Seelenmarzipan, Tierschutz

Jim Knopf und die 13 wilden Hühner … ein Hühner-Märchen…

„Jim Knopf? 13?  Nicht dein Ernst! Wow!!!“

so begann ein Telefonat, das ich kürzlich mit meiner lieben Freundin Nicole führte. Wir haben uns immer viel zu erzählen, denn sie wohnt am anderen Ende von Deutschland, im hohen Norden und teilt sich mit mir den Vorstandsposten im Verein Frieden für Pfoten e.V. . Gerade zieht Nicole mit ihrer gesamten Familie um. Zu dieser Familie gehören unter anderem auch 9 Katzen, drei Hunde, zwei Esel und ein halbblinder Feldhase und endlich hatten sie das perfekte Anwesen auf dem Land für den kleinen Zoo gefunden.

Die Vorbesitzer hielten einst offensichtlich auch Tiere auf dem Grundstück. Überall standen verlassene Käfige und Volieren, eine davon nicht ganz verlassen. Ein einsamer Hahn war zurück geblieben. Sein Kamm hing müde herab, aus Langeweile  hatte er sich die Federn ausgerupft und sein resignierter Blick traf meine Freundin mitten ins Herz. Warum nicht auch noch einen Hahn adoptieren? Er wurde zwar gefüttert aber niemand schien sich mehr zuständig zu fühlen und so wurde der Hahn aus seinem Gefängnis befreit und erhielt neben dem schönen Namen Jim Knopf auch die Gelegenheit, den großen Garten in Besitz zu nehmen.

Wirklich begeistert wirkte er über die neue Freiheit nicht, eher verloren und etwas ratlos.  Was soll ein Hahn ohne Hühner auch tun? Er hatte zwar nun wieder Ansprache, aber er wollte keine Menschen, er wollte Hühner! Nicole sah sich das Trauerspiel eine Weile an und beschloss dann, ihm Gesellschaft zu verschaffen.

Über unseren Verein Frieden für Pfoten hatte sie Kontakt zu Petra Degen, die sich sehr für ausgediente Batteriehühner einsetzt. Rettet das Huhn e.V. übernimmt ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen und vermittelt sie an tierliebe Menschen, die diesen Tieren ein artgerechtes, erfülltes Hühnerleben schenken möchten.

Die ausgemergelten Hennen aus den Legebatterien werden meist spätestens mit 16 Monate entsorgt.  Sie sind dann nichts anderes als ein lästiges Abfallprodukt der Eierindustrie, selbst für den Kochtopf wertlos. Für eine „Abwrackgebühr“ von 10 Cent werden sie brutal in Kisten gestopft, an den Schlachthof gekarrt, getötet und auf den Abfall geworfen.  „Ausstallung“, nennt sich das im Fachjargon der Branche. So sterben pro Jahr rund 45 Millionen Legehennen allein in Deutschland.

Der Verein Rettet das Huhn übernimmt jährlich  10 000 dieser Hennen aus kooperierenden Legebetrieben. Diese Hühner enden nicht ausrangiert und für wertlos befunden, unter den automatischen Messern des Schlachthofes sondern sie erfahren „Leben“.  Die Tiere, die nach nur 16 Monaten durch jüngere, „leistungsstärkere“ Hennen ersetzt werden,  dürfen zu Menschen, die ihnen ein Zuhause und artgerechtes Leben schenken.

Also schrieb Nicole Petra an und fragte nach Gesellschaft für Jim Knopf. Die Nächste Aktion des Vereins sollte erst im kommenden Jahr stattfinden. Das hätte bedeutet, Jim Knopf würde den Winter alleine verbringen müssen. Eine lange Zeit, für den einsamen Hahn. Aber es gibt noch weitere Vereine, die retten und  Petra stellte den Kontakt zu “Stark für Tiere” her. Für zehn Hühner bot Nicole dort einen Platz an. Da die geplante Rettungsaktion kurzfristig um einige Wochen verschoben wurde und weil Jim Knopf ihr in seiner Einsamkeit so leid tat, wurden schließlich erst einmal drei Hühner von einem Arche Hof in der Nähe übernommen.

An einem sonnigen Herbstnachmittag stellte Nicole die drei  geretteten Hennen Jim Knopf vor und dann ereignete sich ein kleines Wunder. Binnen kürzester Zeit schwoll sein kleiner Kamm wieder in die Senkrechte, er stolzierte mit geschwellter Brust und aufrecht, stolz vor seinen drei Hühnern vorneweg über den Hof, kümmerte sich rührend um sie und lebte mit jedem Tag mehr auf. Auch die drei Hühner entwickelten sich prächtig.  Gemeinsam mit „ihrem“ Hahn pickten und  gackerten sie glücklich, als hätten sie nie etwas anderes gekannt und mit jedem Tag wurden sie selbstbewusster und zutraulicher. Schließlich begann Jim Knopf wieder zu krähen!
Jim Knopf3

 

Die Metamorphose der kleinen Hühnerschar berührte Nicoles Herz. Daher freute sie sich bereits sehr auf die nächste Rettungsaktion, durchgeführt von dem Verein „Stark für Tiere“, in Hamburg. An diesem Wochenende erhielten 450 weitere ausrangierte Legebatterie Hennen aus einem Freilandhaltungsbetrieb dort die Chance auf ein neues Leben und konnten dem Schlachthof entgehen, wenn sich für sie ein passendes Zuhause findet. Die Hennen wurden gegen eine Spende in artgerechte Haltung abgegeben und Nicole stand mit ihrer Box bereit, die wertvolle Fracht zu übernehmen.

