem Ei, wo er hingehörte. Er wollte nicht allein in dieser feindlichen Umgebung sterben.

Tauben sind treu … ein Leben lang und einem Partner. Daher schaffte er das Unmögliche. Irgendwann am Abend lag er kraftlos im Hof. In der Ferne hörte er sein Täubchen sehnsüchtig nach ihm rufen. Jetzt war er in Sicherheit. Alles war gut. Erleichtert ließ er den Kopf auf die Brust sinken. Gleich würde er endlich in sein Nest fliegen dürfen. Ihr Ruf war das Letzte, was er hörte, als ihn sein Besitzer aufhob, die Schäden an den Flügeln prüfte und ihm dann mit einem Ruck den Kopf umdrehte.

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Wertlos

Diese Taube wird keinen Wettbewerb mehr fliegen, kein Geld und keine Urkunden einbringen. Weg damit. Morgen kommt eine neue Lieferung.

Wer glaubt, diese Geschichte wäre übertrieben, dem lege ich diesen Artikel über Brieftauben ans Herz: https://peta50plus.de/brieftauben

Was wisst ihr eigentlich über den Taubensport, über Wettflüge und Trainingsmethoden?

Morgen (Samstag 8. Mai) gibt es allein in Deutschland wieder rund 300 gemeldete „Brieftaubenauflässe“. Man trennt die Tauben von ihren Partnern oder ihrem Nachwuchs, fährt sie an einen weit entfernten Ort und wartet ab, ob es ihnen gelingt, zurück zu finden oder ob sie unterwegs an Erschöpfung sterben oder irgendwo stranden.

Sie werden alles geben, denn ihr einziger Wunsch ist, zurück zu dem vertrauten Nest und dem Partner zu gelangen.

Einzig auf diese Weise funktionieren „Wettflüge“!

Keine Taube würde sich jemals freiwillig so weit entfernen!

170.900 Tauben sind in Deutschland allein am kommenden Samstag für diese Prozedur offiziell gemeldet .Man nennt es „Sport“.

Ist das wirklich „sportlich“? Entscheidet selbst!

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Katzeklo…Katzeklo…Wenn Tierschutz zum Himmel stinkt!

Katzenbesitzer kennen die unverwechselbare Duftnote, die einem Katzenklo entströmt. Bei kranken Katzen mit Durchfall wird es richtig unangenehm. Versorgt man mehrere Katzen, der Großteil davon krank oder angeschlagen, wenn diese Tiere sich eine Toilette teilen, ist häufiges Wechseln der Katzenstreu Pflichtprogramm! Allein schon aus hygienischen Gründen.

Wenn es Tierschützern an einem mangelt, dann an Geld, das macht auch vor der Katzenstreu nicht Halt! Wir lesen sehr oft, dass in einem Shelter, für Pflegestellen und co, dringend Futter benötigt wird. Über die anderen anfallenden Kosten, die Unmengen Katzenstreu, die jeden Monat benötigt werden, macht sich kaum jemand Gedanken. Aber es ist ein großes Problem für viele Pflegestellen, ihre Schützlinge in dieser Hinsicht angemessen zu versorgen.

Manche sind gezwungen, mit Zeitungspapier zu arbeiten, die Resultate kann man sich vorstellen. Unsere Partner in Griechenland haben es da etwas besser, trotzdem wird jeder Sack gezählt, jede Pflegestelle rechnet akribisch mit jedem Körnchen, damit die monatliche Zuteilung reicht. Wenn sie nicht reicht, muss aus eigenen Mitteln nachgekauft werden. Da die Menschen, besonders in Griechenland, bedingt durch die Coronakrise, alle enorme finanzielle Einbußen haben, schmerzen die zusätzlichen Ausgaben noch ein wenig mehr als sonst.

Niemand möchte seine Pflegetiere in den Exkrementen anderer Katzen wühlen sehen, niemand möchte zusätzliche gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen … also wird man den letzten Cent dafür hergeben, den Tieren zu ermöglichen, was dringend gebraucht wird. Katzenstreu! Ein Sack kostet 5 Euro. Er muss möglichst lange reichen und trotzdem soll die Hygiene und das Wohlbefinden der Tiere nicht leiden. Jeden Monat aufs neue ein Dilemma!

Das gehört auch zum Alltag der freiwilligen Helfer, für den sich kaum jemand interessiert. Berge von Katzentoiletten müssen gesäubert werden und die knappen Zuteilungen sind oftmals bereits Anfang der Woche aufgebraucht, wenn ein paar der Pfleglinge an Durchfall leiden. Was tut man dann? SCARS Athen zum Beispiel, hat Schulden gemacht, um den freiwilligen Helfern für die SCARS-Katzen auf den Pflegestellen halbwegs genügend Katzenstreu zur Verfügung stellen zu können. 600 Euro im Monat werden dafür benötigt. Jeden Monat.

Für den Weg ins Happyend verbraucht eine Katze auch einiges an Katzenstreu. Es sind viele Katzen bei unserer Partnerorganisation, die auf ihr Happyend warten. Daher hat Frieden für Pfoten e.V. 600 Euro für Katzenstreu von euren Spenden weitergeleitet. Ganz unspektakulär, denn wer möchte schon einen Post über Katzenstreu und volle Katzentoiletten lesen? Dabei sind gerade diese Spenden so unglaublich wertvoll.

