Aufreger

Wer hat mein Land so zerstört?

Mein Deutschland gibt es nicht mehr

Es war ein Land, wo einst jeder, der gearbeitet hat, so viel verdiente, dass er eine Familie ernähren konnte. Ich gebe die Schuld, dass das heute anders ist, übrigens nicht in erster Linie den Unternehmern, die in vielen Fällen selbst geknebelt und geknüppelt durch 1000 irrwitzige Bestimmungen und ausgezogen bis aufs letzte Hemd ums Überleben kämpfen müssen sondern den Politikern, die durch eine gigantische Verwaltungskrake, exorbitante Steuern und künstlicher Verteuerung von Energie, Wasser und Abgaben unser aller Leben dramatisch verteuert haben und die uns durch dubiose Bankenrettungen, Subventionen und Geschenke an die halbe Welt, in eine unverantwortliche Verschuldung gestürzt haben, für deren Folgen noch unsere Enkelkinder büßen müssen.

Es war ein Land mit einer Grenze und mit Grenzen. Wer in diesem Land leben durfte, war genauso reglementiert wie die simple Tatsache, wer sich wie zu benehmen hatte, damit er bleiben kann. Überhaupt musste sich ungeachtet der Herkunft oder der Religion jeder an Regeln halten. Sie wurden auch nicht immer eingehalten aber sie galten grundsätzlich für alle. Wir waren gastfreundlich und offen aber Toleranz war keine aufgezwungene Einbahnstraße. Zusammenleben funktionierte irgendwie stressfreier, angefangen vom Kindergarten (keine Extrawürste), bis hin zu Schwimmbad, öffentlichen Veranstaltungen und auch im Straßenverkehr.

Man wusste noch, was eine Rettungsgasse ist, dass man nicht auf am Boden liegende einschlägt, dass Polizisten und Rettungskräfte tunlichst nicht anzugreifen sind, denn sonst gab es harte Konsequenzen. Ladendiebstahl und Schwarzfahren waren genauso wenig toleriert wie Pöbeleien, Schmierereien und andere Unverschämtheiten, die heute geduldet werden…weil man angeblich sowieso nichts dagegen tun kann.

Es war ein Land, wo man arbeiten musste, um zu leben. Nur diejenigen, die das nicht konnten, wurden unterstützt. Heute zahlen die Dummen, die weiterhin arbeiten, so ziemlich alles für so ziemlich jeden. Nur die Leistungsträger selbst werden in die Altersarmut abstürzen und bald um Taschengeld und Ratenzahlung bei ihrem Gebiss betteln. Wer in Rente ging, hatte früher meist ausgesorgt. Heute muss er sich sorgen.

Wir waren wohl keine Gutmenschen und sorgten uns auch nicht um die Gefühle von Straftätern und um die maroden Finanzen der halben Welt aber wir schafften es trotzdem, dass es den Allermeisten in diesem Land an nichts fehlte, wir transferierten trotzdem Geld und Hilfe an unsere Nachbarn und in die Dritte Welt. Irgendwann ging wohl der Überblick und das Augenmaß verloren.

Wir fanden es nicht lebenswichtig, Kinder bereits im Kindergarten über bestimmte Sexpraktiken anschaulich zu informieren aber jedes Kind wusste ungefähr, wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt, dass Fleisch nicht auf den Bäumen wächst und auch, dass ein Auftritt in einer Daily Soap oder im Schmuddel TV nicht unbedingt eine solide Lebensgrundlage bietet.

Dieses Land hat sich verändert…und ich muss zugeben, es gefällt mir nicht. Teilweise widert es mich sogar an, beständig belogen, bestohlen, betrogen und neuerdings auch noch gegängelt zu werden.

Ich bin kein Gutmensch aus dem neuen Anforderungskatalog für den perfekten Bürger und möchte es auch nie werden.
Wer masst sich an, mir vorzuschreiben, dass ich das sein müsste?
Es gibt Menschen die ich mag und Menschen, die ich nicht mag und es gibt Dinge, die einer Gesellschaft und der sozialen Entwicklung förderlich sind und es gibt Dinge, die den Karren vor die Wand fahren. Die möchte ich weiterhin klar benennen dürfen. Auch das hat sich dramatisch geändert.

Es wurde bereits viel zu viel zerstört, dem zukünftige Generationen noch traurig nachweinen werden, wenn wir ihnen erzählen, wie dieses Land einst war

…wie frei…

Wie Zusammenleben einst funktioniert hat und auch … wie wohlhabend wir einst waren, ehe ein paar blindwütige Politiker und die einzig auf „Gutmensch oder Feind“ eingeschworene Medienlandschaft mit aller Gewalt und ohne jeden Plan, die Welt- und Gesellschaftsordnung ändern wollten, deren Spielregeln sie nicht kannten und offensichtlich auch nicht deren Buchhaltung.
Sie haben mein Land zerstört.

Ich bin Weltenbürger, Europäer und hatte dazu noch das große Privileg, in einer Gesellschaft aufzuwachsen und zu leben, die auf einem sehr guten Weg war. Gerne habe ich meinen Teil dazu beigetragen. Irgendwie hat es dann doch nicht funktioniert. Dieses Land und diese Gesellschaft hat sich nicht zum Vorteil entwickelt. Wirklich nicht!

Oh ich vermisse mein Deutschland 

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Abigail, die dreibeinige Magierin…ein Katzen Märchen

ABIGAIL…die spannenden Abenteuer einer dreibeinigen Magierin

Kapitel 1

Obwohl ich in der magischen Welt bereits ein bisschen berühmt bin, möchte ich mich zuerst vorstellen, falls ihr doch noch nicht von mir gehört haben solltet.
Mein Name ist Abigail und einst war ich eine Streunerkatze in den Straßen von Athen, genau wie meine Mutter, die dort als Magierin für alle Fälle zauberte.
Sie gab alle Tricks und Zaubersprüche an mich weiter, die sie kannte. Die waren sehr wertvoll um gutes Futter aus dem Abfall zu fischen und um uns vor allen Feinden, den großen Hunden und bösen Menschen zu schützen!
Der letzte Winter in Athen war einfach nur grauenhaft. Es war eisig kalt, es schneite und regnete die ganze Zeit und meine Mutter wurde sehr krank. Ich habe versucht, immer in ihrer Nähe zu bleiben, ihr Sicherheit und Wärme zu schenken aber es gelang mir nicht, ihren Verfall aufzuhalten, ihr ging es mit jedem Tag schlechter.
In der Zeit, die ihr noch blieb, erzählte sie mir noch etwas mehr über die Kunst der Magie und ihre letzten Worte an mich waren:
„Abigail, Liebes, ich möchte, dass du mir versprichst, deine Magie nur für das Gute einzusetzen und niemals jemanden mit deinem Zauber zu verletzen. Tu es für mich!“
Ich versprach es ihr unter Tränen und habe ihre letzten Worte nie vergessen.
Jetzt war ich also auf mich allein gestellt. Ich war schrecklich einsam und streifte klagend durch die Straßen. Plötzlich näherte sich ein Auto. Ich habe noch versucht, seine Richtung mit einem Bannspruch zu ändern aber es war bereits zu spät. Seine Reifen zermalmten mein rechtes Hinterbein…und ich war unfähig vor Schmerzen und Schock, mich zu bewegen. Ich rollte mich am Straßenrand zusammen und bald war mein schwarzes Fell mit einer Decke aus weißen Schneeflocken umhüllt, es hatte wieder begonnen zu schneien.
Ich fühlte, wie sich die Kälte in meine Knochen schlich und alles Leben aus mir heraus wich und dachte an meine Mutter, der einzig tröstliche Gedanke, der mir einfiel…bald würde ich meine süße Mama wieder treffen, ich konnte bereits ihre sanfte Pfote spüren.
Aber es war nicht ihre Pfote, die mich berührt hatte, es war eine junge Frau, die vorsichtig nachsah, ob ich noch am Leben bin.
Ich kannte sie nicht aber eine innere Stimme flüsterte mir zu, dass ich ihr vertrauen kann. Ich leistete also keinen Widerstand als sie mich vorsichtig auf den Arm nahm und zu einem Tierarzt brachte.
Von den Erzählungen meiner Mutter wusste ich, dass auch Tierärzte über einen mächtigen Heilzauber verfügen und dass meist eine neue Ära anbricht, wenn man das Glück hat, einen besuchen zu dürfen.
Wenn man ganz großes Glück hat, erhält man dort heilende Medizin, einen Pflegeplatz oder sogar eine eigene Familie. Und all das würde ich vielleicht jetzt auch erhalten? Für einen Moment vergaß ich alle Schmerzen und mein Herz klopfte wie wild vor Freude.
„Langsam, Abigail, Kleines! Du hast noch einen langen Weg vor dir“.
Es war die Stimme meiner Mutter, die mich wieder zurück in die Realität brachte.
Sie ist nämlich immer bei mir und wacht über mich und auch darüber, dass ich mein Versprechen halte. Und das werde ich. Ich werde nur Gutes zaubern, niemals jemanden verletzen und sie wird stolz auf mich sein. Aber ehe ich ihr antworten konnte, wurde ich ohnmächtig…