Jim Knopf Freiheit

JimknopfNicole

Heute zogen also weitere 10 Hennen im Stall ein, die Jim Knopfs „Wilde 13“ komplett machen und die nun Nicoles Zoo bereichern. Stellvertretend für die Millionen anderen ausgebeuteten und missbrauchten Legehennen dürfen sie jetzt ein wenig Glück erfahren und ein Hühnerleben, wie es eigentlich sein sollte. Dankeschön dafür , Nicole ❤

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Jim Knop führt seine „wilde 13“  zum ersten gemeinsamen Spaziergang aus …

 

 

 

Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert:

http://www.rettet-das-huhn.de/

http://www.stark-fuer-tiere.de/

Was wäre, wenn Hühner schnurren könnten?

 

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Reif für die Insel…aber sowas von…

Es heißt, wenn man liebt, was man beruflich tut, dann muss man keinen Tag seines Lebens arbeiten, denn es wird immer Spaß machen. Das ist natürlich Quatsch!

Ich liebe, was ich beruflich mache, denn die Arbeit mit Immobilien, der Kontakt mit Handwerkern und Mietern und immer neuen Projekten ist abwechslungsreich und anspruchsvoll und geht mir leicht von der Hand. Deshalb suchte ich mir als Freizeitaktivität eine Tätigkeit, die mich ein wenig mehr fordert. Ich wollte nach Feierabend die Welt  retten, etwas bewegen und meinen Beitrag leisten…und obwohl ich es liebe, lernte ich nach einem langen Berufsleben dann schließlich doch noch kennen, was es wirklich heißt, hart zu arbeiten.

Das Wort Spaß würde ich im Zusammenhang mit Tierschutz eher weniger verwenden. Freude, oft Dankbarkeit, vielleicht eher. Meist fallen mir aber dazu Begriffe wie Ärger, Zorn, Verzweiflung, Resignation oder Frustration ein. Heute zum Beispiel, hatte ich mir vorgenommen, endlich für den Urlaub zu packen, dabei schöne Musik zu hören, am Nachmittag  noch einen Spaziergang um das schöne Wetter auszunutzen und Abends vielleicht nach der Post schauen.  Heute einmal nicht so viel arbeiten, die letzten Wochen waren hart.

Guter Plan! Er hat nur nicht ganz so funktioniert, wie gedacht. Denn die erste Hiobsbotschaft morgens am Handy, beziehungsweise die Schadensbegrenzung dieser Hiobsbotschaft, zog sich bis Mittags hin, dazwischen wieder 1001 Anfragen, teilweise flehende Bitten an mich,  für diesen und jenen Hund/Shelter/Katze/Flugpaten/Event/Vermittlung einen Kontakt herzustellen, etwas zu schreiben oder weiterzuleiten, was ich natürlich prompt erledigt habe, dann ein paar Telefonate, sehr angenehme und einige unangenehme, doch noch heute die Vereinspost beantworten, denn Spender und potentielle Adoptanten lässt man NIEMALS warten, jedenfalls nicht in meinem Verein und dann war es auch schon Nachmittag. Gepackt hatte ich noch nichts.

Vorher wollte ich mit unseren Partnern in Athen kurz das eine oder andere besprechen oder abzugleichen, es gab heute jede Menge Notfälle, die auf die Vereinsseite sollten, Texte, die auf Übersetzung warten, Anfragen über Anfragen,  und wieder Telefonate, angenehme und unangenehme. Wieviel Geld haben wir eigentlich gerade? Reicht es für die geplanten Anschaffungen, was machen Notfall XY, wie laufen die Flugpatenschaften? Für meinen eigenen Urlaub habe ich natürlich auch noch kurzfristig eine Flugpatenschaft angeboten und jetzt mussten die Nachfragen dazu beantwortet werden. Gepackt hatte ich nach wie vor nichts.

Immerhin habe ich es geschafft, zwischen all dem noch Einkaufen zu gehen, ehe die Läden schließen. Luna würde mir nie verzeihen, wenn ihr Lieblingsfutter ausgehen würde und da sie sich am Rechner immer wieder in Erinnerung bringt, ist sie die einzige in der Familie, die bestens versorgt ist. Alles andere muss zurück stehen, denn eigentlich läuft mittlerweile jeder einzelne Tag so ab.

Unterbrochen nur von meiner beruflichen Arbeit oder wenn ich tatsächlich einmal wieder privat etwas unternehme… aber immer tickert das Handy mit. Auch am Abend oder spät in der Nacht, ganz gleich, wo ich mich befinde und mit wem ich zusammen bin. Jeden Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Das ist verrückt, ich weiß …aber das Rad, das wir mittlerweile drehen, ist immens groß geworden und hilft an so vielen Orten, nur wenn ich  zu jedem Zeitpunkt informiert bin, reagieren, antworten, delegieren kann, läuft der Laden. Ein paar Mal habe ich bereits ausprobiert, was passiert, wenn ich nicht erreichbar bin… nie kam etwas dabei heraus, was mir gefallen hat…und den meisten anderen auch nicht 😉 .