Daher wollte ich es euch doch einmal erzählen. Danke ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Das Bild stammt übrigens aus der Frieden für Pfoten Patengruppe. Ich glaube, da hat sich jemand gefreut, dass sein Schützling endlich auf dem Weg vom Durchfall zu wohlgeformten Häufchen ist 🙂 (Das verstehen aber nur Katzenfreunde ❤ )

Tierschutz

Mähroboter …auf, auf… zum fröhlichen Igelmetzeln!

Einst waren die Autos der einzige übermächtige Feind der Igel. Da die kleinen Stachler sich bei Gefahr zusammenrollen, waren sie seit jeher leichte Beute für die Fressfeinde aus Stahl und Blech! Doch jetzt haben wir einen neuen und noch viel effektiveren Weg gefunden, um die Igel auch noch in ihren letzten Rückzugsplätzen bei lebendigem Leib zu schreddern: Mähroboter!

Selbst in unseren Gärten sind sie nicht mehr sicher. Mähroboter, Motorsensen und co, trennen Beinchen ab, rasieren Gesichter weg und lassen verletzte und sterbende Tiere zurück. Ordnung muss sein: Unkraut weg, Insektennahrung weg, Igel weg und dafür die schöne Ansicht von eintönig grünem Rasen, ohne Kräuter, saubere Heckenabschlüsse, Schotter und Beton.

Wenn das nicht Gartenfreude pur ist, was dann?

Regelmäßig werden Igel und andere Tiere durch die elektrischen Geräte verletzt. Gleichzeitig vermindern besonders Mähroboter die Entwicklung von Artenvielfalt im Garten, indem sie den gepflegten „englischen Rasen“ fördern. Da die Mähroboter wegen ihrer gefährlichen Messer nicht ohne Aufsicht im Garten ihre Kreise ziehen sollen, werden sie einfach nachts zum Arbeiten eingesetzt, was sehr oft für Igel, Kröten und kleine Säugetiere mit abgetrennten Gliedmaßen oder dem Tod endet. Aber „who cares?“ Hauptsache der Rasen ist schön grün.

Jetzt im Frühjahr, wo nach dem Winterschlaf ausgehungerte Igel auch am Tag unterwegs sind, weil sie jede Minute nutzen, um Nahrung zu finden, passieren besonders viele Unfälle. Kleine Igel passen oft auch noch unter das Schneidewerk eines Mähroboters, selbst wenn diese, laut Hersteller abgesichert sind.

Die Hersteller und Käufer der Mähroboter argumentieren gerne, dass nur sehr wenige Unfälle passieren. Wer das besser weiss, das sind die örtlichen Igelstationen, die beständig durch Mähroboter und co verletzte, verstümmelte oder sterbende Tiere erhalten und gesund pflegen. Die zitierten Unfall Statistiken sehen nur deshalb so harmlos aus, weil verletzte und tote Tiere nicht gemeldet sondern einfach entsorgt werden und weil verletzte und sterbende Tiere sich still zurückziehen, in Hecken und Gräben und ins Dickicht. Sie belästigen uns nicht mit ihrem Todeskampf. Auch Igel sterben leise.

Ein gleichmässiger, grüner Rasen, immer frisch gemäht und ohne Unkräuter mag vieles sein, insektenfreundlich ist er ganz sicher nicht! Ein „gepflegter“ Rasen bietet den Blüten keine Chance sich zwischen den Mähpausen zu entwickeln .

Keine Blüten, keine Nahrung für die Insekten, keine Nahrung für Igel und Kleintiere und Vögel. Dazu noch ein wenig Schneckenkorn, Unkrautvernichtungsmittel und ein Mähroboter, voila …fertig ist „schöner Wohnen im Grünen“, wie es viele Menschen mittlerweile lieben …

Auch wenn einige ihren Mährobotern schöne Namen geben, … es macht für die Betroffenen Tiere keinen Unterschied, wenn ein „Mortimer“ durch den Garten rollt und Beinchen abtrennt. Das auf dem Bild ist einer der vielen Neuzugänge bei der private Igelhilfe Eichsfeld bei Sandra Reichmann. Man kann den Stumpf des abgetrennten Beinchens gut erkennen. Who cares? Der Mähroboter rollt lustig weiter.

Vielleicht hat der Roboter sogar einen netten Namen, ich kenne einige, die heißen „Mortimer“ . Der verletzte Igel hat übrigens bei Sandra auch einen Namen erhalten. Sie heißt jetzt „Magda“. Auch wenn sie für viele Besitzer eines Mähroboters nur ein wertloser Igel ist, sollte sie auch einen Namen verdient haben. Finde den Fehler!

Bettina Marie Schneider- Gutes Karma to go

(c) Bild: Sandra Reichmann, Private Igelhilfe Eivchsfeld
Tierschutz

Nur ein Regenwurm? Ihr habt ja keine Ahnung!

Es gab eine Zeit, da machte ich mir wenig Gedanken, was mit den Bewohnern unter der Erde passiert, sobald im Garten Pickel und Schaufel zum Einsatz kommen. Eigentlich machte ich mir gar keine Gedanken, so wie die Arbeiter, die gerade nach meinen Wünschen Pflanzlöcher gruben und Rasenkanten stachen. Sie waren sichtlich irritiert, als ich hartnäckig darauf bestand, nach jedem Arbeitsschritt die Regenwürmer vor dem Zerstückeln zu retten. Immer wieder fischte ich noch heil gebliebene Exemplare aus dem Erdreich und setzte sie in ungefährliches Areal.