Kapitel 2

Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit verging, bis ich wieder meine Augen öffnete…aber was ich dann sah…wow!
Ich war umringt von Menschen und alle wirkten sie in keinster Weise feindlich gesinnt. Da war die junge Frau, die mich auf dem Arm getragen hatte und noch zwei weitere Ladies. Eine von ihnen hatte Augengläser auf und trug weiße Magierkleidung. Sie wirkte sehr ernst und konzentriert.
Nach dem ersten Schock versuchte ich mir zusammenzureimen, was es mit diesem großen Zimmer, in dem ich mich gerade befand und mit dem Bett, in dem ich lag, auf sich hatte.
Alles war so warm und freundlich.
Hey! Das musste wohl die sagenumwobene Tierklinik sein, von der mir meine Mutter so oft erzählt hatte.
Sollte Fortuna mir wirklich so viel Glück beschert haben?
Wie oft hatten Mama und ich darüber gesprochen, ob die vielen Geschichten, die wundersamen Heilungen und glücklichen Fügungen, die dort passieren, pure Magie oder vielleicht doch nur Zufälle sind.
Dann sprach die Lady mit den Augengläsern eine seltsame magische Formel, die ich nicht kannte. Das Wort „Bein“ kam darin vor und Begriffe wie „Paralysiert“ und „Amputation“. Was für eine Art Zauber sollte das werden? Und zu diesem seltsamen Zauber gehörte wohl auch die große Nadel, die plötzlich auf mich zu kam. „Oh Nein, das tut weh! Nicht schon wieder Schmerzen!“, dachte ich noch, ehe der Schmerz schlagartig wieder verschwand und dafür eine große Schwere und Müdigkeit über mich kam. Dann schickte der Zauber mich an einen Ort, an dem ich tief und fest schlief.
Als ich wieder erwachte, befand ich mich in einem anderen Raum.
Halt! War das ein Käfig, in dem ich mich befand? Hielt man mich jetzt als eine Gefangene? Ich bekam schreckliche Panik und schrie laut um Hilfe.
Irgendwie musste es mir gelingen, zu entkommen und ich versuchte mich an einem starken Fluchtzauber, der mich aus diesem scheußlichen Gefängnis befreien sollte.
Sofort kam eine weitere Lady und öffnete die Käfigtüre.
Haha, ich war noch immer in Form! Der Zauber hatte gewirkt!
Zeit, zu verschwinden!
Aber anstatt mich zu befreien, begann sie mit sanfter Stimme zu mir zu sprechen und reichte mir eine Schüssel mit Essen. Es duftete so unwiderstehlich aus dieser Schüssel, ich konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten und machte mich hungrig über die Leckereien. Bei allen magischen Heiligen, es war das köstlichste was ich jemals gegessen habe. So anders, als die Abfälle, die ich bisher kannte. Das wollte ich am liebsten immer essen.
Eine Woche verbrachte ich in diesem luxuriösen Gefängnis. Später lernte ich dann, dass es ein Krankenkäfig war.
Immer stand genügend magisches Essen für mich bereit und um mich herum waren noch andere Katzen in solchen Käfigen. Alle schienen ganz zufrieden zu sein und sie vertrauten auf den Zauber der Magierin in dem weißen Kittel also beschloss ich abzuwarten.
Am achten Tag kam die junge Frau, die mich hierher gebracht hatte wieder zu mir und sagte:
„Komm jetzt, kleine Abigail, es ist Zeit für dich, in deine Pflegestelle umzuziehen.“
Pflegestelle? Was meint sie damit? Wieder ein neuer Zauber, den ich noch nicht kannte? Ob es da wohl auch dieses wunderbare Essen geben würde?
Vom ersten Augenblick an wusste ich, dass mir dieser Pflegestellen Zauber gefallen würde. Ein Zimmer mit großen Fenstern, überall tolle Spielsachen, alles nur für mich!
Ich war begeistert und wollte sofort alles beschnuppern und den Raum erforschen aber irgendetwas war seltsam, als ich versuchte aufzustehen.
MEIN RECHTES HINTERBEIN WAR WEG!!!
Es tat zwar nicht weh, aber wo zum Teufel war mein Bein? Ich wollte sofort mein Bein wieder haben und beschloss, jeden magischen Trick auszuprobieren, den ich je gelernt hatte, bis es mir gelungen war!
Oh, und genau das habe ich seither versucht. Aber es scheint viel schwieriger zu sein, als ich anfangs dachte.
„Vielleicht bin ich allein nicht stark genug für diesen mächtigen Zauber, vielleicht brauche ich dafür Unterstützung. Dummerweise bin ich aber ganz allein in diesem Zimmer.“
Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, öffnete sich die Türe und meine Pflegemama stellte etwas auf den Boden, das aussah wie eine Kiste. Manchmal funktioniert meine Magie nämlich erstaunlich schnell, und neugierig nahm ich den Inhalt in Augenschein…
Kapitel 3

Ich schnupperte die geheimnisvolle Kiste auf dem Boden gründlich von allen Seiten ab, um ganz sicher zu sein. Jede Katzenmagierin lernt während ihrer Ausbildung auch, wie man Gegenstände auf Gefahren prüft und den Inhalt von Kisten errät. Es war tatsächlich eine andere Katze, yeah!
Die Magie hatte funktioniert! Bestimmt war sie auch eine Magierin, die herbei geeilt war, mir mein Beinchen zurück zu zaubern. Ich schnurrte vor Freude. Die Kiste hatte eine Türe und während Pflegemama Despina sie vorsichtig öffnete, meinte sie:
„Abigail, Kleines, darf ich dir Caramel vorstellen? Sie ist deine neue Mitbewohnerin. Bitte sei nett und höflich zu ihr! Du wirst sehen, ihr habt viel gemeinsam und werdet euch bestimmt gut verstehen!“
Meine neue Mitbewohnerin kam zögernd aus der Kiste und sah sich neugierig um. Wow, war die hübsch! Ihr Fell hatte wunderschöne Farben und ihre Augen waren riesig und braun. Für einen kurzen Moment war ich ein bisschen eifersüchtig. Ob sie hübscher war als ich? Würde meine Pflegemama sie lieber haben? Musste ich mir Sorgen machen? Und dann vergaß ich schlagartig alle dummen Gedanken, denn sie begann damit, das Zimmer zu erkunden und mein Blick fiel auf ihre Beine.
Sie hatte auch nur drei Beine! Das hatten wir also gemeinsam! Um genau zu sein, hatte sie noch vier aber ihr eines Hinterbein war deutlich kürzer als die anderen. Wir hatten beide kein rechtes Hinterpfötchen mehr. Wenn das kein Zeichen war!

Ich unterbrach ihren Erkundungsausflug und fragte sie aufgeregt: „Bist du auch eine Magierin, Caramel? Wir werden geniale Dinge zusammen zaubern wenn wir unsere Kräfte bündeln!“

Überrascht sah sie mich an und ihre großen Augen wurden noch größer. „DU bist eine Magiern? Bei allen Katzenheiligen, ich habe noch nie eine Magierin getroffen, wie aufregend!“
Das war jetzt blöd und ich dachte für mich, wenn sie keine Magierin ist, muss ich dann jetzt die Heilmagie für uns beide zaubern? Oder…ich könnte ihr natürlich auch alles beibringen, so wie meine Mutter mich alles gelehrt hat und sie könnte mir zumindest assistieren. Diese Gedanken behielt ich aber für mich und antwortete freundlich: „Ja, Caramel, ich bin eine Magierin. Aber ich zaubere nur für das Gute. So wie meine Mama, die auch eine gute Magierin war und der ich versprochen habe, immer nur segensreiche Magie anzuwenden. Zur Zeit versuche ich mit dieser Magie mein Bein zurück zu zaubern. Würdest du mir vielleicht dabei helfen wollen? Deines könnten wir natürlich auch zurück zaubern!“
Caramel antwortete mir nicht, dafür sah sie mich ganz komisch an. Was hatte sie nur? Gefiel ihr mein Plan nicht? Wollte sie ihr Bein denn nicht zurück haben? Hatte sie kein Vertrauen zu mir oder war sie vielleicht ein bisschen dumm? Und dann hörte ich zum ersten Mal ihr ruhiges, zartes Stimmchen.
„Ich helfe dir natürlich gern! Aber ich vermisse mein Bein gar nicht! Ich wurde so geboren und finde mich in Ordnung, so wie ich bin! Ich kann prima laufen, springen, klettern, spielen, genau wie Du, wie jede andere Katze auch. Ich genieße mein Leben so wie es ist. Eigentlich habe ich nur einen Wunsch. Könnten wir deine Magie auch für etwas anderes verwenden? Aber ganz gleich, was du vor hast, ich helfe dir sehr gern dabei!“
Wow! Ihre Worte hatten mich schwer beeindruckt! Ich sah ihr nachdenklich zu, wie sie freudig mit jedem neuen Spielzeug herum tobte, das sie fand und entzückt schnurrte, sobald sie ein Neues entdeckte. Dieses süße Katzenmädchen hatte eine wichtige Wahrheit entdeckt, ohne dass ihr das überhaupt bewusst war und jetzt kannte ich diese Wahrheit auch:
Mir ging es auch mit drei Beinen gut. Ich hatte köstliches Essen, Spielzeug und jetzt sogar eine neue Freundin!
Trotzdem juckte es mich im Pfötchen, etwas Magie anzuwenden. Magie ist mein Leben und was sollte ich mit all den tollen Zaubersprüchen anfangen, wenn ich sie nicht anwende? Als ob sie meine Gedanken lesen konnte, setzte sich Caramel neben mich und schlug vor:
„Lass uns doch gemeinsam ein Für-Immer-Zuhause für uns beide zaubern! Unsere Pflegestelle bei Mama Despina ist wunderschön aber da draußen warten so viele andere Katzen verzweifelt auf Hilfe. Wenn wir beide in ein Für-Immer-Zuhause ziehen, dann können zwei Neue unseren Platz und die Chance auf ein bisschen Glück erhalten.“
Caramel hatte innerhalb von ein paar Minuten schon wieder eine wichtige Wahrheit ausgesprochen. Sie ist wirklich klug! Ab jetzt würde ich alles, was ich über Magie weiß, mit ihr teilen und dann versuchen wir gemeinsam, das schönste Für-Immer -Zuhause für uns zu zaubern.
Meine neue Freundin und Magier-Gehilfin schnurrte vergnügt , als ich ihr von meinem Plan erzählte. Jetzt waren wir also ein magisches Team: …Abigail&Caramel….

