Chance, Lifestyle, Seelenmarzipan

Burn, Baby burn…Hilfe bei autoimmun- entzündlichen Erkrankungen.

Entzündungen gehören zu fast jeder Form von chronischen Erkrankungen. Allergien, Arthritis, selbst Depression wird damit in Verbindung gebracht.

Die Schulmedizin antwortet auf chronische Entzündungen mit Medikamenten, wie zum Beispiel Cortison, die diese künstlich unterdrücken.  Die wirklichen Ursachen werden vernachlässigt. Verborgene Allergien, Infektionen, Umweltgifte, Ernährung die entzündliche Prozesse fördert, (Milch, Schweinefleisch, Zucker, Zusatzstoffe ) , und vor allem Stress sind die eigentlichen Übeltäter für unzählige Autoimmunerkrankungen.

Autoimmunerkrankungen nehmen explosionsartig zu. Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Lupus, entzündliche Darmleiden, Hauterkrankungen, Arthritis, …die Liste des Leidens ist unendlich und die schulmedizinischen Ansätze beschränken sich auf Symptombekämpfung, auf Unterdrückung des entzündlichen Prozesses, nicht auf Heilung. Das ist vereinfacht ausgedrückt etwa so, als würde man jede Menge Schmerzmittel schlucken, während man auf einem Glasscherben steht. Die Lösung ist nicht,  noch mehr Aspirin oder mehr Cortison, um die gesunde Schmerzreaktion zu unterdrücken sondern die Entfernung des Glasscherbens aus dem Fuß.

Wenn man also die Entzündungen im eigenen Körper herunterfahren möchte, dann muss man die Quelle finden. Das Feuer…nicht den Rauch 😉 .  In der Medizin werden die Behandler nach wie vor darauf geschult, Krankheiten nach ihren Symptomen zu diagnostizieren, nicht nach ihren Ursachen. Sie fragen: „Welche Krankheit hat der Patient“. Es wird selten die wichtigste Frage gestellt: Warum ist der Patient krank? 

 Ganzheitliche Medizin ist ein komplett anderer Ansatz,  Krankheiten zu sehen. Man sucht nach Gründen für die Beschwerden, weniger nach Wegen, wie man die Symptome unterdrücken kann. Man nimmt nicht die Batterie aus der Warnanzeige sondern macht sich auf die Suche nach der Störquelle.

Alle Autoimmunerkrankungen haben eines gemeinsam: Einen bestimmten biochemischen Prozess, ein entgleistes Immunsystem, eine systemische Entzündung, der Körper greift die eigenen Zellen an.

Unser Immunsystem ist das Verteidigungssystem gegen Eindringlinge. Unsere innere Armee, die Freund von Feind unterscheiden muss. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn unser Immunsystem überfordert ist und unsere eigenen Zellen irrtümlich  „beschossen“ werden. Ein Immunsystem bekämpft gerade irgendetwas…eine Infektion, ein Allergen…mit unverträglichen Nahrungsmitteln oder Stress…und irgendwie gerät der Kampf auch in die eigenen Linien, in den Darm, in die Schilddrüse, auf die Haut oder in die Gelenke.  Wenn es dumm läuft, in den gesamten Körper. Konventionelle Ansätze haben keine Methode, die Ursachen dieser Verwirrung herauszufinden. Ganzheitliche Medizin versucht sie zu finden oder das „Friendly fire“ wieder zurück auf den „Aussenfeind“ zu lenken.

Interessanterweise gibt es Autoimmunerkrankungen fast ausschließlich in wohlhabenden Ländern. Menschen in armen Regionen, ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation, wie fließendes Wasser, Waschmaschinen oder sterilen Gärten, bleiben von Autoimmunerkrankungen weitestgehend verschont. Auch wenn man mit vielen Tieren aufwächst, als Kind im Schmutz spielt, mit Insekten, Infektionskrankheiten und co Bekanntschaft gemacht hat, scheint man dem Immunsystem frühzeitig bei der Unterscheidung zu helfen, who is who …wer ist zu bekämpfen, was ist fremd im Körper und was gehört zu mir.
Neben den schulmedizinischen Versuchen der Linderung könnte man sich zusätzlich folgende Fragen stellen:
Gibt es verborgene Infekte, Toxine, Allergien, Ernährungsfehler, Defizite, Stress…die mein Immunsystem belasten?
Wie steht es um meine Darmflora, dem Hauptsitz der körpereigenen Immunabwehr?
Welchen belastenden Umweltgiften bin ich durch meine Arbeit oder mein Freizeitverhalten ausgesetzt? Genussgifte, Strahlung, Schwermetalle?
Welche Mikronährstoffe könnten mir fehlen? Stichwort : Zink, Omega3, Vitamin D, Probiotischer Darmaufbau und die Vermeidung aller industriell verarbeiteten Lebensmittel, auch und besonders Milch, Schweinefleisch und Weizen, wirken oft kleine Wunder.
Erhält mein Körper genügend Sauerstoff, Sonne und Bewegung, damit das Immunsystem richtig arbeiten kann? Bewegung ist ein natürliches Heilmittel gegen jede Art von Entzündung!
-Fehlen mir Ruhepausen und Entspannung, oder auch Schlaf? Yoga, Meditation und andere Entspannungstechniken sind nicht nur für das seelische sondern auch für das körperliche Wohlbefinden eine große Hilfe.
-Gibt es Ursachen für Stress, die ich abstellen kann. Gibt es wichtige Veränderungen in meinem Leben, die ich angehen sollte?
-Könnte ich an meinem Säure-Basen Haushalt etwas optimieren? Stichwort: Entsäuern!

-Wie steht es um meine Ernährung? Gluten? Zucker? Fructose? Tierisches Eiweiss ist sehr oft ein Trigger, besser sind z. B. Hülsenfrüchte, Getreide, Pseudogetreide, Ölsaaten, Wurzelgemüse, Blattgemüse und wenn man nicht konsequent vegan lebt, auch Bio-Eier und ab und zu Fisch.