„Haha…lustig…“ wenn man sich sogar noch um Regenwümer sorgt…

Aber warum sollte man sich eigentlich nicht um sie sorgen? Es sind beeindruckende Lebewesen, deren wichtiger Beitrag zum Ökosystem gerne unterschätzt wird.

Regenwürmer sind gemessen an ihrer Körpergröße das stärkste Tier auf der Erde!

Beim Graben stemmen sie das 50 – 60 -fache ihres eigenen eigenen Körpergewichts. Sie sind die heimlichen Multitalente in unseren Gärten. Ohne sie läuft gar nichts! Regenwürmer erledigen für uns die lästigen Umgrabearbeiten, denn bis zu drei Meter tief in die Erde lockern sie den Boden auf und düngen ihn praktischerweise gleich mit ihren nährstoffreichen Ausscheidungen, während sie umschichten.

Regenwürmer kompostieren das alte Laub und belüften die Böden. Durch viele Regenwurmgänge unter der Erde, staut sich nämlich die Nässe nicht sondern kann gleichmässig aufgesaugt werden. Alles wächst und gedeiht leichter, wo sie am Werk sind. Oder anders ausgedrückt:

Wo sie fehlen, leidet das Ökosystem!

Bis zu 20 Blätter zieht so ein Wurm jede Nacht in seine Gänge und klebe sie dann dort mit seinem Schleim fest. Da Regenwürmer keine Zähne besitzen, warten sie, bis Pilze und Bakterien die Pflanzenteile mundgerecht vorbereitet haben. Sobald die Pflanzenteile verrottet sind, kann der Brei mühelos aufgenommen und verdaut werden. In ihrem Darm wird Erde, Pflanzenreste und co wieder mit Pilzen und Bakterien vermischt. Regenwurmhäufchen sind deshalb der beste und nährstoffreichste Dünger für jeden Garten! Für jeden Boden! Und das ganz umsonst!

Ich versuche die Würmer bei der Gartenarbeit nicht aus Tierliebe zu verschonen, eher aus …Respekt… und aus Eigennutz! Je mehr Würmer, desto besser… 🙂

Natürlich spreche ich auch mit ihnen, wenn ich sie vorsichtig von der Straße sammle oder wenn sie meiner Schaufel im Wege sind. Die Gartenwürmer haben zwar weder Augen noch Ohren, nur lichtempfindliche Zellen, über den gesamten Körper verteilt …aber es schadet nie, nett zu sein…

Von der Straße sammle ich sie übrigens deshalb, weil Sonne und Trockenheit schnell zum Tod durch Ersticken führen. Regenwürmer benötigen stets einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt, denn die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid erfolgen durch die dünne, immer etwas feuchte und schleimige Haut. Sie sind Hautatmer!

Viele Menschen glauben tatsächlich, dass sich aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm, zwei neue entwickeln würden. Das ist natürlich Blödsinn! Wenn das stimmen würde, müsste ein Teil des Wurms dann mit seinem Hinterteil essen. Einzig das Ende mit den lebenswichtigen Organen lebt weiter, und kann nachwachsen. Aber auch das funktioniert nur selten, denn ein verletzter Regenwurm wird meist Opfer von Bakterien und Pilzen. Also Vorsicht bei der Gartenarbeit.

Regenwürmer stehen für Leben im Garten, für Bio und Vielfalt! Aber wie allen Lebewesen, machen wir auch den Würmern das Leben schwer oder wir tun unser Bestes, sie zu dezimieren oder auszurotten. Pestizide im Garten und auf den Feldern sind des Wurmes Tod. Bereits eine Anwendung genügt.

Der Ammoniak, in der Düngung mit Gülle, verätzt ihre Haut. Die intensive maschinelle Bodenbearbeitung zerstückelt sie und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vermindert ihre Fortpflanzung! Auch Monokulturen bedeuten eine erschwerte Lebensgrundlage, denn werden die Äcker gesäubert, verhungern die Würmer.

Mehr als die Hälfte der insgesamt 46 Wurmarten, die es in Deutschland gibt, werden bereits als „selten“ oder sogar „extrem selten“ eingestuft. Zum Teil ist die Anzahl bereits unter 30 Tiere pro Quadratmeter gesunken! Der Durchschnitt lag einmal bei rund 120 Exemplaren.

Leider kann ich allein wenig gegen die Dummheit anderer Menschen ausrichten, die mutwillig eine wichtige Lebensgrundlage für unser Ökosystem vernichten … Aber zumindest in meinem Garten gibt es kein Gift, hier legt niemand Hand an die Würmer … und nach meinem kleinen Vortrag, hat das auch jeder verstanden. Am Ende des Tages fischten alle erst nach den Regenwürmern in den Pflanzlöchern, ehe Spaten und Schaufel zum Einsatz kamen und wir freuten uns über jedes gerettete Exemplar. Na also …geht doch 😉

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Geh sterben, Boomer! Wenn Altersbashing zum neuen Volkssport wird…

Es gibt eine neue Generation, die hat sich der Chancengleichheit und Toleranz verschrieben, die streng darauf achtet, dass niemand sich gekränkt fühlen könnte, aufgrund seiner Hautfarbe, seines Geschlechts oder seiner sexuellen Orientierung… oder seiner ethnischen Zugehörigkeit. Dafür wird selbst Zensur in Kauf genommen, dafür werden Kunstwerke und Literatur verändert oder geächtet … selbst die Sprache wird angepasst, denn nichts steht über diesen schönen neuen Grundsätzen der Multikulti Gesellschaft und Genderphilosophie.