Ach ja, gepackt wurde heute natürlich nichts mehr. Auch nicht spazieren gegangen, weil der Nachmittag genau wie der Abend  ablief, nämlich wie der Vormittag geendet hatte. Mit Arbeit für den Verein, für Tiere. Ein ganz normaler Tag.

Und jetzt ist irgendwie der Akku auf rot. Ich kann keine Facebook Posts mit Katzen oder Hunden oder anderen Tieren mehr sehen, obwohl ich selbst täglich zig davon verfasse. Ich will keine geschundenen, gequälten Tiere mehr sehen. Ich möchte gerade keine Nachrufe mehr verfassen und auch keine Aufrufe. Ich möchte nicht mehr beständig darum gebeten werden, dringend einen Notfall zu vermitteln, bei irgendetwas  zu helfen und ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich es nicht kann oder nicht gleich kann. Möchte nicht mehr nonstop irgendetwas für irgendjemanden ermöglichen. Ich bin müde, zum tausendsten mal das Gleiche erklären zu müssen oder mich zu erklären. Ich mag mich gerade auch nicht mehr rechtfertigen, für alles, was wir tun. Ich bin erschöpft davon, dafür zu sorgen, dass es im Team rund läuft, jeder über alles informiert ist und alle an einem Strang ziehen, mich  pausenlos zu bedanken für etwas, das gar nicht ich sondern jemand anderer erhält.  Erschöpft, nonstop für andere um etwas zu bitten, was sie dringend zum Überleben brauchen, für jedes Problem Anlaufstelle zu sein. Ich will nicht mehr rund um die Uhr  erreichbar sein. Aber vor allem, will ich eine Zeit kein Elend mehr sehen und hören…und fühlen  …

Das Ganze nennt sich wohl Tierschutz Burnout und die alten Hasen unter den Tierschützern wissen worüber ich hier schreibe. Viele werden krank, einige wunderlich oder hart, manche aggressiv aber alle verlieren wir uns selbst über dieser Aufgabe.

Deshalb mache ich jetzt Urlaub. Seit es unseren Verein gibt, lief selbst im Urlaub  alles ab, wie Zuhause, nur in netterer Umgebung. Eingecheckt, WLAN gesucht, mich bei meinen Mitreisenden entschuldigt, Handy und Laptop auf den Tisch …und same procedure. Diesmal wird es wohl etwas anders ablaufen, auch wenn wenn es mir schwer fallen wird. Aber Abstand muss sein. Für ein paar Tage möchte ich wieder das Gefühl zurück haben, mein eigenes Leben zu leben.

Der nächste Blog wird ein Urlaubsblog, …ausnahmsweise ohne Katzengeschichten aber dafür mit  Pina Colada Testberichten und anderen wichtigen Dingen des Lebens, die ich mittlerweile fast vergessen habe.

Aber jetzt sollte ich langsam wirklich beginnen zu packen.

Fortsetzung folgt ❤

Time for change

 

 

 

 

Seelenmarzipan, Tierschutz

Warum ich niemals Pflegestelle für ein Tier sein werde.

Alle lieben unsere Happyend Bilder. Ich auch, und hinter jedem einzelnen von ihnen steht eine Geschichte voller Leid, Angst, Hoffnung und oft auch Tränen, die sich dank einer wunderbaren Fee in ein Märchen verwandelt hat.

Wer in diesen Märchen dann oft vergessen wird, das sind die Pflegemütter, die hinter  diesen Rettungen stehen, sie sind die wahren Märchenfeen und ohne sie wäre all das nicht möglich.

Es sind die Menschen, die ohne zu zögern, ein krankes, verflohtes, stinkendes kleines Bündel Elend aufnehmen, es mit allem versorgen, was ihnen zur Verfügung steht…oft ist es nicht viel… die nie wissen, ob eine weitere Sterbebegleitung nun ihr Herz schwer machen wird oder ob sie Hoffnung und Leben schenken können.

Sie nehmen auf und stellen keine Fragen. Sie werben für ihre Schützlinge unentwegt um Futter, medizinische Behandlung und vor allem um eine Adoption. Teilweise betteln sie sogar, denn nicht alle kleine Orgas sind so gut aufgestellt, dass Futter und medizinische Behandlung für jeden Notfall zur Verfügung steht.

Und wenn sich dann alles gefügt hat, wenn ein Adoptant gefunden wurde und der große Moment gekommen ist, wenn sie das Tier in eine Box setzen, das sie mit so viel Liebe dem Tod entrissen haben und manchmal mit unfassbarem Einsatz gesund gepflegt,  wenn sie weinend am Flughafen stehen  und wissen, sie sehen  ihren Schützling nie mehr… dann bewundere ich die Kraft und die Stärke dieser Frauen.

Sie leisten nicht nur körperlich sondern auch emotional Schwerstarbeit. Sie übernehmen Verantwortung, die andere ablehnten und sie sind die rettenden Engel, denen ich nur zu gerne beistehe, damit sie ihre Arbeit unter leichteren Bedingungen ausüben können, mehr Platz, mehr Futter, mehr Medikamente , mehr Adoption.. letztlich dann aber auch mehr Herzschmerz. Jeder Abschied ist aufs neue ein großer Einschnitt und in diesem Moment ist auch der Gedanke an das schönste Zuhause, die beste Zukunft für ihre Schützlinge nur ein kleiner Trost.