Abigail und Caramel

Kapitel 4

Ob ich irgendwo einen Fehler in unsere Zaubersprüche gebracht hatte? Caramel und ich haben fast einen Monat an ihrer intensiven Ausbildung gearbeitet, bis sie eine brauchbare Magiergehilfin war.
Ich möchte bestimmt nicht angeben, aber die Kunst der Magie weiterzugeben ist viel schwieriger, als manche das vermuten würden.
Jetzt weiß ich um so mehr zu schätzen, wie geduldig meine liebe Mama immer mit mir war, wenn sie den gleichen Trick immer und immer wieder mit mir übte, bis ich ihn im Schlaf konnte.
Nie war sie ärgerlich oder ungeduldig mit mir, nicht einmal, wenn ich faul war oder unkonzentriert, während ihrer Lektionen.
Wie gerne denke ich an ihre genialen Zaubereien zurück, zum Beispiel den Essenszauber. Ehe sie in den Müllcontainer sprang, verwendete sie immer die richtige magische Formel und fand so stets die besten Speiseabfälle für uns unter dem Müll. Wenn sich wilde Hunde oder Autos näherten, war sie in Hochform. Ihr magisches Timing war perfekt und wir versteckten uns oder kletterten auf einen rettenden Baum, so dass die Hunde und Autos uns nie verletzen konnten.
Auf unserer Pflegestelle bei Mama Despina ist alles ganz anders. Feines Futter, in kleinen, knusprigen Stückchen oder weich und mit delikater Soße, wird uns in einer Schüssel serviert. Manchmal gibt es sogar Leckerlies und Stangen, wenn die anderen von ihren Patentanten ein Paket erhalten haben und uns etwas davon abgeben. Oh, was sind die immer köstlich!
Selbst die Hunde hier sind nicht wild sondern freundlich. Sie schnuppern uns ab und wedeln dabei mit dem Schwanz, manchmal stehlen sie sogar unser Spielzeug. Naja, um ehrlich zu sein, so ganz traue ich dem Frieden noch nicht über den Weg, insgeheim fürchte ich immer noch ein bisschen, sie könnten mich angreifen, so wie die Hunde die ich mit meiner Mama auf der Straße getroffen habe. Daher halte ich meist ein wenig Sicherheitsabstand, man weiß ja nie.
Caramel ist da ganz anders! Sie findet jeden Augenblick etwas neues, worüber sie sich freuen kann und lebt so naiv und unschuldig in den Tag hinein. Trotzdem ist sie eine clevere Katze!
Sie hat jeden Zauberspruch sofort verstanden und wurde die beste Magiergehilfin, die ich mir je erträumt habe.
Als wir gerade wieder einmal mit einem Zauber herumexperimentierten, der uns endlich in ein Für-Immer-Zuhause bringen sollte, hatte ich einen seltsamen Geistesblitz! Keine Ahnung, wie ich darauf kam aber plötzlich war mir sonnenklar, dass mein schwarzes Fell der Grund dafür ist, warum auch unser stärkster Zauber nie funktioniert. Dann fiel mir auch schlagartig wieder ein, dass meine Mama mir irgendwann einmal erzählt hatte, schwarze Katzen, wie sie und ich wären immer ein wenig vom Pech verfolgt. Wie farbenfroh und kurz war dagegen Caramels wunderschönes Fell. Als ich sie so betrachtete, wurde ich sehr traurig. Mein Fell war tief schwarz, wuschlig und lang. Kein Wunder, dass mich niemand mochte und für einen kurzen Moment hasste ich mich!
Irgendwo musste es doch ein Elixir, eine magische Lösung für dieses Problem geben. Ruhelos streifte ich durch die Zimmer. Ha!…Und da war sie, meine Lösung! Sie stand auf dem obersten Regalfach im Badezimmer. Es war das Haarfärbemittel von Mama Despina und ich setzte zu einem gewaltigen Sprung an, um das Glasfläschen herunter zu holen. Auch mit drei Beinen war das kein Problem für mich, mit ausgefahrenen Krallen angelte ich geübt nach dem Objekt der Begierde und holte es sicher auf den Boden.
Haha, Zeit für einen Typwechsel, dachte ich voller Vorfreude, während ich versuchte, die Flasche zu öffnen. Irgendwie muss die Flasche dabei dann aus meinen Pfoten gerutscht sein und fiel mit lautem Krach zu Boden. Ich sah die Scherben, sah die Flecken und Farbspritzer überall und begann zu weinen.
Caramel sagte kein Wort, sie sah mich nur schweigend an. Ich konnte trotz meiner Tränen und Verzweiflung förmlich spüren, wie ihr Blick bis tief in meine Seele drang.
„Was ist, warum starrst du mich so an?“, schluchzte ich. „Du hast ja kein schwarzes Fell, du bist der Glückspilz von uns beiden!“
Caramel wartete geduldig, bis ich mich wieder etwas beruhigt hatte und sagte dann versöhnlich:
„Ich fand schwarze Katzen wie Dich, schon immer etwas ganz Besonderes!
Du siehst aus wie ein kleiner Panther und in vielen Ländern glaubt man, dass deine Fellfarbe Glück ins Heim bringt. Aber unabhängig davon, was wirklich zählt, ist die Seele, die du unter dem Mantel trägst, nicht der Mantel selbst.
Und deine Seele, liebste Abigail, ist wie ein seltener, schwarzer Diamant!
Ich habe noch niemals vorher eine Katze wie dich getroffen. Du möchtest immer jedem helfen und nur Gutes bewirken. Sei geduldig! Ich bin sicher, es wird nicht mehr so lange dauern, bis auch wir beide ein Für-Immer-Zuhause finden werden. Und jetzt lass uns zusammen diese Bescherung hier aufräumen, ehe Pflegemama Despina entdeckt, was du angestellt hast!“
Das ist Caramel wie ich sie kenne und liebe. Immer gelassen und gutmütig!
Manchmal fühlt es sich so an, als wäre ich der Schüler und sie ist mein Lehrer. Aber dann fällt mir wieder ein, dass ich eine Magierin bin und sie meine Gehilfin. Also erkläre ich ihr weiterhin, wie alles funktioniert und welcher Zauberspruch als nächstes an der Reihe ist….

Kapitel 5

Das Leben ist voller Überraschungen.
Gestern Nacht habe ich etwas seltsames geträumt, meine Mama hat mich im Traum besucht. Das macht sie öfters aber letzte Nacht sprach sie zum aller ersten mal über mein Für-immer-Zuhause.
„Abigail, mein liebes Kind, du bist kein süßes Kätzchen mehr sondern eine junge erwachsene Katzen-Magierin. Es ist eine große Freude für mich, von der Welt jenseits der Regenbogenbrücke zu beobachten, wie du dich entwickelst und aufblühst.
Von da, wo ich jetzt bin, kann ich die Zukunft sehen und deshalb wollte ich heute Nacht mit dir sprechen.
Bitte sei nicht ungeduldig in deiner Sehnsucht nach einem Für-Immer-Zuhause und gib die Hoffnung nicht auf! Dein schwarzes Fell ist weich und wunderschön, genau wie deine Augen und deine Seele.
Du bist dazu bestimmt, Glück in eine nette Familie zu bringen.
Du wirst sehen, kleine Abigail, bald träumen deine zukünftigen Lieblingsmenschen in der Nacht von dir und sie werden nach dir fragen. Sie werden einfach wissen, dass du auf sie gewartet hast und versuchen, dich in ihr Leben zu holen!
Aber ich habe noch mehr gesehen, auch deine beste Freundin und loyale magische Gehilfin Caramel wird bald adoptiert werden. Macht weiter, mit eurer Zauberei und vertraut auf eure Bestimmung. Du hast deine Aufgabe, sie mit der Magie vertraut zu machen, ausgezeichnet gemeistert. Ich bin so stolz auf euch beide!
Ach, und ehe ich es vergesse, morgen steht eine Überraschung an, ihr erwartet einen neuen Gast auf eurer Pflegestelle…“
Dann erwachte ich aus diesem wunderschönen Traum.
Es war mitten in der Nacht. Ich konnte den Sternenhimmel glitzern sehen und durch das Fenster schien der Mond. Heute Nacht war er ganz nahe, sein warmes, magisches Licht streichelte sanft über mein Fell und ich fragte mich, ob meine Mama irgendwo da oben war. War dort oben das andere Ende der Regenbogenbrücke und da sass sie jetzt immer und passte auf mich auf?
Neben mir schlief Caramel tief und selig auf ihrem weichen Kissen. Ich rührte mich nicht vom Fleck, damit ich sie nicht aufweckte und dachte intensiv über das nach, was meine Mama mir im Traum über unsere Zukunft erzählt hatte.
Würde diese nette Familie, von der sie sprach, wirklich nach mir suchen? Wie würden sie wissen, dass ich die Richtige bin? Würden sie uns vielleicht sogar beide adoptieren? Würde es dort noch mehr Katzen geben? Ich würde nämlich sehr gern in ein Zuhause mit anderen Katzen adoptiert weden, weil es mit Freunden immer lustiger und kuschliger ist. Irgendwann schlief ich dann aber doch ein, diesmal mit einem glücklichen Lächeln.

Am nächsten Morgen erzählte ich Caramel von meinem Traum.
„Deine Mama war eine Magierin, ich bin sicher, dieser Traum wird in Erfüllung gehen! Vertrau ihr, ich tu das nämlich und glaube fest dran, dass wir sehr bald adoptiert werden!“, antwortete sie aufgeregt und ihre Schnurrhaare bebten vor Begeisterung.
Unser Gespräch wurde plötzlich unterbrochen. Die Türe ging auf und Pflegemama Despina kam in unser Zimmer. Im Arm hielt sie vorsichtig ein kleines Wesen.
„Meine Damen, darf ich euch Casper vorstellen. Er ist ein Hundeopi der ab jetzt von uns mit betreut wird. Er hat viel durchmachen müssen, die letzten Jahre und braucht jetzt euer Mitgefühl und eure Liebe.“
Dann setzte sie ihn vorsichtig vor uns auf den Boden und beobachtete gespannt unsere Reaktionen.

Natürlich bewahrte ich erst einmal gebührenden Sicherheitsabstand. (Auch bei einem Hundeopi muss man erst einmal vorsichtig sein. Er ist schließlich keine Katze!)
Ganz anders, Caramel! Sie fing sofort an, freundlich mit ihm zu plaudern. „Hallo Casper, möchtest du gern mit uns spielen?“
Casper gab keine Antwort.
„Bitte denkt daran, dass er fast taub ist und blind“, erinnerte uns Pflegemama Despina.
Was hatte Casper da eigentlich an, fragte ich mich. Weiße Höschen? Wofür sollte das gut sein? Caramel las meine Gedanken. „Er trägt Windeln, Abigail. So wie auch Menschenbabies welche tragen. In meiner Zeit auf der Straße lebte ich in der Nähe eines Kindergartens, die Babies dort hatten sie auch an.“
Meine Augen wurden feucht. Es war das erste mal, dass ich einen Hund wie ihn sah.Taub, blind und mit einer Windel!
Langsam näherte ich mich und schnupperte an ihm, um zu zeigen, alles ist in Ordnung, ich habe keine Angst mehr. Er schnupperte zurück und wedelte zaghaft mit seinem kleinen Schwanz.
Casper war so niedlich und kleiner als wir.
Plötzlich hatte ich eine ganz verrückte Idee.