In welchem Ausmass solche Zwangsmassnahmen schnell ins Gegenteil abdriften können, sei an dieser Stelle einmal außen vor. Jede Generation möchte die Welt auf ihre Weise verändern und verbessern. Notfalls mit Gewalt…

Interessanterweise ist eine Bevölkerungsgruppe jedoch von all diesen Bemühungen um Toleranz und Rücksicht, ausgenommen. Die verhassten Boomer! Die Alten! Der einst neutrale Begriff “ Babyboomer“ für die Geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre mutierte zum Schimpfwort und wird als solches überall verwendet.

Boomer-Bashing ist überall. In der Politik, in Zeitungsartikeln und in den Kommentarspalten und Memes der Social Media. Wir sind tolerant gegen alles und jeden. Einzig alte Menschen darf man ungeniert und pauschal verunglimpfen und verurteilen. Man darf sich über sie lustig machen, mit Häme überschütten und ihnen Dinge unterstellen, für die sich vielleicht andere an die eigene Nase fassen sollten.

Unsere Gesellschaft ist nicht wirklich toleranter geworden. Es werden heute nur andere diskriminiert. Die Alten!

Es passiert ständig und überall. Allein auf „Twitterperlen“ waren diese Woche zwei Beiträge, die sich abwertend gegen Boomer richteten. Ich bin Boomer, oder besser gesagt, Boomerin und habe an den meisten Neuerungen selbst mitgewirkt, die ein tolerantes und chancengleiches Miteinander ermöglichen sollen. Ich stand bereits für Chancengleichheit und Toleranz, für Umwelt, Artenschutz und Homoehe, da sind die arroganten Anti- Boomer Schreihälse noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gelaufen. Ich habe ein Leben lang an eine umweltfreundlichere und gerechtere Welt geglaubt und dafür gearbeitet …und werde jetzt von allen Seiten abschätzig für mein Alter angegangen.

Die gleichen Menschen, die entschieden gegen Vorurteile und Pauschalisierungen, gegen abwertender Sprachgebrauch, gegen Minderheiten-Bashing und Stereotype eintreten, haben keinerlei Probleme damit, pauschal eine gesamte Generation zur Zielscheibe dümmlicher Vorurteile und Anschuldigungen zu machen.

Geht´s noch ein bisschen dümmer und verlogener?

Wäre es nicht nett, uns die verbliebenen Jahre die gleiche Toleranz und Rücksichtnahme entgegenzubringen, die ( absolut zu Recht!) für alle anderen eingefordert wird?

Hilfe, liebe Babyboomer! Was haben einige von euch, offensichtlich viele von euch, ihren Kindern beigebracht? Respekt und Toleranz kann es nicht gewesen sein … DAS muss sich unsere Generation tatsächlich eingestehen. DAS haben wir verbockt!

Schöne neue Welt …Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Der Ärger mit den Spenden …Erst betteln, dann nachlaufen!

Der Ärger mit den Spenden
Erst betteln … dann nachlaufen!

Der heutige morgen begann mit schlechter Laune und mit der Jagd nach Belegen. Wieder einmal!
Wenn es etwas ist, das ich an meiner ehrenamtlichen Arbeit hasse, dann das!

Ein eingetragener Verein ist verpflichtet, jede Ausgabe zu belegen.
Das bedeutet, es gibt eine gewisse Kontrolle darüber, dass ordentlich gearbeitet wird und niemand sich bereichert. Das ist gut!
Weniger gut ist es , dass zwar jeder gerne seine Projekte über uns versorgt wissen möchte aber einige dann den Vorgang als erledigt ansehen. Auf die versprochenen Quittungen und Belege warten wir vergebens.

Ich schreibe jedem, den wir mit unseren Spenden unterstützen, dass Quittungen unverzichtbar sind, ich gebe die Adresse unserer Orga an und immer wird versprochen, das zu erledigen.
Ganz sicher … und bald.
Unsere Schatzmeisterin schreibt das auch bei jeder Überweisung eurer Spenden dazu.
Einige tun das dann auch.

Viele tun es nicht und dann beginnt die zeitraubende Jagd nach den Belegen, die für eine ordentliche Buchhaltung und den Erhalt der Genehmigung, Spendenquittungen auszustellen, unverzichtbar sind. Auch wenn ich sicher bin, dass eure Spenden seriös und umsichtig eingesetzt wurden. Belege sind ein MUSS!

Da ich unseren Verein ungern in Schwierigkeiten bringen möchte, nur weil ich wieder einmal auf ein Versprechen hin, Geld in die Welt geschickt habe, mache ich mich dann also auf die verhasste Jagd nach den Belegen.

Ich suche die betreffende Person oder den Verein auf Facebook. Schreibe eine Nachricht.
Ich suche irgendwelche Screenshots aus Postfächern zusammen, die mir gesendet wurden, die aber leider nicht als Beleg gelten.

Ich erkläre, ich reiche zum zigsten mal unsere Adresse weiter … (hey, die könnte man auch der Vereinsseite entnehmen!) und dann soll ich oft auch noch wissen, welche der unvollständig gesendeten Rechnungen, in einer fremden Sprache (nicht übersetzt), für welches Spendendatum waren und welcher Betrag noch fehlt, … also Rückfragen bei unserer Schatzmeisterin und das Ganze von vorn … spätestens an diesem Punkt bin ich richtig sauer! Das frisst so unendlich viel Zeit, bringt unseren Verein in Gefahr und nimmt allen die Lust.