Spätestens am Heimweg vom Flughafen, wenn links und rechts am Straßenrand bereits die nächsten Elendsgestalten kauern, lässt der Schmerz nach, die Freude über die wunderschöne Zukunft ihrer Fellchen und die wunderbaren Adoptanten überwiegt und der Gedanke beflügelt, nun wieder einen Platz für den nächsten Notfall frei zu haben.

Daher meine Bitte an alle Adoptanten, ganz gleich, bei welcher Organisation. Denkt an die Pflegemütter, schenkt ihnen ab und an ein Bild, eine Rückmeldung. Es bedeutet ihnen mehr, als ihr euch vorstellen könnt und ich bin sehr froh, dass wir in unserer Organisation einen sehr engen und schönen Austausch zwischen Pflegemüttern und Endstellen pflegen, der beide freut und der das Loslassen sehr viel leichter macht.

Ich persönlich könnte nicht loslassen und würde daran zerbrechen. Die Vorstellung, eine Katze oder einen Hund in der Familie aufzunehmen, sie über Monate zu pflegen , alle kleinen Eigenheiten zu kennen und zu lieben und sie dann in eine Box auf Nimmerwiedersehen zu fremden Menschen zu schicken, würde ich emotional nicht bewältigen und damit wäre meine Pflegestelle in kürzester Zeit verloren, für alle Notfälle die warten. Ich wäre der klassische „Pflegestellenversager“, wie wir dieses Verhalten nennen.

Chapeau an alle beherzten Pflegemütter- (und Väter) , die dieses Opfer immer wieder aufs neue bringen. Ihr seid wunderbar ❤

 

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Ein letztes mal Pfötchen geben für die Pflegemutter, ehe es auf die Reise geht…

 

Katze, Seelenmarzipan, Tierschutz

Briefe an Valerion…

Für Valerion…1

Liebster Valerion,

du magst Dir vielleicht allein und vergessen vorkommen, isoliert von den anderen Katzen, krank und voller Sehnsucht nach dem einzigen Menschen, der dich je geliebt hat…aber das bist du nicht!
Du bist nicht verlassen!
Das Problem ist nur…um dir zu helfen brauchen wir einen Engel oder ein Wunder, am besten beides!

Martha hat dich in die Cattery gegeben, weil du so verzweifelt auf der Suche nach Liebe warst, dass du in Konkurrenz mit den vielen anderen Katzen auf der Pflegestelle kamst und einer von ihnen hat dich sogar angegriffen.
Sie hat dein Leid gesehen, dich von der Straße geholt, zu allen OP s und schlimmen Prozeduren begleitet. Sie hat auf dich gewartet, wenn du wieder in der Klinik warst und sie wünscht sich wie wir alle, endlich ein kleines bisschen Glück, Geborgenheit und Gesundheit für dich.

Die Menschen, die dir so in dein kleines Gesicht traten, als du arglos auf der Straße nach Futter und Zuneigung gebettelt hast, haben ganze Arbeit geleistet. Das Loch in deinem Gaumen, verursacht durch die Knochensplitter des Nasenbruchs, ist trotz OP bis jetzt nicht behoben. Du wirst eine zweite benötigen. Vielleicht.
Die Medikamente gegen die dadurch immer wieder aufsteigenden Entzündungen im Rachenraum haben dir weitere Probleme verursacht. Du niest und rotzt, hast offene Wunden und stehst daher nicht auf der Top 10 der Adoptionswünsche. Du hast FIV, was zwar nicht wirklich ein Hindernis ist, aber für manche Menschen, die nicht so gut informiert sind, ein weiteres Hindernis darstellt.
Wir wissen, was du für ein wunderbarer kleiner Kater bist, wir haben dein großes Herz, deine Geduld und Würde kennengelernt. Auch deinen Lebenshunger und Kampfgeist. Wir wissen, dass du trotz FIV verträglich mit anderen Katzen leben kannst und auch leben möchtest!

Du bist etwas ganz besonderes und nur zu gern würden wir wieder gut machen, was das Leben und die Menschen dir bisher zugemutet haben. Wir arbeiten daran, lieber Val!
Am Geld soll es nicht scheitern! Wir geben gern alles was wir ermöglichen können für deine Behandlung.

Aber wir suchen den Engel, der dich aufnimmt und dich auf dem Weg zum gesund werden begleitet, einen Engel, der sich nicht von deinem Schnupfen abgestoßen fühlt sondern dich so liebt, wie du bist und der deine unerschöpfliche Zuneigung genießt.
Wir suchen nach dem Wunder, dich nach Deutschland zu holen, eine Behandlung in der besten Tierklinik zu ermöglichen, dich irgendwann gesund und mit glücklichen Augen von einem Happyend Bild schnurren zu sehen.

Daran arbeiten wir lieber Val und senden dir Grüße und Zuversicht.
Halte noch ein wenig durch…es gibt einen solchen Engel…wir müssen ihn nur für dich finden!

PS: Für mich bist du einer der Schönsten 
In Liebe
Bettina

Für Valerion…2

Liebster Valerion,

auch wenn du dich einsam und hoffnungslos fühlst, es passieren wunderbare Dinge für dich und du musst durchhalten, mein Kleiner! Vielleicht gibt es dir Kraft und Trost, wenn ich dir schreibe, was wir gerade alles für dich unternehmen.