Die ehrliche Beantwortung dieser Fragen könnte mehr Linderung für chronische Beschwerden ermöglichen, als so manches Rezept  ❤
apfel
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor. (Hippokrates)

 

 

 

 

 

 

Tierschutz

Ich bin geldgeil geworden…und das ist gut so!

Mit dem Geld ist es ja so, wie mit vielen Dingen…was genug ist, liegt immer im Auge des Betrachters und es ist nie von Vorteil, wenn man beständig mehr von einer Sache haben möchte. So hielt ich das eigentlich auch mein gesamtes Leben mit Geld. Ich kam immer prima damit zurecht oder ließ mir etwas einfallen, um mehr davon zu erhalten, wenn ich der Meinung war, ich müsste dies oder jenes unbedingt haben. Aber wirklich einen Kopf machte ich mir nie darum. Das hat sich dramatisch geändert, seit geraumer Zeit rechne und raffe ich jeden Cent, grübele beständig über neue Geldquellen nach und verfolge jede Ausgabe mit Argusaugen, ob sie tatsächlich notwendig ist oder anderweitig zielbringender angelegt. Ihr ahnt es sicher bereits…diese Veränderung hat mit meiner Arbeit im Tierschutz zu tun.

Seit ich begriffen habe, wie groß die Armut, wie bitter die Not und wie immens der Bedarf ist, hat sich alles verändert. Geld macht satt, Geld rettet Leben, Geld lindert Schmerzen und Geld schenkt Chancen. Es hängt größtenteils von meinem Talent und meinen Ideen ab, ob wir unseren Partnern auch morgen noch das gewährleisten können, was sie für das Überleben ihrer Tiere benötigen. Es hängt von meiner Geduld und meiner Freundlichkeit ab, ob die Spender und Unterstützer bei uns bleiben, ob ich es schaffe, ihr Interesse zu wecken, sie zu begeistern und zu ermutigen, sich einzubringen.  Und weil nicht nur ich helfen möchte sondern unzählige kleine Vereine im Wettbewerb um Spender und Unterstützer stehen, herrscht teilweise ein ziemlich ungutes Klima des Wettbewerbs, wo eigentlich einzig Zusammenhalt wichtig wäre.

Heute haben wir wieder einmal an einem Wettbewerb teilgenommen. Wie so oft gibt es Geldspenden zu gewinnen, wenn man es schafft, die Veranstalter der Ausschreibung von seinem Verein zu überzeugen. Manchmal macht man das durch Likes, manchmal gibt es Abstimmungen, in seltenen (mir am liebsten!) Fällen, darf man sich und seine Arbeit vorstellen. Ich ging also auf die besagte Seite und mein Blick wanderte über die Kommentare der Teilnehmer. Es ist bedrückend zu lesen, wie viele Vereine Hilfe brauchen, wie sehr sie sich eine kleine Unterstützung für ihre Tiere in Deutschland wie im Ausland wünschen. Es ist herzzreißend zu lesen, was sie alles leisten und wie bescheiden die Wünsche oft sind. Und dann werde ich wütend!

Warum müssen wir alle jedem Cent hinterher jagen? Die Aufgabe, den Tieren zu helfen ist sogar im Grundgesetz verankert. Warum hat unser Staat, der wirklich für jeden Schwachsinn Geld aufbringt, für jeden Unfug Stellen schafft, nicht die Mittel, um flächendeckend zu unterstützen? Warum erhalten wir Ehrenamtlichen keine Hilfe dafür aber regelmäßig neue Auflagen, die uns das Leben schwer machen und effektives Arbeiten fast unmöglich?

Ich habe begonnen, die Politik und die Politiker förmlich zu hassen, wenn ich Abstimmungsergebnisse, Aussagen und Vorgehen in Sachen Tierschutz verfolge. Was sind wir für ein armseliges, gefühlskaltes Land, was sind wir für ein geiziges und hartherziges Volk! Es gibt nur wenige, die geben und sich um Schwächere kümmern, die Mehrheit hat andere Ziele…irgendjemand wird sich schon kümmern…Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller verlassen sich da ganz auf die zuständigen Stellen. „Die zuständigen Stellen“ verlassen sich ganz auf die Interesselosigkeit und Dummheit von Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher, und es funktioniert.

Also werde ich heute abend wieder schreiben und argumentieren, bitten und ermutigen, damit wir in diesem Wettbewerb vielleicht einen Anteil der Prämie erhalten. Denn wenn morgen wieder drei  neue Tiere auf einen Pflegeplatz warten, die gerade elend auf der Straße verrecken, dann kann ich keinen Antrag stellen, kein Formular ausfüllen, keine zuständige Behörde informieren… dann bleibt als einzige Option Kassensturz. Können wir einen Tierarzt, eine OP bezahlen? Ja? Das Tier wird leben, holt es bitte von der Straße. Oder Nein, lasst es sterben, wir haben leider keine Mittel.

Ich musste bisher noch nie Nein sagen. Niemand aus unserem Verein und von unseren Partnern musste das, seit wir uns alle so ins Zeug legen. Ja, ich bin geldgeil geworden…und schäme mich nicht dafür. Schämen sollten sich andere!

 

Wenn ihr gerne unterstützen möchtet… wir freuen uns immer über jede noch so kleine Spende ❤ :

spenden

Aufreger, Seelenmarzipan

Leben mit einer chronischen Erkrankung … ihr habt keine Ahnung!