Erst wird viel Zeit und Engagement investiert, um Spenden zu erhalten und dann laufe ich auch noch den Quittungen nach.
Die Begründungen sind immer die Gleichen:

Zu viel Arbeit.
Vergessen
Krank
Keine Gelegenheit gehabt
Nicht gewusst
bla bla

Interessant wird es immer dann, wenn wieder Geld benötigt wird.
Mittlerweile machen wir nämlich die nächste Überweisung davon abhängig, ob die Quittungen reibungslos kamen oder ob sie immer noch ausstehen, bzw ihr Erhalt mühselig war und wertvolle Zeit gefressen hat, die anderen Notfällen dann fehlt.
Wenn ich das erkläre, dann steigen die Chancen auf prompte Erledigung. Aber ist es nicht traurig, so vorgehen zu müssen?

Jetzt muss ich leider aufhören, denn auf dieser verdammten Liste stehen noch jede Menge fehlende Quittungen von Personen oder Orgas, die von uns unbürokratisch und schnell, Hilfe in der Not erhielten aber ihre Versprechen leider nicht einhielten.
Das finde ich schade..

Ich wollte euch das gerne einmal erläutern. Es ist der Grund, warum wir an manchen Stellen sehr zögerlich auf Anfragen reagieren, denn es wird oft verkannt, wieviel Arbeit hinter Spenden steht,
…die wir dankbar erhalten und glücklich weitergeleitet haben , um dann erneut Stunden an Freizeit dafür zu opfern.

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Einfach den Tod umarmen …Das verlassene Shelter von Almyros

Nur wenn du auch den Schmerz ihrer Narben spüren kannst, dann darfst du dich wirklich „Mensch“ nennen“

Die erste Begegnung im verlassenen Shelter von Almyros.

Vielleicht liegt es an der menschliche Eitelkeit, zu glauben, man würde ewig leben und könnte sich alles zutrauen … Bis man eines Tages plötzlich stirbt und andere mit in den Tod reißt. Die Tiere waren bei einer Tier- Hoarderin gefangen, die plötzlich starb. 300 von ihnen. Sie starben mit ihr. Langsam aber sicher. Sie hatten kein Futter, also ernährten sich ihre Körper von ihrem eigenen Fleisch und ließen klapprige Säcke mit Knochen und gequälten Seelen zurück. Ihre Augen wurden trübe und verzweifelt, vom Durst nach Wasser, Futter und Liebkosungen.

Sie zeigten Zähne und knurrten, aber einzig vor Schwäche und Angst, in einer hoffnungslosen Anstrengung, den Tod abzuschrecken. Aber der Tod fürchtet nichts! Der Tod riecht nach Exkrementen, Urin, faulenden Mündern und Maden im Darm und nach dem verrotteten Resten in der verlassenen Speisekammer. Er agiert fast immer hinter verschlossenen Türen, um andere nicht mit seiner Existenz „zu belästigen“.

Der Tod kann die Krankheit riechen, von der sie vielleicht hofften, sie würde ihnen jetzt endlich ein gnädiges Ende bereiten und damit auch all dem Schmerz und all dem vorherigen Leiden. Wenn der Tod wieder unzuverlässig ist und ihnen diese letzte Gnade nicht gewährt, dann macht er sie noch wütender und noch hässlicher. Der Tod meidet Blickkontakt mit Menschen, weil die Leute dumm genug sind zu denken, dass er sie dann auch nicht sehen wird, wenn sie ihn ignorieren. Er würde dann nur die anderen finden und holen. Nicht sie.

Aber manche Menschen sind anders. Sie blicken dem Tod ins Gesicht und umarmen ihn. Sie umarmen ihn so fest, bis er selbst leben will. Diese Menschen können Schlösser aufbrechen, die Gerüche ignorieren und sogar mit nackten Füßen auf stinkenden Exkrementen zum Ziel eilen, bis sie diese armen Wesen erreichen und sie dann so fest wie möglich umarmen. Weil der Tod, der nichts fürchtet, einzig der Liebe weicht. Und so kam es, dass zwei der Hunde, die im verlassenen Shelter von Almyros grauenhaftes durchmachen mussten, auf eine Pflegestelle reisen durften. Zu Giorgios von SCARS.

Als die Besitzerin, die nicht mehr lebt in ein Pflegeheim kam, versuchten sie verzweifelt, hinter Gittern zu überleben. Einer von ihnen hat versucht, in einem Rudel großer Hunde zu überleben, und der andere ist selbst ein großer Hund. Einer von der Sorte, der vorgibt, die anderen zu fressen, wenn er keinen Anteil des kargen Futters erhält. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie viel Angst er haben musste, um so zu agieren. Sie alle hatten Angst und sie alle waren verzweifelt.

Es gibt aber eine Person bei SCARS, die auch aus dem verstörtesten und aggressivsten Überlebenskämpfer wieder ein sanftes Lamm machen kann. Giorgios … der Hundeflüsterer. Unser Freiwilliger erklärte uns, dass für ihn jede Hundeseele ein weißes Blatt Papier sei. Ganz gleich, wie zerknittert und schmutzig das Leben dieses Papier werden liess. Und dann beginnt er auf diesem leeren Papier mit weichen und warmen Farben zu zeichnen. Er hat bereits die Kanäle der Liebe in ihren Hundeherzen geöffnet, die vorher fest verschlossen und abgestorben waren, um zu überleben. Er wird die Liebe finden und zurück bringen.