„Caramel, heute Nacht werden wir Vollmond haben! Lass uns einen ganz besonderen magischen Zauber vorbereiten, einen den wir bisher noch nie probiert haben und der bewirken wird, dass Casper sich besser fühlt!“
Caramel gab mir ein Nasenküsschen und meinte,
„ich wusste schon immer, dass du ein Herz aus Gold hast, liebste Freundin“. Und dann machten wir uns daran, die magischen Zutaten einzusammeln, die wir für diesen Zauber benötigten…

Abigail und Caramel

Kapitel 6

Vollmond und Mitternachtszauber
Bald hatten wir fast alles bereit für unseren geplanten Zauber. Diesmal wollten Caramel und ich unser Bestes geben, damit sich der Hundeopi Casper ein wenig glücklicher auf der Pflegestelle fühlen würde.
Ein bisschen nervös war ich schon, muss ich gestehen, denn ein ganz wichtiges Detail fehlte noch, und wie wir es beschaffen konnten, machte mir etwas Kopfzerbrechen. Der Zauber musste so nahe wie möglich am Licht des Vollmonds stattfinden, was bedeutete, wir mussten es irgendwie schaffen, auf das Dach des Gebäudes zu klettern.
Caramel, meine liebe Gehilfin zögerte noch und damit machte sie mich nervöser als ich sowieso schon war.

„Abigail, wir sind Hauskatzen, wie sollen wir denn auf das Dach kommen? Der Vollmond wird jeden Augenblick am Himmel erscheinen. Warum versuchen wir den Zauber nicht von hier drinnen aus?“
Für einen Moment war ich unschlüssig aber dann antwortete ich entschieden „Nein, Caramel! Der Zauberspruch funktioniert nur im Freien! Sag mir bitte nicht, was ich tun soll! Es muss einfach einen Weg nach draußen geben! Meine Mama hat immer gesagt, wo ein Wille ist, da gibt es Wege!“
Dann begann ich damit, jede nur denkbare Möglichkeit zu überprüfen, wie wir ins Freie gelangen könnten.
Plötzlich klingelte es an der Tür. Unsere Pflegemama Despina erwartete offenbar Gäste an diesem Abend.
Ha! Das war die Lösung! Zeit auszubüchsen!
Caramel, flüsterte ich aufgeregt: „Ich werde jetzt einen Instant Zauber anwenden, der uns für kurze Zeit unsichtbar macht. Sobald sich die Türe öffnet zähle ich bis drei und dann lauf, so schnell, wie du kannst! Eins…zwei…drei…!“

Die Türe öffnete sich und wir beide rannten, wir sausten auf unseren drei Beinchen, was das Zeug hielt. Ich hörte, wie unsere Pflegemama schrie, „Oh mein Gott, die Katzen sind entwischt, bitte helft mir, sie einzufangen!“
Ich wollte ihnen gerne erklären, dass wir ja nur für ein paar Stunden aufs Dach müssen, um unseren Mondschein Zauber abzuhalten und dann wollten wir sofort zurück. Aber niemand hörte mir zu. Sie packten uns einfach und brachten uns wieder zurück in die Wohnung. Der schöne Plan war Geschichte! Ich weinte und fauchte wütend: „Niemand lässt mich hier ordentlich zaubern! Ich hasse sie alle…und Casper wird es nie besser gehen, ohne unseren Mondscheinzauber!“
Caramel blieb ruhig und sagte nichts, wie so oft. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sie auf Casper zuging, der friedlich auf der Couch in seinen Windeln schlief. Von all dem Lärm, den wir veranstalteten, hatte er nichts mitbekommen. Caramel sprang elegant auf die Couch und legte sich direkt neben ihn.
„Na los, Abigail! Lass uns den Mondzauber hier versuchen, während Casper schläft. Er wird die Magie des Vollmonds in seinen Träumen spüren.“
Was für eine brilliante Idee! Direkt an Casper zu zaubern, darauf war ich noch gar nicht gekommen! Und genau das taten wir dann. Wir pumpten ihn voll mit unserer liebevollen Magie, bis wir erschöpft auf der Couch einschliefen. Da lagen wir dann alle drei. Wieder besuchte Mama mich in meinen Träumen. Diesmal war sie sehr ernst und besorgt.
„Abigail, Liebling, deine Idee, dem traurigen Hundeopi helfen zu wollen, war wirklich bemerkenswert! Aber versuch niemals, hörst du, niemals mehr aus deiner Pflegestelle zu entwischen! Deine Pflegemama hat dich sehr lieb und deine zukünftige Für-Immer-Familie hat bereits begonnen, von dir zu träumen. Wenn du hier verschwindest, dann werden sie dich nicht finden können, wenn es soweit ist und sie dich adoptieren möchten.
Es gibt so viele Gefahren, da draußen! Das Dach ist viel zu hoch und nicht gesichert. Du darfst da nicht hoch gehen. Sicher erinnerst du dich, wie schwer unser Leben auf der Straße war. Hunde, Katzen, Autos, böse Menschen, all das hat uns jeden Tag bedroht. Ich wünsche mir so sehr, dass es dir einmal besser ergeht als mir und ich weiß, dass du schlau genug bist, dein Leben nicht fahrlässig wieder in Gefahr zu bringen! Nach diesen Worten küsste sie mich zwischen den Öhrchen, so wie sie das früher immer getan hatte und dann verschwand sie. Ich schlief tief und fest weiter, und wunderte mich im nächsten Traum, warum ich immer so dumme Sachen anstelle.
Am nächsten Tag weckte uns Casper mit seinem Bellen. Er wedelte munter mit dem Schwanz und leckte uns über das Gesicht. Deutlicher hätte er uns nicht zeigen können, wie gut ihm unser Mondzauber bekommen war.
Caramel lachte glücklich und begann, mit ihm zu spielen. Während ich den beiden zusah, wie sie Spass hatten, war ich sehr stolz auf uns. Der ganze Ärger hatte sich also doch gelohnt! Wir konnten unseren Hundeopi Casper tatsächlich ein bisschen glücklicher machen. Mission erfolgreich beendet! Vergnügt schloss ich mich den beiden an und spielte eine Runde mit…

Kapitel 7

Glückliche Tage! Caramel und ich waren ganz aus dem Häuschen vor Freude über unseren großartigen, magischen Erfolg, den wir bei Casper bewirkt hatten. Seine Veränderung und neue Lebensfreude verlieh uns Hoffnung und Mut, mit unseren Zaubersprüchen weiter zu machen!
Am gleichen Abend kam Pflegemama Despina in unser Zimmer, sie war vollbepackt mit Leckereien und neuen Spielzeugen. Und dann erklärte sie uns etwas, das ich nie vorher gehört hatte:
„Ladies, ich habe tolle Neuigkeiten für euch! Ihr habt beide zwei wunderbare Patentanten in Deutschland gefunden, die euch ab jetzt ein bisschen mit unterstützen und die euch mit ihren warmen Herzen diese fantastischen Geschenke gesendet haben. Sie heißen Annett und Claudia. Und stellt euch vor, auch unser Casper hatte Glück, auch für ihn meldete sich eine Patentante, für ihn sorgt jetzt Anna mit. Heute nachmittag werde ich gleich losziehen und seine Lieblings- Kaustangen einkaufen.“
Woohoow! Ich ließ die tollen Leckereien, die sie da trug, nicht aus den Augen! So genau hatte ich zwar noch nicht verstanden, warum jemand so nett gewesen war, uns all die Schätze zu schicken, aber eines stand fest: Eine Patentante zu haben war cool! Neue Spielsachen und leckere Knabbereien? Ha! Das musste auch eine Art Zauber sein, und er gefiel mir!
Aber was würde das für unseren Traum bedeuten, ein Für-Immer-Zuhause zu finden? War das jetzt auch mit in diesem Paten-Zauber enthalten?
Caramel las meine Gedanken, wie gewöhnlich. Sie meinte:
„Eine Patentante zu haben ist etwas ganz Großartiges, solange du auf einer Pflegestelle bist. Aber es ist nicht das gleiche, wie ein Für-Immer-Zuhause. Mit einer Patenschaft möchten uns liebe Menschen sagen, dass wir nicht alleine sind und dass sie sich ein wenig um uns kümmern, bis wir unser Für-Immer-Zuhause gefunden haben.“
Ich war misstrauisch, wie immer.
„Wie kommt es nur, dass du immer alles weißt, Caramel? Du weißt nicht nur immer was ich denke sondern du hast auch stets gleich die richtige Antwort parat!“
Sie lächelte bescheiden und antwortete:
„Abigail, du hast mich gelehrt, eine gute Hexe zu sein. Deine wertvollen Lektionen haben mich zu einer gemacht. Deshalb weiß ich alles. Schau, die Sonne geht unter und es wird dunkel! Lass uns vor dem Schlafengehen ein Spiel spielen! Wir stellen uns unser Für-Immer-Zuhause vor. Ich fange an!
Oh, ich hätte am liebsten ein Zuhause mit einem Balkon oder einem Garten. Und dann wäre es schön, wenn da noch andere Katzen Freunde wären oder auch Hunde. Und du, Abigail?“
Ich schloss die Augen und versuchte mir vorzustellen, wie mein Für-Immer-Zuhause aussehen sollte. Was würde sich Mama für mich wünschen? Sie hat nämlich immer nur das Beste für mich gewünscht. Ich dachte noch eine ganze Weile darüber nach, dann öffnete ich die Augen. Ich blickte durch das Fenster in den Nachthimmel und sagte:
„Ich hätte auch sehr gern ein Zuhause mit einem Balkon oder Garten. Katzen Freunde mag ich aber lieber als Hunde. Aber das Allerwichtigste…ich möchte in diesem Für-Immer-Zuhause mit dir zusammen sein. Du bist meine beste Freundin und es wäre so wunderbar, wenn wir auch in Zukunft alles miteinander teilen könnten!“
Während ich den letzten Satz aussprach, verglühte eine Sternschnuppe am Himmel und leuchtete für kurze Zeit hell in der Dunkelheit.
“Wow! Abigail, weißt du, was es bedeutet, wenn man das Glück hat, eine Sternschnuppe zu sehen? Es bedeutet, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen! Bald wird der Sternschnuppen Zauber bewirken, dass wir einem ganz lieben Menschen im Traum erscheinen!“
Die Freudentränen schossen mir in die Augen. Plötzlich konnte ich bis in die Schwanzspitze spüren, dass wir unserem Traum von einem Für-Immer-Zuhause schon sehr nahe waren. Selbst der Nachthimmel hatte uns seine Zeichen geschickt! Caramel küsste mich sanft auf die Nasenspitze und schnurrte vergnügt:
„Lass uns heute erst später ins Bett gehen! Jetzt spielen wir erst einmal mit all den wunderschönen Spielsachen von unseren Patentanten, schlafen können wir auch noch später…“