Fast jeder von uns kennt das unschöne Gefühl, mit heftigen Kopfschmerzen den Tag zu überstehen, die Wundschmerzen nach einer Verletzung, das elende Befinden während einer Grippe. All das sind Befindlichkeiten, die sich jemand mit einer chronischen Erkrankung herbei sehnen würde. Denn selbst wenn sie noch so unangenehm sind…sie gehen im Normalfall wieder vorbei. Mit ein bisschen Standvermögen, ein paar Helferlein und Geduld wandeln sich diese Phasen in den Zustand, den sich alle chronisch Kranken herbeisehnen, wie kaum sonst etwas auf der Welt…in normale Tage. Tage mit guten und weniger guten Ereignissen, Tage mit mehr oder weniger Energie, aber immer Tage, in denen man größtenteils ohne Beschwerden seine Kreise zieht und in der Kraft ist, im günstigsten Fall sogar schmerzfrei.

Ich weiß nicht, was mich am meisten im Umgang mit chronischen Erkrankungen stört. Neben der Tatsache, dass mein Leben wegen der dadurch erzwungenen Kompromisse nur noch ein müder Abklatsch des eigentlichen Entwurfes wurde, hasse ich mehr als alles andere, das Unverständnis aller Gesunden. Sie halten uns nämlich für schwach und wehleidig und sparen nicht mit guten, meist trivialen oder nicht umsetzbaren Ratschlägen. Sie geben mir oft das Gefühl, als wäre mir mit ein wenig mehr Anstrengung, ein wenig mehr gutem Willen doch möglich, zu tun oder zu leisten, was sie von mir erwarten… als ob ich es selbst in der Hand hätte, wieder gesund zu werden und mich nur zu dumm anstelle.  Sie wissen nicht oder ignorieren, dass jeder, der mit einer chronischen Erkrankung sein Leben meistert, jeden Tag aufs neue  kämpft, alles, aber auch alles versucht hat, um seinen quälenden Zustand zu verbessern, jeden Tag aushalten muss, was Otto Normalverbraucher nicht nachempfinden kann.

„Iss endlich wieder einmal Schweinsbraten und trink einen großen Schnaps, dann geht es dir besser…das ist alles, was dir fehlt…“

Diese, liebevoll gemeinten Worte meines Vaters schnitten mir jedesmal ins Herz. Ich vertrage das eine nur in sehr dosierten Mengen, das andere gar nicht und möchte es auch nicht mehr. Gut gemeint, aber diese Worte klangen wie Hohn in meinen Ohren, da ich ihm gefühlte 1000 Mal erklärt hatte, dass meine Leber bedingt durch einen Gendefekt mit Schadstoffen aller Art sehr zu kämpfen hat und mich ein Schnaps Tage aus der Bahn werfen kann, wenn es dumm läuft und wenn ich sowieso gerade wieder kämpfe. Ein kleiner Satz, der mir immer das Gefühl gab, wie wenig auch in der Familie verstanden wird, wie ich selbst mit den trivialsten Dingen des täglichen Lebens haushalten muss und auch und besonders…dass ich für einen Hypochonder gehalten werde.

„Mach doch einfach mal Urlaub…“

Sie wissen nicht, dass ich, genau wie jeder andere mit einer chronischen Erkrankung bis an die Grenze meiner Möglichkeiten agiere und meist darüber hinaus. Aber es ist nie genug. Es wird immer Limits geben, die zu akzeptieren eine große Herausforderung ist. Wir sind allein gelassen damit, in einer Gesellschaft, die Perfektion als höchstes Ziel gesetzt hat und in einer gnadenlosen Maschinerie des Gesundheitssystems, das eigentlich ein Krankheitssystem ist.

Wehe dem, der nicht mithalten kann oder dazu gezwungen wird, sich diesem System der kalten und oft höchst schädigenden Massenabfertigung auszuliefern. Nicht mehr die Jahreszeiten und die Urlaubsplanung bestimmen den Terminkalender sondern wochenlanges warten auf Arzt-Termine oder Untersuchungen, Hoffnung und Enttäuschung über neue Versuche der Linderung, Abfertigung im 2 Minuten Takt, Symptom-Bekämpfung mit aggressiven Medikamenten, ohne die Ursachen der Krankheit zu Hinterfragen und als Sahnehäubchen die beliebte Psychoschiene für jede, aber auch jede Erkrankung.  Mittlerweile werden Psychopharmaka, Cortison, Schmerzmittel und co verteilt, wie Drops, Sie nutzen einzig der Pharmaindustrie, den Chronisch Kranken würden nur ganzheitliche Behandlungsansätze helfen. Vorausgesetzt, der Erkrankte kann sich diese (privat finanzierte) Form der Behandlung leisten. Pech für alle anderen!

Chronische Erkrankungen sind gemeine Diebe. Sie stehlen Leistungskraft, Lebensfreude,  und Gute Laune, sie rauben wertvolle Lebenszeit, soziale Kontakte, Selbstsicherheit aber vor allem die Stabilität, wenn man nicht sehr aufpasst.   Es mag so manchen überraschen, aber für viele Schmerzen und viele Missempfindungen und Einschränkungen gibt es nicht DAS passende Medikament und wenn es existiert, darf man es nur in gewissen Dosierungen einnehmen, ohne ernste Organschäden zu riskieren. Das bedeutet im Klartext, jede Schmerzerleichterung, jede Cortisoneinnahme, jedes Medikament hinterlässt seine Spuren. Chronisch Kranke wissen das. Gesunde nicht.

„Stell dich nicht so an! Denk doch nicht immer daran! Du musst positiv denken. Es ist alles eine Sache der Einstellung!… „

Gesunde wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn jede Verabredung, jeder Urlaub, jeder Arbeitstag , manchmal die einfachsten Dinge im Haushalt zu einem Wagnis werden.

Kann ich es schaffen? Wird mein Körper mir diesmal erlauben zu tun, was ich so gerne möchte oder so dringend muss…oder wird der Schmerz, die Schwäche, das Herz, die schmerzenden Gelenke, der Durchfall, der Schwindel, die Behinderung, der Krankenhausaufenthalt…mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen? Was passiert, wenn ich schon wieder absage/nicht zur Arbeit erscheine/die einfachsten Aufgaben nicht erfüllen kann?