Die ersten Bilder ihrer Begegnung lassen uns fest daran glauben… Diese eindringlichen Zeilen schrieb Martha von SCARS, ich habe sie für euch übersetzt und etwas ergänzt. Sie schreibt über zwei Hunde aus dem verlassenen Shelter von Almyros, die schweren Fälle … verängstigt und aus Angst aggressiv .. die bei Giorgios eine Pflegestelle fanden. Unsere Partnerorganisation SCARS Athen, nahm zwei der Hunde auf. Auch auf der Vrouva Farm ist man gerade dabei, für einige schwere Fälle eine Pflegestelle oder ein Zuhause anzubieten, der Transport aus dem Shelter findet sehr bald statt.

Mein Verein, Frieden für Pfoten e.V. unterstützt mit euren Spenden die anfallenden Kosten, denn alle Tiere müssen medizinisch betreut, gefüttert und versorgt werden, die auf eine Pflegestelle gehen .. auf lange Zeit. Das ist eine große Verantwortung, die unsere Partner in Griechenland nicht allein tragen können. Wir haben versprochen, wir würden dabei helfen.

Dankeschön, dass ihr uns helft, zu helfen Dankeschön, SCARS Athen ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go (Das Video zeigt einen der beiden Hunde, die Giorgios mit nach Athen zu sich nahm) Mehr Info findet ihr auf www.friedenfuerpfoten.org

Tierschutz

Wie schafft ihr das …???

Wie schafft ihr das?

Es gibt wenig Emotionen, die stärker sind, als die Bindung einer Mutter an ihr Kind. Das wird jede Mutter bestätigen. Diese unglaubliche Bindung, diese starken Emotionen kennt jede Mutter und manche kennen leider auch den schier unbeschreiblichen Schmerz, ein Kind zu verlieren. Wir Menschen möchten gerne glauben, diese Gefühle wären einzig uns vorbehalten. Wir reden uns ein, dass Tiere anders reagieren, einzig ihrem Instinkt folgen und nicht denken können. Mag sein, die Gedankenwelt und der Intellekt von Tieren findet auf anderen Ebenen statt .. aber Emotionen, Gefühle wie Liebe, Geborgenheit, Angst oder, Schmerz sind für sie nicht weniger angenehm oder schmerzhaft, wie für uns oder unsere Kinder. Sie ähneln sogar der Gefühlswelt von Kindern, die vieles noch nicht verstehen aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, um so intensiver fühlen.

Bald sitzen wieder Millionen Mütter mit ihren geliebten Kindern gemeinsam an einem Tisch und feiern Ostern, indem sie anderen Lebewesen unsägliches Leid zumuten. Wer einmal den Schmerz einer Schafsmutter erlebt hat, wenn man ihr das Junge wegreisst, wer einmal gesehen hat, wie Lämmer verladen, transportiert und geschlachtet werden, wie sie verloren im Schlachthaus stehen und Tod, Blut und Angst der anderen hautnah miterleben, ehe sie an der Reihe sind, der hat stets etwas Bauchschmerzen, wenn vom Osterlamm die Rede ist. In meinen Augen ist es weder christlich, so etwas zu tun, noch nicht einmal menschlich

.In diesem Osterbraten steckt so viel Leid, Gewalt und Schmerz … und auch Wehrlosigkeit … und verratene Unschuld, dass einem eigentlich der Bissen im Halse stecken bleiben müsste, selbst wenn man insgesamt nicht vegetarisch oder vegan leben möchte.

Das Osterlamm bringt das Hässlichste an uns Menschen auf den Tisch.

Wir feiern die Wiederauferstehung eines Erlösers, der Gewaltlosigkeit und Liebe predigt, mit einem grausamen Gemetzel. Mit der gewaltsamen Trennung zweier Lebewesen, die sich in Liebe verbunden sind und die einander brauchen.

Wir feiern Ostern, indem wir einem der unschuldigsten und wehrlosesten Lebewesen, das auf Erden weilt, die Mutter und das Leben rauben, mit der Angst, dem Schmerz und dem Tod anderer … Das macht für mich keinen Sinn!

So würde ich persönlich eher „Sünde“ definieren. Eine vorsätzliche Handlung, die anderen Leid und Tod bringt. Je wehrloser das Opfer, desto sündhafter!

Manche sprechen noch ein Segensgebet, ehe sie zu Messer und Gabel greifen. Welcher Gott sollte solche Handlungen segnen? Nicht mein Gott! Ein eiskalter, mitleidsloser Gott… der solche Handlungen gegen seine eigene Schöpfung segnet, der würde mir mächtig Angst einjagen.

Und ich frage mich immer, wie schafft ihr es, all das auszublenden? … Aber was weiss ich schon …?

Frohe Ostern ❤

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

Tierschutz

Geschichten aus dem Sternengarten … Mission Impossible Teil I

Ein Lichtstrahl in der Dunkelheit

Es war ein langer Tag gewesen. Lang und schön! Eng an Valerion geschmiegt genoss Luna die letzten Sonnenstrahlen, die sie sich heute in Rosatönen gezaubert hatte. Die Vibration ihres Schnurrens vermischte sich mit seiner.

„Was für eine schöne Feier, die Ballerina für unseren neuesten Gast geschmissen hat… alle waren sie da um Emelly willkommen zu heißen…“

„Fast alle!“ …korrigierte ihn Luna. „Ich wüsste zu gerne, wo Leo und Csipi abgeblieben sind. Seit gestern sind sie verschwunden. Was sie wohl gerade aushecken?“… Und dann blinzelte die alte Katzendame wieder verträumt in den rosa Sonnenuntergang ihres Sternengartens.