Kapitel 8

Die letzten Wochen vergingen sehr schleppend.
Keine Ahnung, warum es so war, aber meine Mama hat aufgehört mir zu erscheinen und das machte mich sehr traurig. Ob auch sie mich vergessen hatte?
Aber gestern Nacht dann, oh heiliges Schnurrhaar, da überquerte sie tatsächlich wieder die Regenbogenbrücke und kam mir mit einem breiten Lächeln im Gesicht entgegen. Sie erzählte mir, sie sei gekommen, um mir ein großes Geheimnis anzuvertrauen! Ich platzte fast vor Ungeduld, dieses Geheimnis zu erfahren aber alles, was sie mir dann verriet, war:
„Meine süße Kleine, eines kann ich dir versichern, sobald du es erfährst, wirst du überglücklich sein. Sei noch ein klein wenig geduldig und vertraue der Magie!“
Als ich aus meinem Traum erwachte, schien die Sommersonne durch das Fenster und neben mir spielte Caramel friedlich mit ihrem Spielzeug. Sie sah, dass ich wach war, unterbrach ihr Spiel und meinte:
„Deine Mama ist wunderschön, Abigail und ihr seht euch sehr ähnlich!“
„Woher weißt du das?“, fragte ich überrascht. „Du hast sie doch nie kennengelernt!“
Caramel lächelte und antwortete:
„Heute Nacht ist sie auch mir zum allerersten Mal im Traum erschienen, weil sie uns sehr bald ein großes Geheimnis verraten möchte. Ihr Fell ist lang und weich, genau wie deines. Und ihre Stimme ist die sanfteste Stimme, die ich je vernommen habe.“
Plötzlich hatte ich Gänsehaut und wir sahen uns wortlos an. Irgendetwas ging gerade vor sich, mir war nur noch nicht ganz klar, was all das zu bedeuten hatte.
Dann öffnete sich die Türe zu unserem Zimmer und Pflegemama Despina kam in den Raum. In der Hand hielt sie unsere Lieblings-Leckereien und während sie uns die köstlichen Stangen reichte, summte sie vergnügt ein Lied. Es war sehr schön und handelte von zwei kleinen Hexen, von Magie, Sehnsucht und Liebe und einem Geheimnis, das sehr bald enthüllt werden soll…

Kapitel 9

UND AM ENDE SIEGT IMMER DIE MAGIE DER LIEBE…
Das schöne Lied, das unsere Pflegemutter Despina fröhlich trällerte, handelte von zwei kleinen Waisenkätzchen, die auf wundersame Weise magische Fähigkeiten erlernten, Zaubersprüche und Rituale, die sie jeden Tag übten, um anderen Tieren und sich selbst helfen zu können.
Ihr größter Wunsch war es, ein Für-Immer-Zuhause zu finden, einen Ort mit einem freundlichen Menschen, bei dem sie bis ans Ende ihrer Tage bleiben dürfen, mit anderen Katzenfreunden und vielleicht sogar einem kleinen Balkon, um dort die Sterne in der Nacht und am Tag die Sonne genießen zu dürfen.
Es war ein steiniger Weg, bis zur Erfüllung dieses Wunsches und er gestaltete sich viel länger als sonst üblich. Sie mussten ihre Vergangenheit als Streuner hinter sich lassen und sich als das akzeptieren, was sie waren. Erwachsene, dreibeinige Katzen, aber nach wie vor wunderschön und jede von ihnen mit einem zauberhaften Charakter.
Eine der Katzen in diesem Lied hatte das Schildpatt Muster in ihrem Fell und ihr rechtes Hinterbein war ein Stückchen kürzer als die anderen drei. Sie war sehr verspielt, dabei aber ruhig und überaus klug! Die andere Katze war schwarz, sie hatte langes, weiches Fell und ihr fehlte das rechte Hinterbein. Sie war ein wenig zurückhaltend, liebt am meisten die Gesellschaft anderer Katzen und beobachtet gerne die Menschen. Ihre Für-Immer-Familie wird einmal sehr glücklich sein, mit ihnen zusammen zu leben, denn sie sind etwas ganz Besonderes!
An dieser Stelle stoppte das Lied abrupt, denn unserer Pflegemama Despina brach die Stimme. Ihre Augen waren voller Tränen. Sie nahm uns beide in die Arme, drückte uns fest an sich und während sie noch schluchzte, zog sie einen Brief aus ihrer Tasche. „Es ist ein magischer Brief aus Deutschland für euch angekommen“.
Zum Glück lächelte sie bereits wieder, trocknete ihre Tränen und begann, ihn uns vorzulesen.
Während Mama Despina uns den Brief vorlas, waren wir so selig, dass Caramel ihr die Hände abschleckte und ich gab unentwegt Köpfchen, um meine Freude zum Ausdruck zu bringen. Als sie fertig war, brauchte ich eine Weile, um zu begreifen, was dieser Brief für uns bedeutet!
Unsere lieben Freunde in Deutschland, Bettina, Micaela und deren wunderbares Team hatten es wieder einmal geschafft, ein Märchen wahr werden zu lassen!
Ihre starke Magie hatte für Caramel und mich das denkbar schönste Zuhause gefunden!
Caramel und ich würden zusammen bleiben dürfen! Niemand würde uns trennen, wir werden andere Katzenfreunde zum Spielen haben, ein warmherziges und schönes Zuhause mit der besten Für-Immer-Mama, die man sich nur wünschen kann!
Die Nacht brach herein aber ich war so glücklich, dass ich nicht einschlafen konnte. Ich schloss die Augen und plötzlich sah ich meine Mama wieder. Sie lächelte glücklich und sagte:
„Abigail, mein Schatz, du bist jetzt bereit, um mit Caramel zusammen deine Pflegestelle zu verlassen. Ihr werdet damit zwei anderen Katzen einen Platz ermöglichen, die bald eintreffen werden und auch gerne Mitglieder der SCARS und Frieden für Pfoten Familie sein möchten. Mein Auftrag ist nun erfüllt. Aber du wirst mich immer finden, schau in den Sternenhimmel und ich werde da sein! Von dort oben werde ich weiter mitverfolgen, was du tust und gut auf dich aufpassen!
Bitte versprich mir eines, zaubere mit Caramel weiter, um auch den nächsten Tieren nach euch zu helfen. Sie brauchen dich!“
Ich sah sie glücklich an und antwortete:
„Ja, Mama. Das verspreche ich dir! Wir werden mit unserer Magie so vielen Tieren helfen, wie irgend möglich!“
Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich Caramel am Fenster sitzen. Sie betrachtete den Sternenhimmel.
„Schau dir diesen leuchtenden Stern an, Abigail. Ist er nicht wunderschön? Ich habe ihn nie vorher bemerkt.“
Meine Augen füllten sich mit Tränen und ein warmes, vertrautes Gefühl breitete sich in meinem Herzen aus und ich flüsterte:
„Ja, Caramel, dieser Stern ist etwas ganz besonderes….“
-ENDE-

 

Diese Geschichte wurde von Despina Rapti und mir erdacht, weil die beiden Dreibeinchen ewig bei ihr in Athen auf der Pflegestelle darauf warteten, adoptiert zu werden… leider vergeblich. Ich wollte gerne eine Prise Magie versuchen und wir hatten nicht nur viel Spaß an dieser Geschichte, die beiden Magierinnen fanden dadurch auch ein zauberhaftes Zuhause bei Marina. ❤

 

Alle Rechte an Bild und Text:  Despina Rapti/ Bettina Marie Schneider

 

Abigail und Caramel

Seelenmarzipan, Tierschutz

Wenn du jemandem in Not helfen könntest…würdest du es tun? Gutes Karma to go <3

Manchmal möchte man nichts mehr hören und sehen und sich auf andere Dinge konzentrieren. So geht es mir seit vielen Wochen und obwohl nie der richtige Zeitpunkt dafür ist, habe ich mir kurz entschlossen „Urlaub“ vom Verein genommen. Naja…Urlaub bedeutet in diesem Fall, ich bin nicht 16 sondern vielleicht zwei Stunden pro Tag in Sachen Tierschutz aktiv und ich beantworte nicht 10001 Anfragen sondern vielleicht nur 10. Aber es fühlt sich befreiend an. Man kann nicht beständig die ganze Welt retten. Das war der Plan…
Manchmal sind es jedoch nicht die Tiere die dringend Hilfe brauchen sondern die Helfer. Die Menschen, die Tag und Nacht und Nacht und Tag jeden Cent, ihre gesamte Kraft, ihr Leben für die Ärmsten der Armen einsetzen. Meist haben diese Menschen selbst kaum das Nötigste zum leben, sie haben das Pech mit einem fühlenden Herzen in Ländern zu leben, in denen es nicht nur kein Geld, kaum Infrastruktur und soziale Netze gibt sondern auch keine Arbeit, dafür Tierleid und Grausamkeit in unvorstellbarem Ausmaß. Was sie leisten, worauf sie verzichten und wie sie all das bewältigen ist unbeschreiblich. Jeder von ihnen, ein Held ❤

Slavica ist so ein Mensch. Leider können wir sie über den Verein nur sehr selten unterstützen, mehr gibt das System nicht her, obwohl sie wunderbare Arbeit leistet. Sie schreibt und sendet immer Berichte über alle Aktivitäten und seit Wochen hatte ich nichts von ihr gehört. Ungewöhnlich… sie ist sehr zuverlässig… ich machte mir Sorgen und war daher  trotz Urlaub sofort am Rechner, als eine Nachricht aufblinkte, in der ihr Name vor kam.