Wie wird es weiter gehen, mit meiner Erkrankung? Werde ich daran sterben? Mit wieviel Einschränkungen muss ich noch rechnen? Wird es wieder schmerzhafte Untersuchungen, bedrückende Krankenhausaufenthalte, angstvolles Warten auf Tests und Diagnosen geben…

„Sei doch mal locker…lenk dich mit etwas Schönem ab. „

Zusätzlich zu den mehr oder weniger großen Einschränkungen, Schmerzen und Ängsten sorgen sich fast alle chronisch Kranken auch um das finanzielle Überleben. Nicht nur der Verdienstausfall ist problematisch. Gerade bei chronischen Erkrankungen hat die Schulmedizin wenig zu bieten. Oftmals verursachen die Medikamente, die wenn schon nicht heilen dann zumindest lindern sollen…große Kollateralschäden und heftige Nebenwirkungen. Die Kassen übernehmen jedoch nur die Kosten der Schulmedizin. Alle anderen Heilverfahren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe fast alle meine Ersparnisse in die Hilfe durch natürliche Heilverfahren investiert, sonst könnte ich heute diese Zeilen nicht mehr schreiben. Die Schulmedizin hätte mich längst umgebracht. Dafür macht die Naturheilkunde mich arm. Gesund machen mich beide nicht.

Chronisch Kranke sind anstrengend, sie sind unzuverlässig, oftmals nicht heiter und unbeschwert, sie sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, weil sie Dinge gesehen und erfahren haben, die niemand erfahren möchte und die meisten Menschen zum Glück auch niemals erfahren werden. Chronisch Kranke werden oft als schwach wahrgenommen, dabei sind sie stärker, mutiger und ausdauernder als jeder Gesunde.

Leben mit einer chronischen Erkrankung ist für jeden Betroffenen anders. Im Alltag versuchen die meisten, ihre Erkrankung und deren Folgen zu verbergen – sofern dies möglich ist.

Immer hilft eine positive Einstellung, Mut und der Wille, aktiv daran zu arbeiten, den Status Quo zu verbessern, Lebensqualität erhalten oder vielleicht auch durch Änderungen der Lebensführung irgendwann Heilung zu erfahren.

Irgendwann morgens aufwachen und sich ganz normal fühlen…ein frommer Wunsch für die meisten chronisch kranken Menschen. Trotzdem versuchen wir es jeden Tag wieder.

Solltet ihr diese Zeilen lesen und selbst nicht davon betroffen sein:

Es ist nicht euer Verdienst. Ihr habt einfach Glück! Seid dankbar dafür und ein wenig verständnisvoller allen gegenüber, die dieses Glück nicht hatten!

 

Aufreger, Tierschutz

Ohhh, wie niedlich! Tierquäler Videos im Internet

Ooooh, wie niedlich…. Nein! Wie grausam!

Tiervideos und Bilder sind seit jeher der Renner im Internet. Schlecht gelaunte oder tollpatschige Katzen, Hemdchen tragende Hunde, Tiere die etwas außergewöhnliches tun oder außergewöhnlich aussehen. Millionen User lieben diese vermeintlich niedlichen Tier-Clips und leiten sie an ihre Freunde weiter.

Dabei steht sehr oft Krankheit,Todesangst oder Zwang dahinter.
Die Tiere leiden für die Aufnahmen oft Qualen oder verhalten sich aufgrund einer Erkrankung wesensfremd.

Mir ist unverständlich, wie man sich darüber amüsieren kann, dass Katzen sich vor Gurken erschrecken oder ein kleiner Sand-Frosch quietscht wie ein Gummi-Tier. (Ein Ausdruck für Todes-Ängste des Frosches).

Es ist auch weder lustig noch niedlich, wenn Halter ihre Tiere in Kleidung stecken. Die Katze im Hai-Kostüm oder der Hund im Anzug sehen für Menschen vielleicht lustig aus, doch es ist wider ihre Natur. Und die „lustigen“ Schühchen Videos oder die ekelhaften „aufrecht laufende“ Hunde Filmchen wurden den Tieren teilweise nachweislich eingeprügelt.

Eines der widerlichsten Beispiele war für mich ein Pakarana, der bei der vermeintlichen Körperpflege gezeigt wird. Im Internet kursiert das Video als „duschende Ratte“
Das Tier versucht verzweifelt, den Körper wieder von der unbekannten Substanz zu reinigen. Das Tier empfindet in dieser Situation ganz sicher keinen Spaß, sondern extremen Stress. Trotzdem wird Millionenfach gelikt und geteilt.
Auch ein Äffchen in der Küchenspüle „beim Geschirrspülen“ fand viel Zuspruch, wer genauer hinsah, konnte die Kette sehen, die das arme Tier dort fixierte. Es handelte sich um eine üble Dressur!

Das Problem dabei ist, dass es durch den großen Zuspruch beständig mehr Nachahmer gibt, die ihre Haustiere für solche Videos oder Bilder quälen/stressen/missbrauchen.

Durch das unbedachte Liken und Teilen der vermeintlich niedlichen Tier-Videos wird der Ansporn beständig größer, immer mehr davon zu produzieren.

Da auch auf meinem Newsfeed beständig solche Filmchen auftauchen, noch einmal die inständige Bitte:
Denkt nach, ehe ihr einen Smiley setzt und teilt!!!

Ist das Tier vielleicht einfach nur krank?
Ist es wirklich lustig, was da passiert?
Würdet ihr eurem Tier das Gleiche zumuten?
Ist es realistisch, dass ein Tier freiwillig und entspannt tut, was im Video gezeigt wurde?
Unterstützt ihr auf diese Weise vielleicht Tierquälerei?