Wir hatten stets gehofft, die Zeit und deine erste OP würde es richten und du erholst dich bei SCARS. Deshalb haben wir mit einer Adoption für dich abgewartet. Du solltest gesund in dein neues Zuhause reisen. Ich fühle mich schuldig, weil ich dein wichtigstes Bedürfnis übersehen habe:
Vor allem anderen hast du dich nach Liebe und Geborgenheit gesehnt und deine endlosen Aufenthalte in der Klinik, das ständige Kommen und Gehen von anderen sehr bedürftigen Katzen, hat dich verunsichert und weiter geschwächt, du wurdest gemobbt und schließlich sogar auf eine andere Pflegestelle gesetzt. Der Krankenkäfig wurde dein Gefängnis und wir möchten dich endlich da heraus holen.

Der Mensch, der dich so misshandelt hat, wird wohl nie seine gerechte Strafe erhalten aber wir versuchen wieder gut zu machen, was dir widerfahren ist. In Athen wie in Deutschland bist du nun Chefsache.
5 Menschen sind gerade damit beschäftigt, für dich Flug, Behandlung und ein Zuhause zu finden. Es wird riskant, es wird sicher unangenehm, …noch eine weitere OP für dich, noch einmal die gefürchtete Klinik…
Ich möchte ehrlich zu dir sein: Ja, du könntest vielleicht sogar sterben. Wir wissen aber beide, dass du das sowieso gerade vor hast und daher werden wir diese Chance nutzen! Wir werden es wagen, denn du kannst wieder gesund werden.
Stell dir vor Valerion, ohne Schmerzen, mit einem eigenen Menschen, bei dem du nach Herzenslust kuscheln kannst, frei im Haus alles erforschen, zusammen mit netten Katzenfreunden und bei jemandem, der dich so liebt, wie du bist. Für immer 

Nafsika kümmert sich in Athen weiter um deine Versorgung, Micaela sucht auf Hochtouren nach einem Zuhause und einem Flug für dich und Gitta nach der besten medizinischen Option.
Ich werde in der Zwischenzeit die Menschen hier um Hilfe für deine Behandlung bitten. Ich habe zwar noch keine Ahnung wie…aber du wirst alles erhalten, was du brauchst um gesund zu werden. Wir schaffen das! DU schaffst es!
Daran musst du fest glauben, Valerion!
Das Leben und die Menschen waren bisher nicht gut zu dir, du kennst nur Schmerz und Einsamkeit …aber Du bist jung, du bist stark und du hast es so verdient, glücklich zu sein!
Bitte glaub an dich, denn ich tue das, seit ich dich zum ersten Mal gesehen habe, seit Martha und Rena dich von der Straße geholt haben.
Bald holen wir dich. Und jetzt kämpfe!

In Liebe
Bettina

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Aufreger, Tierschutz

Gebt uns eure Stimme…Warum ich diese Wettbewerbe hasse!

Wer kennt sie nicht auf Facebook, die 1001 Bettelposts? Es geht um Tiere, die sterben wenn nicht gespendet, geimpft, operiert, kastriert oder gefüttert wird. Sie kommen aus aller Herren Länder und sind meist der erste Eindruck, den ein Facebook Nutzer von der Szene hat.

Wer kennt sie nicht, die tollen Wettbewerbe, bei denen Firmen durch die Hintertüre Werbung erhalten, Adresse oder Telefonnummern generieren und zur allgemeinen Belustigung dann alle Bedürftigen Vereine gegeneinander antreten lassen. Die Resonanz ist meist ausgezeichnet. Fast jeder macht mit, besonders Tierschutzvereine.

Was bleibt Menschen auch viel anderes übrig, die in Ländern leben, in denen Otto Normalverbraucher selbst nicht das Notwendigste hat, um in Würde zu überleben, wo Krankenhäuser und medizinische Versorgung auch für Menschen Luxus sind und mehr Tierelend und Grausamkeit in einer einzigen Straße zu finden ist , als bei uns die meisten in ihrem Leben je sehen werden. Was bleibt ihnen anderes übrig, als nach jedem Strohhalm zu greifen, wenn sie dem Sterben und Leiden nicht mehr länger zusehen können oder wollen?

Mit etwas Glück finden diese Menschen sich in Gruppen zusammen, viele bleiben notgedrungen Einzelkämpfer, weil ihr Herz für Tiere in ihrem Land als exzentrische Neigung angesehen wird, im günstigsten Fall belächelt oder ignoriert, oft aber auch angefeindet und bekämpft. Mit noch mehr Glück wird irgendwo jemand aus einem wirtschaftlich besser gestellten Land auf die Bemühungen aufmerksam und beschließt, zu helfen. So entstehen die meisten Vereine, die im Ausland tätig sind. Es sind Bündnisse, zwischen denen, die vor Ort leisten und denen, die aus der Ferne versuchen, den Nachschub zu ermöglichen. Für mich eine Zusammenarbeit mit der Creme de la creme der Vorzeige Europäer ❤