🌠

Hunger ist manchmal noch grausamer als Schmerz. Hunger nagt, Hunger macht Angst, Hunger schwächt. Dunkelheit macht traurig, sie frisst Hoffnung und Lebensmut. Hunger und Schmerz und Angst können manchmal so grausam sein, dass man den Tod als Erlösung herbeisehnt. Seit Wochen sass er hungrig in der Dunkelheit seines Gefängnisses. Es gab wenig Licht, nur den Schimmer eines weit entfernten Fensters hinter den Gitterstäben. Manchmal war jemand vorbei gekommen und hatte etwas Futter gebracht und Wasser. Jetzt war da niemand mehr. Nur noch das Winseln und Bellen und Jaulen seiner Leidensgenossen. Er kannte sie nicht aber er konnte ihre Angst riechen, der Geruch vermischte sich mit seiner eigenen Angst und Verzweiflung. Und dann bellte er wieder. Ein heiseres, schwaches Bellen. Zu mehr reichte die Kraft nicht mehr. „Hilfe! Bitte helft mir doch jemand. Holt mich hier raus, ich möchte hier nicht sterben!“

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Leos Ohren hingen auf Halbmast vor Kummer, während er mit Csipi vom Rande des Sternengartens beobachtete, was gerade in einem verlassenen Hunde-Shelter auf der Erde passierte. Gestern hatten sie all die verlassenen Hunde entdeckt und seitdem sassen sie zusammen am Rand des Sternengartens und schickten zumindest tröstende Träume an die hungernden und kranken Gefangenen.

„Wir müssen etwas tun, irgendetwas … lass uns zurück gehen und Luna informieren. Vielleicht weiß sie, was wir unternehmen könnten, um zu helfen…“

Csipi war bereits aufgesprungen. Der Sternenstaub wirbelte unter seinen ungeduldigen Pfoten auf, als sie plötzlich einige Menschen bemerkten, die sich gerade dem Shelter näherten. Was würde jetzt passieren? Wer waren diese Menschen? Die beiden Hunde beschlossen, noch abzuwarten, ehe sie den anderen erzählen wollten, was sie gesehen hatten.

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Er hörte Schritte. Fremde Schritte. Wenn man tagein, tagaus in einem kleinen Verschlag sitzt, lernt man Geräusche besser wahrzunehmen und einzuschätzen. Geräusche werden wichtig. Diese Schritte hatte er noch nie gehört und sie kamen näher. Er bellte. Er bellte und winselte um sein Leben, damit sie ihn hören und finden würden.

„Bitte helft mir! Ich habe Hunger und Durst und Schmerzen! Bitte helft mir und wenn ihr mir nicht helfen wollt dann befreit mich zumindest aus meinem Gefängnis. Ich habe nichts verbrochen!“

Die beiden Frauen waren blass und man konnte sehen, dass sie geweint hatten. Entschlossen öffneten sie den Verschlag, stellten Wasser und Futter hinein und eine der beiden streichelte dem abgemagerten, apathischen Hund liebevoll über den Kopf.

„Keine Angst! Wir tun dir nichts. Wir sind gekommen, um dir zu helfen…“

Ihre Tränen tropften auf den Betonboden des verlassenen Shelters.

„Wie sollen wir das schaffen? 300 Hunde! Die Besitzerin verstorben! Alle halb verhungert und krank! Hast du gesehen, in welchem Zustand sie sind. Der hier auch! Wer soll das bezahlen und was tun wir mit all den kranken und heimatlosen Hunden? Alle Shelter sind übervoll, niemand hat Geld und niemand fühlt sich zuständig!“…

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Leo sprang auf. Er hatte genug gesehen.

„Lass uns zurück zu den anderen gehen! Wir werden ihnen berichten, was wir gesehen haben und dann fällt Luna bestimmt etwas ein oder Ballerina…oder Enzo…egal! Wir werden alle unsere Menschen auf der Erde um Hilfe bitten. Das ist groß, was wir da gerade gesehen haben, Csipi…Viel zu groß für ein paar Menschen! Was hier ansteht, damit es den armen Hunden besser geht, werden diese Frauen niemals allein schaffen. Aber gemeinsam, …wenn alle mithelfen… könnte es funktionieren.“

Und dann sausten die beiden Freunde los.

Fortsetzung folgt…

Bettina Marie Schneider – Gutes Karma to go

www.lunas-sternengarten.de

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Tierschutz

Jimmys letzte Reise … eine Geschichte aus Lunas Sternengarten <3

Geschichten aus Lunas Sternengarten 🌠 Und Jimmy ging zum Regenbogen …

Er stieg zögerlich die Rampe zum Hänger hoch. War es jetzt wieder einmal soweit? Brachte man ihn fort? Wohin würde sein Weg diesmal führen? Was hatte er diesmal falsch gemacht? Er fühlte sich unendlich müde und hoffnungslos, während er versuchte, eine einigermaßen bequeme Position einzunehmen, in der sein Rücken und die Beine nicht so schmerzten.