Ich teile grundsätzlich keine solchen Videos mehr, denn diese Filmchen und Bilder dienen einzig nur der Sensationsgier und Selbstdarstellung der Ersteller. Nicht lustig oder niedlich sondern abstoßend!

Seelenmarzipan, Tierschutz

Gibt es ein Leben ohne Facebook?

Ich las den ersten Kommentar unter meinem Beitrag, war genervt und setzte zu einer Antwort an. Noch während ich die Antwort schrieb, ploppten die nächsten Kommentare auf. Sinnlos! Es ist sinnlos zu versuchen, jemandem etwas zu erklären, wenn er nicht den Hauch einer Ahnung hat, was ich tue, warum ich es tue und wie es auf mich wirkt, was da gerade wieder passierte. Ich löschte den Beitrag auf Facebook, wechselte zu meinem Privaten Profil und schrieb :

Ich bin zur Zeit nicht auf Facebook erreichbar.

Dann loggte ich mich aus all meinen Accounts aus, fuhr den Rechner herunter, deaktivierte auch den Messenger und  die Facebook App auf meinem Handy. So einfach war es also. Ich war frei. Zum ersten mal seit…ja seit meine Tochter begann, im Ausland zu studieren und Facebook unsere Nabelschnur war. Es ist also bereits eine Weile her. Seit 5 Jahren bin ich 24h am Tag online. Erst ihretwegen, um immer greifbar zu sein, wenn gerade nicht die passende Telefonkarte aufgeladen war, dann in Sachen Tierschutz. Wie praktisch das für alle war, denn dadurch gibt es jemanden, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche ansprechbar ist. Ganz gleich, wo er sich aufhält und ganz gleich was er tut.

Wie spaßfrei die Arbeit auf meinem Privatprofil Bettina Marie oftmals sein kann, das habe ich in der Vergangenheit bereits einige Male geschildert. Es gibt einerseits den Druck, beständig in Kontakt zu bleiben…so ziemlich mit gefühlt jedem Menschen auf der Welt, der etwas mit Tierschutz zu tun hat, dann gibt es die lästige „Aufsichtspflicht“ der Vereinsarbeit, ob in jedem Resort alles rund läuft, ob jemand aus der Reihe tanzt, abgetaucht ist, etwas missverstanden hat, ob ein Dankeschön fällig ist oder eine Geburtstags Gratulation… und dann natürlich die Vielzahl meiner Veröffentlichungen und Übersetzungen, die ich alle nebenher erstelle. Ein paar Stunden abwesend und im Schnitt warten ein paar Hundert unerledigte Benachrichtigungen und Nachrichten auf mich. Aber das ist völlig Ok so.

Im Grunde mag ich es, wenn sich etwas dreht, ich selbst habe mir das Ganze so eingerichtet und die Resultate sind durchaus erfreulich, auch wenn es verdammt anstrengend ist. Die letzte Zeit ganz besonders, …wir wachsen enorm im Verein und das hat seinen Preis in Sachen Aufwand und Zeit. Ich zahle in gern. Auch mit dem Verlust der Freiheit, denn längst ist mein privates Profil kein privates Profil mehr. Ganz gleich was ich schreibe oder poste…mittlerweile wird alles argwöhnisch beobachtet, kommentiert, verbessert, ergänzt, hinterfragt…und wenn es nicht bei mir passiert, dann bei einem Mitstreiter oder Teamkollegen und auch dort ist Eingreifen gefragt.

Eine letzte kleine Insel war mir verblieben. Immer wenn ich all dem entgehen möchte, wenn ich gern für kurze Zeit etwas tun möchte, was mir richtig Freude macht auf Facebook, wo ich noch ein Stückchen Freiheit habe, dann beschäftige ich mich mit dem Karma Blog.  Ganz bewusst habe ich den Facebook Auftritt dieses Blogs frei gehalten von dramatischen Aufrufen, den übliche Tierleid Pics, frei von politischen Diskussionen…es sollten einzig positive Dinge dort erscheinen. Manchmal auch außergewöhnliche Rezept Ideen.

Es war diese Rezept Idee, unter der sich dann die Veganer Fraktion wie gewohnt zu Wort meldete und sich nicht nehmen ließ, wieder einmal auf Knochen und totes Fleisch im Zusammenhang mit Gelatine hinzuweisen, mich zu belehren, dass Gelatine nicht pflanzlich ist, kein gutes Karma, etc, etc. Ich möchte niemandem widersprechen denn niemand weiß besser als ich, wie Gelatine hergestellt wird, ich habe sogar einen Artikel darüber geschrieben.  Ich finde es widerlich. Und natürlich ist mir auch bekannt, dass Agar Agar unter anderem ein super Ersatz für Gelatine ist. Es war mein Versäumnis zu dem leckeren und ansprechenden Früchterezept nur die Original Grundzutat zu nennen, wie sie dort vermerkt war: Gelatine.

Naiverweise ging ich davon aus, jeder Veganer der das liest, weiß sofort, was zu tun ist, ihm ist geläufig, womit er Gelatine austauschen kann. Alle anderen Leser interessieren sich eher für die wunderschönen Bilder und die coole Rezeptidee. Ich hatte diesmal und besonders an diesem Ort keine Lust, ständig mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs zu sein, wollte einfach einmal nur entspannt ein leckeres Rezept posten und jedem überlassen, wie er es umsetzt. Was dann aus meinem Post wurde, fand ich einfach nur traurig. Anstatt schlicht zu kommentieren: Man kann Gelatine auch mit Agar Agar ersetzen, wurde die volle Breitseite aufgefahren. Ich hätte mich also sofort einbringen müssen, erklären, (für alle Nicht-Veganer), nachbessern etc. Die Freude an der schönen Rezept-Idee, einem harmlosen Beitrag, der vielleicht neue Leser und Unterstützer bringen sollte,  war gründlich verdorben.