Die meisten meiner Kontakte sind nicht nur fließend sondern exzellent in Englisch, oft auch in weiteren Sprachen. Sie haben Hochschulabschlüsse und sind vertraut damit, wie man Internet Auftritte erstellt oder komplizierte Reise- und Zollabwicklungen macht. Aber vor allem haben sie das Herz am rechten Fleck und Augen, die wirklich sehen! Sie sind einzig bedingt durch die Umstände, die sie nicht zu verantworten haben, zu „Bittstellern“ geworden. Die Angst, einmal erhaltene Kontakte wieder zu verlieren raubt so manchen von ihnen den Schlaf, denn es bedeutet nicht mehr oder weniger, als den Tod ihrer Tiere, die sie genauso lieben, wie wir unsere Seelentiere zuhause auf der Couch. Auch ich würde für meine geliebten Tiere so so ziemlich alles tun und am Ende tun wir es dann gemeinsam. Und da Unzuverlässigkeit die einzige Konstante ist bei dieser Arbeit, versuche ich für jeden Unterstützer, den wir wieder verlieren,  zwei neue zu gewinnen.  Zwischen allen Ungewissheiten benötigen diese Menschen mehr als alles andere eine Konstante, jemand der nicht nach Laune über Zuwendungen entscheidet, mal hier mal da wechselt sondern ein stabiles Fundament, um etwas von dem immensen Druck und der Belastung zu verringern, die jeden Tag aufs neue Kraft zehrt.

Nichts im Tierschutz ist für die Ewigkeit und so mancher Spender binnen Sekundenfrist bereit, die Lager zu wechseln und die Tiere im Stich zu lassen, wenn ihnen irgendetwas, irgendjemand in der Helferkette nicht gefallen hat, aus Gedankenlosigkeit oder wenn sie schlicht das Interesse verlieren und andere Schwerpunkte setzen. Ich erlebe es jeden Tag aufs neue. Nichts im Tierschutz ist zuverlässig, nur die Gewissheit, dass ohne beständige Hilfe keine Veränderung stattfinden kann, alle im harten Wettbewerb stehen und allein gelassen wurden, von einer Welt und einer Politik mit anderen Schwerpunkten.

Daher hasse ich diese Wettbewerbe, in denen große Firmen die armen Vereine auffordern, um Likes oder Kommentare zu kämpfen. Dem Gewinner winkt Geld. Geld, das alle Teilnehmer benötigen und in  den Beiträgen dazu ist anschaulich ersichtlich, wie verzweifelt alle kämpfen, wie dringend jeder jeden Cent braucht und auch, dass es täglich mehr werden, die um Hilfe für ihre Tiere bitten, ja fast betteln müssen. Mir kommt es immer ein wenig so vor, wie Brotkrümel auf die Straße werfen, für ausgehungerte Vögel, und dann belustigt dem Kampf zusehen. (Eine ganz persönliche Wahrnehmung zu solchen Veranstaltungen, daher bevorzuge ich Projekte auf Augenhöhe, wenn ich bei einem Unternehmen persönlich um Spenden werbe.)

Allein gelassen von Politik und der breiten Öffentlichkeit spielt sich diese Schlacht, denn bei genauer Betrachtung ist es nicht mehr oder weniger, als ein einziger Kampf,  jeden Tag aufs neue ab und alles, worum wir betteln sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wer die Ausgaben  unserer Regierung aufmerksam studiert, der wird den Posten für Tierschutz und angemessene  Hilfe für Straßentiere in der EU schmerzlich vermissen. Diese Aufgabe wird allein uns „Bittstellern“ überlassen.

Aber keiner von uns ist auch nur annähernd ein Bittsteller. Wir werden sehr gerne als solche behandelt und auf den ersten Blick mag es so aussehen… schließlich leben wir von der Hand in den Mund und sind Abhängig von der Laune und Gutwilligkeit unserer Unterstützer….

Genau genommen, sind wir jedoch unentlohnte, hochqualifizierte  Arbeiter, wir  arbeiten gemeinsam an verschiedenen Fronten, mit anspruchsvollem Wissen  und unglaublichem Engagement….

…nicht für uns, nicht für unsere Partner vor Ort sondern einzig für die Tiere! Wir sind nur deshalb gezwungen, beständig zu betteln, an Wettbewerben teilzunehmen und kostbare Zeit mit der Jagd nach Unterstützung und Unterstützern zu verbringen, anstatt sie direkt für die Hilfe zu verwenden, weil Politik und Gesellschaft versagen. Wir tun es mit Stolz und freiwillig für die, die ohne Stimme sind. ❤

Dankeschön an alle, die es gerade wieder mit uns gemeinsam tun, die gerade wieder für uns abstimmen und Zeit investieren, damit im nächsten Winter ein paar Tiere in eisiger Kälte und ohne Unterschlupf satt werden dürfen. Ihr seid so wunderbar!!!! Das einzige, was ich den Wettbewerben abgewinnen kann, ist der klare Blick, den sie mir durch das Abstimmverhalten über jede Community vermitteln, es ist immer gut, sich daran zu erinnern, wer die wirklichen Freunde sind, wenn man sie benötigt… ansonsten würde ich gern darauf verzichten. Die Firmen könnten auch einfach so spenden… nur mal so erwähn  ;-).