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Die Fahrt ins Ungewisse dauerte endlos lange. Er hatte viel Zeit, um nachzudenken.Ob die schrecklichen Geschichten stimmten, die man sich in Pferdekreisen erzählten, dass am Ende einer solchen Fahrt manchmal ein Schlachthof und der Pferdemetzger warten? Die Fahrt in den Tod.Könnte das gerade auch ihm passieren? Er war immer bemüht, brav und gehorsam zu sein, selbst wenn die Anforderungen seiner diversen Besitzer ihm Schmerzen bereiteten. Einige hatten ihm sogar absichtlich weh getan! Er hatte immer alles geduldig ertragen. Wofür sollte er also bestraft werden? Und dann überlegte er weiter…Vielleicht wäre der Tod gar keine so üble Lösung. Er war müde, unendlich müde … und hoffte nur, dass es schnell gehen würde.Sein wunderschöner Traum von einem Pferdehof am Ende des Regenbogens, wo er für immer bleiben dürfte, der Traum von grünen Weiden, von Menschen, die ihn umsorgten, Menschen die ihn liebten und nichts von ihm forderten was er nicht leisten konnte… ein richtiges Zuhause…dieser Traum war längst an der Realität gescheitert. All die Jahre, immer andere Besitzer… er hatte sich stets angestrengt, es ihnen recht zu machen und war trotzdem immer weitergereicht worden.

Sein Ende des Regenbogens hatte er doch nie gefunden. Früher hatte er während der langen Fahrten zum nächsten Besitzer noch davon geträumt. Das war lange her! Es ist nicht gut, auf etwas zu hoffen, was niemals eintreffen wird. Wer sollte ihn noch wollen? Jetzt weniger denn je, denn er war alt, krank, gebrochen … und weit entfernt von den Schönheitsidealen der meisten Pferdekäufer. Er konnte niemanden mehr auf seinem schmerzenden Rücken tragen. Seine Zeit war vorbei.

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Der Hänger kam zum Stillstand. Jetzt war es also soweit! Ergeben folgte er der führenden Hand am Halfter die Rampe hinunter, den Kopf hielt er gesenkt … er wollte nicht sehen, was es gleich zu sehen gab. Die Pferdehändlerin tätschelte ihm zum Abschied über die Flanke und sagte etwas.

„So Jimmy … oder wie immer du bald heißen wirst … hier ist dein neues Zuhause. Ich glaube, es wird dir gefallen …“

Hatte sie gerade gesagt „Zuhause“ ???Er spitzte die Ohren und hob den Kopf. Was er dann sah und hörte, ließ sein müdes Pferdeherz vor Freude schneller schlagen. Ein Pferdehof, umgeben von grünen Weiden und in der Ferne konnte er bereits die Geräusche der anderen Pferde hören. Er kannte diese Geräusche. So klangen glückliche Pferde! Was für ein wunderschöner Ort … Eine Frau kam ihnen aus dem Gebäude entgegen. Sie musterte ihn lange und ihr Blick schien für einen kurzen Moment ein wenig traurig. Aber vielleicht hatte er sich das nur eingebildet, denn gleich darauf lächelte sie ihn an. Sie kam näher und flüsterte leise, so dass nur er es hören konnte:

„Willkommen Zuhause, Jimmy. Wir haben dich bereits erwartet. Jetzt bist du endlich angekommen! Hier ist das Ende deiner langen Reise… Hier darfst du für immer bleiben. Versprochen!“ Vielleicht möchtest du dich erst ein wenig ausruhen, ehe wir uns kennenlernen?“

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Jimmy schloss kurz die Augen, während sich Glücksgefühle und Hoffnung wie Medizin in seinem schmerzenden Körper ausbreiteten. Wenn das jetzt kein Traum war, dann hatte er es doch noch geschafft! Nach einer langen und beschwerlichen Lebensreise, war er jetzt endlich am Ende seines Regenbogens angekommen…in einem wunderschönen Zuhause, wo er für immer bleiben durfte. Sie würde ihn nicht wieder wegschicken, wie all die anderen Besitzer vor ihr. Das hatte er deutlich in dem Tonfall ihrer sanften aber entschlossenen Stimme gehört. Und dann machte er seine ersten zaghaften Schritte ins Glück …

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Luna sass am Rande des Sternengartens und wischte sich verstohlen ein Tränchen aus den Augen. Sie schickte eine letzte große Wolke Sternenstaub auf die Erde. Der Staub glitzerte noch einmal in allen Farben des Regenbogens, ehe er auf ein Pferd herunter rieselte, das gerade selig seine neue Box bezog. Die alte Katzendame nickte ihrem neuesten Gast zu und schniefte gerührt.

„Ich wollte dir gerne zeigen, wer deinen Platz auf dem Pferdehof einnehmen darf und wie sehr er sich darüber freut. Ich glaube, Emmely, da haben wir jemanden sehr glücklich gemacht! Jimmy hat es so verdient! Hast du eigentlich Ballerina schon getroffen? Sie kümmert sich um die neuen Pferdegäste im Sternengarten.

„Komm mit, ich stelle dich den anderen vor! Meine Schwester Lilly wird hingerissen sein, wenn sie dich sieht! Sie hat eine Schwäche für Pferde…“

Luna warf noch einmal einen kurzen Blick über den Rand des Sternengartens und freute sich an der Freude ihres Menschen, die gerade das Telefon beiseite legte und strahlend etwas in die Tastatur tippte:

„Happy End“ …

(Bettina Marie Schneider- Gutes Karma to go)

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Wenn ihr gerne wissen möchtet, wie Jimmys Geschichte weitergeht. Hier ist der FB Link zu dem Pferdehof, wo er sein Zuhause fand. Sie würden sich sehr über Unterstützung freuen ❤

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