Hat also  nicht so gut geklappt, mit der netten Auszeit  und war wohl der letzte Anstoß den ich benötigte, um zu tun, was ich mir schon so lange einmal vorgenommen hatte, und mir  immer wieder verwehrt, weil ich auf so viele und so vieles Rücksicht nehme: Abstand von Facebook.

Diese Entscheidung wurde so einfach, als ich darüber nachdachte, wie gedankenlos eigentlich die Mehrheit der Leser  und so mancher meiner Teamkollegen mit mir umgeht, wie gedankenlos und rücksichtslos im Allgemeinen dort agiert wird. Warum ich immer diejenige sein soll, die sich um alles und jeden Gedanken macht, voraus denkt, abwägt…während der Rest der Welt seinen Gefühlen und Gedanken unplugged seinen Lauf lässt.  Und jetzt bin ich also frei.

Keine Tierquälervideos zum Frühstück. Keine verzweifelten Anfragen, während ich mich anziehe. Keine Teamnachrichten, die beantwortet werden sollten, ehe ich ins Büro fahre. Keine Meldungen, über seltsame Kontobewegungen, die nachzuprüfen sind, während ein wichtiger Kunde anruft. Keine giftigen Kommentare unter einem meiner Posts, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe. Kein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht an einer Spendenaktion beteilige, während ich gerade die eigenen Kontoauszüge checke. Kein Grübeln, ob ich dies oder jenes, schreiben, denken, kommentieren darf, während ich mich tierisch über einen politischen Artikel aufrege. Keine Tränen während einer Einladung bei Freunden, weil der Tod eines Pflegetieres berichtet wurde. Kein Eiertanz zwischen zerstrittenen Teamkollegen, während ich eigentlich längst in einem wichtigen Meeting sein sollte. Keine Seelsorge für alle Befindlichkeiten sämtlicher Mitwirkenden, während ich versuche endlich in Ruhe etwas zu essen. Keine Horrorbilder vor dem Einschlafen, und Grübeln, wie dort schnell Hilfe möglich wäre…

…nur die Vorfreude, endlich einmal wie alle anderen, ohne ständige Unterbrechungen meinem Leben nachzugehen, in Ruhe auf dem Blog hier aufzuräumen und zu überlegen, wie der ganze Wahnsinn eigentlich weitergehen soll…Es gibt unendlich viele Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und der Spendenbeschaffung. Ich werde sie finden und entdecken. Es gibt ein Leben ohne Facebook. Zumindest ohne einen Dauerwohnsitz auf Facebook.

Allen die gestern unter mein Rezept für Früchte in Melonen kommentiert haben…Danke! Ohne euch wäre mir nie aufgefallen, wie verrückt es eigentlich ist, was ich jeden Tag tue. Ich tue nämlich wirklich enorm viel für unsere Mitgeschöpfe, selbst wenn ich einmal nicht erwähnt habe, das man Gelatine pflanzlich ersetzen, kann/soll/muss.  Aber viel wichtiger als dieser Hinweis war die Erinnerung daran, dass es ein Leben ohne Facebook gibt…geben muss 🙂

 

Tierschutz

Frau Schneider ist sauer…

In der Vergangenheit habe ich bereits schon einmal die Arbeit in einem Tierschutz Verein mit einer Baustelle verglichen. Nachzulesen hier:  Alles reine Nervensache

Mittlerweile ist diese Baustelle zu einer Großbaustelle mutiert, es sind neben mir noch ein paar wenige Baumeister konstant, zuverlässig und genauso leidensfähig jeden Morgen erneut am Bauen, nachdem wir uns spät abends verabschiedet haben und müde ins Bett gewankt sind, oder zornig oder erleichtert, je nach Tageslage.

Insgesamt fühlt es sich jedoch zunehmend an, als ob ich den gesamten Dachstuhl als Dauerlast auf den Schultern trage. Nicht dass dieses Bauwerk keinen Nutzen bringt…es rettet jeden Tag Leben…und es findet viele Bewunderer und Helfer, die im Vorbeigehen einen Stein beisteuern, ein paar Risse flicken, Mut zusprechen oder mit viel Glück sogar in unser Haus kommen , sich ein Werkzeug schnappen und mitarbeiten.

Aber die einzige verlässliche Konstante bleibt die Not. Alles andere ist Glücksache. Teilweise von meinem Geschick und Verhalten abhängig und teilweise von Dingen, die ich nicht beeinflussen kann, oder vielleicht auch nicht mehr will. Auch mein Tag hat nur 24h,  irgendwie findet neben der ehrenamtlichen Arbeit und der anderen Arbeit (für Geld)  kein Leben mehr statt.   Mein Leben, ungezwungen und ohne Angst vor der nächsten Hiobsbotschaft hat sich irgendwo still und leise verabschiedet, genauso wie mein Vertrauen in die Menschen.  Verantwortung, gegebene Versprechen und auch der Wunsch, dass jeder sich wohl fühlt und bleibt, bestimmt meinen Tages- und Nachtplan.

Ein Chef, der seine Mitarbeiter nicht entlohnen kann, dessen Mitarbeiter alle weit verstreut im Land leben, die er nie gesehen hat und auf Verdacht eingestellt, ein Chef der aber dringend auf sie angewiesen ist, der beständig Entscheidungen über Leben und Tod treffen muss, langfristige Budgetplanungen treffen und für deren Einhaltung haften, der sich gegen Konkurrenz und Pfuscher zur Wehr setzen muss , …der ist ein armer Tropf und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ihn diese Aufgabe aufreibt.