Wenn ihr euch für meine Projekte interessiert, die Webseite ist http://www.friedenfuerpfoten.org. Es gibt viele Artikel dazu auf diesem Blog und auf FB treffen wir uns im Freundeskreis SCARS, einfach um Aufnahme bitten, wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserer Community ❤

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Tierschutz

Ich hasse meine „Katzenfirma“ aber ich liebe meine 1000 Katzen <3

Es gibt viele Bereiche, in denen sich Menschen beherzt für Tiere engagieren. Einer davon ist die Arbeit für die Straßentiere, die zu Millionen erbärmlich auf den Straßen von Europa vegetieren. Verletzt,  misshandelt, verstümmelt, blind und immer hungrig und durstig. Die Straßen Europas sind ein einziges Sterbehaus für die Tiere, die das Pech haben, dort geboren zu werden. Ich denke, niemand der in Sachen Auslandstierschutz tätig ist, konnte sich vorher in seinen kühnsten Albträumen vorstellen, mit welcher gewaltigen Aufgabe er konfrontiert wird.

Am besten lässt sich diese Aufgabe wohl mit dem Begriff Sisyphos Arbeit verdeutlichen. Besagter Sisyphos hatte den Gott Zeus verärgert und wurde dafür bestraft, indem er ihn einen riesigen Stein den Berg hoch rollen ließ. Naturgemäß keine leichte Aufgabe. Immer, wenn er die harte Arbeit erledigt hatte, den Gipfel samt Stein erreichte, rutschte ihm der Felsbrocken aus den Händen, rollte wieder bergab und Sisyphos musste von vorn beginnen. Immer und immer wieder. So fühle ich mich die meiste Zeit.

Es gibt keinerlei staatliche Hilfe, wir alle leisten privat und allein die Gründung eines Vereins in Deutschland, der benötigt wird, um Spendenquittungen ausstellen zu dürfen, wird mit so vielen Hürden versehen, dass man eigentlich nur jedem davon abraten kann. Jeder Verein ist in erster Linie mit steuerlichen und gesetzlichen Vorgaben aufwändig wie ein kleiner Betrieb und wer nicht als Chef taugt, der sollte besser die Finger davon lassen. Die geleistete Arbeit  wird nicht honoriert dafür häufig kritisiert und sie wird gemessen an der gewaltigen Aufgabe immer zu wenig sein.

Nachdem ich das Elend der Tiere und die Anstrengungen der Helfer vor Ort gesehen hatte, nahm ich mir also vor, diesen verdammten Felsbrocken am Berg festzutackern, ein Projekt so auf die Beine zu stellen, damit die ewigen Zitterpartien um Futter, Platz und Kastration irgendwann zumindest an einem Ort der Vergangenheit angehören, weil genügend Menschen den Stein jeden Tag aufs neue hochrollen. Die vor Ort, die leisten und die Unterstützer hier, die beitragen. Diese Menschen wollte ich finden. Das konnte ja nicht so schwer sein, für eine so tolle Sache…dachte ich. Und ich fand sie tatsächlich, finde jeden Tag neue, die beitragen möchten und wohne seither auf Facebook und die „Katzenfirma“ bestimmt mein Leben.

Wie so manch anderer in dieser Position verbringe ich im Schnitt täglich 6 bis 8 Stunden, meist deutlich mehr damit, zusätzlich zu meiner Arbeit für den Gelderwerb diese Firma zu führen, alle zusammenzuhalten, zu informieren, zu koordinieren, immer und immer wieder aufs neue zu werben und zu erklären und gleichzeitig mit den Aktiven vor Ort Infos auszutauschen, über jedes Tier, jede Aktion, was wir haben, was wir brauchen, Todesfälle unter den Tieren, Neuzugänge, Adoptionen, Lieferungen und tausend Dinge mehr.

Es interessiert die hungrigen Tiere nicht, ob es in den Gruppen und zwischenmenschlich knirscht, ob jemand von uns krank ist, ausfällt, andere Prioritäten hat oder schlicht die Schnauze voll… auch nicht, ob es wieder neue exorbitante gesetzliche Auflagen gibt. Auch mich darf es nicht interessieren, denn nur wenn die „Katzenfirma“ wie ein Uhrwerk funktioniert, gibt es am Monatsende genügend Werbung, Futter, Geld und Unterstützung um alle am Leben zu erhalten, manche ins Glück zu schicken und durch Kastration neues Leid zu verhindern.

Andromeda

 

Die Liste der Dinge, die dafür zu beachten sind, die ich nicht darf und die, die ich muss, ist mittlerweile unendlich lang. Jeder, der neu bei uns in den engeren Kreis eintritt, ist erstaunt, was hinter den Kulissen einer florierenden „Katzenfirma“ an Arbeit nötig ist und welches Maß an Koordination und Zusammenarbeit.

Jeder, der beiträgt, ganz gleich an welcher Stelle der Helferkette, hat seine ganz eigenen Vorstellungen. Aber wenn auch nur einer aus unserem Vorstands Team loslässt, ist der Stein wieder im Abgrund, denn wir brauchen für diese Aufgabe jede Hand. Sie tun es nicht und allein das ist der Grund, warum unser kleiner Verein bisher so unglaublich viel auf die Beine stellen konnte.