Slavica lebt mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus in Serbien. Ihre Lebensbedingungen als „arm“ zu bezeichnen ist wohl eher untertrieben. Es gibt weder ausreichend frisches Essen, Obst oder Gemüse sind Mangelware, Medikamente Luxus und für uns nichtige Dinge, eine Kostbarkeit. Schuhe, zum Beispiel. Jeder Cent den sie hat, wird für kranke, verletzte, heimatlose und misshandelte Tiere aufgewendet, die dort überall die Straßen bevölkern, an Ketten vegetieren oder vor ihrer Türe abgesetzt werden.


Sie leidet an Diabetes aber hat nicht die Mittel, um angemessen behandelt zu werden. Sie hatten ja nicht einmal genügend Heizmaterial für den letzten Winter. Trotzdem hilft sie kranken und alten Nachbarn, trotzdem schickt sie von Zeit zu Zeit ein paar liebe Zeilen auf einer bunten Karte, eine Kette, kleine Geschenke, die mich fast zornig machen, denn ich weiss, dass  Porto und Geschenke buchstäblich vom Mund abgespart wurden und sie sollte eigentlich wissen, dass meine Hilfe…es ist wenig genug…von Herzen kommt.

Ich denke, sie hat Angst, es könnte Hilfe ausbleiben. Ein beschämender Gedanke, denn jeder, der mit ihr zu tun hat, schließt sie  sofort ins Herz. Ich bewundere, was und unter welchen Umständen sie leistet, ihre Bescheidenheit, ihre Freundlichkeit und ihre lieben Worte sind immer herzerwärmend, genau wie ihre Hilfe für Menschen und Tiere in Not. Seit Wochen gab es kein Lebenszeichen und jetzt weiss ich also warum: 

Slavica ist selbst in großer Not und ich würde gerne helfen.  Diese Zeilen schickte mir eine Freundin von ihr:

„Guten Morgen Bettina!

Slavica hat nicht vergessen sich für die Überweisung zu bedanken, sie ist leider sehr oft im Spital und kaum online. Nachdem ein Spezialist aus Belgrad zugezogen wurde, verdichten sich die Anzeichen, daß Slavica in Folge Ihrer Diabetes Erkrankung einen Schlaganfall erlitten hat. Derzeit liegt eine partielle Lähmung vor; in wie weit diese reversibel ist hängt einerseits vom weitern Verlauf, wie auch von den Therapiemöglichkeiten ab zu denen Slavica Zugang erhält. Die weitere Behandlung muß in einem Spital in Belgrad erfolgen. Die Fahrten dorthin sind privat zu bezahlen, ebenso wie natürlich all die verordneten Medikamente, wie auch diverse medizinische Leistungen…
Unnötig zu erwähnen, daß sich Slavica all das ohne Unterstützung nicht leisten kann..
Ich hoffe, daß ihr die Mitglieder der Gemeinschaft in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen und sie durch die harte Zeit, die nun vor ihr liegt, stützend begleiten.

Danke, Dir!
Liebe Grüße, Carla“

Ich habe hier noch nie für einen Menschen um Hilfe gebeten. Aber in diesem Fall möchte ich es gerne tun. Viele Tropfen ergeben einen Strom und 5 Euro für uns sind für Slavica in der Summe die Chance, wieder gesund zu werden. Sie hätte es so verdient.  ❤

P.S.

Sie hat mich nicht um Hilfe gebeten, weil sie das sicher beschämen würde. Sie war immer stolz und hat nur für ihre geliebten Tiere gebettelt, damit sie leben können. Aber jetzt ist keine Zeit für Stolz, sie benötigt unseren Beistand ❤ Eine Chance für euch, ein wenig „Gutes karma to go“ auf den Weg zu bringen. Nicht nur für Slavica…sondern auch für euch ❤

Bitte teilt diesen Beitrag, wenn ihr selbst nicht helfen könnt ❤

 

Hier ist ihre Paypal.

friends.help.animals@gmail.com

Slavica Gavrilovic
IBAN : RS35160583020038677029
BIC: DBDBRSBG
Banca Intesa ad Beograd
Milentija Popovica 7b
11070 Novi Beograd Republic of Serbia

Hier findet ihr Slavica und ihre Arbeit für Tiere auf Facebook…leider hat sie wenig Gelegenheit Online zu sein, Antworten können also dauern. Auch über Päckchen freut sie sich sehr, ihre Adresse gebe ich gerne weiter, schreibt mir einfach eine Nachricht. ❤

https://www.facebook.com/nektarijevic

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Bettina ❤

Tierschutz

Die Katze die auf Knien vor dem Tod flüchtete…

 

Wie viel Schmerz kann ein Lebewesen ertragen? Wie viel innere Stärke und Geduld sind nötig, um geduldig und leise auf Erlösung zu warten? Den Tod zu ersehnen und doch auf Leben zu hoffen? Was die Brände in Athen auch und besonders den Tieren angetan haben, ist unvorstellbar. Nach wie vor hält das Leid an…unbemerkt von der Welt, denn die Opfer haben sich zurück gezogen…sie sterben still und allein.

Die schweren Brände, die die betroffenen Gebiete erschütterten, hinterließen eine Vielzahl von Opfern, auch unter den Tieren der Region. Einige von ihnen hatten einen schnellen Tod im Feuer, so dass sie zumindest nicht lange leiden mussten. Sie verbrannten an ihren Ketten, in ihren Verschlägen, in Käfigen, in Häusern, die sie bis zum Schluss bewachten oder als trügerische Zuflucht aufsuchten, weil sie zu klein, zu schwach, zu langsam waren, in den Wäldern und auf der Flucht.

Einige versuchten sich zu retten, indem sie so schnell und so weit wie möglich rannten, krochen, flogen… sie konnten entkommen, wurden aber oft verletzt, als sie durch die Flammen oder über verbrannte Erde passieren mussten. Ein Teil von ihnen wurden von den freiwilligen Helfern versorgt, die in einer gewaltigen Hilfsaktion an den Brandherd eilten, die viele Tage lang alles einsetzten, was ihre bescheidenen Mittel ermöglichten und die bis zur völligen Erschöpfung agierten.

Bei vielen Tieren führten Schmerzen und traumatischer Schock jedoch dazu, dass sie sich mit ihren Verletzungen und Brandwunden zurückzogen, in ein Versteck, wo sie auf das Ende warten.

Alexis Mantzoros, der während dieser Rettungsaktion für einige Tierschutzorganisationen im Einsatz war, erzählte mir eine Geschichte, stellvertretend für unzählige Vorfälle dieser Art.

„Viele Menschen glauben, dass einige Tage nach der Tragödie  die meisten verletzten Tiere entweder tot sind oder entdeckt und zu einem Tierarzt gebracht wurden.  Aber das ist leider nicht der Fall.

Sehr oft ziehen sich schwer verletzte Tiere, besonders Katzen, zurück, sie entscheiden sich dafür, sich nicht zu zeigen, nicht nach Nahrung und Wasser zu suchen, sondern nach einem sicheren Ort, um sich zu verstecken. Katzen sind dafür bekannt, hervorragende Überlebenskünstler zu sein, und wenn sie krank, verletzt oder schwach sind, gebietet ihnen der Selbsterhaltungstrieb, diese Schwäche anderen Tieren oder Menschen nicht zu zeigen, aus Angst, sie wären dann in noch größerer Gefahr, als leichte Beute…“

Tatsächlich halten sich viele Katzen nach wie vor versteckt, auch wenn ihre Körper voller Verbrennungen sind. Wie viel Schmerz müssen sie ertragen, mit offenen Wunden, Verbrennungen und Angst, tief in ihren Seelen? Ein grauenhafter Gedanke.

…Das Feuer kam immer näher. Um ihn herum nur Rauch, Angst in der Luft, beängstigende Geräusche, Schreie, das Knistern und Toben der Flammen, Rauch in seinen Lungen und die Erde unter seinen Pfoten brannte.

Nicht nur die Pfoten brannten, sein Gesicht brannte, die Ohren, das Fell war bereits versengt, die Augen von der Hitze der Flammen getrübt…und doch…er rannte, bis das Fleisch seiner Pfötchen an dem glühenden Boden kleben blieb, bis ihn der Schmerz auf die Knie zwang … aber er blieb nicht zurück, … und dann kroch und robbte er weiter, bis er die Flammen hinter sich gelassen hatte, bis er unter dem dichten Astwerk eines Busches Zuflucht fand, alles fremd, alles beängstigend aber nichts ging mehr, seine Flucht war hier zu Ende. Trotz seiner Schmerzen gab er keinen Laut von sich. Er wartete auf den Tod.

So fanden ihn die Helfer von Nine Lives, Greece, verborgen unter einem Gebüsch neben dem Bürgersteig.  Sein Blick war leer,  ohne jede Regung, ohne jede Hoffnung. Seine Verletzungen waren so großflächig, dass es an ein Wunder grenzte, wie lange er ohne Futter und Wasser in diesem Zustand ausgehalten hatte. Aber er lebte!

Er reagierte auf die freundlichen Worte und die ausgestreckte Hand zunächst mit einem leisen Schnurren und streckte sein zerstörtes Köpfchen entgegen. Dann holte ihn wieder der Schock ein  und er versuchte wegzulaufen. Aber seine verbrannten Beine versagten erneut den Dienst.  Wieder robbte er auf Knien, auf blankem Fleisch über den Boden,  verzweifelt auf der Suche nach einer Zuflucht. Sanfte Hände hoben ihn hoch und brachten ihn in eine Tierklinik.  Dort wurde er mit Schmerzmitteln und allem versorgt, was seine schrecklichen Wunden heilen lässt. Wie es aussieht, wird er leben. Mit etwas Glück wird er bald schmerzfrei sein, sein Fell wir nachwachsen und auch die Haut und das Fleisch auf den verbrannten Pfötchen. Mit noch mehr Glück wird er ein Zuhause finden oder zumindest einen Platz an einer betreuten Futterstelle.

Ein Schicksal von Tausenden, vielleicht Hunderttausenden. Eine Rettung von so vielen. Neben meinem Herzensverein SCARS, den wir über Frieden für Pfoten e.V. nach Kräften bei diesen Rettungsaktionen unterstützen, haben unzählige Einzelkämpfer, kleine und große Vereine den Kampf gegen Schmerz und Tod, gegen Hunger und Durst aufgenommen, die dieses Feuer zusätzlich für die Tiere der Region verursacht hat. Seit vielen Tagen arbeiten sie bis zur völligen Erschöpfung. Was alle Helfer von SCARS über die letzten Tage geleistet haben, ist schwer in Worte zu fassen.