Der eine geht, weil er keine Lust mehr hat, der andere erscheint nicht, weil er sich mit jemand gestritten hat, der dritte fühlt sich nicht genügend gewürdigt, der vierte hat private Probleme, die vor gehen, der fünfte ist krank, der sechste hat etwas missverstanden, dem siebten gefällt meine Nase nicht , der achte ist über Kritik an seinem Beitrag verärgert,  der neunte…ach was weiss ich… ! Letztlich ist es auch ganz gleich warum jemand ausfällt, geht oder hinwirft. Das Ergebnis ist immer das Gleiche. Ich habe ein Problem. Noch eines, zu den 1000 anderen.

Es wird manche überraschen, aber auch mir gefallen gute Umgangsformen, auch ich habe ab und an noch menschliche Regungen und bin verletzt oder enttäuscht von manchen Reaktionen. Keine Maschine, kein Perpetuum Mobile, das unendlich funktioniert, keine Klagemauer, nicht im diplomatischen Corps angestellt und auch kein Hellseher. Na gut, FAST kein Hellseher. Mittlerweile sehe ich Ärger kommen, auch wenn er noch hinter drei Ecken lauert  und jeder meint, ich sehe zu schwarz 😉 .

Ich weiss gerade nicht, ob ich mir das weiterhin antun soll, denn es wird sich nie ändern. Der Bedarf und die Verantwortung wird beständig größer. Die dazu nötige Sicherheit und das Fundament jedoch leider nicht stärker.

Ich weiss nur, dass all die wunderbaren Unterstützer, enttäuscht wären, wenn ich hier das Gleiche mache, was so viele im Team oder auch Spender für sich in Anspruch nehmen. (Und was ich absolut verstehe, nur ich kann das leider nie!)

Dass es keine gute Vorbildfunktion im Team wäre, für alle, die zähneknirschend mit mir durchhalten…

…und vor allem, dass es ein super Gau für alle Helfer an der Front wäre, deren Schützlinge im wahrsten Sinn des Wortes auf Gedeih und Verderb meiner Entschlossenheit ausgeliefert sind, all das irgendwie immer zu kompensieren.

Heute bin ich einfach einmal nur sauer. Über mich, weil ich mir auch in Hundert Jahren nicht das dicke Fell zulegen und die Empathie ablegen kann, die zum Durchhalten notwendig wären. Weil ich aus Gewissensgründen, wegen inniger Freundschaften, die mir am Herzen liegen und aus Prinzip keinen Rückzieher machen kann. Nicht einmal eine Pause. Ich halte meine Versprechen. Immer. Und weil alle Bemühungen um Stabilität und auch die sorgsamste Arbeit nicht verhindern können, das nichts im Tierschutz von Bestand ist. Außer der Not.

Irgendwann auch einmal einfach sagen dürfen: „Ich bin raus“… „ich ziehe mich zurück“ … „ich kann das nicht vereinbaren, mit“ … oder noch besser: ohne ein Wort verschwinden, aus Gruppen, aus Chats, die übernommene Aufgabe vernachlässigen und die anderen im Unklaren lassen, wie es weiter geht. Einfach einmal anderen die Erklärungen, Entschuldigungen und Kompensation für fehlende Unterstützer überlassen. Das würde sich gut anfühlen, wenn ich das ein einziges Mal dürfte. Wenn ich alle Verpflichtungen, vom Finanzamt bis hin zu laufenden Zahlungen, allen Anforderungen, allen verzweifelten Bitten um Hilfe so begegnen könnte. Dann würde zwar das Haus in kürzester Zeit zusammenbrechen, aber ich hätte wieder ein Leben. Und es ist nicht mein Haus. Es wurde für die gebaut, die es so dringend benötigen. Ich habe nur das Pech, auf der Baustelle zu wohnen 😉 .

 

Ich hasse es, wenn ich während der Arbeit ständig Dinge verliere … meinen Stift, meine Notizen, mein Leben, meine Träume, den Verstand

 

 

 

Katze, Tierschutz

Manchmal muss der Kopf über das Herz entscheiden und auch für Hilfe gibt es ein paar Regeln im Auslandstierschutz

Deutschland wird schier überschwemmt von Tieren, die aus dem Ausland adoptiert werden, es gibt einfach zu viele Länder, in denen einzig Rettung eine Option auf Leben und eine Chance ermöglicht. Verbleiben die Tiere in ihrem Herkunftsland, sind sie nicht selten dem Tod geweiht oder fristen ein Dasein, das wir keinem Geschöpf wünschen. Soweit so schlecht.

Trotzdem wird jeder seriöse Helfer zustimmen, dass wir nicht alle retten können. Ich stehe jeden Tag vor unliebsamen Entscheidungen. Entscheidungen, die jedoch nicht nur das Wohl des geretteten Tieres berücksichtigen dürfen sondern auch die Frage, wie das Leben der anderen Tiere in dem neuen Zuhause beeinflusst wird, ob es andere Familienmitglieder vielleicht sogar in Gefahr bringt, wenn leichtfertig jemand dazu gesetzt wird, der durch Angst und Gewalt geprägt wurde, um überleben zu können, der Kampf und Verteidigung um jeden Bissen, jeden Ruheplatz und auch jede Streicheleinheit verinnerlicht hat.

Wirklich aufmerksam auf diese Problematik wurde ich erst, als ich bei einer Nachkontrolle von einem Hund heftig gebissen wurde. Natürlich hatte ich alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Leichtfertig war der neue Besitzer, der den Hund frei laufen ließ, und ihm so Gelegenheit gab, auf mich zuzustürmen, sich in meinem Bein zu verbeißen und auf diese Weise seiner Angst und Unsicherheit Ausdruck verlieh, weil  jemand sein neues Zuhause betreten wollte. Angsthunde reagieren anders als andere Hunde und die Tierheime sind voll mit den abgegebenen Adoptionstieren, die sich als wesentlich schwieriger zu sozialisieren erwiesen, als blauäugig vermutet wurde. Hauptsache raus aus dem Shelter, rein in den Transportwagen, rein in den Flieger und nach uns die Sintflut. Die Zeche bezahlt der Auslandstierschutz als Gesamtheit, durch einen schlechten Ruf, durch nicht wenige menschliche oder tierische  Bissopfer, geschlagene Tiere, entlaufene Tiere oder andere Kollateral Schäden.