Gäbe es gesetzliche Vorgaben in Europa, würde die Lage komplett anders aussehen. Aber ganz gleich welche Partei, sie lässt die Tiere und alle Helfer im Stich, führt vollmundig Tierschutz im Wahlprogramm aber verlässt sich darauf, dass das Heer der Sisyphos Helfer diese Aufgabe allein und ehrenamtlich übernimmt, denn was sind schon ein paar  Millionen elend verendete Tiere jährlich und ihr unsagbares Leid, gegen all die anderen „wichtigen Dinge“,  die großzügig subventioniert und geregelt werden, wie die vorgeschriebene Gurkenkrümmung in der EU oder genderneutrale Toiletten in Großstädten. Unsere Gesellschaft hat die Prioritäten klar definiert und Tiere sind es offensichtlich nicht.

Daher an dieser Stelle ein dickes Danke an alle, die sich trotzdem dieser undankbaren, unerfüllbaren aber sehr erfüllenden Aufgabe widmen, die aktiv beitragen, die spenden und mitwirken.  Jedes Leben zählt und irgendwann in ferner Zukunft, wird man sich an diese Zeit erinnern und sich fragen:

„Wie konnten sie das zulassen und warum hat niemand etwas unternommen?“

Dann kann meine Enkelin oder Urenkelin einmal stolz sagen…“Nicht alle Menschen waren gleichgültig, einige haben bereits damals etwas unternommen!“

Bis dahin rollen wir den Stein…jeden Tag aufs neue… und freuen uns über jede Hand, die uns bei dieser Aufgabe unterstützt.

Als einzelner sind wir nur ein kleiner Tropfen…gemeinsam ein ganzer Ozean!

valerion1
Valerion ist einer von vielen Schützlingen, bei SCARS, Athen,  der auf Adoption wartet

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Dankeschön Claudia und Nicole, die mit mir angetreten sind, Verantwortung zu übernehmen und den Stein jeden Tag aufs neue mit anpacken.  ❤

 

 

 

Lifestyle, Seelenmarzipan

Rama dama…für Fortgeschrittene <3

„Rama dama“ ist ja eigentlich nur für die interessant, die es erst dazu kommen ließen, dass ein gründliches und kompromissloses Aufräumen notwendig wurde. Ganz gleich ob man Schuttberge, seine Schränke, den Freundeskreis, sein Arbeitsteam oder seine Lebenseinstellungen neu sortiert…vorher musste erst einmal ein gewisses Mass an Schutt und Unbrauchbarem angesammelt werden.

Eine Disziplin, in der ich Meister bin. Meine Schubladen würden jedem Krämerladen Konkurrenz machen, mein Kleiderschrank war einst so wohl sortiert und geordnet, wie ein  Ausverkaufslager bei Zara, mein Freundeskreis riesig aber nicht unbedingt rund und nicht unbedingt alles Freunde und einige meiner Lebenseinstellungen und Denkweisen brachten so manchen, der es gut mit mir meinte, zum Weinen…

Dann fing ich also irgendwann an mit dem Rama dama und mit jeder neuen Aktion wurde alles klarer. Zwar deutlich weniger von allem, aber brauchbarer, übersichtlicher und angenehmer. Manches musste ich neu anschaffen, vieles wurde neu entdeckt, verborgen und vergessen, zwischen dem Gerümpel. Und als ich vor einer Weile begann, endlich auch meine Lebenseinstellungen zu sortieren, welche davon ich mit in das letzte Drittel meines Aufenthalts hier nehmen sollte, welche mir gut tun und mit welchen ich mir selbst schade, da war ich erstaunt, was nach all dem Rama dama doch noch übersehen worden war. Es ist nach wie vor sehr ungewohnt für mich, unbequeme Dinge, wie ich worüber denke, einfach anzusprechen, Dinge einzufordern, selbstverständliche Dinge, wenn ich sie vermisse. Auch Respekt.

Ich denke, ich war eher so der Typ,  „wandelndes Diplomaten Corps“  bisher. Verbindlich, effektiv und  ein Großteil der zwischenmenschlichen Verhandlungen war daher natürlich äußerst erfolgreich aber nicht zwingend für mich selbst. Ich war oft beleidigt oder verletzt, wenn nicht gehört wurde, was ich NICHT sagte. Jetzt sind andere verletzt und beleidigt, wenn sie hören, was ICH sage. Noch bin ich dabei, herauszufinden, ob es sich so auf Dauer besser anfühlt. Aber einmal im Rama dama Fieber, gibt es wohl kein Zurück. Sieht man die Schutthalden erst und hat die Ärmel hochgekrempelt, dann ist es ein Selbstläufer.

Was ich während all der Aufräumarbeiten bisher am Tollsten fand, waren die unglaublich schönen Fundstücke, neben vergessenen Schätzen in Schubladen und Schränken, vor allem verlässliche Freundschaften, unerwartete und nette Gesten, Reaktionen, mit denen ich niemals gerechnet hätte, positiv wie negativ, oder einfach gar keine, wenn ich sie erhofft hätte …aber sie waren immer aufschlussreich. Hilfsangebote und Anerkennung in jeder nur denkbaren Art, auch für meine Arbeit, aber vor allem die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die mich nicht nur dann schätzen, wenn ich für sie oder andere leiste, sondern für das, was ich bin. Mein Blick wurde geschärft für echte Freunde und Verbündete. Kleiner Tipp, wie man sie erkennt: Sie sind einfach da, wenn du sie brauchst ❤

Rama dama ist cool 🙂

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