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(c) SCARS Athen

Ich bin dankbar, dass sie durch das Frieden für Pfoten „Irons Haus der Chancen“ über ein Auto verfügen, um alles, was benötigt wird, anzuliefern und zu verteilen, um verletzte Tiere schnell in Kliniken zu transportieren. Ein Fahrzeug ist bei solchen Katastrophen eine unschätzbare Hilfe. Ich bin glücklich über meine Voraussicht, die Lager zu füllen, wo gerade jetzt, jeder einzelne Sack Futter ein Segen für alle Menschen ist, die zusätzlich noch Tiere aufgenommen haben oder an provisorischen Futterstellen versorgen, für Menschen die alles verloren haben, aber zumindest sich und ihre Tiere retten konnten.

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Auch „Flame“ wurde mit schweren Verbrennungen an den Pfötchen bei SCARS aufgenommen

Ich bin zornig über alle, die mit diesem Unglück durch Fake Aufrufe schnelles Geld machen oder sich wichtig, und die Summe des Ganzen hinterlässt eine Gefühlsmischung aus Dankbarkeit, Wut und Hilflosigkeit… aber vor allem Demut, …vor dem Mut und der Stärke all der Menschen, die sich diesem Leid stellen. Die die schwärenden Wunden  riechen, das Jammern und die Schmerzensschreie hören, die schwere Entscheidungen über Leben und Tod treffen müssen,, die den Hunger und Durst in den gebrochenen Augen sehen und die nicht wissen, wohin mit all diesen Tieren, die um jeden Cent und jede Unterstützung betteln müssen…in einem Land, das selbst für die Menschen in Not nur wenig zu bieten hat, wo es überall an allem fehlt. Nach wie vor sind wir dankbar für jeden Cent , den wir an SCARS Athen  weiterleiten dürfen, damit sie weiter helfen können.

Und die Gefahr ist längst nicht gebannt. Jeden Moment kann ein neues Feuer entfacht werden und die Menschen, die für heimatlose Hunde oder Katzen in den Bergen, wo Land günstig und verfügbar ist, ausserhalb der Stadt kleine Shelter unterhalten, sie zittern um ihre Tiere dort. Sie schlafen kaum mehr und haben Notfallpläne erstellt, von denen sie nicht wissen, ob sie ausreichen werden, um ihre Schützlinge im Notfall zu retten. Die Angst ist ständiger Begleiter in diesen schweren Tagen und Wochen.

Der Brand hat eine Welle der Solidarität und des Zusammenhalts hervor gebracht und viele, viele Helden, die im Verborgenen arbeiten…so wie die Tiere im Verborgenen leiden. Mein Herz schlägt für sie alle. Bitte vergesst sie nicht ❤

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Schildkröten haben Empfindungsnerven in ihrem Panzer. Sie leiden grauenhafte Schmerzen durch die Verbrennungen.

 

Paypal: info@friedenfuerpfoten.org

Frieden für Pfoten e.V. GLS Bank
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Ein kleines Brandopfer das bei SCARS Athen Zuflucht und Hilfe fand.
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Bald schon werden nur noch ein paar Narben daran erinnern, was ihm widerfahren ist. Asterix hat es geschafft ❤

 

 

 

 

Seelen Schokolade

Es tut mir sehr leid, Oma …

Hätte der Zufall oder eine Fügung nicht kräftig nachgeholfen, wäre ich bis heute der Meinung, meine Großmutter hätte mich nie geliebt und meine Gedanken für sie wären weiter gleichgültig und unterkühlt gewesen. Eine kaltherzige Frau, die ihre erstgeborene Enkelin immer ablehnte und die auch ansonsten nicht unbedingt eine Bereicherung für die Menschheit war. So blieb sie mir in Erinnerung und bis heute war ich nie an ihrem Grab, nicht einmal auf ihrer Beerdigung vor vielen Jahren.

Ihre drei Söhne haben insgesamt 6 Kinder, meine Cousins und Cousinen. Auch ihnen gegenüber war ich reserviert und setzte stets mehr auf Freunde, wenn es um familiäre Kontakte ging. Wir waren nicht verfeindet, wie das in manchen Familien der Fall ist aber wir teilten weder Hochzeiten noch Taufen miteinander, meine Tochter wusste nicht einmal, dass noch andere Familienteile in ihrem Alter existieren, auch wenn wir alle nur wenige Kilometer auseinander wohnen.

Irgendwann traf sie auf die Freundin des Freundes ihres Freundes und im Verlauf des Abends stellten die beiden jungen Frauen  fest, dass sie sich nicht nur unglaublich mögen sondern auch, dass sie miteinander verwandt sind. Großcousinen. Ihre Mütter waren Cousinen. Ich erinnere mich noch gut an die Empörung meiner Tochter, warum ich ihr das vorenthalten hatte, da sie sich als Einzelkind stets mehr Familie wünschte, nur um zufällig zu erfahren, dass direkt vor ihrer Nase, insgesamt 12 Großcousinen und Cousins, zwei nette Familien, existierten, mit denen sie bald innige Freundschaft schloss und die Freundin von damals ist bis heute Herzensfreundin und Ersatzschwester, was mich wahnsinnig freut.

Wir begannen uns auszutauschen, treffen uns regelmäßig und fragen uns oft, wie es so weit kommen konnte, dass wir voneinander der Meinung waren, wir würden uns nicht besonders mögen, warum es Normalität geworden war, keinen Kontakt zu haben. Ich denke, es wurde uns subtil von Klein auf beigebracht.

Gestern sprachen wir über meine Großmutter. Im Gegensatz zu mir hatten meine beiden Cousinen intensiven Kontakt zu ihr. Sie erzählten von einer Frau, die mit drei Jahren die Mutter verlor.  Niemand wusste, warum sie dahin siechte Wir vermuten, auch unsere Urgroßmutter hatte den Baufehler an den Nieren, den viele Mädchen in unserer Familie haben und der erst in den nachfolgenden Generationen operativ behoben werden konnte.

Sie wuchs mutterlos in einem Männerhaushalt auf. Eine schöne und entschlossene Frau, mit dunklen Haaren und blauen Augen, die ihren jungen Mann, die Liebe ihres Lebens,  in den Armen hielt, als er an einem Gehirntumor starb. Sie erzählten die Geschichte, von der verzweifelten Mutter, die ihr totes Kind auf den Armen durch das Dorf trug, das man zu spät aus dem Dorfbrunnen gefischt hatte und die dabei so schrie, dass man sie noch im Nachbardorf hörte.  Es war eine Mutprobe, die der Siebenjährige nicht überlebt hatte.

Später verlor sie auch noch meinen Vater, ihren Zweitgeborenen an eine Frau, die sie hasste, an meine Mutter. Bis heute weiß ich nicht, wo dieser Hass von beiden Seiten den Ursprung hatte. Es musste Zeiten gegeben haben, da war mein Vater seiner Mutter sehr eng verbunden gewesen. Das änderte sich schlagartig.  Ich kenne nur die Erzählungen meiner Mutter und die hatte mir immer wieder vermittelt, dass die Abneigung einzig von der anderen Seite ausgeht, meine Großmutter mich nicht sehen wollte, als ihr erstes Enkelkind auf die Welt kam und alle anderen Enkel vergöttert…nur eben mich nicht.

Ich wuchs damit auf, dass Besuche bei der Großmutter selten und nur eine lästige Pflicht sind, sie nur notgedrungen auf mich aufpasste, wenn es gar keine andere Lösung gab und sicher strahlte ich das mit jeder Pore aus, wann immer ich in ihrer Nähe war. Sie hatte keine Chance. Sie sprach auch nie darüber. Meine Großmutter war eine stolze und verschlossene Frau und  gewohnt, emotionale Verluste zu ertragen. Aber zu meiner Hochzeit, zu der sie nicht eingeladen war, schenkte sie mir 1000 Euro. Ein Vermögen, für ihre bescheidenen Verhältnisse und es machte mich damals bereits stutzig.

Als meine Cousinen mir gestern erzählten, wie oft sie nach mir gefragt hatte, wie wichtig ihr immer war, genau zu wissen, was ich tue, wie es mir geht und dass sie immer traurig über das gestörte Verhältnis war, sich immer nach dem Grund fragte, da begann ich fast am Tisch des Biergartens zu weinen. Wie sehr hätte ich eine Großmutter gebraucht, wie viel hätte ich von ihr lernen können. Ganz sicher war sie keine einfache Person aber ganz sicher auch nicht so, wie ich sie immer gesehen hatte. Ich fühlte mich schlecht, weil ich immer nur schlecht von ihr gedacht hatte. Der Hass hatte erfolgreich Wurzeln geschlagen, der von Anfang an in mein kindliches Herz gesät worden war und ich war ihr nie liebevoll oder zumindest unvoreingenommen entgegen getreten. Jetzt war es zu spät.

Es gibt kein Bild von uns beiden zusammen. Nicht eines. Ich hatte sie nie eingeladen, bei wichtigen Lebensereignissen dabei zu sein, obwohl sie nur ein paar Straßen weiter wohnte, in ihrem kleinen Häuschen, ihr ganzer Stolz. Keine Hochzeit, keine Taufe, keine Geburtstage.

Ich könnte sie heute am Friedhof besuchen. Aber viel näher fühle ich mich ihr im Wald. Die großen, alten Bäume dort, hat meine Großmutter selbst gepflanzt. Harte Forstarbeit. Sie brachte auf diese Weise ihre drei kleinen Söhne nach dem Krieg durch. Sie liebte ihre Söhne über alles. Auch und besonders meinen Vater. Ich hoffe, in der Welt, in der sie nun ist, hat sie sich mit ihm ausgesöhnt und die beiden fanden endlich wieder zueinander.

Es gäbe so viel, was ich sie gerne noch gefragt hätte…aber vor allem würde ich ihre gerne sagen…

Es tut mir leid, Oma ❤ Wir machen das jetzt besser. Deine Enkelinnen haben sich endlich  gefunden…und deine Urenkelinnen wurden wieder Familie  ❤

 

 

 

 

Tierschutz

Die vergessenen Opfer der Waldbrände von Athen…wer hilft den Tieren?