Hunde, in Einzelfällen auch Katzen, die bisher hart um ihr täglich Brot, ihr Revier oder einen Platz an der kargen Futterschüssel kämpfen mussten, die misshandelt wurden, brauchen einige Zeit, um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Die Mehrzahl der adoptierten Glückspilze ist friedlich und lebt sich schnell ein. Was mit den anderen passiert, liegt meist am Geschick, der Umsicht und Geduld der vermittelnden Tierschutz Organisation.

Vor jeder geplanten Adoption ist es daher ein MUSS, sich über den Charakter des Tieres ein Bild zu machen. Krankheiten sind vorher abzuklären, die eine Gefahr für andere Tiere darstellen, die bereits im Haushalt leben. Nicht jeder Hund ist katzenfreundlich und während die meisten nach einer Zeit des Kennenlernens friedlich oder sogar freundschaftlich miteinander umgehen, kann in Härtefällen ein gezielter Nackenbiss die Annäherung beenden, ehe sie richtig passiert ist oder die Katzen für immer aus dem Haus treiben, die sich nicht an tägliche Jagdspielchen gewöhnen wollen.

Es gibt so unendlich viel zu beachten, wenn eine Adoption wirklich für alle Beteiligten stimmig sein soll, wenn die Tiere nicht zu Wanderpokalen werden sollen, die von einem Platz zum anderen, von einer Pflegestelle dann in ein Tierheim wandern.

Die richtige Auswahl ist die halbe Miete für eine zweite Chance, die ein Leben lang trägt….was mich angeht, …nicht die Stärksten und Fittesten sondern die kranken, die Duckmäuser und die Schwachen zuerst, denn sie haben die geringsten Chancen auf ein Überleben in den Sheltern oder auf der Straße…

Adoption ins Ausland, die weite Reise, der Stress, alle damit verbundenen Risiken sind nur deshalb notwendig, weil wir es nicht schaffen, in den betreffenden Ländern Kastration, Aufklärung und Hilfe vor Ort in ausreichendem Maß bereit zu stellen. Keine Pflegestelle ist glücklich, ihr Tier Tausende Kilometer weit weg zu wissen. Es ist einzig das Wissen um die Chance auf Leben und die Notwendigkeit den nächsten Notfall nach dem adoptierten Tier zu helfen, das sie zu diesem oft schmerzhaften Schritt bewegt. Von den Sheltern, die damit ihr schmutziges Geld verdienen, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, sie zähle ich nicht zu den Tierschützern sondern ihr Handeln ist eine schmutzige Gelddruckmaschine, die den Tieren schadet und auch dem Ruf aller ehrlichen und seriösen Tierschützer, die übrigens weit in der Überzahl sind. Leider liest man nur von den anderen regelmäßig, denn die effektive und seriöse Arbeit aller beherzten Tierschützer im Ausland interessiert nicht so sehr, wie die Sensationsschlagzeilen der schwarzen Schafe.

Fazit, obwohl ich bei jeder gelungenen Adoption überglücklich für die betroffenen Tiere bin, liegt mein Augenmerk mehr und mehr auf den Maßnahmen vor Ort. Wir können nicht alle bei uns aufnehmen und daher ist Kastration, Kastration und noch einmal Kastration DIE Lösung, an der wir alle noch viel intensiver arbeiten sollten. Für jedes Tier, das nach Deutschland verbracht wird, könnten für die gleichen Kosten leicht vier andere Tiere vor Ort kastriert werden, und damit auf einen Schlag nicht nur vielfaches Leid gelindert sondern ganz verhindert werden.

Nach wie vor setze ich alles, was mir zur Verfügung steht dafür ein, chancenlosen Tieren ein Happyend in Deutschland zu schenken. Nach wie vor habe ich für jeden nur einen mitleidigen Blick übrig, der meint, Tierschutz hört an der Landesgrenze auf… aber mittel- und langfristig sollte Tierschutz in Deutschland nicht nur Hochburg der Auslandsadoptionen sein sondern engagierter und fordernder Partner für alle Länder und alle Tierschützer, die nicht an einem Tropfen interessiert sind, der die meisten Tiere gar nicht erreicht, sondern an effektiver Hilfe, die verändert…

Futterstellen und medizinische Versorgung der Tiere, die bereits vor Ort sind. Adoption für Härtefälle und spätestens dann muss ein Konzept greifen, das weitere Vermehrung verhindert, muss alles andere vor dieser immens wichtigen Aufgabe zurück stehen. Auch wenn es manchmal schwer fällt…und auch wenn diese Aktivitäten leider wenig Aufmerksamkeit und Rückhalt unter den Tierschützern hier erfahren und vor Ort nur sehr schwer durchführbar sind.

Poste ich das Bild eines verletzten Tieres und bitte um Hilfe…dann ist in fast jedem Fall eine gelungene Rettung das erfreuliche Resultat. Poste ich den Bericht über eine Kastrationsaktion, an der sich zahlreiche Helfer die Nächte um die Ohren schlugen, die mit viel Geduld und Einsatz wieder einer ganze Kolonie das Überleben ermöglicht haben…dann sinkt die Anzahl der Klicks und die Spendenbereitschaft ist wesentlich geringer obwohl auf diese Weise buchstäblich hunderte Tiere davor bewahrt werden, als nächstes in einem Post zu erscheinen, der sie abgemagert, krank, verletzt und erbarmungswürdig auf Facebook präsentiert. Klingt seltsam…ist aber so….Daran sollten wir arbeiten ❤