Die schrecklichen Brände im Umland von Athen halten alle in Atem und stündlich gibt es neue, grauenhafte Einzelheiten.
Neben den menschlichen Dramen gibt es jedoch weitere Opfer. Sie leiden im Verborgenen und für sie gibt es leider nur sehr wenig Hilfe. Die Zahl der Tiere, die in den Flammen sterben oder schwere Verletzungen erleiden ist enorm.
Die kleinen Tierschutzvereine vor Ort haben meist auch in guten Zeiten nie genügend Futter für ihre Tiere und die Versorgung von schwer verletzten Tieren mit Brandwunden, die Unterbringung und Fütterung übersteigt ihre Möglichkeiten bei Weitem.
Alle halten gerade zusammen, Vernetzungen werden quer durch das Land und quer durch Europa erstellt, Tiere werden aufgenommen, einige Tierärzte behandeln kostenlos in ihren Kliniken und auch mein Verein, Frieden für Pfoten e.V., dessen Ziel es ist, Hilfe in Krisengebieten zu leisten, versucht zu helfen. Wir unterstützen unter anderem eine Wildtierstation, die verletzte Tiere aufnimmt.
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Hier ist ein Brief, den unsere griechische Partnerorganisation heute gesendet hat und ich wollte ihn gerne an euch weiterreichen.
Bitte vergesst die Tiere nicht ❤
“Jeden Sommer in Griechenland haben wir Angst vor den Bränden. Wir haben Angst vor Schmerz und Tod, die das Feuer verbreiten werden. Dem Tod der Natur … Tote Menschen, tote Tiere, tote Bäume, zerstörte Wälder …
Jeden Sommer, wenn der erste starke Wind einsetzt, dann gibt es Brände … Wir wissen noch nicht, ob Leichtsinn die Tragödie verursacht hat oder ob es vorsätzliche Brandstiftung war, um Wälder zu zerstören und so neues Land zu gewinnen, um mehr illegale Häuser zu bauen.
Sicher ist, dass wir mittlerweile mehr als 70 Tote zählen.
Kinder, die noch im Tod von ihrer Mutter umarmt wurden, die sie vor dem Feuer schützen wollte.
Ältere Menschen, die es nicht schafften, aus ihren Betten zu kommen.
Kleinkinder, die tot in Schaukeln hängen.
Tausende von verbrannten Häusern und zahllose Tiere, die einen qualvollen Tod fanden, angekettet in Höfen oder auf Balkonen.
Einigen von ihnen gelang es in der Todesangst, die Ketten zu zerreißen, nur um dann trotzdem in den Flammen zu sterben.
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Manche Tiere suchten in den Häusern Schutz und man fand sie dort, zu Asche verkohlt. Menschen ertrinken im Meer, bei dem Versuch, ihr Leben zu retten. Unzählige Menschen und Haustiere werden noch vermisst.
Die Zukunft scheint ungewiss und düster, aber wir möchten so rasch wie irgend möglich, etwas Erleichterung für die Qual und den Schmerz von Menschen und Tieren schenken und wir versprechen von ganzem Herzen, dass wir unser Bestes geben werden, um zu helfen, wo es nötig ist.
Bitte helft uns dabei!
Fay Volorou Team SCARS Athen”
Kennwort: Feuer

Danke für eure Hilfe !!!!!

Paypal: Info@friedenfuerpfoten.org
Frieden für Pfoten e.V. GLS Bank
IBAN : DE 41 4306 0967 1181 4659 00
BIC : GENO DE M1 GLS

 

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Tierschutz

Leben für Pfoten…adopt a friend from Mavropigi <3

Es ist schon ein paar Monate her, da fand ich in unserer Vereinspost ein Schreiben. Unser Verein Frieden für Pfoten e.V. widmet sich den Straßentieren in Krisengebieten. Daher sind erschütternde und traurige, verzweifelte und hoffnungsvolle Anfragen um Hilfe leider Routine. Eine traurige Routine, denn viel zu oft kann ich nicht helfen. Auch wenn sich jeder von uns noch so ins Zeug legt, auch wenn ich die Nächte zum Tag mache… meist muss ich bedauernd abschreiben.  Zu viel Elend überall und die Kapazitäten unseres kleinen Vereins reichen leider nur für wenige Brennpunkte. Aber dieser Brief war anders als die meisten. Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Freundlich, sachlich und mit nüchternen Worten schilderte jemand die Not der Hunde in einem verlassenen Dorf in Griechenland. Mavropigi. Das gesamte Dorf wurde von einer Gesellschaft aufgekauft, die Kohle abbaut und wird bald dem Erdboden gleich gemacht. Alle Anwohner sind längst weg. Zurück blieben viele Haushunde und dazu werden regelmäßig neue Tiere ausgesetzt. Das Dorf der verlassenen Hunde ist quasi ein Geisterdorf, eine Müllkippe für ungeliebte Vierbeiner, mitten im Nirgendwo.

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Die Not war groß. Viele der Tiere sind an Hunger und Krankheiten verendet, schrieb mir Chrissa. Manche  zerfleischten sich gegenseitig. Sie betteln abgemagert und verwahrlost um ein paar Streicheleinheiten, um ein paar Brocken Futter, wenn jemand sich erbarmt und den Weg in das abgelegene Dorf macht, um nach ihnen zu sehen. Sie haben nichts und niemanden, einzig zwei ehrenamtliche Helfer. Alexia, die ohne Fahrzeug ist und lange Busfahrten auf sich nimmt, ehe sie dann mit Paris ins Dorf fährt, die schweren Eimer mit Trinkwasser schleppt und wann immer möglich, Futter für die Tiere bringt.  Längst nicht jeden Tag gibt es Futter und längst nicht ausreichend für alle Tiere, manchmal nur Brot. Im Dorf ist weder Strom noch Wasseranschluss verblieben, was die Hilfe zusätzlich erschwert. Beide Helfer sind berufstätig und können oftmals erst nach Einbruch der Dunkelheit vor Ort sein.

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Wie hält man das nur aus,  fragte ich mich, und formulierte im Geiste eine freundliche Antwort. Ehrlich wäre gewesen: „Oh mein Gott…es tut mir so leid, aber das ist eine Nummer zu groß für unseren kleinen Verein. Über 60 Hunde und keinerlei Infrastruktur!“ Aber  das schrieb ich dann doch nicht an Chrissa sondern ich antwortete ihr:

Ich werde sehen, was wir tun können, bitte erwarte nicht zu viel…

So begann das Abenteuer Mavropigi. Ich bat Chrissa dann um Bild- und Video Material, stellte das Dorf, bzw die Hunde auf meiner privaten Seite vor und wir waren überwältigt von der Resonanz. Vielleicht gab es doch Hoffnung, vielleicht könnten wir zumindest ein bisschen Hilfe für die Hunde und auch für die beherzten Helfer auf den Weg bringen,  Alexia und Paris und auch Triantafyllia, die in ihrem kleinen privaten Shelter kranke und schwache Hunde von dort aufnimmt, bei ihrer schweren Aufgabe unterstützen.

Was dann passierte, hätte ich niemals zu hoffen gewagt. Zunächst kam aus unseren Reihen eine Soforthilfe. Geld, damit vor Ort Futter gekauft werden konnte  und Eva Maria organisierte spontan eine erste Palette mit Hilfsmitteln, die sie auf den Weg brachte.

Dann erklärte sich der Tierschutz Shop bereit, eine Aktion für die verlassenen Hunde dort zu starten und warb um Futterspenden. Nie werde ich den Anblick vergessen, als der riesige Truck, vollbeladen mit kostbaren Futtersäcken dort eintraf. Neben der wertvollen Fracht hatte der Truck auch etwas ganz wichtiges mit an Bord: Hoffnung!

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Alle Helfer vor Ort waren beflügelt von dem Gedanken, nicht mehr allein zu sein. Jeder von unserem Team Frieden für Pfoten e.V.  krempelte die Ärmel hoch, wir organisierten und koordinierten und ich hatte also eine neue Baustelle neben SCARS Athen.

Nachdem das Wichtigste  Problem dank Tierschutz Shop gelöst war, endlich genügend Futter, konzentrierten wir uns mit Chrissa auf die nächsten wichtigen Maßnahmen: Ein mobiler Wassertank für Mavropigi, eine Wasserleitung für das Shelter von Triantafyllia, um die tägliche Knochenarbeit des Wasserschleppens zu erleichtern.

Kranke Tiere wurden medizinisch versorgt,  Anti-Parasitenhalsbänder für alle Hunde angeschafft, Kastrationen bezahlt und da das Dorf sehr bald geräumt werden muss, wird gerade an den Umzäunungen für ein Ausweichgrundstück gearbeitet, wo die Tiere umgesiedelt werden können. All das ist logistisch ein Albtraum, da vor Ort alles nur sehr schwer organisiert werden kann. All das kostet die Helfer vor Ort unglaublich viel Kraft, es kostet viel Geld, …Geld, das erst aufgetrieben werden muss und alles ist Neuland. Aber Stück für Stück tasten wir uns vorwärts, um den Tieren eine Chance zu geben und den Helfern endlich die Option für langfristige Lösungen. Wieder einmal bin ich unglaublich dankbar für ein so wunderbares Team und eine so großherzige Community. Alles was wir benötigen, wird beigesteuert. Teamwork makes the dream work ❤

wasser

Heute ging eine neue Webseite online. Patricia stellt dort die Hunde von Mavropigi vor, die auf eine Adoption warten. Der nächste Schritt und ein ganz besonder schöner. Denn viele der Tiere sind menschenbezogen, freundlich und anhänglich und gehören weder in ein Geisterdorf noch in ein Shelter sondern in eine liebevolle Familie. Dabei möchten wir ihnen gerne helfen.  Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Auch das Ausweichgrundstück steht nur begrenzte Zeit zur Verfügung. Niemand weiß, was dann aus den Tieren werden soll. Aber wir sind entschlossen, die Herausforderung anzunehmen. Die Hunde von Mavropigi sind nicht vergessen!

serina

Hier ist der Link zur Seite. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr einmal vorbei schaut ❤

https://www.lebenfuerpfoten-adoptafriend.com/

 

Wenn ihr gerne helfen möchtet.

Kennwort: Mavropigi

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